💹 Zwangsarbeit fĂŒr Hartz 4 EmpfĂ€nger, EinfĂŒhrung §§ 16i und 16e SGB II (Teilhabechancengesetz) (11 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 3, GĂ€ste: 5)

PeterLustig

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Hallo, eine Freiwilligkeit ist ja schon vom Gesetz her nicht vorgesehen "kann zugewiesen werden". Eine Zustimmung des LeistungsempfĂ€ngers ist also nicht vorgesehen und auch nicht gewollt, da diese Jobs ein weiteres Instrument der Jobcenter darstellen, um Druck auf die LeistungsempfĂ€nger ausĂŒben zu können, um den Bezug von Hartz 4 auf eine gewisse Dauer zu begrenzen, nach der wieder ein sozialversicherungspflichtiges BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis (egal ob freiwillig oder gezwungen) folgt.

Es können Maßnahmen vorgeschaltet werden (Dauer 6 Monate), um den LeistungsempfĂ€nger auf die subventionierten "Jobs" vorzubereiten. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung.
 

Gollum1964

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Es können Maßnahmen vorgeschaltet werden (Dauer 6 Monate), um den LeistungsempfĂ€nger auf die subventionierten "Jobs" vorzubereiten. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung.
naja,

damit zumindest keine Zwangsbetreuung, die ja in vielen FÀllen auch unsinnig wÀre.
Obwohl in §16e (3) SGB2 sehe ich folgenden Inhalt:

"sie fĂŒr einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten verstĂ€rkte vermittlerische UnterstĂŒtzung nach § 16 Absatz 1 Satz 1 unter Einbeziehung der ĂŒbrigen Eingliederungsleistungen nach diesem Buch erhalten hat,"

Das hört sich eher wieder danach an, als ob diese Vorbereitungsmaßnahme vorgeschaltet werden muß, bevor der Zwangsjob angetreten wird.
Dagegen waren die Bewerbungen auf ZAF-Bewerberpools ja noch harmlos gewesen.
 

Allimente

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Klingt ja alles nicht sonderlich gut. Ich falle auch unter dieser Regelung. Allerdings habe ich einige EinschĂ€nkungen (muß meine Frau Pflegen) und kann eigentlich nicht ca. 10 Std. tĂ€glich ausser Haus. Zudem sind da noch mindestens 6-8 Arzt und Rehatermine monatlich die dazu kommen, wo ich meine Frau begleiten muß und die schon mal 4-6 Stunden dauern können.

Ich bin echt gespannt, ob mein SB versuchen wird mich da ebenfalls unterzubringen. Da muß ich mir was einfallen lassen. Mein Frau hat momentan zwar nur Pflegegrad 1, aber das ist eher ein schlechter Witz.

Da werde ich wohl erstmal mit § 10 SGB II argumentieren mĂŒssen:

(5) Ist der Pflegeaufwand so gering, dass die erforderlichen Leistungen nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden, ist grundsĂ€tzlich eine Arbeitsaufnahme zumutbar. EinschrĂ€nkungen können sich aber auch aus einem Betreuungsaufwand ergeben, fĂŒr den die Pflegeversicherung nicht eintritt.

(6) Eine Ausnahmeregelung kann auch notwendig sein, wenn der Pflegebedarf nicht tÀglich, sondern schubweise auftritt. Hier ist eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung zu treffen.

Bei Ausnahmeentscheidungen sind Art und Schwere der Erkrankung sowie die Möglichkeiten der pflegerischen Versorgung durch Dritte bzw. durch mehrere Personen im persönlichen Umfeld der zu pflegenden Person zu berĂŒcksichtigen bzw. zu prĂŒfen.
 

Gollum1964

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Klingt ja alles nicht sonderlich gut. Ich falle auch unter dieser Regelung.
naja,

erstmal abwarten und Tee trinken.

Was die Jobs angeht, mĂŒssen erstmal willige Arbeitgeber gefunden werden, die sich unwillige Arbeitslose ans Bein binden möchten (Blöd-Zeitung Speech:censored:).
Wenn tatsÀchlich einer gefunden ist, wirds allerdings eng, da die wahrscheinlich sehr unschmackhaft sein werden.

