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Zeitarbeit und -Firmen Hier kommt alles hinein, das mit Zeitarbeit zu tun hat...


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Alt 02.07.2014, 14:35   #1
Punch
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Registriert seit: 01.07.2014
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Standard Cui bono - wem nützt es?

Wem nützt Zeitarbeit?

Den Politikern aller Parteien - sie sitzen in den Vorständen und Aufsichtsräten und kassieren an der Zeitarbeit mit. Die deutsche Politik ist bekanntlich Lobby verseucht, da kann sich noch jeder Hinterbänkler im Bundestag auf einen Gratisflug nach New York freuen. Moment, nicht ganz gratis. Die Verbraucher zahlen.

Den Zeitarbeitsfirmen - diese Firmen würden nicht mal existieren wenn es Zeitarbeit nicht gebe, und - Oh Schreck! - die Eigentümer müssten wieder selber arbeiten.

Den Kollegen mit den unbefristeten Verträgen - Arbeitsgerichte haben schon mehrfach klar gemacht das erst wenn alle Zeitarbeiter raus sind, auch die fest angestellten Mitarbeiter entlassen werden können. Somit dienen Zeitarbeiter für diese Kollegen als Sicherheitsnetz. Solange noch Leihkeulen in der Klitsche malochen, kann den Edelarbeitern keiner durch Betriebsbedingte Kündigung etwas anhaben. Haben mir Kollegen schon wörtlich so gesagt.

Die Firmen selbst - Leiharbeiter sind zwar trotz billiger Löhne teurer als die meisten denken - die Leihbude will auch kassieren, und der aufgeblähte Staat wird den Rachen niemals vollkriegen - aber herrlich Pflegeleicht. Spuren die Säcke nicht, abflug. Zu oft und lange krank, abflug. Aufmüpfig, abflug. Zu langsam, abflug. Verursacht Unfall, abflug, usw. Leiharbeiter sorgen nicht nur dafür das der Laden brummt, sie sorgen auch dafür das es nicht zu hässlich wird, für alle die da profitieren, wenn es mal nicht brummt. Man könnte sagen Leiharbeiter sind Menschliche Tünche die über die Probleme die ein Betrieb hat drüber gekleistert werden. Ich war schon in einer Firma in der 90% der Zeitarbeiter schwuppdiwupp gekündigt wurden und am Wochenende darauf Überstunden vom Rest gefordert wurde weil soviel Arbeit da war. Warum also die ganzen Leute rausschmeissen? Es war wieder ein Quartal rum und ein paar Statistiken mussten geschönt werden.

Das Arbeitsamt - Leiharbeiter bieten tausend Möglichkeiten um die Statistiken zu frisieren, und die Arbeitslosen unter Druck zu setzen. Herrlich!

Die Gewerkschaften - die können immer schön warnen und mahnen, und ihren Mitgliedern mit den festen Verträgen etwas zum schimpfen geben, aber sie werden niemals wirklich etwas dagegen tun. Da sie selber Zeitarbeiter beschäftigen, und der deutsche Gewerschaftsbund sogar eine Leihbude besitzt, profitieren auch sie. Es ist kein Zufall das niemals großangelegte Streiks für Zeitarbeiter ausgerufen wurden, sondern nur für Pipifax wie 5,2% mehr Knete für die unbefristeten Verträge, die sowieso schon sehr viel mehr als jeder Zeitarbeiter verdienen. Ein Kollege mit unbefristetem Vertrag erzählte mal ganz stolz das er ganze 30 Minuten bei irgendeiner Firma mit 20 Kollegen gegen Zeitarbeit demonstriert hat, und sich wunderte das keine Zeitarbeiter dabei waren. Natürlich nicht, erklärte ein anderer Kollege, die würden ja alle sofort rausfliegen. Aber wenn es um ein paar Euro mehr Knete für sie selber geht, stehen sie zu Tausenden in den Fußgängerzonen und nerven mit ihrem Trillerpfeifen getröte.

