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Start > > -> ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?


Zeitarbeit und -Firmen Hier kommt alles hinein, das mit Zeitarbeit zu tun hat...


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Alt 21.07.2017, 12:31   #1
Maximilian32
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Standard ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Hallo Community,

ich habe eine dringende Frage zum Thema Branchenzuschlag.

Für jemanden der über eine ZAF bei einer Feuerverzinkerei, einen Metalloberflächenveredler, mit der Branche: Oberflächenveredelung von Stahl arbeitet, für den gilt der Branchenzuschläge der Metall- und Elektroindustrie? Die Feuerverzinkerei zählt zu der Branche Metall- und Elektroindustrie?

Kann die ZAF sagen, dass ist kein Einsatz in der Metall- und Elektroindustrie? Wer legt fest in welche Branche diese Feuerverzinkerei fällt?

Vielen Dank!

MfG
Max
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Alt 21.07.2017, 13:53   #2
iSlave
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Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

ungeprüft:

https://www.igmetall.de/leiharbeit-a...elte-15944.htm
Zitat:
Branchenzuschläge für Metall, Holz und Textil
Auf die Branchenzuschläge haben Leihbeschäftigte Anspruch, wenn sie in tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, der Textil- und Bekleidungsbranche sowie der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie eingesetzt sind. Mit den durchgesetzten Branchenzuschlägen konnte die IG Metall erreichen, dass für die Leiharbeiter in den jeweiligen Branchen die Entgeltlücke kleiner wird.
Und unter "§ 1 Geltungsbereich":
https://www.tuv.com/media/germany/50...trag_BZ_ME.pdf

Geändert von iSlave (21.07.2017 um 14:07 Uhr)
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Alt 21.07.2017, 14:10   #3
Maximilian32
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Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Hallo iSlave und Danke.

So wie ich das verstanden habe und ich informiert bin, ist es erst mal vollkommen unerheblich welchen oder ob der Entleiher überhaupt einen Tarifvertrag hat, einer Gewerkschaft unterliegt. Die Branchenzuschläge sind ab dann von der ZAF zu zahlen, wenn der LAN in einer entsprechenden Branche arbeitet, zum Beispiel in der Metall- und Elektroindustrie.

Wer kann dazu etwas genaues sagen?

"In Tarifverträgen einzelner DGB-Gewerkschaften mit den Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit - BAP und dem iGZ sind Branchenzuschläge für Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer vereinbart. Diese Tarifverträge gelten für alle tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen von BAP und iGZ. Sie finden zudem Anwendung, wenn im Arbeitsvertrag auf die Tarifregelungen von BZA oder iGZ Bezug genommen wird. Der Branchenzuschlag ist ein nach der Einsatzdauer gestaffelter Prozentsatz, der auf das jeweilige Stundenentgelt aufgeschlagen wird. Er ist zu zahlen, wenn eine Leiharbeitnehmerin oder ein Leiharbeitnehmer in einem Betrieb dieser Branchen länger eingesetzt wird."

Das heißt am Beispiel, für "mich":

- es muss der BZ von der ZAF gezahlt werden, wenn der Wirtschaftszweig die Metallindustrie ist
- unabhängig von tariflichen Regelungen/Bindungen beim Entleiher selbst
- maßgeblich ist nur die Branche und der Tarifvertrag der ZAF

Ist das so richtig???

Geändert von Maximilian32 (21.07.2017 um 14:21 Uhr)
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Alt 21.07.2017, 14:19   #4
iSlave
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Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Zitat von Maximilian32 Beitrag anzeigen
So wie ich das verstanden habe und ich informiert bin, ist es erst mal vollkommen unerheblich welchen oder ob der Entleiher überhaupt einen Tarifvertrag hat, einer Gewerkschaft unterliegt.
Damit scheinst du recht zu haben
https://www.igmetall.de/fragen-und-a...beit-10726.htm
Zitat:
Bekommt jeder Leiharbeitnehmer den Zuschlag?
Nein. Erste Voraussetzung ist: In der Verleihfirma, bei der er arbeitet, muss der Tarifvertrag mit der IGZ und BAP gelten. Oder der Arbeitgeber sich im Arbeitsvertrag auf deren Tarifverträge beziehen. Zweite Voraussetzung: Der Leihbeschäftigte ist in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt. Dazu zählen etwa Auto- und Zulieferfirmen, Maschinenbau, Schiffbau, Elektro- und Informationstechnologie. Ob der Metallbetrieb tarifgebunden ist, spielt keine Rolle.

