• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.
    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc...
    Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.
    (Dieser Hinweiß kann oben rechts, für die Sitzung, ausgeblendet werden)

Zweiklassengesellschaft im Jobcenter

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
E

ExitUser

Gast
hallole,

kleiner exkurs zur denke von SBs und argemitarbeitern.

1990-1994 hat mein mann einen delikaten job erledigt. er überprüfte soldaten der ehem. NVA die eventuell zur bundeswehr übernommen weden sollten auf stasiaktivitäten. er wurde sehr oft fündig. früher konnte und durfte er nicht mit mir darüber reden, heute tut er es.

die motivation, andere aus zu spionieren, zu überwachen oder gar deren existenz zu zerstören ist oftmals dermaßen gering gewesen. "ich wollt einen wartburg, zimlich schnell." eine größere datscha für die tochter, einen reibungsloseren dienstbeförderungsweg, urlaub auf der krim und nicht in ungarn.... den konnt ich eh nicht leiden, der hat so mit seiner 3raum wohnung geprahlt....." von unrechtsbewustsein oft keine spur oder reue. es war eben so, standardspruch.

so sahen viele der geschichten aus, oftmals zogen diese art der ermittlungen auch eine konsequenz hinter sich her. z.B. der komlett verlust der pension, strafverfahren, bußgelder, natürlich wurden solche subjekte auch nicht in den bundeswehrdienst übernommen.

wir waren ja schon oft in eigener angelegenheit oder als beistand mit. mein mann sieht durchaus die parallelen zwischen "seinen stasis" und denen die uns auf der arge gegenübersitzen. er meint dann immer nur: "ich habe gelernt solche subjekte zu erkennen, und entsprechend zu begegnen" und mich hat er auch gelehrt mein gegenüber genaustens einzuschätzen, es ist durchaus hilfreich. auch im umgang mit anderen, die man nicht kennt.

hat schon was feines wenn man eine lüge nach dem zweiten satz als solche erkennt. leider stehen solche "schulungen nicht jedem zur verfügung, aber es erleichtert den umgang ab und zu ungemein, wenn man selbst einen gewissen eigenschutz gegen behördenwillkür bitter nötig hat.

liebe grüße von barbara
 
E

ExitUser

Gast
mein mann sieht durchaus die parallelen zwischen "seinen stasis" und denen die uns auf der arge gegenübersitzen. er meint dann immer nur: "ich habe gelernt solche subjekte zu erkennen, und entsprechend zu begegnen" und mich hat er auch gelehrt mein gegenüber genaustens einzuschätzen, es ist durchaus hilfreich. auch im umgang mit anderen, die man nicht kennt.
Hallo Barbara,

ich glaube, davon könnten viele profitieren. Kann man solche Infos (ich meine, ´wie erkennt man solche Subjekte´?) nicht irgendwie so aufbereiten, dass alle, die es brauchen, was davon haben?

Solche Informationen haben doch alle Hartz-IV-Geschädigten bitter nötig.
 
E

ExitUser

Gast
hallo heinz1,

eine gute idee, wir werden mal versuchen einiges zusammenzustellen, oftmals ist es aber sehr subtil weil sehr individuell, dasselbe bei frage und antwortstellungen, wie man jemand in widersprüche verwickelt. oder einen kleinen aber ungewollten hinweis entlockst.

mir persönlich gefielen immer die gespräche, die der SB abbrach und wir freundlichst weiterschwafeln wollten. ab diesem moment wußten wir immer jetzt erfolgt eine sehr subtile schriftliche reaktion, die so kopflos ist, das man damit garantiert bei RA und SG was erreichen kann. (siehe: ordnungswidrigkeitsverfahren wegen zu spät gemeldetem nebenkostenguthaben).

liebe grüße von barbara
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dez 2007
Beiträge
12.345
Bewertungen
847
Ein sehr einfacher Weg, um dafür einen Anfang zu finden: Höre auf deinen Bauch und schreibe es auf. Ergänze und lies es in regelmäßigen Abständen.

Mario Nette
 

VerBisUser

Elo-User/in

Mitglied seit
18 Sep 2009
Beiträge
227
Bewertungen
1
Nur mal so am Rande: Das SGB II mit dem braunen oder roten Terror gleich zusetzen verhöhnt die Opfer, die gequält, ausgrenzt und getötet wurden - egal ob Juden, Behinderte, Homosexuelle, politisch anders denkende, Sinti/ Roma etc.

