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Weiterbildung/Umschulung/Sinnlose Maßnahmen Bitte nur Beiträge posten, die mit Weiterbildung/Umschlung und sinnlose Maßnahmen zu tun haben


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Alt 05.01.2017, 15:48   #1
dutchflyer
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dutchflyer
Standard Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Folgender Fall:

Ein Bekannter hat mir heute seine Eingliederungsvereinbarung gezeigt, mit einer Zuweisung zu einer Maßnahme beim Tüv Nord.

Vorgeschichte:
Mein Bekannter ist 55 Jahre alt und war von 2006 bis 2014 obdachlos in Frankreich und Brüssel. Im Jahr 2014 kam er wieder nach Deutschland und bekam direkt einen Ein Euro Job und musste dort Papier von der Straße aufpicken.

Bei dem Euro Job hätte er eigentlich andere Aufgaben erledigen müssen, doch hat der Vorarbeiter gemerkt, dass er sowohl psychisch wie auch geistig nicht so recht auf der Höhe ist und hat ihn als einzigen von der Truppe mit einem Eimer und Pickerl zum Papier aufpicken geschickt.

Das hat er immer gerne gemacht, doch nun ist der Ein Euro Job ausgelaufen und nun muss er direkt zu einer Maßnahme zum TÜV Nord.

Er bekam einen Flyer dazu und die EGV, die er aber nciht unterschrieben hat. Hatte ihm eingebleut, dass er nichts ohne Prüfung unterschrieben soll.
Nun hat er sie mir gebracht doch auch ich werde da nicht so ganz schlau, weswegen ich hoffe, dass hier jemand einen Blick drüber werfen kann und gegebenenfalls Tips gibt wie weiter vorzugehen.

Ich habe mir seinen Lebenslauf angesehen und gesehen, dass er zuletzt in einem Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis im Jahr 1986 stand.

Im Jahr 2003-2004 hatte er eine ABM Maßnahme vom Sozialamt absolviert (Hecken schneiden, Rasen Mähen, etc.) und danach war er immer Arbeits bzw. Obdachlos.

Er ist in meinen Augen absolut nicht vermittelbar und hat auch Probleme sich klar zu artikulieren, etc.

Er trinkt auch seit ich ihn kenne (ca. 20 Jahre) jeden Tag mindestens seine 6 Flaschen Bier, wobei ich ihn nicht direkt als Alkoholiker bezeichnen will aber als gewohnheitsmäßigen Trinker. Wenn er längere Zeit nichts trinkt, z.b. von morgens bis nachmittags, dann wird er rappelig und nervös.

Dennoch ist er weit von einem Alkoholiker entfernt, insbesondere weil er absolut keine harten Sachen konsumiert (Schnaps, o.ä).

Mit diesem Hintergrund ist es mir völlig unverständlich ihn in so eine Maßnahme zu zwingen. Er kann sich wie gesagt auch nicht vernünftig artikulieren, weswegen ich glaube, dass in ihm ein leichtes opfer gefunden wurde um ihn abzuschieben bzw. auf Fehler zu hoffen, dass er sanktioniert wird.

Es wurde kein Profiling oder ein Integrationsfahrplan für ihn erstellt, ihm wurde alles mehr oder weniger aufgezwungen.

Nun möchte ich ihm helfen und frage mich wie am besten vorgehen? Die EGV lade ich mit hoch.

Ich denke diese Maßnahme ist absolute Zeitverschwendung und Verschwendung von Gelder und dient in seinem Fall nur dazu ihn aus der Statistik zu bekommen.

Durch seine fehlenden Artikulationsmöglichkeiten ist er nicht in der Lage eine EGV vernünftig und klar auszuhandeln, was natürlich jeder Sachbearbeiter gerne hat!

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Alt 05.01.2017, 16:10   #2
dutchflyer
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dutchflyer
Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Hier ist noch die Zuweisung der Maßnahme und seinen Lebenslauf habe ich auch mal hochgeladen. Dies um zu verdeutlichen um was es hier eigentlich geht und das hier ein Mensch ist, der mit 55 Jahren absolut chancenlos ist.

Wie gesagt, nie richtig gearbeitet, seine längerfristigen Tätigkeiten waren vom Sozialamt (2003-2004 Grünamt) und die AGH

Ich bin immer noch sprachlos wenn Gelder so offensichtlich verbrannt werden indem man chancenlose Menschen in Maßnahmen steckt die sinnlos sind.....

