Zweite Weiterbewilligung EMR, Angst vor Ablehnung und Fragen zur eventuellen Reha Aufforderung

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Emily2

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Hallo an Alle,

da mir vor ein paar Jahren bei der Antragsstellung der Erwerbsminderungsrente sehr geholfen wurde, möchte ich mich mit meinen aktuellen Belangen erneut an Euch wenden.

Erst zu meiner Vorgeschichte ich werde dieses Jahr 34. Psychische Probleme habe ich seit meiner Kindheit, verstärkt durch ein traumatisches Ereignis als ich 13 war. Mit 18 (Anfang 2003) war ich das erste Mal bei meiner Neurologin. (Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie). Bei ihr bin ich seither in Behandlung.
Zwischen 2003 und 2005 erfolgten insgesamt drei Klinikaufenthalte (Psychiatrie, offen, geschlossen und teilgeschlossen, sowie Tagklinik) über mehrere Monate. Auf der offenen Station erfolgte Verhaltenstherapie etc. Zwischen den Klinikaufenthalten fand auch eine zusätzlich ambulante Psychotherapie statt. Nach dem ersten Klinikaufenthalt gab es einen Suizidversuch mit mehrtägigem Aufenthalt auf der Intensivstation. (Diagnosen waren unter anderem Boderline Persönlichkeitsstörung und Depression).
Nach dem dritten Klinik Aufenthalt war ich noch lange in einer Tagklink (Arbeit im Klinik Cafe). Hier wurde ich (auch dank Medikation) soweit gestärkt das ich mich selbstständig auf eine Ausbildung bewarb, genommen wurde und im August 2005 begann. (zuvor hatte ich bereits zwei Ausbildungen abgebrochen).

Ein Jahr lief alles sehr gut. Als ich im Juni 2006 eine Beziehung begann änderte sich dies. Ich setzte auch meine Medikamente ab was zu einer zusätzlichen Verschlimmerung führte. Im Oktober 2006 stellte ich fest das ich schwanger bin. Dank eines Attest meiner Neurologin wurde ein Berufsverbot erteilt wodurch ich während der Schwangerschaft nicht arbeiten musste. (Meine psychische Verfassung war katastrophal).
Nach der Geburt meines Sohnes 2007, ging es mir sehr gut. Obwohl ich keine Medikamente mehr nahm und mich der Vater des Kindes kurz nach der Geburt verließ,(kurz nachdem ich von zu Hause aus und mit ihm und unserem Sohn in eine gemeinsame Wohnung gezogen bin). Obwohl ich plötzlich Alleinerziehend war und vor der Herausforderung stand herauszufinden wie es weitergeht (Hartz 4 beantragen etc.) war meine Psyche stabil.

Dies änderte sich so langsam 2010 nach dem Ende der Elternzeit. Es folgte ein Bewerbungstraining vom Arbeitsamt (2 Monate) das nur schwer zu bewerkstelligen war ( mein 3jähriger Sohn musste um halb fünf morgens aufstehen damit wir den ersten Bus um fünf nehmen konnten, er bis sieben im Kindergarten war und ich noch Zeit hatte zum Bewerbungstraining zu kommen.) Zum Ende des Bewerbungstrainings fand ich eine Stelle (für mich aufgrund meiner psychische Probleme die völlig falsche Fachrichtung, aber ich wollte arbeiten). Ich arbeitete dort für knapp ein Jahr. Während dieser Zeit ging es mir gesundheitlich immer schlechter. (ständige Durchfälle). Körperlich konnte jedoch keine Ursache gefunden werden.

Im Dezember 2011 wurde ich zum ersten Mal krankgeschrieben. Die Krankschreibung bestand bis zur Aussteuerung durchgehend. Die Stelle wurde während der Krankschreibung in Absprache mit dem Arbeitsamt gekündigt. Nach der Aussteuerung beim Krankengeld folgte ALG II, die Krankschreibung blieb weiterhing bestehen (von meiner oben genannten Fachärztin).
Es folgten Gutachtertermine beim Jobcenter, ich wurde immer für 6 weiter Monate arbeitsunfähig begutachtet.

