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Start > > -> Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Weiterbildung/Umschulung/Sinnlose Maßnahmen Bitte nur Beiträge posten, die mit Weiterbildung/Umschlung und sinnlose Maßnahmen zu tun haben


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Alt 28.05.2014, 14:21   #1
Anja79->Emailproblem
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Anja79
Böse Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Hallo.

Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Ich bin misstrauisch und seit Dekra und DAA kann ich nur den Kopf schütteln, was alles nicht gemacht wird, mit welchen Leuten man zusammen kommt, andererseits hat man dort ggf. auch viel Spaß.
Die Dozenten bekommen ihr Geld auch ohne sinnvolle Beschäftigung. Es gibt Kaffee und draußen kann geraucht werden.

Ich gebe meine Daten dort nicht heraus, also ich drucke dort nicht meine Bewerbungsunterlagen aus und schicke sie weg. Denn falls man einen Job durch eigener Suche innerhalb dieser Maßnahme fand, können die sich das auf die Fahne schreiben. Dafür fließt bestimmt Geld.

Habt ihr schon gesehen, wie die Rechner und die allg. Ausstattung aussieht? Sorry, aber da würde ich mich doch als Arbeitnehmer verarscht vorkommen. Schlimm. So langsam die PC's. Die Drucker am besten nur einen Zentralen im Flur, so dass jeder deine Daten sehen kann, wenn du nicht schnell am Drucker bist. Oder es funktioniert nichts.

Ich finde es als Kinderverwahrstunde. ich habe mich bei der Arge beschwert, was das für ein Witz sei und schwupps wurde ich wieder für eine Woche zu dem gleichen Zentrum eingeladen.....

Bis dann
Anja
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Alt 28.05.2014, 14:30   #2
Anja79->Emailproblem
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Beiträge: 24
Anja79
Böse Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Hallo.

Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Ich bin misstrauisch und seit Dekra und DAA kann ich nur den Kopf schütteln, was alles nicht gemacht wird, mit welchen Leuten man zusammen kommt, andererseits hat man dort ggf. auch viel Spaß.
Die Dozenten bekommen ihr Geld auch ohne sinnvolle Beschäftigung. Es gibt Kaffee und draußen kann geraucht werden.

Ich gebe meine Daten dort nicht heraus, also ich drucke dort nicht meine Bewerbungsunterlagen aus und schicke sie weg. Denn falls man einen Job durch eigener Suche innerhalb dieser Maßnahme fand, können die sich das auf die Fahne schreiben. Dafür fließt bestimmt Geld.

Habt ihr schon gesehen, wie die Rechner und die allg. Ausstattung aussieht? Sorry, aber da würde ich mich doch als Arbeitnehmer verarscht vorkommen. Schlimm. So langsam die PC's. Die Drucker am besten nur einen Zentralen im Flur, so dass jeder deine Daten sehen kann, wenn du nicht schnell am Drucker bist. Oder es funktioniert nichts.

Ich finde es als Kinderverwahrstunde. ich habe mich bei der Arge beschwert, was das für ein Witz sei und schwupps wurde ich wieder für eine Woche zu dem gleichen Zentrum eingeladen.....

Bis dann
Anja
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Alt 28.05.2014, 15:02   #3
Maxenmann
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Beiträge: 1.848
Maxenmann Maxenmann Maxenmann Maxenmann Maxenmann Maxenmann
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Ich habe insgesamt 2 solcher Maßnahmen mit durch und muss sagen das man nicht pauschal sagen kann das die Maßnahmen sinnlos sind, ich habe nur in der Nase gebohrt oder die Vortänzer unterstützt, andere hatten in Sachen Bewerbungsunterlagen einen Stand von 1980 oder überhaupt nichts, es kommt also wie so oft auf den Einzelfall an
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Alt 28.05.2014, 15:41   #4
jockel
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Beiträge: 5.995
jockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiertjockel Enagagiert
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Kein Einzelfall, sondern organisierter Mißbrauch von Steuergeldern und SV-Beiträgen, die den zu fördernden jobsuchenden Erwerbslosen systematisch entzogen werden - alles ohne Erfolgsaussichten auf einen Job - dienen auch der Fälschung der Arbeitslosenstatistik. Das ist systematische, industrielle Sozialschmarotzerei durch Ämter und Weiterbildungsmafia.

