Zweiten EM-Antrag stellen und Grad der Behinderung erhöhen (1 Betrachter)

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Ich habe eine Frage zur erneuten Stellung des EM-Rentenantrages. Der erste Antrag wurde abgeschmettert vom Sozialgericht, diesmal möchte ich nichts falsch machen und wende mich daher an die "erfolgreichen Antragsteller/innen" hier.

Ich war zwischenzeitlich in einer Spezialklinik, (drei Wochen) für Allergien und Umwelterkrankungen gewesen. Dort wurden bei mir folgende Diagnosen gestellt:

- Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS)
- Multiple-Chemical-Sensitivity-Syndrom (MCS)
- Chronische Viruslasten bei persistierender Epstein-Barr-Virusinfektion
- Kryptopyrrolurie
- Herabgesetzte Entgiftungskapazität des Organismus bedingt durch die verminderte Aktivität der Glutathion-S-Transferase
- Zelluläre Veränderungen im Differentialblutbild, nach abgelaufener viraler Infektion
- Leukopenie
- allergisches Asthma
- chronische Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung

Jetzt steht bei mir ein zweiter Klinikaufenthalt vor, die eine spezielle Traumastation haben. Die Traumafolgen (Komplexe PTBS) kamen jetzt erst heraus und flossen in den ersten EM-Antrag nicht rein.

Meine Frage:

1. Ist es sinnvoller zuerst den zweiten Bericht abzuwarten, bevor ich einen erneuten Antrag stelle?

2. Über die Klinik den EM-Antrag stellen?



Ich habe einen Grad der Behinderung von aktuell 30%.

Ich bin mir noch unschlüssig, über den Zeitraum der Antragsstellung. Die Rentenversicherung meinte, dass der Behinderungsgrad "angeblich" nicht in die Antragstellung der EM-Rente miteinfliest. Das dieser nicht ausschlaggebend sei.

Ist es sinnvoller doch beide Anträge gleichzeitig zu stellen, wenn der zweite Klinikbericht vorliegt.

Oder habt Ihre eigene Erfahrungen, was sinnvoller erscheint.
Wie habt Ihr es gemacht?

Für jeden Hinweis bin ich dankbar.

Timmymausi
 

FrauRossi

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Den Grad der Behinderung brauchst du nicht unbedingt erhöhen, kannst du aber.
Auf jeden Fall solltest du den Rehabericht abwarten und schauen, was dort zu deinen Restleistungsvermögen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt steht.
Den Antrag auf Erwerbsminderungsrente würde ich erst so spät wie möglich stellen, frühestens nach 12 Monaten AU. Es sei denn, du musst es früher machen
 
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Den Grad der Behinderung brauchst du nicht unbedingt erhöhen, kannst du aber.
Auf jeden Fall solltest du den Rehabericht abwarten und schauen, was dort zu deinen Restleistungsvermögen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt steht.
Den Antrag auf Erwerbsminderungsrente würde ich erst so spät wie möglich stellen, frühestens nach 12 Monaten AU. Es sei denn, du musst es früher machen
Danke FrauRossi,
für die Rückantwort. Es handelt sich nicht um eine Rehaklinik. Es ist eine Psychosomatische Klinik, Abteilung Trauma. Für eine Rehaklinik bin ich nicht stabil. Ich bin über 3 Jahre bereits krank geschrieben und noch auf weiteres.
 

FrauRossi

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Von einigen Bekannten weiß ich, dass es ohne Reha fast unmöglich ist, Erwerbsminderungsrente zu bekommen. Es gelingt aber in ein paar Fällen, deswegen schadet es ja nicht, dass zu versuchen.
Hast du denn 36 Monate in den letzten 5 Jahren eingezahlt? Das ist Grundvoraussetzung.
 

Goldfield

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Moin Timmymausi,
Zur 1.Frage
Ja es ist sinnvoller den zweiten Bericht abzuwarten, da die DRV sowieso warten wird was dort raus kommt, ebenso das Versorgungsamt wegen der Schwerbehinderung.

