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Alt 14.04.2018, 17:13   #26
Ulenspegel
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Hallo A.!

Wenn man jenseits seiner beruflichen Qualifikation suchen muss, wird es sehr schwierig überhaupt noch vernünftige Arbeitsverhältnisse zu finden.

Dann müsste es konsequenterweise ja heißen Weiterbildung und Qualifizierung, bis es wieder passt. Als Betroffener steht man aber erstmal im Regen und weiß gar nicht, ob man jemals wieder in einigermaßen stabile Beschöftigungsstrukturen vorgelassen wird.

In so einer Situation braucht man nicht unbedingt noch zusätzlichen Stress durch unfaire Arbeitsbedingungen. Auf der anderen Seite mag es auch in der Branche unterschiedliche AG geben. Alternativlosigkeit gibt es weder in der Politik noch in der Arbeitssuche.
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Alt 14.04.2018, 18:35   #27
Onkel Tom
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von HansDampf4879234 Beitrag anzeigen
...
Wenn du so einen Anruf Montags früh am morgen hast, dann ist deine komplette Woche versaut. Ich hatte viele Anrufer die am Telefon in Tränen ausgebrochen sind.

Da ich dies mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte habe ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben.
...
Im Bewerbungsgespräch wurde mir gesagt, dass diese eine Weiterbildung zum Kaufmann für Versicherung zu 100% unterstützen und eine Übernahme in die Muttergesellschaft (Versicherung) bevorzugt ist. Nach zwei Monaten arbeiten hieß es plötzlich, dass auf finanzieller Sicht keine Möglichkeit gibt für diese Weiterbildung.
...
Durchfall und Erbrechen, trotzdem schleppte ich mich in die Arbeit..
...
"SIE SEHEN DOCH WAS HIER LOS IST!"
...
Der Gipfel war dann, als ich meine Kurzpause von 15 Minuten um sage und schreibe eine Minute und 13 Sekunden überzogen habe und mich deswegen vor dem Betriebsrat rechtfertigen musste.
...
Auch hier bitte das Standard Template verwenden. Noch nie fühlte ich mich so eklig beim absenden einer Email.
...

Yupp, kein Wunder das der Job ans Mark geht..
Ich hoffe, Du hast zum Thema "(Fach)Doc-Geschichten" alles in trockenen Tüchern, sprich die Möglichkeit
geschaffen hast, die "Notbremse"
zu ziehen, falls Dein CC-Stress jetzt "nur" durch AfA-Stress "ersetzt" würde.

Jaja, diese Einstellungsversprechen "Bei uns können Sie Fortbildung bekommen"..
Mensch reißt sich anbei noch den Hintern auf, um ans "Bonbon" zu kommen und nach einer Zeit entpuppt
sich das Ganze als leere Bonbonverpackung, in der sich vermutlich nie ein Bonbon befunden hat..

Dies erlebst Du nicht nur in CC.. In anderen "Akkortorientierten" Unternehmen kommt dieser
"Trick" auch vor.

Und der Begriff "wichtiger Grund" ist im Auge des Juristen ein "undefinierter Begriff", das heißt, Amtschimmel
hat nicht immer Recht.. Oft stellt sich anbei echter Mumpiz und Bluff heraus und da spielt der "wichtige Grund"
oft die erste Geige..

Grund zur Muffe muss man anbei nicht haben.. Das Internet hat auch seine guten Seiten
__

Lass Dich nicht verhartzen !
Onkel Tom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2018, 23:13   #28
Martinus
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Martinus
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Lieber Hansdampf,
zunächst muss ich Dir hier und dort zustimmen, Callcenter funktionieren alle irgerndwie gleich. Ich war 4,5 Jahre in einem Callcenter im Backoffice beschäftigt. Habe hier Kundenbeschwerden in Schriftform beantwortet. Meist nach straffen Muster von Textbausteinen. (Ich konnte zum Schluss ohne die TBS zu sehen, schon den ganzen Brief mit eigenen formulieren Überleitungen jemandem der neu war diktieren).