Übrigens: Politiker kann jeder werden.
Da braucht mann/frau nicht mal ne Ausbildung.

Sorry, aber das Niveau der Auseinandersetzung dient nicht sicherlich der Verbesserung im Hartz4-Bereich.
 
E

ExitUser

Gast
sorry VerBisUser,

so hat es 1929 auch begonnen, das ist keine verhöhnung, sondern gezielte gegenwehr, in der jeder seine möglichkeiten nutzen soll wenn er sein existenzminimum haben will.

hallole zusammen,

ich überlege mir einen kleinen leitfaden den ich dann hier einstellen werde.
irgendwie hab ich "angst" gelesen.

liebe grüße von barbara
 

alvis123

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 Aug 2009
Beiträge
2.009
Bewertungen
398
Naja ...gleichsetzen wohl (noch) nicht, aber die Anfänge sind gemacht.
Wann soll sich unsereiner wehren, wenn nicht jetzt? Irgendein russischer Staatsmann hatte ja mal gesagt: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Netter Mann; schade dass seine Frau gestorben ist.
MfG
 
E

ExitUser

Gast
Ich möchte an dieser Stelle, weil es schon wieder erschreckend gut passt, einen Artikel des von mir sehr geschätzten Roberto De Lapuente (erschienen am 4. August 09 bei ad sinistram ) einstreuen.

Es lohnt sich in Ruhe zu lesen und nachzudenken.

Im Glaskasten

Gelegentlich komme ich auf Adolf Eichmann zu sprechen. Nämlich meist dann, wenn es um
stupide, nur an Gesetze und Regeln angelehnte Charaktere geht, die sich ihres oft unmenschlichen
und kühlen Handelns damit zu entschuldigen versuchen, alles auf ihre Dienstvorschriften
abzuwälzen, gerade so, als hätten sie keinen eigenen Kopf, der sie des Denkens befähigt, so als
litten sie an einem sozialen Mangel, an einer Art Sozialphobie, die sie zu solch entmenschlichten
Werkzeugen werden läßt. Für diesen gewagten Vergleich wurde ich neulich gerügt. Es sei
übertrieben mit Eichmann gleichsetzen zu wollen. Ich hätte es nicht nötig, mich zu solch
drastischen Vergleichen hinreißen zu lassen. Dazu bezog ich Stellung und werde es nun mit
folgenden Zeilen erneut tun. Zu diesem Zweck werde ich Auszüge der Stellungnahme, die per
elektronischer Post abgegeben wurde, zitieren.

Wer weiß, wie es mit Eichmann seinen Anfang nahm, nämlich nicht damit, Menschen in
Bahnwaggons stecken zu lassen, sie in den Tod zu schicken, sondern sie zu schikanieren, sie
auszuweisen, zum Verlassen des Landes zu drängeln etc., der weiß also auch, wo die eichmännische
Vorstufe beginnt. Aber darum geht es mir nicht. Eichmann und Tibbets, jener unselige Pilot, der die
Atombombe auf Hiroshima abwarf und nachher sein Leben lang verkündete, dies sei richtig
gewesen, stehen für mich als Beispiele des kritiklosen Gehorsams. Wer unbedacht und im Namen
einer angeblich höheren Idee (der Nation beispielsweise) agiert, und zwar so agiert, dabei
Menschen zu Schaden zu bringen, der begibt sich auf Pfade, die jene beiden Herrn im 20.
Jahrhundert furchtlos beschritten haben. Ich habe einmal geschrieben, dass Eichmann und Tibbets
explizite Gestalten des 20. Jahrhunderts sind, denn vormals wäre ein gewissenloses Handeln wie
jenes, kaum denkbar gewesen - der Mut des Neinsagens hatte mit den großen Ideologien und
Nationalideen - oder beides zusammen - aufgehört zu existieren. Ethische Instanzen waren
abgestellt, hatten aufgehört zu wirken, weil man die einzige Moralität in der Ideologie begründet
und verankert wußte - jedenfalls glaubte man das zu wissen.

