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Zwangsbewerbungen

Bioabfall

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Hallo in die Rude,
bin neu hier und sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben. Mich treibt die Angst um, demnächst von der ALG 1 Stelle zum JC zu müssen. Meine bisherigen Bewerbungen waren alle erfolglos und so langsam läuft die Zeit ab.

Aber zu meiner Frage. Ich habe von meinem zuständigen Sachbearbeiter die Auflage bekommen, 10 Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Diese sollen nach Möglichkeit initiativ sein. Inwieweit kann mir denn was passieren, wenn ich zB nur 5 Bewerbungen schaffe oder zb keine Initiativbewerbung hinbekomme?

Nicht falsch verstehen, also falls sich einfach keine passende Stelle findet oder die intiativ antelefonierten Firmen kein Interesse haben.

Kann mir da mein ALG 1 gekürzt werden und was passiert dann bei ALG 2?

Danke.
 

Fritz Fleißig

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In welcher Form hat dir denn der SB der Arbeitsagentur die "Auflage" erteilt, die erwähnten zehn Bewerbungen monatlich vorzunehmen? Liegt dir eine entsprechende schriftliche Aufforderung vor?

Sollte es nur "Gesagtes" gewesen sein, oder sollte es lediglich in Gestalt einer EGV vorhanden sein, kannst du es als Wunschvorstellung deines SB ansehen. Weitere Folgen wie eine Sperrzeit drohen dann nicht. Maßgebend sind im Bereich ALG / SGB III nur ausdrückliche schriftliche Aufforderungen zur Vornahme bestimmter Eigenbemühungen mit Rechtsfolgenbelehrung.

Bekommst du denn überhaupt Beihilfen aus dem Vermittlungsbudget (§ 44 SGB III) für diese von deinem Arbeitsvermittler gewünschten Bewerbungen?

Im Bereich ALG II / SGB II wäre es vom Grundsatz her genauso.
 

Hainbuche

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Guten Tag Bioabfall,

in Sachen möglicher Sanktionen und deren Abwehr gibt es hier - wie man schon lesen kann - erheblich kompetentere Leute als mich.

Zum Thema Initiativbewerbungen würde ich Ihnen folgende Tipps geben:

1. Wenn Sie wirklich irgendeine Quote erfüllen wollen/müssen, dann rufen Sie nicht vorher an, sondern versenden Sie direkt die Bewerbung. So erreichen Sie eine höhere Anzahl tatsächlich erfolgter Bewerbungen, weil Ihnen eben niemand im Vorfeld sagen kann, daß Sie sich gar nicht bewerben sollen.

2. So sinnlos es auch erscheinen mag, verfassen Sie Ihre "Zwangs-Initiativbewerbungen" ebenso sorgfältig wie "normale" Bewerbungen, jedenfalls wenn sie sich an solche Firmen richten, bei denen Sie durchaus gerne arbeiten würden. Denn erstens kommt es in seltenen Fällen tatsächlich vor, daß daraus ein Jobangebot entsteht, das gar nicht irgendwo ausgeschrieben war, und zweitens hinterlassen Sie keinen negativen Eindruck für den Fall, daß Sie sich später noch einmal auf eine offizielle Stellenausschreibung des Unternehmens bewerben sollten.
 
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Sehr geehrte/r Frau/Herr Hainbuche,

zu Ihrer Information;

zu 1.)
ein Anruf bei einer Firma, ob vielleicht, eine Stelle vorhanden ist, ist sehr wohl eine (telefonische) Initiativbewerbung und darf/soll/muss in den Bewerbungsnachweis aufgenommen werden, wenn man will.
Ausgenommen man hat sich in der EGV überrumpeln lassen und telefonische Bewerbungen sind untersagt (=> ist unter Umständen rechtswidrig(??) und dann andere Baustelle)

zu 2.)
vollkommene Zustimmung von mir

AnonNemo
 

Hainbuche

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zu Ihrer Information;

zu 1.)
ein Anruf bei einer Firma, ob vielleicht, eine Stelle vorhanden ist, ist sehr wohl eine (telefonische) Initiativbewerbung und darf/soll/muss in den Bewerbungsnachweis aufgenommen werden, wenn man will.
Mag sein, allerdings: Wie sieht das denn im Streitfall aus? Kann es vorkommen, daß es zu unterschiedlichen Auffassungen kommt, ob überhaupt eine telefonische Bewerbung stattgefunden hat, und wenn ja auf welche Art und Weise, in welchem Ton zum Beispiel?

Falls ja, dann frage ich mich, ob einem da der Einzelverbindungsnachweis, der nur aussagt, daß es überhaupt irgendein Telefonat gab, eine große Hilfe ist.

Daher hätte ich eher die schriftliche Variante favorisiert.
 

Fritz Fleißig

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@AnonNemo

Im Bereich ALG / SGB III, um den es hier ja offensichtlich (noch) geht, muß eine sperrzeitrelevante Festlegung der notwendigen Bewerbungsbemühungen in einer entsprechenden vorherigen Aufforderung erfolgen ("fordere ich Sie hiermit auf, in der Zeit von ... bis ... mindestens ... Bewerbungen als ... vorzunehmen und mir bis zum ... in folgender Form ... nachzuweisen" oder so ähnlich). Es gibt meines Wissens entsprechende Textbausteine.

