Zwei-Klassen-Pfleger – Werkverträge erobern jetzt auch das Gesundheitssystem

wolliohne

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Die gleiche Arbeit und doch deutlich weniger Lohn? Immer mehr Krankenhäuser und soziale Einrichtungen gründen Tochtergesellschaften aus, die per Werkvertrag für sie arbeiten. Der Vorteil: Die Tochtergesellschaften sind nicht tarifgebunden. Neue Mitarbeiter bestimmter Bereiche werden dort eingestellt, zu einem niedrigeren Lohn.
REPORT MAINZ hat Mitarbeiter getroffen, die darunter zu leiden haben. Zum Beispiel eine Pflegehelferin. Sie misst Blutdruck, wäscht Patienten, bringt sie zu Untersuchungen. Jetzt sollte sie einen neuen Arbeitsvertrag in einer Werkvertragstochter der Klinik unterschreiben – zu deutlich schlechteren Bedingungen: Der Stundenlohn sei niedriger, der Urlaub weniger, das Weihnachtsgeld fehle, erzählt sie. Die Tricks, die wir aus der Fleisch- und Automobilbranche kennen, gibt es jetzt auch im Gesundheitswesen.
Quelle: SWR
 

wolliohne

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Bundesagentur für Arbeit wirbt im Ausland für Pflegefachkräfte
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) konzentriert sich bei der Anwerbung ausländischer Gesundheits- und Pflegefachkräfte innerhalb der Europäischen Union auf die vier Hauptzielländer Griechenland, Italien, Portugal und Spanien. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/14716) auf eine Kleine Anfrage (17/14579) der Fraktion Die Linke. Darin heißt es weiter, dass zu den Kriterien, nach denen diese Länder ausgewählt wurden, nicht nur die dortige Arbeitslosenquote sondern auch sogenannte Brain-Drain-Effekte gehörten, also die volkswirtschaftlichen Verluste, die diesen Ländern durch Emigration entstehen. Seit Anfang dieses Jahren habe die BA zudem Absprachen mit den Arbeitsverwaltungen von Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien über die Vermittlung von Pflegefachkräften getroffen. Dieser Vermittlungsprozess werde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt. Auch mit der chinesischen Arbeitsverwaltung habe die BA eine „projektbezogene Vermittlungsabsprache“ über die Beschäftigung von 150 Pflegekräften in der Altenpflege getroffen, heißt es in der Antwort. Die Kritik, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der Abwerbung von Fachkräften für die Herkunftsländer wesentlich höher seien als ihr Nutzen, teilt die Bundesregierung nicht. Denn diese Frage lasse sich nicht pauschal beantworten, so die Regierung. Zum einen lägen für viele Entwicklungsländer keine adäquaten Daten dazu vor. Zum anderen gäbe es aber auch wissenschaftliche Hinweise dafür, „dass die volkswirtschaftlichen Wirkungen von geregelter Migration für die Herkunftsländer durchaus positiv sein können“, schreibt die Bundesregierung.
Quelle 1: Deutscher Bundestag (bildungsklick) Wörtlich heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die Frage nach den Kosten der Abwerbung für die betreffenden Länder:

  1. Stimmt die Bundesregierung der Einschätzung zu, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der Abwerbung von Fachkräften für die Herkunftsländer wesentlich höher sind als ihr Nutzen? Wenn nein, warum nicht?
    Die Bundesregierung stimmt dieser Einschätzung nicht zu, da sich diese Frage nicht pauschal beantworten lässt. Es müssen vielfältige Faktoren bei der Berechnung der volkswirtschaftlichen Kosten berücksichtigt werden, für die in vielen Entwicklungsländern derzeit keine adäquaten Daten vorliegen. In der jüngeren wissenschaftlichen Debatte wird häufig darauf hingewiesen, dass die volkswirtschaftlichen Wirkungen von geregelter Migration für die Herkunftsländer durchaus positiv sein können.
  2. Wie schätzt die Bundesregierung die Gefahr ein, dass die Entwicklungsländer durch den Verlust ihrer ausgebildeten Fachkräfte in ihrer Entwicklung gebremst werden?
    Wie in der Antwort zu Frage 6 beschrieben, ist die Gefahr des sog. Brain Drain unterschiedlich hoch, je nachdem wie die diesbezüglichen Faktoren gelagert sind. Mitunter stellt die Abwanderung von Fachkräften eben keine Gefahr, sondern sogar eine Chance für die Entwicklung der Herkunftsländer dar, wie etwa die Wissenschaftler William Easterley und Yaw Nyarko in einer Studie aus dem Jahr 2008 festgestellt haben (Easterly, William; Nyarko, Yaw [2008]: Is the Brain Drain good for Africa? Global Economy & Development Working Paper 19, March 2008). Entwicklungspolitisches Augenmerk sollte sich daher darauf richten, die Rahmenbedingungen für Migration so zu gestalten, dass die Herkunfts- und Aufnahmeländer sowie die Migranten selbst davon profitieren.
Quelle 2: Deutscher Bundestag [PDF - 130 KB]
 

Babbelfisch

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Hat bei uns die Uni-Klinik (also der Freistaat Bayern) schon vor Jahren gemacht - eine Tochtergesellschaft ausgegliedert, die Zeitarbeitsverträge ermöglichen. Die Folge: Auf einer Station erledigen ausbildungsmäßig gleichwertige Menschen die gleiche Arbeit zu total unterschiedlichen Konditionen. Ist schon eine echte Sauerei!!
 
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ExitUser

Gast
das sind die selber schuld kein mitleid mit denen
warum auch

wer so einen Arbeitsvertrag bzw änderrungsvertrag unterschreibt und akzeptiert hat es nicht anders verdiehnt

durch solche leute haben wir werkverträge
würden diese unternehmen kein persohnal mehr finden weil die Arbeitnehmer sowas nicht akzeptieren und nicht unterschreiben und dagegen eher vorgehn dann hätte Deutschland nicht das Problem der Zeitarbeit und neu werkverträge

solang es immerwieder elos und Arbeitnehmer gibt
die das akzeptieren wird sich die lage verschlimmern und zwar in allen bereichen
 

hartaber4

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