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Start > > -> Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Weiterbildung/Umschulung/Sinnlose Maßnahmen Bitte nur Beiträge posten, die mit Weiterbildung/Umschlung und sinnlose Maßnahmen zu tun haben


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Alt 23.10.2013, 16:24   #1
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schwaso
Standard Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Liebes Forum,

da dieses Thema sehr viele betrifft, möchte ich einen Erfahrungsbericht zum Ablauf einer "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" einstellen, der ein paar interessante Einblicke vermittelt. Ich bemühe mich ausgewogen zu schreiben und nenne keine Namen von Einrichtungen oder Personen.

Teil 1

Die Einladung

Nach der Beendigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses war ich genau zwei Monate lang arbeitslos mit ALG 1 Bezug, als mich völlig unerwartet ein seitenlanges Anschreiben der Bundesagentur erreichte: die Einladung zu einer 8-wöchigen "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht". Die Inhaltsbeschreibung zeigte mir, dass ich 8 Wochen lang lernen sollte, wie man eine Bewerbung schreibt. Dem Schreiben beigefügt waren seitenlange Ausführungen zu Sanktionen bei Nicht-Wahrnehmung der Einladung oder Nicht-Wahrnehmung der Massnahme. Die im Briefkopf angegebene Sachbearbeiterin war mir unbekannt, die Massnahme war im Vorfeld nicht mit mir abgesprochen worden. Das fand ich äusserst bizarr. Im Einladungsschreiben war angegeben, dass die Sachbearbeiterin zum Eingangsgespräch der Maßnahme da sein würde, wobei die Maßnahme dann auch schon begonnen hätte. Ich wurde aufgefordert, schriftlich den Eingang des Schreibens zu bestätigen. Letzteres habe ich nicht getan. Stattdessen versuchte ich die Sachbearbeiterin telefonisch zu erreichen, um dieses dubiose Vorgehen zu klären. Das musste doch wohl ein Missverständnis sein, oder? Leider war auf dem Briefkopf weder eine telefonische Durchwahl angegeben, noch eine individuelle Emailadresse. Also versuchte ich es mehrfach telefonisch über die Hotline. Trotz mehrerer Versuche landete ich jedesmal in der Warteschleife, ohne je einen AP erreichen zu können. Auch sehr bizarr. Daraufhin beschloss ich, zumindest die erste Informationsveranstaltung wahrzunehmen, jedoch ohne am ersten Tag etwas zu unterschreiben. Da die Sachbearbeiterin ja dann auch präsent sein sollte,könnte man die Dinge ja dann auch vor Ort thematisieren.

Infoveranstaltung und Erstgespräch beim Anbieter

Mit einer gehörigen Portion Skepsis begab ich mich zum angegebenen Termin zu besagtem Weiterbildungsanbieter. Mich und eine Vielzahl anderer Teilnehmer erwartete ein riesiger Computerraum, ähnlich einem Internetcafe, an dem diverse Leute schweigend an ihren Computern herumtippten. Die Sachbearbeiterin der Bundesagentur war nicht da, stattdessen wurden die Neuankömmlinge in einem separaten Raum über die Inhalte der Veranstaltung informiert. Für den Nachmittag waren Einzelgespräche mit allen Neuen angesagt, in denen eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitslosen und dem Weiterbilder geschlossen werden sollte. Das Schweigen der Beteiligten im Raum machte deutlich, dass dies ein erzwungener Aufenthalt war. Der Leiter der Einrichtung stellte den Aufbau und das Konzept des Anbieters sachlich dar. Es handelt sich um fünf Module, innerhalb derer Bewerbungsanschreiben, - gespräche, -portale und -taktiken sowie Pro und Contra der Zeitarbeit erläutert werden. Diese Module können von den Teilnehmern freiwillig nach eigener Zeiteinteilung besucht werden. Jede Woche werden dieselben Module erneut angeboten. Die restliche Zeit ist vor dem Computer zu verbringen, um diverse Jobportale nach Stellen zu durchforsten und Bewerbungen zu schreiben. Verschiedene Mitarbeiter stehen zur Verfügung, um individuell bei der Verbesserung des Lebenslaufs oder bei der Formulierung von Bewerbungsanschreiben zu unterstützen. Wenn Teilnehmer zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden oder aber ein Telefoninterview mit einem Arbeitgeber führen wollen, werden sie von der Anwesenheitspflicht befreit, da es sich um einen externen Termin handelt, der einen Beitrag zur Zielerreichung der Maßnahme leistet. Jeden Tag kommt eine andere Zeitarbeitsfirma ins Haus. Der Weiterbilder schickt die anonymisierten Lebensläufe aller offenen Kandidaten an die Zeitarbeitsfirmen, die dann Gespräche mit denjenigen führt, die ihnen interessant erscheinen. Zu den Gesprächen wird man dann in einen separaten Raum geladen. Das Zentrum hat die Zielvorgabe 30% der von der Bundesagentur "zugewiesenen" Kandidaten zu vermitteln und zwar nachhaltig. Das bedeutet, dass derjenige, der während der Massnahmenlaufzeit eine Stelle gefunden hat, nach 6 Wochen und nach 6 Monaten nochmal angeschrieben wird. Mit dieser Bestätigung einer "nachhaltigen" sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvermittlung erhält der Anbieter Bonuspunkte und Prämien von der Bundesagentur.

Der Vortrag macht einen sachlichen, transparenten Eindruck auf mich. Ich hatte Schlimmeres erwartet. Dennoch: Bewerbungen schreiben kann ich längst, im Internet recherchieren kann ich auch zuhause. Nach nur zwei Monaten Arbeitslosigkeit möchte ich nicht an eine Zeitarbeitsfirma vermittelt werden, sondern versuchen eine Stelle zu finden, die meiner Qualifikation entspricht, sowohl inhaltlich als auch vom Gehalt her.

Am Nachmittag steht mein individuelles Gespräch mit einem Mitarbeiter des Zentrums an. Hier geht es um die in diesem Forum häufig thematisierten Fragen der Datenweitergabe zwischen Arbeitsagentur und einer individuellen Vereinbarung zwischen Zentrum und Kandidat. Ich mache in diesem ersten Gespräch deutlich, dass diese Massnahme nicht mit mir besprochen wurde und dass ich zunächst Rücksprache mit meiner Sachbearbeiterin nehmen möchte. Ich bitte mir zunächst Bedenkzeit aus und möchte aus diesem Grunde zunächst nichts unterzeichnen. Ich verweise darauf, dass die Zuweisung zu dieser Massnahme in der EGV, die ich mit einer anderen SB abgeschlossen hatte, NICHT erwähnt ist, was ja bedeutet, dass ich an dieser Massnahme nicht teilnehmen müsse. Hierauf erhalte ich die Antwort, dass ich die Massnahme unabhängig von der EGV wahrnehmen müsse. Ja, ich sei verpflichtet, alle Massnahmen wahrzunehmen, die der Beendigung der Arbeitslosigkeit dienten. Täte ich dies nicht, würde ich mich der Arbeitsvermittlung verweigern. Inwieweit diese Aussage stimmt, weiss ich nicht, bestimmt aber andere in diesem Forum.

