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Alt 07.08.2017, 21:52   #1
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Idee (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der Bewältigung des Alltags damit um?

Hoffe ich bin im richtigen Sub-Forum. Ansonsten möge es mir der Admin verzeihen und entsprechend verschieben.

Ich möchte mit diesem Thread eine Austauschmöglichkeit schaffen, um Sorgen, Nöte und Probleme, die viele Betroffene vielleicht ähnlich empfingen, zu besprechend, damit sie im Idealfall abgemildert oder gar bewältigt werden.

Bei mir persönlich sieht es so aus:

- eHb, der auf die 40 zugeht
- Chroniker, behindert, gleichgestellt, jedoch arbeitsfähig und -willig
- 2 Berufsausbildungen mit überdurchschnittlich guten Abschlüssen
- Erste, geringe, Berufserfahrung in beiden Berufen gesammelt
- Letzte Erwerbstätigkeit liegt fast 9 Jahre zurück
- trotz intensiver Bewerbungsaktivität keine Beschäftigung, fühle mich angesichts der Fachkräftemangel-Debatte wie im falschen Film.
- Nach all den Jahren setzt eine gewisse Resignation ein. Man fühlt sich wie ein Zaungast des Lebens an dem die Zeit vorbei fliegt, ohne das etwas positives passiert.

Wie geht Ihr mit eurer Situation um? Wie motiviert ihr euch, standhaft und optimistisch zu bleiben? Wie schafft ihr es, euch kein schlechtes Gewissen einzureden? Insbesondere im gleichzeitigen Spannungsverhältnis mit dem Jobcenter.
__

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"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen." Theodor W. Adorno

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Alt 07.08.2017, 23:02   #2
Passant
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Ich finde es wichtig, sich selbst nicht nur über die Arbeit zu definieren. Es gibt nicht genügend Arbeitsplätze für alle, das ist nunmal eine Tatsache.
Den vielbeschworenen Fachkräftemangel gibt es vielleicht in ganz bestimmten Berufssparten und an ganz bestimmten Orten aber in dieser Allgemeinheit sicher nicht. Deshalb braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man trotz entsprechender Bemühungen keine Arbeit findet. Man sollte sich auch von anderen oder vom Jobcenter kein schlechtes Gewissen einreden lassen.
__

Wenn Du das Hartz-IV-System als falsch erkannt hast, dann warte um Gottes Willen nicht nur darauf, dass andere eine Verbesserung bewirken. Tue im Rahmen Deiner individuellen Möglichkeiten selbst etwas dafür! Jeder Einzelne zählt und jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.
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Alt 08.08.2017, 08:27   #3
goodwill
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von Passant Beitrag anzeigen
Ich finde es wichtig, sich selbst nicht nur über die Arbeit zu definieren. Es gibt nicht genügend Arbeitsplätze für alle, das ist nunmal eine Tatsache.
Den vielbeschworenen Fachkräftemangel gibt es vielleicht in ganz bestimmten Berufssparten und an ganz bestimmten Orten aber in dieser Allgemeinheit sicher nicht. Deshalb braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man trotz entsprechender Bemühungen keine Arbeit findet. Man sollte sich auch von anderen oder vom Jobcenter kein schlechtes Gewissen einreden lassen.
Das können aber nicht alle, weil sie nunmal ein nderes "System" erlernt haben. Es gibt zahlreiche Hintergründe, warum Arbeit und Leistung im Laben eines Menschen einen hohen Stellenwert haben, diese kann man nicht einfach abschütteln.
Zudem hat man auch nicht immer die Möglichkeiten, sich statt Arbeit ein Hobby zu suchen, das einen so erfüllt wie ein Job- jeder Mensch ist nunmal anders veranlagt. Mangende Finanzen oder Gesundheit schränken die Gestaltung der Freizeit zusätzlich ein.
Wenn nun jemand sagt, er möchte arbeiten und Geld damit verdienen, so ist auch das sein gutes Recht wie andere ihr Recht darin sehen, nicht arbeiten zu wollen.
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Alt 08.08.2017, 11:29   #4
Albertt
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Wenn ich gefrustet bin, dann ertrage ich weder die Arbeitslosigkeit, noch mich selbst. Schlafe dann viel. Gestern und Heute. An tagen, an denen alles ok ist, ist es mir egal. Was mich stört, ist dieses so tun müssen, weil irgend welche Personen glauben in der Position zu sein, das so erwarten zu können. Die Tatsache, dass das Überleben einfach nicht gesichert ist, weil das Jobcenter jederzeit den Hahn zudrehen kann belastet am stärksten.
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Alt 08.08.2017, 13:55   #5
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Standard

Zitat von Passant Beitrag anzeigen
Ich finde es wichtig, sich selbst nicht nur über die Arbeit zu definieren. Es gibt nicht genügend Arbeitsplätze für alle, das ist nunmal eine Tatsache.
Den vielbeschworenen Fachkräftemangel gibt es vielleicht in ganz bestimmten Berufssparten und an ganz bestimmten Orten aber in dieser Allgemeinheit sicher nicht. Deshalb braucht man auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man trotz entsprechender Bemühungen keine Arbeit findet. Man sollte sich auch von anderen oder vom Jobcenter kein schlechtes Gewissen einreden lassen.
Dem stimme ich zu. Bezogen auf meinen Fall sehe ich das auch so. Sprich: ich definiere mich nicht über den Besitz einer Erwerbsarbeit. Es sind aber die anderen negativen Dingen der Erwerbslosigkeit - auf Dauer. Genauer gesagt der ökonomische Aspekt gepaart mit dem ständigen Einschränken und Darben. Das nervt nach all den Jahren. Es geht um den nicht vorhandenen Bewegungsspielraum bei der Teilhaben am Leben.