MDR exakt - Die Story - Die Weiterbildungsindustrie - Geschäfte mit dubiosen Maßnahmen, 29.01.2014, 20.45

Das Video zur Reportage - MDR exakt - Die Story - Die Weiterbildungsindustrie - Geschäfte mit dubiosen Maßnahmen - MDR - Die Story vom 29.01.2014 - Die Weiterbildungsindustrie - Geschäfte mit dubiosen Maßnahmen - YouTube

Reportage ARD-Exclusiv - Alt, arm, arbeitslos - ARD-exclusiv: Alt, arm, arbeitslos - YouTube

Was fehlt: Die vertragsgebundene, erfolgreiche Vermittlungsverpflichtung durch diese Einrichtungen und bei Nichterfüllung Konventionalstrafen und die Strafverfolgung dieser Einrichtungen durch Arbeitsagenturen und Jobcenter.

Die Privatwirtschaft hat dem Volk zu dienen und nicht das Volk der Privatwirtschaft - Artikel 14 Abs. 2 Grundgesetz (Eigentum verpflichtet und hat dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen) - Also sind solche Firmen Verfassungsfeinde!!!!, weil sie genau das Gegenteil praktizieren vom Text aus der bundesdeutschen Verfassung.

Zitat:
Brauchen wir eine marktkonforme Demokratie, so wie es Mutti Merkel für die Privatwirtschaft will oder brauchen für einen demokratiekonformen Markt fürs Volk?
Mit diesen 2 Schlagworten spielt der Kabarettist Erwin Pelzig in

Erwin Pelzig - Die EU privatisiert das Trinkwasser - YouTube

Also wem soll die Weiterbildungswirtschaft dienen?

Ihrer eigenen Raffsucht entgegen dem Artikel 14 Abs. 2 GG oder für jobsuchende Erwerbslose - einem Teil des Volkes, die dem aufgezwungenen Sozialelend entfliehen wollen.

Man denke mal nach, was vorteilhaft an der Privatwirtschaft ist im Vergleich zu Genossenschaften und volkseigene Betriebe und wer den Nutzen zieht.
jockel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2014, 16:22   #5
didihell
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didihell Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Ich musste auch mal in solch ein Bewerbungstraining. Jeden Tag von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr. Allerdings habe ich nur die ersten 90 Minuten dort ausgehalten, weil der Dozent erstmal uns die ganze Zeit erzählt hat, was er alles durchgemacht hat etc. Als ob mich das interessiert, dass er jetzt völlig am Abgrund sitzt und seine Seele für solche Schmarotzer verkauft. Danach war Pause und ich bin einfach nach Hause gegangen. Ich habe zum Glück bereits Aussicht auf eine neue Stelle gehabt, wo ich den Vertrag auch wenige Tage später unterschreiben konnte, daher musste ich am Ende auch keine Sanktion fürchten, denn als die erste Mahnung des Trägers kam lag diese gleich zusammen mit der Abmeldebestätigung der Arbeitsagentur im Briefkasten.

Die PCs waren natürlich nicht die besten, das Haus in welchem der Träger war, war eine reine Katastrophe. Es gab einen Fahrstuhl der (kein Witz!) laut Aushängeschild das letzte Mal in den 80er Jahren gewartet worden war. Dieser funktionierte zwar, aber gefährlich war es schon. Vor allem, da man nicht auf das Treppenhaus ausweichen durfte, da dort nur Feuerschutztüren sind, welche man nicht vom Treppenhaus aus öffnen kann. Dazu war als Desktophintergrund die große, fette Warnung drauf, dass jede Bewegung am PC überwacht wird und man nur auf die Internetseiten gehen darf, welche der Dozent erlaubt. Und es wurde uns mitgeteilt, dass die Dozenten generell bereits um 14:45 Uhr gehen, wir aber bitte schön bis 15:00 Uhr noch warten sollen, bevor wir auch gehen dürfen. Das war das allerletzte. Wäre ich länger arbeitslos gewesen und es wäre eine Anhörung gefolgt, dann hätten die was von mir zu hören bekommen.