Zur 2.Frage
Wenn die Klinik deinen EM Rentenantrag unterstützt dann kannst du dort die Hilfe vom Sozialdienst in Anspruch nehmen, ansonsten kannst auch warten bis du zuhause bist um es mit deinen Ärtzten zu besprechen wozu ich sowieso immer Rate.

In der Tat gibt die DRV nicht viel über eine Schwerbehinderung, gibt welche die haben einen GdB von 100 und diverse Merkzeichen, können bzw.gehen dennoch voll Arbeiten.

Ich hab damals den EM Antrag ohne einen GdB gestellt, erst wo der EM Antrag durch war hab ich einen Antrag auf eine Schwerbehinderung gestellt.
Beide Anträge gleichzeitig würde ich nicht stellen, sonst hast evtl.das Problem bzw.das nachlaufen das beide gleichzeitig auf den Bescheid des anderen warten.

Ich Persönlich würde die 2.Klinik abwarten, dann einen EM Antrag stellen wenn Aussicht auf Erfolg und dann erst eine Erhöhung des GdB beantragen.

Edit: Hab grad dein altes Thema überflogen
Die Frage wird auch sein inwieweit die DRV das Urteil zugrunde nimmt, wo du es drauf ankommen lassen hast, denn solange ist das ja noch nicht her.
Das muss du aber letztendlich selbst wissen bzw.solltest du mit deinen Ärtzten besprechen ob diese nun 100% hinter dir stehen und bereit sind notfalls den Kampf gegen die Gutachter mit aufzunehmen.

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

Doppeloma

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Hallo Timmymausi,

Ich habe eine Frage zur erneuten Stellung des EM-Rentenantrages. Der erste Antrag wurde abgeschmettert vom Sozialgericht, diesmal möchte ich nichts falsch machen und wende mich daher an die "erfolgreichen Antragsteller/innen" hier.
Hattest du die Klage noch rechtzeitig selbst zurück genommen, ich erinnere mich da gerade nicht mehr genau dran oder wurde ein Urteil gesprochen am Sozialgericht (also die Klage ging für dich offiziell "verloren") ???

Das macht durchaus einen Unterschied, was die Erfolgs-Aussichten eines neuen Antrages betrifft, mal abgesehen davon, dass auch in einem neuen Verfahren die DRV entscheidet und nicht dein vermeintlich "richtiges oder falsches" Vorgehen dabei.

Es gibt KEINE "Erfolgs-Garantie", auch nicht im 2. Anlauf ...
Ein klar "verlorener" Prozess gegen die DRV ist dabei weniger gut im Vorfeld (und in deiner Renten-Akte) als eine eigene Rücknahme der Klage, um mit aktueller und möglichst "neuer medizinischer Munition" den nächsten Antrag zu stellen.

Was da bei Anderen funktioniert hat, muss bei dir noch lange nicht genau so funktionieren und die Liste deiner gesicherten Diagnosen ist auch kein Garant dafür EM-Rente zu bekommen. :icon_evil:
Das nur mal als Hinweis, weil du dir besonders Infos von "erfolgreichen" 2. Antragstellern erhoffst.

Ich war zwischenzeitlich in einer Spezialklinik, (drei Wochen) für Allergien und Umwelterkrankungen gewesen. Dort wurden bei mir folgende Diagnosen gestellt:
Das liest sich natürlich alles furchtbar und für medizinische Laien auch "beängstigend", bedeutet aber bei der DRV nicht unbedingt, dass man damit nicht irgendwo trotzdem arbeiten könnte. :icon_evil:

Dieser Beweis ist dann anzutreten, dass man damit eben nirgendwo mehr regelmäßig (6 und mehr Stunden täglich) arbeiten KANN für seinen Lebensunterhalt. :icon_evil:

Steht denn dazu auch was drin im Bericht dieser Klinik, wie sie deine allgemeine Erwerbsfähigkeit einschätzen würden, ob sie dich mal wieder (wenigstens) Arbeits-FÄHIG sehen würde und wann das sein könnte.

Welche konkreten Behandlungen werden vorgeschlagen, die deine Probleme wenigstens bessern / lindern könnten ???

