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Start > > -> Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

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Alt 20.07.2017, 15:35   #1
Manginaia
Elo-User/in
 
Registriert seit: 20.07.2017
Beiträge: 2
Manginaia
Rotes Gesicht Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Hallo,
ich hoffe ich bin hier richtig und ihr könnt mir helfen.

Zur Vita:
I) Ich habe zwischen 2001-2003 eine Ausbildung als Staatl. geprüfte kaufmännische Assistentin / Fachrichtung Sekretariat erworben. Dieser Beruf wird inzwischen nicht mehr angeboten und ich habe diesen auch nie ausgeführt (d.h. ich habe keine praktische Erfahrung darin, habe weitestgehend alles verlernt und bin nicht auf den aktuellen Stand was z.B. rechtliche Neuerungen anbelangt) -> Bin ich damit aus der Nummer raus oder muss ich mich für diesen Beruf bewerben?

II) Von 2003 - 2011 war ich in diversen Call Centern als Agent angestellt. Diesen Beruf kann ich nicht mehr ausführen; habe folgende Gründe zusammengetragen: 1. Psychisch vorbelastet: Borderline, Narzissmus, Depression mit psychotischen Symptomen ; körperliche Beschwerden v.a. beim oberen Verdauungssystem, Phobien -> Diagnostiziert durch einen stationären längeren Aufenthalt Juli 2016 -> ganze Argumentation beruht auf meine psyschische Vorbelastung warum ich Job nicht mehr ausführen kann, Diagnose wurde aber gestellt Jahre nach dem ich den Job aufgegeben habe für meinen weiteren Lebenslauf -> daher wichtig für mich zu wissen, ob ich mich auf diese Krankheit in meiner Argumentation stützen kann ? ; 2. Keine Schichten: da ich einen geregelten Alltag brauche mit Struktur- und Ordnungsmustern + zudem Medikamentös eingestellt, brauche regelmäßige Zeiten wegen der Einnahme und habe regelmäßige festgesetze Therapiezeiten die ich einhalten muss; 3. Hoher Leistungs- und Stresspegel: Stress und extremer Verkaufsdruck der auch überwacht und gerügt wird; 4. Angst vor Menschenansammlungen: zusätzlich der Lärm in solch einem Großraumbüro ; 5. Über 8h Konzentriert zu sein; Multitasking Fähigkeit und immer freundlich zu sein … sehr anstrengend für mich 7.Pausen kann man nicht so nehmen wie man sie braucht, z.b. nach einem anstrengenden Gespräch, da man gezwungen ist darauf zu achten wie viele gerade schon in der Pause sind an Mitarbeitern, oder wieviel auf der Line gerade los ist… Stressregulierung und regelmäßige Essenszeiten schwierig… nicht vereinbar mit meinem Alltagswunsch nach geordnetem, geregelten Leben

III) Abitur auf zweitem Bildungsweg
von 2010 - 2015
- erkennbare Schwierigkeiten mit Leistungsdruck (1 Jahr Wiederholt)
- lange Krankzeiten
- von Hausärztin Antidepressiva verschrieben bekommen

IV) Studium
- gezwungen mich Exmatrikulieren zu lassen (BaföG-Einstellung)

Meint ihr ich habe eine Chance auf eine Umschulung (Wunsch: Steuerfachangestellte, wegen regelmäßigen Arbeitszeiten, ein Beruf der auf klaren Richtlinien basiert was mir Sicherheit und Struktur gibt) oder habt ihr andere Vorschläge für mich ?

Wäre euch echt dankbar für rege Teilnahme. Grüße
Manginaia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2017, 13:15   #2
BerndB
Elo-User/in
 
Registriert seit: 19.08.2016
Beiträge: 275
BerndB BerndB
Standard AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Dazu mag es sehr unterschiedliche Meinungen geben.

Kaufmännische Assistentin
Man gilt als "wieder ungelernt", wenn man 4 Jahre aus dem Beruf raus ist und deshalb nicht mehr in diesem Beruf unterkommt. Ein Maurer oder Zimmermann dürfte nach längerer Berufsentfremdung trotzdem noch im Beruf arbeiten können. Im kaufm. Bereich dürfte dies wegen des Überangebots an Arbeitskräften und der Weiterentwicklung der EDV-Systeme schwierig sein. Aber dies hat das Jobcenter zu beurteilen. Und solche Beurteilungen können von SB zu SB leicht unterschiedlich ausfallen.