Auch was die "Kontrolle" angeht, stimme ich Dir zu, die Produktivität der einzelnen Agenten oder wie manche Callcenter sagen, Kundenberater, ist normal. Ich arbeite nun wieder in einem anderem Callcenter. Diesmal an der Line im Inbound. Traurig finde ich dass es tatsächlich Leute gibt, die dort hin kommen, und der Meinung sind, sie können sich dafür bezahlen lassen, dass sie nichts tun ausser sich zu unterhalten.

Den beschriebenen Druck, kann ich nur teils bestätigen. Im ersten war der Druck sehr hoch und man musste eine Summe X an Kundenbeschwerden bzw an zu bearbeitenden Vertragsänderungen schaffen. Auch im Jetzigem Callcenter gibt es eine Art soll, aber anders als beim ersten werde ich dort im gesamten betrachtet. Sind die Kunden zufrieden, bewerten mich positiv, und unterschreiben eventuell eine Vertragsänderung bei mir, dann ist es egal ob ich mit dem Kunden 7,5 oder 30 Minuten telefoniere.

Auch wird man in diesem Callcenter als Kundenberater geschätzt, z.B. wenn Du einen Neukunden gewinnst, dann feiert dich sogar die Steuerung und die Trainigsabteilung. Nach gut 8 Wochen kannten dort alle TL´s meinen Namen die mit dem Projekt in irgendeiner Weise zu tun hatten. (Auch TL´s die nur das Backoffice erledigt haben).

Ich finde man muss irgendwo den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit finden. Ich z. B. habe ca 2 Stunden am Abend wo ich für mich vor dem PC sitze, youtube schaue oder einfach Musik höre die mir gefällt. Auch gehe ich einem Hobby nach welches mir sehr viel Spaß macht.

Natürlich schaue ich auch dass ich in Regelmäßigen Abständen meinen Urlaub nehme sofern es machbar ist, damit ich meine Akkus wieder laden kann.

Aber es freut mich, dass Du Dich nun besser fühlst, ich finde jedoch Callcenter sind denke ich aber noch eine bessere Wahl als eine ZAF, hier wurde ich z.B. von 2 Firmen mehr oder weniger verheizt und habe das von Dir beschriebene erlebt. (Einsätze bei Entleihern die nur billige Arbeitskräfte brauchen um z.B. Paletten zu strechen oder zu packen. Feierabend war wenn der Container leer ist).
Martinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2018, 18:13   #29
Gewerkschafter
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Gewerkschafter
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von AsbachUralt Beitrag anzeigen
Wenn das diese Arbeit nicht hergibt, dann würde ich alle Register ziehen um solchen Tätigkeiten aus dem Weg zu gehen
So einfach ist das nicht. Selbst mit Ausbildung und Weiterbildung gibt es nur diese Art von Beschäftigung. Es gibt nur die Wahlalternative, Beelzebub oder Fegefeuer. Werde ich aus dem Call Center gekündigt, so lande ich entweder beim JC oder bei der Afa. Nun geht der Tanz von vorne los. Selbstverständlich darf man moralisch Niemanden den Vorwurf machen, wenn er oder sie diese Art von Beschäftigung nicht wünscht. Für zartbesaitete Seelen ist das Service Center überhaupt nichts. Verkaufsdruck und oder Zeitdruck sind dort an der Tagesordnung. Dazu kommen grimmige Teamleiter und unfreundliche Kunden. Man wird von allen Seiten lang gemacht. Meinen ehemaligen Call Center Kolleginnen und Kollegen kann man nur einen Vorwurf machen und das ist die unkritische und unreflektierte Haltung gegenüber der Geschäftsleitung. Ein Wille zur Veränderung, hinsichtlich der problematischen Arbeitsbedingungen in diesen Servicecentern, täte der Arbeitnehmerseite gut. Leider sind es häufig die eigenen Kolleginnen und Kollegen die sich aus Eigennutz mit der Arbeitgeberseite solidarisieren. So kann nichts Gutes gedeihen.
Gewerkschafter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 00:33   #30
HansDampf4879234
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HansDampf4879234
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Es muss endlich ein Tarifvertrag für Call Center Agents kommen und damit meine ich nicht diese dubiosen Outbound Call Center, die Rentnern ein Zeitungsabo oder SKL Lose aufschwatzen.