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Alt 05.01.2017, 16:40   #3
DonOs
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Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Zitat von dutchflyer Beitrag anzeigen
Er trinkt auch seit ich ihn kenne (ca. 20 Jahre) jeden Tag mindestens seine 6 Flaschen Bier, wobei ich ihn nicht direkt als Alkoholiker bezeichnen will aber als gewohnheitsmäßigen Trinker. Wenn er längere Zeit nichts trinkt, z.b. von morgens bis nachmittags, dann wird er rappelig und nervös.
Es sollte meiner Meinung nach erst die Erwerbsfähigkeit geprüft werden.

Ich bin kein Freund davon, einem Sachbearbeiter (SB) alles zu erzählen. Aber in diesem Fall würde ich es tun. Wenn dein Bekannter 20 Jahre Alkoholabusus betreibt, dann würde ich es dort bei einem Termin ansprechen. Man solle die Erwerbsfähigkeit mit dem ärztlichen Dienst abklären lassen. Der ärztliche Dienst wird deinen Bekannten wohl möglich dann empfehlen, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

Diese Vorgehensweise habe ich als Beistand bei jemanden schon erlebt (dort 15 Jahre Alkoholabusus). Nachdem wir den ärztlichen Dienst durchgedrückt hatten (das JC wollte erst nicht, Bekannter hatte bis zu 3 gleichzeitg laufende EGV) ging dann alles ganz schnell. Der ärztliche Dienst sah dort keine großen Hoffnungen mehr, wurde also unabdingbar arbeitsunfähig geschrieben. Jetzt macht das Amt Druck, die Rente zu beantragen, aufgrund der Aussage vom ärztlichen Dienst. Mit Verlaub, daß wäre meine Empfehlung, dann hätte dein Bekannter seine Ruhe und noch ein paar friedliche Jahre ohne Sanktionsdruck.
__

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Alt 05.01.2017, 17:07   #4
Zeitkind
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Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Zitat von dutchflyer Beitrag anzeigen
... wobei ich ihn nicht direkt als Alkoholiker bezeichnen will aber als gewohnheitsmäßigen Trinker.
Wenn er längere Zeit nichts trinkt, z.b. von morgens bis nachmittags, dann wird er rappelig und nervös.
Dennoch ist er weit von einem Alkoholiker entfernt, insbesondere weil er absolut keine harten Sachen konsumiert (Schnaps, o.ä).
Gewohnheitsmäßige Trinker sind Alkoholiker. Es hilft ihm sicherlich nicht, das Problem seiner Sucht herunterzuspielen.
Hier macht es sich das JC sehr einfach. Ich finde es lobenswert, daß Du ihm helfen willst.
So, wie Du es beschreibst ist es an der Zeit, das JC in die Pflicht zu nehmen.
@DonOs hat das sehr gut ausgedrückt.
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Alt 05.01.2017, 19:11   #5
dutchflyer
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dutchflyer
Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Ich kenne ihn schon seit 20 Jahren und empfinde es als selbstverständlich ihm zu helfen. Er kennt sich mit Hartz 4 und so absolut nicht aus und ist noch auf dem Stand der alten Sozialhilfe, vom Kopf her

Da sagte er heute doch zu mir: " Wenn die Maßnahme nichts ist dann gehe ich da einfach nicht mehr hin"

Das sagt schon alles aus, und das er sich der Problematik nicht bewusst ist. Geistig ist er auf dem Stand eines 15 jährigen und ziemlich naiv.

Bezüglich des Alkoholproblems befürchte ich, dass er sich da nichts groß sagen lässt. Er hat damals seine Obdachlosigkeit frei gewählt, weil seine Mutter (die im Jahr 2008 gestorben ist) ihn vor die Wahl gestellt hat: Entweder das Trinken sein zulassen oder Rausschmiss aus der Wohnung der Mutter (da war er schon über 40), und er wählte den Auszug und ging nach Belgien und Frankreich und lebte dort in Obdachlosenheimen und in irgendwelchen Parks bzw. am Strand.