Insgesamt kann ich über das Gespräch nichts Negatives sagen. Es war eher wie das Abstecken eines Spielfelds. Wer geht wie weit oder aber auch nicht? Man hat mich ziehen lassen, um Rücksprache zu nehmen und mir versichert, dass ich nicht an Zeitarbeitsfirmen vermittelt würde, wenn ich dies nicht wünsche. Die Einwände auf meine Argumente waren sachlich, ich wurde nicht bedroht oder ähnliches, was manche hier in diesem Forum schreiben.

Fortsetzung folgt
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Alt 23.10.2013, 18:30   #2
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schwaso
Standard Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 2

Teil 2

Versuch einer erneuten Kontaktaufnahme mit der Sachbearbeiterin

Die erste Sanktionsdrohung (Nichtwahrnehmung des Einladungstermins) liegt nun glücklicherweise hinter mir, während die nächste Sanktionsdrohung (Nichtwahrnehmung der Massnahme) noch den Horizont verdunkelt. Ich versuche also erneut, einen telefonischen Kontakt zur Sachbearbeiterin herzustellen über besagte 0800-er Nummer, da mir ja keine direkte Durchwahl vorliegt. Ich bin zwar ein „Kunde“, aber offensichtlich einer, den man auf Distanz halten möchte. Genau wie beim letzten Mal ist es mir nicht möglich trotz mehrerer Versuche und minutenlangen Warten in der Telefonschleife irgendjemanden an den Apparat zu bekommen. Da in der Region mehrere Niederlassungen der Arbeitsagentur zusammengelegt wurden, auf dem Briefkopf der Einladung aber nicht erkenntlich ist, wo die mir unbekannte SB überhaupt angesiedelt ist, habe ich leider auch keine konkrete örtliche Anlaufstation.

Auch wenn es komisch klingt: Die Absurdität der Situation beginnt einen gewissen Reiz auf mich auszuüben, ja, sie macht mich geradezu neugierig. Was ist das für ein System, in dem eine anonyme bürokratische Macht mich ohne erkennbare Logik „einer Massnahme zuweist“, seitenweise Sanktionsandrohungen verhängt und gleichzeitig auf dem Kommunikationswege nicht zu erreichen ist? Ich beschließe, meine Taktik zu verändern. Anstatt zum Anwalt zu rennen oder jede der drei Filialen der Arbeitsagentur abzuklappern, um Kontakt mit der SB herzustellen und die Massnahme abzuwenden, scheint es mir nun interessanter, das Innenleben dieses merkwürdigen Systems mit seinen Akteuren und ungeschriebenen Regeln besser zu verstehen. Dafür brauche ich aber eine klare Linie für mich selbst, auf was ich mich maximal einlasse und auf was auf keinen Fall. Mir persönlich ist wichtig, nicht an Zeitarbeitsfirmen vermittelt zu werden. Hier habe ich zum Glück die Zumutbarkeitsregelungen im Rücken, die mich (zumindest momentan noch) vor der Annahme deutlich unterbezahlter und unterqualifizierter Tätigkeiten schützen. Das ist das NoGo für mich. Ebenso Abfragen des Zentrums bei möglichen zukünftigen Arbeitgebern, ob das Arbeitsverhältnis denn noch bestünde (Genickschuss...). Zudem ist es mir wichtig, eine bestimmte Weiterbildung zu machen, die ich bereits geplant hatte, bevor ich das „Zuweisungsschreiben“ erhalten habe. Hier hatte mir der Mitarbeiter des Zentrums gestern signalisiert, dass ich hierfür freigestellt werden könne. Ansonsten kann ich mich schon gut selbst beschäftigen, auch wenn ich verpflichtet bin, über mehrere Wochen jeden Tag eine bestimmte Stundenzahl vor dem Computer abzusitzen. Beschäftigt aussehen, auch wenn man es hin und wieder nicht ist. Gehört ja zum Survival-Paket einer jeden Bürokraft...

Ich versuche nun also einen dritten Kommunikationsweg, um mit der anonymen bürokratischen Macht (= Bundesagentur für Arbeit) in Kontakt zu treten: eine Email über eine Sammelemailadresse (die persönliche Emailadresse der SB liegt mir ja leider nicht vor). Hierin bitte ich um Klärung verschiedener Fragen, bevor ich die Massnahme antreten könne. Meine telefonischen Kontaktversuche seien bisher leider gescheitert, doch ich hoffe, mein Anliegen nun auf diesem Wege an sie herantragen zu können. Im Laufe des Tages erhalte ich eine Bestätigung, dass meine Nachricht eingegangen sei und an die zuständige SB weitergeleitet werde. Na, ich bin mal gespannt...

Fortsetzung folgt
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Alt 23.10.2013, 21:09   #3
Existenzminimum
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Hast du diese Maßnahme per Zuweisung bekommen?

Das was die da machen scheint nicht auf deine Bedürfnisse abgestimmt zu sein. Also eine unpassend Maßnahme.
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Alt 23.10.2013, 22:33   #4
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von Existenzminimum Beitrag anzeigen
Das was die da machen scheint nicht auf deine Bedürfnisse abgestimmt zu sein. Also eine unpassend Maßnahme.
Kann man so nicht sagen, ohne den Werdegang des Fredstarters im Detail zu kennen.

@ Fredstarter:
Weil das Arbeitsamt aber jetzt wenigstens kostenfrei zu erreichen ist - früher wurden da schon mal bis zu 0,50 Euro je Minute an Telefongebühren fällig - bleibt einem eigentlich nichts anderes übrig, als bis zum Aufnehmen des Gespräches in der Warteschleife zu bleiben. Dann wird man mitunter auch miten zuständigen Mitarbeitern (bspw. Arbeitgeberservice) verbunden.
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Alt 23.10.2013, 22:36   #5
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schwaso
Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von Existenzminimum Beitrag anzeigen
Hast du diese Maßnahme per Zuweisung bekommen?

