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Ü 50 Spezielles Forum für über 50jährige


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Alt 29.09.2007, 17:54   #1
Herzkasper->Emailproblem
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Registriert seit: 09.05.2007
Beiträge: 4
Herzkasper
Standard 58-er, keine Förderung mehr bei Arbeitsaufnahme

Guten Tag, allerseits,

Habe in Febrauar dieses Jahres die 58-er Regelung unterschrieben, die bekannte merkwürdige SGB III § 428 Geschichte. Fühle mich aufs Glatteis geführt. Und bin tatsächlich ausgerutscht. Keine Rechtsbehelfsbelehrung war bei dem knapp 1,5 Seitigen Wisch beigefügt.
Aber erst mal zur Vorgeschichte, zum besseren Verständnis:

In 2001 schwere Krankheit, gekündigt, seitdem bis heute Unterstützung. Bewerbungen ohne Ende aber sinnlos. War wohl die Wirtschaftslage.
Seit Anfang 2006 mit Einstiegsgeld freiberuflich tätig, Übersetzungen, Webseite, usw, also Kleinkram, wenig Verdienst, aber etwas nebenbei, kann man auch noch machen wenn die Rente mal da ist (bei mir in August 2010)

Trotzdem bekam ich vor einem Jahr die Aufforderung an ein Bewerberprojekt teilzunehmen. Nennt sich Compaqt 50 Plus. Naja, ich opferte ein Tag, denn man sagte mir etwas drohend, es könnte doch für mich noch interessant sein. Das Ende vom Lied war, man machte mir, weil ich eh freiberuflich tätig war, klar das es sinnvoll sein könnte, die 58-er Regelung zu akzeptieren. Die Voraussetzung verfrüht in Rente zu gehen wäre gegeben weil ich möglicherweise aufgrund der vorangegangene Krankheit mehr als 50 % Behindert wäre. Hierzu musste ich mich beim Versorgungsamt ein Antrag stellen, und mich ärztlich untersuchen lassen. Ich könnte dann danach immer noch freiberuflich tätig sein, die weitere Stütze würde weiterlaufen, usw. usw. Gesagt, unterschrieben (dumm, dumm von mir) und getan. Ich könnte die Vereinbarung innerhalb drei Monate widerrufen.
Der Antrag beim Versorgungsamt dauerte insgesamt 4 Monate. Ergebnis: 30 % Behinderung, also verfrühte Rente nix, arbeiten bis 65 wenn möglich.
Die Zeit um die Sache zu ändern war somit vorbei.

Und jetzt wirds interessant:
Seit mitte August habe ich drei Bewerbungen losgelassen, ausserhalb meines Wohnortes. Erst erstattete man mich Fahrtkosten. Ich habe diese Woch tatsächlich (inzwischen 62 Jahre jung) eine Arbeit bekommen, mit sogar noch anständige Bezahlung.
Es war die Rede davon, bei eine Arbeitsaufnahme würde man mir finanziell beim Umzug helfen.
Plötzlich will man davon nix mehr wissem: ich hätte die 428-er §, die 58-er Regelung unterschrieben, dann wird man nicht mehr gefördert. Aber der Arbeitgeber schon, der bekommt Eingliederungszuschuss.
Davon steht nichts in dem Papier, in Gegenteil, (Zitat) "wenn Sie es wünschen unterstützt Sie die Agentur für Arbeit aber weiterhin bei der Suche nach einer Arbeit..."
Nun soll und will ich umziehen, rund 400 Kilometer. Ich habe nicht die Möglichkeit dies zu finanzieren. Ergo: ich kann die Stelle nicht antreten.

Habe zwar schriftlich widersprochen, und beantragt die Akte zu ändern, als wäre keine Unterschrift geleistet worden, weiss aber noch nichts.

Hinzu kommt, das seit meiner Krankheit der Anzahl an Vermittlungen seitens der Agentur genau null (0) Stellenangebote in über 5 Jahre ergab. Also von Tätigkeit seitens der AfA war nichts zu merken. Mein bisheriger Erfolg ist nur auf den eigenen Mist gewachsen!

