Zwangsverrentung - Arbeitsunfähigkeit

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Phobiker

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Hallo zusammen ich bin auf der Suche nach Antworten im Internet auf dieses Forum gestoßen und hoffe, dass mir eventuell Andere bei meinen Fragen helfen können. :smile:

Zuerst einmal zu mir:

Ich bin 30 Jahre jung und leide seit nunmehr knapp 5 Jahren an einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Panikattacken. (ADHS käme da auch noch bei aber das ist eher Nebensache...)

Ich habe mit 19 mein Fachabitur abgeschlossen und danach eine Lehre als Industriekaufmann gemacht, die ich ebenfalls erfolgreich abgeschlossen habe. Danach habe ich 1 Jahr in diesem Beruf gearbeitet aber das war mir etwas langweilig daher habe ich ein Studium begonnen.

Im Verlauf dieses Studiums erkrankte Ich leider im 4ten Semester kurz vor Weihnachten schwer und musste ins Krankenhaus. Auf Grund dort leider erfolgter falscher Behandlung entwickelte Ich dann nach mehreren Monaten die oben genannte Belastungsstörung, die mich im Alltag nun doch sehr einschränkt.

Mein Studium musste ich, trotz nicht schlechter Noten, abbrechen, da Ich schlichtweg nicht in der Lage war die Vorlesungen zu besuchen. Nach einer gewissen Zeit der Suche, was Ich denn nun stattdessen tun könnte fand ich dann einen neuen Berufszweig, den Ich gern fortführen würde. Namentlich des Fachinformatikers.

Ich fand hier auch einen Ausbildungsplatz und begann meine Ausbildung. Allerdings konnte Ich diese Ausbildung (Im Gegensatz zu meiner Ersten) nicht erfolgreich weiter führen und dementsprechend auch nicht beenden, da ich es momentan schlicht nicht schaffe 5 Tage die Woche 8 Stunden zu arbeiten...meine Kräfte sind in jeder Hinsicht erschöpft.


Nach Beratung mit meinem Arbeitgeber, der IHK und dem Integrationsfachdienst (Ich bin auf Grund meiner Krankheit schwerbehindert) kam die Möglichkeit auf, die Ausbildung in Teilzeit fortführen zu können. Dies würde Ich auch gerne tun nur kam Anfang dieses Monats ein Schreiben meiner Krankenkasse, bei dem Ich schlicht unsicher bin was mich nun erwartet.

Der Brief beginnt damit, dass man mich bittet eine "Rehabilitationsmaßnahme im Zusammenhang mit ihrer Arbeitsunfähigkeit" zu absolvieren. So weit so gut dagegen hätte Ich nichts, im Gegenteil würde ich mich darüber freuen, wenn es mir dann hilft die Ausbildung in Teilzeit erfolgreich abzuschließen.

Allerdings verunsichert mich ein Teil des Schreibens.
Dort steht nämlich dass
Wenn eine erfolgreiche Rehabilitation nicht zu erwarten ist, oder wenn eine Maßnahme zur Rehabilitation die verminderte Erwerbsfähigkeit nicht verhindert hat, gilt der Antrag auf Rehabilitationsmaßnahmen als Antrag auf Rente (§ 116 SGB VI).

Was hat das nun für mich zu bedeuten?

Ich will nicht in (Früh-)Rente...ich habe ja die letzten Jahre nicht einmal wirklich gearbeitet sondern eben nur studiert bis zu meiner Krankheit. (Und eben der jetzt begonnenen, dann abgebrochenen Ausbildung um diese in Teilzeit dieses Jahr erneut beginnen zu können)
Wirklich "gearbeitet" habe ich Vollzeit nur 1 Jahr....was erwartet mich da an "Rente" und muss Ich das wirklich...? :confused:

Ich wäre für jede Antwort dankbar und entschuldige mich für den Textwall.... :smile:


Grüße vom Phobiker :wink:
 
G

Gast1

Gast
Hi Phobiker,

für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente müssen 2 Bedingungen erfüllt sein:

a) Die medizinischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass heißt, die Rentenversicherung stellt fest, dass der Betroffene mindestens unter 6 h pro Tag erwerbsfähig ist

b) Vor Antragstellung hat der Betroffene innerhalb der letzten 5 Jahre mindestens 3 Jahre lang Rentenversicherungsbeiträge an die Rentenversicherung gezahlt.