Allgemein finde ich Bewerbungstrainings nur bedingt sinnvoll. Es gibt zwar tatsächlich Leute die diese Hilfe bräuchten, aber dann bitte nicht von diesen Maßnahmeschmarotzern. Mein Onkel ist selber Personalleiter und er hat mir gesagt, dass Personalleiter schnell erkennen wenn jemand eine Bewerbung versendet hat, welche danach ausschaut, als wäre ein Trainer nochmal darübergegangen. Ist ja auch logisch. Angenommen pro Jahr sind ca. 500 Leute bei diesem Träger und "lernen" wie sie die Bewerbungsunterlagen erstellen. Und danach schicken 500 Mann an verschiedene Unternehmen die Bewerbungsunterlagen, welche vom Aussehen und Inhalt relativ gleich aussehen und kaum einer mit Individualität heraussticht, weil sich alle an das in der Maßnahme gelernte halten. Wenn man als Personalverantwortlicher jeden Tag Bewerbungsmappen sichtet, kann man so schnell die Maßnahmespreu vom individuellen Weizen trennen und die ganze Maßnahme war somit, zumindest für den Bewerber, für die Katz. Nur die Arbeitsagenturen/Jobcenter und die Maßnahmeträger freuen sich. Der eine hat eine tolle Arbeitslosenstatistik und der andere massig Scheine mit dem € in der Tasche.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und der Logik, die sich aus solchen Maßnahmen erschließt, halte ich Bewerbungstrainings von Maßnahmeträgern für NICHT sinnvoll.
didihell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 13:09   #6
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Anja79
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Ja, für Leute, die einen Bedarf an aktuellen Unterlagen haben, auch die gerade erst nach langer Zeit arbeitslos geworden sind, finde ich es gut, dass einem geholfen wird bzw. es auch manchmal vorgegaukelt wird, dass man hier richtig ist.
Sorry, ich fand es mehr als Kinderverwahrstunde. Ich möchte mich nicht in eine Schublade mit Alki's, depressiven etc. in einem Topf werfen lassen, aber das dienst dann eher der Verschönerung der Statistik.

Es gibt Dozenten, die lassen einen spüren, dass man nichts großes mehr zu erwarten hat und sie auch selbst zum Teil an dem System der Arbeit teilnehmen möchten. Schöne Aussichten. Hauptsache also Spaß, der Kaffee läuft, die Pausen werden eingehalten und die Raucher dürfen rauchen.

P.S. War jetzt nicht so fies gemeint. Mit dem "einfachen" Volk hat man in der Zeit meist mehr Spaß und Unterhaltung als mit den Akademikern, sich komischerweise auch hin und wieder in solchen Kursen verlieren.
Anja79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 13:23   #7
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Anja79
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Danke Didihell für diese Worte.

Konnte mich gut da hinein versetzen. Die PC' sind echt langsam, alles war schmutzig und der Drucker in einer der DAA's war im Flur, so dass man, wenn man etwas ausdruckte schnell zu seinen Daten gehen musste, damit es kein anderer liest, denn alle PC-Räume waren ja vernetzt. Öfters funktioniert nichts und man musste auf die Technik warten. Naja, wir durften sowieso aus Versicherungsgründen nicht früher gehen.

In dem einem Monat, für einen Monat war es so langweilig, zermürbend. Zum Glück musste ich nur halbtags, da ich noch auf dem Abendgymnasium war und ich für 2 Klassenarbeiten und 1 Test lernen konnte, da hatte ich etwas zu tun. Der "Unterricht" war für den *****.

Als ich mich nach dem Monat bei der Arge beschwerte, was das für ein Witz sei, bekam ich wieder eine Woche bei der DAA aufgebrummt. Was soll das? Nur weil ich etwas sagte und mich auch noch mit meinen "Mitstreitern" unterhielt. Es hieß doch Sozialkompetenz, Orientierung....und ich muss mich unterhalten, vielleicht neue Kontakte, Sichtweisen knüpfen. Tzzzzz. Als ich wieder für eine Woche in dem Verein war, nahm ich wahr, dass die Dozentin sich genervt fühlte, weil andere ihre Bewerbungsunterlagen für eine evtl. Verbesserung vorzeigen wollten. Mich wollte sie auch in einem PC-Raum verfrachten. Wollte ich aber nicht, dann bekomme ich den Unterricht/Kurs nicht mit. Wie sieht das denn aus? Nö.