Es dürfte klar sein, dass ich sehr, sehr frustriert bin.
Was ich wissen möchte:
Hat jemand ähnliche bzw. gleiche Erfahrungen gemacht?
Wie kann ich mich wehren gegen ein Amt das die Aufnahme einer Arbeit so massiv erschwert bzw gar unmöglich macht?
Und das soll alles ein bisschen schnell gehen. Was ist der richtige Weg?

Um ein guter Rat wird gebeten; bedanke mich im Voraus. Ich würde fast ein netter Preis ausloben für den richtigen Tip, aber das kann ich mir auch nicht leisten.....
Herzkasper ist offline  
Alt 29.09.2007, 20:06   #2
gurkenaugust
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Ob man vom Arbeitsamt einen Zuschuß bekommen kann oder nicht, ist eine Frage. Weiß ich, ehrlich gesagt, nicht und ich will hier auch nicht spekulieren.

Ich würde mich aber, wenn die Stelle tatsächlich anständig bezahlt ist und etwa den eigenen Erwartungen entspricht, auf jeden Fall nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umschauen.

1) Könnte eventuell der Arbeitgeber - und sei es nur auf Darlehensbasis - die Umzugskosten finanzieren oder bezuschussen, wenn man ihm die Lage schildert?

2) Wie sieht es mit einem Darlehen von Freunden oder Verwandten aus?

3) Im Nachhinein kann man die berufsbedingten Umzugskosten bei der Einkommensteuer absetzen und so wenigstens einen Teil der Kosten wieder hereinbekommen, ggf. auch schon laufend per Ermäßigung des Lohnsteuerabzuges.

Das alles wäre natürlich nicht die optimale Lösung - nämlich die Förderung durch das Arbeitsamt, zu der andere vielleicht etwas sagen können - aber immer besser noch so, als eine der wenigen Stellen auszuschlagen.

Viel Glück!
 
Alt 30.09.2007, 08:56   #3
ethos07
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 16.04.2007
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Beiträge: 5.691
ethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiert
Standard

Hi Herzkasper,
soweit ich diese 58er Regelung kapiert habe, heisst sie schon, dass du dem (ersten) Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehst - also sowohl ArGe, AfA wie auch die Rentenversicherung dich nicht mehr als Arbeitnehmer betrachten/fördern.

In dem Formular, mit dem du die 58er Regelung unterschreibst, steht ja auch nix von "Arbeit" sondern von "Beschäftigung" - vermutlich ist damit eine ehrenamtliche Tätigkeit oder ein Ein-Euro-Job gemeint .

Ich wäre an deiner Stelle ev. zufrieden, dass sie überhaupt noch dem Arbeitgeber den Zuschuss für dich gewähren. Bist du dir sicher?

Zitat:
Aber der Arbeitgeber schon, der bekommt Eingliederungszuschuss.
Was du m.E. versuchen könntest, wäre über einen Anwalt für Sozialrecht der ARGE klar zu machen, dass du die drei-monatige Rücktrittsfrist von der 58er Regelung nur deshalb verpasst hast, weil sie dir diese Gesundheitsprüfung auferlegten, die dann vier Monate dauerte.
Nach meiner Logik hätte das gute Chancen durchzukommen.

Ansonsten könntest du noch über die Presse gehen: überall wird neuerdings gesagt, Ältere sollen in ARBEIT - nicht irgendwelche unbezahlte Beschäftigungen ! - kommen. Und da findet einer mit 62 - graatuliere!! - noch eine vernünftige Arbeitsstelle und die Arbeitsagentur klemmt ....
Ev. nach dem AKtions-Camp deinen Fall direkt an Martin Behrsing mailen?

Ansonsten für's erste würde ich es auch so machen, wie Gurkenaugust empfohlen oder vielleicht sogar erst einmal ohne Umzug am Ort der Arbeitsstelle in eine Billigstunterkunft und am jetztigen Wohnort die eigene Wohnung untervermieten.

