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Start > > -> Sinnlose Schulung - Möglichkeiten der Ablehnung?

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Alt 30.08.2007, 23:00   #1
Aureliana->Emailproblem
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Registriert seit: 30.08.2007
Beiträge: 39
Aureliana
Standard Sinnlose Schulung - Möglichkeiten der Ablehnung?

Hallöchen zusammen,

ich bin zwar neu hier im Forum, aber heute bräuchte ich mal einen Rat von Euch, weil meine Fragen über die Suchfunktion nicht komplett beantwortet wurden. Bei mir besteht folgendes Problem:

Ich bin 40 Jahre, seit 6 Jahren arbeitslos, seit 5 Jahren ohne Leistungsbezug, Familieneinkommen wird über meinen Vollzeit beschäftigten Ehemann gedeckt. Meine "Kunden"-Mitgliedschaft beim Arbeitsamt besteht nur wegen der Rentenversicherungszeiten.

Seit ich arbeitslos wurde bemühe ich mich um eine berufliche Fortbildungsmaßnahme, um dadurch eine Qualifikation zu erhalten, die mir bei Bewerbungen und bei Vorstellungsgesprächen helfen würde. Bislang besteht hier komplett Fehlanzeige. Argumente von der Agentur: kein Geld, zu lange arbeitslos bzw. kein Leistungsbezieher. Auch ein direkt gestellter Fortbildungs-Antrag wurde komplett abgelehnt, auch im Widerspruch. Mit der Begründung, es gäbe bei mir im Raum über 200 offene Stellen, ein Arbeitsvertrag sei absolut kein Problem. Zur Klage fehlt mir das Geld. Also: bildungslos weiter arbeitslos. Bei persönlichen Gesprächen mit dem Arbeitsamt oder Zweitunternehmer spreche ich diesen Mangel an entsprechender Qualifikation immer wieder an, bislang ohne Erfolg.

Ein Jahr nach Beginn meiner Arbeitslosigkeit habe ich an einem Bewerbungscoaching teilgenommen. Nach Beendigung des Coachings war selbst dem Coacher klar, daß ich ohne eine berufliche Qualifizierung nicht weiterkomme. Er versprach es dem Arbeitsamt mitzuteilen. Bis letztes Jahr hatte ich beim Arbeitsamt nur das jährliche Gespräch mit dem immer wiederkehrenden Refrain, daß eine berufliche Qualifizierung hilfreich wäre. Letztes Jahr wollte das Arbeitsamt mich in ein neues Bewerbungscoaching stecken, das Argument lautete, es hätte sich viel getan, und es wäre sinnvoll die neuesten Bewerbungsstandards kennenzulernen. Das konnte ich damals noch wg. mangelnder Qualifizierung argumentativ erfolgreich ablehnen. Bis heute.

Heute erhielt ich ein Schreiben vom Arbeitsamt, ich solle mich nächste Woche bei einer ortsansässigen Coaching-Firma melden. Eine 6-wöchige Bewerbungsmaßnahme steht an. Das ist ja nett, daß endlich mal Geld für Bildung vorhanden ist, aber die Maßnahme ist zumindest bei mir rausgeschmissenes Geld, weil ich ohne berufliche Qualifizierung in Form von Schulungen auch mit noch so perfekten Bewerbungen keinen Job bekomme.


Meine Frage: was kann ich tun? Persönlich möchte ich ungern aufs Arbeitsamt um zu argumentieren, daß das Bewerbungscoaching ohne berufliche Qualifizierung komplett überflüssig ist, mit der drohenden Rhetorik der Sachbearbeiter kann ich im persönlichen Gespräch nicht mithalten. Wäre es sinnvoll, die Maßnahme dennoch zu machen, um damit meinen Förderwillen zu dokumentieren? Was würde mit der Rentenversicherung passieren, wenn ich die Maßnahme "ohne wichtige Gründe" ablehne? Oder was für Alternativen fallen Euch ein, was würdet Ihr in meinem Falle tun?

Ich freue mich auf Eure Antworten.


Ein liebes Grüßchen
Aurelia
Aureliana ist offline  
Alt 31.08.2007, 00:29   #2
druide65
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druide65 druide65 druide65 druide65 druide65
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Da du nicht im Leistungsbezug stehst können die dir auch nichts.
Deinen guten Willen hast du ja schon genug bewiesen.

Stellen sich zwei Fragen:
Hast du einen Berufsabschluss?
Wenn nein wäre eine Umschulung zwingend notwendig.