Zitat von Albertt Beitrag anzeigen
Wenn ich gefrustet bin, dann ertrage ich weder die Arbeitslosigkeit, noch mich selbst. Schlafe dann viel. Gestern und Heute. An tagen, an denen alles ok ist, ist es mir egal. Was mich stört, ist dieses so tun müssen, weil irgend welche Personen glauben in der Position zu sein, das so erwarten zu können. Die Tatsache, dass das Überleben einfach nicht gesichert ist, weil das Jobcenter jederzeit den Hahn zudrehen kann belastet am stärksten.
Das ist auch so ein Aspekt der mir Sorge bereitet. Manchmal sitze ich in meiner Wohnung und denke mir: "Das alles könnte ganz schnell weg sein, wenn das JC mal meint, dich auf's Korn nehmen zu müssen". Ich finde das insbesondere hier vor Gesetzgeber interveniert werden müsste, damit sowas erst garnicht möglich ist. Denn eine ausstehende Mietzahlung rechtfertigt ja - meines Wissens - schon eine zulässige Räumung.
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Geändert von Curt The Cat (08.08.2017 um 14:06 Uhr)
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Alt 08.08.2017, 15:47   #6
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Damit muss Mensch umgehen:
Nach Verbrauch etwaiger 'Reserven' ist der Geldmangel wohl die größte Einschränkung.

Hinzu kommt die durch Medien geschürten Ressentiments in der Bevölkerung - niemand 'bekennt' sich gerne als Langzeitarbeitslose(r).
Das führt zur sozialen Isolation - insbesondere als 'Single' oder als Älterer. Gefahren: sich 'gehen' lassen+der überall billig +frei verfügbare Alhohol.
Krankheiten können sich einstellen - man/Frau stirbt früher.

Geändert von TazD (08.08.2017 um 16:18 Uhr) Grund: Mit Rücksicht auf die Handynutzer ein paar Absätze entfernt.
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Alt 08.08.2017, 21:03   #7
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von 293949 Beitrag anzeigen
Damit muss Mensch umgehen:
Nach Verbrauch etwaiger 'Reserven' ist der Geldmangel wohl die größte Einschränkung.

Hinzu kommt die durch Medien geschürten Ressentiments in der Bevölkerung - niemand 'bekennt' sich gerne als Langzeitarbeitslose(r).
Das führt zur sozialen Isolation - insbesondere als 'Single' oder als Älterer. Gefahren: sich 'gehen' lassen+der überall billig +frei verfügbare Alhohol.
Krankheiten können sich einstellen - man/Frau stirbt früher.
Sicher, temporär mag das stimmen, dass man damit klar kommen muss. Aber langfristig ist sowas, zumindest für mich, zermürbend. Wenn man weiß, dass man will aber nicht gelassen wird. Von den Einschränkungen, die mit dem Geldmangel einhergehen, ganz zu schweigen. Letzteres isoliert nicht nur gesellschaftlich, sondern auch privat. Viele kennen das bestimmt, wie sich dann auch der "Freunde"skreis verändert, den man zu Zeit der Erwerbsarbeit hatte. Aber auch im Bereich der Partnerwahl-/suche ist sowas meiner Auffassung nach ein sehr überbewertetes Selektionskriterium. Das dieser Zustand Krankheit nicht nur fördert, sondern die Sterblichkeit dadurch auch ansteigt wurde sogar bewiesen. Davon hatte ich erst neulich noch gelesen. Ich finde das alles furchtbar!
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Alt 09.08.2017, 14:35   #8
293949
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Umgehen, nicht 'klarkommen' - das ist kaum zu schaffen - wie schon richtig beschrieben handelt es sich um einen schleichenden Prozess, sozusagen um eine sich daran langsam gewöhnende Zermürbung -'Shifting the Baselines ' - bei dem am Ende nichts Gutes bei herauskommt.
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Alt 09.08.2017, 15:01   #9
Allimente
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Ich, 55J., sehe das mittlerweile völlig entspannt. Ich habe in den letzten 5 Jahren gelernt, mich nicht mehr über alles so aufzuregen. Ist sicher auch besser für mein Herz und für mein gesamtes Wohlbefinden. Momentan lebe ich nach dem Motto "Genieße dein Leben! Wer weiß, wie lange ich das noch kann und einigermaßen gesund bin."!

Habe ebenfalls eine sehr gute Ausbildung, mit guten Abschlüssen und eine fast 20 Jährige Selbständigkeit hinter mir. Ich muß niemanden mehr etwas beweisen - und mir selber am wenigsten. GsD habe ich ein privates Umfeld, was mich nicht als "Schmarotzer" sieht, sondern ganz gut beurteilen kann, warum ich keinen adäquaten Job mehr bekomme mit dem ich auch nur halbwegs gut Leben kann. Meine Vermittlungshemmnisse sind mein Alter, meine frühere Selbständigkeit und wahrscheinlich auch mein selbstbewußtest Auftreten. Von daher nehme ich mir nichts davon an und zweifel auch nicht an mir selber. Warum sollte ich das auch machen, ich habe mir nichts vorzuwerfen und wer das anders sieht, der kann mir mal ganz gepflegt im Mondschein begegnen.