Beunruhigender finde ich vielmehr die Vorspeise (Vorbereitungsmaßnahme), die ja schon angeleiert werden könnte, auch wenn die Hauptspeise (Zwangsjob) noch garnicht sicher ist, da hier hĂ€ufig der Begriff "Poolbildung" herumgeistert.
Der könnte somit jeder anheimfallen, der die Kriterien erfĂŒllt (mindestens 21 Monate ALG2 in den letzten 24 Monaten), also Maßnahme per Gesetz.
 

götzb

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Da unterschreibt man nix, auch keinen Arbeitsvertrag bei so einer Zwangschancenjobmaßnahme und dann war es das wohl.
 
D

Dinobot

Gast
Kannst du bestĂ€tigen, dass man sich fĂŒr dieses Programm erst ĂŒber Vorbereitungsmaßnahmen vorbereiten muss (Minimum halbes Jahr), um ĂŒberhaupt in den "Bewerberpool" zu kommen?
Das kann ich Dir zumindest schon fĂŒr ein Jobcenter bestĂ€tigen, welches sehr genau Maßnahmen nach 16 I ĂŒber die BA in Auftrag gegeben hat, wo die Zielgruppe sich an dem vorgenanntem Teil des Gesetzes orientiert:

Das zweite, neu gefasste, Instrument im SGB II mit dem Titel „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ soll eine Rechtsgrundlage fĂŒr einen neuen Lohnkostenzuschuss schaffen. Es richtet sich an ALG-II-Bezieher, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Gefördert werden soll auch hier sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigung, fĂŒr die es im ersten Jahr einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75 Prozent und im zweiten Jahr mit der HĂ€lfte des gezahlten Lohnes geben soll.
Quelle: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw41-de-teilhabechancengesetz/570754

Ich kenne die Details einer schon vollstĂ€ndig geplanten Umsetzung dazu aus der mir vorliegenden Ausschreibung der BA fĂŒr das Jobcenter Rhein- Neckar -Kreis vom 26.02.2018, welches einen Start in 7 StĂ€dten vorsieht. Die Maßnahme nach 16 I nennt sich

Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt

Als Zielgruppe gelten -laut Leistungsbeschreibung - Elos, die sich mindestens 2 Jahre im Langleistungsbezug befinden

Oder im Sinne des § 18 SGB III langzeitarbeitslos sind:

https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/18.html

Beginn: 26.11.2018
Dauer: 5 Monate
Orte / Anzahl Teilnehmer : Schwetzingen/16, Hockenheim/16, Heidelberg/16 -(ohne die Stadtteile Boxberg, Emmertsgrad, Ziegelhausen, Schlierbeck ), NeckargemĂŒnd/16, Wiesloch /30, Weinheim/28, Sinsheim/18

Die Maßnahme besteht aus 2 Phasen, die mit der Übergabe des Teilnehmers an einen AG des sozialen Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt hat. Die Inhalte der Maßnahme sind sehr restriktiv -weil die sich auf die "Überwachung " des Teilnehmers bis auf die Begleitung des Teilnehmers zur Vertragsunterzeichnung beim AG fĂŒr den sozialen Arbeitsmarkt erstrecken soll.

Sogar der dann ĂŒbernehmende AG soll vom TrĂ€ger beraten und unterstĂŒzt werden, um eine reibungslose BeschĂ€ftigungsaufnahme sicherzustellen.

Die Teilnahme ist nicht freiwillig. wer teilnimmt, das entscheidet das Jobcenter. Ein Eintritt in die Maßnahme ist an jedem Tag möglich, kann man dort lesen.

Offensichtlich hat man hier eine Reihe Elos schon im Vorfeld im Blickpunkt, bei denen die Zuweisung so nicht klappen wĂŒrde.

