"Zwangsjob" vs. Wunschjob /Sanktionen/Hilfe!

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Mirabell

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Ich habe Mitte Juni, nachdem das AA massiv Druck ausübte eine Teilzeitstelle in einem Callcenter, welches Finanzienstleistungen verkauft, angenommen. Hier wird auf Provision telefoniert und allein bei dem Gedanken, nicht sicher sein zu können, ob ich meine "Brötchen" zusammen bekommen, wird mir übel. Das Grundgehalt ohne Provision ist um ein vielfaches niedriger als mein ALG. Sollte ich keie PROVision erhalten, wäre ich ruckzuck zahlungsunfähig. Ich habe schon einmal einen solchen Job abgelehnt, bei der alten Sachbearbeiterin. Die zeigte dafür Verständnis. Der neuen Sachbearbeiterin, bei der ich um Erlaubnis zum Probearbeiten gebeten hatte (was ein Drama!), nicht. Ich musste ihr Rückmeldung geben, ob die FA mich will und konnte sie ja schlecht anlügen. (Die EV habe ich unterschrieben; hatte bis dato eine sehr nette Sachbearbeiterin, die genau uste, dass ich nicht in einem Callcenter arbeiten will. Die Sachbearbeiterin wechelte, die neue ist wenig verständnisvoll, sie zahle und solange ich Leistungen bekomme, habe ich jeden Job anzunehmen). Der Vertrag in dem Callcenter wurde mir nicht ausgehändigt, ich müsse am Tag der Einstellung unterschreiben. Spätestens da hatte ich ein schlechtes Bauchgefühl, da war kurze Zeit nach der Zusage. Anfangen soll ich dort heute, 02.07.12.

Ende Juni bekam ich einen Anruf einer anderern Arbeitsstelle. Dort war ich zu mehreren langen Bewerbungsgesrächen und hatte die Hoffnung auf die Stelle fast verloren, da sich der Berwerbungsprozess so lange hingezogen hat. Jetzt ist es aber so, dass die Chefin mich gerne hätte für ihr Team und ich ebenfalls Feuer und Flamme bin. Das Aber: Für die endgültige Einstellung zum 01.08.12 ist noch das dito der Vorgesetzen der Chefin erforderlich. Das Gespräch dazu findet Ende Juli statt und kann nicht vorverlegt werden. Die zukünftige Chefin erwähnte aber mehfach, dass sie und ihre Chefin die selbe Sprache sprechen und es da keine Probleme gäbe. Ein Versprechen könne sie natürlich nicht aussprechen. Sie bot sogar an, sich mit der neuen Sachbearbeiterin auseinanderzusetzen.

Als ich dies der SB mitteilte reagierte diese unwirsch, solle ich halt heute bei dem ersten Unternehmen anfangen und dann einfach kündigen, das wäre ja nicht ihre Sache. Die Anmerkung, dass ich das menschlich unterrdisch finde, war egal. Die Bemerkung, dass ich bei dem Job, den ich gern machen möchte ein gutes sicheres Festgehalt bekomme, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, ein nettes Team, Urlaubsgeld, geistige Forderung, etc. schied ihres Erachtens auch aus, denn hier wäre nichts sicher, bevor sie nicht den Arbeitsvertrag sehen würde. Den kann ich aber ja nun nicht vorweisen.

Nach einer langen, zähen Diskussion forderte sie mich auf, ihr heute er Mail eine Willenserklärung zu schicken, dass ich sicher bin, den zweiten Job zu bekommen und daher auf den Job im Provisionscallcenter verzichte. Ich müse ausführlich auf alle Punkte eingehen, warum der zweite Job besser passen würde. Dann würde ich noch bis Arbeitsantritt, also einen Monat lang ALG bekommen, wenn sie das wolle. Würde ich dann nicht eingestellt, wäre dies meine Verantortung, Leistungen würde ich dann keine mehr erhalten bzw. es gäbe Sanktionen etc. Da ich nur noch bis Ende Oktober ALG bekomme, wären es also fast 3 Monate ohne Geld?! Können die mir also tatsächlich, sollte ich den Job wirklich nicht bekommen, alle Leistungen streichen??
 

Mirabell

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Nein, ich mache keine Cold Calls. Die Menschen, die angerufen werden, haben zuvor bei einer Umfrage zu Ihrer groben Finanzsituation teilgenommen, ebenfalls von dieser FA druchgeführt. Woher die Daten dazu kommen, keine Ahnung. Von mir würden diese dann angerufen werden, um das erste Gespräch in Erinnerung zu rufen, einen Beratungstermin zu Hause auszumachen und die finanzielle Lage genau aufzunehmen (es kommen nur Arbeitsnehmer mit einer gewissen Steuerlast in Betracht), um passede Leistungen anzubieten. Wenn dieser Termin erfolgreich verläuft und die Interessenten zu einem zweiten Termin ins Haus kommen und den Vertrag unterschreiben, erhalte ich eine Provision. Beim Probearbeiten habe ich mal dezent gefragt, wie häufig das vorkommt. Bei vielen der Studenten die sich dort ein Zubrot verdienen, ist dem alle paar Monate einmal der Fall.
 

