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Start > > -> Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Weiterbildung/Umschulung/Sinnlose Maßnahmen Bitte nur Beiträge posten, die mit Weiterbildung/Umschlung und sinnlose Maßnahmen zu tun haben


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Alt 21.05.2011, 23:01   #1
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Ort: Mönchengladbach
Beiträge: 86
Freydis
Böse Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Ich weiß echt nicht mehr weiter und hoffe sehr, dass mir hier jemand helfen kann. Ich blicke einfach nicht mehr durch.


Hier also mein aktuell schlimmstes Problem mit ARGE und Jobcenter in Mönchengladbach:

Ich (47 Jahre alt und Mutter von drei Söhnen) bin seit Jahren an seronegativer chronischer Polyarthritis/Fibromyalgie erkrankt. Deshalb kann ich in meinem zuvor erlernten Beruf als Ganzheitskosmetikerin (BDK) nicht arbeiten. Während ich meine drei Kinder groß zog, habe ich viele Jahre als freie Journalistin vorwiegend in der Bereichen Gesundheit & Soziales gearbeitet. Als dies nicht mehr ging, ließ ich mich privat in DTP anlernen.

Nachdem ich mich nach 14 Jahre Ehe von meinem Mann trennte, war ich gezwungen, jede Arbeit anzunehmen, die ich nur finden konnte. Mein Exmann hat nie Unterhalt gezahlt und das Sozialamt wollte mir aufgrund meines Hauseigentums nichts geben, obgleich meine Immobilie bereits in der Zwangsverwaltung war. Das Arbeitsamt erklärte sich nicht für zuständig, zumal ich von denen keine Leistungen empfing. So arbeitete ich zwei Jahre über wechselnde Zeitarbeitsunternehmen in Fabriken als Produktionsarbeiterin. Schließlich ging das nicht mehr, da ich die zugelassene Höchstdosierung meines Schmerzmittels inzwischen um 400% gesteigert hatte, ohne eine Wirkung bemerken zu können. Meine Haut spielte ebenfalls verrückt und mein Körper brach völlig zusammen. In dieser Situation brannte dann auch noch mein Haus nieder und ich lebte mit meinen Kindern zusammen für die Dauer eines Jahres in einem Zelt im Garten, sowie in der Brandruine. 2005 hatte ich erneut eine Unterleibsoperation. Seit 2002 bin ich nun arbeitslos. Nach meiner Arbeit in den Fabriken in den Niederlanden hatte ich zunächst mehr als neun Monate das Problem, dass das damals zuständige Arbeitsamt in Heinsberg (bei Aachen) erklärte, das nötige Formular (ich glaube das war 305) nicht erhalten zu haben. Erst nach massivem Einsatz meinerseits erhielt ich endlich das mir zustehende Arbeitslosengeld und danach die Arbeitslosenhilfe. Eine Umschulung erhielt ich indes nicht.

Ich bemühe mich weiterhin um eine Umschulung, inzwischen bei der ARGE beziehungsweise dem Jobcenter in Mönchengladbach (NRW). Und zwar entweder aufgrund dessen,
  1. dass ich als ehemalige Familienfrau (Mutter und Hausfrau und nebenbei ab und an tätig als freie Journalistin) Berufsrückkehrerin bin;
  2. dass ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung nicht mehr in meinen erlernten und ausgeübten Berufen vermittelt werden kann.

Meine sogenannte Berufsberaterin sagt, dass ich keine Berufsrückkehrerin bin!
Begründung: wegen meiner Arbeit in den Fabriken (nach der Trennung von meinem Mann im Jahr 2000) nicht als Berufsrückkehrerin zählen würde. Dabei war diese ungelernte Produktionstätigkeit damals lediglich eine Notwendigkeit, um nicht stehlen oder betrügen zu müssen - wie sonst hätte ich meine Kinder ernähren sollen? Zählt diese Arbeit tatsächlich als Begründung, obwohl sie völlig berufsfremd war?

Meine sogenannte Berufsberaterin sagt, dass ich keine Rehabilitandin bin!
Begründung: der Arzt der ARGE Mönchengladbach hat im Jahr 2005 festgestellt, dass ich in Vollzeit arbeitsfähig bin; dies mit folgenden Einschränkungen: unbedingt zu vermeiden ist längeres Stehen, Sitzen und Gehen, sowie Zugluft, hohe Luftfeuchtigkeit, Nässe, Kälte und Hitze, auch Nacht- und Schichtarbeit, Arbeit unter Zeitdruck, wie auch Akkordarbeit, untersagt sind ebenfalls körperliche (Über-) Anstrengungen und Heben über 1kg. Der Arzt sagte mir damals, dass er mich vollzeit arbeitsfähig schreiben müsse, da ich sonst mein ALG 2 nicht in voller Höhe ausgezahlt bekommen würde. Außerdem riet mir der Arzt schon damals, Rente zu beantragen. Dies tat ich nach Rücksprache mit der Rentenkasse nicht, weil meine Rente zu gering ist und ich daher ohnehin weiterhin von der ARGE abhängig sein würde. Laut meiner Berufsberaterin steht mir eine erneute Untersuchung seitens eines Amtsarztes zur neuerlichen Beurteilung meines Gesundheitszustandes nicht zu! Atteste meines Hausarztes und der Rheumatologen werden von vornherein abgelehnt.