Daran anknĂŒpfend hat das Jobcenter eine weitere Maßnahme als Allzweckwaffe gegen drohende Beendigungen von BeschĂ€ftigungen eingekauft:

Diese Maßnahme nennt sich Coaching Stunden-Stabilisierung der BeschĂ€ftigungsaufnahme

Ab 28.10.2018

Hierbei könnten dann -bei Bedarf -fĂŒr jeden Teilnehmer 2000 Coaching Stunden zur Stabilisierung abgerufen werden -im gesamten Rhein-Neckar -Kreis

Abgerufen werden die, wenn ein Abbruch einer geförderten oder ungeförderten BeschÀftigung droht. Das betrifft dann die Betroffenen der Förderung nach 16e und sozialer Arbeitsmarkt und diejenigen, die (angeblich) elementare fachliche Defizite aufweisen, die durch eine Einarbeitung allein nicht zu beseitigen wÀren.

Es stehen fĂŒr jeden Teilnehmer 2000 Stunden zur VerfĂŒgung

Die Betreuung findet dann jeweils mit Aufnahme der BeschÀftigung statt. Unterschied: Diese Coaching Stunden sind als freiwillig gekennzeichnet. Dazu unterzeichnet der TrÀger eine Vereinbarung mit dem Betrieb und extra eine mit dem Teilnehmer.

Ich frage mich ernsthaft, wer eine solche Vereinbarung freiwillig unterzeichnet, die als BegrĂŒndung der Erforderlichkeit diese Passagen zum Ankreuzen oder erweiterter ErklĂ€rung des Teilnehmers enthĂ€lt:

Die Förderung zur Stabilisierung des BeschÀftigungsverhÀltnisses erscheint erforderlich, da sonst das
Fortbestehen des BeschÀftigungsverhÀltnisses gefÀhrdet ist und zwar durch:
 Defizite im allgemeinbildenden Bereich
 Defizite im sprachlichen Bereich
 Probleme im sozialen Bereich
 Probleme im persönlichen Bereich
 LernbeeintrĂ€chtigung
 Soziale BeeintrĂ€chtigung

(ggf. gesondertes Blatt beifĂŒgen)
Auszug Ende

Quelle: anlage zur Maßnahme Coaching Stunden ĂŒber das REZ SĂŒdwest der BA vom 25.05.2018, GeschĂ€ftszeichen 401-18-45ind-00298

Diese Kombination der beiden Maßnahmen ist die umfangreichste eines Jobcenters, die ich bislang ermitteln konnte. Gerade deswegen und wegen der umfangreichen Anzahl von vieleicht Betroffenen Elos dieses Jobcenter hielt ich diese Kurz- Info vorab fĂŒr angebracht.

Was die Jobs angeht, mĂŒssen erstmal willige Arbeitgeber gefunden werden, die sich unwillige Arbeitslose ans Bein binden möchten (Blöd-Zeitung Speech:censored:).
Was diese Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt angeht, so lautet die Vorgabe an den TrĂ€ger, via 2 Bausteinen :

1. Baustein HeranfĂŒhrung /Vermittlung
Ziel ist es, Transparenz ĂŒber ein ggf. vorhandenes Netzwerk des Teilnehmers zu schaffen und/oder ein
neues Netzwerk des Teilnehmers aufzubauen sowie potentielle Arbeitgeber initiativ zur HeranfĂŒhrung an
eine sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigung im Förderprogramm „soziale Teilhabe“ anzusprechen
und den Teilnehmer zu vermitteln.

Ansprache von potentiellen Arbeitgebern zur Vermittlung in ein entsprechend
den Förderrichtlinien des Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ passen-
des, sozialversicherungspflichtiges BeschÀftigungsverhÀltnis
‱ Aktivierung des trĂ€ger- und teilnehmerseitig vorhandenen Netzwerkes
‱ Erstellung von Bewerbungsunterlagen
‱ Begleitung zu VorstellungsgesprĂ€chen
‱ Vorbereitung der Vertragsunterzeichnung
‱ Wenn möglich BefĂ€higung der Teilnehmer zur EigenstĂ€ndigen Recherche und
Ansprache passender Arbeitgeber -Dauer 4 Wochen
Daran anschließend folgt

2. Baustein Anbahnung/Vorbereitung der Arbeitsaufnahme

Ziel ist es, auf Seiten der Arbeitgeber Vorurteile hinsichtlich der beruflichen Eingliederung von Teilnehmern
der vorliegenden Zielgruppe (vgl. oben, B.1.2) abzubauen, Arbeitgeber entsprechend zu beraten und zu
unterstĂŒtzen, um so eine möglichst reibungslose BeschĂ€ftigungsaufnahme sicherzustellen.