Du solltest deswegen prüfen, ob Du b) erfüllst. Du scheinst b) aber nicht zu erfüllen, wenn Du schreibst, dass Du bisher nur 1 Jahr in Vollzeit gearbeitet hast. Vielleicht hattest Du aber noch andere sozialversicherungspflichtige Jobs in den letzten 5 Jahren.

Erfüllst Du b), rechnet die Rentenversicherung Dein bisher erzieltes Einkommen hoch, und zwar so, als ob Du unter Berücksichtigung Deines bisherigen Verdienstes bis zum 62. Lebensjahr mit dem gleichen Einkommen weitergearbeitet hättest. Das Gesamtergebnis dieser Hochrechnung nimmt die Rentenversicherung als Grundlage für die Berechnung der Höhe Deiner Erwerbsminderungsrente.

Falls Du b) nicht erfüllst, aber die Rentenversicherung kommt zu dem Ergebnis, dass Du a) erfüllst, würdest Du entweder Leistungen vom Jobcenter (Hartz IV) oder vom Sozialamt (Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung) erhalten. Von beiden Ämtern würdest Du grob gesagt die gleiche Höhe an Geldleistungen erhalten (Mietkosten + Regelsatz + eventuelle Mehrbedarfe).

Bei einer Erwerbsfähigkeit von unter 3 h wäre das Sozialamt zuständig.

Bei einer Erwerbsfähigkeit von 3 bis unter 6 h wäre das Jobcenter zuständig.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo Phobiker!

Teilzeit ist wirklich eine gute Lösung. Dazu kannst du dann aufstockendes Alg-II bekommen und man lässt dich dann auch in Ruhe beim JC.

Mit dem Hintergedanken würde ich in die Reha gehen. Sobald du die Ausbildung wieder aufnimmst, ist die Krankenkasse ja außen vor.

Wenn es wirklich auf einen Rentenantrag hinausläuft setze auf 3 -6 Stunden. Ich habe bisher darauf verzichtet, weil mein Rentenanspruch viel zu gering ist und ich trotz EM-Rente weiter beim JC aufstocken müsste. Das dürfte bei dir noch arger sein, weil du noch weniger Ansprüche hast.

Lass dich jetzt erstmal auf die Reha ein und suche dir eine gute Klinik aus.
 

Phobiker

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Hallo schlaraffenland und en Jordi und Danke schonmal für eure Antworten. :smile:

Du solltest deswegen prüfen, ob Du b) erfüllst. Du scheinst b) aber nicht zu erfüllen, wenn Du schreibst, dass Du bisher nur 1 Jahr in Vollzeit gearbeitet hast. Vielleicht hattest Du aber noch andere sozialversicherungspflichtige Jobs in den letzten 5 Jahren.
Nein b) erfülle Ich wohl wirklich nicht. Ich hatte zwar ein paar Studentenjobs aber die bewegten sich im Raum um die 400€ also nicht relevant.

Außerdem ist dies inzwischen auch bereits 5 Jahre her, da dort leider meine Erkrankung begann... :icon_sad:

Die Ausbildung wäre wohl sozialversicherungspflichtig aber da komme Ich leider nicht auf 3 Jahre...sonst wäre ich ja schon fertig...(wäre mir auch lieber als dieser ganze, Entschuldigung, exkrement)

Falls Du b) nicht erfüllst, aber die Rentenversicherung kommt zu dem Ergebnis, dass Du a) erfüllst, würdest Du entweder Leistungen vom Jobcenter (Hartz IV) oder vom Sozialamt (Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung) erhalten. Von beiden Ämtern würdest Du grob gesagt die gleiche Höhe an Geldleistungen erhalten (Mietkosten + Regelsatz + eventuelle Mehrbedarfe).
Die Bedingung unter a) würde Ich wohl erfüllen denn eine Bedingung dafür, dass ich überhaupt eine Ausbildung in Teilzeit machen kann ist ein ärztliches Gutachten, das mir bescheinigt momentan schlichtweg nicht vollzeit arbeitsfähig zu sein.
Wie ist dies dann aber in Verbindung mit Hartz4 geregelt?