Ach ja, mein Freund fand es gut bei der Tertia in Neuss. Er ist noch nicht lange arbeitslos und er bekam ein individuelles Coaching. ich bin ja immer pessimistisch.
Anja79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 13:31   #8
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Anja79
Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Gestern abend bei Stern TV ging es um die Post, die gerne Zeitverträge ausgeben, aber keiner einen fest einstellen will. So wird die Zukunftsangst geschürt.

Nun, ich war auch ein Jahr bei der Post. Man weiß nie, ob man wieder einen neuen Zeitvertrag bekommt, für wie lange und was wäre, wenn das der Letzte ist?

Die Arbeit dort war ja nicht schlecht, mein Sportprogramm, haha, aber die Überwachungen der Aufsichtsleiter und Befragungen der Kollegen etc. waren fies.

Dennoch fand ich die Post gut. Wenn ich die kleinen silbernen Postwagen und die gelben Postkisten sehe, bekomme ich etwas "Heimweh".


Aber was nützt eine Arbeit, die für eine bestimmte Zeit ist. Es kann schön, wieder frei zu sein, aber was ist, wenn dir die Arbeit gefällt und du eigentlich da bleiben willst und du musst gehen, obwohl du dir nichts zu Schulden kommen gelassen hast.
Anja79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 17:49   #9
dagobert1
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Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Zitat von Anja79 Beitrag anzeigen
ich habe mich bei der Arge beschwert, was das für ein Witz sei und schwupps wurde ich wieder für eine Woche zu dem gleichen Zentrum eingeladen.....
... und schwupps, warst du wieder eine Woche aus der Arbeitslosenstatistik raus.
dagobert1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 17:58   #10
didihell
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Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Unsere Gruppe war auch relativ sinnfrei zusammengewürfelt gewesen. Ich mit abgeschlossener Ausbildung und, damals, bereits 1 1/2 Jahren Berufserfahrung zusammen mit jemandem der gerade erst frisch aus dem Gefängnis entlassen worden war, dann noch irgendein junger IT-Typ der natürlich meinte alles besser über Computer zu wissen, zwei junge Typen die eh keinen Bock hatten, plus eine Ausländerin, welche zwar Deutsch verstand, aber zu wenig um alles was der Dozent gesagt hatte zu verstehen. Warscheinlich wird einfach nach einem Raster jeder genommen der gerade für so eine Maßnahme verfügbar wäre, egal mit was für einem Lebenslauf und Kenntnissen derjenige ankommt.

Ach und noch was. Leider war ich damals noch nicht in der Lage auch mal Tacheles zu reden. Als ich bei meiner Vermittlerin der Arbeitsagentur war und diese mir sagte, dass ich eine Zuweisung erhalten würde, nannte sie als Begründung dass ich schon lange Arbeitslosengeld I erhalten würde und man jetzt mal was mit mir tun soll. Meine Bewerbungsunterlagen hatte sie allerdings vorher nie gefordert bzw. gesichtet. Als ich später Jobcenterkunde war, hatte sich mein Arbeitsvermittler meine Unterlagen angeschaut und meinte, dass diese völlig in Ordnung wären.

Nächstes Mal lasse ich mich definitiv nicht mit so einer lapidaren Begründung in eine Maßnahme stecken!
didihell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2014, 18:06   #11
Curt The Cat
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Standard AW: Bewerbungstrainings - sinnvoll?