‱ Information von Arbeitgebern ĂŒber die Fördermöglichkeiten im Rahmen des
Programms „Sozialer Arbeitsmarkt“, insbesondere mittels Projektflyer
‱ Beratung der Arbeitgeber zu den Anforderungen an die ArbeitsplĂ€tze und zu
Möglichkeiten der Schaffung solcher ArbeitsplÀtze
‱ Information ĂŒber und ggf. UnterstĂŒtzung bei der Abwicklung des Antragverfah-
rens auf Förderung im Rahmen des Programms „Sozialer Arbeitsmarkt“ im
Auftrag des Arbeitgebers und Teilnehmers
‱ UnterstĂŒtzung bei der im Rahmen der Förderung ggf. entstehenden administra-
tiven Aufgaben des Arbeitgebers und des Teilnehmers
‱ Begleitung der Vertragsunterzeichnung
‱ Überwachung der RĂŒckmeldung an Auftraggeber bzgl. Beginn der BeschĂ€fti-
gungsaufnahme etc.
‱ Hilfe bei weiteren BehördengĂ€ngen

‱ Beratung von SchlĂŒsselpersonen im Umfeld des Teilnehmers bzgl. Fragen, die
zur Stabilisierung des BeschÀftigungsverhÀltnisses erforderlich sind
‱ Sicherstellung, dass die ArbeitsfĂ€higkeit aufgrund erforderlicher Arbeits- und
SchutzausrĂŒstung gewĂ€hrleistet ist
‱ Besprechung und falls erforderlich Simulation der An- und Abfahrt
‱ Besprechung von und ggf. Erinnerung an arbeitsplatz- und unternehmensspe-
zifische Besonderheiten wie z.B. Sicherheitsunterweisungen, Arbeitszeitrege-
lungen etc.
‱ Besprechung des betrieblichen Umfelds und der Anforderungen im Arbeitsall-
tag (pĂŒnktlicher Arbeitsbeginn, Erwartungen des Arbeitgebers und Ähnliches)
‱ Verhaltenstraining, z. B. Umgang mit dem Arbeitgeber/den Kollegen am Arbeitsplatz

EinzelgesprÀche: 2x wöchentlich å 2 Stunden und Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag. Individuelle Begleitung des Arbeitgebers nach Bedarf.

BetreuungsschlĂŒssel von Coach zu Teilnehmer 1:8.
Personal mit Erfahrung im Umgang mit Arbeitgebern und insbesondere HR Prozes-
sen ist hierbei erforderlich.
Quelle: Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt ĂŒber REZ der BA SĂŒdwest vom 26.02.2018 -GeschĂ€ftszeichen :
401-18-45ind-00297
 
M

Mitglied 61702

Gast
Die Stellungnahme vom SoVD ist erschreckend, die von den beiden anderen Vereinen nur marginal besser zu sehen.

Was mich wirklich schockiert, ist daß auch vollzeitarbeitende SelbststĂ€ndige nun in solche Stellen gezwungen werden sollen.
 

0zymandias

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Frage zu der "ssssimulierten An- und Abfahrt":

Ich habe ein wenig Probleme mit dem Vollzug von Urlaub und PÀuschen, können wir die auch noch schnell simulieren?
 

hartzerkaese

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Gollum1964

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ich fĂŒrchte, Anfang 2019 rollt eine dicke Klagewelle auf die Sozialgerichte zu.

Das können die doch nicht ernst meinen mit den Inhalten der Vorbereitungsmaßnahme?
Wer unterschreibt denn freiwillig solchen DĂŒnnsch...?
 
M

Mitglied 61702

Gast
Das können die doch nicht ernst meinen mit den Inhalten der Vorbereitungsmaßnahme?
Wer unterschreibt denn freiwillig solchen DĂŒnnsch...?
Wie willst du das vermeiden? Die Teilnahme ist doch nicht freiwillig. Da brauchts vermutlich keine Unterschrift. Und wenn man den o.a. Text ansieht, dann sind da ja schon reihenweise Teilnehmer zwangsverpflichtet worden.
 