Anfang 2016 wurde ich "genötigt" Rente zu beantragen (zuerst wollte ich dies nicht da ich dachte die Rente wäre zu gering und ich müsste Grundsicherung beantragen (und meine Eltern dann für mich aufkommen)).
Ich wurde von der DRV zum Gutachter gebeten und habe dort alles schön geredet weil ich die Rente nicht wollte und darauf beharrt das ich von zu Hause arbeiten könnte wenn es denn nur eine passende Arbeit gebe. Keine Überraschung also das die Ablehnung kam.
Zu diesem Zeitpunkt war es gesundheitlich aber so schlimm geworden das ich Widerspruch eingelegt habe. (Zu den Durchfällen kam auch eine Stimmungsverschlechterung). Ich habe ein Schreiben aufgesetzt und offen und ehrlich alles geschildert was sich seit dem Gutachtertermin verändert hat. Daraufhin erfolgte die Bewilligung nach Aktenlage für zwei Jahre bis Juli 2018.

Es folgte ein auf und ab meines Gesundheitszustandes, die Probleme aber nach wie vor körperlich (wenn auch psychosomatischer Natur).

Im Februar 2018 habe ich einen Antrag auf Verlängerung gestellt (Unterlagen meiner behandelnden Ärztin, Selbsteinschätzungsbogen sowie zusätzliche Erklärung wo ich meine Beschwerden und Einschränkungen, sowie das stetige auf und ab, ausführlicher schilderte. Es kam die Weiterbewilligung nach Aktenlage bis 31.12.2019.

Ende Juli habe ich nun erneut Antrag auf Weiterbewilligung gestellt, mit den selben Unterlagen wie beim letzten Mal.

Meine gesundheitliche Situation hat sich seit der letzten Weiterbewilligung eher verschlechtert. Kurz nach der letzten Weiterbewilligung lief es erstmal wieder ganz gut (mit vereinzelten Rückschlägen), seit ein paar Monaten wird es wieder schlechter.
Ich kann das Haus inzwischen fast nur noch nach Einnahme von Beruhigungsmitteln (Lorazepam, zusätzlich zum hochdosierten Imodium akut das ich täglich nehmen muss da ich die Beschwerden sonst auch zu Hause habe) verlassen, selbst dann gibt es keine Garantie das es klappt. (aufgrund der Durchfälle.)
Da das Lorazepam abhängig machen kann, versuche ich es nur maximal einmal pro Woche einzusetzen wenn ich wirklich unbedingt etwas selbst erledigen muss und keinen anderen damit beauftragen kann. (z.B. Arzttermin).An den übrigen Tagen versuche ich das Haus ohne Einnahme des Beruhigungsmittels zu verlassen, scheitere hier aber oft.

Häufig geht es mir gut bis ich das Haus verlassen will und dann geht es los. Einkaufen klappt selten beim ersten Mal, oft muss ich umdrehen (oft auch wenn ich schon im Laden bin, weil ich eben zur Toilette muss), Termine muss ich oft absagen bzw, verschieben. Ausflüge und ähnliches habe ich schon seit 2010 keinen mehr gemacht.
Aufgrund langjähriger Therapieerfahrung weiß ich das ich nicht aufgeben darf und versuche es natürlich immer wieder, setzte auch diverse Hilfsmittel ein. Dinge die mir bei meinen anderen psychischen Problemen gut durch den Tag helfen (erlernte Strategien etc.), scheitern bei der Magendarmproblematik inzwischen völlig. Vor allem dann wenn aktuell zusätzliche Sorgen bestehen.
Ich habe inzwischen alles ausprobiert, auch Sachen die die Krankenkasse nicht übernimmt. Nichts hat langfristig geholfen.

Bisher hörte ich vermehrt das hauptsächlich der Erstantrag schwierig wäre, daher habe ich vermutlich im vergangenen Jahr nicht diese extreme Angst. Da ich zuletzt aber recht häufig genau das Gegenteil gehört und gelesen habe, habe ich nun schreckliche Angst das die Rente nicht weiterbewilligt wird und/oder das die Aufforderung zu einer Reha kommt. (Ich wurde in all der Zeit niemals zu einer Reha aufgefordert, auch nicht während des Krankengeldbezuges!).