Das ist auch wichtig und nicht nur die "blanken" Diagnosen ...

Jetzt steht bei mir ein zweiter Klinikaufenthalt vor, die eine spezielle Traumastation haben. Die Traumafolgen (Komplexe PTBS) kamen jetzt erst heraus und flossen in den ersten EM-Antrag nicht rein.
Das habe ich dort aber anders gelesen, es waren doch bereits psychische Gründe auch für den 1. Antrag auf EM-Rente mit dabei oder verwechsele ich da jetzt was ?

1. Ist es sinnvoller zuerst den zweiten Bericht abzuwarten, bevor ich einen erneuten Antrag stelle?
Es ist unbedingt sinnvoller, auch diesen Bericht noch abzuwarten und erst dann den nächsten Antrag auf EM-Rente an die DRV zu stellen, du wirst viel neue / aktuelle "Munition" brauchen, um dein Ziel erreichen zu können und möglichst ohne erneut bis zum Gericht zu müssen dafür.

2. Über die Klinik den EM-Antrag stellen?
Ist mir nicht bekannt ob das geht oder überhaupt üblich ist, es dürfte sich ja nicht, um eine DRV-Reha-Klinik handeln dabei sondern eher um eine Akutklinik, auf Einweisung eines behandelnden Arztes.

Viel wichtiger ist ein sehr aussagefähiger Bericht, der dazu konkret Stellung nimmt, wie es um deine gesamte Erwerbsfähigkeit aus Sicht dieser Klinik steht, damit du das mit einreichen kannst (in Kopie) bei der Antragstellung.

In Akutkliniken werden in der Regel keine EM-Renten-Anträge gestellt, das ist doch gar nicht deren Aufgabe und mehr Wirkung bei der DRV hätte das vermutlich auch nicht.

Die Schmerzkliniken wo mein Männe vor dem 2. Antrag war haben auch nur ausführliche Berichte geschrieben in denen auch zur Erwerbsfähigkeit ziemlich deutliche Worte standen.

Die haben sogar geschrieben welche konkrete Fachrichtung ein Gutachter haben sollte, damit ein korrektes Gutachten überhaupt erstellt werden könnte in einem weiteren EM-Rentenverfahren.

Aber den Antrag haben wir dann zu Hause am PC selber ausgefüllt, alle vorhandenen medizinischen Unterlagen beigefügt und per Post (Übergabe-Einschreiben) an die DRV geschickt.

Hat ihm in der "Klinik für manuelle Therapie" auch Niemand vorgeschlagen oder angeboten das von dort aus zu machen, in DRV-Reha-Kliniken mag das anders sein.

Ich habe einen Grad der Behinderung von aktuell 30%.
Ich bin mir noch unschlüssig, über den Zeitraum der Antragsstellung. Die Rentenversicherung meinte, dass der Behinderungsgrad "angeblich" nicht in die Antragstellung der EM-Rente miteinfliest. Das dieser nicht ausschlaggebend sei.
Da kann ich mich meinem Vorschreiber nur anschließen, ein GdB oder der Schwerbehinderten-Ausweis interessiert für die EM-Rente Niemanden bei der DRV, es sei denn man ist schon älter und könnte ab GdB 50 eventuell schon in die Rente für Schwerbehinderte gehen.

Für dich dürfte diese Renten-Möglichkeit (frühestens ab 60 + X) wohl aktuell ohne reale Bedeutung sein, ansonsten ist es unwichtig für diesen Antrag, ob du einen GdB hast oder nicht. :icon_evil:

Ist es sinnvoller doch beide Anträge gleichzeitig zu stellen, wenn der zweite Klinikbericht vorliegt.
Konzentriere dich auf die EM-Rente, da kann noch wieder genug auf dich zu kommen, von einem höheren GdB hast du dafür NIX ...

Wie habt Ihr es gemacht?
Um den GdB habe ich mir während des Rentenverfahrens überhaupt keine Gedanken gemacht, ich hatte auch GdB 30 nach der Klappen-OP und auf GdB 40 wurde dann nach der psychosomatischen Reha erhöht.

