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Alt 06.05.2017, 08:33   #1
Dortel
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Registriert seit: 06.05.2017
Beiträge: 4
Dortel
Unglücklich Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Guten Morgen,

ich bin frisch angemeldet und trage ein ziemlich schweres Thema mit mir herum. Kern meines bzw. das Problem meines Mannes - und gleichzeitig unser beides - ist seine Maßnahme zur Wiedereingliederung in das Berufsleben. Aber kurz zu unserer Situation, um die anschließende Fragestellung besser verstehen zu können.

Er ist sein Herbst vorletzten Jahres (2015) in einer für 2 Jahre gültigen Maßnahme gelandet (Ende Herbst 2017). Sie ist für gesundheitlich eingeschränkte Personen gedacht. Mein Mann hat 3 Bandscheibenvorfälle und einen Miniskusschaden und gilt daher als sehr schwer vermittelbar. 2x wöchentlich ist er vor Ort beim "Träger" und hat sich um einen Praktikumsplatz zu kümmern. Nach erfolgreich abgeschlossener IHK Prüfung für das Sicherheitsgewerbe sucht er in diesem Bereich. Gesundheitlich spricht nichts dagegen, da er stabil ist.

Ich selbst bin seit Januar 2016 in einer Teilzeit-Umschulung für 2 1/2 Jahre (Ende Sommer 2018) mit Abschluss vor der IHK. Bei mir läuft alles super, bis auf die Lebensumstände. Wir beide bewohnen seit langem eine 1 Zimmerwohnung, die mit 42qm ausgewiesen ist. Alle bisherigen Bemühungen, eine neue Wohnung zu finden, scheiterten. Es fehlt am preislich günstigen Angebot, da das Jobcenter nur bis zu einer gewissen Summe die Kosten für Miete und Nebenkosten übernimmt. Die Daten sind seit 2015 bei uns nicht mehr aktualisiert worden. Die Lernsituation ist schlimm für mich und sobald einer von uns krank wird, haben wir echte Probleme. Bei Ansteckungskrankheiten fällt zeitlich versetzt - fast immer - auch der andere Lebenspartner aus.

So und nun zu dem Kerproblem. Gestern hatte mein Mann ein Vorstellungsgespräch bei einer Sicherheitsfirma. Das Thema Schichtarbeit kam in dessen Folge auf. Nachtschicht ist aufgrund unserer Lebensumstände unmöglich. Die Wohnverhältnisse sind dem Jobcenter und dem Maßnahmeträger bestens bekannt. Dennoch wurde meinem Mann gestern nach dem Termin gedroht, dass er auch Angebote mit Nachtschicht annehmen müsse, da die Maßnahme sonst sofort beendete wäre und er sanktioniert werden würde.

Ich weiß mir keinen Rat mehr. Auf Nachfragen wird nur mit dem Anspruch auf eine größere Wohnung begegnet, die wir aber schon seit längerer Zeit vergeblich suchen. Die Preislage ist hier genauso katatstrophal wie die Anzahl an Bewerber für eine passende Wohnung hoch ist.

Kann mir jemand weiterhelfen in diesem Dilemma?

mfg Dortel
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Alt 06.05.2017, 10:30   #2
faalk
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Registriert seit: 18.12.2014
Beiträge: 845
faalk Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Hallo erstmal. Leider ist es so, dass dem JC das alles solange nicht interessiert, bis selbige etwas schriftlich haben. Sprich z.b. das der ÄD bescheinigt, dass aus Gesundheitlichen Gründen keine Schichtarbeit mehr geht.

Ohne nahe treten zu wollen. Warum hat dein Mann eine Weiterbildung im Sicherheitsgewerbe gemacht? In dem Bereich ist zu 99,9% Schichtarbeit angesagt.

Leider geht es dem JC und den MT am A..... vorbei, wie die Wohnverhältnisse der ELOs sind. Es gibt zwar SBs, die beim Termin so was wie Mittleid heucheln, aber im gut mit Luft gefüllten Hinterkopf basteln selbige schon an Sanktionen etc.
faalk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2017, 11:05   #3
DonOs
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Beiträge: 1.664
DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs DonOs
Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Zitat:
Dennoch wurde meinem Mann gestern nach dem Termin gedroht, dass er auch Angebote mit Nachtschicht annehmen müsse, da die Maßnahme sonst sofort beendete wäre und er sanktioniert werden würde.
Hey, Dortel im Forum

Wer drohte denn, ich nehme an Der Maßnahme-Träger (MT)? Drohungen verbittet man sich energisch. Der MT ist überhaupt nicht in der Ausgangslage mit irgendetwas zu drohen.