Inhalte von EGVs sind für Sperrzeiten wegen unzureichender Eigenbemühungen generell ohne Bedeutung. Hier "verspricht" man lediglich, irgendwelche Bewerbungsanstrengungen zu unternehmen. Das hat aber nur psychologische und statistische Bedeutung. Sperrzeiten können nicht wegen Verletzung einer freiwilligen Vereinbarung verhängt werden.
 
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Sehr geehrte/r Frau/Herr Hainbuche,

Es ist mir, oder jemand anders, nicht mögliche Ihnen, oder jemand anderem, eine rechtssichere und allumfassende Antwort zu geben, weil mir unter anderem die Informationen über eine abgeschlossene und noch(?) gültige EGV u. ä. zu der jeweiligen Person fehlen.
Mit Ihrem Beitrag #3 hatte ich den Eindruck Sie würden grundsätzlich zu schriftlichen Bewerbungen auffordern und telefonische grundsätzlich ablehnen.
Deshalb auch mein Einwand, in meinem Beitrag, an Sie.

Denn ich, z. B., habe keinen Einzelverbindungsnachweis weil ich eine Telefonflat habe.

Einen Nachweis - über die Art und Weisen, den Gesprächston oder ob überhaupt eine telefonische Bewerbung stattgefunden hat - zu erbringen ist nicht die ursächliche Voraussetzung gegenüber AfA/JC bei Bewerbungen.

Im Streitfall steht dann Aussage (ELO) gegen Aussage (SB bzw. Arbeitgeber).

AnonNemo
 
E

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Aber zu meiner Frage. Ich habe von meinem zuständigen Sachbearbeiter die Auflage bekommen, 10 Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Diese sollen nach Möglichkeit initiativ sein. Inwieweit kann mir denn was passieren, wenn ich zB nur 5 Bewerbungen schaffe oder zb keine Initiativbewerbung hinbekomme?

Nicht falsch verstehen, also falls sich einfach keine passende Stelle findet oder die intiativ antelefonierten Firmen kein Interesse haben.
Jedes Telefonat ist eine Bewerbung, mußt Du nur dokumentieren: Wann mit wem gesprochen, Unternehmen und Telefonnummer. Was dabei rauskommt, ist eine andere Sache.
 
E

ExitUser

Gast
Inhalte von EGVs sind für Sperrzeiten wegen unzureichender Eigenbemühungen generell ohne Bedeutung. Hier "verspricht" man lediglich, irgendwelche Bewerbungsanstrengungen zu unternehmen. Das hat aber nur psychologische und statistische Bedeutung. Sperrzeiten können nicht wegen Verletzung einer freiwilligen Vereinbarung verhängt werden.
Das wundert mich jetzt aber ein bißchen. Sind doch gerade "unzureichende Eigenbemühungen" in § 159 Abs. 1 Nr. 3 SGB III als versicherungswidriges Verhalten definiert und nach § 159 Abs. 5 SGB III mit einer Sperrzeit von zwei Wochen bedroht:

§ 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit - dejure.org

Freilich ist dort - im Gegensatz zu § 31 Abs. 1 SGB II - nicht explizit von einer EGV oder einem EGV-VA die Rede, aber wenn es eine(n) solche(n) gibt, dann sollte der die in § 159 SGB II geforderte RFB mitbringen.
 

Roulade

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Ich habe von meinem zuständigen Sachbearbeiter die Auflage bekommen, 10 Bewerbungen pro Monat zu schreiben. Diese sollen nach Möglichkeit initiativ sein. Inwieweit kann mir denn was passieren, wenn ich zB nur 5 Bewerbungen schaffe oder zb keine Initiativbewerbung hinbekomme?
Sich zu bewerben ist jeder verpflichtet.

Bewerbungen nachzuweisen, diese Pflicht besteht nur wenn eine Eingliederungsvereinbarung geschlossen wurde oder ein Eingliederungsverwaltungsakt erlassen wurde.
Insbesondere ist darin die verbindliche Erstattung der Bewerbungskosten zu regeln.

Insoweit darf SB keine Nachweise fordern, wenn nichts von o.g. existiert.
 
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Hallo Fritz Fleißig,

in Deinem Beitrag #2 hast Du von "gesagtem" geschrieben was eine Wunschvorstellung des SBs ist.
Das sehe ich genauso.

Zusätzlich hast du, im gleichen Beitrag das von mir auszugsweise (Beitrag #5) zitierte, geschrieben. Sinngemäß ... bei einer EGV auch Wunschvorstellung des SBs.

Diese Aussage hat mich irritiert und zu der Bitte um Aufklärung geführt, welche in Beitrag #7 erfolgte. Danke dafür.

In einer EGV ist standartmäßig(?) ein Textbaustein über eine entsprechende vorherige Aufforderung enthalten(?). => Beitrag 10 von @P123 (Danke für Deinen Beitrag. Ich habe nur nicht gewusst wie ich dasselbe formulieren soll.)

