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Alt 29.05.2017, 16:42   #1
lauraka89
Elo-User/in
 
Registriert seit: 18.10.2016
Beiträge: 32
lauraka89
Standard Asperger und Belastungserprobung?

Hallo,

nach 6 Monaten Abstinenz melde ich mich mal wieder. Doppeloma dürfte sich evtl an mich erinnern ;-)

Damals war meine EU-Rente abgelehnt worden; Ärger wegen der Nahtlosigkeit ...

Nun seit Oktober 16 beim Amt gemeldet, beziehe Arbeitslosengeld 1 und mein Gutachten vom ÄD zeigt deutliche Einschränkungen, aber Vollzeit arbeitsfähig.

Für den Asperger-Verdacht gibt es eigentlich keine Zweifel mehr, dennoch läuft die Diagnostik immer noch. Nach Angaben der Sekretärin soll dies in 2-3 Monaten abgeschlossen sein. Das Amt ist informiert.

Von Oktober bis Mai passierte nichts. Ich bewarb mich im öffentlichen Dienst weiter. Mitte Mai sollte ich dann auf dem Amt erscheinen und bekam eine Belastungserprobung vorgeschlagen. Man besprach 2 Anbieter mit mir, wo einer schon direkt ausschied. Was ok war. Grundsätzlich hatte ich das Gefühl die SB in der Reha-Abteilung hätte Ahnung.

Ich soll mir nun den Anbieter für die Belastungserprobung anschauen und eine Rückmeldung an die Reha-Beratung geben. Dies habe ich auch so schriftlich erhalten.
KEINE Frist.

Im Gespräch sagte man mir, ich solle mir Zeit lassen. Eventuell auch erst die Diagnostik zu Ende abwarten usw.

Der Anbieter für die Erprobung gibt keine Rückmeldung. Seit 2 Wochen nun schon. Außerdem - bei meiner Vorbelastung und der Tatsache, dass ich sehr,sehr,sehr wahrscheinlich Aspie bin halte ich dies für nicht sinnvoll. Wird scheitern. Ich bin mit solchen Dingen nicht belastbar.

Heute habe ich mir Unterstützung im Autismusverein geholt. Diese Dame sagt auch, Aspie und Hochbegabung sehr wahrscheinlich. Ich solle jobben und im nächsten Jahr eine Ausbildung BEI DER STADT im gehobenen Dienst anfangen. Grundsätzlich auch meine Gedanken, nur das mit dem jobben funktioniert bei mir nicht. Außerdem soll ich soziale Kompetenzen erlernen. Den Autismus, wenn er dann bescheinigt ist, verschweigen und kompensieren.

Damit tue ich mich momentan sehr schwer... jahrelang habe ich gelernt und versucht mich anzupassen. Es hat nicht funktioniert. Nun weiß ich endlich warum das so sein konnte und warum ich so anders bin... das muss mir kein Arzt mehr bestätigen.
Wenn ich jemandem die Hand nicht geben will, weil es für mich zu viel Nähe ist, dann ist das so. Dann bin ich aber nicht unfreundlich. Wenn ich nun hart trainiere, dass ich diese Dinge kann, dann würde sich die Gesellschaft ja nie ändern und der Autismus weiter so schwierig bleiben...

Weiterhin habe ich in 3 Wochen ein Vorstellungsgespräch bei einer Landesbehörde. Die wissen, dass Asperger-Verdacht besteht und die Dame vom Autismusverein meinte, das sei nichts für mich. Grundsätzlich gut für Autisten (Recherchearbeit), aber da die in der Stellenbeschreibung "Belastbar, Teamfähig" an den Anfang stellen, sei dies sehr wichtig, was ich nicht erfüllen kann..

So nun brauche ich euch... was tun? Gibt es Aspies hier, die Tipps haben? Großraum Düsseldorf wäre meine Anlaufstelle...
Doppel-Oma was kannst du mir raten in Bezug auf das Amt? Ich würde denen die Rückmeldung geben, dass ich die Belastungserprobung so nicht für sinnvoll halte..

Liebe Grüße
lauraka89 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2017, 17:08   #2
Kerstin_K
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Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Jemand vom Autismusverein Rät Dir, die Diagnose zu verschweigen?