Wie gesagt: Es kann doch nicht sein, dass in Call Centern jetzt Ausbildungen für Kaufmann im Dialogmarketing angeboten werden aber die ganze Stamm Belegschaft als Call Center Agent angestellt ist und mit einem Mindestlohn bezahlt wird.
Vorallem ist Inbound nicht mehr reine Telefonie, man füllt Formulare etc. für den Kunden aus oder ruft für den Kunden bei Behörden an. Als ich für die Fondsgesellschaft telefonierte mussten wir für den Kunden bei der ZfA (Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen) anrufen, um Dinge bei den Riester Verträgen zu klären. Für mich ist dies 1:1 der Aufgabenbereich den ein normaler Kaufmännischer Sachbearbeiter erledigt. Unterschied ist: Der Kaufmann verdient 2400 Brutto +, der Call Center Agent vielleicht 1600.

Geändert von HansDampf4879234 (16.04.2018 um 00:43 Uhr)
HansDampf4879234 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 08:49   #31
RobbiRob
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Die Mehrheit der Callcenter sind aber sogenannte 1. Level Service und das sind Jobs, die angelernt werden.

Am Ende sinkt durch die unattraktiven Arbeitsplätze (Bezahlung, Druck, Monotonie) auch die Qualität:
Jeder der kann versucht so einen Job zu vermeiden und übrig bleiben dann viele nicht motivierte, schlecht bezahlte CallCenterAgents, die auf unzufriedene Kunden treffen.

Wobei es da natürlich auch positive Ausnahmen gibt.

Wer das noch nicht erlebt hat, sollte mal speziell die Hotlines der Mobilfunker anrufen.
Telekom nehme ich da sogar aus!
Subjektive Erfahrungen sicher, aber halt meine selbst gemachten.

Sicher gibt es auch sehr anspruchsvolle CallCenter Jobs, das sind aber prozentual wenige und selbst da ist es dann so wie hier beschrieben:
Aufgrund des schlechten Image des Berufes wird es auch noch schlecht bezahlt, statt gut, um gute Leute anzulocken.

Das gleiche Thema hat man doch auch bei Bäckereifachverkäufer/in.
Da sind nachher doch wieder alles 450€ Anlernkräfte.

Die wenigsten ausgebildeten erhalten einen Vollzeitjob zum Tariflohn.

Ich mach mal ein Gegenbeispiel:
Wieso werden denn die Stellen für Müllmänner bei der Stadt (nur die, nicht die Privaten), so schnell besetzt?
Weil der Job so toll ist?
Nein, weil die Bezahlung wenigstens angemessen ist und bei der Stadt Tarifvertrag mit Altersvorsorge und Zulagen gelten.

Da wird man auch nicht beim 1. Krankenschein nach Hause geschickt.

Am Ende steht und fällt es mit sekundären Motivationen und an erster Stelle ist es nunmal die Bezahlung.

Das ganz Dilemma ist aber mittlerweile so weit fortgeschritten, dass eine signifikante Erhöhung des Mindestlohns hier nicht mehr möglich ist, da mit großen Verwerfungen verbunden.

Oder was meint Ihr, was der Facharbeiter für 13€ schlechten Lohn dazu sagt, wenn der Mindestlohn dann 12,50€ ist?
Inflation lässt grüßen.