Wo kann ich erfahren, ob mein Einsatzbetrieb zur Metallindustrie gehört?
Beim Betriebsrat des Einsatzbetriebs. Oder in der IG Metall-Verwaltungsstelle; über deren Adresse und Telefonnummer gibt die Hotline (siehe Box in der rechten Spalte) Auskunft.
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Alt 21.07.2017, 14:25   #5
Maximilian32
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Maximilian32 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Das scheint mir auch sehr stark so: Bei einer ZAF zu finden:

Bei welchen Kundenunternehmen kommen die Branchenzuschläge zur Anwendung?
Die Branchenzuschläge kommen in der Regel bei allen Unternehmen zur Anwendung, die Zeitarbeitnehmer beschäftigen und einer Branche angehören, für die Zuschläge vereinbart wurden.

Wer nimmt die Zuordnung der Branchenzugehörigkeit vor?
Unternehmen, die Zeitarbeitnehmer beschäftigen, sind in der Pflicht, ihre Branchenzugehörigkeit anzugeben.

EDIT: Es geht hier um folgendes, eine Feuerverzinkerei, ein Metalloberflächenveredler, mit der Branche: "Oberflächenveredelung von Stahl" - zählt wohl zweifelsfrei zur der Branche Metall? Das Problem ist, ich kenne jemanden, der in einer Feuerverzinkerei (über eine ZAF) arbeitet und das schon über 1 Jahr. Er hat von der ZAF aber noch nie einen Branchenzuschlag bekommen. Eine Verzinkerei zählt definitiv in den Wirtschaftszweig der Metallindustrie?


Ich ahne nun, dass sich die ZAF von Beginn bis heute den Branchenzuschlag 1:1 (!) eingesteckt hat?

Siehe Punkt 3 (6) des Tatbestandes: https://openjur.de/u/762042.html

Der LAN hat bei der ZAF in E3 angefangen und ist nun in der letzten Stufe der E4.

E4 weil, Mitarbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von mehr als einem Jahr in der Entgeltgruppe 3 werden in die Entgeltgruppe 4 eingruppiert
Letzte Stufe weil: Erfolgt ein ununterbrochener Einsatz bei dem gleichen Kunden, wird der einsatzbezogene Zuschlag fällig 1,5% nach Ablauf von 9 Kalendermonaten 3,0% nach Ablauf von 12 Kalendermonaten.

Der Stundenlohn beläuft sich aktuell auf und das in der ersten Stufe der E4 (!) auf 11,14€ (OST), nach 9 Monaten mit BZ sind das 16,71€ (!).

Verstehe ich das Urteil richtig, wenn ein vergleichbarer Stammmitarbeiter keine 16,71€ hat, dann muss das auch nicht an den LAN gezahlt werden.
Sondern maximal 90% (mit BZ!) das, was der vergleichbarer Stammmitarbeiter dort verdient?

"Tarifliche Branchenzuschläge tragen dazu bei, die Lücke zwischen den Tarifentgelten in der Leiharbeit und den Entleihbetrieben zu schließen, Deckelung auf 90% des Vergleichslohnes."

Geändert von Maximilian32 (21.07.2017 um 15:09 Uhr)
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Alt 21.07.2017, 16:14   #6
dagobert1
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Zitat von Maximilian32 Beitrag anzeigen
Eine Verzinkerei zählt definitiv in den Wirtschaftszweig der Metallindustrie?[/B]
Nur wenn es ein Industriebetrieb ist, bei Handwerksbetrieben besteht kein Anspruch auf BZ.

Das Bundesarbeitsgericht hat sich kürzlich ebenfalls mit dem Anspruch auf BZ beschäftigt:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 22.2.2017, 5 AZR 252/16
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Alt 22.07.2017, 13:10   #7
Maximilian32
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Maximilian32 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Hallo und Danke erst mal, ich würde mich über mehr Informationen freuen.

Einige ZAF bieten aktuell Stellen für eine Verzinkerei an, von der Hilfskraft bis zum Facharbeiter und da werden die Branchenzuschläge aktiv angeboten. Ich gehe also weiterhin davon aus, dass das in die Branche Metall gehört. Laut diesem PDF: http://mg-personaldienstleistungen.d...P_TV_BZ_ME.pdf – BAP TARIFVERTRAG ÜBER BRANCHENZUSCHLÄGE für die Arbeitnehmerüberlassungen in der TV BZ ME Metall- und Elektroindustrie heißt es: Als Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie gelten die Betriebe folgender Wirtschaftszweige, soweit sie nicht dem Handwerk zuzuordnen sind: NE-Metallgewinnung und -verarbeitung. Weiterhin führt der LAN dort auch andere Aufgaben durch, Schlossen, Stahlverformung, er arbeitet täglich mit Eisen-, Blech- und Metallwaren.

