💹 Zwangsarbeit fĂŒr Hartz 4 EmpfĂ€nger, EinfĂŒhrung §§ 16i und 16e SGB II (Teilhabechancengesetz) (11 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 3, GĂ€ste: 5)

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Dinobot

Gast
Die haben echt einen Knall. Zu wievielen tauchen die dann daheim bei den Leuten auf? Ich wĂŒrd mich ehrlich gesagt da nicht in jemandes HĂŒtte trauen, bei einem derartigen Schwachsinn...
Die EinzelgesprĂ€che finden immer beim TrĂ€ger ODER beim Teilnehmer statt. GruppengesprĂ€che NUR beim TrĂ€ger. Ebenso ist hier, bei einer anderen nagedachten Maßnahme, die dazu nur eine betriebliche Erprbung von 3 Wochen vorsieht -im Tagespendelbereich -aiuch verschiedene -und dann eine RĂŒckgabe an die SB des Jobcenters, die dann erst danach die ZufĂŒhrung in ein gefördertes ArbeitsverhĂ€ltnis bewirken soll. Wie oder wann -dazu steht in der Leistungsbeschreibung nichts drin.

Alle vorhergehenden Maßnahmen dazu betrafen die Klientel , welche NUR mindestens 2 Jahre arbeitslos sind. Dem gegenĂŒber - hat auch Jobcenter Breisgau Hochschwarzwald in BW eine Maßnahme eingekauft, welch etwas anderes konzipiert ist und die Zielgruppe lĂ€ngere Arbeitslosen zeiten aufweisen mĂŒsste:

Bezeichnung der Maßnahme: Vorbereitung BeschĂ€ftigungsaufnahme
(BeschÀftigung mit Zuschuss nach § 16 i SGB II)
Dauer: 4 Monate
Anzahl der Teilnehmer : 16 – je Datum
Ort: Freiburg
Beginn, jeweils: 07.01.2019, 29.04.2019 . Optionen: 19.08.2019, 09.12.2019, 30.03.2020, 20.07.2020. Ende der 2., Option: 08.11.2020.

Zielgruppe: Gehören insbesondere erwerbsfĂ€hige Leistungsberechtigte, die mindestens 6 Jahre im Bezug von Leistungen nach dem SGB II und ĂŒber einen langen Zeitraum ohne nennenswerte Erwerbsbeteiligung gewesen sind.
Zielsetzung: Trotz der guten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und der rĂŒcklĂ€ufigen Arbeitslosenzahl in den vergangenen Jahren gibt es nach wie vor eine zahlenmĂ€ĂŸig
bedeutsame Gruppe von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen, die seit langem Leistungen der Grundsicherung fĂŒr Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch beziehen und ohne UnterstĂŒtzung absehbar keine realistische Chance auf Aufnahme einer BeschĂ€ftigung haben.

Ziel dieser Maßnahme ist es, diesem Personenkreis eine Perspektive zu eröffnen, indem die BeschĂ€ftigungsfĂ€higkeit dieser Personen durch intensive Motivierung und Aktivierung hergestellt bzw. verbessert, auf eine geförderte TĂ€tigkeit im Rahmen des
Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ vorbereitet und die Teilnehmer bis zum Beginn einer solchen geförderten TĂ€tigkeit stabilisiert werden. In diesen Prozess einbezogen werden auch Arbeitgeber, um Vorurteile hinsichtlich der beruflichen Eingliederung von Teilnehmern der vorliegenden Zielgruppe abzubauen.
„DenkwĂŒrdige“ Kostprobe des weiteren Inhalts:

Ziel ist die „warme Übergabe“ an den zustĂ€ndigen Mitarbeiter des BedarfstrĂ€gers, um die BeschĂ€ftigungsaufnahme einzuleiten. Die PrĂŒfung der grundsĂ€tzlichen Fördervoraussetzungen fĂŒr einen Zuschuss nach §16 i SGB II ist nicht Maßnahmebestandteil, sondern erfolgt durch den BedarfstrĂ€ger