Darf man, wenn man in Hartz4 ist, überhaupt eine Ausbildung machen...?
Ich nehme sowieso an, dass ich kein Hartz4 ausbezahlt bekommen würde, da ich 50% meines Elternhauses besitze....



Teilzeit ist wirklich eine gute Lösung. Dazu kannst du dann aufstockendes Alg-II bekommen und man lässt dich dann auch in Ruhe beim JC.
Ist die Aufstockung denn auch bei einer Ausbildung möglich?
Und wie wäre es da mit dem, oben erwähnten, Hausbesitz...?

Die Teilzeit fand ich auch eine gute Lösung, meine Ärztin hatte mir dies vorgeschlagen, allerdings wusste Sie nicht, wie dies bei Auszubildenden funktioniert weswegen ich nun seit fast 6 Monaten von Amt zu Amt renne.....was für mich unheimlich schwer ist und dementsprechend auch noch mehr verzögert...

Die Ausbildung wäre für mich eben auch eine Chance, da der Beruf auch sehr gut im Homeoffice getätigt werden kann im Gegensatz zu meinem vorherigen Ausbildungsberuf. Ich also wenigsten auch Hoffnung für die Zukunft hätte hier wieder ein Einkommen zu generieren...

Lass dich jetzt erstmal auf die Reha ein und suche dir eine gute Klinik aus.
Danke das werde Ich auf jeden Fall machen. Unabhängig davon was sonst noch so passiert.
Mein größtes Problem dabei ist nur eine Klinik zu finden die Einzelzimmer ohne Aufpreis anbietet...denn so blöd es klingt aber wenn ich nichtmal einen normalen Tag mit Arbeitskollegen schaffe werde Ich einige Wochen mit einem fremden Menschen in einem Zimmer auch nicht ohne Folgen überstehen...und 65€ pro Tag für ein Einzelzimmer in einer Klinik kann ich mir schlichtweg nicht leisten....das klingt jetzt irgendwie sehr hochnäsig ist aber von mir nicht wirklich so gemeint ich bin sonst recht umgänglich und offen...aber wenn man dauernd Angst hat vor dem Umgang mit anderen Menschen ist das praktisch eine Horrorvorstellung für mich.
 
Zuletzt bearbeitet:

AndreasB

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Die Ausbildung wäre wohl sozialversicherungspflichtig aber da komme Ich leider nicht auf 3 Jahre...sonst wäre ich ja schon fertig...(wäre mir auch lieber als dieser ganze, Entschuldigung, exkrement)
Es gibt die Möglichkeit der vorzeitigen Wartezeiterfüllung innerhalb von 6 Jahren nach Abschluss einer Ausbildung, in dem Fall reichen 12 Beitragsmonate. Außerdem ist es möglich, dass die DRV den Versicherungsfall auf den Beginn der Erkrankung legt.

Deswegen kann man an Hand der Angaben nicht ausschließen, dass die versicherungstechnischen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente vorliegen.
 
G

Gast1

Gast
Phobiker meinte:
Die Bedingung unter a) würde Ich wohl erfüllen denn eine Bedingung dafür, dass ich überhaupt eine Ausbildung in Teilzeit machen kann ist ein ärztliches Gutachten, das mir bescheinigt momentan schlichtweg nicht vollzeit arbeitsfähig zu sein.

Ein ärztliches Gutachten reicht dem Jobcenter und dem Sozialamt in der Regel nicht, damit es eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit feststellt. Die oberste Behörde, die Erwerbsunfähigkeiten feststellt, ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Stellt die DRV eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit (unter 3 h oder 3 bis unter 6 h täglich) fest, ist diese Entscheidung bindend für das Jobcenter und das Sozialamt.