0zymandias

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Der SozialpÀda-Gogo kommt mit Sicherheit nicht mit zum VorstellungsgesprÀch, zur "Begleitung der Vertragsunterzeichnung" und auch nicht zur "Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag" (Jeeessas! :biggrin:).

Bei Letzterem wĂŒrde ich zwar schmerzlich die Erste SchultĂŒte vermissen, aber insgesamt wĂ€re mir der Datenschutz schon wichtiger. :biggrin:

Also werden nicht nur die SGs stÀrker gefordert, sondern auch die Datenschutzbeauftragten.

Den Arbeitsvertrag mĂŒsste ich erst prĂŒfen/prĂŒfen lassen und es könnte gut sein, dass ich da noch Verhandlungsbedarf hĂ€tte, z. B. muss das Startgebot der Entlohnung nicht unbedingt den Endstand darstellen.
 
D

Dinobot

Gast
iWer unterschreibt denn freiwillig solchen DĂŒnnsch...?
Das werden sich die Bieter auch mehrheitlich gesagt haben. Mithin hat sich aber EIN EINZiGER Bieter beworben. Und hat am 08.10.2018 den Auftrag bekommen. Es handelt sich dabei um diesen TrÀger:

https://www.bbw-neckargemuend.de/#

Die Ausschreibungsunterlagen sind nicht mehr frei zugĂ€nglich -aber keine Bange -habe vorher alles gesichert -wenn die Abwehr dieser Maßnahme von betroffenen Usern dann notwendig werden sollte. :cheer2:

Der SozialpÀda-Gogo kommt mit Sicherheit nicht mit zum VorstellungsgesprÀch, zur "Begleitung der Vertragsunterzeichnung" und auch nicht zur "Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag" (Jeeessas! :biggrin:).
Eine Grund dafĂŒr findet sich mithin in der Beschreibung, wo dem TrĂ€ger mitgeteilt wird, dass diese Kosten mit der Maßnahme abgegolten sind, also von ihm mitfinanziert werden sollen:

Diese Aufwendungen sind insbesondere:
‱ Kosten fĂŒr Maßnahmeinhalte
‱ Aufwendungen des Auftragnehmers fĂŒr
‱ Kosten fĂŒr den Teilnehmer, die im Rahmen der Leistungserbringung (Konzept) entstehen und vom
Auftragnehmer veranlasst werden, z.B. Leistungen zur UnterstĂŒtzung der EigenbemĂŒhungen des Teil-
nehmers wie Bewerbungskosten, Reisekosten fĂŒr VorstellungsgesprĂ€che. Diese sind vom Auftragneh-
mer im Rahmen seiner Leistungserbringung zu ĂŒbernehmen. Der Auftragnehmer soll den Teilnehmer
bei Maßnahmebeginn darauf hinweisen, dass diese Kosten vor ihrer Entstehung mit ihm abzustimmen sind.
‱ Notwendige Kosten fĂŒr Maßnahmeteile, die bei einem Arbeitgeber durchgefĂŒhrt werden, wenn diese
Bestandteil der Maßnahme sind (z.B. Arbeitsschutzbekleidung)
‱ Notwendige Kosten fĂŒr Maßnahmeteile, die bei einem Arbeitgeber durchgefĂŒhrt werden (z.B. Arbeits-
schutzbekleidung)
‱ Initiierung und Betreuung der Maßnahmeteile bei einem Arbeitgeber (betriebliche Erprobung)
‱ Absicherung (Versicherung) gegen SchĂ€den (außer grober FahrlĂ€ssigkeit und Vorsatz), die durch die
Teilnehmer wĂ€hrend der Maßnahmedauer verursacht werden
‱ Kosten fĂŒr die Unfallversicherung.
Quelle: Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt ĂŒber REZ der BA SĂŒdwest vom 26.02.2018 -GeschĂ€ftszeichen :
401-18-45ind-00297

Also -ein wohl rundum angedachtes billiges VergnĂŒgen fĂŒr die Jobcenter -weil die BA den TrĂ€ger selbst entlohnt.