Mein Hauptproblem mit einer Reha ist die Trennung von meinem Sohn. Er ist gerade 12 geworden und das hieße (laut Information auf der DRV Seite im Internet) ich dürfte ihn nun auf keinen Fall mehr zur Reha mitnehmen. Ich bin Alleinerziehend, mein Sohn ist alles was ich habe und der einzige Grund warum ich morgens aufstehe und weitermache. (Mein Sohn denkt nach wie vor mein Problem sei rein körperlich, also ein chronisches Darmproblem und "nichts weiter").
Zum anderen habe ich ja bereits sehr viel Therapieerfahrung. Mein kompletter Tagesablauf besteht aus Dingen die ich dort gelernt habe. Ich habe eine Tagesstruktur (ich beschäftige mich zu Hause, ja, aber ich bin immer beschäftigt), den im Haushalt anfallenden Dinge gehe ich allein nach und auch bei der Erziehung benötige ich keine Hilfe. Mit Lehrern lässt sich im Ernstfall telefonieren und für anfallende Arzttermine, Ausflüge oder anderes gibt es Oma und Opa. Ich versuche nach wie vor das Haus zu verlassen (mehrfach täglich!) und Dinge zu tun die ein Problem sind (Busfahren z.B. (das weiteste was bisher ging waren zwei Stationen was in unserem Ort nur ein paar 100 Meter sind). Ich weiß wie ich mit meinen andern Symptomen umzugehen habe (Herzrassen, Schweißausbrüche, Schwindel, etc. (Panikattacken)) Ich versuche nach wie vor das Umstellen der Medikamente oder der Ernährung. (Meine oft einseitige Ernährung hat nun zu einer Schildrüsenunterfunktion geführt, weswegen ich nun zusätzliche Medikamente nehmen muss und Arzttermine habe.)
Ich war aktiv auf Therapeutensuche, es blieb jedoch beim Erstgespräch, hier wurde mir mitgeteilt das bei mir Gesprächstherapie keinen Sinn mehr macht da ich dies eben schon bis zum "geht nicht mehr" durchhabe und mir die Antworten selbst geben kann. (Aussage der Therapeuten).
Alternative Methoden beim Heilpraktiker brachten ebenfalls keinen langfristigen Erfolg. (Klopftherapie, Hypnose, Akkupunktur).

Ich habe sehr viel im Forum gelesen (und auch auf anderen Seiten) und habe dabei auch gelesen das es ab und an individuelle Entscheidungen gibt warum eine Reha keinen Sinn macht. Habe ich hier mit oben genannten Gründen ggf. eine Chance oder ist dies ebenso individuell wie eben alles andere und im voraus nicht zu beantworten?
Falls es dieses Mal zu einem Gutachtertermin kommt (der für mich aus oben genannten Gründen ohnehin schon eine enorme Herausforderung ist (Windeln benutze ich bereits, dies ist aber, ohne auf Details einzugehen, im Ernstfall nicht wirklich eine Hilfe!), was versteht man unter "Fangfragen"? Also was könnte hier zum Beispiel gefragt werden?

Es tut mir leid das mein Beitrag so lange geworden ist und hoffe das sich trotz allem vielleicht jemand dazu zu Wort meldet. Natürlich weiß ich das alle schreckliche Angst davor habe das die Rente nicht weiterbewilligt wird und für viele auch die Reha Sache ein Problem ist, jedoch würde ich gern wissen ob mir vielleicht jemand speziell zu meinem Fall einen Tipp oder Ratschlag geben kann. Da ich beim Erstantrag erst aufgrund der Hilfe hier im Forum Widerspruch eingelegt habe, und ich im Moment wirklich sehr beunruhigt bin (mein Gesundheitszustand hat sich seit Verschicken des Antrags nochmals verschlechtert), hoffe ich einfach das mir Eure Antworten auch diesmal weiterhelfen.

Ich bedanke mich im voraus für mögliche Rückmeldungen.
 
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Larsson

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Tja, ich fürchte das bleibt alles Glaskugel.
Ich kann Dir nur sagen wie es bei mir lief. Ähnliche Geschichte wie bei Dir, mit vielen Klinikaufenthalten. Die EMR ging nach Begutachtung sofort durch. Natürlich befristet. 3 mal habe ich einen Verlängerungsantrag gestellt, es wurde jedesmal ohne erneute Begutachtung oder Rehaaufforderung erneut verlängert. Ich habe den Selbstauskunftsbogen ausgefüllt, behandelnde Ärztin den anderen Bogen. Erst nach fast 9 Jahren und 3 Verlängerungen musste ich erneut zur Begutachtung und meine EMR ist nun dauerhaft.