Der Karren ist so tief im Dreck, da gibt es keine einfachen Lösungen mehr.
Die Ironie der Geschichte ist, dass das die SPD, eine sozialistische Partei maßgeblich verursacht hat.

Geändert von RobbiRob (16.04.2018 um 09:01 Uhr)
RobbiRob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 10:11   #32
atori
 
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
da gibt es keine einfachen Lösungen mehr.
Naja, ein paar einfache gäbe es schon. Zum einen wäre ein attraktiverer Mindestlohn (im Vergleich zu jetzt) von ~2.000€ sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung und zum anderen sollten solche Jobs (CC, Sicherheitsdienst, Reinigung) nicht vom JC sanktioniert werden dürfen. Denn diese Branchen bauen darauf, dass sie immer wieder und immer wieder verängstigten Nachschub bekommen werden.

Man kann es natürlich nicht allen recht machen, aber gerade in Bereichen wo so viel Umsatz gemacht wird -da muss man eingreifen und höhere Gehälter mit der Brechstange durchboxen.
atori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 10:40   #33
RobbiRob
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Ich sehe die „Gefahr“ ja nicht darin, dass deren Geschäftsmodell dann scheitert bei höherem Mindestlohn.

Diejenigen Unterbezahlten der dann erreichten Stufe, die sogenannte Mittelschicht wird dann ebenfalls höhere Löhne durchsetzen.

Diese Preisspirale und Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit abseits der hier genannten Branchen.
Und anziehende Preis über das jetzt schon gestartete Maß hinaus.

Denn gerade in den letzten zwei Jahren gab es doch für die breite arbeitende Mittelschicht ganz ordentliche Tarifsteigerungen.

Ich sehe sowieso beim nächsten Abschwung das dicke Ding kommen.
Der Zyklus ist ja nun schon ungewöhnlich lange, einige in der Wirtschaft kennen Abschwungphasen schon gar nicht mehr.

Entweder man setzt jetzt noch entsprechende Erhöhungen in den Niedriglohnbereichen und Mindestlohn durch oder der Zug ist dann erstmal abgefahren.

Von den Gewerkschaften erwarte ich da wenig. Totalausfall.
Die sind froh, wenn die ihre Altmitglieder halten können.
Und das ist in der Regel noch Mittelschicht mit angemessenen Löhnen.

Die paar Verdi-Organisierten im Niedriglohnbereich sind keine starke Vertretungsmacht.
RobbiRob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 11:00   #34
atori
 
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
Diejenigen Unterbezahlten der dann erreichten Stufe, die sogenannte Mittelschicht wird dann ebenfalls höhere Löhne durchsetzen.
Das haben wir bereits jetzt schon -Verdi kämpft z.B. derzeit für 6% mehr Lohn oder pauschal für 200€ Brutto mehr. Ohne dass der Mindestlohn jetzt signifikant gestiegen wäre...

Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
Der Zyklus ist ja nun schon ungewöhnlich lange, einige in der Wirtschaft kennen Abschwungphasen schon gar nicht mehr.
Sehe ich auch so. Ich denke dass gerade deshalb jetzt Hartz 4 nicht z.B. um 50€ erhöht wird (obwohl das Geld da wäre und die Kassen so voll sind wie noch nie) -weil man eben mit Abschwung rechnen muss und dann eine Hartz4-Absenkung politischer Selbstmord wäre.

Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
Entweder man setzt jetzt noch entsprechende Erhöhungen in den Niedriglohnbereichen und Mindestlohn durch oder der Zug ist dann erstmal abgefahren.
Ja sehe ich auch so. Jetzt oder nie -denn die Situation ist sehr günstig. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die enormen Steigerungen bei Lebensmittel, Artikel des täglichen Bedarfs usw.auch nur deshalb zustande kamen, weil man jeden Tag über neue Gehaltsrunden und Jubelmeldungen der Wirtschaft liest...
atori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 15:02   #35
humble
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Ah die Call-Center-Branche. Habe da auch meine Erfahrungen machen dürfen, aber dank der wieder aufgenommenen Selbständigkeit diese Zeiten in meinem Lebenslauf gut verstecken können, so dass ich vom jc in dieser Hinsicht nicht behelligt werde.

Als nach 2000 einige wichtige Kunden aus der IT pleite gingen, sah ich mich auch gezwungen sehr kurzfristig einen Verdienst zu suchen. Erstes Call-Center ein absolut unseriöser Laden, von dem aus Tonerkartuschen an Gewerbetreibende vertrieben wurden. Vorteil für den Verkäufer, sobald Auftrag unterschrieben, ist der Kauf gültig. Als ich dann den Geschäftsführer auf der Toilette beim Koksen erwischt habe, war der Abschied klar.

Habe mich dann in einem großen CC im Outbound beworben und es lief bestens. Provisionen waren OK und als eine Art Karotte an der Leine vor den Augen der Angestellten war ein besonderer (sehr hoher) Bonus ausgelobt, dem keiner bis dahin auch nur nahe gekommen ist. Ich erreichte diesen und überschritt ihn sogar 3-fach schon im zweiten Monat. Von allen Mitarbeitern gefeiert verdiente ich damit über 4.500 Euro.

Doch welch Wunder: Zum Anfang des dritten Monats verteilte die Geschäftsführung eine angepasste Provisionsliste. Nicht nur wurde der Bonus gestrichen. Man hat sogar die Vorgaben an alle anderen Mitarbeiter deutlich angezogen, mit der Begründung, es wären ja dank meines Beispiels deutlich bessere Ergebnisse möglich. Damit war ich bei allen anderen angeschi...... und wurde förmlich gehasst.

Paar Tage später haben sich Vertreter des Kunden zum Besuch angemeldet, weil auch dort die besten Ergebnisse in der Statistik aufgetaucht sind. Ich bekam direkt ein Jobangebot und war einige Monate dort in der Schulung neuer Mitarbeiter tätig, da der Kunde zum Entschluss kam, einen eigenen Outbound-Bereich aufzubauen und die Provisionen lieber direkt an eigene Mitarbeiter zu zahlen, als externes CC.

Da sich dann aber die IT-Branche erholt hat und ich gute Aufträge erhalten habe, konnte ich mich aus der CC-Branche zurückziehen. Nicht dass ich diese je vermisst hätte

2-3 Jahre später traf ich einen ehemaligen Kollegen, der mir berichtet hat, in den CC würde man die ganze Zeit neue Mitarbeiter mit Aufnahmen meiner Verkaufsgespräche und unter Verwendung meines Gesprächsleitfadens schulen. Auf die Idee dafür Lizenzgebühren zu verlangen kam ich nie

Aus heutiger Sich könnte ich mir nie wieder vorstellen, in einem CC zu arbeiten.
humble ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.04.2018, 19:20   #36
Gewerkschafter
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Gewerkschafter
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von HansDampf4879234 Beitrag anzeigen
Es kann doch nicht sein, dass in Call Centern jetzt Ausbildungen für Kaufmann im Dialogmarketing angeboten werden aber die ganze Stamm Belegschaft als Call Center Agent angestellt ist und mit einem Mindestlohn bezahlt wird.
So etwas habe ich auf einer Betriebsratssitzung im Call Center verkündet und für attraktive Tarifverträge habe ich auch geworben. 2 Wochen später war ich Arbeitslos. Aber wo du Recht hast da hast du Recht.
Zitat von RobbiRob Beitrag anzeigen
Von den Gewerkschaften erwarte ich da wenig. Totalausfall.
Die Gewerkschaften sind nicht das Problem. Ich habe das häufig für die Gewerkschaft geworben. Die Call Center Agenten wollen sich nicht organisieren und wer sich organisiert fliegt raus. Wofür gibt es den die Einstellungsmöglichkeit über die ZAF. Die Gewerkschaft ist in Fachbereiche aufgeteilt. In den Fachbereichen wo jeder organisiert ist gibt es andere Möglichkeiten. Welche Fachbereiche sind sehr schwach vertreten, ist es vielleicht das Sicherheitsgewerbe, die Touristik, der Call Center Bereich und oder der Bereich ZAF?