Steuerfachangestellte
Hier sind Arbeitsbedingungen aufgeführt.
Ich denke, dass speziell Stress noch hinzukommt, da man in der Regel eher in kleinen Steuerkanzleien arbeitet.

Bei dieser Krankheitsgeschichte wird das Jobcenter bei bestehendem Ausbildungswunsches auf einer ärztl. Begutachtung bestehen. Dabei wird es auch darum gehen, ob eine Ausbildung bereits jetzt oder nach erfolgter Besserung erfolgreich absolviert werden kann.

Ist alles nicht einfach.
__

Meine Beiträge stellen nur meine Meinung zu in der Regel unvollständig geschilderten Sachverhalten dar. Rechtssichere Antworten kann nur ein Anwalt oder die AfA geben. Außerdem gibt es immer zwei Meinungen.
BerndB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2017, 18:25   #3
Doppeloma
Foren-Moderator/in
 
Registriert seit: 30.11.2009
Ort: Insel Rügen
Beiträge: 9.486
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Frage AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Hallo Manginaia,

Zitat:
ich hoffe ich bin hier richtig und ihr könnt mir helfen.
Kommt drauf an was es außer deiner bewegten beruflichen Vergangenheit sonst noch so gibt ...
Aktuell beziehst du ALGII (wie lange schon ?), was war davor, wie viele Arbeitsjahre mit Einzahlungen in die Rentenkasse gibt es bereits ?

Davon könnte abhängig sein, ob du vielleicht Ansprüche auf berufliche Reha-Maßnahmen bei der DRV haben könntest, was die Leistungswilligkeit der AfA / des JC sehr beeinflussen könnte ...

Zudem wäre dein aktuelles Lebensalter nicht ganz uninteressant, deine Ausbildung (im Bürobereich) liegt ja doch schon einige Zeit zurück, wo sollte denn das abgebrochene Studium nun so hinführen ?

Zitat:
I) Ich habe zwischen 2001-2003 eine Ausbildung als Staatl. geprüfte kaufmännische Assistentin / Fachrichtung Sekretariat erworben. Dieser Beruf wird inzwischen nicht mehr angeboten und ich habe diesen auch nie ausgeführt (d.h. ich habe keine praktische Erfahrung darin, habe weitestgehend alles verlernt und bin nicht auf den aktuellen Stand was z.B. rechtliche Neuerungen anbelangt)
Im SGB II ist die frühere berufliche Ausbildung ohnehin eher "Nebensache", du bist verpflichtet ALLE Möglichkeiten zu nutzen wieder aus dem Bezug zu kommen, die dir von deinen gesamten bisherigen Kenntnissen und Berufserfahrungen her zur Verfügung stehen.

Eine Weiterbildung aufbauend auf grundlegenden Kenntnissen aus dem Bürobereich ist da keineswegs auszuschließen, deine Argumentation wird da das JC nicht überzeugen können, denn für eine Ausbildung / Umschulung zur Steuerfachfrau wäre ja auch enorm viel Lernen notwendig und ein "ruhender See" ist das Steuerrecht ja auch nicht gerade ...

Ich glaube du hast da noch völlig falsche Vorstellungen, was man bereit ist für deine Wiedereingliederung in den 1. Arbeitsmarkt ausgeben zu wollen, mit einem Büro-Beruf im Hintergrund sehe ich keine besonderen Gründe dir eine Umschulung (in einen anderen Büroberuf) bezahlen zu müssen ...

Zitat:
II) Von 2003 - 2011 war ich in diversen Call Centern als Agent angestellt. Diesen Beruf kann ich nicht mehr ausführen; habe folgende Gründe zusammengetragen:
Für wen konkret hast du all diese Gründe zusammengetragen, hoffendlich nicht für deine zuständigen Arbeitsvermittler beim JobCenter (JC), die werden das sicher nicht zum Anlass nehmen, dich beruflich besonders fördern zu wollen ...

Deine (begründeten) medizinisch belegbaren Einschränkungen gehen auch beim JC NUR einen Arzt was an und der sitzt dort beim Med. Dienst (ÄD) und wäre dann zu beauftragen das konkret für deine Vermittler festzustellen und zu formulieren, in welche Tätigkeiten du noch vermittelt werden kannst.

Danach haben sich die JC-SB dann zu richten ... ganz unabhängig davon, was du mal gelernt oder studiert oder bisher schon beruflich gemacht hast ...

Dabei darf man natürlich erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten durchaus auch weiter nutzen (müssen), so lange die sonstigen Arbeitsbedingungen dir gesundheitlich "zumutbar" sind.