Moinsen Anja79,

auch Dir, als Newbie hier, möchte ich die Forenregel #11 ...
Zitat:
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Mietrecht, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... in Erinnerung bringen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 85 Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


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Alle meine Beiträge und Antworten entspringen meiner pers. Meinung und Erfahrung, stellen daher keinerlei Rechtsberatung dar !
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"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht" - Bertold Brecht ... deshalb
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Alt 29.05.2014, 18:13   #12
Charlot
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Standard AW: Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Zitat von Anja79 Beitrag anzeigen

ich habe mich bei der Arge beschwert, was das für ein Witz sei und schwupps wurde ich wieder für eine Woche zu dem gleichen Zentrum eingeladen.....
Wirst Dich nochmal beschweren ?
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Alt 29.05.2014, 18:21   #13
dagobert1
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Standard AW: Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Doppelthema:
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Alt 29.05.2014, 18:42   #14
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Standard AW: Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

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Alt 10.07.2014, 15:33   #15
Ginsu
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Ginsu Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Das letzte Berwerbertraining ist bei mir schon ~3 Jahre her. Trotzdem erinnere ich mich mit einem Schmunzeln daran.
Zunächst einmal die Zusammensetzung der Gruppe.
Zwar konnten sich aller mehr oder weniger gut im Deutschen verständigen, aber eine Fremdsprache sprechen oder darin zu schreiben sind nun mal 2 unterschiedliche Paar Schuhe.
Schwerwiegender war es schon, das die Hälfte aller Teilnehmer keine Textverarbeitung zuhause hatte und ca 1/3 nicht einmal einen PC .

Der Brüller schlechthin jedoch war, das die Laptops der VHS an denen wir "lernen" sollten, seit Monaten mit einem Virus verseucht waren den der Sysadmin einfach nicht in den Griff bekam.

Bedenklich war jedoch, das ich problemlos auf alle Datensätze des vorherigen Kurses zugreifen konnte. Lebensläufe, Kontaktdaten, Bewerbungsschreiben, alles lag offen vor mir. Man hatte schlicht vergessen diese nach dem Lehrgang zu löschen.

Zwar hat die Honorarkraft tapfer versucht uns etwas über DIN 5008 zu erzählen, doch gleichzeitig haben einige der Teilnehmer verzweifelt versucht herauszufinden wie man eine Datei speichern kann.

Fazit:
Die Zusammensetzung der Gruppe hat von vornherein einen Erfolg verhindert. Das Lehrmaterial (Laptops) war im desolaten Zustand, die Dozentin mit der Situation (verständlicherweise) völlig überfordert. Aber immerhin hatte man etwa 20 Leute für 2 Wochen raus aus der Statistik.

Ach ja, am ersten Tag hatte ich der Dozentin eine Musterbewerbung vorgelegt. Anschliessen hatte ich die Erlaubniss zu tun was ich wollte solange ich niemanden dabei stören würde. Also 10 Minuten um das Tagespensum zu erledigen und die restliche Zeit E-Book lesen und Hilfestellung bei meinen Sitznachbarn geben. (Der USB Stick auf dem ich das E-Book hatte war anschliessend Virusverseucht *grummel*)
Ginsu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.07.2014, 16:36   #16
BurnsTorn
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Standard AW: Wie sinnvoll haltet ihr Bewerbungstrainings, Coachings?

Ich glaube, ich habe das hier schon mal gepostet, aber egal: Ich selbst habe quasi 360 Grad Erfahrung mit Maßnahmen. Ich habe als Teilnehmer in Maßnahmen gesessen (in einer für zwei Wochen noch vor Hartz IV Einführung und in einer für einen Tag. Eine weitere Maßnahme konnte ich argumentativ vom Tisch fegen). Zudem war ich als Bewerbungs-Coach in mehreren Maßnahmen bei drei verschiedenen Bildungsträgern tätig (da ich selbst damals keinen besseren Job fand, ist das ausgesprochen ironisch, ich weiß!).

Darüber hinaus war ich dann auch zwei Jahre im Jobcenter als pAp tätig und habe (noch ironischer, auch das weiß ich!) selbst Maßnahmen „betreut“, also arme „Kunden“ gezwungen, an so einem Stuss teilzunehmen. Das eben, um mir selbst meinen Job zu erhalten. Mein Fall zeigt bildlich, dass es sich bei dem ganzen Maßnahme-Sumpf im wahrsten Sinne des Wortes um eine Armuts-Industrie handelt. Ist man einmal in ihren Fänger, kommt man nur schwer wieder raus. Oft wechselt man (gerade mit geisteswissenschaftlichem Studium) nur die Seiten, ist dann also mal Maßnahme-Teilnehmer, dann wieder Maßnahme-Dozent, dann wieder Maßnahme-Zuweiser, dann wieder Teilnehmer etc. ad infinitum.