Viel Glück!

ethos07

Alles Aussagen - natürlich wie immer - ohne Gewähr.
ethos07 ist offline  
Alt 30.09.2007, 17:35   #4
Herzkasper->Emailproblem
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Registriert seit: 09.05.2007
Beiträge: 4
Herzkasper
Standard

Danke, Ethos07 für die Antwort

Die Wohnung untervermieten? 2 PC´s, 700 CD´s, 50 DVD´s, usw. kann ich dann wohl in den Wind schiessen. Nein, versuche es mit ein Anwalt, und habe die ARGE ein "Friedensangebot" gemacht, würde notfalls diie Unzugskosten als Darlehen akzeptieren. Bin gespannt.
Herzkasper ist offline  
Alt 30.09.2007, 20:46   #5
ethos07
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ethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiertethos07 Enagagiert
Standard welche Sanktionen später bei Verlust der Arbeit?

Was auch mal noch gut wäre zu wissen: Wie geht denn die Arbeitsagentur bzw. die ArGen mit einem um, wenn man trotz 58er Regelung eine Arbeit aufnimmt, diese aber später vor dem Rentenalter wieder verliert?
Ich nehme an, dass hier zusätzliche Sanktionen greifen würden - bis hin, dass du gar keine Leistungen mehr von der Arbeitslosenversicherung bzw. dann aus ALG-II erhälst?

Vielleicht ist das bei dir aber ja egal, weil du dann eh vorzeitig in Rente (inkl. Abzüge) gehen möchtest?


Deine Argumente bzgl. Wohnung kann ich gut nachvollziehen. Allerdings habe ich mit Überlassen meiner Wohnung auf (kürzere) Zeit bislang immer sehr gute & absolut ehrliche Erfahrungen gemacht. Doch lebe ich in einer vielbereisten Großstadt und konnte mir also meinen Gastbewohner immer _sehr_ genau vorher aus mehreren Interessenten aussuchen. Dann habe ich immer eine ordentliche Kaution verlangt etc. damit ev. Abstaub-Gelüste gar nicht erst aufkamen und auch einen Freund gebeten, jede Woche 1-mal nach dem Rechten zu schauen.
ethos07 ist offline  
Alt 25.11.2007, 03:31   #6
Robert123->Emailproblem
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Robert123
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test sorry
Robert123 ist offline  
Alt 23.12.2007, 00:04   #7
Faustus->Emailproblem
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Beiträge: 307
Faustus
Standard 58er Regelung

Zitat von Herzkasper Beitrag anzeigen
Guten Tag, allerseits,

Habe in Febrauar dieses Jahres die 58-er Regelung unterschrieben, die bekannte merkwürdige SGB III § 428 Geschichte. Fühle mich aufs Glatteis geführt. Und bin tatsächlich ausgerutscht. Keine Rechtsbehelfsbelehrung war bei dem knapp 1,5 Seitigen Wisch beigefügt.
Aber erst mal zur Vorgeschichte, zum besseren Verständnis:

In 2001 schwere Krankheit, gekündigt, seitdem bis heute Unterstützung. Bewerbungen ohne Ende aber sinnlos. War wohl die Wirtschaftslage.
Seit Anfang 2006 mit Einstiegsgeld freiberuflich tätig, Übersetzungen, Webseite, usw, also Kleinkram, wenig Verdienst, aber etwas nebenbei, kann man auch noch machen wenn die Rente mal da ist (bei mir in August 2010)

Trotzdem bekam ich vor einem Jahr die Aufforderung an ein Bewerberprojekt teilzunehmen. Nennt sich Compaqt 50 Plus. Naja, ich opferte ein Tag, denn man sagte mir etwas drohend, es könnte doch für mich noch interessant sein. Das Ende vom Lied war, man machte mir, weil ich eh freiberuflich tätig war, klar das es sinnvoll sein könnte, die 58-er Regelung zu akzeptieren. Die Voraussetzung verfrüht in Rente zu gehen wäre gegeben weil ich möglicherweise aufgrund der vorangegangene Krankheit mehr als 50 % Behindert wäre. Hierzu musste ich mich beim Versorgungsamt ein Antrag stellen, und mich ärztlich untersuchen lassen. Ich könnte dann danach immer noch freiberuflich tätig sein, die weitere Stütze würde weiterlaufen, usw. usw. Gesagt, unterschrieben (dumm, dumm von mir) und getan. Ich könnte die Vereinbarung innerhalb drei Monate widerrufen.
Der Antrag beim Versorgungsamt dauerte insgesamt 4 Monate. Ergebnis: 30 % Behinderung, also verfrühte Rente nix, arbeiten bis 65 wenn möglich.
Die Zeit um die Sache zu ändern war somit vorbei.