FĂŒr die Teilnehmer eher nicht. Denn dazu teile ich da eher insgesamt die Meinung des IW aus Köln vom 27.02.2018, auf Seite 10:

...FĂŒnftens ist der Zweck der sozialen Grundsicherung die StĂ€rkung der Eigenverantwortung der HilfebedĂŒrftigen
(§1 (2) SGB II). Die Zuweisung in ein BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis, das keine echte Arbeit ist, sondern solche nur simuliert, schwĂ€cht dagegen die Eigenverantwortung. Vielmehr wird die AbhĂ€ngigkeit von staatlichen Einrichtungen zementiert. Der „soziale Arbeits-markt“ erscheint wie der Versuch, das Arbeitslosenproblem dadurch zu lösen, dass man die Arbeitslosen faktisch in den Staatsdienst ĂŒbernimmt. Dies stellt keine nach-
haltige Lösung dar, sondern eine Kapitulation.
Quelle: Holger SchÀfer ·
IW-Policy Paper ·
27. Feb 2018

Langzeitarbeitslosigkeit: Entwicklung, Ursachen und LösungsansÀtze

Download ĂŒber

:https://www.iwkoeln.de/studien/iw-policy-papers.html

Nachtrag:

Falls der TrĂ€ger auch gleich die Maßnahme Coaching Stunden ĂŒbernommen haben sollte. Herzlichen GlĂŒckwunsch. Dann stehen womoglich Besuche der Teilnehmer und Betriebe an -in bis zu 54 StĂ€dten -im Neckar Kreis. Denn so umfangreich ist das Einzugsgebiet via Netzwerk -von besagtem Jobcenter.
 

noillusions

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Hierbei könnten dann -bei Bedarf -fĂŒr jeden Teilnehmer 2000 Coaching Stunden zur Stabilisierung abgerufen werden -im gesamten Rhein-Neckar -Kreis

Abgerufen werden die, wenn ein Abbruch einer geförderten oder ungeförderten BeschÀftigung droht. Das betrifft dann die Betroffenen der Förderung nach 16e und sozialer Arbeitsmarkt und diejenigen, die (angeblich) elementare fachliche Defizite aufweisen, die durch eine Einarbeitung allein nicht zu beseitigen wÀren.
2000 Stunden - ein Arbeitstag hat acht Stunden, es gibt Urlaub, Wochenenden und Feiertage - wenn ich mich da "elementare fachliche Defizite"-mĂ€ĂŸig genug anstelle - kann ich dann mehr als ein Jahr lang fĂŒr Grundrechenarten - und RechtschreibĂŒbungen Mindestlohn beziehen?
 

Gollum1964

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Wie willst du das vermeiden? Die Teilnahme ist doch nicht freiwillig.
mahlzeit,

das gute ist, dass nur maximal 150000 Stellen geschaffen werden sollen, also nur fĂŒr ein Bruchteil der möglichen Kandidaten.
Ich schÀtze, da betteln gerade wie bei den 1 Euro-Jobs eine Menge "Hauptsache Arbeit"-Elos beim SB um die Aufnahme in das Programm.
Da allerdings die willigen Arbeitgeber auch erst mal aquiriert werden mĂŒssen, fĂŒrchte ich, das nach der Bespaßungsmaßnahme der eine oder andere Elo ein langes Gesicht macht, da er erstmal nur im Bewerberpool vorgemerkt ist.:biggrin: Und wie man es vom ZAF-Bewerberpool ja sehr gut kennt, kann sich der Verbleib dort sehr sehr lange ausdehnen.
 