Also ich finde das sehr eigenartig.

Grundsätzlich bin ich eh kein Freund davon, Behinderungen oder Besonderheiten zu verschweigen. Das kann auf die Dauer sehr anstrengend werden und wenn es dann doch rauskommt, ist das meistens keine schöne Situation. Und dieses Vorstellungsgespräch bei der LAndesbehörde würde ich mir auch nicht ausreden lassen. Mehr, als dass Du eine Absage bekommst, kann doc nicht passieren, oder?

Wenn ich immer auf alle Menschen gehöret hätte, die mir in meinem Leben einreden wollten, dass etwas nicht geht...MAn weiss es erst, wenn man es versucht hat.

Ich selber habe GdB 100 und nen Rollstuhl. Gut, da ist verschweigen eh nicht drin, aber generell sage ich immer, entweder man nimmt mich mit meiner Behinderung oder wir sind eh nicht die richtigen Partner.

Was kann den schlimmstenfalls passieren, wenn Du bei der Belastungserprobung scheiterst? Dann wissen eben alle Beteiligten, was nicht geht.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2017, 17:58   #3
lauraka89
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lauraka89
Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Die Dame vom Autismusverein ist sehr, sehr, sehr angepasst. Hat ihre Diagnose auch erst mit 40 erhalten... aber auch ich halte dies nicht für richtig.

Denn endlich hat das Problem der letzten Jahre einen Namen und wenn man damit nicht offen umgeht (klar, ich muss es erst vom Arzt schriftlich haben) wird das nicht gehen.

Ich bin schon einmal zusammen gebrochen.. so richtig. Mehrmals weil es nicht funktionierte.

Wie soll ich denn weiter und weiter kompensieren, wenn ich nun schon weiß, dass es nicht geht? Außerdem würde ich mich damit ja selbst betrügen.. denn ich WILL ja, dass jeder Mensch so anerkannt wird, wie er ist.

Nein, das Vorstellungsgespräch werde ich auf jeden Fall machen. Aber offen sein. Wie gesagt, sie sagte nur "Stadt, Stadt, Stadt"

Das schlimmste was mir mit der Belastungserprobung passieren kann? 2 Möglichkeiten... entweder ich fliege raus aus dem System oder ich bekomme ein uneingeschränktes Gutachten aus dieser Einrichtung (Habe gelesen, dass die das sehr gerne ausstellen, weil die von Autismus auch keine Ahnung haben)

Die beste Möglichkeit wäre natürlich, ich habe einen Menschen an der Seite, der mich unterstützt... der genau sagt "sie braucht das und das..." Das kann ich auch selber, aber auf mich hört ja niemand *lach*
lauraka89 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2017, 18:15   #4
Kerstin_K
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Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Ich finde, Du hast die richtige Einstellung.

Was ich nicht ganz verstanden habe:

Was meinst Du mit Du fliegst aus dem System? Meinst Du, dass als Ergebnis der Belastungserprobung herauskommen könnte, dass das JC Diech für nicht erwerbsfähig hält und Du deshalb kein ALG I mehr bekommst? Oder dass Man Dich für Uneingeschränkt einsatzfähig hält? Beides würde ja dem Gutachten des ÄD widersprechen.

Irgendwie ist mir das Ziel dieser Belastungserprobung noch nicht klar.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2017, 06:38   #5
lauraka89
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lauraka89
Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Guten Morgen,

du hast beides, was passieren kann, und eines davon wird so passieren, da braucht man Google nicht lange anstrengen 😂 , angesprochen.

Und beides würde dem Gutachten des äD widersprechen. Der hatte auch nur Vollzeit arbeitsfähig rein geschrieben, damit ich Geld erhalte.. Damals war ich noch im Widerspruch mit der EU-RENTE und da keiner da Ahnung hat.. naja egal...

Die Einrichtung vor Ort hat sich seit 2 Wochen nicht zurück gemeldet. Nun könnte ich mir nächste Woche Duisburg anschauen..