Das was die da machen scheint nicht auf deine Bedürfnisse abgestimmt zu sein. Also eine unpassend Maßnahme.
Ja, damit triffst Du ins Schwarze. Die Massnahme wurde mit den wenigsten der Teilnehmer besprochen, man wurde einfach willkürlich zugewiesen ohne Grund, Sinn und Nachvollziehbarkeit. Hauptsache "zugewiesen" und aus der ALO-Statistik raus.
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Alt 23.10.2013, 22:46   #6
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schwaso
Standard Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 3

Teil 3

Im Vorfeld alles geklärt

Da nun zunächst die Sachbearbeiterin am Zug ist, bleibe ich zunächst zu Hause. Eine Vollstreckung der Sanktionsdrohung ist derzeit nicht zu befürchten, da ich transparent und nach den geltenden Regeln spiele. Am Abend meines massnahmenfreien Tages erhalte ich nun auch endlich eine Antwort, sogar von einer persönlichen Emailadresse aus versandt. Ich fühle mich geschmeichelt, dass mir als „Kundin“ solch eine persönliche Aufmerksamkeit zuteil wird. Es liegt ja aber auch im Eigeninteresse der SB, mir zu antworten, da ich ja die Massnahme wahrnehmen soll, der ich zugeordnet wurde. Am Meisten freut mich jedoch, dass ich eine Weiterbildungsmassnahme, die ich mir selbst ausgesucht hatte und die ich aus der eigenen Tasche bezahle, tatsächlich machen kann und hierfür vom Weiterbildungsanbieter zeitlich freigestellt werde. Die Zeit wird aber an die Massnahme angehängt. Dies ist günstig für den Anbieter, weil er über einen längeren Zeitraum Geld für mich erhält und mehr Zeit hat mich zu vermitteln. Für mich bedeutet dies eine Abwechslung vom reinen Stundenabsitzen vor dem Computer, das ist eine große Erleichterung. Eine Grundsatzdiskussion zu Sinn und Zweck der Massnahme stosse ich nicht an, da ich ja nun wissen will, wie es weitergeht im Arbeitslosenland.

Am nächsten Tag treffe ich mich also mit dem Mitarbeiter des Zentrums, um die gängigen Vereinbarungen abzuschliessen. Diesmal ist es ein anderer Mitarbeiter als beim ersten Mal, der eine jovial-freundliche Ausstrahlung hat und die Punkte, die mir wichtig sind, in Datenbank und Vereinbarung mit aufnimmt. Ich fühle mich in dem Gespräch ernst genommen und habe den Eindruck, dass man sich an die Vereinbarungen halten wird. Was positiv ist, soll auch positiv vermerkt werden. Wie es dann tatsächlich aussieht, wird natürlich erst die Praxis zeigen.

Die ersten zwei Wochen – „Gut gemeint“ ist leider nicht unbedingt „gut gemacht“, die Kunst der Verschlimmbesserung einer Bewerbung

Da man alle Module des Weiterbilders innerhalb einer einzigen Woche abdecken kann, ich aber für einen Zeitraum von acht Wochen zur Anwesenheit verpflichtet bin, versuche ich das Ganze so zu verteilen, dass die Langeweile sich erst spätmöglichst einstellt. D.h. Besuch der Module zeitlich streuen und zwischendurch Internetrecherchen betreiben. Mein Hauptziel ist es ja weiterhin, auf eigene Initiative eine Stelle zu finden und nicht „vermittelt zu werden“. Zugegebenermaßen hat die Auseinandersetzung mit der mysteriösen Zuweisung für mehrere Tage meine komplette Aufmerksamkeit absorbiert, so dass ich mich gar nicht mehr auf die Stellensuche fokussieren konnte. Jetzt aber kann und muss ich jeden Tag acht Stunden vor dem Computer sitzen. Das zwingt zur Disziplin, sicherlich ein Vorteil dieser Massnahme. Diese Zeit möchte ich auch ganz der Arbeitssuche widmen. Das einzige Problem ist, dass mein Berufsfeld so klein und so spezialisiert ist, dass es in der Regel pro Monat nicht mehr als zwei Stellenangebote gibt, auf die ich mich überhaupt bewerben könnte. In manchen Monaten gibt es keine einzige Stelle, in anderen Monaten manchmal bis zu 4 Stellen. Auf jede dieser Stellen bewerben sich zwischen 100 und 200 Personen, wie ich herausgefunden habe. Einfach ist es also nicht und letztlich kriegen doch immer diejenigen die Stellen, die über Vitamin B verfügen. Das meiste Andere ist Showgeplänkel und Alibiaktion. Das Einzige, was mir helfen wird, ist also die Nutzung eigener Beziehungen und Netzwerke. Die Erfolgsaussichten bei regulären Bewerbungen sind äusserst gering. Hilfreich wäre für mich eine ganz spezielle Beratung durch jemanden, der meine Branche gut kennt und der mich auf mögliche Alternativen aufmerksam machen könnte. Auch wenn die Mitarbeiter des Zentrums sehr freundlich und hilfsbereit sind, so verstehen sie leider nicht meine Qualifikationen und können mich dementsprechend auch nicht bei der Stellensuche unterstützen. Gut gemeint ist leider nicht gut gemacht, so auch der Versuch, in meinem Lebenslauf den Namen eines Arbeitgebers abzuändern, weil der Name dem Mitarbeiter nicht richtig geschrieben erschien. Der Name schreibt sich aber durchaus so, eine Verschlimmbesserung wäre die Folge gewesen.

Gabelstaplerführerschein oder Publikationsliste?
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist: Welchen Nutzen kann mir diese acht-wöchige Massnahme bei meinem sehr spezifischen Profil und den sehr speziellen Regeln in dieser Branche überhaupt bringen? Leider muss ich sagen: einen nur sehr geringen Nutzen. Selbst wenn ich fünf Tage die Woche 8 Stunden am Tag im Internet suche, erhöht sich die Anzahl der passenden Stellen leider nicht. Auch wenn das Anschreiben noch so schön formuliert ist, kann ich damit niemanden ausstechen, der über Vitamin B verfügt. Sicherlich ist es nützlich, den eigenen Lebenslauf zu optimieren. Dennoch ist mir klar geworden, dass einige der Tipps, die hierzu vermittelt werden, nicht zu den Gepflogenheiten meines Berufsfeldes passen und deshalb sogar kontraproduktiv sein können. So wird in diesem Kurs dem Vorliegen eines Führerscheins und dem Besitz eines eigenen PKWs ein besonders hoher Stellenwert beigemessen. Das Vorliegen des Führerscheins und eines PKWs sollten unbedingt im Lebenslauf aufgeführt werden. In einem Fragebogen des Zentrums musste ich sogar ankreuzen, ob ich einen Gabelstaplerführerschein besitze. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Berufsgruppen gibt, für die diese Dokumente einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Hier ist dies auch wichtig, gut und passend. Bei der Art von Stellen, auf die ich mich bewerbe, würde jedoch eine Publikations- und Vortragsliste einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Die Erwähnung eines Führerscheins würde dagegen einen Lachkrampf auslösen, da man schlichtweg davon ausgeht, dass jeder Bewerber einen hat. Wenn nicht, ist dies auch nicht schlimm, da man sich sehr gerne mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Fahrrad fortbewegt.