Baustein 2: HeranfĂŒhrung an ein geeignetes Arbeitsfeld
Der Fokus ist auf die Erarbeitung einer „realistischen“ beruflichen Perspektive insbesondere im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ zu legen. Sollten sich im Rahmen der Maßnahme die kurzfristige Perspektive zur Aufnahme einer TĂ€tigkeit auf dem regulĂ€ren 1. Arbeitsmarkt (bedarfsdeckend) herausstellen, ist diese zu fokussieren und im Rahmen eines „Berufsfahrplans“ individuell mit dem Teilnehmer festzuhalten.
Quelle: Auszug aus der Maßnahme Vorbereitung BeschĂ€ftigungsaufnahme ĂŒber REZ der BA SĂŒdwest fĂŒr Jobcenter Breisgau Hochschwarzwald, Stand 13.08.2018. GeschĂ€ftszeichen: 401-18-45ind-00468.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Da allerdings die willigen Arbeitgeber auch erst mal aquiriert werden mĂŒssen
Ich vermute fast, es wird gar nicht zu den anvisierten Teilnehmerzahlen kommen, weil sich nicht genug AG finden werden.

Da ist die Idee in Berlin vielleicht schon realistischer, dass die Stadt Stellen schafft.
 

Gollum1964

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Ich vermute fast, es wird gar nicht zu den anvisierten Teilnehmerzahlen kommen, weil sich nicht genug AG finden werden.
Hallo cibarnauta,

soweit ich das verstanden habe, sind schon solche Vorbereitungsmaßnahmen konkret eingeplant (siehe Thread von Klingonenteddy: https://www.elo-forum.org/weiterbildung-umschulung-sinnlose-massnahmen/197494-einladung-19-18-teilhabechancengesetz-2019-firma-qeu.html), bevor ĂŒberhaupt betreffende Arbeitgeber gefunden sind. Man möchte doch zunĂ€chst anhand dieser Maßnahmen prĂŒfen, ob die Kandidaten ĂŒberhaupt geeignet sind. Hat sich der Kandidat bewĂ€hrt, kommt er in einen Pool (Ă€hnlich ZAF-Pool), aus der dann interessierte Arbeitgeber auswĂ€hlen können.

Liege ich in meiner Annahme falsch?
 
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Allimente

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Wie immer, werden sich auch da LĂŒcken auftun, die der geneigte H4-EmpfĂ€nger nutzen kann um Schlimmeres zu verhindern. So hoffe ich jedenfalls. Wahrscheinlich wird es einige arme Teufel vorher treffen, bevor man dagegen wirkungsvoll vorgehen kann.
 
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Dinobot

Gast
Wie immer, werden sich auch da LĂŒcken auftun, die der geneigte H4-EmpfĂ€nger nutzen kann um Schlimmeres zu verhindern.
Die Chancen dessen steigen oder fallen mit dem Wohnort und der kreativen WillkĂŒr der Jobcenter.

Wer zum Beispiel schon 7 Jahre arbeitslos ist, der soll in Kiel -vom dortigen Jobcenter - vorab nur fĂŒr 2 Stunden zum TrĂ€ger geschickt werden. Ziel: AbklĂ€rung der Interessenlagen, Motivation, Ehrenamt und dessen Interesse an einer Vermittlung in eine geförderte Maßnahme befragt werden. ErgĂ€nzend werden dann noch die bisherigen BewerbungsbemĂŒhungen zusammen erörtert und Tipps fĂŒr Optimierung der Bewerbungsunterlagen sowie dem Erscheinungsbild gegeben. Der TrĂ€ger gibt dann eine Empfehlung fĂŒr das weitere Vorgehen ab -. Die Maßnahme nennt sich PROFIL

Und startet dort fĂŒr 200 Elos -in der Zeit vom 15.11.2018 -12. 12.2018.

Die LĂŒcke -besser gesagt Schieflage, die zeichnet sich hier doch schon ab. Mit 2 Jahren Arbeitslosigkeit - offensichtlich schĂ€rfere Maßnahmen -von 5 Monaten, mit ZufĂŒhrung zum AG. Bei 4 Jahren Arbeitslosigkeit Betriebserprobung und Maßnahme 4 Monate . Bei 7 Jahren Arbeitslosigkeit droht einem -aktuell -nur ein GesprĂ€ch von 2 Stunden bei einem TrĂ€ger, wenn man in Kiel wohnt.
 