Ich wehre mich mit allen Mitteln gegen Lohnsklaverei und lasse mich auf keinen Fall verramschen. Langeweile kommt bei mir auch nur ganz selten auf. Thats it!
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Alt 09.08.2017, 23:37   #10
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von Allimente Beitrag anzeigen
Ich, 55J., sehe das mittlerweile völlig entspannt. Ich habe in den letzten 5 Jahren gelernt, mich nicht mehr über alles so aufzuregen. Ist sicher auch besser für mein Herz und für mein gesamtes Wohlbefinden. Momentan lebe ich nach dem Motto "Genieße dein Leben! Wer weiß, wie lange ich das noch kann und einigermaßen gesund bin."!
Ich finde diese Einstellung lobenswert und versuche sie auch mir anzueignen. Aber dann gibt es wieder Situationen im Leben, wo du dich wieder wie ein Zaungast des Lebens fühlst, weil dich ökonomische Zwänge so sehr einschränken, dass du nicht in diesem Maß an der Gesellschaft teilhaben kannst, wie man es eigentlich möchte und auch in letzter Instanz gut täte. Natürlich gibt es für mich auch ein Leben ohne Arbeit. Für mich ist wichtig, dass man sich seinen Alltag trotz allem strukturiert. Ein eigener Haushalt hilft da schon. Nichtsdestotrotz gibt es immer den ein oder anderen Tiefpunkt, an dem man sich fragt: "War es das schon?". In meinem Fall habe ich ja im Idealfall noch 40 Jahre vor mir. Mir fällt es schwer, zu akzeptieren, dass das ewig so weiter geht.

Zitat:
Habe ebenfalls eine sehr gute Ausbildung, mit guten Abschlüssen und eine fast 20 Jährige Selbständigkeit hinter mir. Ich muß niemanden mehr etwas beweisen - und mir selber am wenigsten. GsD habe ich ein privates Umfeld, was mich nicht als "Schmarotzer" sieht, sondern ganz gut beurteilen kann, warum ich keinen adäquaten Job mehr bekomme mit dem ich auch nur halbwegs gut Leben kann. Meine Vermittlungshemmnisse sind mein Alter, meine frühere Selbständigkeit und wahrscheinlich auch mein selbstbewußtest Auftreten.
Abgesehen von den Hemmnissen, die auch ich habe, würde ich mir eine Portion von deinem Letztgenannten auch wünschen. Es ist nicht so, dass ich kein Selbstbewusstsein habe, aber es gibt Phasen im Leben, da schwindet es schon mal, wenn man reflektiert, dass 9 Jahre Erwerbslosigkeit ja scheinbar alle erlernten und auch noch vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten, die ja noch da sind, Äquivalent ein Führerschein, der ja auch nicht verfällt, nur weil man 10 Jahre kein Auto gefahren ist, quasi nicht mehr für Arbeitgeberseite auf dem Papier existent sind.
Zitat:
Von daher nehme ich mir nichts davon an und zweifel auch nicht an mir selber. Warum sollte ich das auch machen, ich habe mir nichts vorzuwerfen und wer das anders sieht, der kann mir mal ganz gepflegt im Mondschein begegnen.
Dito. Wenn ich reflektiere, dann habe ich alles richtig gemacht. Schule, Lehre, Umschulung, Arbeit usw. Das persönliches Schicksal (Krankheit) meine Vita durcheinander würfeln, Arbeitgeber dafür kein Verständnis haben und auch scheinbar nur darauf achten, dadurch die Erwerbslosigkeit nur länger wird ist auch nicht mein Verschulden. Aber manchmal bin ich schon an dem Punkt und frag mich, warum ich mich überhaupt noch bewerben sollte. Im Prinzip ist ja für mich der Drops gelutscht. Meine Aussicht sieht vermutlich so aus, dass ich bis zum Eintritt in die Altersrente mich mit dem JC, Sinnlosmaßnahmen und Ein-Euro-Job vergnügen darf - sofern nicht zufällig 'ne Revolution stattfindet.

Zitat:
Ich wehre mich mit allen Mitteln gegen Lohnsklaverei und lasse mich auf keinen Fall verramschen. Langeweile kommt bei mir auch nur ganz selten auf. Thats it!
Dagegen wehre ich mich auch. Für mich hat Arbeit nicht diesen Stellenwert, dass ich sie um jeden Preis ausführen muss, nur um mich mit diesem "sozialen Status" brüsten zu können.
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Alt 10.08.2017, 08:45   #11
Bernd the Beast
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Bernd the Beast
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Ich lebe ganz einfach damit,und habe mich damit abgefunden keine Arbeit mehr zu bekommen von der ich leben kann.
Ich habe mich nicht aufgegeben,aber mit Anfang 50 ist es illusionär zu glauben das die Wirtschaft für Leute wie mich/uns noch Arbeit von der wir,und mit der wir Leben können bereitstellt,geschweige denn menschenwürdig entlohnt !

Ich bin völlig im JETZT angekommen,was ich gelernt habe interessiert nicht mehr und die Zukunft existiert nicht.
Beschäftigung finde ich als z.B Beistand für Jobcenter,Radfahren uvm. Und hier gib es auch noch viel zu lesen und vor allem zu lernen.

Und wie HartzFear schon schrieb,wenn ich reflektiere dann wird mir vieles klar,ich komme dann allerdings zu einem gänzlich anderen Ergebnis.

Indoktrination durch das Schulsystem,unterbezahlte viel zu lange Lehre,prekäre Arbeitssituationen durch Auslagerung ins Ausland.
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Alt 10.08.2017, 10:06   #12
Vidya
 
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von Bernd the Beast Beitrag anzeigen
I ist es illusionär zu glauben das die Wirtschaft für Leute wie mich/uns noch Arbeit von der wir,und mit der wir Leben können bereitstellt,geschweige denn menschenwürdig entlohnt !
Das hat nicht unbedingt immer mit dem Alter zu tun . Der Lohn bzw. das Gehalt reicht auch so oftmals nicht mehr zum Leben -weil die Mieten unfassbar steigen . Das Problem damit ist iin Berlin zur Zeit sehr aktuell, nicht nur durch die dreisten Erhöhungen nach Modernisierungen. Siehe :

Nach der Dammung brechen bei der Miete in Berlin die Damme – B.Z. Berlin

Die Mieten steigen auch so, weil die Gier der Investoren groß ist. -ich erhielt auch gerade selbst eine Mieterhöhung. Liege dann damit gerade so noch unter dem Limit. Eine andere Wohnung würde ich gar nicht bekommen. Dazu müsste ich mindestens dreifach so viel Einkommen haben, wie die Miete hoch ist, was bei ALG II illusorisch ist. Und da ich hier nun schon schon über 32 Jahre wohne , da müsste das Jobcenter auch noch bis zu 10 Prozent über dem Limit zuzahlen, wenn es mal soweit ist. Jedoch gibt es da einen kleinen Lichtblick in Berlin. Die Senatorin im Wohnungswesen will die AV Wohnen auf ein realistisches Niveau anheben. So zumindest Ihre Ankündigung für das nächste Jahr. Dies wäre wünschenswert und ist in Berlin sowieso überfällig.