Und jetzt wirds interessant:
Seit mitte August habe ich drei Bewerbungen losgelassen, ausserhalb meines Wohnortes. Erst erstattete man mich Fahrtkosten. Ich habe diese Woch tatsächlich (inzwischen 62 Jahre jung) eine Arbeit bekommen, mit sogar noch anständige Bezahlung.
Es war die Rede davon, bei eine Arbeitsaufnahme würde man mir finanziell beim Umzug helfen.
Plötzlich will man davon nix mehr wissem: ich hätte die 428-er §, die 58-er Regelung unterschrieben, dann wird man nicht mehr gefördert. Aber der Arbeitgeber schon, der bekommt Eingliederungszuschuss.
Davon steht nichts in dem Papier, in Gegenteil, (Zitat) "wenn Sie es wünschen unterstützt Sie die Agentur für Arbeit aber weiterhin bei der Suche nach einer Arbeit..."
Nun soll und will ich umziehen, rund 400 Kilometer. Ich habe nicht die Möglichkeit dies zu finanzieren. Ergo: ich kann die Stelle nicht antreten.

Habe zwar schriftlich widersprochen, und beantragt die Akte zu ändern, als wäre keine Unterschrift geleistet worden, weiss aber noch nichts.

Hinzu kommt, das seit meiner Krankheit der Anzahl an Vermittlungen seitens der Agentur genau null (0) Stellenangebote in über 5 Jahre ergab. Also von Tätigkeit seitens der AfA war nichts zu merken. Mein bisheriger Erfolg ist nur auf den eigenen Mist gewachsen!

Es dürfte klar sein, dass ich sehr, sehr frustriert bin.
Was ich wissen möchte:
Hat jemand ähnliche bzw. gleiche Erfahrungen gemacht?
Wie kann ich mich wehren gegen ein Amt das die Aufnahme einer Arbeit so massiv erschwert bzw gar unmöglich macht?
Und das soll alles ein bisschen schnell gehen. Was ist der richtige Weg?

Um ein guter Rat wird gebeten; bedanke mich im Voraus. Ich würde fast ein netter Preis ausloben für den richtigen Tip, aber das kann ich mir auch nicht leisten.....
Es ist so, man hat dich gelinkt.Wenn Du nun beweisen kannst, das man Dich nicht oder falsch aufgeklärt hat, könntest Du Schadenersatz verlangen.
Wenn Du aber den Arbeitsvertrag noch nicht unterschrieben hast, und weist,
wieviel der Unternehmer kriegt, dann verlange um das mehr.
Ich hätte sogar keine Probleme damit notfalls den Arbeitgeber auf die Förderung an zu sprechen und diese von ihm zu verlangen, notfalls unter
Androhung von Klage.
Mir gegenüber hat sich mal einer geäußert das er mich für 11€ die Stunde
einstellen würde, wenn er die hälfte vom Arbeitsamt zurückbekommen würde.
Ich sagte ihm das es so viel nicht sein würde, da zog er ein langes Gesicht,
und als ich ihm sagte das 11€ eigentlich zu wenig sind, und er die Förderung
mit mir teilen sollte, da zeigte er mir die Tür.
Nun sage mir einer wer sind hier die Sozialschmarotzer ?
__

Wer in einer Demokratie schläft, der wacht in einer Diktatur auf!
Faustus ist offline  
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58er, arbeitsaufnahme, foerderung, förderung, keine, mehr

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