Anrufen, nachkontakten und die Bewerbung persönlich abgeben
In einem der Weiterbildungsmodule soll uns beigebracht werden, wie man sich mit seiner Bewerbung von der grauen Masse abheben kann. Macht Sinn, wenn man es richtig anstellt. Einige Anregungen schienen mir sinnvoll, bei anderen Vorschlägen schlich sich bei mir mal wieder das Gefühl der „Verschlimmbesserung“ ein. So wurde uns geraten, in jedem Falle anzurufen, wenn die Telefonnummer eines AP angegeben sei. Was man denn konkret in solch einem Vorgespräch sagen solle, blieb jedoch etwas im Dunkeln. Man solle eine Beziehung aufbauen, fragen, ob man seine Bewerbung schicken solle (Hm, na klar soll ich eine Bewerbung schicken, sonst gäbe es ja keine Stellenanzeige, oder?). Dann ganz wichtig: nach wenigen Tagen nachkontakten, ob die Bewerbung eingegangen sei und man noch etwas nachreichen solle. Dies mag für einige Branchen zutreffen, in meinem Falle findet das Gegenüber es leider äußerst lästig von 200 Bewerbern telefonisch traktiert zu werden und die eigene Arbeit nicht mehr machen zu können. Ich habe eher den Fall erlebt, dass Ansprechpartner aus der Anzeige gar nicht mehr ans Telefon gehen. Dann solle man versuchen, über die Durchwahl von Nebenanschlüssen an den AP heranzukommen. Ich habe große Zweifel, dass mich solch eine Aktion als Bewerber attraktiver macht. Nein, es erscheint sogar penetrant und respektlos.Ebenso die Empfehlung, seine Bewerbung persönlich in der Firma abzugeben mit dem Spruch: „Meine Bewerbung bei Ihnen ist mir so wichtig, dass ich meine Unterlagen persönlich bei Ihnen abgeben möchte.“ Vielleicht ist dies bei kleinen Betrieben mit wenigen Bewerbern passend, bei großen Firmen wird es aber als Unterbrechung der Arbeitsabläufe angesehen, wenn Hunderte von Bewerbern ihre Unterlagen gerne persönlich abgegeben möchten. Es kann sogar sein, dass dies als Verzweiflungstat gewertet wird: „Der ist so verzweifelt, dass er sich mir direkt vor die Füsse wirft“.

Fortsetzung folgt
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Alt 23.10.2013, 22:53   #7
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Die Massnahme wurde mit den wenigsten der Teilnehmer besprochen, man wurde einfach willkürlich zugewiesen ohne Grund, Sinn und Nachvollziehbarkeit.
Die Ämter sind (eigentlich schon seit letztem Jahr) angehalten, Arbeitslosen recht zeitnah nach der Arbeitslosmeldung eine Hilfestellung bei den Bewerbungen angedeihen zu lassen. Das hat primär nichts mit der Statistik zu tun, sondern damit, daß sich viele Leute durch fortgesetzte Fehler in den Bewerbungen schnell ihre Chancen verbauen. Der Teufel liegt da oftmals im Detail.
Zum einen ist das verbrannte Erde bei dem jeweiligen Arbeitgeber (wovon es in etlichen Gegenden eben nicht unendlich viele gibt), zum anderen sinken die Vermittlungschancen mit fortschreitender Zeit der Arbeitslosigkeit schnell ab.

Nach meiner Erfahrung sind weder SB noch - die Mehrzahl der MT - der Aufgabe wirklich gewachsen, Bewerbungsunterlagen eines Leistungsempfängers zu optimieren. Das fängt schon mit den Formulierungen in Arbeitszeugnissen an und hört mit der Frage, wie passen Bewerber, Foto und Vorstellungen der Arbeitgeber zusammen, noch lange nicht auf. Und wenn Du drei Leute fragst, wie ein Lebenslauf verfaßt werden soll, bekommst Du bestenfalls nur drei völlig unterschiedliche Antworten ...
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Alt 23.10.2013, 23:00   #8
Neudenkender
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
(...)

Insgesamt kann ich über das Gespräch nichts Negatives sagen. (...) und mir versichert, dass ich nicht an Zeitarbeitsfirmen vermittelt würde, wenn ich dies nicht wünsche.
Das mit dem "nichts Negatives" hätte sich allein schon an dieser Stelle wohl relativieren lassen mit einer rhetorischen Frage so in der Art: "Interessant! Können Sie mir das bitte gleich einmal schriftlich geben?"

Im Leben nich'! Selbstverständlich werden sie dich einem ihrer Sklavenhändler-Partner zuführen ...
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Alt 23.10.2013, 23:15   #9
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 3

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Teil 3
Anrufen, nachkontakten und die Bewerbung persönlich abgeben
In einem der Weiterbildungsmodule soll uns beigebracht werden, wie man sich mit seiner Bewerbung von der grauen Masse abheben kann. Macht Sinn, wenn man es richtig anstellt. Einige Anregungen schienen mir sinnvoll, bei anderen Vorschlägen schlich sich bei mir mal wieder das Gefühl der „Verschlimmbesserung“ ein. So wurde uns geraten, in jedem Falle anzurufen, wenn die Telefonnummer eines AP angegeben sei. Was man denn konkret in solch einem Vorgespräch sagen solle, blieb jedoch etwas im Dunkeln.
Man kann auch anrufen, wenn die Telefonnummer nicht angegeben ist. Und was man die Leute dann fragt, ergibt sich aus den Spezifika Deines Berufes. Mitunter sind die Anzeigen widersprüchlich oder nichtssagend, weil sie von Leuten verfaßt werden, die von der Materie keine Ahnung haben. Die Fachabteilung zu hören ist ja mitunter verpönt, manchmal auch nicht zielführend, wenn die selber nicht wissen, was sie wollen oder das gem. AGG nicht laut sagen dürfen ...

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Man solle eine Beziehung aufbauen, fragen, ob man seine Bewerbung schicken solle (Hm, na klar soll ich eine Bewerbung schicken, sonst gäbe es ja keine Stellenanzeige, oder?). Dann ganz wichtig: nach wenigen Tagen nachkontakten, ob die Bewerbung eingegangen sei und man noch etwas nachreichen solle. Dies mag für einige Branchen zutreffen, in meinem Falle findet das Gegenüber es leider äußerst lästig von 200 Bewerbern telefonisch traktiert zu werden und die eigene Arbeit nicht mehr machen zu können.
Gut, das Verhältnis zwischen Bewerbern und offenen Stellen ist schon dermaßen ungünstig, daß man da mit einem Bewerbungstraining nicht wirklich etwas retten kann. Ob ich mich bewerben soll, frage ich nur, wenn ich das nicht will oder das offenbar unsinnig ist (das kommt ja bei dem automatisierten Stellenzuordnungsverfahren der BA recht häufig vor). Befürchte ich, daß die Bewerbung im Spamfilter versackt ist, dann klärt man das innerhalb der nächsten Stunde und nicht erst drei Tage später.