Was ist das für ein Praktikum, wie viel Geld gibt es dafür oder denkt man, daß dein Männe dort umsonst malochen soll (Stichwort Schwarzarbeit). Auch Praktikum ist zu bezahlen.

Das man aus der Maßnahme fliegt, wenn man kein Praktikum macht, hätte dein Männe gerne schriftlich für eventuell spätere Gerichtsbarkeiten.

Sollte es ein unbezahltes Praktikum sein, wovon ich ausgehe:

Zitat:
"... Es gibt in der Zwischenzeit aber Urteile z.B. L 7 B 321/07 AS ER, dass der Abbruch eines unentgeltlichen Praktikums nicht sanktioniert werden kann, da ein Praktikum weder eine Arbeitsgelegenheit, noch eine Ausbildung ist.[7] ..."

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb...=esgb&id=78213

(1) Entgegen der Ansicht der Antragsgegnerin hat sich der Antragsteller durch den Abbruch des Praktikums nicht geweigert, eine Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit fortzuführen. Denn bei dem unentgeltlichen Praktikum handelt es sich nicht um eine Arbeit, Ausbildung oder Arbeitsgelegenheit im Sinne des § 31 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c) SGB II.

Dein Männe hat gesundheitliche Einschränkungen, diese gehen dem MT aber rein gar nichts an (Sozialdanteschutz). Ich nehme an, dein Mann hat einen MT-Vertrag unterschrieben oder?

Wenn dem so ist, wäre es möglich diesen geschwärzt (Adresse/Name weglassen) hier hochzuladen?
__

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Alt 06.05.2017, 14:30   #4
Dortel
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Registriert seit: 06.05.2017
Beiträge: 4
Dortel
Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Dafür für die schnelle Reaktion. Ich versuche mal, nacheinander ein paar Antworten/Erklärungen zu liefern.

@faalk:
Die Wahl auf das Berufsfeld fiel aus mehreren Gründen. Die Arbeitslosigkeit meines Mannes dauert schon eine ganze Weile an. In dieser Zeit hat er versch. Berufsfelder ausprobiert, fernab seines einstigen Lehrjobs - er war Rettungsassistent und in der Freiwilligenfeuerwehr tätig. Seither hat er sich als Gabelstaplerfahrer, Verkäufer bis hin zum Hausmeister versucht zu etablieren.

Das waren nie durchgängige Beschäftigungen und oft genug (nicht ausschließlich) begleitet durch irgendwelche Maßnahmen. Laufend kam ihm die Gesundheit dazwischen - verstärkt durch den Stress, der bisher immer einherging mit solchen Maßnahmen. In den letzten Jahren hat sich dank einiger Ärzte sein Gesundheitszustand stabilisiert. Die bisher aufgeführten Berufe sind dennoch nichts mehr für ihn (ÄD hat diverse Dinge bestätigt).

Nun ist es aber auch so, dass er ganz früher mal im Sicherheitsdienst gearbeitet nach - damals noch ohne die kleine Sachkundeprüfung nach § 34a. Diese hat er jetzt im Rahmen der aktuellen Maßnahme nachholen können. Daher rührt seine Entscheidung, zumal mein Mann aus divesen Gründen kein Schreibtischtäter ist. Er ist in dem Beruf gut und es gibt Möglichkeiten, auch ohne Schichtdienst in diesem Berufsfeld einzusteigen.

@ DonOS:
Gedroht wurde erst einmal von Seiten des Jobcenters und der Maßnahmeträger hat diese "Umstände" noch einmal gegenüber meinem Mann wiederholt ... ihn sozusagen dran erinnert. Das Praktikum selbst ist unEntgeltlich. Dafür bekommt er während der gesamten Maßnahme eine andere Zahlung. Das wird angerechnet auf das Hartz IV und schimpft sich Ausbildungsgeld. Das ist auch das einzig positive an der Angelegenheit.