Mirabell

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Da ich nebenbei (daher Teilzeit) eine Aubildung (nicht gefördert) in einem Heilberuf mache, wird übrigens immer dahingehend verwiesen, dass ich mich mal nicht so anstellen solle, ich würde den Job ja nicht für ewig machen, andere müssten das ihr ganzes Leben lang machen etc. :(
 
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Vorab das grundsätzliche Problem: es kommt bei der Zumutbarkeit eines Stellenangebotes auf bestimmte formale Aspekte an und nicht darauf, ob diese Stelle dir besser oder schlechter "passen" würde.

Die formalen Voraussetzung in § 140 SGB III solltest du aber genau prüfen. Die Kriterien liegen hier ziemlich klar fest und sind auch von der SBin nicht zu interpretieren. Hier käme wegen der unsicheren Provisionszahlungen beispielsweise Unzumutbarkeit in finanzieller Hinsicht möglicherweise in Betracht.

Genauso könnte die erste Stelle unzumutbar sein, wenn die Ausübung der Tätigkeit gegen Gesetze oder die "guten Sitten" verstoßen würde.

Nebenbei: ob tatsächlich ein ausdrückliches vorheriges Einverständnis zu einem Anruf der Firma vorliegt oder die Einverständniserklärung den Anzurufenden nicht irgendwie heimlich "untergeschoben" wurde, ist erfahrungsgemäß eine offene Frage.

Die erste Stelle solltest du nur ablehnen beziehungsweise nicht antreten, wenn du einen solchen guten Grund findest. Ansonsten bleibt dir nur die Möglichkeit, den Arbeitsvertrag für die zweite Stelle zu unterschreiben (wenn du diesen bekommst) und dann die erste Stelle innerhalb der Probezeit zu kündigen, was vermutlich kurzfristig möglich sein wird. Mit mehr oder weniger unverbindlichen und von bestimmten Bedingungen abhängigen Aussagen der SBin würde ich sehr vorsichtig umgehen.

Nachtrag: wenn das Grundgehalt tatsächlich niedriger als das ALG sein sollte, dürfte meiner Auffassung nach auf jeden Fall Unzumutbarkeit im Sinne von § 140 Abs. 3 SGB III (finanzielle Gründe) vorliegen, so daß dieses Stellenangebot abgelehnt werden kann. Unsichere Provisionszahlungen oder sonstige erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile kann man für den Vergleich nicht einrechnen. Du solltest dich darauf berufen und nicht darauf, daß die Stelle "nicht passen" würde.
 

Rosarot

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Nein, ich mache keine Cold Calls. Die Menschen, die angerufen werden, haben zuvor bei einer Umfrage zu Ihrer groben Finanzsituation teilgenommen, ebenfalls von dieser FA druchgeführt. Woher die Daten dazu kommen, keine Ahnung. Von mir würden diese dann angerufen werden, um das erste Gespräch in Erinnerung zu rufen, einen Beratungstermin zu Hause auszumachen und die finanzielle Lage genau aufzunehmen (es kommen nur Arbeitsnehmer mit einer gewissen Steuerlast in Betracht), um passede Leistungen anzubieten. Wenn dieser Termin erfolgreich verläuft und die Interessenten zu einem zweiten Termin ins Haus kommen und den Vertrag unterschreiben, erhalte ich eine Provision. Beim Probearbeiten habe ich mal dezent gefragt, wie häufig das vorkommt. Bei vielen der Studenten die sich dort ein Zubrot verdienen, ist dem alle paar Monate einmal der Fall.
Na toll, ein mehr als fragwürdiges Konzept, zumal auch noch deine Provision davon abhängig ist, wie geschickt der Außendienstler ist, den Leuten etwas aufzuquatschen. Und kontrollieren kannst du obendrein auch nicht wirklich, was dir zusteht.
Dass die angerufenen Menschen zuvor bei irgendeiner Umfrage mitgemacht haben, heißt noch lange nicht, dass man sie so einfach anrufen darf.
Ich musste auch mal so einen "schmutzigen" Job machen. Nie wieder! Und schon gar nicht in der Finanzdienstleistungsbranche. Zum Glück konnte ich mich damals schnell daraus befreien, weil ich etwas Besseres gefunden hatte...
 

Mirabell

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Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, die mir erheblich geholfen haben! Ich verdiene bei dem angesprochenen Job, das vergas ich ganz zu erwähnen, ohne Provision knapp 100,- Euro weniger als ich Arbeitslosengeld erhalte (was bei einer Teilzeitstelle echt etwas ausmacht)...

Ich habe meiner SB jetzt eine sehr ausführliche Darlegung der Situation per E-Mail (so wie sie das wollte) zugeschickt und bin auf alles eingegangen. Pragraphen habe ich vorerst nicht erwähnt, bin aber im Kontext meiner Erklärungen auf diese Punkte eingegangen.
 
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