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Ich habe eher den Fall erlebt, dass Ansprechpartner aus der Anzeige gar nicht mehr ans Telefon gehen. Dann solle man versuchen, über die Durchwahl von Nebenanschlüssen an den AP heranzukommen. Ich habe große Zweifel, dass mich solch eine Aktion als Bewerber attraktiver macht.
Nicht wirklich, da hast Du Recht. Allerdings kommt es auch vor, daß der "Ansprechpartner" nur eine subalterne Person ist, die die Unterlagen nur entgegen nehmen soll. Oder daß der Ansprechparter in dem Unternehmen schon seit Monaten nicht mehr beschäftigt ist ...

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Nein, es erscheint sogar penetrant und respektlos.Ebenso die Empfehlung, seine Bewerbung persönlich in der Firma abzugeben mit dem Spruch: „Meine Bewerbung bei Ihnen ist mir so wichtig, dass ich meine Unterlagen persönlich bei Ihnen abgeben möchte.“ Vielleicht ist dies bei kleinen Betrieben mit wenigen Bewerbern passend, bei großen Firmen wird es aber als Unterbrechung der Arbeitsabläufe angesehen, wenn Hunderte von Bewerbern ihre Unterlagen gerne persönlich abgegeben möchten. Es kann sogar sein, dass dies als Verzweiflungstat gewertet wird: „Der ist so verzweifelt, dass er sich mir direkt vor die Füsse wirft“.
Fortsetzung folgt
Man kann alles so und auch anders sehen. Ich habe vor Jahren eine Stelle bekommen, weil ich mich persönlich bemühte - man hätte die Bewerbung ansonsten allein deswegen abgelehnt, um mir die Spesen nicht erstatten zu müssen. Gut, die Zeiten haben sich gewandelt. Aber man kann auch kreativer bei der Begründung sein. Ich war damals "zufällig da", man bat mich herein und zwei Stunden später hatte ich den Arbeitsvertrag - rückwirkend zum Monatsersten ...
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Alt 23.10.2013, 23:16   #10
Neudenkender
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Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Nach meiner Erfahrung sind weder SB noch - die Mehrzahl der MT - der Aufgabe wirklich gewachsen, Bewerbungsunterlagen eines Leistungsempfängers zu optimieren. Das fängt schon mit den Formulierungen in Arbeitszeugnissen an und hört mit der Frage, wie passen Bewerber, Foto und Vorstellungen der Arbeitgeber zusammen, noch lange nicht auf. Und wenn Du drei Leute fragst, wie ein Lebenslauf verfaßt werden soll, bekommst Du bestenfalls nur drei völlig unterschiedliche Antworten ...
Genau so sieht das aus! Denen kann man gleich ihren Anmaßungswind aus ihren Segelchen nehmen, wenn man sie direkt mit der Frage konfrontiert, am besten noch gruppenöffentlich gestellt: "Entschuldigen Sie bitte, aber auf welchen konkreten beruflichen Erfahrungen im Personalwesen meinen Sie, mir Ratschläge in dieser Angelegenheit erteilen zu können? Können Sie bitte zudem anhand belegbarer Vergleiche erläutern, warum gerade Ihre Vorschläge erfolgsträchtiger sein sollten als die bisher von mir gepflegte Vorgehensweisen?"

Das sind fast ausnahmlos berufliche Nullen, billig eingekaufte gescheiterte Existenzen, die in meist prekären Beschäftigungsverhältnissen bei den Maßnahmeträgern landen. Wer was drauf hat, arbeitet in "richtigen" Firmen oder Organisationen.

Man kann auch von der Leitung/Geschäftsführung gleich zu Beginn verlangen, Auskunft über die Kompetenz dieser "Dozenten" in Sachen Bewerbungen zu erhalten. So macht sich gleich sehr beliebt und die verzichten unter Umständen (!) von selbst solch einen Querulanten, wenn man noch ein, zwei Karten zusätzlich ausspielt.

Oh, wie schade aber auch, ich wollte doch gerade diese tolle Maßnahme unbedingt mitmachen ...
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Alt 23.10.2013, 23:29   #11
P123
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von Neudenkender Beitrag anzeigen
Genau so sieht das aus! Denen kann man gleich ihren Anmaßungswind aus ihren Segelchen nehmen, wenn man sie direkt mit der Frage konfrontiert, am besten noch gruppenöffentlich gestellt: "Entschuldigen Sie bitte, aber auf welchen konkreten beruflichen Erfahrungen im Personalwesen meinen Sie, mir Ratschläge in dieser Angelegenheit erteilen zu können? Können Sie bitte zudem anhand belegbarer Vergleiche erläutern, warum gerade Ihre Vorschläge erfolgsträchtiger sein sollten als die bisher von mir gepflegte Vorgehensweisen?"
Du wirst es nicht glauben, aber die Dozenten sind zum einen nicht alle doof und zum anderen nicht wirklich entscheidungsbefugt. Es ist ziemlich sinnfrei, mit einem Fahrkartenkontrolleur über die Tarifgestaltung zu diskutieren.

Vor Jahresfrist habe ich mit mehreren Coaches bei MT zu tun gehabt und denen eine Beurteilung vorgelegt, die ungewollt recht suboptimal ausgefallen war. Das ist etwa der Hälfte dieser Leute aufgefallen. Nach drei, vier Gesprächen waren die Schwachstellen klar und ich konnte die Beurteilung nacharbeiten lassen. Freilich, es gab auch Leute, die sich das Ding gar nicht erst ansahen oder nichts dabei fanden. Bei denen weiß man dann gleich, woran man ist ...
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Alt 23.10.2013, 23:45   #12
Neudenkender
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Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Bewerbungstraining
Einer der größten Sektoren volkswirtschaftlicher Blindleistung überhaupt! Hier hat sich, im monetären Schulterschluss mit dem Personalwesen, eine parasitäre Branche etabliert, die vom Blendertum und von den von ihnen selbst kreierten künstlichen Regeln prima lebt. Am Ende kann der jeweilige Arbeitsplatz sowieso nur einmal besetzt werden - ob sich die Bewerbermassen nun alle auf benutzem Klopapier oder alle per Krokoleder-Mappen mit Goldschnitt samt Foto vom Starfotografen nach Intensiv-Hackfressen-Styling (samt PS-Post-Processing) präsentieren.