Ob du also Schicht arbeiten kannst / sollst oder nicht, wird der ÄD zu entscheiden haben und nicht deine "Wunschliste" ... das ist nicht böse gemeint, das sind die Realitäten wenn man von staatlichen Sozial-Leistungen leben muss ...

Zitat:
-> daher wichtig für mich zu wissen, ob ich mich auf diese Krankheit in meiner Argumentation stützen kann ? ;


Es kommt also sehr darauf an wo und wie du dich darauf "stützen" willst, das JC ist kein "Sanarorium" , wenn du zu viele Einschränkungen vorbringst, wird man eher schnell deine gesamte Erwerbsfähigkleit anzweifeln und versuchen dich in die reguläre Sozial-HILFE (SGB XII) abzuschieben.

Mit Arbeitsvermittlern spricht man besser überhaupt nicht konkret über Krankheiten (schon gar nicht über komplexe psychische Probleme), das geht nur Ärzte was an ...

Bei entsprechenden Ansprüchen kannst du ja versuchen (über den Weg medizinischer Reha) einen Antrag an die DRV zu stellen, dort wird man dann prüfen ob du LTA-Leistungen (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) bekommen sollst oder nicht.

Das bedeutet aber auch nicht unbedingt, dass man dir eine Umschulung bewilligen wird, aus (vorhandenen) kaufmännischen Berufen heraus sieht man das eher nicht als notwendig an.

Ob du darin niemals eine Anstellung finden konntest und deine Kenntnisse schon etwas anstaubt sind interessiert die DRV für diese Entscheidungen allerdings nicht ...

Zitat:
Man gilt als "wieder ungelernt", wenn man 4 Jahre aus dem Beruf raus ist und deshalb nicht mehr in diesem Beruf unterkommt.
Da kann ich meinem Vorschreiber nur bedingt zustimmen, denn einen erlernten Beruf hat man lebenslang als erlernten Beruf, sonst braucht man den ja auch nicht mehr im Lebenslauf anzugeben.
Man vergisst ja nicht komplett ALLES, was man dafür mal gelernt hat auch wenn es irgendwann nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sein wird.

Auch Maurer und Zimmerleute dürften sich inzwischen auf neue Arbeits-Materialien / andere Arbeitsabläufe einstellen müssen als in ihrer Lehre mal vor X Jahren so üblich war ...
Die moderne Technik geht auch an solchen Berufen nicht spurlos vorüber ... aber das erfordert vielleicht "Auffrischung/ Forbildung" und keine Komplett-Umschulung.

Ich habe (ursprünglich) mal Lagerwirtschaft gelernt und weiß heute noch wie man Vorräte (auch im eigenen Haushalt) sinnvoll einräumt und wie man was transportsicher verpacken muss ... wie man Zugänge und Abgänge von Waren zu verbuchen hat, sogar einen Stapler könnte ich (theoretisch) noch bedienen.

In dem Bereich habe ich schon über 25 Jahre nicht mehr gearbeitet, wurde aus gesundheitlichen Gründen für "leichte" Büro-Arbeit umgeschult.

Eine DRV-Umschulung als Reiseverkehrs-Kauffrau hat mich aber auch nur bis in ein CallCenter gebracht (aber man legte dort Wert auf eine kaufmännische Ausbildung) ...wo ich dann bis zur Erkrankung und Berentung (nach langem Kampf mit der DRV bis vor Gericht 2012) im Schichtdienst als Kundenbetreuer gearbeitet habe.

Gewisse Kenntnisse aus der Umschulung (beendet Anfang 2000) sind auch noch immer abrufbar vorhanden, man sollte sich also seine erlernten Berufe auch nicht pauschal von Behörden (nach 4 Jahren) absprechen lassen, nur weil man darin nicht (lange) gearbeitet hat.

Eine gelernte Sekretärin wird nach kurzer Übung sicher immer noch die Tastatur schneller bedienen können als ich ... und die Steuer-Erklärung macht inzwischen mein PC-Programm, obwohl ich von Steuern (eigentlich) NULL Ahnung habe ... das Finanzamt war immer zufrieden ...