D

Dinobot

Gast
2000 Stunden - ein Arbeitstag hat acht Stunden, es gibt Urlaub, Wochenenden und Feiertage - wenn ich mich da "elementare fachliche Defizite"-mĂ€ĂŸig genug anstelle - kann ich dann mehr als ein Jahr lang fĂŒr Grundrechenarten - und RechtschreibĂŒbungen Mindestlohn beziehen?
Das ist so dann wohl nicht angedacht. Jedenfalls ist die einzelne Betreuungszeit in der ergĂ€nzenden Maßnahme 2000 Coachingstunden -des Jobcenters Rhein-Neckar -Kreis anders und weitergehend konzipiert:

Das vorrangige Ziel der Maßnahme ist, durch intensive sozialpĂ€dagogische Begleitung die BeschĂ€ftigungs-
chancen fĂŒr die Zielgruppe zu erhöhen, individuelle Hemmnisse der Teilnehmer, die einer FortfĂŒhrung eines BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisses entgegenstehen zu beseitigen und somit die Beendigung von versiche-
rungspflichtigen BeschÀftigungsverhÀltnissen zu verhindern.

Die FörderungsfÀhigkeit der Teilnehmer ist gegeben, wenn der Stabilisierungsbedarf festgestellt wurde.
Quelle: Maßnahme 2000 Coaching Stunden ĂŒber das REZ SĂŒdwest der BA vom 25.05.2018, GeschĂ€ftszeichen 401-18-45ind-00298
 

noillusions

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Die Betreuung ist i.d.R. außerhalb der betrieblichen Arbeitszeiten der Teilnehmer anzubieten, erforderli-
chenfalls auch samstags.
Aha. Coaching ist natĂŒrlich keine Arbeit. Wie beim Euro-Job. Ist ja auch keine "Arbeit".

In der einen Beschreibung die du gebracht hast, liest sich das Coaching aber nicht freiwillig.
Dann wĂŒrde ich elementare fachliche Defizite beim Coaching-Versuch selbstverstĂ€ndlich konsequent bestreiten.
 

Onkel Tom

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Boah, wie sich die Zeiten Àndern..
Erst gab es die Ein-Euro-Jobs, die "gern" in Konflickte mit dem Gebot der ZusÀtzlichkeit gerieten..

Dann wurde sich darauf verbissen, das es "im Interesse der Allgemeinheit" liegen muss und spÀter
3 Jahres Ein-Euro-Job oder gar Tagelöhner-Ein-Euro-Jobs, wo Obdachlose hin zitiert wurden..

Nu wird ja Nahles Bonbon sichtbar.. Umerziehung in anspruchsloser Arbeits-SimmulationsverhÀltnisse,
lÀnger als 2 Jahre, also Neurologisch betrachtet mit einprÀgender Wirkung und wenn die 4 Milliarden nicht
mehr reichen, wird wahrscheinlich an den Einkommen der Betroffenen "gebastelt"..

Tja, da gibt es nur noch eine Weiche.. Sich wehren oder "Ran an die Arbeit und halte gefÀlligst den Mund"..

Das SG wird auch daran Wege finden, ihren Zeitbedarf zu schmÀlern..
VerlÀsst man sich auf andere, ist man schnell verlassen.
(Augenrollen)
 
M

Mitglied 61702

Gast
Samstags und zuhause! :doh:

Die haben echt einen Knall. Zu wievielen tauchen die dann daheim bei den Leuten auf? Ich wĂŒrd mich ehrlich gesagt da nicht in jemandes HĂŒtte trauen, bei einem derartigen Schwachsinn...
 

götzb

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Auch das DSGVO ist da ein nĂŒtzliches Tool.
Übermittlung "Arbeitgeber"<->Jobcenter<->TrĂ€ger.
 
D

Dinobot

Gast
In der einen Beschreibung die du gebracht hast, liest sich das Coaching aber nicht freiwillig.
Dann wĂŒrde ich elementare fachliche Defizite beim Coaching-Versuch selbstverstĂ€ndlich konsequent bestreiten.

Hier wird niemand zum Lesen der Beschreibung Coaching gezwungen.:icon_mrgreen:. Die Maßnahme Coaching ist als freiwillig gekennzeichnet. NatĂŒrlich -da der TrĂ€ger dann auch eine Vereinbarung zum Coaching des Elo mit dem AG trifft -wird das Coaching nur so lange andauern, bis AG beispielsweise das Interesse oder die Geduld verliert.

Coaching ist frĂŒhestens erst mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages vorgesehen -also nach der verpflichtenden Maßnahme Perspektive sozialer Arbeitsmarkt. Bring da nichts durcheinander.
 
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