Ich befürchte mit Druck das Trinken aufzugeben, würde er nur wieder alles im Stich lassen, und sich wieder abseilen
Mittlerweile hat er alles so weit im Griff, er hat eine kleine Wohnung sogar eine kleine Katze um die er sich kümmert und führt ein normales Leben.
Aber arbeitstechnisch und gesundheitlich ist der Mensch durch und nicht arbeitsfähig, außer für absolut kleine und leichte Tätigkeiten. Wie eben Papier aufsammeln, etc. und ohne Zeitdruck was ja normalerweise im normalen Arbeitsleben gefordert wird.


Welche konkreten Schritte würdet ihr nun genau wählen? Ich tendiere auch auf eine amtsärztliche Untersuchung hinzuwirken, ich überlege mit ihm zu einem Psychotherapeuten zu gehen, außerdem hat er Knie und Rückenprobleme infolge seiner jahrelangen Obdachlosigkeit.

Was ich auch nicht verstehen kann, ist dass er auch ziemlich am Ende aussieht und die neue Arbeitsvermittlerin da wenig Empathie aufbringt.
Wenn ich so einen Menschen wie ihn vor mir sitzen hätte, dann würde es bei mir sofort klingeln. Und genau deswegen bin ich sprachlos, denn das ist wirklich der Beweis, dass hier ein Mensch ohne Rücksicht auf Verluste aus der Statistik gedrängt werden soll und /oder Maßnahmeplätze auf Teufel komm raus belegt werden soll.

Mein Plan ist nun die EGV ihn nicht unterschreiben zu lassen und eventuell neu auszuverhandeln.

Was mir auch auffällt , ist dass keine Stundenzahl für die Maßnahme bestimmt wurde. Ist das angreifbar?

Gibt es noch andere Tricks dagegen vorzugehen?
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Alt 05.01.2017, 19:25   #6
AnonNemo
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Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Hallo dutchflyer,

ich finde es super, dass du dich so für den Bekannten einsetzt.
Das muss ich an den Anfang setzen, damit du meine provokanten Fragen nicht falsch verstehst!

Nur, auch wenn er keine harten Sachen trinkt ... mit 6 Bier ist er Alkoholiker!
Mir wurde schon erklärt, dass man mit jeweils einem Bier am Samstag und Sonntag zu den Quartalstrinkern gezählt wird ... ok, die Information war nicht gerade von einem Arzt oder Suchtbeauftragten.

Zitat von dutchflyer
Bezüglich des Alkoholproblems befürchte ich, dass er sich da nichts groß sagen lässt.
Halt, stopp ... wir (ich denke mal, dass das im Sinn der Mitposter ist?) wollen dir nicht empfehlen, dass der Bekannte mit dem Trinken aufhören muss ... und schon gleich gar nicht, dass DU es ihm beibringen sollst!

Ist es möglich den Bekannten als Beistand bei den JC-Terminen zu begleiten?

Desweiteren sehe ich den Menschen (jedenfalls nach deiner Schilderung) nicht bei der BA (AfA/JC) sondern eher Grundsicherung oder Sozialamt.
Welche Probleme es da geben kann, bzgl. Krankenkassenbeiträge, Versicherungsschutz usw. bin ich überfragt.

So wie es aussieht ist nicht mal geklärt, ob der Bekannte erwerbsfähig ist ... weder, was die Gesundheit, noch, was die Qualifikation(en), angeht.
Einen Alkoholiker auf die Arbeitswelt loszulassen finde ich ... hm ... (natürlich von SB!) sträflich.

Zu der EGV:
Da ist nichts über die Erstattung von Bewerbungskosten geregelt ... ein wichtiger Punkt, weshalb die EGV nicht unterschrieben werden konnte/kann.

Ui, es wird ihm ein Zuschuss zur Selbständigkeit angeboten.

Die Maßnahme ist unbestimmt, weil alle - zur Prüfung der Zumutbarkeit notwendigen - Informationen erst am ersten Tag vom MT () bekannt gegeben werden.
Ein weiterer Punkt, warum nicht unterschrieben wird.

Zu der Zuweisung:
Mit dem Maßnahmeninhalt macht es sich SB aber sehr einfach: s. Flyer.
Da zeigt sich sehr deutlich der Ermessensnichtgebrauch durch SB.

Natürlich darf die Mitwirkungspflicht: "die Annahme von Arbeitsangeboten durch den MT.", nicht fehlten
Da hat es sich (wohl) noch nicht bis zu diesem JC herumgesprochen, dass eine private Firma kein Recht hat ein sanktionsbewehrtes Arbeitsangebot unterbreiten zu dürfen ... es gibt ein/mehrere Urteile/Beschlüsse, welche dies ausschließlich der BA (AfA/JC) zugesteht.