Für tatsächlich sinnvolle fachliche Weiterbildung ist natürlich kein Geld da. Dass ein Arbeitsministerium, samt der entsprechend vereidigten Ministerin, diesen volkswirtschaftlichen Schwachsinn immer noch weiter forciert - darin läge der eigentliche gesellschaftliche Skandal. Aber das interessiert heute kaum eine Sau.

Nur ein weiterer Sargnagel dieses Systems.
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Alt 24.10.2013, 00:05   #13
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Es ist ziemlich sinnfrei, mit einem Fahrkartenkontrolleur über die Tarifgestaltung zu diskutieren.
Exakt. Genau wegen dieser Sinnfreiheit sollte man alles tun, um gar nicht erst an solchen Schwachsinnsmaßnahmen teilnehmen zu müssen. U. a. deshalb, weil es gar keinen echten Standard für Bewerbungen gibt. Alles nur Meinung - und wenigstens diese sollte fachlich fundiert sein. Diese Flachzangen dort kennen oft z. B. weder die DIN 5008 noch die grundlegendsten Regeln der deutschen Rechtschreibung; von Layout, Typographie etc. mal ganz zu schweigen. Aber bei Bewerbungen "beraten" wollen, welch Hohn (= Verarsche).

Kannste dann deine Bewerbung in der Tat auch dem Ticketkontrolleur vorlegen, der ist wahrscheinlich fachlich noch besser drauf ...
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Alt 24.10.2013, 10:35   #14
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schwaso
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Zitat von P123 Beitrag anzeigen
Die Ämter sind (eigentlich schon seit letztem Jahr) angehalten, Arbeitslosen recht zeitnah nach der Arbeitslosmeldung eine Hilfestellung bei den Bewerbungen angedeihen zu lassen. Das hat primär nichts mit der Statistik zu tun, sondern damit, daß sich viele Leute durch fortgesetzte Fehler in den Bewerbungen schnell ihre Chancen verbauen. Der Teufel liegt da oftmals im Detail.
Danke für diese Erläuterung! Meine Vermutung war, dass es wegen der Wahlen im September vor allem darum ging, die Arbeitslosenstatistik aufzubessern, um die Argumentation von Frau Merkel zu stützen: "Deutschland geht es gut."

Die Zielsetzung Bewerbern zeitnah eine Unterstützung bei Bewerbungen zu geben, halte ich grundsätzlich für sinnvoll. Gerne nehme ich auch noch Schulungen wahr zwischen ein paar Stunden bis maximal eine Woche. 8 Wochen beaufsichtigt im Internet zu surfen, passt zu meinem Profil aber nicht.

Es gibt jedoch eine Vielzahl von Leuten, für die das Angebot des Zentrums wirklich hilfreich sein kann. Das sind konkret Personen, die keinen eigenen PC haben, die noch nie mit einem Computer gearbeitet haben, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, die kein Geld haben für Bewerbungsfotos und -mappen oder die schlichtweg nicht die Disziplin haben, kontinuierlich eigene Bewerbungsbemühungen zu verfolgen. In der konkreten Massnahme habe ich auch viele Leute kennengelernt, auf die diese Charakteristika zutreffen.

Mit dieser Argumentation möchte ich aufzeigen, dass es mir bei meinen Beiträgen nicht um ein einseitiges Bashing von allem geht, was aus der Richtung der Bundesagentur kommt, sondern um ein zielgruppenorientiertes Angebot von Massnahmen.
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Alt 24.10.2013, 10:47   #15
EMRK
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Ja, damit triffst Du ins Schwarze. Die Massnahme wurde mit den wenigsten der Teilnehmer besprochen, man wurde einfach willkürlich zugewiesen ohne Grund, Sinn und Nachvollziehbarkeit. Hauptsache "zugewiesen" und aus der ALO-Statistik raus.
Dann ist das eine Verschwendung von Steuergeldern und gehört gemeldet. Dafür gibt es das "Schwarzbuch".

Schwarzbuch - Bund der Steuerzahler deckt auf

Im Übrigen kann es nicht schaden, eine saftige Beschwerde an das Kundenreaktionsmanagement in Nürnberg zu schicken

Kundenreaktionsmanagement - www.arbeitsagentur.de

und auch die lokalen Medien auf diese Verschwendung hinzuweisen.
__

Meine Beiträge stellen keinerlei Rechtsberatung dar. Ich argumentiere lediglich nach bestem Wissen und Gewissen.
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Alt 24.10.2013, 10:48   #16
Annemarie48->Emailproblem
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Annemarie48
Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Hallo zusammen,

Dankeschön für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht !

Auch ich wurde nach nur kurzer Zeit in ALG 1 von einem dicken Kuvert in der Post überrascht mit dem Inhalt der Zuweisung in eine Maßnahme. Ich kannte weder den SB, noch stand ein Hinweis darauf in meiner Eingliederungsvereinbarung. Auch hatte ich von solchen "Aktivierungsmaßmahmen" noch nie Kenntnis erhalten.

Nach dem ersten Schock, dass ich acht (!) Wochen mit so einem Unsinn zu verbringen habe, ist in mir der Widerspruchsgeist erwacht. Unsinn deshalb, weil es für mich keinen Sinn macht, stundenlang am Computer zu sitzen und Stellenanzeigen zu durchforsten, das mache ich täglich zu Hause und ist in einem zeitlichen Rahmen von ca. einer Stunde morgens und abends inkl. Abfassen der Bewerbung erledigt. Alle Inhalte dieser Aktivierungsmaßnahme sind mir aus meiner beruflichen Laufbahn bekannt und vertraut. Ich bin bereits bei einer seriösen und qualizierten Personalgentur gemeldet, dort wurden meine Bewerbungsunterlagen auf aktuellen Stand gebracht, dort habe ich eine fundierte Beratung erhalten und werde auch zu Bewerbungsgesprächen vermittelt.

Nach über 25 Jahren in einem kaufmännischen Beruf, finde ich es unglaublich frech und dreist seitens der Agentur für Arbeit, wie hier mit mir umgegangen wird. Es gab kein Vorgespräch mit einem SB der Agentur für Arbeit, ich werde mit einem Papierwust überfallen, mit Zuweisungen, Androhungen und Sanktionen. Die Vorgaben einer bestehenden Eingliederungsvereinbarung habe ich mehr als erfüllt, ich sehe daher keinen Grund für eine Aktivierungsmaßnahme.

Auch in meinem Fall wird es wohl so sein, dass ich eine Einladung zu einem Beratungstermin mit einem mir bisher unbekannten SB habe, diese Einladung bzw. dieses Gespräch jedoch vom Maßnahmenträger geführt wird. Da ich der Weitergabe meiner Daten unter Hinweis auf das Datenschutzgesetz widersprochen habe, verstößt dieses Vorgehen gegen geltende deutsche Rechtsprechung. Dazu werde ich zunächst den Terminverlauf abwarten, um dann ggf. den Bundesbeauftragten für Datenschutz von diesem Vorgehen in Kenntnis zu setzen.