HartzVerdient

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Was fĂŒr ein Aufwand!

Am Besten man baut wieder Arenen, wo Tiger und Sklaven gegeneinander antreten. Der Pöbel sitzt dann auf den RĂ€ngen und die Obrigkeit schmeisst gelegentlich Brot ins Volk. RTL, SAT1 usw. strahlen den MĂŒll dann auch noch aus.

Ist doch viel gĂŒnstiger als das intensive Betreuen des unmĂŒndigen BĂŒrger. Nachts darst du deinen SB auch noch mit ins Bett nehmen, damit er ja kontrolliert, dass du schlĂ€fst.

Beim Sex wird noch die TĂŒr aufgerissen und kostenlos ein Kondom aufs Bett geworfen, damit du ja keine weiteren Hartzer produzierst.
 
D

Dinobot

Gast
O-Ton mein SB: "Familienleben ist Luxus und als ALG2-Bezieher steht ihnen dieser nicht zu". Nix mit Sex also, könnte ja sonstwas passieren...
Wenn man in DĂŒsseldorf wohnt, dann droht wahrscheinlich daraufhin -oder einer EinschĂ€tzung oder Vermutung -der Sb eine Verwurstung und Zurechtweisung in einer aktuellen Maßnahme, die sich an diesen "Problemlagen" orientieren soll, insbesondere, wenn man zur Zielgruppe zwischen 26 und 45 Jahren gehört -.auch Migrationshintergrund::doh:

Die Teilnehmer weisen hÀufig besonders
ausgeprÀgte Persönlichkeits- und VerhaltensauffÀlligkeiten sowie multiple Vermittlungshemmnisse auf. Die
auftretenden Problemlagen können insbesondere sein:

‱ mangelnde MobilitĂ€t
‱ Problemlage im Bereich der Motivation
‱ fehlende Sozial- und Sprachkompetenz
‱ aufenthaltsrechtliche Probleme
‱ psychische Problemlagen
‱ Schwangerschaft
‱ StraffĂ€lligkeit
Dauer 6 -12 Monate, ab 04.02.2019
Quelle:
Maßnahme zur HeranfĂŒhrung an den Arbeitsmarkt nach 16 I des REZ NRW. Stand: 26.09.2018. GeschĂ€ftszeichen: 301-18-45ind-80278
 

Zwangsregistrie

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Ist das richtig, dass der Arbeitgeber fĂŒr Dich keinen Lohn zahlen muss. Du arbeitest umsonst fĂŒr den Arbeitgeber, wirst aber vom Staat bezahlt. Der Arbeitgeber kann so seinen Gewinn maximieren durch Deine Arbeit und muss nichts fĂŒr Dich tun, nur die Hand aufhalten bei den 4 Mrd Fördergeldern und abkassieren?
 

HartzVerdient

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So!

Die Teilnehmer weisen hÀufig besonders
ausgeprÀgte Persönlichkeits- und VerhaltensauffÀlligkeiten
sowie multiple Vermittlungshemmnisse auf. Die auftretenden Problemlagen können insbesondere sein:

‱ Schwangerschaft
Wobei das die Definition "multiple Vermittlungshemmnisse" meines Wissens nach kein gebrÀuchlicher Begriff der SGB Rechtssprechung ist. Man möge mich korrigieren.

Naja, die Schwangere kann ja im Möbelhaus die Möbel aufwerten und abholen bzw. bei der Bahn Graffitis ĂŒbermalen.

Aber hey! Wer hat denn eine zurĂŒckgehende Geburtenrate in der BRD...

1.6 Kinder pro Familie... Wobei 2 Kinder pro Familie sein mĂŒssten, um den Status Quo zu halten. Aber diese Vermittlungshemmnisse wieder...
 

Zwangsregistrie

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An anderer Stelle wird doch ĂŒber das Grundeinkommen gesprochen.
Das hier : Zwangsarbeit §§ 16i und 16e SGB II verschleiert als LĂŒge genannt Teilhabechancengesetz..

