Zweite Sperrzeit bei dem selben Jobangebot

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Lenny69

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Guten Abend, ich habe vor etwa 7 Monaten eine Sperrzeit erhalten weil ich mich auf ein Jobangebot nicht beworben habe und dieses Jobangebot von der selben Firma wurde mir wieder mit Rechtsfolgenbelehrung zugesandt.
Meine Frage: muss ich mich trotzdem darauf bewerben auch wenn ich schon mal eine Sperrzeit deswegen bekommen habe, bzw können die mir wieder eine Sperrzeit rein drücken trotz das es das aller gleiche Arbeitsangebot ist?
 
E

ExUser 1309

Gast
Selbstverständlich können sie das, wenn das Arbeitsangebot nicht nachweislich gegen geltende Gesetze verstößt. Bei einer Ablehnung deinerseits, müsstest du schon sehr gute Gründe vorweisen können.
 

ChinW

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Hallo Lenny,

hattest du die Ablehnung des Jobangebotes begründet oder dich einfach nicht beworben?
Rein theoretisch und nach Gesetz würde man sagen, es ist ein Jobangebot, du hast dich nicht beworben -also Sperrzeit.
Ich weiß aber leider nicht, wie es im ALG I System aussieht, wenn man einfach eine Haltung bekräftigt und lehnt eben das gleiche Jobangebot, aus welchen Gründen auch immer, ab.

Im ALG II und Sanktionssystem geht das nicht so einfach, da eine Sanktion einen erzieherischen Charakter hat und nur einmal mit einer Sanktion für die gleiche Sache belegt werden kann, siehe:
Verwaltungsgericht Bremen, Beschluss vom 06.08.2008 - S8 V 2191/08
Landessozialgericht Hessen, Urteil vom 20.06.2011 - L 7 AS 255/10
Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 12.05.2006 - L 10 B 191/06 AS ER

Mir würde jetzt auf die Schnelle nur das Bundessozialgericht (BSG) mit Urteil vom 3.5.2018, B 11 AL 2/17 R einfallen und dort ging es um drei Vermittlungsvorschläge in kurzer Abfolge und die Agentur für Arbeit wollte dreimal  eine Sperrzeit aussprechen, dies wurde dann vom BSG verneint.

Eine andere Frage, hast du bei der Sperrzeit ALG II beantragt, denn dies wäre möglich, wo es dann eine 30% Sanktion geben würde?

MfG
 
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Sowhat

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Ja habe ich mir auch gerade gedacht. Super attraktiv, wenn noch immer unbesetzt oder schon wieder. Es ist furchtbar was einem da zugemutet wird.
 
G

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Gast
Der gleiche Arbeitgeber und das gleiche Arbeitsangebot?
Dann ist das ungültig wenn du schon mal eine Sperrzeit bekommen hast.
Ist genauso wenn du deinen ehemaligen Arbeitgeber ausschliesst.
Und durch die Sperrzeit hast du diesen Arbeitgeber ebenfalls ausgeschlossen.
 

Lenny69

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Der gleiche Arbeitgeber und das gleiche Arbeitsangebot?
Dann ist das ungültig wenn du schon mal eine Sperrzeit bekommen hast.
Ist genauso wenn du deinen ehemaligen Arbeitgeber ausschliesst.
Und durch die Sperrzeit hast du diesen Arbeitgeber ebenfalls ausgeschlossen.
Ja
So dachte ich mir das nämlich auch

Ja habe ich mir auch gerade gedacht. Super attraktiv, wenn noch immer unbesetzt oder schon wieder. Es ist furchtbar was einem da zugemutet wird.
Bekomme ca. 80% Zeitarbeitsangebote und 20% direkte Angebote und davon sind dann wirklich fast alle Angebote von Firmen bei denen keiner anfangen will bzw. es sich in der Region rum spricht das die nichts taugen.
 

Natrok

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Ziff. 159.1.1.2, Abs. 2 der fachlichen Weisung zu § 159 SGB III:

Bei Ablehnung mehrerer Angebote an einem Tag kann unter Würdigung der Gesamtzahl der unterbreiteten Vermittlungsvorschläge und ihrer Passgenauigkeit für jedes Angebot eine Sperrzeit eintreten. Die wiederholte Ablehnung derselben Arbeitsstelle führt nicht zu mehreren Sperrzeiten.