Zitat:
2. Keine Schichten: da ich einen geregelten Alltag brauche mit Struktur- und Ordnungsmustern + zudem Medikamentös eingestellt, brauche regelmäßige Zeiten wegen der Einnahme und habe regelmäßige festgesetze Therapiezeiten die ich einhalten muss;
Das wird die Arbeitsvermittler ohne Gutachten vom ÄD aber nicht interessieren müssen ... und wenn du so eingeschränkt bist, wird man dich bitten EM-Rente (oder wenigstens eine Reha) bei der DRV zu beantragen, damit das JC (hoffendlich) bald nicht mehr zahlen muss.

Solche Arbeit / Arbeitsbedingungen wie du sie dir vorstellst gibt es am "allgemeinen Arbeitsmarkt" nämlich nicht (mehr), in KEINEM Berufsbereich den du dir so vorstellen könntest ...

Deine Schilderungen aus dem CallCenter-Alltag kenne ich fast deckungsgleich ...
Viele die das noch nie gemacht haben, stellen sich das "ganz entspannt und einfach vor" ... ein bischen telefonieren, das kann doch JEDER ...

Zitat:
- von Hausärztin Antidepressiva verschrieben bekommen
Dafür wäre ein Facharzt aber besser gewesen, ich halte nicht viel davon wenn Hausärzte das übernehmen, ich war 4 Jahre beim Psychiater in Behandlung als ich nach einer Herz-OP im Beruf (ab Anfang 2008) nicht mehr klar gekommen bin ... der hat mich auch bis zum EM-Rentenbescheid begleitet und durchgehend AU geschrieben.

Zitat:
Meint ihr ich habe eine Chance auf eine Umschulung (Wunsch: Steuerfachangestellte, wegen regelmäßigen Arbeitszeiten, ein Beruf der auf klaren Richtlinien basiert was mir Sicherheit und Struktur gibt) oder habt ihr andere Vorschläge für mich ?
Wenn du nicht stressresistent und belastbar genug bist kommst du auch mit einer Umschulung nicht klar, die vermeintlich "klaren Richtlinien" im Steuerrrecht ändern sich JEDES Jahr und da muss man auchständig auf dem Laufenden bleiben wenn man fertig ist mit dieser Ausbildung ...

Ich fummele mich seit Jahren (freiwillig) im SGB so durch die Gegend, weil es mich interessiert und ich versuche hier im Forum (einigermaßen) sachgerecht zu helfen, aber ich kann mir das aussuchen, ob ich das gerade WILL oder nicht, Niemand zwingt mich dazu ...

Nur darum funktioniert das offenbar trotz §§-Dschungel, mit dem Steuer-Recht stehe zumindest ich auf "Kriegsfuß", obwohl ich noch nie bei einem Steuerberater gewesen bin und das auch immer alleine mache (vom PC machen lasse ) WILL ich das gar nicht genauer wissen und verstehen ...

Glaubst du ernsthaft das kann dein "Traumberuf" werden ...

Betrachte das einfach als Denkanstöße für deine weiteren Überlegungen, ich habe das nun ALLES hinter mir, gehe nächstes Jahr in die wohlverdiente Altersrente ...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
Doppeloma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2017, 16:34   #4
Der Auflehnende
Elo-User/in
 
Registriert seit: 27.09.2014
Beiträge: 689
Der Auflehnende Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Zitat von Manginaia Beitrag anzeigen
... Meint ihr ich habe eine Chance auf eine Umschulung (Wunsch: Steuerfachangestellte, wegen regelmäßigen Arbeitszeiten, ein Beruf der auf klaren Richtlinien basiert was mir Sicherheit und Struktur gibt) oder habt ihr andere Vorschläge für mich ? ...
Die Steuerfachleute haben auch keine regelmäßigen Arbeitszeiten. Besonders dann nicht, wenn Jahresabschlüsse und Steuererklärungen anstehen. Das Steuerrecht ändert sich, wie auch das SGB II, ständig. Mindestens einmal im Monat stehen nach der Arbeitszeit Fortbildung auf dem Programm.
Du musst eigentlich fast genauso einen Wissensstand haben, wie ein Steuerberater und das für deutlich weniger Bezahlung. Aus meiner Sicht ist das Steuerrecht noch schwieriger als SGB II und Co. Von den Umschülern in diesem Beruf schneiden nur die wenigsten mit einigermaßen guten Noten ab. Selbst die, die den Beruf regulär erlernen, kommen oft nicht über ein befriedigend hinaus.

Für die Arbeitswelt der letzten Jahre fällt mir nur folgendes ein: Lebst Du noch oder funktionierst Du schon?

Reguläre Arbeitszeiten gibt es praktisch nirgendwo mehr. Zeitliche Flexibilität wird leider immer häufiger gefordert.