...ist doch das völlige Gegenteil
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Hat sich der Kandidat bewÀhrt, kommt er in einen Pool (Àhnlich ZAF-Pool), aus der dann interessierte Arbeitgeber auswÀhlen können.

Liege ich in meiner Annahme falsch?
Hallo Gollum1964,

nichts genaues weiß man nicht. Bisher ist es ja nur die Einladung zu einem BeratungsgesprĂ€ch und eine wage AnkĂŒndigung der Vorbereitungsmaßnahme.

Von Zwangsarbeit habe ich noch nichts vernommen. Ich denke die Zahl der Freiwilligen wird beiweiten die Zahl der möglichen Stellen ĂŒberschreiten.

Ich wĂŒrde mir die möglichen Perspektiven zumindest aufzeigen lassen. Wenn es in Richtung Bevormundung oder Zwang geht, werden sich Wege finden ...
 

humble

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Und wie hast Du darauf reagiert?
Unter Schock und ohne Beistand gar nicht. Kannst ja gleich im ersten Beitrag nachlesen. SpĂ€ter hat sich das Thema fĂŒr mich ja durch die Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes von selbst erledigt. FĂŒr den SB hatte das ganze aber mehrere Eilverfahren und Klagen zur Folge, mit Bloßstellung bei dem SG dank seiner vielfachen Fehler und Schikanen. FĂŒr mich jedenfalls ist es inzwischen recht gut ausgegangen. Die (zumindest vorlĂ€ufige) Ruhe wird wohl lĂ€nger anhalten, durch den inzwischen 15-monatigen Kampf gegen das jc und die dadurch gesammelte Erfahrung.

Sein Ziel hat der SB jedenfalls erreicht: Er hat mich wahrlich "aktiviert" :biggrin:
 
S

SelfDelUser_63679

Gast
Du arbeitest umsonst fĂŒr den Arbeitgeber, wirst aber vom Staat bezahlt. Der Arbeitgeber kann so seinen Gewinn maximieren durch Deine Arbeit und muss nichts fĂŒr Dich tun, nur die Hand aufhalten bei den 4 Mrd Fördergeldern und abkassieren?
Zeit, sich einen Gewerbeschein zu besorgen und in diesem Bereich tÀtig zu werden. :idea:

Das klingt nach einem guten GeschÀft.
 
D

Dinobot

Gast
Zeit, sich einen Gewerbeschein zu besorgen und in diesem Bereich tÀtig zu werden. :idea:
Das klingt nach einem guten GeschÀft.
Nicht wirklich, was eine Förderung nach 16e betrifft, weil :

Eine leistungsberechtigte Person kann danach zugewiesen werden, wenn

sie langzeitarbeitslos und in ihren Erwerbsmöglichkeiten durch mindestens zwei weitere Vermittlungshemmnisse besonders schwer beeintrÀchtigt ist,

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der verminderten LeistungsfĂ€higkeit und betrĂ€gt bis zu 75 % des berĂŒcksichtigungsfĂ€higen Arbeitsentgelts
Quelle: https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/eingliederungszuschuesse-arbeitgeberfoerderung-5-zuschuss-der-grundsicherung-zur-foerderung-von-arbeitsverhaeltnissen_idesk_PI434_HI1802987.html

25 Prozent mĂŒsste der AG als Arbeitsentgelt zuzahlen -selbst im gĂŒnstigsten Fall. Was aber soll daran gĂŒnstig sein -oder gar ein gutes GeschĂ€ft, wenn ich mir damit einen zwangszugefĂŒhrten Elo in Haus hole, der alles andere als motiviert sein kann. Ganz im Gegenteil -da muss ich ja noch aufpassen, das der nicht seinen Frust an mir als AG ablĂ€sst.

Ich als Arbeitgeber wĂŒrde das auch deshalb nie in ErwĂ€gung ziehen-weil sowas Unruhe und Demotivation in die bisherige Belegschaft bringt. Frei nach dem Motto -ersetzt der uns jetzt alle bald so??

