Zweite Ausbildung! Wohngeld oder ergänzendes ALGII oder ...?

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Catsy

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Hallo,

heute mal eine Frage zu U25:

Meine Tochter (21) beendet demnächst ihre erste Ausbildung (Einzelhandelskauffrau) und macht im Anschluß eine zweite Ausbildung (Tourismuskauffrau). Ausbildungsvertrag hat sie schon.

Derzeitige Wohnsituation:
Sie wohnt seit 3 Jahren mit ihrem Freund in einer gemeinsamen Wohnung. Er besucht aktuell eine Vollzeitschule und macht eine Technikerausbildung (hat auch abgeschlossene Berufsausbildung) und er bezieht Schüler-Bafög.

Für die Wohnung zahlen die beiden:

Kaltmiete 520,-
Nebenkosten 160,- (inkl. Heizung/Wasser mit 86 €)

Beide erhalten Kindergeld.

Wenn meine Tochter nun die neue (zweite!) Ausbildung beginnt, hat sie natürlich eine erheblich geringere
Ausbildungsvergütung als jetzt im 3. Jahr Einzelhandelskauffrau.

Sie bekommt dann die allgemein übliche Vergütung im 1. Jahr in Höhe von 642,- Euro brutto - was rd. 515,- netto ergibt. Dazu das Kindergeld (wird ja auch in der zweiten Ausbildung bis 25 bezahlt).

Die beiden hatten schon einmal Wohngeld beantragt - wurde abgelehnt, weil das Amt der Meinung war, meine Tochter hätte Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) - aber auch das wurde abgelehnt.

So, nun die Frage:

Steht den beiden nun ein Wohngeldanspruch zu (im Schülerbafög sind ja Unterkunftskosten enthalten) - aber meine Tochter zahlt ja hälftig auch die Miete - also für ihren Mietanteil?

Wäre evtl. ansonsten ergänzendes ALGII (also Aufstockung) für die KdU möglich? Wohngeld ist ja m.W. eine vorrangige Leistung - aber wenn das wieder abgelehnt werden "würde" - dann Aufstockung durch ALGII, oder hat sie da erst recht keinen Anspruch?

Die Experten unter euch sind nun gefragt .............. ich habe mich zwar schon mal im Internet "eingelesen" - aber letztendlich ist es anscheinend oft so, dass es ein Amt auf das andere schiebt und keiner so richtig zuständig sein will (siehe Wohngeld - --- BAB ). Man dreht sich irgendwann im Kreis.
Wo sollen und können wir richtig ansetzen?

Vielen lieben Dank für eure Mithilfe .......... wir müssen einfach früh genug anfangen, die Anträge zu stellen - man kennt ja die "Bearbeitungszeit" .........:icon_hihi:
 
P

Pichilemu

Gast
Wohngeld sollte tatsächlich möglich sein in dieser Konstellation. Einfach mal mit dem BAB-Ablehnungsbescheid zum Amt und beantragen.
 

JosefderDritte

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ALGII fällt aus, gemäß § 7 SGB II

.....

(5) Auszubildende, deren Ausbildung im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder der §§ 51, 57 und 58 des Dritten Buches dem Grunde nach förderungsfähig ist, haben über die Leistungen nach § 27 hinaus keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts.
......


Wohngeld müsste sie erhalten, falls sie die Plausibilitätsprüfung schafft:

ein gewisses Einkommen muss vorhanden sein. Richtet sich halt nach den Einzelumständen.
 

Catsy

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ALGII fällt aus, gemäß § 7 SGB II




Wohngeld müsste sie erhalten, falls sie die Plausibilitätsprüfung schafft:

ein gewisses Einkommen muss vorhanden sein. Richtet sich halt nach den Einzelumständen.


Was meinst du mit Plausibilitätsprüfung? Sie hat ja netto ein Einkommen von rd. 515,- Euro plus Ki-Geld.
Ihre anteilige Miethälfte sind rd. 340,- Euro (warm).
Ihr Freund kann ja kein Wohngeld beanspruchen, weil er Bafög erhält und da sind ja schon Unterkunftskosten drin (ist allerdings in seinem Bescheid nicht aufgeschlüsselt).

Also muss sie als Wohngeldempfängerin den Antrag für sich stellen - für ihren Mietanteil. Oder wird da immer die Gesamtmiete herangezogen :confused: ?

Ich möchte halt einfach sicher sein, wenn wir auf's Amt latschen, dass wir wissen, dass sie "dort" an der richtigen Stelle ist und sie uns nicht gleich wieder weiterschicken ..................... wie gesagt, was ich mir so angelesen hatte, daraus geht hervor, dass oftmals von einem zum anderen Amt geschickt wird, keiner ist zuständig und man dreht sich im Kreis ...................... und hat am Ende gar nichts!

Wir brauchen die "richtige Argumentation" - damit wir "standhaft" bleiben können .........
 
P

Pichilemu

Gast
Ich bin kein Wohngeldexperte und seit 2016 hat sich ja da einiges geändert was das ganze nur noch verwirrender macht.

Einige Wohngeldbehörden sind der Meinung, dass jetzt alle Bewohner der Wohnung in einem Boot sitzen, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad. Dann säße der Freund auch mit drin. Der hat übrigens auch einen Wohngeldanspruch, denn im Bafög sind - aus Wohngeldsicht - keine Unterkunftskosten berücksichtigt (der Betrag ist ja gerade bei Schüler-Bafög so mickrig dass man davon nicht leben kann). Vom Wohngeld ausgeschlossen sind zwar Haushalte, die nur aus BAB- oder Bafög-Beziehern bestehen, aber da die Freundin jetzt einen BAB-Ablehnungsbescheid hat kann der ganze Haushalt Wohngeld beziehen.
 
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