Hast du dich auf die "200" Stellen beworben?

Wenn ja....und dann nehme ich mal an es kamen nur Absagen,wäre dies auch eine gute Argumentation für eine Qualifizierung.

Vielleicht hilft dir das etwas weiter: http://www.arbeitsagentur.de/nn_2639...gutschein.html
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 31.08.2007, 11:37   #3
Aureliana->Emailproblem
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Aureliana
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Hallöchen druide,

dankeschön für Deine Antwort und auch für Deinen Link. Zu Deinen Fragen:

Ja, ich habe einen Berufsabschluss. In diesem Beruf habe ich auch bis vor 6 Jahre gearbeitet, bis mir gekündigt wurde. Allerdings hasse ich diesen Beruf, auch mit 10 Pferden möchte ich ihn nicht mehr ausüben. So habe ich mich in den letzten 6 Jahren durch starke Eigeninitiative (Fachbücher, Privatschulung über Bekannte) auf ein anderes berufliches Feld eingearbeitet, welches mir sehr viel besser liegt und auf dem ich auch gerne arbeiten würde. Für dieses Gebiet suche ich eine preisgünstige Qualifizierungsmöglichkeit, möglichst mit einem Zeugnis oder ähnliche abschließende Qualifizierungsbestätigung, die ich allein durch Selbstschulungen bislang nicht habe.

Das Arbeitsamt weiß von meinen Eigenbemühungen für den neuen Beruf, unterstützt diese jedoch nicht von ihrer Seite (soviel zu "freier Berufsauswahl", welches im Grundgesetz verankert ist). Die Agentur möchte mich lieber in meinem "alten" Beruf unterbringen, da laut Stellendatenbank dort mehr Stellen frei sind. Würde ich auch, wenn mir der Beruf Spaß machen würde, aber ich kanns echt nicht mehr, mir hängt er zum Hals raus.

Als Rat gab mir der Sachbearbeiter mit, ich solle mal in meinem alten Beruf eine Arbeitsstelle finden, und mit dem dort erzielten Einkommen eine Abendschule privat finanzieren, die mir einen qualifizierten IHK-Abschluss geben würde. Haken dabei: die Abendschule kostet mich ein kleines Vermögen, pro Semester müsste ich ca. 3000 Euro bezahlen.

Gerne würde ich auch als beruflicher Quereinsteiger anfangen und mich Stück für Stück hocharbeiten. Ohne Qualifikation ist der Einstieg jedoch ein Ding der Unmöglichkeit, dafür gibts zu viele fertig qualifizierte Fachkräfte auf dem Arbeitslosenmarkt. Deswegen bemühe ich mich auch stark um eine Qualifizierung, ganz egal welche, Hauptsache sie bringt mich weiter. Das Bewerbungscoaching würde mich auf gar keinen Fall weiterbringen.


Aber dankeschön vielmals für Deinen Hinweis, daß die Agentur mir gar nichts kann, da ich keinen Leistungsbezug habe. Deswegen nochmal ne konkrete Rückfrage. Bei Leistungsbezieher kann eine Sperrfrist verhängt werden, die mir als Nicht-Leistungsbezieher nicht weh tut. Doch was passiert mit den Zeiten der Rentenversicherung? Läuft die Meldezeit für die Rentenversicherung dennoch weiter, auch wenn offiziell eine Sperrfrist verhängt wurde? Darüber habe ich leider keine klare Aussage in den Gesetzestexten gefunden und wäre für eine Antwort dankbar.


Ein liebes Grüßchen und dankeschön vorab
Aureliana ist offline  
Alt 31.08.2007, 15:56   #4
münchnerkindl->Emailproblem
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münchnerkindl münchnerkindl münchnerkindl
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Ist das mit dem alten Job bei Dir so schlimm daß es regelrecht krankmachend ist? zB Depressionen ?

Dann würde ich es mal mit einem Attest probieren.
münchnerkindl ist offline  
Alt 31.08.2007, 18:56   #5
Aureliana->Emailproblem
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Aureliana
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Das mit dem Attest hatte ich schon probiert. Und wurde auch zum psychologischen Dienst eingeladen. Die Psychologin hat mich über zig Stunden hinweg getestet. Abschließend hat sie mir mitgeteilt, daß sie durchaus glaubt, daß ich meinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben möchte. Aber wenn ich für meinen bisherigen Beruf psychologisch nicht geeignet bin, dann würde ich aus psychologischen Gründen auch keine Eignung für meinen gewünschten Beruf haben. Ganz pauschal. In ihrem Gutachten stand dann, daß ich für meinen bisherigen Beruf psychologisch weiterhin geeignet bin.