Meine mir stets in Erinnerung bleibende Sinnlos-Maßnahme war ein zweiwöchiges sogenanntes Bewerbungstraining, an dem ich allerdings nur einen einzigen Tag teilnahm. Damit beglückt wurde ich, als ich unmittelbar nach dem Studium erstmals ALG II beantragen musste. Ich habe die damalige EGV bis heute aufbewahrt, in der ich diesen herrlichen Euphemismus lesen kann: "Das Jobcenter bietet Ihnen folgende Informations-, Aktivierungs- und Coaching-Maßnahme an, um Ihre baldige Integration in Arbeit schnellstmöglich und nachhaltig zu unterstützen..."

Ja holla! Es bedarf wohl keiner Erklärung, dass ich mich selbstredend riesig gefreut habe. Immerhin waren das gleich drei Dinge auf einmal, die mir das Jobcenter in seiner unendlichen Weisheit da zuteilwerden lassen wollte: Information, Aktivierung und Coaching! Und das auch noch umsonst. Juchuuh! Gut, ich hatte schon gewisse Zweifel, zumal ich ja immerhin während des Studiums nebenbei im Personalwesen eines großen Elektronikkonzerns gearbeitet hatte, wo ich mit der Auswahl der Praktikanten betraut war. Zudem hatte ich auch schon als Dozent (Coach als Honorarkraft) bei einer VHS gearbeitet.

Ich hatte Didaktik-Seminare (Deutsch als Fremdsprache) besucht, eine zweisemestrige Fortbildungsreihe im Bereich Kommunikationspsychologie belegt und ausländischen Studenten im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Hochschul-Beratungsbüro bei der Formulierung deutschsprachiger Anschreiben geholfen. Folglich spürte ich in mir leichte Zweifel ob der Sinnhaftigkeit oben genannter Integrations-Trinität aus Information, Aktivierung und Coaching aufkommen. Ich bemerkte, wie ich mir innerlich den Satz zurecht legte: "Mensch, du weißt doch, wie du dich bewirbst. Was soll das bloß?"

Diesen Schatten eines Zweifels erkannte meine mit messerscharfem Verstand gesegnete Frau pAp allerdings sofort. Die junge, motivierte Dame parierte meinen Hinweis, dass ich dieses tolle und lobenswerte, aber in meinem Fall nicht erforderliche, Angebot dankend ablehnen wolle, mit der tiefgründigen, von hohem Sachverstand zeugenden Aussage, dass ich mein Wissen bei dieser Maßnahme überprüfen und aktualisieren könne. Donnerwetter! Das leuchtete mir natürlich sogleich ein. Denn bekanntlich ändern sich Bewerbungsanforderungen quasi über Nacht.

Mein fabuliertes Wissen, das wenige Monate zuvor noch ausreichte, um selbst Bewerbungsgespräche mit potentiellen Praktikanten zu führen, war nun eben veraltet. Als Jungakademiker gehörte ich mit meinen obsoleten Bewerbungskenntnissen nun also zum alten Eisen. Offiziell bescheinigt durch das Jobcenter. Ich hatte Aktivierungsbedarf, musste informiert und gecoacht werden. Sonst gäbe es keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Im April die Diplomurkunde erhalten, im Mai schon Förderbedarf konstatiert! So schnell kann‘s gehen.

Auch meine Nachfrage, ob diese Maßnahme denn individualisiert und auf die jeweiligen, mitunter ja doch unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmer passgenau zugeschnitten sei, erging in einer von hoher Kompetenz zeugenden Aussage meiner pAp, die alle Zweifel meinerseits vom Tisch fegte, indem sie mir erklärte: "Das muss halt jeder mitmachen." Fürwahr ein Ausdruck hoher Fachlichkeit. Da soll noch einer sagen, Amtsmitarbeiter kämen ihrer Informationspflicht nicht nach und würden nicht individualisiert beraten! Ich fühlte mich bestens betreut und verstanden, denn was kann erkenntnisreicher sein als die wohlfeine Aussage, dass man etwas machen müsse, weil es eben alle machen.