Phobiker meinte:
Darf man, wenn man in Hartz4 ist, überhaupt eine Ausbildung machen...? [...] Ist die Aufstockung denn auch bei einer Ausbildung möglich?

Um ALG II beziehen zu können, muss eine Erwerbsfähigkeit von mindestens drei Stunden täglich gegeben sein, siehe § 8 SGB II.

Lies Dir mal § 27 SGB II ("Leistungen für Auszubildende") durch. Da in diesem § viele andere §§ genannt werden (alle Bestandteil des SGB II), hier der Link zum Nachlesen dieser §§ im SGB II:

SGB 2 - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Das SGB II ist das SGB, das hauptsächlich die Durchführung der Leistungsgewährung von Arbeitslosengeld II regelt.

Phobiker meinte:
Ich nehme sowieso an, dass ich kein Hartz4 ausbezahlt bekommen würde, da ich 50% meines Elternhauses besitze....

Das kann ich Dir nicht beantworten, da kenne ich mich nicht ausreichend gut mit aus.
 
E

ExitUser

Gast
Immobilien sind geschützt, wenn sie angemessen sind und vom Leistungsberechtigten selbst bewohnt werden, möglicherweise auch wenn eine Veräußerung eine unbillige Härte bedeuten würde.
 

Phobiker

Elo-User*in
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Es gibt die Möglichkeit der vorzeitigen Wartezeiterfüllung innerhalb von 6 Jahren nach Abschluss einer Ausbildung, in dem Fall reichen 12 Beitragsmonate. Außerdem ist es möglich, dass die DRV den Versicherungsfall auf den Beginn der Erkrankung legt.
Das wäre natürlich interessant, dann würde auch meine erste Ausbildung darunter fallen...müsste ich mal nachfragen Danke für den Tipp. (Du hast dazu nicht zufällig auch einen Paragraphen den ich nachschauen könnte?) :smile:


Ein ärztliches Gutachten reicht dem Jobcenter und dem Sozialamt in der Regel nicht, damit es eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit feststellt.
Na ja die verminderte Erwerbstätigkeit ist ja Grundlage für die Teillzeitausbildung, die ja auch das OK des Arbeitsamtes bekommen muss.

Wäre es da nicht widersinnig, wenn man mir die Teilzeitausbildung genehmigt aber die gleiche Stelle dann die verminderte Erwerbstätigkeit verneint?


Das SGB II ist das SGB, das hauptsächlich die Durchführung der Leistungsgewährung von Arbeitslosengeld II regelt.
Danke für die Paragraphen ich werde Sie mir gleich mal durchschauen und hoffe dass Ich die auch verstehe. :bigsmile:

Immobilien sind geschützt, wenn sie angemessen sind und vom Leistungsberechtigten selbst bewohnt werden, möglicherweise auch wenn eine Veräußerung eine unbillige Härte bedeuten würde.
Bewohnt wird die Immobilie von mir, ja. Dann würde ich mal hoffen, dass das Haus noch darunter fällt....ich schaue einfach mal. :smile:

Und noch ein Danke an @Amidala für die private Nachricht bezüglich meines Klinikproblems. Ich kann leider vom Forensystem her noch nicht auf private Nachrichten antworten (muss noch ein paar Beiträge sammeln) deswegen stelle Ich es einfach mal hier in den Thread und hoffe dass es ankommt. :bigsmile:
 

AndreasB

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Du hast dazu nicht zufällig auch einen Paragraphen den ich nachschauen könnte?
§ 53 SGB VI
(2) Die allgemeine Wartezeit ist auch vorzeitig erfüllt, wenn Versicherte vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden oder gestorben sind und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben. Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung oder des Todes verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres bis zu sieben Jahren.
Wie schon geschrieben, es hängt dann noch davon ab, welchen Zeitpunkt die DRV als Eintritt des Versicherungsfalls bestimmt ...
 
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