Was ich jedoch in höherer Priorität gern wissen würde ist, ob die Agentur im Falle einer verhängten Sperrzeit mich von der Rentenversicherung abmeldet oder nicht.
Aureliana ist offline  
Alt 31.08.2007, 19:12   #6
Borgi->Emailproblem
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Borgi
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Zitat:
Aber dankeschön vielmals für Deinen Hinweis, daß die Agentur mir gar nichts kann, da ich keinen Leistungsbezug habe. Deswegen nochmal ne konkrete Rückfrage. Bei Leistungsbezieher kann eine Sperrfrist verhängt werden, die mir als Nicht-Leistungsbezieher nicht weh tut.
Na, wenn das mal so einfach wäre .....

Nur mal angenommen:
Dein Mann wird wegen Selbstverschulden arbeitslos. Er erhält eine Sperre von 3 Monaten. Jetzt kommst du (nachdem du die Maßnahme abgelehnt hast) auf die Idee für dich Hartz IV zu beantragen. Der Sachbearbeiter schaut in seinen veralteten PC und stellt fest, dass du eine Sanktion von 30% hast (wenn es nur diese eine Pflichtverletzung war). Die ersten 3 Monate in denen dein Mann arbeitslos ist könnten sehr hart werden.
__

Ein Aufsichtsratposten ist das höchste Parteiamt, das die Wirtschaft ihren Politikern verleiht.
(aus "Der Privatdemokrat" ©Elmar Kupke)

Von mir kann man garantiert keine Rechtsberatung erwarten!
Borgi ist offline  
Alt 31.08.2007, 23:43   #7
ethos07
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Zitat von Aureliana Beitrag anzeigen
D

Was ich jedoch gern wissen würde ist, ob die Agentur im Falle einer verhängten Sperrzeit mich von der Rentenversicherung abmeldet oder nicht.
Aureliana, Was genau sollte dir die AfA denn sperren??????
(Ok, so wie Borgi eine Situation konstruiert, dass dein Mann erwerbslos wird, könnte das ja sein... )

Wichtig mal wirklich zu wissen, für dich wäre (wie auch hier für uns im Forum, weil die Frage tauchte hier schon öfters auf - und die Antwort ist jedenfalls auch mir nicht klar:)

Kann die AfA oder die ArGe einen bei ihr ohne Leistungsbezug als arbeitssuchend Gemeldeten (der nicht einfach alles brav tut, was sie sich so vorstellt) bei der Rentenversicherung abmelden?


M.W. ist das nicht möglich.

Liege ich damitfalsch?
ethos07 ist offline  
Alt 01.09.2007, 16:19   #8
Pikku->Emailproblem
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Pikku
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Zitat von ethos07 Beitrag anzeigen

Kann die AfA oder die ArGe einen bei ihr ohne Leistungsbezug als arbeitssuchend Gemeldeten (der nicht einfach alles brav tut, was sie sich so vorstellt) bei der Rentenversicherung abmelden?


M.W. ist das nicht möglich.

Liege ich damitfalsch?
Diese frage hatte ich auch schon mal gestellt, und in dem thread hiess es dann, prinzipiell schon, wenn der betreffende nicht "wirklich" arbeiten wolle - und wie AfA das auslegt, ist ja bekannt.
Also - würde mich auch mal interessieren wie es sich tatsächlich rein rechtlich damit verhält.
Pikku ist offline  
Alt 03.09.2007, 19:02   #9
Aureliana->Emailproblem
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Aureliana
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Eine kurze Zwischenmeldung.

Heute war ich Vorort bei der AfA und habe versucht das Thema selbst zu klären. Ein Widerspruchschreiben habe ich dazu vorbereitet und nach diesem Gespräch auch abgegeben. Hierzu ein dickes Dankeschön an das Forum für die vielen praktischen Gesetzestipps :-)

Jedenfalls hat der Sachbearbeiter mir mitgeteilt, daß wenn ich zum vorgeschriebenen Termin bei der Maßnahme nicht erscheine, dann werde ich von Seiten der AfA als nicht mehr arbeitssuchend abgemeldet. Damit verbunden ist automatisch die Abmeldung zur Rentenversicherung. Ich hätte zwar die Möglichkeit mich nach der Abmeldung anschließend nochmals neu als arbeitssuchend anzumelden. Das würde jedoch keine Veränderung bringen, da die AfA mir danach wieder eine Einladung zum gleichen Kurs zusenden würde.