Aha, in der Zuweisungs-RFB wird auf eine zumutbare Maßnahme hingewiesen, sogar, dass diese Maßnahme zumutbar ist ... NUR, wo sind die überprüfbaren Zumutbarkeitskriterien?
Auch hier wird (wohl) darauf abgezielt, dass eine erfolgte Zuweisung ein Beweis für die Zumutbarkeit sein soll ... wird auch regelmäßig bei VV-Sanktionsbegründungen so behauptet.

Was mir zusätzlich durch den Lebenslauf und deinen Beitrag auffällt:
Die AGH (Müll aufpicken) war nicht zusätzlich ... schon mal daran gedacht, da Wertersatz (in Höhe vom Mindestlohn) vom JC zu fordern?
Und wenn es nur in einem Gespräch mit SB angesprochen wird, um damit SB zu drohen, SB in die Schranken zu weisen, einen Termin beim äD zu bekommen o. ä.

So wie es aussieht, war der Bekannte die letzten beiden Jahre durchgehend in AGHs, und jetzt ist das Ziel der EGV; Aufnahme einer Arbeit oder die Selbständigkeit?
Dubiose Sache.

AnonNemo
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Alt 05.01.2017, 20:26   #7
dutchflyer
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dutchflyer
Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Zitat von AnonNemo Beitrag anzeigen
Hallo dutchflyer,

ich finde es super, dass du dich so für den Bekannten einsetzt.
Das muss ich an den Anfang setzen, damit du meine provokanten Fragen nicht falsch verstehst!

Nur, auch wenn er keine harten Sachen trinkt ... mit 6 Bier ist er Alkoholiker!
Mir wurde schon erklärt, dass man mit jeweils einem Bier am Samstag und Sonntag zu den Quartalstrinkern gezählt wird ... ok, die Information war nicht gerade von einem Arzt oder Suchtbeauftragten.


Halt, stopp ... wir (ich denke mal, dass das im Sinn der Mitposter ist?) wollen dir nicht empfehlen, dass der Bekannte mit dem Trinken aufhören muss ... und schon gleich gar nicht, dass DU es ihm beibringen sollst!
Meine Sorge ist, dass das Jobcenter ihn in irgendeiner weise zwingt den Konsum von dem Bier einzustellen.
Ich persönlich bin zwar Anti Alkoholiker, und würde es prinzipiell immer begrüßen wenn jemand eine Therapie oder so macht (gerne auch mit sanften Druck), denke aber auch, wenn jemand so lange trinkt wie er, man das auch akzeptieren soll wenn alles andere im Leben stimmt.

Ihm wäre mit einem Entzug auch nicht geholfen, da er einfach geistig nicht mehr auf der Höhe ist und ihm ein Entzug arbeitstechnisch nicht ein Stück näher bringt. Das hätte vielleicht noch vor zehn oder fünfzehn Jahren etwas gebracht.

Wobei ich nicht sagen möchte, dass ein Entzug nicht sinnvoll wäre, zumindest wenn man den gesundheitlichen Aspekt berücksichtigt. Aber da muss die Einsicht alleine kommen.

Wenn ich beim Jobcenter mit dem Alkoholkonsum ankomme, dann könnte die Arbeitsvermittlerin doch veranlassen das Geld einzubehalten und nur noch Sachleistungen zu gewähren?

Finanziell kann er aber gut mit dem Geld umgehen, er hat allerdings auch eine Bescheidene Lebensführung. Er ist ziemlicher Eigenbrötler und legt so keinen großen Wert auf andere Kontakte neben mir und zwei drei anderen die ihn ebenfalls so lange kennen.
Er ist auch ein absolut sozialverträglicher Mensch der niemals aggressiv wird, auch nicht wenn er getrunken hat. Bier macht da glaube ich eher ruhig.

Ich schaue ob ich nicht mit ihm mehrere Ärzte aufsuchen kann, die ihn eine gewisse Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.
Es ist nun nicht so, dass er absolut nichts machen kann, ich würde es so ausdrücken wollen:

Arbeitsfähig im Sinne von knallharter Erwerbsarbeit ist er nicht, allerdings kann er gut beschäftigt werden. Also wenn man ihn einen Besen in die Hand drückt und sagt: Fege den Flur, dann macht er das ohne Probleme.
Natürlich darf man da vom zeitlichen Rahmen keine Wunder erwarten, aber er macht es gewissenhaft.