Geändert von Gewerkschafter (16.04.2018 um 19:32 Uhr)
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Alt 16.04.2018, 23:23   #37
Badener
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Hallo,

auch ich war ...hm ... erst 6 Jahre ... dann nach 3 Jahren wieder 1,5 Jahre und weitere 6 Jahre später .. wieder für 5,5 Monate in verschiedenen Call Centern ....

Angefangen habe ich in einer Firma mit ca. 100 Mitarbeitern ... wir telefonierten für diverse MAFO Institute, für diverse "Buch und sonstiges "Vertriebe", Versicherungen und zu guter letzt (das war ein absoluter Traumjob!!!) für einen großen Gerätehersteller alles weitgehend im Inbound ... es war wirklich toll! Leider ging die Firma Insolvent (achtete nur noch auf Quantität ...nicht mehr auf Qualität)

Nachfolgend war eine kleine Firma dran die Druckerpatronen online verkauft. Hier war es ganz nett, nur Inbound und ein gutes Arbeitsklima. Leider zog die Firma zu weit weg ....

Zum "guten" Schluss war ich bei einer technischen Dienstleitungsfirma die Arbeit an sich war ok ... es war zwar extrem Stressig (zumindest in der Hauptzeit) Aber ich konnte gut damit leben. Nun ... leider habe ich im nach hinein erfahren das die Firma immer zur Hauptzeit Mitarbeiter einstellt ... und sie kurz vor ende der Probezeit (nach der Hauptzeit) wieder entlässt.

Ich muss sagen ... das ich jederzeit wieder in Call Centern arbeiten würde (allerdings nur Inbound) die Leute um Spenden anbetteln im Outbound weigere ich mich standhaft ;-)

LG
__

Bitte beachten: Die Worte und Sätze die ich schreibe, sind ausschließlich meine persönliche Meinung. Die muss niemand teilen, es muss auch niemand gut oder richtig finden. Ich gebe niemals Rechtsberatungen!!!
Und eventuelle Fehler dürfen behalten werden.
Badener ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2018, 02:52   #38
HansDampf4879234
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HansDampf4879234
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Es war nicht alles schlecht am Call Center das stimmt. Es gibt manche Tage, da hat man einen guten Call nach dem anderen und arbeitet sich in einen richtigen Flow. Auch gabs hin und wieder direktes Feedback vom Kunden z.B. ein Brief. Wenn man sowas bekommen hat war man natürlich stolz wie Oskar.

Dennoch überwiegt aus meiner Erfahrung der stressige Teil und Vorgesetzte, die nur einseitig beurteilten. Häufig war man nicht mehr als Fussabstreifer für den Kunden. Aus meiner Sicht ist es leider so, dass die meisten Hotlines mittlerweile kostenlos angeboten werden und viele Kunden meinen Sie bräuchten sich deswegen nicht vorbereiten. Statt Vertragsdaten o.ä. parat zu haben wird dann schnell aus dem Auto angerufen oder während man mit dem Hund Gassi geht. Für einen Call Center Agent der absolute Horror.
Dazu die heutige Mentalität vieler Kunden "ich will jetzt, sofort und umsonst"
HansDampf4879234 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 19:39   #39
hartzerkaese
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von Pixelschieberin Beitrag anzeigen
Manch excellentes Schriftdeutsch läßt sich nicht mit einem breit gesprochenen Dialekt in Einklang bringen.
Laut SB sind Dialektredner für CC ungeeignet - außer der AG beschränkt sich auf ein Produkt mit Lokalkolorit.
Bei mir half letztes Jahr, dass meine Zunge partout unten an einem der beiden Eckzähne klebte (einige Tage hatte ich zum Üben Zeit) - und beim schriftlichen Test - ohjeee - die haben richtig richtig schwierige Aufgaben gehabt und ich habe nur weniges richtig gemacht. Screenshot hmmm, kein Plan, Alt + F4? Oh, Drucktaste nehm ich immer zu Hause - aber da habe ich immer Alt + F4 probiert :D