Bin auch über 50. Jedoch mache ich mir keinen Kopf mehr, dass die AG mich nicht mehr wollen. Ob mit oder ohne Job -Geldsorgen hätte ich wahrscheinlich so oder so . Denn die Kosten steigen auch in anderen Bereichen. So bin ich den ganzen lieben langen Tag damit beschäftigt Schnäppchen oder Sonderangebote im Supermarkt zu orten oder zu planen, Haushaltsbuch zu führen oder mir zu überlegen, wo ich sonst noch sparen kann, das ist manchmal schon extrem lästig und aufwändig dazu.

Bin mir fast sicher -wenn ich Arbeit hätte -dann würde ich auch nicht mehr Geld haben. Ich hätte nämlich gar keine Zeit für das Suchen nach Sonderangeboten und müsste mich vielleicht noch mit gefrusteten Kollegen oder Chefs rumärgern.

Der Umgang mit dem Jobcenter ist zwar auch nervig -jedoch aktuell überschaubar -auch wegen meines Alters. Die haben für Menschen in meinem Alter sowieso wenig Möglichkeiten der Drangsalierung -zummindest im Augenblick. Die bekommen so oder so Ihre Bewerbungen. Wollen mich zwar in das Netzwerk ABC stecken, so die letzte Ansage der jetzt schon überforderten neuen SB -mal abwarten, denn mental bin ich noch 30 Jahre alt.

Ansonsten habe ich vielseitige Interessen und Hobbys und auch noch ein Ehrenamt , was insgesamt die Tage nicht langweilig macht. Wenn es wirklich mal eine Auszeit braucht -dann hole ich mir Filme aus der Bibliothek-und mache mir ein paar schöne Tage . Kostest mich nichts. Dort gibt es auch eine Spenderecke, wo ich mir billig Bücher und CDs mtinehmen kann oder surfe dort im Internet und lese News aus aller Welt oder studiiere eifrig Nachschlagewerke und recherchiere aktuelle Sachlagen im ALG II oder bei den Jobcentern -oder bin hier im Forum.

Worüber ich aktuell aber am meisten froh bin: Das ich allein eine BG bilde und daher vom Jobcenter nicht erpressbar bin, weil ich nur gegenüber mir allein verantwortlich bin. Es war auch rückblickend die richtige Entscheidung für mich, in diesem Staat und für diesen Staat keine Kinder in die Welt zu setzen.

Fände ich aus heutiger Sicht auch unverantwortlich -im Hinblick auf Hartz iV und die sich abzeichnende Entwicklung in der Gesellschaft.. Das kann und sollte man heute keinem Kind zumuten müssen. Insofern fällt mir die Bewältigung des Alltags auch leichter -in der Gewissheit, damit nicht auch noch belastet zu sein.

Das Resümee fällt für mich aktuell eindeutig aus. Bei dem heutigem niedrigem Niveau der Entlohnung wäre ich selbst mit Arbeit auf Wohngeld angewiesen und müsste mich auch finanziell einschränken -dann nur anders.

Geändert von Vidya (10.08.2017 um 10:22 Uhr)
Vidya ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2017, 11:54   #13
Gollum1964
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Moin moin,

auch ich bin laut Arbeitgeber (inoffiziell) für den Arbeitsmarkt zu alt, aber für die Rente noch zu jung (53). Trotz guter Qualifikationen und langer Berufserfahrung mache ich mir kaum noch Hoffnungen auf einen "seriösen" Arbeitsplatz - nach über 300 Bewerbungen seit 2015. Vom Jobcenter kommen allenfalls noch Angebote bei allen möglichen ZAF. Da ich bei denen jedoch schon jahrelange einschlägige Erfahrungen sammeln konnte, freue ich mich mittlerweile über jede Absage von diesen Ausbeutern.

Da ich von Kind auf mit wenig Geld auskommen mußte, da ich aus einer kinderreichen Arbeiterfamilie komme, komme ich mit ALG2 eigentlich bisher gut über die Runden und habe in den letzten beiden Jahren meine Ausgaben auf das Minimum gestutzt (sämtliche Versicherungen gekündigt, nur noch Prepaid-Handy, etc.). Auch habe ich kein Problem, meine Freizeit sinnvoll auszugestalten, da meine Hobbys eher "preiswert" sind (z.B. Sport, viel in der Natur verbringen, Radfahren, Lesen, Surfen und diverse Vereine und Ehrenämter). Leute, die meinen aktuellen Hintergrund kennen, machen bei mir auch keine Charaktereigenschaften aus, die man sonst in öffentlichen Medien über Hartz4-Empfänger suggeriert.

Das einzige, was mir stark zusetzt, ist die Behandlung seitens der Jobcenter, wo man mich seit April ungefragt in das Fall-Management ("Intensiv beraten und vermitteln") verfrachtet hat. Durch diese Leute wird man absolut nicht ernst genommen und behandelt wie der letzte Dreck. Besonders die perfide Abwertung meiner beruflichen Kenntnisse macht mir sehr zu schaffen und es fällt mir manchmal schwer, bei diesen Terminen noch ruhig und besonnen zu bleiben.
Gollum1964 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2017, 13:46   #14
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Zitat von Bernd the Beast Beitrag anzeigen
Ich lebe ganz einfach damit,und habe mich damit abgefunden keine Arbeit mehr zu bekommen von der ich leben kann.
Ich habe mich nicht aufgegeben,aber mit Anfang 50 ist es illusionär zu glauben das die Wirtschaft für Leute wie mich/uns noch Arbeit von der wir,und mit der wir Leben können bereitstellt,geschweige denn menschenwürdig entlohnt !