Es geht darum, zu schauen, wie belastbar bin ich für den ersten Arbeitsmarkt.. Kann ich soziale Kompetenzen erlernen, finde ich noch Interessen...
Das große Problem an der Sache.. stimmt die Rahmenbedingung nicht, in dem Falle große Gruppen; mündliche Vorträge etc., dann ist die Belastungsgrenze bei einem Autisten UND bei mir ganz schnell erreicht. Und wo kommen wir mit unserer Gesellschaft hin, wenn nicht langsam mal alles in die richtige Richtung geht? Autismus ist immer noch von vielen Klischees behaftet..
lauraka89 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2017, 09:56   #6
Kerstin_K
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Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Naja, anschauen koennte man Duisburg ja mal und die fuer Dich wichtigen Bedingungen abklaeren. Ansonsten wuerde ich die Belastungserprobung vielleicht schieben bis die Diagnostik durch ist. Und wenn es beim Landkreis klappt, dann hat sich das eh erledigt.
Kerstin_K ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2017, 10:17   #7
en Jordi
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Beiträge: n/a
Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Zitat von lauraka89 Beitrag anzeigen
Ich solle jobben und im nächsten Jahr eine Ausbildung BEI DER STADT im gehobenen Dienst anfangen. Grundsätzlich auch meine Gedanken, nur das mit dem jobben funktioniert bei mir nicht. Außerdem soll ich soziale Kompetenzen erlernen. Den Autismus, wenn er dann bescheinigt ist, verschweigen und kompensieren.
Hallo lauraka89!

Gibt es denn ein entsprechendes Ausbildungsangebot? So etwas würden viele - gerade Behinderte - sicher gerne machen, nur mangelt es an den Stellen.

Eine Behinderung darfst du unter bestimmten Umständen nicht gegenüber dem AG verschweigen. Die Dame meinte es sicher gut, weil sie weiß, dass die Chancen auf Arbeit gegen Null gehen, wenn man offensiv mit seiner Behinderung umgeht. Wenn dir deine Gesundheit lieb ist, solltest du das auf keinen Fall verschweigen.

Du wirst auch älter und es wird dich dann immer mehr Kraft kosten zu kompensieren. Da ist der Burnout vorprogrammiert. Vielmehr musst du dir eine Nische suchen, wo du deine Begabungen einbringen kannst und deine besonderen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Teilzeitarbeit als Kompromiss wäre auch möglich, weil du dann mehr Zeit für die Regeneration hast.

Diese Belastungserprobungen sind oft auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten. Störend für dich werden da vermutlich eher das Umfeld und die Umgebungsbedingungen sein.

Es spricht ja nichts dagegen, es auszuprobieren. Wenn es nicht geht, kannst du es jederzeit abbrechen.
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Alt 30.05.2017, 20:46   #8
lauraka89
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Registriert seit: 18.10.2016
Beiträge: 32
lauraka89
Standard AW: Asperger und Belastungserprobung?

Hallo,

ja solche Stellen werden in unserer Stadt und im Umkreis jedes Jahr ausgeschrieben. Aber unsere Stadt hat einen Asperger schon gekündigt und vor Gericht gewonnen. Weil man ihn zu sehr fördern musste. Deshalb vermutlich verschweigen.

Genau wie du sagst, ich werde älter und die Kraft zu kompensieren ging mir ja schon oft genug aus und einmal ganz. Komplett. Totales Burn-Out.. Mit dem Asperger ist der Grund gefunden für meine letzten 28 Jahre.

Ich schaue mir die Einrichtungen an und meine Sachbearbeiterin meinte, ich solle mich wieder melden, wenn ich von dem Vorstellungsgespräch ein Ergebnis habe.

Es ist eben verdammt schwierig im öffentlichen Dienst was zu finden, was meinen Interessen liegt. Und dann mein Körper auch noch mit macht. Und der Arbeitgeber nicht sofort abgeschreckt ist.. Ich hatte meiner Sachbearbeiterin heute nochmal eine Mail geschickt, wie die Situation momentan eingeschätzt wird... Mal sehen, vielleicht antwortet sie da noch drauf.

Ich denke mir auch, die Erprobung kann ich ja anfangen, so fern sich im Vorgespräch nicht schon klar heraus stellt, dass die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Aber die Angst bei Abbruch Sanktionen/ kein Verständnis zu bekommen oder noch mehr Maßnahmen in die falsche Richtung weil irgendein Psychologe mich falsch bewertet.. hmm 😔😔
lauraka89 ist offline   Mit Zitat antworten
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