Und wieso erhalte ich mit der Einladung zu dem Beratungstermin eine Rechtsfolgenbelehrung, welche Sanktionen mich treffen werden, wenn ich nicht erscheine - das Nichterscheinen des SB der Agentur für Arbeit bleibt jedoch ohne Konsequenzen ? Ggf. sollte ich bei Nichterscheinen des SB eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen.

Nach eingehender Beschäftigung mit dieser Vorgehensweise habe ich einen Ansatz entdeckt, der das Handeln der Agentur für Arbeit verdeutlicht: Bin ich in dieser Aktivierungsmaßnahme, werde ich nicht mehr als arbeitslos geführt.

Grundsätzlich darf die Agentur für Arbeit jedem Arbeitslosen diese Maßnahmen zuweisen, das ist glaube ich SGB III § 45.

In den Kommentaren zu SGB II, § 3 (z.B. bei Haufe, Hrsg. Sauer) steht sinngemäß in Abschnitt 7: diese Aktivierungsmaßnahmen unterliegen dem Ermessen der Agentur, es muß jedoch eine Verhältnismäßigkeit vorliegen. Es kann nicht sein, dass eine Fachkraft aus dem kaufmännischen Bereich wochenlang mit dem Ausmalen von Mandalas beschäftigt wird oder ein Fachangestellter für EDV und/oder Informatik lernt, wie man mit einer Computermaus umzugehen hat.

Mit einer Mischung aus Empörung, Verwundung auch auch Neugier verfolge ich die Beiträge hier im Forum. Egal ob aus Unkenntnis, Unfähigkeit oder Hilflosigkeit, aber es kann nicht sein, dass sich eine Behörde so gegenüber mir als dem Anspruchssteller verhält.

Gruß, Anni
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Alt 24.10.2013, 10:59   #17
Texter50
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Texter50 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Das zeitnahe Einbinden der Antragsteller von ALG II scheint System zu haben. Allerdings trifft es so wie ich das sehe, jeden neuen Leistungsbezieher.
Was bitte soll der Abiturient, der sich zwischen Abi und Studium beim Amt melden muss, mit Bewerbungstraining und Arbeitserprobung?
Noch besser kommen dan die PC-Einführungen für diese Kids! Die können dann schnell mehr als der Ausbilder!
Texter50 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2013, 10:59   #18
Anna B.
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Anna B. Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Hallo Anni,

so habe ich auch beim 1. Termin mit der Behörde gefühlt...

40 Jahre habe ich Vollzeit gearbeitet..sogar als Dozentin bzgl. Bewerbungstraining und Vorstellungsgespräche war ich tätig....

und was sagt der Knabe zu mir?..."naserümpfend..naja, ihre letzte Bewerbung ist ja auch ewig her, da bräuchte ich mal eine..und wenn das nicht klappt, dann muß ich sie in eine Maßnahme stecken"....wortwörtlich: stecken...

ich hab ihm dann erläutert, was ich beruflich gemacht habe und auch im Personalwesen tätig war...und ihm eine Bewerbung auf den Tisch geknallt..(so schleimig wie da, hätte ich die in wirklich nicht geschrieben..)...und er war zufrieden...

was mich am meisten gestört hat mit dieser Behörde war dieses ständige Drohen...egal was ist, man wird ununterbrochen bedroht...

und das sie nicht die Wahrheit sagen..sie lügen dich, wo du vor ihnen sitzt..
sie lügen dir frech ins Gesicht...

desweiteren meine ich, ist eine Meldeaufforderung nur dann gültig, wenn auch ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur vor dir sitzt..ansonsten ist das keine gültige Meldeaufforderung und ein fehlen kann nicht sanktioniert werden..

im § 59 SGB steht genau drin, was eine Meldeaufforderung ist...

http://www.arbeitsagentur.de/zentral...eldepflicht.pd


man hat sich bei der Agentur oder einer sonstigen Dienststelle der Agentur zu melden..

interessant auch im Link auf Seite 2....Meldestelle....
__

Gruß
Anna

Meine Beiträge sind keine Rechtsberatung
Anna B. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2013, 11:15   #19
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schwaso
Standard Hamsterrad der Verzweifelten

Zitat von Neudenkender Beitrag anzeigen
Genau so sieht das aus! Denen kann man gleich ihren Anmaßungswind aus ihren Segelchen nehmen,

Das sind fast ausnahmlos berufliche Nullen, billig eingekaufte gescheiterte Existenzen, die in meist prekären Beschäftigungsverhältnissen bei den Maßnahmeträgern landen. Wer was drauf hat, arbeitet in "richtigen" Firmen oder Organisationen. ...
Lieber Neudenker,
danke für die vielen Kommentare. Da kommt viel Zynismus, Aggression und Frustration rüber. Wie hälst Du das aus? So viel negative Energie würde mich krank machen.

Ich habe in den letzten Wochen einen anderen Eindruck gewonnen als Du und komme zu einer ganz anderen Bewertung. Meiner Beobachtung nach geht es hier nicht um "Anmaßung" durch "berufliche Nullen" und "gescheiterte Existenzen".

Diese ganze Vermittlungs-/Weiterbildungsindustrie erscheint mir eher wie ein "Hamsterrad der Verzweifelten", zumindest was die Handelnden auf der operativen Ebene angeht. Was ich konkret damit meine: In der Bundesagentur sitzen viele schlecht bezahlte, befristete Angestellte, die bis zu 600 Fälle pro Person parallel bearbeiten sollen. Diese Befristeten, die oftmals selbst aus der Arbeitslosigkeit kommen, übergeben einen Teil dieser "Fälle" an Weiterbildungsanbieter. Bei diesen Anbietern arbeiten "Berater" als Freiberufler, oftmals kommen sie selbst aus früherer Arbeitslosigkeit. Diese Freiberufler vermitteln nun andere Arbeitslose in prekäre, schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse bei Zeitarbeitsfirmen.

Die Leute, die hier arbeiten, sind also (bis auf Ausnahmen) keineswegs anmassend, sie versuchen lediglich ein Einkommen zu erzielen, mit dem sie ihre Miete und die permanent steigenden Heizkosten bezahlen können, genau wie Du oder ich. Dies tun sie, weil sie keine andere berufliche Alternative haben. Bevor ich auf Hartz 4 lande, würde auch ich solch einen Job annehmen.

Es bringt nichts, seinen Frust an den ausführenden Organen des Systems auszulassen (Es bringt nichts sich mit dem Schaffner über ein Tarifsystem zu streiten, weil er diesbezüglich keinen Einfluss hat). Eine Veränderung muss auf einer höheren Ebene und mit anderen Mitteln angestossen werden, z.B. indem man sich politisch einbringt mit konkreten Inhalten, demonstriert, Verbündete sucht etc.