Ich bin völlig im JETZT angekommen,was ich gelernt habe interessiert nicht mehr und die Zukunft existiert nicht.
Beschäftigung finde ich als z.B Beistand für Jobcenter,Radfahren uvm. Und hier gib es auch noch viel zu lesen und vor allem zu lernen.

Und wie HartzFear schon schrieb,wenn ich reflektiere dann wird mir vieles klar,ich komme dann allerdings zu einem gänzlich anderen Ergebnis.

Indoktrination durch das Schulsystem,unterbezahlte viel zu lange Lehre,prekäre Arbeitssituationen durch Auslagerung ins Ausland.
Die Sache mit der Zukunft sehe ich ähnlich. Ich versuche jetzt mit den eingeschränkten Möglichkeiten zu leben. Denn die Aussicht sieht ja realistisch betrachtet so aus, dass man a) im Alter aus Gründen der altersbedingten Einschränkungen (Gebrechlichkeit) das Leben garnicht mehr so (er)leben kann und b) man sich auf ein Leben in Altersarmut freuen kann, dass ja durch die vorherige Erwerbsbiographie gesichert ist. Mich würde interessieren, zu welchem Schluss du bei er Reflektion gekommen bist.
Zitat von Vidya
Bin mir fast sicher -wenn ich Arbeit hätte -dann würde ich auch nicht mehr Geld haben. Ich hätte nämlich gar keine Zeit für das Suchen nach Sonderangeboten und müsste mich vielleicht noch mit gefrusteten Kollegen oder Chefs rumärgern.
Zumal man ja auch schon fast mich Sicherheit sagen kann, dass wenn man Arbeit hätte, diese sehr wahrscheinlich prekärer Natur wäre und man sicher Aufstocken dürften inkl. monatl. Papierkrieg mit dem JC was Abrechnungen angeht. Schon allein aus diesem Grund scheue ich jede prekäre Beschäftigung.

Zitat von Vidya
Ansonsten habe ich vielseitige Interessen und Hobbys und auch noch ein Ehrenamt , was insgesamt die Tage nicht langweilig macht. Wenn es wirklich mal eine Auszeit braucht -dann hole ich mir Filme aus der Bibliothek-und mache mir ein paar schöne Tage . Kostest mich nichts. Dort gibt es auch eine Spenderecke, wo ich mir billig Bücher und CDs mtinehmen kann oder surfe dort im Internet und lese News aus aller Welt oder studiiere eifrig Nachschlagewerke und recherchiere aktuelle Sachlagen im ALG II oder bei den Jobcentern -oder bin hier im Forum.
Ich finde es, dass es in diese Situation wichtig ist, sich geistig fit zu halten und sich einen halbwegs strukturierten Tagesablauf zu erhalten. Besonders die autodidaktische ständige Weiterbildung im SGB II erachte ich hier für eine Überlebensstrategie bei täglichen Kampf mit dem Jobcenter.

Zitat von Vidya
Worüber ich aktuell aber am meisten froh bin: Das ich allein eine BG bilde und daher vom Jobcenter nicht erpressbar bin, weil ich nur gegenüber mir allein verantwortlich bin. Es war auch rückblickend die richtige Entscheidung für mich, in diesem Staat und für diesen Staat keine Kinder in die Welt zu setzen.

Fände ich aus heutiger Sicht auch unverantwortlich -im Hinblick auf Hartz iV und die sich abzeichnende Entwicklung in der Gesellschaft.. Das kann und sollte man heute keinem Kind zumuten müssen. Insofern fällt mir die Bewältigung des Alltags auch leichter -in der Gewissheit, damit nicht auch noch belastet zu sein.
Das ist auch so eine Sache bei der ich froh bin wie du gehandelt zu haben. Bei mir hat sich dieser Verlauf ja schon früh abgezeichnet wegen meiner Erkrankung. Ich habe die Entwicklung als Worst-Case-Szenario auch kommen sehen - auch wenn ich immer gehofft habe, dass ich trotzdem eine halbwegs lebenswerte Perspektive habe. Insofern war das Thema Kinder bei mir auch nie präsent. Welche Perspektive sollen diese Kinder haben? Die Fortsetzung von dem, was ich erlebe? Nein Danke! Es reicht wenn ich das ertragen muss.
Zitat von Gollum1964
auch ich bin laut Arbeitgeber (inoffiziell) für den Arbeitsmarkt zu alt, aber für die Rente noch zu jung (53). Trotz guter Qualifikationen und langer Berufserfahrung mache ich mir kaum noch Hoffnungen auf einen "seriösen" Arbeitsplatz - nach über 300 Bewerbungen seit 2015. Vom Jobcenter kommen allenfalls noch Angebote bei allen möglichen ZAF. Da ich bei denen jedoch schon jahrelange einschlägige Erfahrungen sammeln konnte, freue ich mich mittlerweile über jede Absage von diesen Ausbeutern.
Meine Anzahl an Bewerbungen dürfte sicherlich jetzt auch schon 3-stellig sein. Ich führe darüber nicht mehr so akribisch Buch. In der Anfangszeit meine Erwerbslosigkeit war ich noch motiviert und optimistisch. Das hat dann aber schrittweise abgenommen. Um ZAF versuche ich mit allen mir zu Verfügung stehenden legalen Mitteln einen weiten Bogen zu machen bzw. mich so unattraktiv zu machen, dass die mich garnicht wollen. "Dank" meiner chronischen Erkrankung und "Behinderung" verfüge ich sowieso nicht über das geforderte Maß an Flexibilität. Das wurde mir auch schon von ZAFs so gesagt.
Zitat von Gollum1964
Das einzige, was mir stark zusetzt, ist die Behandlung seitens der Jobcenter, wo man mich seit April ungefragt in das Fall-Management ("Intensiv beraten und vermitteln") verfrachtet hat. Durch diese Leute wird man absolut nicht ernst genommen und behandelt wie der letzte Dreck. Besonders die perfide Abwertung meiner beruflichen Kenntnisse macht mir sehr zu schaffen und es fällt mir manchmal schwer, bei diesen Terminen noch ruhig und besonnen zu bleiben.
Hast du nicht mal probiert, dich dagegen zu wehren mit Hilfe aus dem Forum? Müssen nicht gewisse Voraussetzungen (EGV, Maßnahmenzuweisung, individuelle Situation usw.) gegeben sein, um dich dorthin zu "verfrachten"?
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Alt 16.08.2017, 11:03   #15
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Was mich auch noch interessiere würde. Wie geht ihr im Zwischenmenschlichen Bereich damit um? Das Stigma Arbeitslosigkeit scheint ja nach all der jahrelangen negativen Pressearbeit ein Liebeskiller zu sein. Welche Erfahrungen habt ihr da so gemacht?
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Alt 16.08.2017, 13:00   #16
Bernd the Beast
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von [HartzFear] Beitrag anzeigen
Die Sache mit der Zukunft sehe ich ähnlich. Ich versuche jetzt mit den eingeschränkten Möglichkeiten zu leben. Denn die Aussicht sieht ja realistisch betrachtet so aus, dass man a) im Alter aus Gründen der altersbedingten Einschränkungen (Gebrechlichkeit) das Leben garnicht mehr so (er)leben kann und b) man sich auf ein Leben in Altersarmut freuen kann, dass ja durch die vorherige Erwerbsbiographie gesichert ist. Mich würde interessieren, zu welchem Schluss du bei er Reflektion gekommen bist.
Da muss ich eine Gegenfrage stellen,warum sind deine Möglichkeiten eingeschränkt ?