Ich habe mir nach reiflichen Überlegungen und Abwägungen eine Umschulung aus dem Kursnet der ARGE herausgesucht und mit dem Bildungsträger Kontakt aufgenommen. Beim persönlichen Gespräch erfuhr ich, dass die 14-monatige Umschulung privat etwa 9.000,00 € (die ich selbstverständlich nicht habe) kosten würde, während dieselbe Umschulung über die ARGE finanziert etwa 1.900,00 € kostet.
Meine Berufsberaterin lehnte direkt beim Wort "Umschulung" ab - ohne Kenntnis davon zu haben, um welche Umschulung es geht! So bat ich um Kostenübernahme auf Basis eines Darlehens, abziehbar von den regelmäßigen Leistungen - auch dies wurde abgelehnt! So fragte ich sie, ob es für mich andere Möglichkeiten der Finanzierung der Umschulung gäbe, z.B. im Rahmen eines Programmes der EU oder des Bundes. Da sagte sie mir ich solle zu Hause im Internet googeln. Ferner teilte sie mir mit, dass ich mich strafbar machen würde, wenn ich mittels Kostenübernahme einer Institution oder eines Betriebes eine Umschulung oder Weiterbildung machen würde. Dies begründete sie damit, dass ich dann nicht in vollem Umfang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würde und mir (also meiner kompletten Bedarfsgemeinschaft bestehend aus 3 Personen) darum auch das ALG 2 um 100% zu kürzen wäre!
Auf meine Frage weshalb überhaupt das Kursnet der ARGE online sei, wenn sowieso keine Umschulungen oder Weiterbildungen von der ARGE finanziert würden (entsprechend ihrer Aussage), sagte mir Frau K., dass das Kursnet irrtümlich noch online sei. Eine Bestätigung hinsichtlich meines Antrags auf Umschulung erhielt ich nicht, ebenso auch keine Ablehnung. Ansonsten sagte mir Frau K. nur noch, dass die ARGE nur dann die Kosten für eine Umschulung übernehmen würde, wenn ich eine Beschäftigungserklärung eines Arbeitgebers vorlegen würde, welche diese Umschulung zum Inhalt hätte. Eine solche Beschäftigungszusage müsse aber in jedem Fall gerichtlich einklagbar sein. Soviel also zur Umschulung von Seiten einer sogenannten Berufsberaterin...

Anschließend händigte sie mir erstmal eine Stelleninformation zu einem Arbeitsplatz in Pulheim-Stommeln aus - wie gut man mangels eines eigenen Fahrzeugs mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mönchengladbach nach Stommeln kommt, scheint irrelevant zu sein.

Außerdem klärte sie mich auf, dass ich direkt eine "Eingliederungsvereinbarung" unterschreiben müsse, auf der als Ziel angegeben war "Integration in den Arbeitsmarkt". Ich wollte diese erst einmal mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen. Daraufhin erklärte sie, dass meine Bedarfsgemeinschaft dann unmittelbar für den laufenden Monat Mai eine Kürzung um 30% hinnehmen müsse und im Folgemonat Juni auch noch zusätzliche 50%, falls ich dann immer noch nicht gewillt sei zu unterschreiben! Jedenfalls wäre ich verpflichtet, die Vereinbarung zu unterschreiben, da ich ansonsten nicht ausreichend mitwirken würde bei meiner Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Ich empfand dies als regelrechte Nötigung und unterschrieb.

Dann bot sie mir eine dieser Maßnahmen für 1,50 € (natürlich ohne Sozialversicherung/Rentenversicherung etc.) an - nach Adam Riese sind es ohnehin nur 70 oder 80 Cent pro Stunde, die man tatsächlich bei 120 Arbeitsstunden im Monat am Ende mehr hat. Ich sollte mich sofort entscheiden ob ich alte Leute mit dem Auto besuchen oder mit ihnen basteln möchte. Ob der Dienstwagen Automatikgetriebe hat, konnte sie mir nicht sagen. Da ich wegen meiner Gelenkschmerzen nicht lange im Stadtverkehr mit einem normalen Getriebe fahren kann, entschied ich mich für's Basteln. Dann druckte sie mir ein paar Seiten zu einer "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob)" aus. Ich staunte nicht schlecht als ich las, dass sie mich als Hauswirtschaftsgehilfin versklaven möchte! Ich soll nun also unter anderem bei diversen nicht näher bezeichneten hauswirtschaftlichen Verrichtungen unterstützen, sowie Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen vorbereiten, austeilen und abräumen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hier gar nicht um die tatsächliche Integration in den Arbeitsmarkt geht, sondern lediglich um die kostengünstige Besetzung kürzlich vakant gewordenen Stellen ehemaliger Zivildienstleistender!

Ich bin 47 Jahre alt und wegen meiner langjährigen Haupttätigkeit als Mutter und Hausfrau ohnehin hinsichtlich meines Rentenanspruchs sehr schlecht gestellt. So kann ich mir nicht leisten noch einmal weitere neun Monate in den Sand zu setzen mit einer Tätigkeit, die nicht sozialversicherungspflichtig ist. Ist das denn wirklich rechtens???
Diesbezüglich möchte ich gerne bei der Gleichstellungsbeauftragten der ARGE vorsprechen, die aber leider nur an jedem ersten Dienstag im Monat für ganze zwei Stunden erreichbar ist! Ihre Existenz wurde übrigens von meiner Berufsberaterin bis zuletzt vehement bestritten!

Ich kann gar nicht sagen wie sauer ich bin!

Bitte helft mir mit was auch immer Wissen Ihr habt:
  • Wie komme ich aus dieser Sache mit der Sklavenarbeit raus, ohne dass mir oder meiner Bedarfsgemeinschaft Leistungen gekürzt werden können?
  • Darf mir ein solcher Sklavenjob (noch dazu als "Integration in den Arbeitsmarkt") überhaupt angeboten werden, wenn meine gesundheitlichen Einschränkungen der ARGE bekannt sind und dieser Job ganz offensichtlich nicht der Integration in den Arbeitsmarkt dienlich ist?
  • Wie vermag ich die von mir angestrebte Umschulung (immerhin aus dem Kursnet der ARGE!!!) durchzusetzen?
  • Was hat das mit der gerichtlichen Einklagbarkeit eines zugesagten Arbeitsplatzes auf sich? War das nur ein weiterer Einschüchterungsversuch der Dame? Wie soll das überhaupt gehen? Schließlich können Unternehmen pleite gehen oder aufgelöst werden etc.
  • Was muß ich tun, um als Rehabilitandin zu gelten?
  • Habe ich eventuell Aussicht auf Übernahme der Umschulungskosten, wenn ich meinen Antrag auf Umschulung schriftlich stelle?
  • Wo finde ich die genaue Definition für "Berufsrückkehrerin" und/oder "Rehabilitand"?
  • Gibt es eine der örtlichen ARGE übergeordnete Stelle, bei der man sich beschweren kann oder an die man sich hilfesuchend wenden kann?
  • Ich stelle derzeit meine Unterlagen für meinen GdB-Antrag (Grad der Behinderung / Behindertenausweis) zusammen. Wegen der geplanten Umschulung hatte ich dies zurückgesetzt. Soll ich nun doch den GdB-Antrag vorziehen, um meine Chancen auf eine Umschulung zu erhöhen?
  • Kann ich aus irgendeinem Grund eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen diese Berfufsberaterin (eine Bundesbeamtin) machen?