Ich ängstige mich, dass dieser Typus Mensch, der im 20. Jahrhundert seine Kontur annahm (nicht
umsonst schrieben große Visionäre des 20. Jahrhunderts ihre Dystopien - Huxley und Orwell
beispielsweise), mit ins 21. Jahrhundert rübergeschwappt ist. Wir sollten meinen, dass uns die
Geschichte solche Mahnmäler wie Eichmann und Tibbets dafür gegeben hat, um daraus zu lernen,
um von diesen Kerlen durch deren Negativbeispiel zu erfahren, was Zivilcourage eigentlich heißen
soll, wie wichtig es wäre, Nein zu sagen. Ich ahne aber, dass wir die Eichmänner erst noch erleben
werden. Lassen wir die Krise doch in unseren Gedanken einmal weiterlaufen, Kassen werden leer
sein, Sozialausgaben gekürzt. Ein Blick in die Tageszeitungen ersetzt uns Phantasterei, dort können
wir fein säuberlich, als Berichterstattung getarnt lesen, was uns blühen wird. Ich frage mich dann,
wer aus dem Heer der Büttel aufstehen, wer von denen Nein sagen wird. Sie werden ohne
Hinterfragen Hunger verordnen, Tod austeilen, Siechtum verschenken; sie werden alle ihren Dienst
tun, sie werden auf das Gesetz deuten und ihre Unschuld beteuern, werden darlegen, dass sie so
handeln mußten, werden damit ganz ähnlich wie jener, zum armseligen Hanswursten im Glaskasten.
An dieser Stelle zitiere ich gerne Thoreau, eine Passage aus seiner "Pflicht zum Ungehorsam
gegenüber dem Staat": "Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht; gerade
durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des
Unrechts."

Das ist die Wurzel meines Denkens, meines Schaffens. Ich übertreibe, wenn ich es denn tue, nicht
willentlich; ich denke, dass nicht das fehlende Gesetz uns zu Bestien macht, sondern das
bestehende. In dem Kammerspiel "Ein ganz gewöhnlicher Jude", ein Monolog eines Juden, der sich
an seinem Jüdischsein abarbeitet, findet sich eine Passage, die sinngemäß so lautet: Wenn er - der
Jude - auf ein deutsches Amt geht, dem dortigen Beamten begegnet, der naturgemäß unfreundlich
ist, dann erinnert er sich an jene Zeit, in der er zwar selbst noch gar nicht gelebt habe, an die er sich
dennoch erinnern könne. Es gäbe eben Orte und Zeiten, an und in denen man nie war und trotzdem
könne man sie sofort wiedererkennen. Freilich, beschwichtigt er, es sei ungerecht, den Beamten mit
einem von damals zu vergleichen. Aber es sei eben genauso ungerecht, dass er sich an damalige
Zeiten erinnert fühle, wenn er die Amtsstube aufsuchen müsse. Was uns wiederum an Adorno
erinnern läßt, an seinem Ausspruch, dass es nach Auschwitz nicht mehr möglich wäre, Gedichte zu
schreiben, der verknappt nichts anderes sagen wollte als: nichts kann mehr so betrachtet werden wie
vorher.

Bürokratie gab es vorher, vor dem Dritten Reich auch schon, aber seit jener Zeit bedeutet sie etwas
anderes. Man ist sensibilisiert, nimmt nicht mehr alles so hin, wie man es dem Bittsteller vor die
Füße wirft. Sieht man eine Polizeistreife, die einen Passanten bittet, seine Taschen zu leeren, sich
mit gespreizten Beinen an eine Wand zu lehnen, kann man ähnliche Maßnahmen bürokratischer
Pflichtversessenheit, die damals stattfanden, gar nicht mehr ausblenden. Sie kommen einem
unwillkürlich in den Sinn. Ist das nicht ungerecht? So ungerecht, wie wenn man einem braven
Büttel heute unterstellen würde, er sei eichmännisch inspiriert? Es gibt demnach ein Leben vor
Eichmann und Tibbets, wie es eines danach gibt. Man kann sich unsere heutige Form des
Totalitarismus, der scheinbar ein freiwilliger ist, ein freiheitlicher, nicht mehr ohne Eichmann
vorstellen. Der heutige Totalitarismus ist ein Kind Eichmanns, weil das eichmännische Treiben des
freiheitlich wirkenden Totalitarismus dringend solche Bürokratie-Automaten benötigt, dringender
als eine Diktatur, die Gehorsam mit militärischer Waffengewalt erzwingt.