Und ja so einen MT Vertrag hat er unterschrieben. Leider, muss ich sagen, hat er nichts darüber in den Händen. Das liegt alles beim Maßnahmenträger und beim Jobcenter. Damals hies es, er soll unterschreiben und das wieder abgeben. Frühestens Montag könnte mein Mann dem Maßnahmenträger auffordern, ihm eine Kopie auszuhändigen. Ich weiß nur nicht, ob die das machen werden. Dann erst könnte ich eine digitale Version hier im Forum abloaden, natürlich geschwärzt in gewissen Punkten.

mfg Dortel
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Alt 06.05.2017, 14:43   #5
Kerstin_K
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Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K
Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Also ein Vertrag, von dem man nach Unterschrift kein Exemplar behält, der riecht ja schon nach rechtswidrigen Bestimmungen. Ich werde nie verstehen, warum Erwachsene Menschen sowas machen.
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Alt 06.05.2017, 15:04   #6
DonOs
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Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

Zitat:
Ich weiß nur nicht, ob die das machen werden.
Dein Mann besteht darauf, schriftlich, mit der Bemerkung, daß eine Kopie an den Datenschützer gehen wird. Dann wird man dem Anliegen schon nachkommen. Auch würde ich beim Datenschützer anfragen, warum der Träger sich bisher geweigert hat, einen beidseitig unterschriebenen Vertrag nicht heraus zu rücken. Eine seriöse Firma würde nicht im Traum daran denken, dies unter Verschluß zu halten. Es gibt doch immer 2 Verträge, einmal für den MT und einmal für den Erwerbslosen (ELo). Ich sehe gar keinen Grund, warum dein Männe keinen Vertrag erhalten hat, außer daran ist etwas faul. Sollte der Träger der Aufforderung nicht nach kommen, würde ich auch das dem Datenschützer erläutern und um Rat bitten, zeitgleich den MT-Vertrag widerrufen.

Wie ich aber heraus höre, möchte dein Männe das ganze absolvieren und keinen Ärger haben. Von daher weiß ich auch nicht so recht.

Denn ich für meinen Fall würde nach der Drohung die Datenschutzerklärung, die man zu 99% beim MT unterschrieben hat, widerrufen und das man zudem alle nicht benötigten Daten, außer Name+Anschrift, mit Bestätigung löschen lassen soll. Denn mehr geht einem MT nichts an, außer Name+Anschrift, keinen Lebenslauf, Gesundheitsangelegenheiten, sonstiges.

Geht es beim Praktikum unter anderem darum, daß dein Männe mit seinen privaten KFZ das Ganze zu stemmen hat? Oder darf man während der Einarbeitung mit jemand anderen mitfahren. Stellt die Firma KFZ für die Mitarbeiter bereit?
__

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Alt 06.05.2017, 17:15   #7
Dortel
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Dortel
Standard AW: Drohung mit Sanktion bei Nicht-Annahme eines Praktikums

@ DonOS:

Ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, was vor über einem Jahr zwischen meinem Mann, dem MT und dem Jobcenter gelaufen ist. Ich war nicht dabei und habe mit meiner vom Jobcenter gesponsorten Umschulung auch absolut keine Probleme.

Deine Vermutung stimmt. Mein Mann möchte keinen Stress und will wieder in Arbeit. Allerdings wird er sich Montag dahinterklemmen. Ich bin gespannt, was genau dabei herumkommt. Das Stichwort Datenschutz merkt er sich.

Uns bezüglich dem Auto - er hat keines. Dafür bekommt er eine Monatskarte für die Öffis. Da ist alles bestens. Es entstehen also keine zusätzlichen Kosten, die Zahlungen für die Übernahme sind auch immer pünktlich auf dem Konto. Soweit ich inzwischen weiß, umfasst das derzeitige Praktikum den Einsatz bei uns auf der kommenden Messe für 4 Wochen und ist voraussichtlich tagsüber. Doch noch ist nichts in einem Vertrag festgesetzt, sodass sich da noch einmal alles ändern könnte. Wir beide hoffen, dass es das nicht tut. Es gab sogar die Zusage der Einkleidung von Kopf bis Fuß (Berufskleidung). Im Prinzip muss er nur sich selbst mitbringen und für den vertraglich vorgesehenen Zeitraum dort seinen Dienst versehen.
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