Ich habe in der Vergangenheit sehr oft klein beigegeben und auf Anträge verzichtet, wenn es nur um ein paar Euro ging - einfach deshalb, weil ich nicht kleinlich bin und außerdem die ARGE-/Jobcenter-Leute nicht verärgern wollte.
Aber hier und jetzt geht es um meine Existenz! Seit zehn Jahren ließ ich mich von denen hinhalten. Ich hab immer gemacht was ich tun sollte und wenn ich dann endlich mein Recht auf etwas hatte, dann log man rum wegen angeblich nicht erhaltener Unterlagen oder es wurde zufällig mal wieder ein Gesetz geändert.

Bitte nicht sauer sein ob des wahrlich langen Textes. Ich wollte nur möglichst präzise sein bei der Beschreibung der Situation, um mögliche Irrtümer und Mißverständnisse von vornherein auszuschließen.

In der Hoffnung auf möglichst baldige Antworten verbleibe ich mit freundlichen Grüßen als Eure

Freydis
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Alt 22.05.2011, 00:07   #2
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Freydis
Frage AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Ich frage mich grad ob der 12. Artikel des Grundgesetzes bei ALG-2-Empfängern außer Kraft gesetzt ist.

Ich dreh am Rad oO
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Alt 22.05.2011, 00:45   #3
Hamburgeryn1
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Hamburgeryn1 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Zitat von Freydis Beitrag anzeigen
Außerdem klärte sie mich auf, dass ich direkt eine "Eingliederungsvereinbarung" unterschreiben müsse, auf der als Ziel angegeben war "Integration in den Arbeitsmarkt". Ich wollte diese erst einmal mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen. Daraufhin erklärte sie, dass meine Bedarfsgemeinschaft dann unmittelbar für den laufenden Monat Mai eine Kürzung um 30% hinnehmen müsse und im Folgemonat Juni auch noch zusätzliche 50%, falls ich dann immer noch nicht gewillt sei zu unterschreiben! Jedenfalls wäre ich verpflichtet, die Vereinbarung zu unterschreiben, da ich ansonsten nicht ausreichend mitwirken würde bei meiner Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Ich empfand dies als regelrechte Nötigung und unterschrieb.
Es handelte sich eindeutig um eine Nötigung, doch ich vermute, dass du stets allein, also ohne Beistand nach § 13 SGB X , ins JC gegangen bist. In Gegenwart von Beiständen, erlauben sich SBs derartige Nötigungen praktisch nie.
Zitat:
Dann bot sie mir eine dieser Maßnahmen für 1,50 € (natürlich ohne Sozialversicherung/Rentenversicherung etc.) an - nach Adam Riese sind es ohnehin nur 70 oder 80 Cent pro Stunde, die man tatsächlich bei 120 Arbeitsstunden im Monat am Ende mehr hat. Ich sollte mich sofort entscheiden ob ich alte Leute mit dem Auto besuchen oder mit ihnen basteln möchte. Ob der Dienstwagen Automatikgetriebe hat, konnte sie mir nicht sagen. Da ich wegen meiner Gelenkschmerzen nicht lange im Stadtverkehr mit einem normalen Getriebe fahren kann, entschied ich mich für's Basteln. Dann druckte sie mir ein paar Seiten zu einer "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob)" aus. Ich staunte nicht schlecht als ich las, dass sie mich als Hauswirtschaftsgehilfin versklaven möchte! Ich soll nun also unter anderem bei diversen nicht näher bezeichneten hauswirtschaftlichen Verrichtungen unterstützen, sowie Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen vorbereiten, austeilen und abräumen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hier gar nicht um die tatsächliche Integration in den Arbeitsmarkt geht, sondern lediglich um die kostengünstige Besetzung kürzlich vakant gewordenen Stellen ehemaliger Zivildienstleistender!
Sieht so aus, schließlich werden den Senioren ja vorher auch die Mahlzeiten serviert worden sein. Damit wäre dieser "Job" nicht zusätzlich.
Zitat:
Ist das denn wirklich rechtens???
Nach offizieller Lesart des SGB II: Ja. Arbeitsgelegenheiten wurden u.a. deswegen geschaffen, um denjenigen Arbeit zu ermöglichen, die momentan nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen sind. Persönlich denke ich natürlich völlig anders über diese Art der sanktionsbewehrten Zwangsarbeit.

Zitat:
Ich kann gar nicht sagen wie sauer ich bin!
Oh, doch.

