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Zwischen den Mühlsteinen Hartz IV und Krankheit gefangen

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Nicht offen für weitere Antworten.

Ingrid Schmid

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#1
Zwischen den Mühlsteinen von Hartz IV, chronischer Erkrankung, Arbeitslosigkeit und Verantwortung gefangen drehe ich mich im Kreis und suche nach einem gangbaren Ausweg.
Mein Hausarzt meinte vor einem Jahr, ich hätte wohl die falsche Krankheit für eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Nach 27 sozialversicherungspflichtigen Berufsjahren, 18 Jahren als allein erziehende Mutter und einen Burn-Out später frage ich mich: „Gibt es ein (Berufs-) Leben nach 47?

Chronisches Asthma, multiple Allergien, 2-facher HWS-Bandscheibenvorfall, Depression und somatoforme Schmerzstörung waren die Diagnosen, mit denen ich 2001 zunächst ins Krankenhaus, später zur Reha kam.
Danach war ich noch lange nicht stabil, und so war es für meinen Arbeitgeber ein Leichtes mich per Aufhebungsvertrag aus der Firma zu drängen.

Seit November 2002 bin ich ohne Arbeit. Der Antrag beim Versorgungsamt ergab einen GdB von 40%. Ein Antrag auf Gleichstellung mit schwer Behinderten Menschen brachte bei Vorstellungsgesprächen stets das Ergebnis: „Wir stellen keine Behinderten ein!“. So zog ich ihn wieder zurück.

Seit Januar 2005 bin auch ich von 345 € Hartz IV + Heizkostenzuschlag betroffen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel!
Das jüngere Kind findet keine Lehrstelle und besucht mangels Perspektive weiter die Schule, das ältere Kind ist Azubi. Kindergeld bekomme ich – beide sind volljährig - nach viel hartnäckiger Schreiberei nun wieder für beide.

In den vergangenen 12 Monaten war ich mehrmals schwer erkrankt und verlor dadurch eine gerade erst neu gewonnene Arbeitsstelle. Mit jedem Infekt bekam ich einen schweren Asthmaschub, der sich auch mit den „schweren Geschützen“ Kortison und Bronchospasmolytika monatelang hinzog.
Nach der Reha erkämpfte ich mir im Herbst von der ARGE eine Weiterbildung, die nun beendet ist. Leider blieb der erhoffte Erfolg, dadurch in Arbeit und Brot zu kommen, aus. Allerdings musste ich durch die gehäuften Erkrankungen erneut erkennen, dass ich keineswegs mehr so stabil und belastbar bin wie früher.

Durch den Stress und die vielen Medikamente der letzten 12 Monate bin ich derzeit körperlich und psychisch ziemlich durcheinander und fertig und weiß nicht, wie und in welche Richtung es weiter gehen könnte.

Wer kann mir raten?
 

kalle

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#2
In Kürze, genaueres würde ich Dir in den nächsten Tagen raten:
1. Antrag auf Erhöung der Schwerbehinderung
2. Antrag auf Untersuchung der Erwerbsfähigkeit bei der Arge
3. Antrag auf EU Rente bei der Rentenversicherung
4. Mach mal ne Kur.

Es gibt einiges an Möglichkeiten für Dich. Du solltest mit den obigen Dingen anfangen.
Genaueres in den nächsten Tagen, mich hat die Vogelgrippe erwischt :mrgreen: .
 

Ingrid Schmid

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#3
Danke @kalle für die tips.
was mir kopfzerbrechen bereitet ist:
wenn sich mein GdB durch Neuantrag auf/über 50% erhöhen würde, ich aber keine EU erhalten würde, wären meine Aussichten auf einen neuen Arbeitsplatz (sofern es diesen jemals wieder geben sollte) doch damit gleich Null?
und
schade ich mir mit einem Antrag auf Feststellung meiner Erwerbsfähigkeit bei der ARGE nicht selbst, falls diese feststellt, ich wäre nicht mehr erwerbsfähig, die BfA aber anderer Ansicht ist?
Wie rasch man/frau heutzutage aus dem "sozialen Netz" fallen kann, bereitet mir in diesem Zusammenhang wirklich große Sorge.
 

gelibeh

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#4
Ob Du mit oder ohne Behinderung einen Job bekommst, steht wirklich in den Sternen, gerade, wenn man das 40. Lebensjahr auch schon überschritten hat. Ob man einen Arbeitgeber mit den möglichen Mobilitätsbeihilfen(Lohnzuschuss u. ä.) ködern kann, ich hatte noch kein Vorstellungsgespräch, also keine Ahnung.