Wobei hier ist entscheidend, ob es auch wirklich das selbe Angebot ist. Wenn es die selbe Zeitarbeitsfirma ist, aber eine andere Stelle, so handelt es sich um ein anderes Angebot.
 

Lenny69

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Ziff. 159.1.1.2, Abs. 2 der fachlichen Weisung zu § 159 SGB III:

Bei Ablehnung mehrerer Angebote an einem Tag kann unter Würdigung der Gesamtzahl der unterbreiteten Vermittlungsvorschläge und ihrer Passgenauigkeit für jedes Angebot eine Sperrzeit eintreten. Die wiederholte Ablehnung derselben Arbeitsstelle führt nicht zu mehreren Sperrzeiten.

Wobei hier ist entscheidend, ob es auch wirklich das selbe Angebot ist. Wenn es die selbe Zeitarbeitsfirma ist, aber eine andere Stelle, so handelt es sich um ein anderes Angebot.
Das ist ein Angebot von einer direkten Firma mit der selben Berufsbezeichnung.
 
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Buerosklave

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Das Problem mit unterschiedlichen Firmen, die quasi alle die selbe Stelle ausschreiben, dürfte gar nicht so selten vorkommen. Da muss ich nur mal meinen vorletzten Job in einem Callcenter angucken. Da schrieben im Sommer bis zu 8 verschiedene ZAF die selben Jobs aus, sogar der Text wurde oftmals 1:1 übernommen und aufgrund der Tätigkeitsbeschreibung sehr leicht zu erkennen, dass es sich um die gleiche Einsatzfirma handelte. Da konnte es tatsächlich vorkommen, dass man mehrere VV für die gleiche Tätigkeit bei der gleichen Einsatzfirma bekam, nur mit unterschiedlichen Sklavenhändlern...äh...ZAF. Da ZAF aber gerne die Einsatzfirmen entscheiden lassen, wen diese nun haben wollen, ist es ansich sinnlos, sich bei ZAF2-8 noch zu bewerben, wenn man bereits von der Einsatzfirma abgelehnt wurde, als ZAF1 einen dort "vorgestellt" hat. Ich denke, ich würde wohl auch ins grübeln kommen, wie ich wohl reagiere, wenn ich mehrere VV für ZAF mit Einsatz in der gleichen Firma bekomme, obwohl ich dort schon abgelehnt wurde. Eigentlich kann man sich hier nur falsch verhalten: Bewirbt man sich gar nicht=>Sanktion. Bewirbt man sich wie Sauer-Bier ("Muss mich ja bei Ihnen bewerben, auch wenn es sowieso sinnlos ist"), ist das auch ein Sanktionsgrund.
Man versetze sich mal in die Situation der ZAF oder gar der Einsatzfirma, wenn man eine Bewerbung kriegt und sich mitten im Prozess rausstellt, dass man in der Vergangenheit sowieso schon abgelehnt wurde...die kommen sich doch veralbert vor.
 

Buerosklave

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Wenn man sich nicht bewirbt, dann ist das Arbeitsablehnung im Sinne von § 159 Abs. 1 S. 2 Nr.2 SGB III.

Ich habe in der Vergangenheit schon Stellenangebote bekommen, die zwar grob zu meinem Beruf gehörten, bei denen die Qualifizierung aber nicht wirklich zu meiner passte (bin Windows-Admin und sollte einen Job als Linux-Admin beginnen...das ist wie vom Taxi auf einen Sattelschlepper umzusteigen). Ich hab dann meist erstmal bei der Firma angefragt und meine Situation geschildert. Wenn die dann meinten "Dann hat das keinen Sinn!", dann hab ich auch gar nicht erst eine Bewerbung hingeschickt,sondern diese Begründung so als Absagegrund beim Amt angegeben. Ging problemlos. Warum sollte man sich unnötig den Aufwand machen, da erst ´ne Bewerbung zu erstellen und hinzuschicken, wenn man die Chancen schon vorher abchecken kann.
 

Natrok

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Das hängt vom SB ab. Wenn er das nicht akzeptiert, kann eventuell eine Sperrzeit daraus entstehen. Wobei eine Bewerbung hat auch den Nachteil, dass man sich durch eine Bewerbung auch das Recht verwirkt, Mängel in Zusammenhang mit der Konkretisierung des Angebots zur Abwendung der gesetzlichen Folgen der Sperrzeit geltend zu machen (vgl. BSG, Urt. v. 21.07.1981 - 7 RAr 2/80, wolterskluwer, Rn. 22 mwN).
 
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