Zwangskündigung des Minijobs für MAP Stelle rechtens???

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Partysepp

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Hallo,
ich hoffe dass sich in diesem Bereich jemand auskennt und mir weiterhelfen kann, da ich nirgends etwas wirklich zutreffendes zu diesem Thema finde.
Der Fall:
Als vor einigen Jahren mein Sohn zu mir zog (ich bin geschieden und er wohnte vorher bei seiner Mutter) musste ich leider meinen Job aufgeben.
Ich beziehe derzeit Leistungen nach dem SGB II und übe seit ca. 8 Monaten einen Minijob (320.-Euro mtl.) aus um nicht nur faul zu Hause zu sitzen. Die Sachbearbeiterin der Arbeitsvermittlung möchte mich nun in eine sogenannte MAP - Stelle stecken. Somit wäre ich dann, wie Sie sagt, für die Dauer eines Jahres nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen.
Dazu müsste ich aber diesen Minijob kündigen, da dies lt. dieser Sachbearbeiterin auch keine Arbeit ist. Eine befristete MAP Stelle, bei der ich nach 1 Jahr wieder auf der Strasse stehe ist für diese Frau scheinbar das absolute Highlight. Im Grunde genommen verschieben sich nur die für die Zahlung zuständigen Stellen...
Da mir dieser Job aber sehr viel Spass macht und ich längerfristig gesehen unter Umständen eine Festanstellung bekomme, möchte ich dies nicht. Neben dem Minijob versuche ich auch weiterhin eine Festanstellung in einer Firma zu bekommen, was aber durch mein Alter (45) und einiger gesundheitlicher Probleme erschwert wird.
Meine Frage lautet nun, ob ich allen Ernstes dazu gezwungen werden kann diesen Minijob zu kündigen, damit ich diese MAP - Stelle antreten kann.
Für Eure Antworten bedanke ich mich schon mal....
 

Martin Behrsing

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Leider ist es so, dass Du beim Bezug von ALG II verpflichtet bist alle Mittel ein zusetzen, um die Hilfebedürftigkeit zu beenden. Ein Jahr keine Leistungen zu beziehen meint eben dieses. Den Behörden geht es nicht um Perspektiven, sondern nur darum, dass sie nicht bezahlen müssen.
Allerdings musst Du ja bei dem Minijob die gesetzliche kündigungfrist von einem Monat einhalten. Kannst ja mal schauen, ob dann die Stelle noch vorhanden ist, wenn du erst frühesten zum 01.04. anfangen könntest.
 

Arwen

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Hallo

Das sehe ich anders als Martin. Ich lege den Schwerpunkt auf langfristig (wäre für mich gleichbeddeutend mit "mehr als ein Jahr" raus aus der Erwerbslosigkeit) bzw. dauerhaft und das ist hier nicht gegeben.

1. Zumutbarkeit

(1) Die Beurteilung der Zumutbarkeit ist auf die konkrete Beschäftigungsmöglichkeit
im Einzelfall abzustellen. Nach dem Grundsatz
des Forderns und Förderns ist zu prüfen, durch welche Maßnahmen
der erwerbsfähige Hilfebedürftige wenigstens teilweise unabhängig
von Hilfen zum Lebensunterhalt nach diesem Gesetz werden kann.
Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit sind Gründe, die in der Sphäre
oder im Verantwortungsbereich des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
liegen, durch diesen nachzuweisen.

Solange der erwerbsfähige Hilfebedürftige Leistungen nach diesem
Buch bezieht, ist ein Wechsel der Arbeitsstelle zumutbar, wenn damit
die Hilfebedürftigkeit nach SGB II längerfristig verringert oder
beendet wird.
Die Aufgabe einer geringfügigen Beschäftigung wegen
der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
ist in der Regel zumutbar.
https://www.arbeitsagentur.de/zentr...f/GesetzestextAend-10-SGB-II-Zumutbarkeit.pdf

Und ich wette, Du wärest nicht für die Dauer eines Jahres, sondern für ziemlich genau 11 Monate aus dem Alg-II-Bezug heraus, damit kein Anspruch auf Alg I entsteht.

Ich habe selbst seit Jahren einen Minijob und ich würde mich mit allen Mitteln wehren, wenn ich genötigt werden sollte, ihn für solche Stellen (Statistikbereinigung) oder irgendwelche sinnlosen Maßnahmen zu kündigen, die mich zuletzt doch wieder auf der Straße stehen lassen. Das sehe ich genauso wie Du.
Auch wenn eine Kündigung zumutbar ist, wie es oben heißt, kann Dich niemand zwingen!

Könnte man die beiden Jobs evtl. zeitlich verbinden?
Was sollst Du bei der MAP-Stelle genau machen?

Hier noch ein Link:
Minijob gegen 1 Euro-Job


Gruß
Arwen
 

münchnerkindl

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Die Sachbearbeiterin der Arbeitsvermittlung möchte mich nun in eine sogenannte MAP - Stelle stecken. Somit wäre ich dann, wie Sie sagt, für die Dauer eines Jahres nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen..

Also wenn es sich um eine MAE Stelle, also einen Ein Euro Job handelt dann wärst Du genauso bedürftig wie vorher weil das ALG 2 in der Zeit ganz normal weiterläuft.

Und für SO eine Stelle musst Du die geringfügige Beschäftigung auch nicht aufgeben, da dies Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ist und Arbeit auf dem ersten Arbietsmarkt immer Vorrang hat zu Beschäftigungsprogrammen wie MAE die die Bedürftigkeit nicht verringern.
 

Arwen

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Es wird wohl eher so etwas wie eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsgelegenheit sein.

Abwarten würde ich sagen.
 
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