Übrigens: Diese doch sehr beleidigenden Bezeichnungen für die Dozenten der Weiterbildungseinrichtungen, die Du verwendest: Sind dies nicht genau die Bezeichnungen, mit denen wir als Arbeitslose selbst betitelt werden? Also genau die Bezeichnungen, mit denen Du selbst NICHT betitelt werden möchtest, wenn Du Dich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbst? Warum behandelst Du andere so, wie Du selbst nicht behandelt werden möchtest?

Nachdenkliche Grüsse,
schwaso
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Alt 24.10.2013, 11:19   #20
Texter50
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Texter50 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Hamsterrad der Verzweifelten

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Ich habe in den letzten Wochen einen anderen Eindruck gewonnen als Du und komme zu einer ganz anderen Bewertung. Meiner Beobachtung nach geht es hier nicht um "Anmaßung" durch "berufliche Nullen" und "gescheiterte Existenzen".
Wochen? Hab ich was verpasst? Brauch ich einen neuen Kalender?
Wie viele Maßnahmen sind da bereits durchlaufen worden, bei der Menge an Erfahrung wäre das mal interessant!
Wie nennt sich das Zauberhaus, aus dem berichtet wird?
Ganz ehrlich: ich fühl mich so wat von veräppelt...
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Alt 24.10.2013, 11:30   #21
Neudenkender
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von Annemarie48 Beitrag anzeigen
aber es kann nicht sein, dass sich eine Behörde so gegenüber mir als dem Anspruchssteller verhält.
Dieser unerträgliche Egoismus, diese absolute Selbstzentriertheit!

Warum kann man nicht einfach als Leistungsbezieher mitmachen bei den Maßnahmen? Haben denn etwa die Besitzer der MT-Trägerfirmen keine Kinder, die es zu versorgen gilt? Bald ist Weihnachten, und es stehen neue iPhones auf den Zetteln! Habt ihr zudem überhaupt eine Ahnung, was der Sprit für das SUV kostet? Die Mitgliedschaften im Golf- und Tennisclub?

Muss die arme SB nicht auch Quote liefern? Um ihren Job zu behalten? Die hat doch vielleicht auch Kinderchen?

Und die BA-Chefs und die Frau Bundesministerin, brauchen die nicht auch - emotional - Statistikerfolge, um ihre Wirtschaftspartner - und damit sich - zu beglücken?

Das ganze Netzwerk gilt es zu unterstützen!

Kann man also nicht einfach mal an jene Allgemeinheit denken und diese Maßnahmen deswegen einfach klaglos besuchen? Hat man als Staatsbürger denn so gar kein Pflichtgefühl, wenn es um ein Mitwirken an der segensreichen Umverteilung von Steuermitteln geht?

DU bist Deutschland! Also Zähne zusammenbeißen (oder Arschbacken zusammenkneifen) und mitmachen! Meine Güte, die paar Monate, ihr habt doch sowieso nichts zu tun.

Also bitte auch mal an das große Ganze und an die anderen denken. Daher: Shut the f*** up and get with the program, damn it!
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Alt 24.10.2013, 11:31   #22
schwaso->Emailproblem
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schwaso
Standard AW: Hamsterrad der Verzweifelten

Zitat von Texter50 Beitrag anzeigen
Wochen? Hab ich was verpasst? Brauch ich einen neuen Kalender?
Wie viele Maßnahmen sind da bereits durchlaufen worden, bei der Menge an Erfahrung wäre das mal interessant!
Wie nennt sich das Zauberhaus, aus dem berichtet wird?
Ganz ehrlich: ich fühl mich so wat von veräppelt...
Hallo Texter,

Du hast recht, manche Zeitangaben können widersprüchlich erscheinen. Danke für den Hinweis. Grund hierfür: Ich habe diese achtwöchige Massnahme bereits hinter mich gebracht und möchte die Gesamtheit der Erfahrungen an den Mann/ die Frau bringen. Der Text ist aber so ähnlich wie ein Tagebuch geschrieben, daher auch in der Gegenwart, auch wenn die Erfahrung bereits etwas zurückliegt. Also kein Grund, sich veräppelt zu fühlen.
Dies ist übrigens meine erste Massnahme.

Viele Grüße,
schwaso
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Alt 24.10.2013, 11:38   #23
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schwaso
Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von EMRK Beitrag anzeigen
Dann ist das eine Verschwendung von Steuergeldern und gehört gemeldet. Dafür gibt es das "Schwarzbuch".

Schwarzbuch - Bund der Steuerzahler deckt auf

Im Übrigen kann es nicht schaden, eine saftige Beschwerde an das Kundenreaktionsmanagement in Nürnberg zu schicken

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und auch die lokalen Medien auf diese Verschwendung hinzuweisen.
Danke für die Hinweise! Dies sind Aktivitäten, mit denen man sich wehren kann, ohne Einzelpersonen anzugreifen und zu beleidigen. Es geht hier um Systemfehler und Steuergeldverschwendung.
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Alt 24.10.2013, 11:43   #24
Neudenkender
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Neudenkender Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Hamsterrad der Verzweifelten

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
]? Warum behandelst Du andere so, wie Du selbst nicht behandelt werden möchtest?
Bist noch nicht lange dabei, was? Ich kenne die Branche - auch von innen. Das Maß an Verlogenheit dort ...
Ich sage dir mal nicht, wie Teilnehmer dort genannt werden, intern. "Opfer", "Patienten" ... sind noch Kosenamen.

Ich beziehe mich hier zudem auf so genannte Sinnlos-Maßnhmen, nicht auf sinnvolle Weiterbildungen und dort tätige Lehrkräfte.

Ausnahmen gibt es zudem immer. Aber in der Regel arbeiten dort nur selbst kaum Vermittelbare. Aber mach deine eigenen Erfahrungen.
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Alt 24.10.2013, 11:51   #25
Neudenkender
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Standard AW: Erfahrungsbericht zu "Aktivierungsmassnahme mit Anwesenheitspflicht" Teil 1

Zitat von schwaso Beitrag anzeigen
Es geht hier um Systemfehler und Steuergeldverschwendung.
Auf DICH haben sie gewartet! Der Messias, der als erster alles aufdeckt!

Nicht einmal müde lächeln werden sie dort über deine Naivität. Von dort kommt das ganze System nämlich, dort wurde es ausgebrütet und umgesetzt. Aber mach mal, auf dich haben wir sehnlichst gewartet, endlich deckt dort mal jemand alles auf!

Die freuen sich auf solche Bürger. Als Beleg dafür, dass ihr System noch immer bestens funzt, dass der Michel lebt.
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