Was deine Therapieversuche angeht. Evtl. schließt du dich einer psychiatrischen Institutsambulanz an, dafür musst du aber deine Psychiaterin aufgeben. Aber dann musst du nicht mehr auf Suche gehen und hast auch kein eingeschränktes Therapiekontingent mehr.
 

Katzenstube

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Hallo Emily2,
Als mein Erstantrag zur EMR im Laufen war gab es einige Verschlechterungen und weitere OP's. Die entsprechenden Entlassbescheide der Uni-klinik habe ich immer gleich per Einschreiben m. Rueckxchein an die DRV geschickt ...

Gruss von Katzenstube
 

Emily2

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Hallo,

vielen Dank für eure Antworten!

Bisher hat sich leider nichts getan, da meine Neurologin sehr lang im Urlaub war und außer mir noch sehr viele Patienten mit dem gleichen Problem hat, hat sie erst vergangene Woche den Befundbericht fertig gehabt. Ob er nun auch verschickt ist konnte mir die Sprechstundenhilfe nicht genau sagen, aber sie sucht nochmal alles ab um sicher zu gehen.

Die nicht gerade freundliche Dame bei der drv war natürlich nicht sehr erfreut hat aber nochmal einen Aufschub von 14 Tagen gegeben.

Seit ich den Antrag gestellt habe hat sich meine Situation noch weiter verschlechtert, einiges davon steht auch schon im Befundbericht meiner Neurologin, ich weiß aber nicht ob sie das was wir Freitag am Telefon besprochen haben (es war praktisch ein Telefon - Termin, da ich gerade niemanden habe der mich hinfahren kann). Was ich ihr da erzählt habe hat zu einer Medikamentenumstellung geführt (Rezept per Post, da ich es ja auch nicht abholen kann). Ob die Sachen nun noch mit im Befundbericht stehen kann ich nicht sagen.
Wäre es sinnvoll selbst ein Schreiben aufzusetzen und all dies aufzulisten? (Ich lege immer ein solches Schreiben bei, seit dem letzten hat es sich aber deutlich verschlechtert).
Wäre es ratsam das zu tun oder sollte ich mir das "aufheben" falls es zur Ablehnung/Widerspruch kommt?

Die Damen am Telefon (ja ich weiß man soll nicht anrufen, war aber gut so könnte ich nochmal eine Frist wegen dem Befundbericht rausschlagen) meinte was ich zu sagen haben interessiert sowieso keinen, nur der Befundbericht wird angekuckt (stützt all das was hier im Forum steht, da fragt man sich warum die diese Bögen überhaupt verschicken).

Also kann ich mir das sparen und sollte einfach abwarten was kommt, oder?

Die Dame meinte noch "Ist ja erst September", "ist ja noch ewig Zeit". So ewig ist das nicht, insbesondere je nach dem was noch auf mich zukommt. Jedenfalls hat das alles schon wieder gereicht, ich bin völlig fertig und das obwohl ich ohnehin schon 2 Tavor genommen hatte.

Vielleicht hat einer noch einer einen Tipp oder einfach ein paar aufheiternden Worte, von meinen Eltern oder meiner Schwester ist da nichts zu erwarten. Und Freunde hab ich schon lang keine mehr.
 

grün_fink

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Du hast das bisher ganz gut geschafft. Momentan kannst du nur abwarten.
Versuche weiterhin, dir auch gutes zu tun, und dich nicht ganz einzuigeln.
 
E

ExUser 2606

Gast
Die Damen am Telefon (ja ich weiß man soll nicht anrufen, war aber gut so könnte ich nochmal eine Frist wegen dem Befundbericht rausschlagen) meinte was ich zu sagen haben interessiert sowieso keinen, nur der Befundbericht wird angekuckt (stützt all das was hier im Forum steht, da fragt man sich warum die diese Bögen überhaupt verschicken).
SOlhe Aktionen sparst du dir bitte in Zukunft. Die DRV hat eine sehr umgfangreiche Schweigepflichtentbeindeunf von dir vorliegen. Es ist schon eine Zumutung, dass die Antragsteller regelmäßig als Alugburchen benutz werden, um de Befundberichte einzusammeln. Wenn der DRV das zu lange dauert, sond die durchaus in der Lage, sich selber mit de Ärzten in Verbindung zu setzen. Due 5-Tages-Frist, die die DRV in der Regel setzt, ist sowiesoein Witz, insbesindere auch angesichts der schleppenden Bearbeitung bei der DRV.
 
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