Den Erhöhungs-Antrag hatte ich dann auf Anregung der dortigen Sozial-Arbeiterin gestellt, da wurde dann sogar mein Tinnitus erhöhend anerkannt, den ich ja lt. Reha-Klinik im Reha-Bericht gar nicht hatte ... :doh:

Das war der einzig wirklich nette Mensch in dieser ganzen Klinik (von einigen Mitpatienten mal abgesehen), sie hat das dann mit mir zusammen ausgefüllt und direkt an das Versorgungsamt geschickt (mit Klinik-Stempel), wenige Wochen später hatte ich dann den Bescheid.

Mehr GdB habe ich bis heute NICHT, wüßte auch nicht wofür, bis zur Bewilligung der EM-Rente war ich noch gleichgestellt von der AfA, weil ich ja noch im Arbeitsverhältnis gewesen bin.

Bei Männe hatten wir mit dem 2. Antrag auch nur Erfolg, weil ich dann an "obersten Stellen" etwas Theater gemacht habe, als man nach 6 Monaten endlich mal "in die Hufe kam" und er nun unbedingt zum Psychiatrischen Gutachter der DRV sollte.

Die EM-Rente war eingereicht wegen seiner umfangreichen orthopädischen Probleme, die Klinikberichte waren auch nicht aus der Psychiatrie oder Psychosomatik aber die waren der DRV (angeblich) schon wieder "zu alt" ...

Na-Ja, als der Antrag gestellt wurde (6 Monate vorher) waren sie noch ziemlich "frisch" und nicht WIR hatten die so "alt werden lassen", ohne uns zu äußern ... :icon_evil:

Es gab dann noch etwas weiteres Theater, denn mein Männe wollte nicht verstehen, was er nun beim Psychiater sollte (war auch nicht die Fachrichtung die man von der Klinik empfohlen hatte).
Er war seit fast 5 Jahren AU (vorwiegend) wegen seiner orthopädischen Probleme, die durch BS-Operationen zur inzwischen chronischen Schmerzkrankheit geführt hatten, in Behandlung seit Jahren auch beim Schmerztherapeuten.

In der Schmerzklinik wurde er auch von Psychologen mitbetreut, die sich dahingehend im Bericht äußerten, dass schwerwiegende psychische Probleme nicht vorliegen. :icon_evil:

Er wäre inzwischen sehr gut in der Lage "adäquat" mit seinem Schmerzgeschehen "umzugehen" (sei aber trotzdem nicht mehr Erwerbsfähig zu bekommen, weil faktisch "austherapiert") und nun sollte ihn ein DRV-Psychiater für die EM-Rente "beäugen" ...

Auf weitere Einzelheiten will ich zu unserem eigenen Schutz NICHT eingehen, er hat dann dieses Gutachten "über sich ergehen lassen" und bekam anschließend die EM-Rente bewilligt DIREKT bis zur Altersrente ...

Was wir noch unternommen haben dafür, ist auch nicht "allgemein" anwendbar, uns war inzwischen BEIDEN schon ziemlich ALLES EGAL ...

Wir waren sowieso schon in Hartz 4 (wo wir niemals hin wollten :icon_evil:), schlimmer konnte es eigentlich nicht mehr werden ...
... zur Not eben weiterhin Hartz 4 ... aber der "Spuk" war zum Glück dann mit Bewilligung meiner EM-Rente am Gericht 2012 endgültig vorbei.

MfG Doppeloma
 
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Gast
Danke für eure Beiträge hier, so wie es aussieht - ist es alles garnicht mehr so leicht geworden. Scheint auch sehr viel Glück im Spiel zu sein. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, den richtigen Gutachter oder den richtigen Sachbearbeiter der DRV haben. Wie ich schon sagte, Glücksspiel.

Naja, mal sehen wie es in 2018 aussieht.

Kann nur besser werden. Was in 2017 alles passiert ist, dass brauche ich nicht mehr. :icon_evil:

Auf der anderen Seite, habe ich noch nie soviel über "Unmenschlichkeit" gelernt wie in diesem Jahr. Sozusagen, war es ein sehr lernreiches Jahr gewesen.
 
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