Und unvergessen - ich sollte die beliebtesten Dash-Buttons bei Am*zon raussuchen - aber WTF - ich fand dazu keine Rezensionen und hab sogar nachgefragt, wie ich dass denn machen soll - wenn keine Rezensionen da sind.
__

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Alt 08.06.2018, 20:02   #40
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Zitat von hartzerkaese Beitrag anzeigen
dass meine Zunge partout unten an einem der beiden Eckzähne klebte (einige Tage hatte ich zum Üben Zeit) beim schriftlichen Test die haben richtig richtig schwierige Aufgaben gehabt und ich habe nur weniges richtig gemacht
Ach ja das gute schöne prächtige Call Center. Da habe ich vor kurzem auch gearbeitet. Das Projekt war eigentlich ganz gut. Nur die Teamleiterin, erst ganz nett, später ist sie mir gehörig auf die Nerven gegangen. Besonders bei dem berühmten „Training on the job“. Saß ständig hinter mir, konnte ihr nichts recht machen. Erst war meine Telefonie nicht flüssig genug, dann habe ich die Fragen nicht verstanden und zum guten Schluss konnte ich die Anwenderprogramme nicht bedienen. Wusste gar nicht dass ich so blöd bin. Na ja ich bin da, Gott sei es gedankt, raus. Eine Woche später wäre ich ein Fall für das Irrenhaus geworden.
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Alt 10.08.2018, 18:45   #41
shinryu
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von AsbachUralt Beitrag anzeigen
Ich bin ja eigentlich der Meinung, man sollte auch Arbeiten annehmen, die nicht unbedingt den eigenen Vorstellungen entsprechen, da man aus einem Arbeitsverhältnis heraus immer bessere Chancen auf einen neuen Job hat, als aus der Erwerbslosigkeit heraus.
Stimmt nicht ganz, erwiesenermaßen zumindest nicht bei Männern und 1Euro Jobs.

Andere Helferjobs sind anscheinend auch nicht besser, da muss man sich nur mal die Liste der Arbeitsuchenden mitsamt ihren Lebensläufen auf dem Jobcenter-Portal anschauen.

Meistens findet man da:
1. Einmal Zeitarbeit, immer Zeitarbeit
2. Einmal Helferjob, immer Helferjob

Und das alles unabhänging von der Vorbildung.

Natürlich gibts dort auch Ausnahmen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel....

Analog:
Was sagt es über meine Bürokenntnisse aus, wenn ich 2 Jahre lang den Hof gefegt habe?

Irgendwas zu machen bringt die wenigsten Menschen beruflich wirklich weiter. Bei dem ein oder anderen verschlechtert sich sogar die Chance auf einen guten Job .
shinryu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 20:23   #42
Kerstin_K
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Wozu braucht man eigentlich im Call Center Businesskleidung?
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 21:10   #43
erwerbsuchend
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Standard AW: 6 Jahre lang hab ich für Call Center gearbeitet

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Wozu braucht man eigentlich im Call Center Businesskleidung?
Es gibt den Effekt, dass man als CCA in Business-Kleidung anders telefoniert als in T-Shirt und Jeans. Wer es nicht glaubt, der sollte es einfach mal selbst ausprobieren. Zum anderen kann es auch einfach nur eine Vorgabe des Auftraggebers sein, dass er möchte, dass seine beauftragten Mitarbeiter eben in Business-Kleidung zu arbeiten haben.
erwerbsuchend ist offline   Mit Zitat antworten
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