Zitat von AnonNemo Beitrag anzeigen
Ist es möglich den Bekannten als Beistand bei den JC-Terminen zu begleiten?
Eigentlich komme ich immer mit, aber gerade heute ging es nicht, und sein bisheriger Arbeitsvermittler hatte die Lage auch gut erkannt und ihm sogar angeboten gehabt, dass er jederzeit den Euro Job beenden könne wenn er es nicht packt.

Doch da ihm der Vorarbeiter sehr weit entgegen kam (ihn Papier aufsammeln ließ, während die anderen schwerere Sachen machen mussten), hatte er das Angebot nie angenommen.

Die letzten beiden Eingliederungsvereinbarungen kamen sogar mit der Post, ohne Bewerbungszwang und nur mit der Zuweisung für den Ein Euro Job.

Nun hat er eine neue Arbeitsvermittlerin die da wenig Empathie aufbringt, kommt mir jedenfalls so vor.

Zitat von AnonNemo Beitrag anzeigen
Desweiteren sehe ich den Menschen (jedenfalls nach deiner Schilderung) nicht bei der BA (AfA/JC) sondern eher Grundsicherung oder Sozialamt.
Welche Probleme es da geben kann, bzgl. Krankenkassenbeiträge, Versicherungsschutz usw. bin ich überfragt.

So wie es aussieht ist nicht mal geklärt, ob der Bekannte erwerbsfähig ist ... weder, was die Gesundheit, noch, was die Qualifikation(en), angeht.
Einen Alkoholiker auf die Arbeitswelt loszulassen finde ich ... hm ... (natürlich von SB!) sträflich.
Ich sehe das auch so, wobei er ja nicht zwangshaft trinken muss, sondern auch gut und gerne mehrere Stunden auf sein Bier verzichten kann, das hat auch beim Ein Euro Job super geklappt.

Der ging von 8-14 Uhr und danach war der erste Weg immer in einen Discounter Bierchen holen.
Das schreibe ich aber nicht vorwurfsvoll, sondern möchte das nur erwähnen, dass er auf das Bier eine zeitlang verzichten kann und sehr gut zwischen Beschäftigung/ Verpflichtungen und Bierkonsum trennen kann.


Zitat von AnonNemo Beitrag anzeigen
Zu der EGV:
Da ist nichts über die Erstattung von Bewerbungskosten geregelt ... ein wichtiger Punkt, weshalb die EGV nicht unterschrieben werden konnte/kann.

Ui, es wird ihm ein Zuschuss zur Selbständigkeit angeboten.

Die Maßnahme ist unbestimmt, weil alle - zur Prüfung der Zumutbarkeit notwendigen - Informationen erst am ersten Tag vom MT () bekannt gegeben werden.
Ein weiterer Punkt, warum nicht unterschrieben wird.

Zu der Zuweisung:
Mit dem Maßnahmeninhalt macht es sich SB aber sehr einfach: s. Flyer.
Da zeigt sich sehr deutlich der Ermessensnichtgebrauch durch SB.

Natürlich darf die Mitwirkungspflicht: "die Annahme von Arbeitsangeboten durch den MT.", nicht fehlten
Da hat es sich (wohl) noch nicht bis zu diesem JC herumgesprochen, dass eine private Firma kein Recht hat ein sanktionsbewehrtes Arbeitsangebot unterbreiten zu dürfen ... es gibt ein/mehrere Urteile/Beschlüsse, welche dies ausschließlich der BA (AfA/JC) zugesteht.

Aha, in der Zuweisungs-RFB wird auf eine zumutbare Maßnahme hingewiesen, sogar, dass diese Maßnahme zumutbar ist ... NUR, wo sind die überprüfbaren Zumutbarkeitskriterien?
Auch hier wird (wohl) darauf abgezielt, dass eine erfolgte Zuweisung ein Beweis für die Zumutbarkeit sein soll ... wird auch regelmäßig bei VV-Sanktionsbegründungen so behauptet.