Nachtrag:

Weshalb ein Frust unausweichlich sein wĂŒrde -das liegt auch an der Definition der Fördervoraussetzung, die ĂŒberwiegend als solche nur in den Köpfen der Sb existieren :

Die Zielgruppe wird bestimmt als Langzeitarbeitslose
mit in der Person liegenden Vermittlungshemmnissen
. Diese zunĂ€chst eigentĂŒmlich schwammige und fĂŒr die Verwaltungspraxis außerordentlich schwer umzusetzende Formulierung verweist in aller Deutlichkeit auf massive individuelle Abweichungen dieser Personen von dem Normalbild des „erwerbsfĂ€higen HilfebedĂŒrftigen“ wie es
oben skizziert wurde. Es handelt sich um Personen, deren physisch-psychisch-soziale IntegritÀt so schwer versehrt ist, dass sie mittelfristig keinerlei Aussicht haben, am ersten
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen...
...Vor allem wird offensiv geklÀrt, dass § 16e SGB II keinen unmittelbar instrumentellen Charakter mit Blick auf Arbeitsmarkt-integration hat. Sein Ziel ist nicht die Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt, sondern die Erreichung individueller Wohlfahrtseffekte, die mit einer BeschÀftigung verbunden sind.
Quelle: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/178107/1/regional_nrw_1107.pdf
 

Gollum1964

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Ich als Arbeitgeber wĂŒrde das auch deshalb nie in ErwĂ€gung ziehen-weil sowas Unruhe und Demotivation in die bisherige Belegschaft bringt. Frei nach dem Motto -ersetzt der uns jetzt alle bald so??
moin Dinobot,

genau das ist es, was ich etwas zynisch im Beitrag #28 angesprochen habe. Es mĂŒssen erst mal willige Arbeitgeber gefunden werden.

Allerdings sprießen diese Vorbereitungsmaßnahmen ĂŒberall wie Pilze aus dem Boden. Daher auch meine Frage in #52, ob man einen Elo erst dann in diese Maßnahme stecken kann, wenn bereits ein potentieller Arbeitgeber feststehen wĂŒrde, der dem Elo einen temporĂ€ren Arbeitsplatz (2,5 oder 5 Jahre) nach der Maßnahme anbietet.
WĂ€re es so und im gĂŒnstigen Fall kennt der Elo schon im vorhinein den Arbeitsplatz vor Beginn der Maßnahme, wĂ€re das ganze noch halbwegs ertrĂ€glich.
Ich fĂŒrchte aber, dass viele EloÂŽs, die diese Maßnahme durchlaufen haben, erstmal in einem Pool steckenbleiben, aus der sich Arbeitgeber willkĂŒrlich bedienen können.
 

hartzerkaese

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Dinobot

Gast
Daher auch meine Frage in #52, ob man einen Elo erst dann in diese Maßnahme stecken kann, wenn bereits ein potentieller Arbeitgeber feststehen wĂŒrde, der dem Elo einen temporĂ€ren Arbeitsplatz (2,5 oder 5 Jahre) nach der Maßnahme anbietet.
Nein -was aktuelle und mir bekannte Maßnahmen anbelangt. Vorrangig solltest Du Dich aber vorrangig erst einmal gegen die Zuschreibungen verwahren, die allein auf dem Mist der Sb wachsen -um deren eigene UnfĂ€higkeit ausblenden zu können. Warum soll eigentlich der Arbeitslose die Schuld der Verwaltung ausbaden und sich ein "Versehrten" Etikett verpassen lassen?

Zudem musss selbst dann der Arbeitsplatz nicht frei von zusÀtzlichen Belastungen sein. Selbst "normale" Arbeitnehmer unterliegen einem solchen Risiko -

Stichwort : Psychosoziale Risiken :

Konkret wird unterschieden zwischen:
‱ BeeintrĂ€chtigung der persönlichen IntegritĂ€t durch psychosoziale
BelÀstigungen wie beispielsweise Mobbing, sexuelle BelÀstigung,
Gewalt etc.
‱ Psychische Über- oder Unterforderung wie Stress, Monotonie etc. durch psychische Fehlbelastungen aufgrund ungĂŒnstiger Merk-
male der Arbeitssituation
Quelle: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_und_Formulare/Arbeit/Arbeitsbedingungen/Broschuren/schutz-vor-psychosozialen-risiken-am-arbeitsplatz---informatione.html

Nur weil jemand nur zu 25 Prozent vom Arbeitgeber gefördert wĂŒrde -deswegen wird der Elo aber nicht im selben Maße von zusĂ€tzlichen Risiken verschont bleiben können. Und Mobbing kann auch in Form des Bossings auftreten. Solche Chefs gieren immer nach einem neuen Opfer.