Es könnte ja auch sein das sich völlig andere Perspektiven bzw. Möglichkeiten auftun.
Das Alter ist für mich eine Zahl,und für Gebrechlichkeit oder Krankheit sind wir in den meisten Fällen selber zuständig.
Was natürlich nicht bedeuten soll das wir selber schuld an unseren Krankheiten/Gebrechen sind,niemand will krank sein !
Was die Altersarmut angeht bin ich mir gar nicht so sicher was das eigentlich bedeutet,ist das Gegenteil – Das Altersreichtum -

Mein Resümee ist das mein ganzes Leben bisher eine Zwangsvorstellung gewesen ist,und das Ha(r)tz 4 mir das klar gemacht hat.
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Alt 16.08.2017, 15:21   #17
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von [HartzFear] Beitrag anzeigen
Was mich auch noch interessiere würde. Wie geht ihr im Zwischenmenschlichen Bereich damit um? Das Stigma Arbeitslosigkeit scheint ja nach all der jahrelangen negativen Pressearbeit ein Liebeskiller zu sein. Welche Erfahrungen habt ihr da so gemacht?
Wahrscheinlich dürte es für Frauen leichter sein - die Rollenbilder - Mann als Versorger- sind ja, auch in den Großstädten, weitgehend intakt.


Ein männlicher, auch noch alter, Hartz 4 Sack muss in der Regel allein klarkommen...
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Alt 16.08.2017, 16:02   #18
Gollum1964
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von [HartzFear] Beitrag anzeigen

Hast du nicht mal probiert, dich dagegen zu wehren mit Hilfe aus dem Forum? Müssen nicht gewisse Voraussetzungen (EGV, Maßnahmenzuweisung, individuelle Situation usw.) gegeben sein, um dich dorthin zu "verfrachten"?
Hallo HartzFear,

ich habe mich diesbezüglich schon beraten lassen und erfahren, daß es sich bei "Intensiv beraten und vermitteln" um ein Nachfolgeprojekt von "Mitnmang" in Hamburg handelt, was 2015 ausgelaufen ist und sich speziell an Erwerbslose über 50 gerichtet hat. Letzteres war zentral ausgeschrieben und basierte mehr oder minder noch auf Freiwilligkeit. Das Nachfolgeprojekt ist ein internes Projekt in Hamburg und kann leider nicht mehr so einfach "umgangen" werden, wohl ähnlich wie bei INGA. Anhand einschlägiger Pressemitteilungen habe ich erfahren, daß man die Kunden sehr gern als Altenpflegehelfer zu verhökern versucht, unabhängig von ihrem bisherigen Berufsverlauf. Da ich allerdings schon mehrere Bandscheibenvorfälle hinter mir habe, konnte ich dem bisher gut entgegenwirken.
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Alt 16.08.2017, 23:30   #19
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Ein gutes Thema!

Ich glaube, daß es wichtig ist in einer solchen Situation zu erkennen was im eigenen Leben und den derzeitigen Umständen dennoch gut ist und einem ein Stück Lebensqualität bringt.

Zum Beispiel, wenn man gute Freunde hat, wenn man eine angenehme, ruhige wohnsituation hat, wenn man dennoch einigermaßen gesund ist. Wenn man ein Hobby hat und es betreiben kann. Neugierig sein. Sich selbst etwas besser kennenlernen zu versuchen und nochmehr das tun was zu einem passt. Zum Beispiel mit dem Sport anzufangen, oder zu Meditieren, mehr Acht auf sich zu nehmen. Sich selbst mehr zu erkennen heißt auch sich selbst noch etwas mehr zu lieben.