Ich fühlte mich sogleich zurückversetzt in ein philosophisches Logik-Seminar an der Universität, nur dass ich jetzt eben in der Arbeitslosen-Uni saß. Wie auch immer, ich fügte mich (auch weil es damals noch sanktionsbeschwert war, eine EGV nicht zu unterzeichnen). Das ist nun bald 8 Jahre her und ich hatte noch wenig Ahnung von den Auswüchsen der gerade noch in den Babyschuhen steckenden sogenannten Hartz-Gesetzgebung. Wenige Tage nach diesem ersten Zusammentreffen mit der Hartz-Welt trat ich also meinen „Dienst“ an. Ich begab mich freudestrahlend - und in der Hoffnung auf integrationsförderliche Aktivierung - in die mir aufgetragene Maßnahme, die pünktlich um 08:00 Uhr in einem heruntergekommenen Hinterhaus bei mir im Ort begann.

Vor der Baracke stehend erkannte ich schon einige Gleichgesinnte, die sich dort rauchend unterhielten und ebenso wie ich in freudiger Erwartung dem Beginn der Aktivierung entgegen fieberten. Von einer leicht adipösen Frau, die sich uns als Sozialpädagogin offenbarte, wurde uns wenige Minuten später schließlich Einlass gewährt in die heilige Stätte des Wissens. Nachdem wir wissbegierigen, aktivierungsbedürftigen Neu-Hartzer dann alle eingetrudelt waren (von 30 angedachten Teilnehmern waren 9 erschienen) und im Schulungsraum Platz genommen hatten, begrüßte uns der Dozent der Maßnahme, ein etwa 50-Jähriger Kumpel-Typ, der nach eigenen Angaben mal Industriekaufmann gelernt hatte, dann aber lieber im sozialen Bereich für Menschen da sein wollte.

Vermutlich aber war es eher so, dass er irgendwann entlassen worden war und nun auch nix besseres als diesen Coaching-Job fand. Wie auch immer: Der Dozent erläuterte uns das weitere Prozedere und legte dar, dass wir in den nächsten Tagen lernen würden, wie man eine vernünftige Bewerbung verfasse, wie man heute einen Lebenslauf gestalte, wie man sich gekonnt präsentiere, wie ein Vorstellungsgespräch abliefe, wie man sich ein Netzwerk aufbaue und wie man heutzutage nach Stellen suche. Zuerst aber müssten wir lernen, die technische Arbeitsgrundlage dafür, PC genannt, hinreichend zu beherrschen. Zwecks dessen führte uns der Dozent nach Abschluss der Erläuterungen in einen Computerraum, wo uns der Nutzen der digitalen Wundermaschine erläutert wurde.

Wir wurden eingeweiht in das Geheimnis, wie man diese deus ex machina zum Laufen bringt. Unser Dozenten-Gott sprach: "Schalter ein. Schalter aus. Und am Monitor dasselbe!" Dann wurde uns vor Augen geführt, dass es in der PC-Wundermaschine sogenannte Software gibt, also Programme, mittels derer man Bewerbungen schreiben und zum Beispiel auch Bilder in Dokumente einfügen kann. Man könne, so lehrte der Dozent uns wissbegierigen Hartzern, heutzutage Bewerbungen sogar über den PC verschicken, sie also online an Arbeitgeber senden. Es bedarf wohl keiner extra Erwähnung, dass wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen!

Nachdem der Dozent uns dies erläutert und uns mit so vielen neuen Informationen quasi überflutet hatte, beruhigte er uns zum Glück gleich wieder, indem er ausführte, dass wir uns keine Sorgen machen müssten, wenn wir das alles nicht verstanden hätten. Denn wir hätten ja noch weitere 9 Tage Zeit, es zu lernen. Und das Lernen begann auch gleich: Die erste uns aufgetragene Aufgabe bestand darin, erst einmal 3 Stunden nach Stellen zu suchen und dem Dozenten dann 4 Stellenangebote auszudrucken, auf die wir uns bewerben wollten. Dies sei dann die Grundlage für die weitere Arbeit der nächsten Tage. Dozent und Sozialpädagogin würden uns dabei unterstützen, mit Blick auf die von uns begehrten Stellen tolle Bewerbungsmappen zu erstellen.

