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Alt 15.03.2018, 09:49   #1
Stabilo Boss
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Registriert seit: 27.02.2018
Beiträge: 40
Stabilo Boss
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Standard Die Wahrheit über Maßnahmen (+Erfahrungsbericht )

Kein echtes Thema, sondern ne kleine Brandrede über ( meine persönliche ) Wahrheit über die ganzen tollen Maßnahmen, die sich wie ein Krebsgeschwür über Deutschland ausgebreitet haben.....


Das Problem ist einfach: Es gibt da keine Konzepte, keine
Leitlinien und keine Vorstellungen, wie man Erwerbslose in
den 1.Arbeitsmarkt bekommt ( also keine 1€-Jobs,
Zeitarbeit usw. ). Das sind einfach Verwahrungsstätten, um
die Leute aus der Statistik rauszuhaben und sie trotzdem
schön weiter kontrollieren zu können. So holt man die ELOs
von der Straße, so, das der gemeine dt. Bürger sie nicht
sehen muss ;). Sie könnten ja auf doofe gedanken kommen.
Und meist besteht der Tag dann daraus, in alten, gammeligen
Räumen vor alten, gammeligen PCs zu sitzen und sich von
unmotivierten Nullpeilern ( dort "Dozenten" genannt )
erklären zu lassen, wie man eine Bewerbung schreibt oder
wie man einen Rechner bedient. Das die meisten Teilnehmer
das gar nicht nötig haben, ausgebildete leute und z.t.
Akademiker darunter sind, schert dort keinen. Dort wird
alles in einen Matsch gehauen. Und so sitzt du dann da und
darfst warten, das der Tag rum geht. Zwischendurch wirst du
noch vom Standortleiter und den Sozialpädagogen belästigt
und auf übelste ausgequetscht und regelrechten
Gehirnwäschen unterzogen....

Und das alles funktioniert nur dank der Sanktionen und den
Zwängen, denen du dann unterliegst. Denn freiwillig würde
so einen sinnbefreiten Scheiß natürlich keiner machen. Nur
so konnte sich diese "Industrie" überhaupt so prächtig
entwickeln. Von den Ämtern kommt per Zwang immer fleißig
Nachschub und die Träger kassieren bei minimalem Einsatz
prächtig ab.

Und auch bei den Trägern selber ist die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern groß. Gerade Dozenten und Sozialpädagogen werden gehaltstechnisch auf Schmalspur gehalten und haben z.t. eh nur befristete Verträge. Und ihren Frust lassen sie teilweise an den Teilnehmern wieder aus. Also eigentlich auch arme Schweine, die auch nur irgendwie ihr Brot verdienen müssen, rechtfertigt aber trotzdem nicht die Art und Weise, wie man Menschen behandelt.

Und ich erzähle aus Erfahrung, denn ich habe vor meiner Ausbildung 2013 10 Monate(!) in so einer Höhle verbracht und was ich dort alles erlebt habe, geht über keine Kuhhaut mehr.

Das war eine Maßnahmeeinrichtung speziell für jugendliche und junge Erwachsene (16-25) ohne Ausbildung. Da meine SB damals nichts mit mir anzufangen wusste, wurde ich einfach da rein gesteckt, damit sich mich los war. Ich hatte übrigens Fachhochschulreife.....
Und dann saß ich da, zusammen mit Sonderschülern, Hauptschulabbrechern und Vollabiturienten(!) und durfte erstmal 3 Tage "Gewerkserprobung" machen. Es gab folgende Bereiche: Verwaltung,Küche,Metall,Holz,Bau,Garten/Landschaft und Pflege.

Habe mich dann für den Verwaltungsbereich entschieden, was dann auch der "beste" und "schlauste" Kurs am Standort war und wir waren letztlich am Ende der Verantstaltung "Der beste Kurs, der dort jemals war" (O-Ton Standortleitung )

Wir bestanden insgesamt aus 3 Vollabiturienten, 3 Fachabiturienten, ,2 Realschülern und 3 Hauptschülern. Und da waren Leute bei, dat glaubse nicht....

Die Ausstatung war lächerlich, wir hatten noch alte Röhren-PCs mit Windows-XP, die ultra-langsam waren, die öfters mal abgestürzt sind, mit einer Internetverbindung, die ihren Namen nicht verdient.
Am ersten Kurstag ist ein Rechner in Flammen aufgegangen(!), spätestens da wusste ich, was Sache ist

Was haben wir alles gemacht? Kleine Zusammenfassung: 2 "Klassenfahrten" organisiert, das Büro der Mitarbeiter umgestalltet, einen kompletten "Mängelbericht" des Standortes angefertigt, ein "Sommerfest" geplant ( das letztlich nie stattfand, da Fake, um uns zu beschäftigen ) und natürlich viel Bewerbungstraining, vorm Rechner verschimmeln,über Gott und die Welt gequatscht usw.