Zitat:
Wie komme ich aus dieser Sache mit der Sklavenarbeit raus, ohne dass mir oder meiner Bedarfsgemeinschaft Leistungen gekürzt werden können?
Wenn du den "Job" noch nicht angetreten hast, bleibt dir noch die Möglichkeit, die Unterschrift unter jede Art von Papier, welches dir der Träger so vorlegt (Datenschutzerklärungen, Hausordnungen, Mitteilungen und Informationsmüll aller Art) n i c h t zu unterschreiben! Häufig hat der Träger dann kein Interesse mehr an dir, weil er deine Daten nicht weiter verwenden kann - wozu auch immer.Sanktioniert werden kannst du dann nicht - obwohl sie es möglicherweise versuchen werden.
Zitat:
Darf mir ein solcher Sklavenjob (noch dazu als "Integration in den Arbeitsmarkt") überhaupt angeboten werden, wenn meine gesundheitlichen Einschränkungen der ARGE bekannt sind und dieser Job ganz offensichtlich nicht der Integration in den Arbeitsmarkt dienlich ist?
Nein. Doch wesentlich bessere Informationen und Rechtskenntnisse in diesen Fragen hat unser User "aufruhig". Wende dich bitte vertrauensvoll an ihn.
  • Zitat:
    Wie vermag ich die von mir angestrebte Umschulung (immerhin aus dem Kursnet der ARGE!!!) durchzusetzen?
    Alles was du möchtest, solltest du grundsätzlich schriftlich beantragen. So sind die Herrschaften in den JCs gezwungen dir schriftlich zu antworten, und eine evtl. Ablehnung zu begründen.
  • Zitat:
    Gibt es eine der örtlichen ARGE übergeordnete Stelle, bei der man sich beschweren kann oder an die man sich hilfesuchend wenden kann?
    Du kannst dich u.a. an den Teamleiter, den Standortleiter bzw. Amtsleiter oder Geschäftsführer wenden, dann gibt es noch die Regionaldirektion, das Kundenreaktionsmanagement und die BAMAs.
  • Zitat:
    Ich habe in der Vergangenheit sehr oft klein beigegeben und auf Anträge verzichtet, wenn es nur um ein paar Euro ging - einfach deshalb, weil ich nicht kleinlich bin und außerdem die ARGE-/Jobcenter-Leute nicht verärgern wollte.
    ....die JC-Leute nicht verärgern wollte..... Da liegt die Ursache für dein Dilemma. Doch nun wird das anders!
Zitat:
Aber hier und jetzt geht es um meine Existenz! Seit zehn Jahren ließ ich mich von denen hinhalten. Ich hab immer gemacht was ich tun sollte und wenn ich dann endlich mein Recht auf etwas hatte, dann log man rum wegen angeblich nicht erhaltener Unterlagen oder es wurde zufällig mal wieder ein Gesetz geändert.
Von allen Unterlagen, die man auf dem JC abgeben muss, immer Kopien anfertigen und quittieren lassen.So hast du stets den Nachweis, falls bei denen mal wieder alles in der "runden Ablage" verschwunden ist.
Hamburgeryn1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2011, 02:35   #4
mischief->Emailproblem
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Beiträge: 109
mischief
Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Boahh, wie übel.
Dieser "Beamtin" sollte man so einheizen, das sie danach mit Meerwasser kühlen muss.

Diese tolle Maßnahme war wohl die direkte Antwort auf deine Anfrage wegen der Umschulung.

Die Umschulung solltest du umgehend schriftlich beantragen. Dann muss sich Deine SB mit dem Fall beschäftigen.
Die war halt schlicht und ergreifend zu faul !!!!
Deshalb auch die Eile und der Druck mit der EGV und der Maßnahme.
Allein beim Lesen schwillt mir sowas von der Kamm.

Zum Thema Berufsrückkehrerin mal hier schauen:
Berufsrückkehrer
Berufsrückkehr - www.arbeitsagentur.de

Eine übergeordnete Stelle wäre die Teamleitung dieser tollen SB oder das Kundenreaktionsmanagement in Nürnberg.
Kundenreaktionsmanagement - www.arbeitsagentur.de

Ich würde mir an Deiner Stelle auch schnellstens einen kundigen Beistand suchen, der mit Dir bei der Teamleitung vorsprechen kann.
Deine SB hat hier ganz klar ihre Kompetenzen überschritten und sich nmm sogar strafbar gemacht.

Du wirst zu Deinem Fall bestimmt noch viele Tipps von Leuten bekommen, die um einiges fachkundiger sind als ich.
Da Deine Lage aber so komplex und prekär zu sein scheint, solltest du auf jeden Fall zusätzlich eine Beratungsstelle aufsuchen.
Wahrscheinlich wird auch eine anwaltliche Beratung nötig sein, da es hier nmm auch strafrechtliche Aspekte gibt.

Ich habe für Deine Stadt leider nur eine gefunden.
Arbeitslosenzentum Mönchengladbach e.V. - Beratung, Begegnung, Mittagstisch
Über deren Qualität und Unabhängigkeit kann ich natürlich leider nichts sagen.
Vllt. können ortskundige Elos hier noch weitere Tipps geben.
Es gibt aber auch eine Beratungsstelle des Elo-Forums in Bonn.
http://www.elo-forum.org/nrw/31165-r...-umgebung.html

Dürften 74km sein lt. Entfernungsrechner. ;)
Vllt. schaffst du es ja sogar noch am Montag.

Du hattest leider nicht geschrieben, wann die tolle Maßnahme losgehen soll. Aber ich denke, dass in Deinem Fall höchste Eile geboten ist, da du ja "offiziell" für diesen schei*s unterschrieben hast.
Solltest du dort hingehen, mach' es so wie M. Twain schon geschrieben hat. Nichts unterschreiben dort.
Alles eintüten und zur Prüfung mitnehmen. Dies auch als Begründung angeben, wenn dumme Nachfragen kommen. Das ist Dein Recht !!
Wahrscheinlich wird man versuchen, dich unter Druck zu setzen.
Nach dem Motto: "Das müssen Sie unterschreiben".
Wenn dem so sein sollte, immer daran denken: Das einzige was du musst, ist irgendwann sterben. Sonst musst du gar nix.

Bei Anwalt.de habe ich 4 Anwälte gefunden, die wohl auf Sozialrecht spezialisiert sind.
Rechtsanwalt Mönchengladbach Hartz IV Rechtsanwälte | anwalt.de

Und auch schnellstens um den Behindertenausweis kümmern.
Dass der Arzt vom med. Dienst damals meinte, dass er dich zu 100% arbeitsfähig schreiben muss damit du Leistungen bekommst, ist auch eine totale Sauerei.
Eine neuerliche Begutachtung ist selbstverständlich nicht obsolet.

Und immer dran Denken: Du hast einen Rechstanspruch auf Sozialleistungen. Das ist keine Bettelei, so wie es uns unsere tollen Politiker immer weismachen wollen. (zumindest noch nicht)
Bei Hartz 4 geht es nicht um Ethik. Es geht um Gesetze und vllt. noch um die daraus resultierenden Dienstanweisungen.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles gute und das sich die Geschichte in Deinem Sinne klärt.
Und der Dame, die Dich so übervorteilt hat, wünsche ich die Pest an den Hals. In diesem, oder im nächsten Leben.

Lg
mischief
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Alt 22.05.2011, 08:39   #5
Kaffeesäufer
 
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Beiträge: 1.899
Kaffeesäufer Kaffeesäufer Kaffeesäufer Kaffeesäufer Kaffeesäufer
Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Man fragt sich ernsthaft ob du mit einer SB gesprochen hast oder mit einer Raumpflegerin die mal SB spielen wollte, da fehlen mir die Worte.....