Der Zweite Schritt:
Das Problem bei seinen Eiern packen!
Ein Haushaltsbuch führen und eine Challenge draus machen es zu schaffen am Ende des Monats, dank der analytischen Hilfe des Haushaltsbuchs, mehr Geld zurrücklegen zu können, vielleicht um sich mal ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, weil man sich selbst ein schönes Geschenk machen kann.
Wenn das JC einem dumm kommt, dann nicht als wehrloses Opfer sehen, sondern auch wieder eine Chalenge sehen und das als ekelhaften Angriff verstehen und voll gegenhalten... so dass einem der SB schon fast leid tun könnte. Hier im Forum könnt ihr euch gegenseitig fast alles geben.
Ideen, Kraft, Hilfe, Wissen.

Ich weiß, wie schei*se so einiges ist, aber wenn Ihr das Glück habt, eure Ruhe zu haben, und ansonsten alles ok ist, dann lässt doch ab und zu mal locker, macht den Kopf frei, dann kommt euch vielleicht eine völlig verrückte Idee. Wer weiß, vielleicht könnt ihr dann noch etwas ganz anderes machen, eine Geschäftsidee ohne großartiges Kapital, eine Erfindung, oder etwas Anderes was eurem Leben auf einmal einen ganz anderen Anstrich gibt.

Alles Liebe
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Alt 17.08.2017, 13:26   #20
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von Bernd the Beast Beitrag anzeigen
Da muss ich eine Gegenfrage stellen,warum sind deine Möglichkeiten eingeschränkt ?
Die Einschränkung ergibt sich schon rein ökonomisch. Ich kann garnicht so lieben, wie ich es mir (bescheiden) wünschen würde, weil schlicht und ergreifend die finanziellen Mittel dazu nicht ausreichen.
Zitat von Bernd the Beast
Es könnte ja auch sein das sich völlig andere Perspektiven bzw. Möglichkeiten auftun.
Das Alter ist für mich eine Zahl,und für Gebrechlichkeit oder Krankheit sind wir in den meisten Fällen selber zuständig.
Was natürlich nicht bedeuten soll das wir selber schuld an unseren Krankheiten/Gebrechen sind,niemand will krank sein !
Was die Altersarmut angeht bin ich mir gar nicht so sicher was das eigentlich bedeutet,ist das Gegenteil – Das Altersreichtum -
Wenn man den Faden weiter spinnt, dann erwartet einem im Alter die Fortsetzung des jetzigen Leben. Nur das die Geldmittel nicht mehr ALG II heißen, sondern Sozialhilfe nach dem SGB XII. Das eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit ALG II möglich ist, wurde in der Vergangenheit verneint. Und ich ich stimme dem auch zu. Das alleine für sich genommen ist schon ein Faktor für "Krankheit", den man nicht beeinflussen kann. Setzt man dann das Alter noch oben drauf, dann hat man das was ich meine.

Zitat von Bernd the Beast
Mein Resümee ist das mein ganzes Leben bisher eine Zwangsvorstellung gewesen ist,und das Ha(r)tz 4 mir das klar gemacht hat.
Das finde ich interessant. Wie genau meinst du das?
Zitat von Urbex
Ich glaube, daß es wichtig ist in einer solchen Situation zu erkennen was im eigenen Leben und den derzeitigen Umständen dennoch gut ist und einem ein Stück Lebensqualität bringt.
Was ist aber, wenn diese Umstände, wie im vorliegenden Fall seit mehreren Jahren ununterbrochen anhalten?
Zitat von Urbex
Der Zweite Schritt:
Das Problem bei seinen Eiern packen!
Ein Haushaltsbuch führen und eine Challenge draus machen es zu schaffen am Ende des Monats, dank der analytischen Hilfe des Haushaltsbuchs, mehr Geld zurrücklegen zu können, vielleicht um sich mal ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, weil man sich selbst ein schönes Geschenk machen kann.
Wenn das JC einem dumm kommt, dann nicht als wehrloses Opfer sehen, sondern auch wieder eine Chalenge sehen und das als ekelhaften Angriff verstehen und voll gegenhalten... so dass einem der SB schon fast leid tun könnte. Hier im Forum könnt ihr euch gegenseitig fast alles geben.
Ideen, Kraft, Hilfe, Wissen.
Das sind schon gute Ideen. Diese sollten sich aber in so einer Situation von selbst aufdrängen. Sprich: Wirtschaftlicher Umgang mit den Geldmitteln, damit es reicht und Angriffe des Jobcenters vorbeugen durch Gegenwehr.
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Geändert von TazD (18.08.2017 um 06:11 Uhr)
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Alt 17.08.2017, 16:07   #21
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Frage an die obigen Beiträger - wenn das Leben auf Hartz 4 so dolle ist + auch die Kohle soweit ok - warum sterben die Langzeitarbeitslosen so viel früher ? Das ist doch affirmatives Geschwafel in dem sich die obigen Beiträger ihre Lage schönreden...
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Alt 17.08.2017, 17:48   #22
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

@293949

Meinst du mich mit schönreden?

Ich habe nichts schöngeredet, ich finde das Leben derzeit zum kotzen!

Und was jetzt?

Wars das?

Anstatt zu kämpfen.

Falls du glaubst, daß es mir super geht und dir geht es besonders schlecht und findest meinen Text gutmenschlich, affirmativ, dann bist du auf dem falschen Dampfer.