Wenn Du Erwerbsunfähig bist, bekommst Du Sozialhilfe nach SGBXII.
Das Geld ist das Gleiche wie bei HartzIV, nur die Vermögensfreibeträge sind anders.
 

wotan0815

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#5
Ingrid Schmid sagte :
Zwischen den Mühlsteinen von Hartz IV, chronischer Erkrankung, Arbeitslosigkeit und Verantwortung gefangen drehe ich mich im Kreis und suche nach einem gangbaren Ausweg.
Mein Hausarzt meinte vor einem Jahr, ich hätte wohl die falsche Krankheit für eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Nach 27 sozialversicherungspflichtigen Berufsjahren, 18 Jahren als allein erziehende Mutter und einen Burn-Out später frage ich mich: „Gibt es ein (Berufs-) Leben nach 47?

Chronisches Asthma, multiple Allergien, 2-facher HWS-Bandscheibenvorfall, Depression und somatoforme Schmerzstörung waren die Diagnosen, mit denen ich 2001 zunächst ins Krankenhaus, später zur Reha kam.
Danach war ich noch lange nicht stabil, und so war es für meinen Arbeitgeber ein Leichtes mich per Aufhebungsvertrag aus der Firma zu drängen.

Seit November 2002 bin ich ohne Arbeit. Der Antrag beim Versorgungsamt ergab einen GdB von 40%. Ein Antrag auf Gleichstellung mit schwer Behinderten Menschen brachte bei Vorstellungsgesprächen stets das Ergebnis: „Wir stellen keine Behinderten ein!“. So zog ich ihn wieder zurück.

Seit Januar 2005 bin auch ich von 345 € Hartz IV + Heizkostenzuschlag betroffen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel!
Das jüngere Kind findet keine Lehrstelle und besucht mangels Perspektive weiter die Schule, das ältere Kind ist Azubi. Kindergeld bekomme ich – beide sind volljährig - nach viel hartnäckiger Schreiberei nun wieder für beide.

In den vergangenen 12 Monaten war ich mehrmals schwer erkrankt und verlor dadurch eine gerade erst neu gewonnene Arbeitsstelle. Mit jedem Infekt bekam ich einen schweren Asthmaschub, der sich auch mit den „schweren Geschützen“ Kortison und Bronchospasmolytika monatelang hinzog.
Nach der Reha erkämpfte ich mir im Herbst von der ARGE eine Weiterbildung, die nun beendet ist. Leider blieb der erhoffte Erfolg, dadurch in Arbeit und Brot zu kommen, aus. Allerdings musste ich durch die gehäuften Erkrankungen erneut erkennen, dass ich keineswegs mehr so stabil und belastbar bin wie früher.

Durch den Stress und die vielen Medikamente der letzten 12 Monate bin ich derzeit körperlich und psychisch ziemlich durcheinander und fertig und weiß nicht, wie und in welche Richtung es weiter gehen könnte.

Wer kann mir raten?
Hallo Ingrid.
Kann Dich nur zu gut verstehen,stecke seit 20 Jahren (!) im ähnlichen Schlamassel!
Bin mittlerweile dank Hartz4 und GMG machmal kurz davor, mir die Kugel zu geben.
Ein Kind verloren,da die Mutter mir nur das Kind anhängen wollte, um von ihrer kaputten Mutter loszukommen und durch den Unterhalt meine gesamte berufliche Existenz zerstört hat und ein anderes Kind im Alter von nur 7 Wochen durch den sog. Kindstod verloren (1992)-von meiner jetzigen Frau!Als Kind bin ich zudem mißhandelt worden>Kindsdepressionen. Also Multitraumatisierung,Fibromyalgie,Morbus Sudeck,Nikotinsucht,chron. Tinitus,Neurosen,Soziophobien,ständig Schmerzen in linker Schulter,kaputte linke Ferse,und und...
Jetzt kommt da noch so ein FM daher und meint, ich könnte ja noch Klo`s putzen oder was! Bin 50% schwerbehindert und habe ich Herbst letzten Jahres mal bei der GAL (ehemaliges Sozialamt) wegen einer Förderung nachgefragt>sollte zum Coaching,was für ein Blödsinn!
Ich kriege also auch keine Ruhe mehr, kann kaum noch schlafen und habe keine Power mehr für meine liebe Familie!!
Muß so unter andern Teile vom Recyclinghof organisieren in der Hoffnung ein paar Euro`s dafür zu bekommen,ein Garagenflohmarkt vom Wochenende lief zudem grottenschlecht > was soll bloß noch werden??
Liebe Grüße
 