Hast du einen GDB?

Gruß
Kaffeesäufer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2011, 09:07   #6
aufruhig
 
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Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Zitat von Freydis Beitrag anzeigen
Ich weiß echt nicht mehr weiter und hoffe sehr, dass mir hier jemand helfen kann. Ich blicke einfach nicht mehr durch.


Hier also mein aktuell schlimmstes Problem mit ARGE und Jobcenter in Mönchengladbach:

Ich (47 Jahre alt und Mutter von drei Söhnen) bin seit Jahren an seronegativer chronischer Polyarthritis/Fibromyalgie erkrankt. Deshalb kann ich in meinem zuvor erlernten Beruf als Ganzheitskosmetikerin (BDK) nicht arbeiten. Während ich meine drei Kinder groß zog, habe ich viele Jahre als freie Journalistin vorwiegend in der Bereichen Gesundheit & Soziales gearbeitet. Als dies nicht mehr ging, ließ ich mich privat in DTP anlernen.

Nachdem ich mich nach 14 Jahre Ehe von meinem Mann trennte, war ich gezwungen, jede Arbeit anzunehmen, die ich nur finden konnte. Mein Exmann hat nie Unterhalt gezahlt und das Sozialamt wollte mir aufgrund meines Hauseigentums nichts geben, obgleich meine Immobilie bereits in der Zwangsverwaltung war. Das Arbeitsamt erklärte sich nicht für zuständig, zumal ich von denen keine Leistungen empfing. So arbeitete ich zwei Jahre über wechselnde Zeitarbeitsunternehmen in Fabriken als Produktionsarbeiterin. Schließlich ging das nicht mehr, da ich die zugelassene Höchstdosierung meines Schmerzmittels inzwischen um 400% gesteigert hatte, ohne eine Wirkung bemerken zu können. Meine Haut spielte ebenfalls verrückt und mein Körper brach völlig zusammen. In dieser Situation brannte dann auch noch mein Haus nieder und ich lebte mit meinen Kindern zusammen für die Dauer eines Jahres in einem Zelt im Garten, sowie in der Brandruine. 2005 hatte ich erneut eine Unterleibsoperation. Seit 2002 bin ich nun arbeitslos. Nach meiner Arbeit in den Fabriken in den Niederlanden hatte ich zunächst mehr als neun Monate das Problem, dass das damals zuständige Arbeitsamt in Heinsberg (bei Aachen) erklärte, das nötige Formular (ich glaube das war 305) nicht erhalten zu haben. Erst nach massivem Einsatz meinerseits erhielt ich endlich das mir zustehende Arbeitslosengeld und danach die Arbeitslosenhilfe. Eine Umschulung erhielt ich indes nicht.

Ich bemühe mich weiterhin um eine Umschulung, inzwischen bei der ARGE beziehungsweise dem Jobcenter in Mönchengladbach (NRW). Und zwar entweder aufgrund dessen,
  1. dass ich als ehemalige Familienfrau (Mutter und Hausfrau und nebenbei ab und an tätig als freie Journalistin) Berufsrückkehrerin bin;
  2. dass ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung nicht mehr in meinen erlernten und ausgeübten Berufen vermittelt werden kann.

Meine sogenannte Berufsberaterin sagt, dass ich keine Berufsrückkehrerin bin!
Begründung: wegen meiner Arbeit in den Fabriken (nach der Trennung von meinem Mann im Jahr 2000) nicht als Berufsrückkehrerin zählen würde. Dabei war diese ungelernte Produktionstätigkeit damals lediglich eine Notwendigkeit, um nicht stehlen oder betrügen zu müssen - wie sonst hätte ich meine Kinder ernähren sollen? Zählt diese Arbeit tatsächlich als Begründung, obwohl sie völlig berufsfremd war?

Meine sogenannte Berufsberaterin sagt, dass ich keine Rehabilitandin bin!
Begründung: der Arzt der ARGE Mönchengladbach hat im Jahr 2005 festgestellt, dass ich in Vollzeit arbeitsfähig bin; dies mit folgenden Einschränkungen: unbedingt zu vermeiden ist längeres Stehen, Sitzen und Gehen, sowie Zugluft, hohe Luftfeuchtigkeit, Nässe, Kälte und Hitze, auch Nacht- und Schichtarbeit, Arbeit unter Zeitdruck, wie auch Akkordarbeit, untersagt sind ebenfalls körperliche (Über-) Anstrengungen und Heben über 1kg. Der Arzt sagte mir damals, dass er mich vollzeit arbeitsfähig schreiben müsse, da ich sonst mein ALG 2 nicht in voller Höhe ausgezahlt bekommen würde. Außerdem riet mir der Arzt schon damals, Rente zu beantragen. Dies tat ich nach Rücksprache mit der Rentenkasse nicht, weil meine Rente zu gering ist und ich daher ohnehin weiterhin von der ARGE abhängig sein würde. Laut meiner Berufsberaterin steht mir eine erneute Untersuchung seitens eines Amtsarztes zur neuerlichen Beurteilung meines Gesundheitszustandes nicht zu! Atteste meines Hausarztes und der Rheumatologen werden von vornherein abgelehnt.