Um 12:00 Uhr erfolgte dann eine Mittagspause, danach durften wir von 12:30 bis 14:00 Uhr ein Youtube-Video gucken, auf dem ein Dozent in englischer Sprache (mit deutschen Untertiteln) die Grundlagen des Bewerbungsverhaltens erläuterte. Danach folgten peu a peu Einzelgespräche mit der Sozialpädagogin bzw. dem Dozenten, in denen wir unsere Wünsche, Ziele und Hemmnisse durchsprechen sollten. Was für mich letztlich dabei herauskam, war, dass ich von der Sozialpädagogin gefragt wurde, ob ich mir nicht eine Tätigkeit als Altenpflegehelfer vorstellen könne, zumal dies mit Blick auf den demographischen Wandel ein Mangelberuf sei.

Der Bildungsträger hätte, so führte die Sozialpädagogin aus, da gute Kontakte zu Alten- und Pflegeheimen, wo ich erst einmal ein Praktikum absolvieren könne. Ich lehnte mit Verweis darauf ab, dass auch die Bezahlung im genannten Tätigkeitsfeld einem Mangel gleichkäme und ich in Anbetracht meines Interesses und meines Studienschwerpunktes doch einen anderen Beruf anstrebte. Doch dies wurde von der Sozialpädagogin leider nicht als autonome Entscheidung gutgeheißen. Ich wurde stattdessen ermahnt, dass man heute nehmen müsse, was man kriege! Ich solle, so sagte sie vorwurfsvoll, dringend an meiner überzogenen Anspruchshaltung arbeiten. Ich war nun also nicht nur arbeitslos, sondern auch noch renitent und verzogen! So weit war es mit mir gekommen.

Ich war binnen weniger Wochen verkommen von einem Mittelschichts-Studenten zu einem faulen, arbeitslosen Parasiten mit dreister Anspruchshaltung und überzogener Erwartung, der nicht gleich jubelte, als ihm eine Helfertätigkeit für 7 € die Stunde angeboten wurde. Ich war dekadent, verasozialisiert und verhartzt. Das musste ich nun erkennen. Um das Ganze hier abzukürzen: Nach Feierabend, nachdem der erste Tag dieser Maßnahme überaus erhellend war, setzte ich mich abends zuhause an den PC (ich hatte ja nun gelernt, wie man ihn einschaltet) und verfasste einen mehrseitigen Brief an meine pAp. In dem legte ich dar, warum ich an dieser Maßnahme nicht mehr teilnehmen werde. (Dieser Brief bildete übrigens die gedankliche Grundlage für den Threads über die guten Argumente gegen Maßnahmen).

Den Brief schmiss ich am nächsten Tag in den Briefkasten des Jobcenters. Zur Maßnahme bin ich nicht mehr gegangen. Eine Anhörung kam nicht, auch kein Gespräch mehr. Es passierte einfach gar nichts! (Achtung: Aus meiner heutigen Sicht und Erfahrung ist dieses Vorgehen nicht zu empfehlen!) Zwei Monate später begann ich dann selbst meine Tätigkeit als pAp in einem Jobcenter in der Nachbarstadt. Ich konnte es mir auch nicht erklären, aber seltsamerweise hatte ich es offensichtlich trotz abgebrochener Maßnahme, so ganz ohne Aktivierung und Coaching, geschafft, eine Bewerbung zu verfassen, die zumindest den Qualitätsstandards des Jobcenters genügte.

Übrigens: Im zweiten Jahr meiner Tätigkeit als pAp im Jobcenter erfuhr ich, dass mein damaliger Maßnahme-Dozent (der 50-Jährige Kumpel-Typ) selbst mittlerweile auch wieder arbeitslos war. Ich weiß nicht, ob er zur Aktivierung dann eine Maßnahme mitmachen musste, aber er wurde durch "mein" Jobcenter betreut. Die Verhältnisse hatten sich - mal wieder - umgedreht. HartzIV treibt eben wirklich seltsame Blüten...
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