Ingrid Schmid

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#6
Einen kleinen Schritt bin ich nun weiter.
Wichtig sind ärztliche Befunde, die den Krankheitsverlauf dokumentieren und beim Versorungsamt und bei der BfA vorgelegt werden können.
Ich will da auf keinen Fall etwas falsch machen, sozusagen den dritten Schritt vor dem Ersten Schritt, daher habe ich mich als Erstes zu einem Beratungsgespräch mit einem Berater der BfA entschlossen.
Was den Antrag auf Überprüfung meiner Erwerbsfähigkeit durch die ARGE betrifft, bin ich weiterhin skeptisch.
Bei den Kundgebungen am 1.Mai war ständig die Rede davon, daß die ARGE(n) angehalten sind, Hartz IV Empfänger aus dem "sozialen Netz" zu drängen. Da käme doch solch ein Antrag gerade gelegen?
PS: (und gehört nicht unbedingt in diesen Threat) das Buch "Machtwahn" von Albrecht Müller finde ich sehr aufklärend darüber, warum die Dinge in dieser Republik derzeit SO sind, und wie sie sich dahin entwickeln konnten.
Für weitere Tips und Infos bin ich Euch auf alle Fälle sehr dankbar!
 

Arania

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#7
Wenn Du nicht irgendwann in unsinnigen 1-Euro-Jobs stecken möchtest die Dich gesundheitlich überfordern würde ich die Erwerbsfähigkeit überprüfen lassen, ich habe noch keine negativen Erfahrungen beim Amt damit gehabt.
Aber auch noch keinen Vorteil bei einem Vorstellungsgespräch, aber das letzte ist eh 3 Jahre her.

Da hätte der Arbeitgeber sogar 1 Jahr lang den vollen Lohn bekommen, aber es war ihm trotzdem zu "gefährlich"
 

kalle

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#8
Hallo Ingrid !
Selbst wenn die Überprüfung feststellen würde, das Du nicht mehr erwerbsfähig bist, bekommst Du weiterhin das gleiche Geld. Nur eben von der Grusi.
 

Ingrid Schmid

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#9
Eingliederungsvereinbarung

Heute war ich zur ARGE einbestellt. Im Kopf hatte ich eigentlich noch, mich wegen des Antrags auf Überprüfung der Erwerbsfähigkeit bei meiner FM kundig zu machen.
Das blieb mir allerdings im Halse stecken, als sie ein Manifest mit dem Titel "Eingliederungsvereinbarung" auf den Tisch zauberte, es oberflächlich mich mir besprach und mich zur Unterschrift einlud. Da mein Kopf nach Seite 3 aussetzte, und nur noch das Schlagwort "Hartz IV ist offener Strafvollzug" als SOS-Signal funkte, bestand ich darauf, es erst einmal mit nachhause zu nehmen.
Nun suche ich hier und bei Google nach rechtlichen Informationen hierzu. Hat jemand einen Tip? Danke!
 

kalle

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#10
Hallo Ingride !
Nicht wegen dem Antrag fragen, sondern schriftlich formlos stellen. Dann können die sich die EGV auch erst einmal in die Haare schmieren.

Also stell den Antrag. Ohne Überprüfung keine EGV.

Stell doch mal oder per E-Mail, die egv ZUR vERFÜGUNG: gESCHWÄRZT NATÜRLICH : wIR ODER ICH GUCKE DANN MAL:
 

Seebarsch

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#11
SGB XII

Der Rutsch in das SGB XII hat aber auch einen eminenten Nachteil !
Bei der Gewährung von Leistungen nach dem SGB II werden Rentenbeiträge, wenn auch gering, abgeführt und sorgen so zumindest zur Erfüllung der Wartezeiten.
Soweit ich informiert bin, werden bei Leistungen nach dem SGB XII keine Rentenbeiträge abgeführt !
 

Ingrid Schmid

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#12
Hallo Kalle,

es wäre sehr nett von Dir/Euch, mal einen Blick auf das 6-Seitige Manifest zu werfen. An welche Email Adresse kann ich es mailen?

Danke!
Ingrid
 

kalle

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#13
Klick unter meinem Beitrag auf Mail und dann geht Dein Programm mit meiner E-Mailadresse auf.
Ansonsten: kalle at erwerbslosenforum.de (at durch den @ ersetzen)
 

Ingrid Schmid

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#14
Danke, mach mich umgehend an die Scannerei. Muß dann nur noch herausfinden, wie man Dokumente "schwärzt" :?

PS. meine FM hat sich gestern seltsam verplappert. Es ging um diverse Bewerbungen bei Zeitarbeitsfirmen, hinter deren Anzeigen meist keine konkrete Stelle zu finden ist.
Sie meinte, dabei ginge es vorrangig um Adressen, Daten und Dateien, wenn die Arbeitsagentur privatisiert würde. :shock:
Man hört Sachen, bevor einem die Ohren abfallen...... unglaublich!
 

kalle

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#15
Einmal kopieren und mit nem schwarzen stift durchstreichen.
Wenn Du mir vertraust, brauchst Du nicht schwärzen. Das wäre nur für ein einstellen im Forum nötig. ;)
 
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