Ich habe mir nach reiflichen Überlegungen und Abwägungen eine Umschulung aus dem Kursnet der ARGE herausgesucht und mit dem Bildungsträger Kontakt aufgenommen. Beim persönlichen Gespräch erfuhr ich, dass die 14-monatige Umschulung privat etwa 9.000,00 € (die ich selbstverständlich nicht habe) kosten würde, während dieselbe Umschulung über die ARGE finanziert etwa 1.900,00 € kostet.
Meine Berufsberaterin lehnte direkt beim Wort "Umschulung" ab - ohne Kenntnis davon zu haben, um welche Umschulung es geht! So bat ich um Kostenübernahme auf Basis eines Darlehens, abziehbar von den regelmäßigen Leistungen - auch dies wurde abgelehnt! So fragte ich sie, ob es für mich andere Möglichkeiten der Finanzierung der Umschulung gäbe, z.B. im Rahmen eines Programmes der EU oder des Bundes. Da sagte sie mir ich solle zu Hause im Internet googeln. Ferner teilte sie mir mit, dass ich mich strafbar machen würde, wenn ich mittels Kostenübernahme einer Institution oder eines Betriebes eine Umschulung oder Weiterbildung machen würde. Dies begründete sie damit, dass ich dann nicht in vollem Umfang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würde und mir (also meiner kompletten Bedarfsgemeinschaft bestehend aus 3 Personen) darum auch das ALG 2 um 100% zu kürzen wäre!
Auf meine Frage weshalb überhaupt das Kursnet der ARGE online sei, wenn sowieso keine Umschulungen oder Weiterbildungen von der ARGE finanziert würden (entsprechend ihrer Aussage), sagte mir Frau K., dass das Kursnet irrtümlich noch online sei. Eine Bestätigung hinsichtlich meines Antrags auf Umschulung erhielt ich nicht, ebenso auch keine Ablehnung. Ansonsten sagte mir Frau K. nur noch, dass die ARGE nur dann die Kosten für eine Umschulung übernehmen würde, wenn ich eine Beschäftigungserklärung eines Arbeitgebers vorlegen würde, welche diese Umschulung zum Inhalt hätte. Eine solche Beschäftigungszusage müsse aber in jedem Fall gerichtlich einklagbar sein. Soviel also zur Umschulung von Seiten einer sogenannten Berufsberaterin...

Anschließend händigte sie mir erstmal eine Stelleninformation zu einem Arbeitsplatz in Pulheim-Stommeln aus - wie gut man mangels eines eigenen Fahrzeugs mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mönchengladbach nach Stommeln kommt, scheint irrelevant zu sein.

Außerdem klärte sie mich auf, dass ich direkt eine "Eingliederungsvereinbarung" unterschreiben müsse, auf der als Ziel angegeben war "Integration in den Arbeitsmarkt". Ich wollte diese erst einmal mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen. Daraufhin erklärte sie, dass meine Bedarfsgemeinschaft dann unmittelbar für den laufenden Monat Mai eine Kürzung um 30% hinnehmen müsse und im Folgemonat Juni auch noch zusätzliche 50%, falls ich dann immer noch nicht gewillt sei zu unterschreiben! Jedenfalls wäre ich verpflichtet, die Vereinbarung zu unterschreiben, da ich ansonsten nicht ausreichend mitwirken würde bei meiner Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Ich empfand dies als regelrechte Nötigung und unterschrieb.

Dann bot sie mir eine dieser Maßnahmen für 1,50 € (natürlich ohne Sozialversicherung/Rentenversicherung etc.) an - nach Adam Riese sind es ohnehin nur 70 oder 80 Cent pro Stunde, die man tatsächlich bei 120 Arbeitsstunden im Monat am Ende mehr hat. Ich sollte mich sofort entscheiden ob ich alte Leute mit dem Auto besuchen oder mit ihnen basteln möchte. Ob der Dienstwagen Automatikgetriebe hat, konnte sie mir nicht sagen. Da ich wegen meiner Gelenkschmerzen nicht lange im Stadtverkehr mit einem normalen Getriebe fahren kann, entschied ich mich für's Basteln. Dann druckte sie mir ein paar Seiten zu einer "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob)" aus. Ich staunte nicht schlecht als ich las, dass sie mich als Hauswirtschaftsgehilfin versklaven möchte! Ich soll nun also unter anderem bei diversen nicht näher bezeichneten hauswirtschaftlichen Verrichtungen unterstützen, sowie Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen vorbereiten, austeilen und abräumen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es hier gar nicht um die tatsächliche Integration in den Arbeitsmarkt geht, sondern lediglich um die kostengünstige Besetzung kürzlich vakant gewordenen Stellen ehemaliger Zivildienstleistender!

Ich bin 47 Jahre alt und wegen meiner langjährigen Haupttätigkeit als Mutter und Hausfrau ohnehin hinsichtlich meines Rentenanspruchs sehr schlecht gestellt. So kann ich mir nicht leisten noch einmal weitere neun Monate in den Sand zu setzen mit einer Tätigkeit, die nicht sozialversicherungspflichtig ist. Ist das denn wirklich rechtens???
Diesbezüglich möchte ich gerne bei der Gleichstellungsbeauftragten der ARGE vorsprechen, die aber leider nur an jedem ersten Dienstag im Monat für ganze zwei Stunden erreichbar ist! Ihre Existenz wurde übrigens von meiner Berufsberaterin bis zuletzt vehement bestritten!

Ich kann gar nicht sagen wie sauer ich bin!

Bitte helft mir mit was auch immer Wissen Ihr habt:
  • Wie komme ich aus dieser Sache mit der Sklavenarbeit raus, ohne dass mir oder meiner Bedarfsgemeinschaft Leistungen gekürzt werden können?
  • Darf mir ein solcher Sklavenjob (noch dazu als "Integration in den Arbeitsmarkt") überhaupt angeboten werden, wenn meine gesundheitlichen Einschränkungen der ARGE bekannt sind und dieser Job ganz offensichtlich nicht der Integration in den Arbeitsmarkt dienlich ist?
  • Wie vermag ich die von mir angestrebte Umschulung (immerhin aus dem Kursnet der ARGE!!!) durchzusetzen?
  • Was hat das mit der gerichtlichen Einklagbarkeit eines zugesagten Arbeitsplatzes auf sich? War das nur ein weiterer Einschüchterungsversuch der Dame? Wie soll das überhaupt gehen? Schließlich können Unternehmen pleite gehen oder aufgelöst werden etc.
  • Was muß ich tun, um als Rehabilitandin zu gelten?
  • Habe ich eventuell Aussicht auf Übernahme der Umschulungskosten, wenn ich meinen Antrag auf Umschulung schriftlich stelle?
  • Wo finde ich die genaue Definition für "Berufsrückkehrerin" und/oder "Rehabilitand"?
  • Gibt es eine der örtlichen ARGE übergeordnete Stelle, bei der man sich beschweren kann oder an die man sich hilfesuchend wenden kann?
  • Ich stelle derzeit meine Unterlagen für meinen GdB-Antrag (Grad der Behinderung / Behindertenausweis) zusammen. Wegen der geplanten Umschulung hatte ich dies zurückgesetzt. Soll ich nun doch den GdB-Antrag vorziehen, um meine Chancen auf eine Umschulung zu erhöhen?
  • Kann ich aus irgendeinem Grund eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen diese Berfufsberaterin (eine Bundesbeamtin) machen?

Ich habe in der Vergangenheit sehr oft klein beigegeben und auf Anträge verzichtet, wenn es nur um ein paar Euro ging - einfach deshalb, weil ich nicht kleinlich bin und außerdem die ARGE-/Jobcenter-Leute nicht verärgern wollte.
Aber hier und jetzt geht es um meine Existenz! Seit zehn Jahren ließ ich mich von denen hinhalten. Ich hab immer gemacht was ich tun sollte und wenn ich dann endlich mein Recht auf etwas hatte, dann log man rum wegen angeblich nicht erhaltener Unterlagen oder es wurde zufällig mal wieder ein Gesetz geändert.

Bitte nicht sauer sein ob des wahrlich langen Textes. Ich wollte nur möglichst präzise sein bei der Beschreibung der Situation, um mögliche Irrtümer und Mißverständnisse von vornherein auszuschließen.

In der Hoffnung auf möglichst baldige Antworten verbleibe ich mit freundlichen Grüßen als Eure

Freydis
Hallo Freydis:

SIPPENHAFT GIBT ES IM SGB II NICHT.

Erst mal zu den 1 € Job der nicht zusätzlich ist :


http://www.kostenlose-urteile.de/BSG-Re ... s11491.htm
Rechtswidriger 1 € Job muss zusätzlich sein sonst muss Tariflohn gezahlt werden

Bundessozialgericht, Urteil vom 13.04.2011
- B 14 AS 98/10 R -
BSG: Rechtswidriger Ein-Euro-Job kann Anspruch auf Wertersatz begründen
Zugeteilte Arbeitsgelegenheit muss Merkmal der Zusätzlichkeit tragen

Ein Empfänger von Sozialleistungen nach dem SGB II hat dann Anspruch auf Wertersatz durch das Jobcenter für eine geleistete Arbeit im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit gegen Mehraufwandsentschädigung (so genannter Ein-Euro-Job), wenn der wahrgenommenen Arbeitsgelegenheit das Merkmal der Zusätzlichkeit fehlt. Dies geht aus einer Entscheidung des Bundessozialgerichts hervor.


Gehe doch mal in die Stadtbücherei und lese mal von Johannes Münder SGB II 2005

§ 15 und § 31 sehr Hilfreich und die Lösung den rechtswidrigen EGV anzufechten und nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, auch so dass der rechtswidrige EGV zurück genommen werden muss, und das gleiche gilt für den rechtswidrigen VA .
Denn wenn der rechtswidrige EGV nicht zustande kommt durch Deine Verweigerung darf ein rechtswidriger VA nicht umgesetzt werden.
Da jede rechtswidrige EGV die Du nicht abschließen willst nicht Sanktioniert werden darf, kann auch keine Sanktion bei einem rechtswidrigen VA erfolgen.

Jeder EGV/VA ist rechtswidrig denn dort wird immer gegen

Artikel 12 GG Berufsfreiheit
Artikel 11 GG Freizügigkeit Bewegungsfreiheit
Artikel 2 Abs. 1 GG Vertragsfreiheit Verstoßen


Dies auch noch zum 1 € Job der nicht zusätzlich ist

§ 31
Absenkung und Wegfall des Arbeitslosengeldes II und des befristeten Zuschlages § 31

Verweigerung Ausführung zumutbarer Arbeit nach § 16 d (Abs. 1 Satz 1Nr. 1
lit. d)


Die Absenkung bei Verweigerung im öffentlichen Interesse liegender zusätzlicher
Arbeit (bis 31.12.2008: § 16 Abs. 3 Satz 2, sodann § 16 d) unterstellt gegen kritische
Stimmen im Schrifttum (Krahmer ZfSH 1983,211; Krahmer/Spindler ZFSH/
SGB 1994, 18; Münder/Birk 1985,24 f., 35 f., passim) im Einklang mit der Rechtsprechung
(BVerwG 10.2.1983 - 5 C 115.81 - E 67,1,5), dass sich die Selbsthilfeverpflichtung
zum Einsatz der eigenen Arbeitskraft auch auf diese Form von Arbeiten
erstreckt, diese insbesondere nicht schon deswegen unzumutbar sind, weil
sie keine arbeitsrechtlich geschützte, arbeitsmarktnahe Tätigkeit bilden (s.o.
Rn 13).


Und hier ein Link WICHTIG:

Rechtswidrige EGV / VA nicht zur Entfaltung kommen lassen


http://www.elo-forum.org/alg-ii/7054...en-lassen.html

Wenn Sanktion kommen sollte:


Viele Faktoren müssen hier vor einer Sanktion beachtet werden.


III. Zu ausgewählten Regelungen


1. Rechtsfolgenkenntnis statt Belehrung


aufruhig 14 bitte lesen.

http://www.elo-forum.org/eingliederu...tpruefung.html

Das Problem bei dir ist ja das beim MD. festgestellt wurde das du nur 1 STD. täglich Arbeiten kannst da kommt für dich der § 10 SGB II Zumutbarkeit in Betracht und würde für dich das SGB XII zuständig sein wodurch du erst einmal Finanziell schlechter gestellt sein würdest.

Demnach durfte mit dir keine EGV abgeschlossen werden.

Deine EGV ist hiermit ungültig:
§ 58 SGB X
Nichtigkeit des öffentlich-rechtlichen Vertrages


§ 59 II Nr. 1 SGB X Nichtigkeit des öffentlich rechtlichen Vertrages Verwaltungsverfahrengesetz VwVfG


Problem
Du möchtest aber Arbeiten.

Gruß aufruhig
aufruhig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2011, 09:21   #7
gast_
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Beiträge: 22.613
gast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/in
Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Beantrage schriftlich und gut begründet, was du möchtest - und verlange einen begründeten schriftlichen Bescheid, gegen den du Klage einreichen kannst.

Abgeben gegen Empfangsbestätigung!