Wer garantiert nicht davon profitiert - die Zeitarbeiter selber. Schlechte Arbeitsbedingungen, heuern und feuern, miese Bezahlung, Verwandte und Freunde nennen dich Sklaven und lachen dich aus, zum Auto reicht es irgendwann nicht mehr, und Urlaub wird für eine exotische Geschlechtskrankheit gehalten. Und natürlich das ständige Gefühl anderen Leuten das Leben schön zu machen, während das eigene den Bach runter geht. Rente, sparen, Schönes Leben?! *Prust!*

Wie kann man Zeitarbeit wieder zu dem machen was es mal war, als Instrument für kurzfristige Spitzenzeiten, Urlaubszeiten, und als Testphase für neue Leute?

Kein Mindestlohn - das bringt gar nichts sondern verfestigt nur die Verhältnisse. Stattdessen muss in jedem Zeitarbeits Tarifvertrag das gleiche stehen, gleiche Bezahlung für alle ab dem ersten Tag. Mit welcher Begründung kriege ich 50% für gleiche Arbeit? Da wäre noch vor 20 Jahren der Bär los gewesen, heute wird das als "normal" bezeichnet. Dabei müssten natürlich Gesetzeslücken geschlossen werden, sonst haben plötzlich alle den Tariflohn Klofrau.

Begrenzte Einsatzzeiten - welche Firma hat "Auftragsspitzen" die 3, 4 Jahre und länger anhalten? Das sind normale Vorgänge, Firmen haben Erfolg oder nicht, und wenn nicht kann man die Leute auch so loswerden. 1 Jahr maximal, oder vielleicht nur 6 Monate. Spätestens dann sollte klar sein ob einer zur Firma passt und es gibt eine Festanstellung. 5 Jahre Testzeit, was soll das?

Kürzere Kündigungsfristen für alle - mit welcher Begründung erhält irgendein Arbeiter der seit 20 Jahren auf dem selben Stuhl sitzt eine dicke Abfindung, und hat 3 Monate Kündigungsfrist während ein Leiharbeiter selbst nach 10 Jahren noch von heute und morgen ohne Knete, und Fristen rausgesetzt werden kann? Der Grund das heute kaum noch fest eingestellt wird ist doch das diese Leute irgendwann so teuer bei einem Rausschmiss werden das sie einfach keine neuen mehr einstellen, die sich Satt und Sicher dann auch irgendwann nur noch den ***** breit sitzen.

Ich habe in genug Firmen gearbeitet und immer wieder das selbe gesehen. Kollege sitzt seit 30 Jahren auf dem Stuhl, und ist dauernd krank und arbeitet nur wenn er Lust hat, aber sie werden ihn nicht los, die Stelle bleibt besetzt und die Leihkeulen kommen und gehen. Die Betriebe stellen ja nicht aus Hass und Bosheit keine Leute unbefristet ein, sondern weil es sich nicht lohnt. Erst in der vorletzten Firma wurde einem gekündigt der seit 15 Jahren in der Firma war und davon ungelogen 3 Jahre lang krankgeschrieben war. Nicht am Stück, sondern hier und da, und auch mal ein ganzes Jahr. Ich war dort 3 Jahre lang und dachte der sei neu als er mal für ein paar Tage zur Arbeit kam. Solche Typen sind nur mit großem Aufwand loszuwerden.

Wenn das alles eintreten würde, wäre natürlich die Industrie sofort am Start und würde alles tun um das zu verhindern. Besonders die gute alte Drohung die immer zieht: "Dann hauen wir ab!" Jetzt mal ehrlich, viele Firmen rechnen sich vorm Finanzamt arm, zahlen schlechte Löhne, und sind in keinster Weise attraktiv. Sie sind also ohnehin Nutzlos. Diese ständigen Versuche über Löhne mit China, Brasilien und wie die ganzen Billiglohnländer alle heißen, zu konkurrieren, sind sowieso lächerlich. Deutschland ist dank hoher Steuern so oder so zu teuer, und Waren aus diesem Land werden immer teuer sein. Nur die Qualität macht Deutschland weltweit als Hersteller attraktiv und billig und gut gibt es einfach nicht.
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