Überlege, ob es nicht sinnvoller ist sich um Deine Gesundheit zu kümmern und um eine Weiter- Fortbildung. Du verlernst über die Jahre nicht alles. Irgendwo vergraben schlummert immer noch einiges. Das muss nur wieder hervorgebracht werden.

Für die heutige Arbeitswelt passend: "Lebst Du noch oder funktionierst Du schon?"
__

Hartz IV wurde nur geschaffen um Arbeitnehmerentgelte und soziale Standards abzusenken, um auf der anderen Seite Gewinne zu maximieren. Grund- und Menschenrechte werden durch das Sanktionsregime mit Füßen getreten.
Der Auflehnende ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2017, 19:50   #5
en Jordi
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Zitat von Der Auflehnende Beitrag anzeigen
Reguläre Arbeitszeiten gibt es praktisch nirgendwo mehr. Zeitliche Flexibilität wird leider immer häufiger gefordert.
Sicher, soll ich dir meine nennen? In Bürojobs ist das noch völlig normal. Überstunden muss man als Rehabilitand nicht unbedingt machen. Dafür bekommen die AG ja Zuschüsse, wenn sie uns einstellen. Gerade in kleinen Büros kann man mit Verständnis für gesundheitliche Einschränkungen rechnen.

Hallo Manginaia!
Du müsstest jetzt herausfinden, wer für dich zuständig ist. Du kannst bei deiner Vorgeschichte LTA (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) beantragen. Das kannst du bei der Agentur für Arbeit tun, die dann prüfen wird ob die RV zuständig ist. Ich meine, dafür muss man 15 Jahre eingezahlt haben.

Dann gibt es erstmal Tests und Gutachten, ob du überhaupt noch erwerbsfähig bist und ob eine neue Ausbildung Sinn macht. Daran schließt sich üblicherweise eine Berufsfindung und Arbeitserprobung für psychisch Kranke an.

Meine Biographie ist auch auf Grund einer Behinderung - wie man heute weiß - verkorkst und ich habe dann mit Mitte dreißig eine Ausbildung an einem Berufsförderungswerk gemacht. Danach habe ich mit etwas Geduld auch einen ruhige Nische in der Arbeitswelt für mich gefunden.

Also nur Mut!
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Alt 24.07.2017, 13:50   #6
Manginaia
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 20.07.2017
Beiträge: 2
Manginaia
Standard AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Ich danke euch für die vielen Gesichtspunkte die es noch zu bedenken gibt (v.a. in Bezug auf "Traumberuf Steuerfachangestellte" wie realistisch das für mich ist).

Ich bin jetzt 32 Jahre alt und muss endlich mal was aus mir machen, mir rennt die Zeit davon.

Ich habe 8 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt durch Jobs bei Call Centern. Ca. 3 Jahre war ich auf Minijob-Basis angestellt (Call Center Agent, Reinigungskraft) -> das heißt da wurde nichts eingezahlt.
Die restliche Zeit bezog ich teilweise parallel zu Mini-Job BaföG, auch da wurde nichts in die Rentenkasse eingezahlt.
Arbeitslos war ich in den letzten 2 Jahren max. ein halbes Jahr -> immer SGB2, da ich zwischen Wechsel Vollzeit auf Mini-Job keinen Tag der Arbeitslosigkeit hatte.
Derzeit bin ich noch als Studentin immatrikuliert, bin aber am hadern mit mir ob ich das vom Leistungsniveau her schaffe :aufgrund Ankündigung BaföG-Einstellung -> Zwangsweise parallel 21h/Woche Job suchen und studieren, weiß ich nicht ob ich dem gewachsen bin oder ob ich damit an meine Belastungsgrenzen gerate -> daher will ich Alternativen ausschöpfen und bin deshalb auf die Idee mit der Umschulung gekommen...Ist alles recht kompliziert gerade
Manginaia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2017, 17:34   #7
en Jordi
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Studienabbruch - psyschische Erkrankung - Umschulung

Also eine Studienabschluss wäre nicht zu verachten, aber wo willst du einen auskömmlichen Teilzeitjob finden?
Solche Stellen sind rar gesät oder es gibt nur Mindestlohn.

Wie lange müsstest du denn noch studieren?

Deine Uni hat sicher eine psychologische Beratungsstelle. Die würde ich erstmal ansteuern. Vielleicht auch die Bafög-Beratung fragen, ob es noch Möglichkeiten über einen Studienkredit etc. gibt.


Alles Gute!
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