All diese Hintergründe, die mein Denken rege beeinflussen, müssen berücksichtigt sein, wenn ich
den Eichmann hervorhole. Denn ich könnte genauso gut den Tibbets hervorholen, nur dann würde
man wieder mit Fragen zu ringen haben, wer denn dieser Tibbets eigentlich sei. Und dann gäbe es ja
noch genug solcher Sorte, genug Eichmänner und Tibbets mit anderem Namen. Vielleicht muß ich
es anders erklären: Der Eichmann, der ab und an als Begriff in meinen Texten auftaucht, ist weniger
die historische Person, er ist vielmehr die Inkarnation des kritiklosen Beamtentums, der devoten
Buckelei vor der Macht. Mich interessiert Eichmann selbst wenig, Arendt versuchte über ihn zu
schreiben, aber er war ihr so banal, dass zur Person selbst, nur wenig Interessantes herauskam. Aber
Eichmann als Sinnbild des Paragraphenreiters, des sich in Unschuld waschenden Pflichterfüllers der
Massengesellschaft, muß erlaubt sein - so wie Machiavelli für politische Hinterlist und
Verschlagenheit oder Ludwig XIV. für Dekadenz und Prahlerei oder Wallraff für engagierten
Journalismus (im Schwedischen existiert ja sogar das Wort "wallraffa", das diesen investigativen
Recherchestil bezeichnen soll) stehen.
Arendt fand ja, dass es schockierend war, wie das Böse so banal und stupide vor sich hinbrabbelte.
Sie hatte wohl, wie viele ihrer Zeitgenossen auch, erwartet, dass da ein speicheltropfender Fiesling
säße, der sich pausenlos hämisch die Hände reiben würde, wenn er die Bilder toter Juden sähe.
Dabei war es diesem gefühlskalten Idioten einerlei, ob man ihn mit Bildern toter Menschen, mit
Kadavern und menschlicher Leidenserfahrung traktierte oder mit Fotos von Käsekuchen,
Kastanienbäumen oder Geschirrtücher. All das waren für ihn Gegenstände; Menschen wie Dinge,
alles tote Materie, die er am Schreibtisch sitzend durch Europa hetzte. Es war nur Pflicht! Derart
behandeln sehr viele Beamte und Beamtenähnliche heute auch noch ihre sogenannten Kunden. In
dieser Weise treten auch beispielsweise Bahnschaffner auf, die Kinder aus dem Zug werfen, weil
diese keine Karte gelöst hatten. Sogar die abendliche Dunkelheit konnte den Vorschriftsjünger nicht
zur Menschlichkeit drängen - wir wissen ja, Regeln und so, Vorschriften, man muß ja so handeln,
gibt keine Ausflucht, Vorschrift ist Vorschrift ist Vorschrift.

Immer wenn ich das höre, sehe ich den Glaskasten vor mir. Das geht manchmal so weit, dass ich
selbst bei Familienmitgliedern, die mit diesen flotten Sprüchen ihrer Unschuldsbeteuerung
daherkommen, das blanke Grausen kriege. Ja, da weiß ich dann, der Glaskasten kann uns alle
ereilen. Und je kälter und unmenschlicher diese Gesellschaft wird, desto eher enden wir in einem
solchen Kasten. Dann bleibt den letzten, die sich weigern mitzumarschieren nach stupiden Plan,
nach Regeln und Gesetzen, die Wahl, eine finale Wahl, die diesen Namen gar nicht verdient:
entweder Glaskasten und Einrücken ins Glied der Mitmacher und Jasager - oder Holzkasten und
Abdanken, hinunter ins kalte Grab. Das kalte Grab darf man nervösen Gewissens metaphorisch
nehmen, man muß nicht tot sein, kaltgemacht werden, um kaltgestellt zu sein. Auf irgendeine
geschickte Weise, auf demokratische Legitimität bauend, eine Demokratie eichmännischer
Reglementierter, wird man dafür sorgen, dass das Unangepaßte verschwindet. Nicht mit Gas oder
solchen Schweinereien - das geht heute kultivierter, man hat ja Zeit, man sperrt Bezüge,
verunglimpft, macht einem das Leben widerlich, animiert ihn dazu, sich ein Seil um den Hals zu
legen.