Das ist eine offenkundige Aussage und lässt starke Rückschlüsse auf die derzeitig geführte AfA-Strategie zu. Die scheint massiv und mit aller legaler Gewalt die Zahl der Arbeitssuchenden nach unten drücken zu wollen (oder zu müssen). Egal ob durch Abmeldung wg. Meldeversäumnis oder eben durch Maßnahmen wie z.B. ein Bewerbungscoaching. Arbeitslosenzahlen müssen runter. Egal wie, egal ob vielleicht nur temporär, Hauptsache scheint nur, daß es noch einigermaßen legal ist.
Aureliana ist offline  
Alt 04.09.2007, 13:21   #10
Aureliana->Emailproblem
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Registriert seit: 30.08.2007
Beiträge: 39
Aureliana
Standard

Liebe Forenteilnehmer,

heute hat die Bewerbungsmaßnahme begonnen und ich bin auch dort gewesen. Jetzt kommt der Hammer:

Der Kursleiter erklärte uns Teilnehmer gleich anfangs komplett unumwunden und frei heraus, daß die Maßnahme nur dazu bestimmt ist, die Arbeitslosenzahlen nach unten zu drücken. Er hat uns gesagt, daß seine Liste der heute eingeladenen Leute 32 Kursteilnehmer umfasst. Von denen sind gerade mal eben 4 Leute (entspricht 12,5%) persönlich erschienen. Der Rest fehlt unentschuldigt. Alle für den Kurs vorgesehenen Teilnehmer seien Langzeitarbeitslose ohne Leistungsbezug. Und alle, die nicht erschienen sind, werden wegen Nichtteilnahme von der Agentur für Arbeit abgemeldet. Damit habe die Agentur für Arbeit ihre eigentliche Zielsetzung schon erreicht, die Arbeitslosenstatistik wird sich in den kommenden Monaten entsprechend "verschönern". Dieses Maßnahme-Spiel wird zumindest bei diesem Träger in der kommenden Zeit jede Woche aufs neue stattfinden, bis alle bei der Agentur gemeldeten Langzeitarbeitslose der Region eingeladen wurden, und das wird voraussichtlich bis Frühjahr 2008 andauern.

Weiterhin bat er die Kursteilnehmer um persönliche Wünsche, was in der Kurszeit alles gemacht werden soll, damit die Zeit beidseitig so angenehm wie möglich gestaltet werden kann. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Einzelthemen, die der Kursleiter per Auftrag der AfA mit den Teilnemer besprechen muss, haben die Teilnehmer komplett freie Hand. Wichtig sei im Prinzip nur die Anwesenheitszeit, die für die AfA streng dokumentiert werden muss. Die Bewertungen der Teilnehmer am Ende des Kurses, die an die AfA gesandt werden muss, wird nicht einmal der Kursleiter schreiben, sondern ein Dritter im Pauschaldurchgang, der die Teilnehmer nicht mal persönlich kennt. Obendrauf wird die Bewertung bei jedem Teilnehmer automatisch "schöngeschrieben", so lange sich der Einzelne keine selbstverschuldete grobe Patzer während der Dauer des Kurses erlaubt.

Der freundliche Herr war in der Vergangenheit wohl selbst arbeitslos und in der gleichen Situation wie die Kursteilnehmer. Und aus dieser Situation heraus hält er es für unangebracht, beschönigende Worte zu verwenden oder gar zu lügen. Deswegen wollte er den Kursteilnehmern lieber gleich anfangs reinen Wein einschenken.

Diese offenen Worte sind meines erachtens ein ziemlich heftiger Offenbarungseid für die Bundesagentur für Arbeit, da sie keine Vermutungen sind, sondern ein Maßnahmen-Mitarbeiter sie selbst ausgesprochen hat. Und sicherlich auch für Euch mal interessant zu erfahren. Ich frage mich gerade, wer sich noch alles über die Information interessieren könnte...


Ein liebes Grüßchen
Aureliana
Aureliana ist offline  
Alt 09.09.2007, 11:57   #11
gurkenaugust
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Aureliana,

Dein Erlebnisbericht ist sehr interessant. Solche Versuche, die Arbeitslosenzahlen vor allem bei Personen ohne Leistungsbezug zu senken, gab es schon vorher. Beispielsweise berichtete die "Süddeutsche Zeitung" im Februar 2004 dazu: http://www.sueddeutsche.de/jobkarrie...kel/184/27157/

Aber noch eine generelle Anmerkung. Du erwähntest, daß Du "wegen der Rente" weiterhin arbeitslos gemeldet bleiben wolltest. Arbeitslosenzeiten ohne Leistungsbezug können ja im Prinzip Anrechnungszeiten sein.