Ich wohne in einem Scheißhaus, wo ich von morgens bis in die Nacht mit Lärm zugeschissen werde, weist du was das bedeutet?
Ich kann mich nicht ruhig mit Käffchen hinsetzen, ich kann meine Anschreiben, Beschwerden oder sonstwas nicht einfach in Ruhe bearbeiten weil ich hier permantenten Krach habe, ich muss mir Gehörschutz einsetzen.
Und wenn was ist, dann muss ich alles alleine machen, mir hilft keiner, ich bin noch für andere da, weil ich von allen die größte Power habe kann ich das auch. Das heißt nicht dass ich voller Elan wie ein Junges Häschen voll Glück durch die Gegend hüpfe und sage Kumbaja, ihr müsst euren Poodex streicheln und euch ROSA vorstellen, dann wird alles gut. Nein, bin alles andere als glücklich, aber ich lasse mir keinen Schlag auf die Fresse gefallen.
Und wenn du, früh morgens aufstehst und dich in Ruhe hinsetzen kannst, aus dem Fenster siehst, dein Frühstück machst und dir ein Käffchen genießt, dann denk mal darüber nach wie es währe, wenn du morgens aus dem Bett kommst und erstmal den Gehörschutz rausnimmst, dann deine Tabletten nimmst, den Tag jetzt schon verfluchst und wenn der Abschaum dann paar Stunden später auch wach ist alles von Neuem anfängt und du einfach keinen Bock hast Käfchen zu machen, Essen zu machen, Essen zu dir zu nehmen.
Ach ja, im übrigen kommt ja noch die Arbeitslosigkeit hinzu, was alle anderen hier auch haben und noch so einige weitere Dinge, was ja von Mensch zu Mensch hier sehr unterschiedlich sein dürfte.
Ach und zum permanenten Lärm, rein medizinisch, ständiges Vorhandensein von Stresshormonen im Herzen, ergo Tod auf Raten. Ich habe nicht gesagt, daß man als Harzer länger lebt als der Entrepreneur mit Jacht in der Cote Azur.
Wenn dem so ist, dann beschäftige dich mit dem Problem, finde die genaue medizinische Ursache, versuche damit zu arbeiten, vielleicht geht da was, machst du es nicht ausser es hinzunehmen, dann bist du immer noch dort wo du warst und nimmst es so wie es ist, ohne Änderungsversuch.

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen böse, ist aber wirklich nicht böse gemeint.

Geändert von Urbex (17.08.2017 um 18:49 Uhr)
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Alt 17.08.2017, 19:56   #23
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Standard AW: (Langzeit)Arbeitslosigkeit. Wie geht ihr bei der bewältigung des Altags damit um?

Zitat von Albertt Beitrag anzeigen
Die Tatsache, dass das Überleben einfach nicht gesichert ist, weil das Jobcenter jederzeit den Hahn zudrehen kann belastet am stärksten.
Warum sollte JC den Hahn zudrehen? Auch wenn sowas passieren sollte, gibts doch immer noch die Sozialhilfe? Man landet nie auf der Strasse.
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Alt 17.08.2017, 23:24   #24
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@ Urbex

ich habe vollstes Verständnis für deine Situation. Habe in ähnlichen Verhältnissen gelebt und weiß wie schlimm Lärm auf Dauer schaden kann (Schlafentzug usw.). Ich kann dir da nur raten andere Mieter mit ins Boot zu holen und dann Druck beim Vermieter (Mietminderung) zu machen unter Verweis auf die Hausordnung. Man sollte entsprechend vorbauen mit dem regelmäßigen Hinzurufen von Ordnungsamt und Polizei, um dann auch im Streitfall auf Substanz zu verweisen.

Um aber zurück zur eigentlichen Sache zu kommen. Durch die lange Arbeitslosigkeit hat man auch das Gefühl, versagt zu haben. Man vergleicht sich mit anderen Leuten, die Job, Einkommen und sich eine bürgerliche Existenz aufgebaut haben und sieht dann bei sich nichts dergleichen. Gleichzeitig tickt die biologische Uhr und scheint alles nur noch schlimmer zu machen. Sowas macht auch zu schaffen.

@saschaa

Schau dich doch mal hier im Forum um. Gründe finden die schon. Damit haben die keine Probleme. Ist ja nicht so, als würde die Zahl obdachloser ALG II-Bezieher sinken. Und ob man immer was vom Sozialamt bekommt? Ich weiss nicht. Gibt es da nicht auch Ausnahmen, dass die dann auch nicht leisten müssen, wenn eigentlich eine andere Behörde zuständig wäre?
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Alt 18.08.2017, 08:53   #25
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Zitat von [HartzFear] Beitrag anzeigen
Durch die lange Arbeitslosigkeit hat man auch das Gefühl, versagt zu haben. Man vergleicht sich mit anderen Leuten, die Job, Einkommen und sich eine bürgerliche Existenz aufgebaut haben und sieht dann bei sich nichts dergleichen.
@ [HartzFear],

warum meinst du, versagt zu haben?
Wieso siehst du dich im ständigen Vergleich und Wettbewerb mit anderen Leuten?
Welche Konsumgüter meinst du unbedingt haben zu müssen, die andere auch haben?
Bist du dir wirklich sicher, dass Menschen, die sich materiell vieles oder alles erfüllen können, wirklich glücklicher und zufriedener sind? Solche Menschen stehen aber noch enger im Wettbewerb, immer das neuste und beste haben zu müssen, wenn der Nachbar was neues hat, um sich ihrerseits wieder an die Spitze setzen zu müssen.

Ich will dir damit sagen, dass du auch ohne diesen Rüstungswettlauf mit Konsumgütern, ein glückliches und erfülltes Leben leben kannst. Konsum ist nicht der Mittelpunkt des Lebens.
Wenn dein Freundeskreis nur aus solchen Konsumgläubigen besteht, dann solltest du eher darüber nachdenken, dir neue Freunde zu suchen, die mit dir auf einer Wellenlänge liegen.

Ich weiß, dass es schwer ist, aber man muss sich gedanklich von diesem Konsum- und Neidsystem verabschieden.

Zitat von [HartzFear] Beitrag anzeigen
Gleichzeitig tickt die biologische Uhr und scheint alles nur noch schlimmer zu machen. Sowas macht auch zu schaffen.
Inwiefern tickt deine biologische Uhr? Was meinst du unbedingt errreichen zu müssen?
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