UnabhĂ€ngig davon hat gerade die Schweiz dieses Thema -in Bezug auf Arbeitnehmer - besonders direkt angesprochen -wĂ€hrend es in Deutschland eher immer noch tabu ist. Es findet bis heute fast ĂŒberhaupt keine Beachtung im deutschen Arbeitsschutzgesetz:

https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/betriebe-vernachlaessigen-schutz-vor-psychosozialen-risiken-4253/


Die Argumentationen darin sind eigentlich auch das beste Abwehrmittel eines wirklich "versehrten" Elos, sich nicht solchen zusĂ€tzlichen Gefahren aussetzen zu wollen oder zu können. Es ist und wĂ€re schlichtweg unverantwortllich -auch weil die Politik das in ihren weichgespĂŒlten Studien geflissentlich ausblendet und sogar noch als Teilhabe oder Wohlfahrt verkaufen will.

Von Wohlfahrt kann hier auch nicht die Rede sein. Eher von seelischer Unzumutbarkeit -könnte man dann dann eher im Bedarfsfall -hilfsweise - argumentieren.

Anstatt sich als Elo nur in geschmeidiger Anbiederung und DuckmÀusertum zu verlieren.

Nachtrag

Ein zwangsmotivierter Geschenk-Vom-Staat-Hartz-IV-Mitarbeiter: "Wo gehts zum Getriebe in dieser Firma? Ich will da Sand reinstreun ..." :D
Eine Methode könnte auch daran liegen -dem AG -eben jene ungĂŒnstigen Arbeitsbedingungen aufzuzeigen und Abhilfe fĂŒr sich zu beantragen :icon_mrgreen: -wie in der schweizer BroschĂŒre genau beschrieben werden.

Oder gegenĂŒber dem Jobcenter -warum dann ein Abbruch unausweichlich wurde. Aber wahrscheinlich nimmt dann der AG schon vorher davon Abstand, einen weiter behalten zu wollen. NatĂŒrlich kann man auch vorher einen Coach mit der Abhilfe dessen bauftragen -sofern der ĂŒberhaupt vorhanden ist. Oder dessen vorherige Abwesenheit dazu beim Jobcenter andauernd monieren.

Meine Meinung und EinschÀtzung dazu
 

Gollum1964

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Nein -was aktuelle und mir bekannte Maßnahmen anbelangt.

Nur weil jemand nur zu 25 Prozent vom Arbeitgeber gefördert wĂŒrde -deswegen wird der Elo aber nicht im selben Maße von zusĂ€tzlichen Risiken verschont bleiben können. Und Mobbing kann auch in Form des Bossings auftreten. Solche Chefs gieren immer nach einem neuen Opfer.
genau was ich befĂŒrchtet habe. Man hĂ€lt dem Elo letzlich eine Möhre vor die Nase, um ihn in die Maßnahme zu locken. Also wird das nach einem halben Jahr Maßnahme viele lange Gesichter unter den "geförderten" Elos geben.

Den zweiten Punkt mit dem Mobbing musst du mir nicht erzĂ€hlen. Das habe ich wĂ€hrend meiner jahrelangen ZAF-Odyssee selber erfahren mĂŒssen: Neben der deutlich schlechteren Bezahlung auch eine vorwiegende Behandlung als Arbeitnehmer 2. Klasse.
 