AnonNemo
 

Fritz Fleißig

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@P123

Ja, das ist soweit auch richtig: "unzureichende Eigenbemühungen" sind zwar grundsätzlich ein Grund für eine Sperrzeit. Nur müssen die "ausreichenden" Eigenbemühungen vorher eben konkret von der Arbeitsagentur eingefordert und mitsamt Nachweisen festgelegt werden. Genauso muß eine genaue Rechtsfolgenbelehrung für diesen Fall (und nicht nur allgemein) erfolgen.

Das erfolgt mit einem entsprechenden Aufforderungsschreiben.

Eine freiwillig abgeschlossene EGV reicht hierzu im Bereich ALG / SGB III nicht aus, zumal dort die für diesen Fall erforderliche RFB meist gar nicht vorhanden ist. In den meisten Fällen sind die EGVs nur unverbindliche Versprechungen bezüglich bestimmter Aktivitäten, damit sich der geschätzte Kunde zu etwas "verpflichtet" fühlen soll.
 
E

ExitUser

Gast
Die Irritationen rühren wohl daher, daß ich vom Arbeitsamt nie eine EGV vorgelegt bekam. Dort habe ich auch nie die einzelnen Bewerbungsbemühungen nachgewiesen, sondern lediglich die daraus resultierenden Vorstellungsgespräche. Das waren immer so zwischen fünf und zehn Stück im Monat, die Liste bekam die SB dann zu den Einladungen einmal im Quartal.

Das ist sicherlich nicht verallgemeinerungsfähig, vor allem wohl nicht bei Leuten, wo bei den Bewerbungen kaum mal ein Gespräch mit irgendeinem Arbeitgeber zustandekommt. Aber weil es hier massenweise ZAF gibt, wird man bei entsprechender Qualifikation doch immer mal wieder zu einer Tasse Kaffee eingeladen ...
 

Bioabfall

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Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Beiträge zu meiner Frage. Ich melde mich jetzt erst, weil ich erst einmal durch den Dschungel an Unterlagen, Firmen etc. durch musste.
Also zur Info, ich habe eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben (müssen?). Da stehen ein Haufen Paragrafen drin. Aber, ich habe mir den Wortlauf mal genau angesehen. Daraus geht im Grunde hervor, dass ich 10 Bewerbungen zu schreiben habe, nicht das es explizit Initiativbewerbungen sein müssen. Da steht nur, „Nutzung von Initiativbewerbungen...“. Dann bla bla, und Dokumentationspflicht von 10 „Bewerbungsbemühungen“.
Wie auch immer.

Aber was ich mich wieder frage, musste ich diese Eingliederungsvereinbarung eigentlich unterschreiben???

Meine Bemühungen mit Initiativbewerbungen sind aber mühsam. Habe mal herumprobiert, etwas weiter weg in Deutschland, um a) mal telefonisch zu probieren und b) wo ich noch nicht ganz echtes Interesse an den Firmen habe. Aber die haben alle gesagt, bitte schicken uns die Unterlagen schriftlich zu. Der Chef oder Personaler sei nicht da. Wo sind die bloß immer alle? In der Kaffeeküche? :)

Dann habe ich festgestellt, dass viele Firmen, insbesondere Personalerfirmen (Zweitarbeit, Vermittler, usw.) immer wieder und wieder die gleichen Stellen im Netz haben. Obwohl darauf beworben, Absage bekommen mit Begründung, man habe sich für nen anderen Kandidaten entschieden. Und ne Woche später steht die gleiche Scheiße wieder drin. Kann es sein, dass die nur ihre Datenbank mit armen Schweinen füllen wollen, um ihrerseits bei den Kunden gut dazustehen? So nach dem Motto, schau mal lieber Kunde, ich habe x-hundert Kandidaten in meiner Datenbank, wir habe auch was für sie. Zum kotzen! Und dann wollen die immer bei ner Absage meine Unterlagen behalten. Habe auch schon gesagt, nein bitte löschen, aber das tun die doch eh nicht.

Habt ihr da Erfahrungen gemacht?

Na ja, soweit, viele Grüße.
 

Roter Bock

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@bioabfall - Der grundsätzliche Fehler war diese EGV zu unterschreiben. Je nach Beruf und Region bekommt man die 10 Bewerbungen nicht zusammen - und dann. Dann mus der Radius um den Wohnort so weit gezogen werden, das Du Dich totfährst, mit allen Kosten auf denen natürlich Du sitzen bleibst.

Also - nächste EGV nicht unterschreiben - es gibt keine Pflicht das Teil zu unterschreiben. Gegen einen Verwaltungsakt kann man gut angehen, gegen eine dusselige EGV sind die Chancen schlecht.

Nimm das Ding zum prüfen mit und stell es hier ein.

Roter Bock
 

Bioabfall

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Hallo,
ich habe hier die besagte Seite 2 von Dreien als JPG angehängt.
Auf Seite 1 steht nur, das ich alle Medien, Zeitung, Internet etc zu nutzen habe, ferner das Portal der Agentur. Auf Seite 3 sind dan nur die Unterschriften.
Danke.
 

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