Nur wird der Effekt dieser Zeiten für die Rente oft überschätzt. Für die Höhe der Rente sind nur Zeiten mit Beiträgen maßgebend. Genauso muß die grundlegende Wartezeit von 5 Jahren mit Beitragszeiten erfüllt sein. Anrechnungszeiten kommen eigentlich nur ins Spiel, wenn es um die vorgezogene Rente wegen langjähriger (35jähriger) Wartezeit geht, da sie hier angerechnet werden. Aber auch da muß man inzwischen ja Rentenabschläge hinnehmen, wenn man tatsächlich eher in Rente gehen will.

Ebenso kann man in der Rentenversicherung freiwillige Beiträge zahlen, was dann im Gegensatz zu einer Anrechnungszeit auch eine Auswirkung auf die Rentenhöhe hätte. Das kostet zunächst aber etwas (derzeit Mindestbeitrag knapp 80 Euro monatlich).

Laß Dich vielleicht mal bei der Rentenversicherung darüber beraten, die haben eine kostenlose telefonische Auskunft.

Schöne Grüße und alles Gute.
 
Alt 09.09.2007, 13:05   #12
gitta2
Elo-User/in
 
Benutzerbild von gitta2
 
Registriert seit: 27.05.2007
Ort: Südthüringen
Beiträge: 185
gitta2
Standard

Somit hat erst mal der Kursveranstalter ein gutes Sümmchen eingesteckt und den A.... der Bildungseinrichtung erhalten.
Statt dass das Geld in sinnvolle Qualifizierungs- oder Umschulungsmaß-nahmen gesteckt wird, werden solche unnötigen Sachen veranstaltet, um wirklich die Leute aus der Statistik raus zu bekommen. Damit man sich brüsten kann in den Medien, um den noch mit Arbeit beschenkten Leuten zu suggerieren, Hartz 4 ist super, schaut mal, wieviele Arbeitslose weniger wir da haben. Fordern hat genützt. Wenn wir die Daumenschrauben noch mehr zudrehen, haben wir doch sicher bald nur noch 1,5 Mio Arbeitslose. (Wie die dann zustande kommen diese Zahlen, danach fragt keiner).
Auf der anderen Seite wird bemängelt, dass es keine oder nicht genügend qualifizierte Fachkräfte gibt. Wenn ein Ingenieur 2 Jahre aus dem Beruf raus ist (es reicht in manchen Branchen sicher auch schon ein halbes Jahr), dann ist er doch weg vom Fenster bei der rasanten Entwicklung heutzutage.
Und wenn du dann noch über einem gewissen Alter liegst, ist eh schon alles zu spät. Dann wird einem gesagt, Qualifizierungs-oder Umschulungsmaßnahme - für Sie???? Das ist nicht mehr vorgesehen.
gitta2 ist offline  
Alt 16.09.2007, 10:06   #13
Hawk321
Elo-User/in
 
Registriert seit: 30.10.2005
Beiträge: 196
Hawk321 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Also da verstehe ich so einigs nicht. Du bist Arbeitslos seit 6 Jahren...ok, dein Mann verdient genug Geld ? Dann bist Du nicht in der Lage nebenbei etwas zu machen? Hast keine Möglichkeiten die Familienkasse aufzubessern??? Selbst auf geringfügiger Basis nicht? Das Geld scheint ja bei euch in Ordnung zu sein.

Hör auf zu jammern !!! Wenn Dein Mann genug Geld verdient und du nur 1-2 Jahre etwas gemacht hättest das Dir auch freude macht, hättest Du auch genug Geld für andere Weiterbildungsmassnahmen.
Aber 6 Jahre "Hausfrau"? Lächerlich.

Nun gib mal deinen Beruf preis und erzähl was Du gerne machen möchtest.

Zum Coaching.

Anwalt schnappen und Klage einreichen. Beschönigung hin oder her, es muss wenn schon richtiges Bewerben wohl trainiert werden, wenn man selbst nicht in der Lage dazu ist....unabhängig von der eigenen beruflichen Qualifikation.
__

Ich kann gar nicht so viel Essen wie ich auf Deutschland kotzen muss
Hawk321 ist offline  
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