Was mir zusätzlich durch den Lebenslauf und deinen Beitrag auffällt:
Die AGH (Müll aufpicken) war nicht zusätzlich ... schon mal daran gedacht, da Wertersatz (in Höhe vom Mindestlohn) vom JC zu fordern?
Und wenn es nur in einem Gespräch mit SB angesprochen wird, um damit SB zu drohen, SB in die Schranken zu weisen, einen Termin beim äD zu bekommen o. ä.

So wie es aussieht, war der Bekannte die letzten beiden Jahre durchgehend in AGHs, und jetzt ist das Ziel der EGV; Aufnahme einer Arbeit oder die Selbständigkeit?
Dubiose Sache.

AnonNemo
Danke für die Erläuterungen, das ist doch schon mal was womit ich was anfangen kann.

Ich werde mich auf deine Ausführungen hin nochmal anderweitig schlau machen und dann einen Text für die Sachbearbeiterin aufsetzen. Diesen setze ich dann hier rein und es wäre super wenn jemand ihn dann lesen und gegeben falls korrigieren kann
dutchflyer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2017, 10:00   #8
DonOs
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Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Auf eine EGV oder Maßnahme bin ich nicht eingegangen, da diese beiden Sachen meiner Meinung nach, durch den Gesundheitszustand deines Bekannten obsolet geworden sind.

Zitat:
Meine Sorge ist, dass das Jobcenter ihn in irgendeiner weise zwingt den Konsum von dem Bier einzustellen
Das kann ein Jobcenter nicht. Ein Amt kann niemanden zur Therapie oder sonstigem zwingen, erst recht nicht unter Sanktionsdruck.


Zitat:
Wenn ich beim Jobcenter mit dem Alkoholkonsum ankomme, dann könnte die Arbeitsvermittlerin doch veranlassen das Geld einzubehalten und nur noch Sachleistungen zu gewähren?
Wurde dazu ein Anlaß gegeben, wie die Miete wurde nicht bezahlt oder sonstiges?

Zitat:
Finanziell kann er aber gut mit dem Geld umgehen
Dann ist ja alles Gut. Wenn dein Bekannter die Miete für andere Zwecke verwendet hätte, dann könnte das JC die Miete selbst überweisen, dafür gibt es aber keinen Grund.


Zitat:
Die letzten beiden Eingliederungsvereinbarungen kamen sogar mit der Post
Mit dem Vermerk auf der letzten Seite, daß die EGV mit einem besprochen, durchgegangen und gemeinsam vereinbart worden ist, doch bitte zu unterzeichnen... . Ich würde mich jetzt nicht auf eine EGV und oder Maßnahme konzentrieren, sondern schnellstens um Einschaltung des ärztlichen Dienstes voran treiben. Das hätte für mich jetzt oberste Priorität.
__

DonOs ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2017, 11:44   #9
Volker66
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Volker66 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Maßnahme Aktivcenter Tüv Nord

Zitat von dutchflyer Beitrag anzeigen

Bei dem Euro Job hätte er eigentlich andere Aufgaben erledigen müssen, doch hat der Vorarbeiter gemerkt, dass er sowohl psychisch wie auch geistig nicht so recht auf der Höhe ist und hat ihn als einzigen von der Truppe mit einem Eimer und Pickerl zum Papier aufpicken geschickt.
Freut mich, dass er jemanden hat der ihm hilft !!

Sehe ich auch so, dass erst einmal die Leistungsfähigkeit abgeklärt werden muss.

Wenn er psychisch wie auch geistig nicht so recht auf der Höhe ist sollte auch festgestellt werden, ob eine Vormundschaft nötig ist.

Es müssten andere Eingliederungshilfen für behinderte Menschen herangezogen werden, denke ich, wenn jemand psychisch wie auch geistig nicht so recht auf der Höhe ist.

Es ist ja eine Behinderung.

https://www.lwl.org/LWL/Soziales/Beh...iederungshilfe

Die muss natürlich erst festgestellt werden.

.
Volker66 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2017, 19:40   #10
dutchflyer
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dutchflyer
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Danke nochmal für die Ausführungen

So wir haben das nochmal besprochen und sind zu folgendem Schluss gekommen:

Er wird die Maßnahme antreten und normalerweise müssten sie dort schnell merken was da los ist. Sollte das nicht der Fall sein, werden wir in zwei drei Wochen das Gespräch mit der Arbeitsvermittlerin suchen.

Ich denke aber die von der Maßnahme werden von sich aus ihn nach spätestens zwei bis drei Tagen nach Hause schicken.
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