Ein Standort dieser Firma hat sogar einen Tafrifabschluss mit der IGM, "Metallhandwerk".

Wie bekomme ich jetzt raus, ob es ein Industriebetrieb oder Handwerksbetrieb ist?
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Alt 22.07.2017, 19:32   #8
avalanche
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avalanche avalanche
Standard AW: ZAF und der Branchenzuschlag, wer legt die Branche fest?

Ob Handwerk oder Industrie hängt aus meiner Sicht davon ab, in welchem AG-Verband der jeweilige Betrieb Mitglied ist.

Dies kann aber wohl in der örtlichen IG-Metall-Geschäftsstelle erfragt werden, hoffe ich.

LG ave
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Alt 22.07.2017, 21:40   #9
dagobert1
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Zitat von Maximilian32 Beitrag anzeigen
Wie bekomme ich jetzt raus, ob es ein Industriebetrieb oder Handwerksbetrieb ist?
Da wirst du wohl möglicherweise ganz genau hinschauen müssen.
Allein auf den Tarifvertrag abzustellen ist jedenfalls etwas zu einfach gedacht.

Zitat:
35
(1) Das Landesarbeitsgericht hat die Begriffe „industriell“ und „handwerklich“ nicht verkannt. Es hat zutreffend darauf abgestellt, dass sich ein Industriebetrieb von einem Handwerksbetrieb typischerweise aufgrund seiner Betriebsgröße, der Anzahl seiner Beschäftigten sowie eines größeren Kapitalbedarfs infolge der Anlagenintensität unterscheidet. Die Industrie ist durch Produktionsanlagen und Produktionsstufen gekennzeichnet. Ein Handwerksbetrieb ist dagegen regelmäßig kleiner und weniger technisiert. Die Arbeiten werden dort überwiegend mit der Hand nach den Methoden des einschlägigen Handwerks und nicht auf Vorrat, sondern für einen bestimmten Kundenkreis ausgeführt. Zwar wird auch in Handwerksbetrieben modernste Technik eingesetzt. Kennzeichnend für Handwerksbetriebe ist jedoch, dass der Einsatz von Maschinen die handwerkliche Tätigkeit unterstützt und sie nicht ersetzt, und dass diese Tätigkeiten in der Regel von Arbeitnehmern mit einer einschlägigen Berufsausbildung ausgeführt werden (BAG 26. März 2013 - 3 AZR 89/11 - Rn. 16; 13. April 2011 - 10 AZR 838/09 - Rn. 22). Des Weiteren ist in einem Handwerksbetrieb typischerweise die Arbeitsteilung nicht so weit fortgeschritten, dass jede einzelne Arbeitskraft nur bestimmte - in der Regel immer wiederkehrende - und eng begrenzte Teilarbeiten auszuführen hat, wie dies in einem Industriebetrieb der Fall ist. Werden jedoch als Folge der Technisierung wesentliche Kenntnisse und Fertigkeiten des betreffenden Handwerks durch den Einsatz von Maschinen entbehrlich und bleibt kein Raum mehr für das handwerkliche Können, liegt eine handwerksmäßige Betriebsform eher fern (BAG 26. März 2013 - 3 AZR 89/11 - aaO).
36
(2) Die Grenzziehung zwischen einem Industrie- und einem Handwerksbetrieb kann schwierig sein, da es große Handwerksbetriebe mit einer Vielzahl von Mitarbeitern und einem hohen Kapitaleinsatz gibt und andererseits eine auftragsbezogene Fertigung oder fehlende Produktionsstufen nicht generell der Annahme eines Industriebetriebs entgegenstehen. Ob es sich im Einzelfall um einen Handwerks- oder um einen Industriebetrieb handelt, lässt sich deshalb nur im Rahmen einer wertenden Gesamtbetrachtung aller maßgeblichen Umstände unter Berücksichtigung der jeweiligen tariflichen Regelungen ermitteln (BAG 9. April 2014 - 10 AZR 1085/12 - Rn. 15 mwN).
BAG 10. Senat, 21.01.2015, 10 AZR 55/14
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