Der Standort als ganzes war einen einem desolaten Zustand, alles alt und kaputt und ganz viele kleine bis mittlere Mängel, die in der Masse schier unüberschaubar waren.

Die Mitarbeiter waren insgesamt doch nett, aber auch ziemlich "eigen", gerade so einige Dozenten waren wirklich seltsam und man hatte immer das Gefühl, die wollten selber nicht so ganz da sein

Struktur fehlte vollkommen, man wusste i.d.r. am nächsten Tag nicht, was man zu tun hatte und so einige Tage bestanden tatsächlich nur aus gammeln.

Einen Tag haben wir es soagr geschafft, 8 Stunden lang "Mario Kart" auf unseren Nintendos zu zocken und keinen hat es gekratzt

"Schulunterricht" gab es auch am Standort, allerdings nur für ein paar Wochen, da das voll in die Hose gegangen ist und es keinen interessiert hat.
ein pensionierter Lehrer kam 1mal die Woche vorbei hat wenige Stunden lang Mathe und Deutsch unterrichtet, allerdings auf einem Niveau, das den Namen nicht verdient hat. Da der gute Mann auch in sachen Pädagogik ne Niete war und sich die Beschwerden ( gerade der Abi-Leute ) häuften, war der Unterricht am Standort wieder schnell geschichte.
Dafür gab es den dann in der Berufsschule, wo der allerdings auch nicht besser war. Das war wirklich mehr Zeit totschlagen als alles andere. generell sind diese Maßnahmeklassen in der Schule berühmt-berüchtigt und kein Lehrer will die wirklich übernehmen, hat man auch gemerkt.......

Ach ja, Praktikas durften wir auch machen, min.1, aber 2 waren natürlich noch besser. Wurden irgendwann ständig angehalten , uns doch mal eins zu suchen und wenn die Leute nicht selbst aus dem Knick kamen, dann wurde für dich eins gesucht. Und glaubt mir, das wollte man nicht.....

Habe insgesamt 2 gemacht, eines 4 Wochen ( hab von Chef danach 100€ in die Hand gedrückt bekommen ) und eines 8 Wochen bei meinem späteren Ausbildungsbetrieb. Da hab ich natürlich nichts gekriegt, hab normal gearbeitet + Überstunden usw.

Letztlich kann ich sagen: Bekloppte Leute, Menschen, die mit dem Attribut "Kult" noch zu gering beschrieben sind, ein gammeliger Standort, seltsame bis soziopathische Mitarbeiter und Dozenten, keine echte Linie und Struktur, es wurden zwar so einige dann in ne Ausbildung gebracht, aber das war nicht wirklich die Leistung des Trägers.

Mittlerweile kann ich drüber ein wenig lachen und habe das abgehakt und ja, ich habe "dank denen" letztlich ne Ausbildung gefunden, aber was man dort insgesamt mit jugen leuten angestellt hat, ist doch sehr diskussionswürdig.

Übrigens: Mittlerweile gibt es den Träger dort nicht mehr, da haben sich wohl Beschwerden gehäuft und das Amit hat dort den Stecker gezogen.
Allerdings hat sich jetzt schon ein neuer und "natürlich besserer" Träger dort niedergelassen. Never ending Story......
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Alt 15.03.2018, 15:34   #2
Stabilo Boss
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Stabilo Boss
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Standard AW: Die Wahrheit über Maßnahmen (+Erfahrungsbericht )

Hat da jemand auch solche Erfahrungen gemacht in solchen Maßnahmen? Wende mich da jetzt mal bevorzugt am jüngere Foristen, aber hier kann jeder "Betroffene" sein Leid bekunden......
Stabilo Boss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2018, 16:11   #3
Bettelstudent
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Standard AW: Die Wahrheit über Maßnahmen (+Erfahrungsbericht )

Hallo,

das hat doch nichts mit dem Alter zu tun, in (un)sinnige Maßnahmen wird jeder gesteckt, egal ob 20 oder 60.

Und egal ob Akademiker oder ungelernte Kraft.

Wie viele Bewerbungstrainingsmaßnahmen ich mittlerweile gemacht habe,müsste ich erst mal in meinen Unterlagen nachschauen, weil es waren so viele, ich bekomme sie alle gar nicht mehr zusammen.
In Erinnerung ist mir nur die geblieben, wo ausnahmsweise mal ein wirklich kompetenter Dozent war.

Die meisten zogen irgend ein Weltfremdes Programm durch, was vielleicht für die Bewerbung bei der CIA nützlich ist, aber nicht für hier.

Denn außer die Leute aus der Statistik zu bringen ist der zweite Sinn ja, sie in irgend eine Stelle zu drücken.
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