D

Dinobot

Gast
Den zweiten Punkt mit dem Mobbing musst du mir nicht erzĂ€hlen. Das habe ich wĂ€hrend meiner jahrelangen ZAF-Odyssee selber erfahren mĂŒssen: Neben der deutlich schlechteren Bezahlung auch eine vorwiegende Behandlung als Arbeitnehmer 2. Klasse.
Hallo :doh: -irgendwie hast du mich immmer noch nicht verstanden. Ich erwĂ€hne das Thema NICHT in Bezug auf einen normalen Arbeitnehmer -sondern aus der Sicht eines Versehrten an der physisch-psychisch-soziale IntegretitĂ€t -welche als Voraussetzung fĂŒr die Förderung nach 16 e gelten soll. FĂŒr die ist bzw. wĂ€re diese Förderung mittels Zuweisung mit weit mehr Gefahren verbunden -als bei einem normalen Arbeitnehmer.

Und genau hier liegt auch die Chance der Abwehr, welche Du augenscheinlich als solche nicht erkennst.

Übrigens ist und wĂ€re der Geförderte so auch zusĂ€tzlich nicht einmal mit einem ĂŒber ZAF vergleichbar, weil eben die BeschĂ€ftigung nach 16e nur eine ScheinbeschĂ€ftigung ist -anders genannt -ein Passiv-Aktiv- Tausch. Du wĂ€rest damit bestenfalls Freiwild im Gehege des AG. Weshalb soll man da als Elo lange Gesichter machen -wenn man davon verschont bliebe?.

Denn Anwartschaften auf Arbeitslosengeld bekommst du so nicht.
 

Gollum1964

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Hallo :doh: -irgendwie hast du mich immmer noch nicht verstanden.
ok, so langsam verstehe ich oder besser meine BefĂŒrchtungen bestĂ€tigen sich.

Das ganze ist dann aber wirklich ganz großes Kino, wenn ich bedenke, wie Arbeitsminister Heil dieses Programm im Bundestag als wirksames Mittel zur BekĂ€mpfung der Langzeitarbeitslosigkeit angepriesen hat.:feiern:
 
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Dinobot

Gast
Das ganze ist dann aber wirklich ganz großes Kino, wenn ich bedenke, wie Arbeitsminister Heil dieses Programm im Bundestag als wirksames Mittel zur BekĂ€mpfung der Langzeitarbeitslosigkeit angepriesen hat.:feiern:
Es gibt zu diesem "Prestige-Projekt" des Herrn Heil inzwischen zwei neue AntrĂ€ge, jeweils eine von der LINKEN Fraktion und eine der GRÜNEN, welche -komischerweise -in einem NebengebĂ€ude des Bundestages am 05.11.2018 angehört werden sollen. Diese AntrĂ€ge sind sehr aufschlussreich, was die wahren GrĂŒnde der Langzeitarbeitslosigkeit anbelangt. Sehr interessant und wieder typisch -kaum jemand kann die AntrĂ€ge finden, wenn er nicht genau danach sucht:

https://www.bundestag.de/arbeit#url=L2F1c3NjaHVlc3NlL2ExMS8tLzU3MzQyMg==&mod=mod538356

Da kannst Du Dich weiterhin ĂŒberzeugen -was alles so von Herrn Heil in dessen Sichtweise und im vorgesehenen Gesetz nicht akzeptabel ist.

Wobei aber hier die GRÜNEN auch wieder nur an der Problematik vorbeireden und sogar noch eine Ausweitung dieses Gesetzes anregen.
 

noillusions

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genau was ich befĂŒrchtet habe. Man hĂ€lt dem Elo letzlich eine Möhre vor die Nase, um ihn in die Maßnahme zu locken. Also wird das nach einem halben Jahr Maßnahme viele lange Gesichter unter den "geförderten" Elos geben.
Das hatte ich mal mit Hebelwirkung beschrieben - damit werden gleich noch weitere Elos aus der Statistik verschwinden.
Passiert ĂŒbrigens auch bei Leuten die eine Umschulung oder einen Bildungsgutschein möchten: "Machen sie erstmal Ein-Euro-Job/Massnahme, und wenn sie da gut waren dann dĂŒrfen sie Umschulung machen." Dann war man aber vielleicht noch nicht "gut genug", und dann muß eine weitere Massnahme noch mal diese und jene Defizite beseitigen usw. usf.
 
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