Mündlich wird oftmals abgelehnt oder es werden Dinge gesagt, die nie schriftlich mitgeteilt würden...

mit so einer SB würde ich Termine nur mit Beistand wahrnehmen und jedes mal Protokoll schreiben... und nur das Nötigste reden... ALLES schriftlich jedesmal in die Akte!

Zitat:
  • Wie komme ich aus dieser Sache mit der Sklavenarbeit raus, ohne dass mir oder meiner Bedarfsgemeinschaft Leistungen gekürzt werden können?
Sofort schriftlich mitteilen, daß du diesen 1 € job nicht machen darfst - mit Attest deines Arztes
  • Darf mir ein solcher Sklavenjob (noch dazu als "Integration in den Arbeitsmarkt") überhaupt angeboten werden, wenn meine gesundheitlichen Einschränkungen der ARGE bekannt sind und dieser Job ganz offensichtlich nicht der Integration in den Arbeitsmarkt dienlich ist?
Nein - man müßte dich erst zum med. Dienst schicken
  • Wie vermag ich die von mir angestrebte Umschulung (immerhin aus dem Kursnet der ARGE!!!) durchzusetzen?
siehe oben
  • Was hat das mit der gerichtlichen Einklagbarkeit eines zugesagten Arbeitsplatzes auf sich? War das nur ein weiterer Einschüchterungsversuch der Dame?

Ja

  • Habe ich eventuell Aussicht auf Übernahme der Umschulungskosten, wenn ich meinen Antrag auf Umschulung schriftlich stelle?
Eher
  • Kann ich aus irgendeinem Grund eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen diese Berfufsberaterin (eine Bundesbeamtin) machen?
Ohne Zeugen hast du keine Beweise...
gast_ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2011, 08:34   #8
Freydis->Emailproblem
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Freydis
Idee AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Habt recht lieben Dank für Eure Antworten mit all den zusätzlichen Hinweisen, auch Danke an die Absenderin der PM. Da ich erst seit zwei Tagen hier angemeldet bin, kann ich selbst noch keine PMs schreiben. Ich kann dank Euch jetzt erheblich klarer sehen und fühle mich nicht mehr so verloren und rechtlos.

Ich habe morgen einen Termin beim Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach. Zuvor hole ich mir noch ein Duplikat des Befundes meines Rheumatologen. Mein Hausarzt macht im Moment den Antrag für eine Reha-Kur fertig. Und ich schreibe derzeit auf Anraten anderer Betroffener in eigenen Worten auf wie mein Alltag durch meine Erkrankung beeinträchtigt ist. So kann ich vermutlich im Juni endlich meinen GdB-Antrag stellen und zugleich beim MD vorsprechen.
Mit dem schriftlichen Antrag auf Umschulung werde ich warten bis ich morgen beim Arbeitslosenzentrum war. Der Hinweis auf den Beistand war ebenfalls sehr gut, werde das auch direkt morgen ansprechen können. (Jetzt ahne ich auch weshalb die SB meines Lebensgefährten immer so rumgezickt hat, wenn ich ihn begleitet hatte. Erst als er mal alleine hingegangen ist, hat sie ihn eine EGV unterschreiben lassen und für neun Monate zu TIP geschickt.)

Ich hatte Glück im Unglück: der Mann, bei dem ich mich bewerben sollte, ist derzeit in Urlaub und ich muß erst am 1. Juni bei dem persönlich vorsprechen. Ich hatte bereits am Telefon angemerkt, dass ich gesundheitlich eingeschränkt sei.

Ich vermag immer noch nicht einzusehen, auf welcher rechtlichen Grundlage 1-€-Sklavendienst erlaubt sein soll. Das ist menschenverachtend, demütigend und ausbeuterisch!
Ebensowenig verstehe ich wie Fußball mehr Leute auf die Straße locken kann als Sozialverrat und Datenklau (bitte nicht falsch verstehen - ich mag Fußball und als junges Mädchen spielte ich selbst drei Jahre in der Schulauswahl!)
Das mit den ständig wechselnden Bezeichnungen für ein und dieselbe Behörde raffe ich irgendwie auch nicht. Damit soll wohl auch nur Verwirrung gestiftet werden oder klingt Jobcenter besser als Arbeitsamt?

So, nun erstmal ein kleines Kaffeetscherl trinken und Gesetzestexte lesen!

Alles Liebe Euch allen, beste Grüße und einen wunderschönen Sonnentag,

Eure Freydis
Freydis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2011, 02:09   #9
maroosha->Emailproblem
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Registriert seit: 07.03.2011
Beiträge: 209
maroosha
Standard AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Zitat von M. Twain Beitrag anzeigen
In Gegenwart von Beiständen, erlauben sich SBs derartige Nötigungen praktisch nie.
Dann ging es bei mir wohl "unpraktisch" zu:
Mit Beistand dagewesen, EGV nicht unterschrieben, auch 30 % "versprochen" bekommen.
Bin ohne Unterschrift mit meinem Beistand gegangen >>>> KEINE SANKTION!!
Schon ne Weile her das Ganze..
maroosha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2011, 15:17   #10
Freydis->Emailproblem
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Freydis
Info AW: Umschulung trotz chronischer Erkrankung verweigert & zu Maßnahme genötigt

Aus der Maßnahme ist leider, leider, leider nichts geworden. Meine SB bedauert dies zutiefst, mein Bedauern hält sich in Grenzen.
Der Maßnahmeträger wunderte sich doch sehr, dass ausgerechnet ich für die Hauswirtschaft in einer Seniorentagesstätte empfohlen worden bin, wo ich doch wegen meiner Erkrankung diese Arbeit ganz bestimmt nicht ausführen kann.

Zum Bewerbungsgespräch ging ich mit einem Hefter gewappnet, um die erwarteten Papiere drin verschwinden zu lassen. Aber es wurde mir nicht ein einziges Blatt auch nur angezeigt, so blieb mein giftgrüner Hefter leer.

Ist nun nach erfolgreicher Abwendung des Sklavenjobs meine EGV unwirksam? Wenn ja, wäre das nur allzu schön und ich könnte Party machen!

Beste Grüße,

Freydis
__

"Sei was immer du willst – aber was Du bist, habe den Mut ganz zu sein."
(meine Meinung...)


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