Der Faschismus neuer Prägung hat etwas, was der alte nie hatte: Massenmedien, die scheinbar
unabhängig daherkommen. Massenmedien, die nicht mehr dazu da sind, Eichmänner zu kaschieren,
sondern für sie zu berichten. Es lebe die Pressefreiheit! Bevor wir uns nochmals mißverstehen:
Faschismus! Fasces, das Bündel. Denn darauf läuft es hinaus, auf eine Bündelung jeglichen
Partikularinteresses, -meinungen, -vorhaben, um so zu tun, als gäbe es eine Gesellschaft der
Klassengegensätze nicht, als würden wir alle an einem gemeinsamen Seil ziehen, einem Ziel
entgegen. Dazu muß jeder mitziehen, jeder eigentlich Arbeitsunfähige irgendeinen Rest an
verwertbarer Arbeit tun, jeder Halbblinde auf seinen Blindenstock verzichten, jede arme Sau das
essen, was beim Reichen von der "Tafel" fällt. Und für wen das alles? Für Nation, für unsere
Kinder, für eine bessere Zukunft? Ja, sicherlich, das sagt man, manches kann zufällig sogar
zutreffen - aber "für die Dividende" wäre ehrlicher. Solange wir alle irgendwo mitziehen, gibt es
keine bessere Welt. Wie ich kürzlich ja schrieb: Die Liberalen lehren uns seit Ewigkeiten, dass
liberal zu sein bedeutet, alles so zu belassen wie es ist.

Abschließend: Ich halte es indes für gefährlich, wenn man bei Vergleichen mit der NS-Zeit glaubt,
man müsse da ganz zaghaft zu Werke gehen, um keine Gefühle zu verletzen. Eben nicht! Die
Geschichte gibt uns die Möglichkeit, dieses Extrem heranzuziehen, um die Gegenwart vor einem
Abgleiten in neue Barbareien zu bewahren, wenigstens um sie davor zu warnen. Darüber schrieb
ich auch vor einigen Monaten, wenn ich mich recht entsinne. Es ist nicht unsachlich, den Zeitgeist
bei den Hörnern zu packen, um seine Schnauze ins Geschichtsbuch zu drücken. Es ist notwendig
und sinnvoll. Möge sich ein Soldat, dem ich eichmännische Pflichtversessenheit unterstelle,
verunglimpft fühlen, dann sei das gut so. Dies soll ihn zum Nachdenken anregen, denn drastische
Worte betätigen drastische Denkvorgänge. Ob es zu kühn ist, dort Denkvorgänge zu erhoffen,
möchte ich nicht bewerten. Wer aus Geldgründen in Kriegsgebiet ausschwärmt, wer zu seinem
finanziellen Vorteil Menschen abknallt, bei dem dürfte jede philosophische Schule chancenlos sein.
Was nicht heißt, wie ich kürzlich auch erfahren durfte, als mich ein Soldat anschrieb, dass jeder
Soldat zum Strohkopf verdammt ist.
(Danke an Roberto für die Erlaubnis, den Artikel im Volltext zu posten!)
 

2Sam

Neu hier...
Mitglied seit
10 Sep 2009
Beiträge
232
Bewertungen
55
Nur mal so am Rande: Das SGB II mit dem braunen oder roten Terror gleich zusetzen verhöhnt die Opfer, die gequält, ausgrenzt und getötet wurden - egal ob Juden, Behinderte, Homosexuelle, politisch anders denkende, Sinti/ Roma etc.
Erklär mir den Unterschied.
 

ganzARGeLieb

Elo-User/in

Mitglied seit
13 Jan 2010
Beiträge
76
Bewertungen
0
utschidutschidududu,

ach die tun mir ja sooo leid, die armen PaPs, SBs, Fallmänäger.....:icon_twisted:

liebe grüße von barbara
Barbara, Du freust Dich leider zu früh :-(

Die meisten ARGE-Mitarbeiter sind beim Arbeitsamt angestellt.
Demnächst werden diese vollkommen fremdgesteuert arbeiten.
Es zählt demnächst nur noch ein Handlungsprogramm.
Elo´s, zieht Euch warm an.
Menschlichkeit wird vollkommen hinter Controlling versteckt.
Die Abschaffung der ARGEn wird Menschen in Notlagen teuer zu stehen kommen.
 

ganzARGeLieb

Elo-User/in

Mitglied seit
13 Jan 2010
Beiträge
76
Bewertungen
0
Erklär mir den Unterschied.
Ich bin zwar nicht Verbis, aber einfaches Googeln hilft:
Zu Nazi-Zeiten waren Elo´s asozial und hatten null Rechte.

Heute?
Heute muß sich jeder Geringqualifizierte rechtfertigen, weil er Willens ist, nicht der Bequemlichkeit nachzugeben und auch für weniger Geld zu arbeiten.
Nur mal so nebenbei: In der DDR gabs die Pflicht zur Arbeit.
Wer sich nicht verfügte: §123 - einfach mal informieren.
Rot oder Braun - das Menschenbild der Täterä und der NS-Zeit sind deckungsgleich.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten