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Zwangsarbeit für Hartz 4 Empfänger, Einführung §§ 16i und 16e SGB II (Teilhabechancengesetz)

PeterLustig

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#1
Im Netz kursiert momentan die Meldung, dass das Bundesministerium für Arbeit ein neues Regelinstrument zur Förderung von Langzeitarbeitslosen einführen will. Quelle soll ein sog. Referentenentwurf sein:

http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Arbeitsmarkt/Dokumente/2018_06_Teilhabechancengesetz.pdf

Danach können Arbeitslose, die binnen der letzten sieben Jahre länger als sechs Jahre ALG II erhalten haben, zwangsweise einem Arbeitgeber zum Mindestlohn zugewiesen werden (siehe Referentenentwurf § 16i Abs.3 SGB II.) Die Zuweisung kann bis zu 5 Jahre dauern, siehe folgender Artikel:

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/zwangsarbeit-fuer-alg-ii-empfaenger-a2494013.html#

Dieses Instrument soll nach dem Referentenentwurf ab dem 01. Januar 2019 in Kraft treten. Was denkt Ihr darüber?

Bitte auch die Stellungnahmen der verschiedenen Sozialverbände lesen, in denen teilweise die zwangsweise Zuweisung kritisiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

PeterLustig

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#3
Ok, danke für die Info. Allerdings wird die Sache durch den Referentenentwurf jetzt doch weiter konkretisiert.

Bei den angebotenen Arbeiten soll es sich z.B. nicht nur um gemeinnützige Arbeiten in Kommunen handeln, sondern auch um reguläre Arbeiten in Unternehmen.
 

swavolt

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#4
Wenns denn soviel Arbeit gibt?
Wo soll denn diese zusätzliche Arbeit herkommen?
Und totmachen muss man sich dann dort wohl auch nicht - immer langsam - schließlich bekommt man nicht von ungefähr keine Arbeit auf dem regulären Arbeitsmarkt.
 

Zeitkind

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#5
AW: Einführung §§ 16i und 16e SGB II (Teilhabechancengesetz)

Wir sollten ein Unternehmen gründen, z.B. Wenigeristmehr GmbH.

Dort stellen wir bei Erfüllung der Fördervoraussetzungen jeden ELO ein.
Das Produkt des Unternehmens ist Wandlung frei gewordener Arbeit in Kreativität.
Umweltfreundlichster Arbeitsplatz der AN ist ihr Zuhause.
Gezahlt wird Mindestlohn über die Förderung.

Irgendwann wäre die AfA gezwungen den Großteil ihrer Verwaltung abzuwickeln.
Aber in diesem Fall fängt unser Unternehmen natürlich jeden ELO auf. :icon_hihi:
 

Fairina

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#7
Die Idee gab es schon vor etlichen Jahren mit Maßnahmen von Elos für Elos.:peace::icon_hihi:
 

Zeitkind

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#8
Die Idee gab es schon vor etlichen Jahren mit Maßnahmen von Elos für Elos.
Nun, es steht im Raum, daß die Fördergelder immens erhöht werden.
Wenn diese zur Erfüllung kommunaler Aufgaben verwendet werden, hätte ich nichts dagegen.
Auf die Idee, vorhandene Arbeit zu verteilen, kommen die Kasperköppe ja nicht.
Zumindest dürften die sog. 1 Euro-Jobs wegfallen bzw. sich in Vollzeitstellen wandeln.
Kopfschmerzen bereitet mir dabei die Folge bevormundung"betreuung".
Und ich fürchte auch, daß sich die Sklavenhändler wie Schmeißfliegen auf die Förderung stürzen.
 

Fairina

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#11
Ich denke eher, das die angeblichen Erhöhungen eher der Finanzierung der BA samt ihren kommunalen Ablegern dienen werden. Denkt an das verrückte Haus.
 

saurbier

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#12
Ach Leute, daß ganze ist doch eh ein typischer Behördenläufer.

Da hat sich mal ein Referent wichtig fühlen dürfen (dem tut ja nichts weh) und sich etwas ausgedacht ohne sich mal anzuschauen was sowas schon bei den SchwerB bringt - nämlich nichts.

SchwerB werden ja schon lange mit derartigen Lohnzuschüssen gefördert und sogar noch kräftiger, aber trotzdem will sie keiner einstellen - warum nur.

Ich hab es damals als Hochqualifizierter Facharbeiter bei diversen ZAF´s versucht, hab denen gesagt das es staatliche Lohnzuschüsse für etliche Jahre gibt, aber keiner wollte zuschlagen, warum wohl.

Hier wird etwas so heiß gekocht, daß es eh keiner Essen kann.

Und mal ehrlich, warum sollte ein Unternehmer (ganz gleich ob auch ZAF) jemanden einstellen, der zwar Geld mitbringt, aber mangels Arbeitsinteresse an der fehlenden Motovation fehlen läßt. Sowas würde jedem ZAF das Genick bei der Kundschaft brechen.

Ich sehe bei meinem Minijob immer wieder solch unmotivierte meist junge Menschen, klar die wollen Geld verdienen sogar viel davon, nur sind sie eben nicht bereit die notwenige Arbeit jeden Tag aufs neue zu verrichten. Mindestlohn - nein danke.

Und mal ehrlich, ganz so falsch liegen sie damit ja auch nicht. Warum soll man sich für Mindestlohn kaputt schuften, damit der Chef mit einem gute Profite machen kann.


Grüße saurbier
 
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#13
SchwerB werden ja schon lange mit derartigen Lohnzuschüssen gefördert und sogar noch kräftiger, aber trotzdem will sie keiner einstellen - warum nur.
Das ist so generell nicht wahr.

Eine Sekretärin von uns hat MS. Die fehlt gelegentlich wegen Krankheit und hat auch einen höheren Urlaubsanspruch. Eingestellt worden ist sie trotzdem.
 

Dagegen72

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#14
oh man, lest mal (6)
"Die Agentur für Arbeit kann die erwerbsfähige, leistungsberechtigte Person unmittelbar abberufen, wenn sie diese in zumutbare Arbeit oder Ausbildung vermitteln kann".

Ist das nichts anderes, als wenn ein Elo einen Mini-Job hat und diesen abbrechen muss, wenn die AfA irgendwas für besser hält, bspw. eine Maßnahme?

außerdem kann ich nirgends lesen, dass die zugewiesene Stelle für den Elo passen muss.

Ic hlese überhaupt nur was von Pflichten und was die Afa alles kann und darf.
Wo steht was von den Rechten für den Elo? Wo sind die Gesetze, die den Elo vor dem Staat (was das Grundgesetz für den BürgerIn sein soll) bzw. vor der Afa bzw. dem JC schützt?

was sind eure Lösungen Erwerbslsosigkeit zu beenden wenn es keine Zwangszuweisungen geben soll?

wie wahrscheinlich ist es, dass der Arbeitgeber eine geförderte, zugewiesene Erwerbslose wieder kündigt, wenn die Pflichtzeiten um sind?

Welcher Arbeitgeber hat überhaupt Lust eine zu fördernde Elo einzustellen angesichts Bürokram u.ä? Oder ist ein Arbeitgeber auch gezwungen eine Zugewiesene Erwerbslose einuustellen?
 

saurbier

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#15
Ich bezweifle ersthaft das sowas funktioniert.

Hier hat wieder einmal der Behördenirrsinn zugeschlagen.

Menschen welche man die Macht verliehen hat über andere Menschen zu entscheiden, aber denen es schon am grundsätzlichsten fehlt, der eigenen Erfahrung wie es auf dem freien Arbeitsmarkt aussieht, weil sie selbst die staatliche Alimentation geniessen dürfen.

Von der harten Realität des Arbeitsmarktes und seinen wirtschaftlichen Erfordernissen abgekapselt läßt sich solch ein Gesetzentwurf gut schreiben.

Werden heutzutage bereits Menschen die gesundheitlich nicht mehr können und die 40 überschritten haben, von keinem Arbeitgeber mehr eingestellt, ja noch nicht einmal von den Sozialträgern selbst für eine berufliche Förderung/Umschulung heran gezogen, will hier ein Referent aus dem Arbeitsministerium solche nunmehr in Arbeit bringen, indem er finanzielle Anreize bietet.

Hier sieht man, wie krank doch unser System - Staat im Staat - ist.

Vielleicht sollte man mal genauer schauen, welch wahrer Grund diesen Referenten dazu bewegt hat, solch ein System auszudenken - vielleicht die Nähe (über tausend Ecken) zu einer bestimmten Berufsgruppe, die sich auf diese Weise wieder einmal schnelles oder leichtes Geld erhofft. Es scheint doch so, daß nichts hierzulande offenbar einfacher ist, als sich am Staatstropf mit der richtigen Idee zu nähren.

Waren es bieher die tausenden von Bildungsträgern, sollen es demnächst die schein Arbeitgeber werden.

Auf diese Weise plündert man dann die Sozialkassen weiter zu Lasten der Beitragszahler und bekommt auf diese Weise die besten Argumente das staatliche System gegen ein privates auszutauschen. Zugelich hat man dann auch noch Argumente übrig, die Sozialleistungen wegen der enormen Kosten weiter zu senken.

Letztes Beispiel ist ja die Rentenkasse, welcher man die Mütterrente aufs Auge gedrückt hat.

Kaum ein Arbeitgeber ist hierzulande so sozial eingestellt, einen SchwerB einzustellen, trotz massiver Subventionen. Da soll es bei einem Langzeitarbeitslosen mit Zwangsarbeitszuweisung besser gelingen, der schon demotiviert die Arbeit antreten muß - ha ha da kann ich nur lachen.

Werfen wir einen Blick auf die ZAF (wohl die einzigen welche noch Arbeitsstellen anbieten) wie diese ihre Mitarbeiter zum teil gegen Gesetze ausnutzen, nun was mag denen dann wohl neues einfallen, wenn sie jetzt Zwangszuweisungen auch noch kostenlos erhalten.


Grüße saurbier
 

Dagegen72

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#17
Der Clou: Die Bundesgentur für Arbeit kritisiert die Maßnahme, jetzt kommts, weil: 4 Milliarden Euro (4.000.000.000,00 Euro) die die BRD dafür bereit stellen will, sind ihr zu wenig. Das wäre von der möglichen Summe her nicht attraktiv für die Arbeitgeber!! hieß es im Fernsehen.

Worüber ich aber gerade einen Link finde: CDU Whittekar fordert, dass nebst Geldforderungen auch noch ein Coaching notwendig ist!! :doh:
https://www.tagesschau.de/inland/landzeitarbeitslose-zuschuesse-kabinett-101.html
Der CDU-Arbeitsmarktpolitiker forderte im aktuellen Gesetzesvorhaben die Ausweitung von Coaching: "Ohne intensives und langfristiges Coaching werden die angekündigten Reformmaßnahmen grandios scheitern." Es brauche zielgruppenspezifisches Coaching, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiere, so Whittaker.
Gewerkschaften und Vdk sehen Probleme bei der geplanten Förderung mit Geld:
https://www.zeit.de/politik/deutsch...tslose-zuschuss-gesetzesentwurf-hubertus-heil
Kritik an den Plänen der großen Koalition äußerte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele: Sie forderte, dass Betroffene nach Tarif bezahlt werden müssten. Dafür sprach sich auch der Deutsche Gewerkschaftsbund aus. Ohne tarifliche Bezahlung würden tarifgebundene kommunale Unternehmen nicht an dem Programm teilnehmen, weil sie die Differenz zwischen Tarif- und Mindestlohnsatz selbst bezahlen müssten.
 

Frank71

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#18
Ich vermute Mal das wieder ein Großteil der Kohle in den Verwaltungsapparat der Jobcenter geblasen wird.
 

Usia

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#19
Meiner Beobachtung nach interessiert es die bereits vorhandenen Profiteure der Armutsindustrie nicht, ob die Zwangsarbeiter motiviert oder qualifiziert sind. Ich war schon des oefteren fuer ZAFs taetig und musste einen 1-Euro-Job machen, unter all dieser Zwangsarbeit litt ich fuer alle ersichtlich und es hat nie jemanden gestoert. Solange der Staat oder der Entleiher zahlt, kann man auch weinend vor dem Computer sitzen, das juckt niemanden.


Bislang konnte man aufgrund der zeitlichen Begrenzung bei ZAFs und Massnahmetraegern wenigstens ein Licht am Ende des Tunnels sehen, nach ein paar Monaten war der Spuk vorbei. Mit jahrelanger Zwangsarbeit ist fuer mich eine neue Stufe der Unmenschlichkeit erreicht.

Natuerlich muss man abwarten, zu welchem Ergebnis diese Plaene fuehren werden, aber bereits die Hartnaeckigkeit mit der sich unsere Regierung immer wieder jaehrlich neue Verschlimmerungen fuer ELOs ausdenkt bereitet mir zunehmend Sorgen und schuert Zukunftsaengste. Wenn sie wenigstens den eh schon unbefriedigenden Zustand unseres Sozialsystems mal ein paar Jahre lang unangetastet liessen, an Verbesserungen denke ich schon gar nicht mehr, das erscheint mir in Anbetracht wachsender gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Gesellschaft voellig utopisch.
 

Kampfmops

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#20
Es geht mir da genauso wie Usia.

Die Politiker lassen sich immer neuen Mist einfallen, um Elos zu ärgern und evtl. normale Arbeitnehmer weiter in Angst um ihren Arbeitsplatz zu versetzen.

Anstatt mal was Vernünftiges zu machen, kommen die Herren und Damen von oben, nur auf solchen Kram. Wie es den Menschen dabei geht, ist ihnen auch egal, da sie ja ihre Kohle sicher haben. Hauptsache "Gierfirmen" werden wieder unterstützt. :censored:
 

Dinobot

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#21
Ich vermute Mal das wieder ein Großteil der Kohle in den Verwaltungsapparat der Jobcenter geblasen wird.
Dafür sorgen die Jobcenter schon von Anfang an . Indem sie nämlich einfach vorher den geistigen Dünnpfiff aus willkürlichen Einschätzungen und willkürlchen Vermutungen über angebliche vermittlungsrelevante Hemminisse aus Ihrem System dann zweckdienlich über die Elos bei Bedarf ablassen bzw. den so diffarmierten zu Trägern oder systemtreuen AG senden, mit dem Hinweis, es wäre angeblich Handlungsbedarf wegen "dessen" Problemen -was dann Träger und AG mit dem Elo ausbaden bzw. "bereinigen" sollen.

Es soll nur wieder eine anderes und längerfristiges Projekt dafür herhalten und der Elo einen anderen Dauerparkplatz bekommen.

Sowas kann man dann auch Teilhabe nennen. Dieses Teilhabe kann aber wieder keine sein, die man so freiwillig wünschen kann. Weder als Träger -noch als AG. Und schon mal gar nicht als betroffener Elo.

Wer sich das gefallen lässt, der muss dann nicht noch über dieses neue Bindeglied in einer Endlosschleife beschweren.
Weder die Regierung noch die Akteuere sind zu besserem befähigt oder gar gewillt, was schon das bisherige Vorgehen des Umgangs mit Arbeitslosen und insbesondere Langzeitarbeitlosen ganz offensichtlich gezeigt hat.
 

DoppelPleite

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#22
Wer redet hier von Motivation, es gibt fröhliche EURO JOBBER die nach dem ersten Halbjahr um Verlängerung beten. Genau diese werden sich um solche Jobs reißen.

Während 4MRD EURO für gerade um die 300k "Angestellte" reichen würden. Aber keine Sorge, wer meint das wäre die Spitze wird sich die kommenden Jahre noch umsehen. Was ist aus der "Rechtsvereinfachung" 08/2016 geworden, war da nicht noch etwas mit Schadenersatz für Ablehnung zumutbarer Arbeit?

Bin gespannt wer hier als erstes im Frühjahr die Fahne des Teilhabechancengesetzes tragen darf und wie man dem begegnen könnte.
Jetzt wo fast jeder hier am eigenen Leib erfahren dürfte wie gradlinig ein SG das SGB einhält.

Never change a running system, trifft wohl zu.
 

PeterLustig

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#24
Habe gestern an einer Informationsveranstaltung unseres Jobcenters bzgl. der durch den § 16i subventionierten Arbeitsplätze teilgenommen.

Abschließend kann man dazu sagen, dass es sich wohl um als sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze getarnte 1-EUR Jobs handelt.

Bei uns in einer ländlichen Region ist vorgesehen, die unter diese Regelung fallenden Leistungsbezieher zum Mindestlohn hauptsächlich bei den Kommunen (Bauhof) zu beschäftigen.
Da werden Erinnerungen an vergangene Zeiten (1- EUR Job) wach.
 

Gollum1964

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#25
Habe gestern an einer Informationsveranstaltung unseres Jobcenters bzgl. der durch den § 16i subventionierten Arbeitsplätze teilgenommen.

Abschließend kann man dazu sagen, dass es sich wohl um als sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze getarnte 1-EUR Jobs handelt.
moin,

das hört sich ja nicht lustig an.
Kannst du bestätigen, dass man sich für dieses Programm erst über Vorbereitungsmaßnahmen vorbereiten muss (Minimum halbes Jahr), um überhaupt in den "Bewerberpool" zu kommen?
Wie sieht es zudem mit der Freiwilligkeit aus?
 

PeterLustig

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#26
Hallo, eine Freiwilligkeit ist ja schon vom Gesetz her nicht vorgesehen "kann zugewiesen werden". Eine Zustimmung des Leistungsempfängers ist also nicht vorgesehen und auch nicht gewollt, da diese Jobs ein weiteres Instrument der Jobcenter darstellen, um Druck auf die Leistungsempfänger ausüben zu können, um den Bezug von Hartz 4 auf eine gewisse Dauer zu begrenzen, nach der wieder ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (egal ob freiwillig oder gezwungen) folgt.

Es können Maßnahmen vorgeschaltet werden (Dauer 6 Monate), um den Leistungsempfänger auf die subventionierten "Jobs" vorzubereiten. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung.
 

Gollum1964

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#27
Es können Maßnahmen vorgeschaltet werden (Dauer 6 Monate), um den Leistungsempfänger auf die subventionierten "Jobs" vorzubereiten. Dies ist aber keine unbedingte Voraussetzung.
naja,

damit zumindest keine Zwangsbetreuung, die ja in vielen Fällen auch unsinnig wäre.
Obwohl in §16e (3) SGB2 sehe ich folgenden Inhalt:

"sie für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten verstärkte vermittlerische Unterstützung nach § 16 Absatz 1 Satz 1 unter Einbeziehung der übrigen Eingliederungsleistungen nach diesem Buch erhalten hat,"

Das hört sich eher wieder danach an, als ob diese Vorbereitungsmaßnahme vorgeschaltet werden muß, bevor der Zwangsjob angetreten wird.
Dagegen waren die Bewerbungen auf ZAF-Bewerberpools ja noch harmlos gewesen.
 

Allimente

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#28
Klingt ja alles nicht sonderlich gut. Ich falle auch unter dieser Regelung. Allerdings habe ich einige Einschänkungen (muß meine Frau Pflegen) und kann eigentlich nicht ca. 10 Std. täglich ausser Haus. Zudem sind da noch mindestens 6-8 Arzt und Rehatermine monatlich die dazu kommen, wo ich meine Frau begleiten muß und die schon mal 4-6 Stunden dauern können.

Ich bin echt gespannt, ob mein SB versuchen wird mich da ebenfalls unterzubringen. Da muß ich mir was einfallen lassen. Mein Frau hat momentan zwar nur Pflegegrad 1, aber das ist eher ein schlechter Witz.

Da werde ich wohl erstmal mit § 10 SGB II argumentieren müssen:

(5) Ist der Pflegeaufwand so gering, dass die erforderlichen Leistungen nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden, ist grundsätzlich eine Arbeitsaufnahme zumutbar. Einschränkungen können sich aber auch aus einem Betreuungsaufwand ergeben, für den die Pflegeversicherung nicht eintritt.

(6) Eine Ausnahmeregelung kann auch notwendig sein, wenn der Pflegebedarf nicht täglich, sondern schubweise auftritt. Hier ist eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung zu treffen.

Bei Ausnahmeentscheidungen sind Art und Schwere der Erkrankung sowie die Möglichkeiten der pflegerischen Versorgung durch Dritte bzw. durch mehrere Personen im persönlichen Umfeld der zu pflegenden Person zu berücksichtigen bzw. zu prüfen.
 

Gollum1964

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#29
Klingt ja alles nicht sonderlich gut. Ich falle auch unter dieser Regelung.
naja,

erstmal abwarten und Tee trinken.

Was die Jobs angeht, müssen erstmal willige Arbeitgeber gefunden werden, die sich unwillige Arbeitslose ans Bein binden möchten (Blöd-Zeitung Speech:censored:).
Wenn tatsächlich einer gefunden ist, wirds allerdings eng, da die wahrscheinlich sehr unschmackhaft sein werden.

Beunruhigender finde ich vielmehr die Vorspeise (Vorbereitungsmaßnahme), die ja schon angeleiert werden könnte, auch wenn die Hauptspeise (Zwangsjob) noch garnicht sicher ist, da hier häufig der Begriff "Poolbildung" herumgeistert.
Der könnte somit jeder anheimfallen, der die Kriterien erfüllt (mindestens 21 Monate ALG2 in den letzten 24 Monaten), also Maßnahme per Gesetz.
 

götzb

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#30
Da unterschreibt man nix, auch keinen Arbeitsvertrag bei so einer Zwangschancenjobmaßnahme und dann war es das wohl.
 

Dinobot

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#31
Kannst du bestätigen, dass man sich für dieses Programm erst über Vorbereitungsmaßnahmen vorbereiten muss (Minimum halbes Jahr), um überhaupt in den "Bewerberpool" zu kommen?
Das kann ich Dir zumindest schon für ein Jobcenter bestätigen, welches sehr genau Maßnahmen nach 16 I über die BA in Auftrag gegeben hat, wo die Zielgruppe sich an dem vorgenanntem Teil des Gesetzes orientiert:

Das zweite, neu gefasste, Instrument im SGB II mit dem Titel „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ soll eine Rechtsgrundlage für einen neuen Lohnkostenzuschuss schaffen. Es richtet sich an ALG-II-Bezieher, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Gefördert werden soll auch hier sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, für die es im ersten Jahr einen Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75 Prozent und im zweiten Jahr mit der Hälfte des gezahlten Lohnes geben soll.
Quelle: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw41-de-teilhabechancengesetz/570754

Ich kenne die Details einer schon vollständig geplanten Umsetzung dazu aus der mir vorliegenden Ausschreibung der BA für das Jobcenter Rhein- Neckar -Kreis vom 26.02.2018, welches einen Start in 7 Städten vorsieht. Die Maßnahme nach 16 I nennt sich

Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt

Als Zielgruppe gelten -laut Leistungsbeschreibung - Elos, die sich mindestens 2 Jahre im Langleistungsbezug befinden

Oder im Sinne des § 18 SGB III langzeitarbeitslos sind:

https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/18.html

Beginn: 26.11.2018
Dauer: 5 Monate
Orte / Anzahl Teilnehmer : Schwetzingen/16, Hockenheim/16, Heidelberg/16 -(ohne die Stadtteile Boxberg, Emmertsgrad, Ziegelhausen, Schlierbeck ), Neckargemünd/16, Wiesloch /30, Weinheim/28, Sinsheim/18

Die Maßnahme besteht aus 2 Phasen, die mit der Übergabe des Teilnehmers an einen AG des sozialen Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt hat. Die Inhalte der Maßnahme sind sehr restriktiv -weil die sich auf die "Überwachung " des Teilnehmers bis auf die Begleitung des Teilnehmers zur Vertragsunterzeichnung beim AG für den sozialen Arbeitsmarkt erstrecken soll.

Sogar der dann übernehmende AG soll vom Träger beraten und unterstüzt werden, um eine reibungslose Beschäftigungsaufnahme sicherzustellen.

Die Teilnahme ist nicht freiwillig. wer teilnimmt, das entscheidet das Jobcenter. Ein Eintritt in die Maßnahme ist an jedem Tag möglich, kann man dort lesen.

Offensichtlich hat man hier eine Reihe Elos schon im Vorfeld im Blickpunkt, bei denen die Zuweisung so nicht klappen würde.

Daran anknüpfend hat das Jobcenter eine weitere Maßnahme als Allzweckwaffe gegen drohende Beendigungen von Beschäftigungen eingekauft:

Diese Maßnahme nennt sich Coaching Stunden-Stabilisierung der Beschäftigungsaufnahme

Ab 28.10.2018

Hierbei könnten dann -bei Bedarf -für jeden Teilnehmer 2000 Coaching Stunden zur Stabilisierung abgerufen werden -im gesamten Rhein-Neckar -Kreis

Abgerufen werden die, wenn ein Abbruch einer geförderten oder ungeförderten Beschäftigung droht. Das betrifft dann die Betroffenen der Förderung nach 16e und sozialer Arbeitsmarkt und diejenigen, die (angeblich) elementare fachliche Defizite aufweisen, die durch eine Einarbeitung allein nicht zu beseitigen wären.

Es stehen für jeden Teilnehmer 2000 Stunden zur Verfügung

Die Betreuung findet dann jeweils mit Aufnahme der Beschäftigung statt. Unterschied: Diese Coaching Stunden sind als freiwillig gekennzeichnet. Dazu unterzeichnet der Träger eine Vereinbarung mit dem Betrieb und extra eine mit dem Teilnehmer.

Ich frage mich ernsthaft, wer eine solche Vereinbarung freiwillig unterzeichnet, die als Begründung der Erforderlichkeit diese Passagen zum Ankreuzen oder erweiterter Erklärung des Teilnehmers enthält:

Die Förderung zur Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses erscheint erforderlich, da sonst das
Fortbestehen des Beschäftigungsverhältnisses gefährdet ist und zwar durch:
 Defizite im allgemeinbildenden Bereich
 Defizite im sprachlichen Bereich
 Probleme im sozialen Bereich
 Probleme im persönlichen Bereich
 Lernbeeinträchtigung
 Soziale Beeinträchtigung

(ggf. gesondertes Blatt beifügen)
Auszug Ende

Quelle: anlage zur Maßnahme Coaching Stunden über das REZ Südwest der BA vom 25.05.2018, Geschäftszeichen 401-18-45ind-00298

Diese Kombination der beiden Maßnahmen ist die umfangreichste eines Jobcenters, die ich bislang ermitteln konnte. Gerade deswegen und wegen der umfangreichen Anzahl von vieleicht Betroffenen Elos dieses Jobcenter hielt ich diese Kurz- Info vorab für angebracht.

Was die Jobs angeht, müssen erstmal willige Arbeitgeber gefunden werden, die sich unwillige Arbeitslose ans Bein binden möchten (Blöd-Zeitung Speech:censored:).
Was diese Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt angeht, so lautet die Vorgabe an den Träger, via 2 Bausteinen :

1. Baustein Heranführung /Vermittlung
Ziel ist es, Transparenz über ein ggf. vorhandenes Netzwerk des Teilnehmers zu schaffen und/oder ein
neues Netzwerk des Teilnehmers aufzubauen sowie potentielle Arbeitgeber initiativ zur Heranführung an
eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Förderprogramm „soziale Teilhabe“ anzusprechen
und den Teilnehmer zu vermitteln.

Ansprache von potentiellen Arbeitgebern zur Vermittlung in ein entsprechend
den Förderrichtlinien des Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ passen-
des, sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis
• Aktivierung des träger- und teilnehmerseitig vorhandenen Netzwerkes
• Erstellung von Bewerbungsunterlagen
• Begleitung zu Vorstellungsgesprächen
• Vorbereitung der Vertragsunterzeichnung
• Wenn möglich Befähigung der Teilnehmer zur Eigenständigen Recherche und
Ansprache passender Arbeitgeber -Dauer 4 Wochen
Daran anschließend folgt

2. Baustein Anbahnung/Vorbereitung der Arbeitsaufnahme

Ziel ist es, auf Seiten der Arbeitgeber Vorurteile hinsichtlich der beruflichen Eingliederung von Teilnehmern
der vorliegenden Zielgruppe (vgl. oben, B.1.2) abzubauen, Arbeitgeber entsprechend zu beraten und zu
unterstützen, um so eine möglichst reibungslose Beschäftigungsaufnahme sicherzustellen.

• Information von Arbeitgebern über die Fördermöglichkeiten im Rahmen des
Programms „Sozialer Arbeitsmarkt“, insbesondere mittels Projektflyer
• Beratung der Arbeitgeber zu den Anforderungen an die Arbeitsplätze und zu
Möglichkeiten der Schaffung solcher Arbeitsplätze
• Information über und ggf. Unterstützung bei der Abwicklung des Antragverfah-
rens auf Förderung im Rahmen des Programms „Sozialer Arbeitsmarkt“ im
Auftrag des Arbeitgebers und Teilnehmers
• Unterstützung bei der im Rahmen der Förderung ggf. entstehenden administra-
tiven Aufgaben des Arbeitgebers und des Teilnehmers
• Begleitung der Vertragsunterzeichnung
• Überwachung der Rückmeldung an Auftraggeber bzgl. Beginn der Beschäfti-
gungsaufnahme etc.
• Hilfe bei weiteren Behördengängen

• Beratung von Schlüsselpersonen im Umfeld des Teilnehmers bzgl. Fragen, die
zur Stabilisierung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich sind
• Sicherstellung, dass die Arbeitsfähigkeit aufgrund erforderlicher Arbeits- und
Schutzausrüstung gewährleistet ist
• Besprechung und falls erforderlich Simulation der An- und Abfahrt
• Besprechung von und ggf. Erinnerung an arbeitsplatz- und unternehmensspe-
zifische Besonderheiten wie z.B. Sicherheitsunterweisungen, Arbeitszeitrege-
lungen etc.
• Besprechung des betrieblichen Umfelds und der Anforderungen im Arbeitsall-
tag (pünktlicher Arbeitsbeginn, Erwartungen des Arbeitgebers und Ähnliches)
• Verhaltenstraining, z. B. Umgang mit dem Arbeitgeber/den Kollegen am Arbeitsplatz

Einzelgespräche: 2x wöchentlich á 2 Stunden und Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag. Individuelle Begleitung des Arbeitgebers nach Bedarf.

Betreuungsschlüssel von Coach zu Teilnehmer 1:8.
Personal mit Erfahrung im Umgang mit Arbeitgebern und insbesondere HR Prozes-
sen ist hierbei erforderlich.
Quelle: Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt über REZ der BA Südwest vom 26.02.2018 -Geschäftszeichen :
401-18-45ind-00297
 
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#32
Die Stellungnahme vom SoVD ist erschreckend, die von den beiden anderen Vereinen nur marginal besser zu sehen.

Was mich wirklich schockiert, ist daß auch vollzeitarbeitende Selbstständige nun in solche Stellen gezwungen werden sollen.
 

0zymandias

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#34
Frage zu der "ssssimulierten An- und Abfahrt":

Ich habe ein wenig Probleme mit dem Vollzug von Urlaub und Päuschen, können wir die auch noch schnell simulieren?
 
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#35
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Gollum1964

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#36
ich fürchte, Anfang 2019 rollt eine dicke Klagewelle auf die Sozialgerichte zu.

Das können die doch nicht ernst meinen mit den Inhalten der Vorbereitungsmaßnahme?
Wer unterschreibt denn freiwillig solchen Dünnsch...?
 

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#37
Das können die doch nicht ernst meinen mit den Inhalten der Vorbereitungsmaßnahme?
Wer unterschreibt denn freiwillig solchen Dünnsch...?
Wie willst du das vermeiden? Die Teilnahme ist doch nicht freiwillig. Da brauchts vermutlich keine Unterschrift. Und wenn man den o.a. Text ansieht, dann sind da ja schon reihenweise Teilnehmer zwangsverpflichtet worden.
 

0zymandias

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#38
Der Sozialpäda-Gogo kommt mit Sicherheit nicht mit zum Vorstellungsgespräch, zur "Begleitung der Vertragsunterzeichnung" und auch nicht zur "Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag" (Jeeessas! :biggrin:).

Bei Letzterem würde ich zwar schmerzlich die Erste Schultüte vermissen, aber insgesamt wäre mir der Datenschutz schon wichtiger. :biggrin:

Also werden nicht nur die SGs stärker gefordert, sondern auch die Datenschutzbeauftragten.

Den Arbeitsvertrag müsste ich erst prüfen/prüfen lassen und es könnte gut sein, dass ich da noch Verhandlungsbedarf hätte, z. B. muss das Startgebot der Entlohnung nicht unbedingt den Endstand darstellen.
 

Dinobot

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#40
iWer unterschreibt denn freiwillig solchen Dünnsch...?
Das werden sich die Bieter auch mehrheitlich gesagt haben. Mithin hat sich aber EIN EINZiGER Bieter beworben. Und hat am 08.10.2018 den Auftrag bekommen. Es handelt sich dabei um diesen Träger:

https://www.bbw-neckargemuend.de/#

Die Ausschreibungsunterlagen sind nicht mehr frei zugänglich -aber keine Bange -habe vorher alles gesichert -wenn die Abwehr dieser Maßnahme von betroffenen Usern dann notwendig werden sollte. :cheer2:

Der Sozialpäda-Gogo kommt mit Sicherheit nicht mit zum Vorstellungsgespräch, zur "Begleitung der Vertragsunterzeichnung" und auch nicht zur "Begleitung des Teilnehmers zum Antritt des Arbeitsplatzes am ersten Arbeitstag" (Jeeessas! :biggrin:).
Eine Grund dafür findet sich mithin in der Beschreibung, wo dem Träger mitgeteilt wird, dass diese Kosten mit der Maßnahme abgegolten sind, also von ihm mitfinanziert werden sollen:

Diese Aufwendungen sind insbesondere:
• Kosten für Maßnahmeinhalte
• Aufwendungen des Auftragnehmers für
• Kosten für den Teilnehmer, die im Rahmen der Leistungserbringung (Konzept) entstehen und vom
Auftragnehmer veranlasst werden, z.B. Leistungen zur Unterstützung der Eigenbemühungen des Teil-
nehmers wie Bewerbungskosten, Reisekosten für Vorstellungsgespräche. Diese sind vom Auftragneh-
mer im Rahmen seiner Leistungserbringung zu übernehmen. Der Auftragnehmer soll den Teilnehmer
bei Maßnahmebeginn darauf hinweisen, dass diese Kosten vor ihrer Entstehung mit ihm abzustimmen sind.
• Notwendige Kosten für Maßnahmeteile, die bei einem Arbeitgeber durchgeführt werden, wenn diese
Bestandteil der Maßnahme sind (z.B. Arbeitsschutzbekleidung)
• Notwendige Kosten für Maßnahmeteile, die bei einem Arbeitgeber durchgeführt werden (z.B. Arbeits-
schutzbekleidung)
• Initiierung und Betreuung der Maßnahmeteile bei einem Arbeitgeber (betriebliche Erprobung)
• Absicherung (Versicherung) gegen Schäden (außer grober Fahrlässigkeit und Vorsatz), die durch die
Teilnehmer während der Maßnahmedauer verursacht werden
• Kosten für die Unfallversicherung.
Quelle: Maßnahme Perspektive Sozialer Arbeitsmarkt über REZ der BA Südwest vom 26.02.2018 -Geschäftszeichen :
401-18-45ind-00297

Also -ein wohl rundum angedachtes billiges Vergnügen für die Jobcenter -weil die BA den Träger selbst entlohnt.

Für die Teilnehmer eher nicht. Denn dazu teile ich da eher insgesamt die Meinung des IW aus Köln vom 27.02.2018, auf Seite 10:

...Fünftens ist der Zweck der sozialen Grundsicherung die Stärkung der Eigenverantwortung der Hilfebedürftigen
(§1 (2) SGB II). Die Zuweisung in ein Beschäftigungsverhältnis, das keine echte Arbeit ist, sondern solche nur simuliert, schwächt dagegen die Eigenverantwortung. Vielmehr wird die Abhängigkeit von staatlichen Einrichtungen zementiert. Der „soziale Arbeits-markt“ erscheint wie der Versuch, das Arbeitslosenproblem dadurch zu lösen, dass man die Arbeitslosen faktisch in den Staatsdienst übernimmt. Dies stellt keine nach-
haltige Lösung dar, sondern eine Kapitulation.
Quelle: Holger Schäfer ·
IW-Policy Paper ·
27. Feb 2018

Langzeitarbeitslosigkeit: Entwicklung, Ursachen und Lösungsansätze

Download über

:https://www.iwkoeln.de/studien/iw-policy-papers.html

Nachtrag:

Falls der Träger auch gleich die Maßnahme Coaching Stunden übernommen haben sollte. Herzlichen Glückwunsch. Dann stehen womoglich Besuche der Teilnehmer und Betriebe an -in bis zu 54 Städten -im Neckar Kreis. Denn so umfangreich ist das Einzugsgebiet via Netzwerk -von besagtem Jobcenter.
 
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noillusions

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#41
Hierbei könnten dann -bei Bedarf -für jeden Teilnehmer 2000 Coaching Stunden zur Stabilisierung abgerufen werden -im gesamten Rhein-Neckar -Kreis

Abgerufen werden die, wenn ein Abbruch einer geförderten oder ungeförderten Beschäftigung droht. Das betrifft dann die Betroffenen der Förderung nach 16e und sozialer Arbeitsmarkt und diejenigen, die (angeblich) elementare fachliche Defizite aufweisen, die durch eine Einarbeitung allein nicht zu beseitigen wären.
2000 Stunden - ein Arbeitstag hat acht Stunden, es gibt Urlaub, Wochenenden und Feiertage - wenn ich mich da "elementare fachliche Defizite"-mäßig genug anstelle - kann ich dann mehr als ein Jahr lang für Grundrechenarten - und Rechtschreibübungen Mindestlohn beziehen?
 

noillusions

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#43
Und der Arbeitsvertrag kommt in Zukunft per VA?! :icon_lol:
Nein, nein! Wenn du den nicht unterschreibst, hast du bestimmt ein "elementares fachliches Defizit" was das Unterscheiben von Arbeitsverträgen angeht - da muß dann ein Coach ran!:icon_mrgreen:
Dann übst du deine Unterschrift!:cheer2:
 

Gollum1964

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#44
Wie willst du das vermeiden? Die Teilnahme ist doch nicht freiwillig.
mahlzeit,

das gute ist, dass nur maximal 150000 Stellen geschaffen werden sollen, also nur für ein Bruchteil der möglichen Kandidaten.
Ich schätze, da betteln gerade wie bei den 1 Euro-Jobs eine Menge "Hauptsache Arbeit"-Elos beim SB um die Aufnahme in das Programm.
Da allerdings die willigen Arbeitgeber auch erst mal aquiriert werden müssen, fürchte ich, das nach der Bespaßungsmaßnahme der eine oder andere Elo ein langes Gesicht macht, da er erstmal nur im Bewerberpool vorgemerkt ist.:biggrin: Und wie man es vom ZAF-Bewerberpool ja sehr gut kennt, kann sich der Verbleib dort sehr sehr lange ausdehnen.
 

Dinobot

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#45
2000 Stunden - ein Arbeitstag hat acht Stunden, es gibt Urlaub, Wochenenden und Feiertage - wenn ich mich da "elementare fachliche Defizite"-mäßig genug anstelle - kann ich dann mehr als ein Jahr lang für Grundrechenarten - und Rechtschreibübungen Mindestlohn beziehen?
Das ist so dann wohl nicht angedacht. Jedenfalls ist die einzelne Betreuungszeit in der ergänzenden Maßnahme 2000 Coachingstunden -des Jobcenters Rhein-Neckar -Kreis anders und weitergehend konzipiert:

Das vorrangige Ziel der Maßnahme ist, durch intensive sozialpädagogische Begleitung die Beschäftigungs-
chancen für die Zielgruppe zu erhöhen, individuelle Hemmnisse der Teilnehmer, die einer Fortführung eines Beschäftigungsverhältnisses entgegenstehen zu beseitigen und somit die Beendigung von versiche-
rungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zu verhindern.

Die Förderungsfähigkeit der Teilnehmer ist gegeben, wenn der Stabilisierungsbedarf festgestellt wurde.
Quelle: Maßnahme 2000 Coaching Stunden über das REZ Südwest der BA vom 25.05.2018, Geschäftszeichen 401-18-45ind-00298
 
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noillusions

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#46
Die Betreuung ist i.d.R. außerhalb der betrieblichen Arbeitszeiten der Teilnehmer anzubieten, erforderli-
chenfalls auch samstags.
Aha. Coaching ist natürlich keine Arbeit. Wie beim Euro-Job. Ist ja auch keine "Arbeit".

In der einen Beschreibung die du gebracht hast, liest sich das Coaching aber nicht freiwillig.
Dann würde ich elementare fachliche Defizite beim Coaching-Versuch selbstverständlich konsequent bestreiten.
 

Onkel Tom

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#47
Boah, wie sich die Zeiten ändern..
Erst gab es die Ein-Euro-Jobs, die "gern" in Konflickte mit dem Gebot der Zusätzlichkeit gerieten..

Dann wurde sich darauf verbissen, das es "im Interesse der Allgemeinheit" liegen muss und später
3 Jahres Ein-Euro-Job oder gar Tagelöhner-Ein-Euro-Jobs, wo Obdachlose hin zitiert wurden..

Nu wird ja Nahles Bonbon sichtbar.. Umerziehung in anspruchsloser Arbeits-Simmulationsverhältnisse,
länger als 2 Jahre, also Neurologisch betrachtet mit einprägender Wirkung und wenn die 4 Milliarden nicht
mehr reichen, wird wahrscheinlich an den Einkommen der Betroffenen "gebastelt"..

Tja, da gibt es nur noch eine Weiche.. Sich wehren oder "Ran an die Arbeit und halte gefälligst den Mund"..

Das SG wird auch daran Wege finden, ihren Zeitbedarf zu schmälern..
Verlässt man sich auf andere, ist man schnell verlassen.
(Augenrollen)
 

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#48
Samstags und zuhause! :doh:

Die haben echt einen Knall. Zu wievielen tauchen die dann daheim bei den Leuten auf? Ich würd mich ehrlich gesagt da nicht in jemandes Hütte trauen, bei einem derartigen Schwachsinn...
 

götzb

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#49
Auch das DSGVO ist da ein nützliches Tool.
Übermittlung "Arbeitgeber"<->Jobcenter<->Träger.
 

Dinobot

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#50
In der einen Beschreibung die du gebracht hast, liest sich das Coaching aber nicht freiwillig.
Dann würde ich elementare fachliche Defizite beim Coaching-Versuch selbstverständlich konsequent bestreiten.

Hier wird niemand zum Lesen der Beschreibung Coaching gezwungen.:icon_mrgreen:. Die Maßnahme Coaching ist als freiwillig gekennzeichnet. Natürlich -da der Träger dann auch eine Vereinbarung zum Coaching des Elo mit dem AG trifft -wird das Coaching nur so lange andauern, bis AG beispielsweise das Interesse oder die Geduld verliert.

Coaching ist frühestens erst mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages vorgesehen -also nach der verpflichtenden Maßnahme Perspektive sozialer Arbeitsmarkt. Bring da nichts durcheinander.
 

Dinobot

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#51
Die haben echt einen Knall. Zu wievielen tauchen die dann daheim bei den Leuten auf? Ich würd mich ehrlich gesagt da nicht in jemandes Hütte trauen, bei einem derartigen Schwachsinn...
Die Einzelgespräche finden immer beim Träger ODER beim Teilnehmer statt. Gruppengespräche NUR beim Träger. Ebenso ist hier, bei einer anderen nagedachten Maßnahme, die dazu nur eine betriebliche Erprbung von 3 Wochen vorsieht -im Tagespendelbereich -aiuch verschiedene -und dann eine Rückgabe an die SB des Jobcenters, die dann erst danach die Zuführung in ein gefördertes Arbeitsverhältnis bewirken soll. Wie oder wann -dazu steht in der Leistungsbeschreibung nichts drin.

Alle vorhergehenden Maßnahmen dazu betrafen die Klientel , welche NUR mindestens 2 Jahre arbeitslos sind. Dem gegenüber - hat auch Jobcenter Breisgau Hochschwarzwald in BW eine Maßnahme eingekauft, welch etwas anderes konzipiert ist und die Zielgruppe längere Arbeitslosen zeiten aufweisen müsste:

Bezeichnung der Maßnahme: Vorbereitung Beschäftigungsaufnahme
(Beschäftigung mit Zuschuss nach § 16 i SGB II)
Dauer: 4 Monate
Anzahl der Teilnehmer : 16 – je Datum
Ort: Freiburg
Beginn, jeweils: 07.01.2019, 29.04.2019 . Optionen: 19.08.2019, 09.12.2019, 30.03.2020, 20.07.2020. Ende der 2., Option: 08.11.2020.

Zielgruppe: Gehören insbesondere erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die mindestens 6 Jahre im Bezug von Leistungen nach dem SGB II und über einen langen Zeitraum ohne nennenswerte Erwerbsbeteiligung gewesen sind.
Zielsetzung: Trotz der guten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und der rückläufigen Arbeitslosenzahl in den vergangenen Jahren gibt es nach wie vor eine zahlenmäßig
bedeutsame Gruppe von arbeitsmarktfernen Langzeitarbeitslosen, die seit langem Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch beziehen und ohne Unterstützung absehbar keine realistische Chance auf Aufnahme einer Beschäftigung haben.

Ziel dieser Maßnahme ist es, diesem Personenkreis eine Perspektive zu eröffnen, indem die Beschäftigungsfähigkeit dieser Personen durch intensive Motivierung und Aktivierung hergestellt bzw. verbessert, auf eine geförderte Tätigkeit im Rahmen des
Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ vorbereitet und die Teilnehmer bis zum Beginn einer solchen geförderten Tätigkeit stabilisiert werden. In diesen Prozess einbezogen werden auch Arbeitgeber, um Vorurteile hinsichtlich der beruflichen Eingliederung von Teilnehmern der vorliegenden Zielgruppe abzubauen.
„Denkwürdige“ Kostprobe des weiteren Inhalts:

Ziel ist die „warme Übergabe“ an den zuständigen Mitarbeiter des Bedarfsträgers, um die Beschäftigungsaufnahme einzuleiten. Die Prüfung der grundsätzlichen Fördervoraussetzungen für einen Zuschuss nach §16 i SGB II ist nicht Maßnahmebestandteil, sondern erfolgt durch den Bedarfsträger

Baustein 2: Heranführung an ein geeignetes Arbeitsfeld
Der Fokus ist auf die Erarbeitung einer „realistischen“ beruflichen Perspektive insbesondere im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Arbeitsmarkt“ zu legen. Sollten sich im Rahmen der Maßnahme die kurzfristige Perspektive zur Aufnahme einer Tätigkeit auf dem regulären 1. Arbeitsmarkt (bedarfsdeckend) herausstellen, ist diese zu fokussieren und im Rahmen eines „Berufsfahrplans“ individuell mit dem Teilnehmer festzuhalten.
Quelle: Auszug aus der Maßnahme Vorbereitung Beschäftigungsaufnahme über REZ der BA Südwest für Jobcenter Breisgau Hochschwarzwald, Stand 13.08.2018. Geschäftszeichen: 401-18-45ind-00468.
 

cibernauta

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#52
Da allerdings die willigen Arbeitgeber auch erst mal aquiriert werden müssen
Ich vermute fast, es wird gar nicht zu den anvisierten Teilnehmerzahlen kommen, weil sich nicht genug AG finden werden.

Da ist die Idee in Berlin vielleicht schon realistischer, dass die Stadt Stellen schafft.
 

Gollum1964

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#53
Ich vermute fast, es wird gar nicht zu den anvisierten Teilnehmerzahlen kommen, weil sich nicht genug AG finden werden.
Hallo cibarnauta,

soweit ich das verstanden habe, sind schon solche Vorbereitungsmaßnahmen konkret eingeplant (siehe Thread von Klingonenteddy: https://www.elo-forum.org/weiterbil...-18-teilhabechancengesetz-2019-firma-qeu.html), bevor überhaupt betreffende Arbeitgeber gefunden sind. Man möchte doch zunächst anhand dieser Maßnahmen prüfen, ob die Kandidaten überhaupt geeignet sind. Hat sich der Kandidat bewährt, kommt er in einen Pool (ähnlich ZAF-Pool), aus der dann interessierte Arbeitgeber auswählen können.

Liege ich in meiner Annahme falsch?
 
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Allimente

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#55
Wie immer, werden sich auch da Lücken auftun, die der geneigte H4-Empfänger nutzen kann um Schlimmeres zu verhindern. So hoffe ich jedenfalls. Wahrscheinlich wird es einige arme Teufel vorher treffen, bevor man dagegen wirkungsvoll vorgehen kann.
 

Dinobot

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#56
Wie immer, werden sich auch da Lücken auftun, die der geneigte H4-Empfänger nutzen kann um Schlimmeres zu verhindern.
Die Chancen dessen steigen oder fallen mit dem Wohnort und der kreativen Willkür der Jobcenter.

Wer zum Beispiel schon 7 Jahre arbeitslos ist, der soll in Kiel -vom dortigen Jobcenter - vorab nur für 2 Stunden zum Träger geschickt werden. Ziel: Abklärung der Interessenlagen, Motivation, Ehrenamt und dessen Interesse an einer Vermittlung in eine geförderte Maßnahme befragt werden. Ergänzend werden dann noch die bisherigen Bewerbungsbemühungen zusammen erörtert und Tipps für Optimierung der Bewerbungsunterlagen sowie dem Erscheinungsbild gegeben. Der Träger gibt dann eine Empfehlung für das weitere Vorgehen ab -. Die Maßnahme nennt sich PROFIL

Und startet dort für 200 Elos -in der Zeit vom 15.11.2018 -12. 12.2018.

Die Lücke -besser gesagt Schieflage, die zeichnet sich hier doch schon ab. Mit 2 Jahren Arbeitslosigkeit - offensichtlich schärfere Maßnahmen -von 5 Monaten, mit Zuführung zum AG. Bei 4 Jahren Arbeitslosigkeit Betriebserprobung und Maßnahme 4 Monate . Bei 7 Jahren Arbeitslosigkeit droht einem -aktuell -nur ein Gespräch von 2 Stunden bei einem Träger, wenn man in Kiel wohnt.
 
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HartzVerdient

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#57
Was für ein Aufwand!

Am Besten man baut wieder Arenen, wo Tiger und Sklaven gegeneinander antreten. Der Pöbel sitzt dann auf den Rängen und die Obrigkeit schmeisst gelegentlich Brot ins Volk. RTL, SAT1 usw. strahlen den Müll dann auch noch aus.

Ist doch viel günstiger als das intensive Betreuen des unmündigen Bürger. Nachts darst du deinen SB auch noch mit ins Bett nehmen, damit er ja kontrolliert, dass du schläfst.

Beim Sex wird noch die Tür aufgerissen und kostenlos ein Kondom aufs Bett geworfen, damit du ja keine weiteren Hartzer produzierst.
 

humble

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#58
Beim Sex wird noch die Tür aufgerissen und kostenlos ein Kondom aufs Bett geworfen, damit du ja keine weiteren Hartzer produzierst.
O-Ton mein SB: "Familienleben ist Luxus und als ALG2-Bezieher steht ihnen dieser nicht zu". Nix mit Sex also, könnte ja sonstwas passieren...
 

Dinobot

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#59
O-Ton mein SB: "Familienleben ist Luxus und als ALG2-Bezieher steht ihnen dieser nicht zu". Nix mit Sex also, könnte ja sonstwas passieren...
Wenn man in Düsseldorf wohnt, dann droht wahrscheinlich daraufhin -oder einer Einschätzung oder Vermutung -der Sb eine Verwurstung und Zurechtweisung in einer aktuellen Maßnahme, die sich an diesen "Problemlagen" orientieren soll, insbesondere, wenn man zur Zielgruppe zwischen 26 und 45 Jahren gehört -.auch Migrationshintergrund::doh:

Die Teilnehmer weisen häufig besonders
ausgeprägte Persönlichkeits- und Verhaltensauffälligkeiten sowie multiple Vermittlungshemmnisse auf. Die
auftretenden Problemlagen können insbesondere sein:

• mangelnde Mobilität
• Problemlage im Bereich der Motivation
• fehlende Sozial- und Sprachkompetenz
• aufenthaltsrechtliche Probleme
• psychische Problemlagen
• Schwangerschaft
• Straffälligkeit
Dauer 6 -12 Monate, ab 04.02.2019
Quelle:
Maßnahme zur Heranführung an den Arbeitsmarkt nach 16 I des REZ NRW. Stand: 26.09.2018. Geschäftszeichen: 301-18-45ind-80278
 
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#61
Ist das richtig, dass der Arbeitgeber für Dich keinen Lohn zahlen muss. Du arbeitest umsonst für den Arbeitgeber, wirst aber vom Staat bezahlt. Der Arbeitgeber kann so seinen Gewinn maximieren durch Deine Arbeit und muss nichts für Dich tun, nur die Hand aufhalten bei den 4 Mrd Fördergeldern und abkassieren?
 

HartzVerdient

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#62
So!

Die Teilnehmer weisen häufig besonders
ausgeprägte Persönlichkeits- und Verhaltensauffälligkeiten
sowie multiple Vermittlungshemmnisse auf. Die auftretenden Problemlagen können insbesondere sein:

• Schwangerschaft
Wobei das die Definition "multiple Vermittlungshemmnisse" meines Wissens nach kein gebräuchlicher Begriff der SGB Rechtssprechung ist. Man möge mich korrigieren.

Naja, die Schwangere kann ja im Möbelhaus die Möbel aufwerten und abholen bzw. bei der Bahn Graffitis übermalen.

Aber hey! Wer hat denn eine zurückgehende Geburtenrate in der BRD...

1.6 Kinder pro Familie... Wobei 2 Kinder pro Familie sein müssten, um den Status Quo zu halten. Aber diese Vermittlungshemmnisse wieder...
 
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#63
An anderer Stelle wird doch über das Grundeinkommen gesprochen.
Das hier : Zwangsarbeit §§ 16i und 16e SGB II verschleiert als Lüge genannt Teilhabechancengesetz..

...ist doch das völlige Gegenteil
 

cibernauta

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#64
Hat sich der Kandidat bewährt, kommt er in einen Pool (ähnlich ZAF-Pool), aus der dann interessierte Arbeitgeber auswählen können.

Liege ich in meiner Annahme falsch?
Hallo Gollum1964,

nichts genaues weiß man nicht. Bisher ist es ja nur die Einladung zu einem Beratungsgespräch und eine wage Ankündigung der Vorbereitungsmaßnahme.

Von Zwangsarbeit habe ich noch nichts vernommen. Ich denke die Zahl der Freiwilligen wird beiweiten die Zahl der möglichen Stellen überschreiten.

Ich würde mir die möglichen Perspektiven zumindest aufzeigen lassen. Wenn es in Richtung Bevormundung oder Zwang geht, werden sich Wege finden ...
 

humble

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#65
Und wie hast Du darauf reagiert?
Unter Schock und ohne Beistand gar nicht. Kannst ja gleich im ersten Beitrag nachlesen. Später hat sich das Thema für mich ja durch die Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes von selbst erledigt. Für den SB hatte das ganze aber mehrere Eilverfahren und Klagen zur Folge, mit Bloßstellung bei dem SG dank seiner vielfachen Fehler und Schikanen. Für mich jedenfalls ist es inzwischen recht gut ausgegangen. Die (zumindest vorläufige) Ruhe wird wohl länger anhalten, durch den inzwischen 15-monatigen Kampf gegen das jc und die dadurch gesammelte Erfahrung.

Sein Ziel hat der SB jedenfalls erreicht: Er hat mich wahrlich "aktiviert" :biggrin:
 

Sabattical

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#66
Du arbeitest umsonst für den Arbeitgeber, wirst aber vom Staat bezahlt. Der Arbeitgeber kann so seinen Gewinn maximieren durch Deine Arbeit und muss nichts für Dich tun, nur die Hand aufhalten bei den 4 Mrd Fördergeldern und abkassieren?
Zeit, sich einen Gewerbeschein zu besorgen und in diesem Bereich tätig zu werden. :idea:

Das klingt nach einem guten Geschäft.
 

Dinobot

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#67
Zeit, sich einen Gewerbeschein zu besorgen und in diesem Bereich tätig zu werden. :idea:
Das klingt nach einem guten Geschäft.
Nicht wirklich, was eine Förderung nach 16e betrifft, weil :

Eine leistungsberechtigte Person kann danach zugewiesen werden, wenn

sie langzeitarbeitslos und in ihren Erwerbsmöglichkeiten durch mindestens zwei weitere Vermittlungshemmnisse besonders schwer beeinträchtigt ist,

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der verminderten Leistungsfähigkeit und beträgt bis zu 75 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts
Quelle: https://www.haufe.de/sozialwesen/sg...eitsverhaeltnissen_idesk_PI434_HI1802987.html

25 Prozent müsste der AG als Arbeitsentgelt zuzahlen -selbst im günstigsten Fall. Was aber soll daran günstig sein -oder gar ein gutes Geschäft, wenn ich mir damit einen zwangszugeführten Elo in Haus hole, der alles andere als motiviert sein kann. Ganz im Gegenteil -da muss ich ja noch aufpassen, das der nicht seinen Frust an mir als AG ablässt.

Ich als Arbeitgeber würde das auch deshalb nie in Erwägung ziehen-weil sowas Unruhe und Demotivation in die bisherige Belegschaft bringt. Frei nach dem Motto -ersetzt der uns jetzt alle bald so??

Nachtrag:

Weshalb ein Frust unausweichlich sein würde -das liegt auch an der Definition der Fördervoraussetzung, die überwiegend als solche nur in den Köpfen der Sb existieren :

Die Zielgruppe wird bestimmt als Langzeitarbeitslose
mit in der Person liegenden Vermittlungshemmnissen
. Diese zunächst eigentümlich schwammige und für die Verwaltungspraxis außerordentlich schwer umzusetzende Formulierung verweist in aller Deutlichkeit auf massive individuelle Abweichungen dieser Personen von dem Normalbild des „erwerbsfähigen Hilfebedürftigen“ wie es
oben skizziert wurde. Es handelt sich um Personen, deren physisch-psychisch-soziale Integrität so schwer versehrt ist, dass sie mittelfristig keinerlei Aussicht haben, am ersten
Arbeitsmarkt Fuß zu fassen...
...Vor allem wird offensiv geklärt, dass § 16e SGB II keinen unmittelbar instrumentellen Charakter mit Blick auf Arbeitsmarkt-integration hat. Sein Ziel ist nicht die Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt, sondern die Erreichung individueller Wohlfahrtseffekte, die mit einer Beschäftigung verbunden sind.
Quelle: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/178107/1/regional_nrw_1107.pdf
 
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Gollum1964

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Ich als Arbeitgeber würde das auch deshalb nie in Erwägung ziehen-weil sowas Unruhe und Demotivation in die bisherige Belegschaft bringt. Frei nach dem Motto -ersetzt der uns jetzt alle bald so??
moin Dinobot,

genau das ist es, was ich etwas zynisch im Beitrag #28 angesprochen habe. Es müssen erst mal willige Arbeitgeber gefunden werden.

Allerdings sprießen diese Vorbereitungsmaßnahmen überall wie Pilze aus dem Boden. Daher auch meine Frage in #52, ob man einen Elo erst dann in diese Maßnahme stecken kann, wenn bereits ein potentieller Arbeitgeber feststehen würde, der dem Elo einen temporären Arbeitsplatz (2,5 oder 5 Jahre) nach der Maßnahme anbietet.
Wäre es so und im günstigen Fall kennt der Elo schon im vorhinein den Arbeitsplatz vor Beginn der Maßnahme, wäre das ganze noch halbwegs erträglich.
Ich fürchte aber, dass viele Elo´s, die diese Maßnahme durchlaufen haben, erstmal in einem Pool steckenbleiben, aus der sich Arbeitgeber willkürlich bedienen können.
 
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#69
Ein zwangsmotivierter Geschenk-Vom-Staat-Hartz-IV-Mitarbeiter: "Wo gehts zum Getriebe in dieser Firma? Ich will da Sand reinstreun ..." :D
 

Dinobot

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Daher auch meine Frage in #52, ob man einen Elo erst dann in diese Maßnahme stecken kann, wenn bereits ein potentieller Arbeitgeber feststehen würde, der dem Elo einen temporären Arbeitsplatz (2,5 oder 5 Jahre) nach der Maßnahme anbietet.
Nein -was aktuelle und mir bekannte Maßnahmen anbelangt. Vorrangig solltest Du Dich aber vorrangig erst einmal gegen die Zuschreibungen verwahren, die allein auf dem Mist der Sb wachsen -um deren eigene Unfähigkeit ausblenden zu können. Warum soll eigentlich der Arbeitslose die Schuld der Verwaltung ausbaden und sich ein "Versehrten" Etikett verpassen lassen?

Zudem musss selbst dann der Arbeitsplatz nicht frei von zusätzlichen Belastungen sein. Selbst "normale" Arbeitnehmer unterliegen einem solchen Risiko -

Stichwort : Psychosoziale Risiken :

Konkret wird unterschieden zwischen:
• Beeinträchtigung der persönlichen Integrität durch psychosoziale
Belästigungen wie beispielsweise Mobbing, sexuelle Belästigung,
Gewalt etc.
• Psychische Über- oder Unterforderung wie Stress, Monotonie etc. durch psychische Fehlbelastungen aufgrund ungünstiger Merk-
male der Arbeitssituation
Quelle: https://www.seco.admin.ch/seco/de/h...n-risiken-am-arbeitsplatz---informatione.html

Nur weil jemand nur zu 25 Prozent vom Arbeitgeber gefördert würde -deswegen wird der Elo aber nicht im selben Maße von zusätzlichen Risiken verschont bleiben können. Und Mobbing kann auch in Form des Bossings auftreten. Solche Chefs gieren immer nach einem neuen Opfer.

Unabhängig davon hat gerade die Schweiz dieses Thema -in Bezug auf Arbeitnehmer - besonders direkt angesprochen -während es in Deutschland eher immer noch tabu ist. Es findet bis heute fast überhaupt keine Beachtung im deutschen Arbeitsschutzgesetz:

https://www.gesundheitsstadt-berlin...sigen-schutz-vor-psychosozialen-risiken-4253/


Die Argumentationen darin sind eigentlich auch das beste Abwehrmittel eines wirklich "versehrten" Elos, sich nicht solchen zusätzlichen Gefahren aussetzen zu wollen oder zu können. Es ist und wäre schlichtweg unverantwortllich -auch weil die Politik das in ihren weichgespülten Studien geflissentlich ausblendet und sogar noch als Teilhabe oder Wohlfahrt verkaufen will.

Von Wohlfahrt kann hier auch nicht die Rede sein. Eher von seelischer Unzumutbarkeit -könnte man dann dann eher im Bedarfsfall -hilfsweise - argumentieren.

Anstatt sich als Elo nur in geschmeidiger Anbiederung und Duckmäusertum zu verlieren.

Nachtrag

Ein zwangsmotivierter Geschenk-Vom-Staat-Hartz-IV-Mitarbeiter: "Wo gehts zum Getriebe in dieser Firma? Ich will da Sand reinstreun ..." :D
Eine Methode könnte auch daran liegen -dem AG -eben jene ungünstigen Arbeitsbedingungen aufzuzeigen und Abhilfe für sich zu beantragen :icon_mrgreen: -wie in der schweizer Broschüre genau beschrieben werden.

Oder gegenüber dem Jobcenter -warum dann ein Abbruch unausweichlich wurde. Aber wahrscheinlich nimmt dann der AG schon vorher davon Abstand, einen weiter behalten zu wollen. Natürlich kann man auch vorher einen Coach mit der Abhilfe dessen bauftragen -sofern der überhaupt vorhanden ist. Oder dessen vorherige Abwesenheit dazu beim Jobcenter andauernd monieren.

Meine Meinung und Einschätzung dazu
 
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Gollum1964

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#71
Nein -was aktuelle und mir bekannte Maßnahmen anbelangt.

Nur weil jemand nur zu 25 Prozent vom Arbeitgeber gefördert würde -deswegen wird der Elo aber nicht im selben Maße von zusätzlichen Risiken verschont bleiben können. Und Mobbing kann auch in Form des Bossings auftreten. Solche Chefs gieren immer nach einem neuen Opfer.
genau was ich befürchtet habe. Man hält dem Elo letzlich eine Möhre vor die Nase, um ihn in die Maßnahme zu locken. Also wird das nach einem halben Jahr Maßnahme viele lange Gesichter unter den "geförderten" Elos geben.

Den zweiten Punkt mit dem Mobbing musst du mir nicht erzählen. Das habe ich während meiner jahrelangen ZAF-Odyssee selber erfahren müssen: Neben der deutlich schlechteren Bezahlung auch eine vorwiegende Behandlung als Arbeitnehmer 2. Klasse.
 

Dinobot

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#72
Den zweiten Punkt mit dem Mobbing musst du mir nicht erzählen. Das habe ich während meiner jahrelangen ZAF-Odyssee selber erfahren müssen: Neben der deutlich schlechteren Bezahlung auch eine vorwiegende Behandlung als Arbeitnehmer 2. Klasse.
Hallo :doh: -irgendwie hast du mich immmer noch nicht verstanden. Ich erwähne das Thema NICHT in Bezug auf einen normalen Arbeitnehmer -sondern aus der Sicht eines Versehrten an der physisch-psychisch-soziale Integretität -welche als Voraussetzung für die Förderung nach 16 e gelten soll. Für die ist bzw. wäre diese Förderung mittels Zuweisung mit weit mehr Gefahren verbunden -als bei einem normalen Arbeitnehmer.

Und genau hier liegt auch die Chance der Abwehr, welche Du augenscheinlich als solche nicht erkennst.

Übrigens ist und wäre der Geförderte so auch zusätzlich nicht einmal mit einem über ZAF vergleichbar, weil eben die Beschäftigung nach 16e nur eine Scheinbeschäftigung ist -anders genannt -ein Passiv-Aktiv- Tausch. Du wärest damit bestenfalls Freiwild im Gehege des AG. Weshalb soll man da als Elo lange Gesichter machen -wenn man davon verschont bliebe?.

Denn Anwartschaften auf Arbeitslosengeld bekommst du so nicht.
 

Gollum1964

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#73
Hallo :doh: -irgendwie hast du mich immmer noch nicht verstanden.
ok, so langsam verstehe ich oder besser meine Befürchtungen bestätigen sich.

Das ganze ist dann aber wirklich ganz großes Kino, wenn ich bedenke, wie Arbeitsminister Heil dieses Programm im Bundestag als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit angepriesen hat.:feiern:
 

Dinobot

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#74
Das ganze ist dann aber wirklich ganz großes Kino, wenn ich bedenke, wie Arbeitsminister Heil dieses Programm im Bundestag als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit angepriesen hat.:feiern:
Es gibt zu diesem "Prestige-Projekt" des Herrn Heil inzwischen zwei neue Anträge, jeweils eine von der LINKEN Fraktion und eine der GRÜNEN, welche -komischerweise -in einem Nebengebäude des Bundestages am 05.11.2018 angehört werden sollen. Diese Anträge sind sehr aufschlussreich, was die wahren Gründe der Langzeitarbeitslosigkeit anbelangt. Sehr interessant und wieder typisch -kaum jemand kann die Anträge finden, wenn er nicht genau danach sucht:

https://www.bundestag.de/arbeit#url=L2F1c3NjaHVlc3NlL2ExMS8tLzU3MzQyMg==&mod=mod538356

Da kannst Du Dich weiterhin überzeugen -was alles so von Herrn Heil in dessen Sichtweise und im vorgesehenen Gesetz nicht akzeptabel ist.

Wobei aber hier die GRÜNEN auch wieder nur an der Problematik vorbeireden und sogar noch eine Ausweitung dieses Gesetzes anregen.
 
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noillusions

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#75
genau was ich befürchtet habe. Man hält dem Elo letzlich eine Möhre vor die Nase, um ihn in die Maßnahme zu locken. Also wird das nach einem halben Jahr Maßnahme viele lange Gesichter unter den "geförderten" Elos geben.
Das hatte ich mal mit Hebelwirkung beschrieben - damit werden gleich noch weitere Elos aus der Statistik verschwinden.
Passiert übrigens auch bei Leuten die eine Umschulung oder einen Bildungsgutschein möchten: "Machen sie erstmal Ein-Euro-Job/Massnahme, und wenn sie da gut waren dann dürfen sie Umschulung machen." Dann war man aber vielleicht noch nicht "gut genug", und dann muß eine weitere Massnahme noch mal diese und jene Defizite beseitigen usw. usf.
 

Dinobot

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#76
Das hatte ich mal mit Hebelwirkung beschrieben - damit werden gleich noch weitere Elos aus der Statistik verschwinden.
Genau so sehe ich das auch . Ein neuer Experimentier- Statistik-Verschiebebahnhof für die BA -getarnt mit der Notwendigkeit dessen, wegen der angeblichen Superlativen von "schwersten" Vermittlungshemmnissen und der trotzdem zu schaffenden Teilhabe für die Menschen -sozusagen künstlich geadelt und gesellschaftlich tolerabel -mit dem Siegel der Wohlfahrt zurechtgeheuchelt und abgesegnet. Noch mehr Fördergelder für die :icon_tonne::doh:

Meine Meinung und Einschätzung dazu
 
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0zymandias

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#77
Ein zwangsmotivierter Geschenk-Vom-Staat-Hartz-IV-Mitarbeiter: "Wo gehts zum Getriebe in dieser Firma? Ich will da Sand reinstreun ..." :D
Das ist sogar eine Bürgerpflicht.

Die Argumentation ist bekanntlich so, dass keine Wettbewerbsverzerrungen entstehen können, auch wenn ein Betrieb staatlich gepampert wird.

Offensichtlich greift man dabei zu der ein wenig fadenscheinigen Hilfskonstruktion, dass die Erwerbslosen weniger leisten als andere Arbeitnehmer, und zwar 75 % bis 100 % weniger.

Gerade bei den 100 % wäre jedes Bisschen echte Arbeit zu viel und würde der Wirtschaft die Chance nehmen, sich in einem echten Wettbewerb entwickeln zu können.

Also muss der Schraubenschlüssel an interessanten Stellen herunterplumpsen (Huch, ich Flutschfinger. Ach, egal. :biggrin:).

Für die Wirtschaft. Für den freien Wettbewerb. Für den Wohlstand.

BTW: Die ersten 350 Millionen € sind schon an die Jobcenter gegangen, damit sie Werbung bei den Arbeitgebern machen können und einen Pool an potentiellen (nicht potenten, bestimmt nicht) Teilnehmern bilden können.
Dass die üblichen Pseudo-Maßnahmen genau wie bei der Bürgerarbeit und bei dem ESF-geförderten Bundesprogramm gegen Langzeitarbeitslosigkeit kommen, dürfte nicht verwundern, da die ganze Kiste genau derselbe Mist ist.
(Theoretisch müsste es auch Leute geben, die im Januar die dritte Runde auf dem Idiotenkarussell beginnen und dann das dritte Halbjahr darüber aufgeklärt werden, wie wichtig Pünktlichkeit und wie gesund Salat ist.)
 

Dinobot

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#78
Also muss der Schraubenschlüssel an interessanten Stellen herunterplumpsen (Huch, ich Flutschfinger. Ach, egal. :biggrin:).(Theoretisch müsste es auch Leute geben, die im Januar die dritte Runde auf dem Idiotenkarussell beginnen und dann das dritte Halbjahr darüber aufgeklärt werden, wie wichtig Pünktlichkeit und wie gesund Salat ist.)
Naja -es gibt schon eine Steigerung darin, was die ungeahnte Benennung von zu erwartenden Folgen anbelangt. Hierbei zeigt sich , dass eine Klientel ganz sicher Firmen im Bereich Sicherheitstechnik begeistern könnte. Der nachfolgende Text Auszug könnte den Eindruck erwecken. Daneben haben die ungeahnten Verknüpfungen der Sinnhaftigkeit alle Kennzeichen eines echten Knallers unter den bisher ausgeschriebenen Maßnahmen nach 16 i:
:feiern:


Beschreibung der Maßnahme (Zielsetzung und Einführung)

Teilnehmer sind in der Regel erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter ab 25 Jahren mit ausgeprägtem
Unterstützungsbedarf, die

• vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse aufweisen oder
• wegen der in ihrer Person liegenden Gründe (z.B.: strafgefährdet sind bzw. bereits straffällig geworden,
einen Flucht- bzw. Migrationshintergrund aufweisen) ohne diese Förderung beruflich nicht bzw. noch nicht eingegliedert werden können.

Bei allen Teilnehmern wird eine intensivere Betreuung erforderlich sein, da diese auf Grund Ihrer Hemmnisse umfangreichere Unterstützungsleistungen benötigen und mit Motivationseinbrüchen zu rechnen ist.

Den Teilnehmern sind schnellstmöglich passgenaue Vermittlungsvorschläge initiativ zu unterbreiten.

Dabei können auch sozialintegrative Ansätze zur Beseitigung von individuellen Hemmnissen zum Einsatz kommen.
:icon_lol:

Quelle Auszug /Maßnahmekombination des REZ der BA NRW für Jobcenter Krefeld . Stand :02.10.2018 Geschäftszeichen: 301-18-45ind-80263

Ganz ehrlich -in der gesamten Maßnahme ist weiterhin überhaupt gar kein Ansatz zu finden -"Motivationseinbrüche" verhindern zu können oder zu wollen.
 

HartzVerdient

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#79
Bald haben wir einen Rädelsführer den wir mit Negan ansprechen. Die Bewegung die daraus entsteht kennen dann alle als Saviors.

Lieber eine Postapokalypse, als das Jobcenter...
 

Surfing

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#80
Das hört sich insgesamt sehr nach dem ESF-LZA Zeugs an, mit dem großen Unterschied dass die Vorbereitungsphase per Zwang vorgeschalten werden muss und unklar ist nach welchen Kriterien die Betroffenen ausgewählt werden. Denn die gesetzlich definierten Gründe treffen ja auf mehrere hunderttausend bzw. einige Millionen Leute zu?!

Die Heranführung / Anleitung an die Arbeitsvertragsverhandlung bzw. Unterzeichnung dürfte lustig werden :icon_hihi:

Stellen die sich das als "betreutes verhandeln mit SB-begleiteten Vorstellungsgesprächen" vor? :icon_hihi:
 

noillusions

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#81
Das ist sogar eine Bürgerpflicht.

Die Argumentation ist bekanntlich so, dass keine Wettbewerbsverzerrungen entstehen können, auch wenn ein Betrieb staatlich gepampert wird.
Ui das wird aber schwierig. Dann muß man ermitteln welchen Verwaltungsaufwand ein solcher Arbeitnehmer verursacht, den kann man dann ohne Wettbewerbsverzerrung hereinwirtschaften (bei 100%-Förderung). Allerdings muß auch ein Vergleichswert der Durchschnittsleistung vorhanden sein.
Also besteht man auf Einhaltung der Wettbewerbsneutralität. Wird einem das nicht ermöglicht, klagt man dann?
Achja: Zusätzlichkeit wird ja nicht gefordert bei diesen Arbeitsplätzen, aber von Wettbewerbsneutralität war nix im Gesetz, oder? Dann sollte die doch eingehalten werden.
 

Dinobot

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#82
Das hört sich insgesamt sehr nach dem ESF-LZA Zeugs an, mit dem großen Unterschied dass die Vorbereitungsphase per Zwang vorgeschalten werden muss und unklar ist nach welchen Kriterien die Betroffenen ausgewählt werden. Denn die gesetzlich definierten Gründe treffen ja auf mehrere hunderttausend bzw. einige Millionen Leute zu?!
Die Maßnahmen als solche sind schon sehr genau nach der Dauer der Arbeitslosigkeit konzipeirt. Die Kriterien legt das jeweilige Jobcenter fest, wie man an den vorherigen Beispielen schon sehr gut erkennen kann. im Rhein Neckar Kreis entscheidet der Träger, welcher Elo dann welchem Betrieb zugeführt führt -wobei dann noch in der Maßnahme vorher ein Modul der Berufsfindung vorgeschaltet wird. Auch andere Sb wollen sich dann -nach einer Maßnahme an den Vorgaben oder Empfehlungen nach Maßnahmeende orientieren. -wie und ob da die anderen Jobcenter ebenso verfahren , das bleibt abzuwarten.

LZA oder ESF Förderung ist es nicht. das Teilhabegesetz ist doch inhaltlich anders. Zudem sind NUR Gelder 150.000 für Arbeitslose in Staffelung -nach deren Dauer der bisherigen Arbeitslosigkeit vorgesehen. Wer dort vorrangig ausgewöählt werden soll -darüber gibt -leider -völlig verschiedene Ansätze und Vorschläge , innerhalb diverser Studien. das einzige , was alle kennzeichen soll ist: Schwerste Vermittlungshemmnisse UND Langzeitarbeitslosigkeit.

Ich persönlich bin der Meinung -wer immer noch regelmäßig zu Vrostellungsgesprächen von AG eingeladen wird -auch ohne VV -der kann keine schwersten Vermittlungshemmnisse haben. Da kann Sb noch so sehr ihre Einschätzungen und Vermutungen als Grundlage anführen oder ausspielen wollen.

Achja: Zusätzlichkeit wird ja nicht gefordert bei diesen Arbeitsplätzen, aber von Wettbewerbsneutralität war nix im Gesetz, oder? Dann sollte die doch eingehalten werden.
Mach Dir keinen Kopf. Das ganze könnte sich vielleicht in ein Paar Versuchen erschöpfen. In Essen ist schon genug Sand im Fördergetriebe festgestellt worden:

https://www.waz.de/staedte/essen/so...t-in-essen-nicht-wie-erhofft-id215271453.html

Die fromme Hoffnung der Nachbesserung bis Ende des Jahres -der wird ganz sicher nicht ausreichend Rechnung getragen -weil mehr und besser auch mehr und besseres Personal in den Jobcenters bedeuten müsste...

Bisher sind noch alle vorherigen Versuche kläglich gescheitert, die die Regierung und die Jobcenter unsetzen wollten.
 
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0zymandias

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#83
[...]
Achja: Zusätzlichkeit wird ja nicht gefordert bei diesen Arbeitsplätzen, aber von Wettbewerbsneutralität war nix im Gesetz, oder? Dann sollte die doch eingehalten werden.
Nee, das ist der komplett falsche Dampfer.

Bei den anderen Wunderinstrumenten der Arbeitsmarktförderung war die Wettbewerbsneutralität Pflicht und was war das für eine Belastung für die armen Leute. :biggrin:
Die Nutznießer der Arbeit in den JC-Beiräten mussten sich anstrengende Unbedenklichkeitsbescheinigungen selber schreiben, nur um nachher festzustellen,
dass bösartige Banden von Instituten und der ganz gemeine Bundesrechnungshof Wettbewerbsverzerrung feststellten.
Und dann noch diese ausstiegswilligen Erwerbslosen, die in der Wettbewerbsneutralität eine Exit-Strategie sahen! :icon_evil:

Furchtbar. Deswegen wurde beschlossen, dass es keine Wettbewerbsverzerrung gibt und aus die Maus, Schicht im Schacht, Ende im Gelände, ...
(Ehemaligen DDR-Bewohnern könnte die gestalterische Ausformung des politischen Willens bekannt vorkommen, aber was soll's?)

Gartenbau Kasulke kann also 5 Elos ordern und Gartencenter Schmitzekens hat dadurch keinerlei Nachteile, auch wenn Old Schmitzekens der
überkommenen Vorstellung anhängt, dass zu guter Arbeit auch guter Lohn gehört.

Denn so lautet der Beschluss.

Wenn dann wieder mal ein paar Jahre ins Land gezogen sind, wird es den üblichen Bohei geben.
Erfahrungsberichte, Dokumentationen, Studien namhafter Institute, ein paar langjährige Gerichtsverfahren und dergleichen mehr.
Dann wird man mit größter Verblüffung eine Wettbewerbsverzerrung feststellen - große Überraschung, alles und jeder staunt.

Ist aber auch egal.

Denn bis dahin werden die "richtigen" Leute eine Menge Geld verdient haben, wozu die Elos natürlich nicht gehören, und die quasi-religiöse Arbeitslosenstatistik wird anbetungswürdiger.
(Geht ja nicht nur um die 150.000 Langzeitelos, sondern auch um die rund 100.000 Mitarbeiter der BA und die nicht allzu wenigen Sozialarbeiter im "Coaching", denn Schnürsenkelbinden
und Pünktlichkeit will ja auch gelernt sein.)

Ein kleiner Schadensfall hier und da würde dem Gesetzgeber aber die Chance geben, ausnahmsweise Recht gehabt zu haben.
Und darüber dürfte er sich doch freuen. :icon_hihi:

Nachtrag: Aus Link, PDF-Seite 41:
Die Bundesregierung stimmt dem Änderungsvorschlag nicht zu. Über § 16e SGB II n.F. werden Arbeitsverhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert, die Förderung umfasst eine Nachbeschäftigungspflicht. Wettbewerbsverzerrungen und Verdrängungseffekte sind nicht zu befürchten. Im Übrigen werden die örtlichen Beiräte bei der Auswahl und Gestaltung der Eingliederungsinstrumente und -maßnahmen regelhaft beteiligt. Gemäß § 18d Satz 2 SGB II werden insbesondere Stellungnahmen der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berücksichtigt.
 
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noillusions

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#84
Gemäß § 18d Satz 2 SGB II werden insbesondere Stellungnahmen der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berücksichtigt
Dann muß es solche Stellungnahmen ja immer geben, für den jeweiligen Einzelfall?
Sollte man dann vielleicht diejenigen Konkurrenten des Sklavenhalters an den man verramscht werden soll informieren und hoffen dass die sich beschweren?
 

Dinobot

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#85
Dann muß es solche Stellungnahmen ja immer geben, für den jeweiligen Einzelfall?
Sollte man dann vielleicht diejenigen Konkurrenten des Sklavenhalters an den man verramscht werden soll informieren und hoffen dass die sich beschweren?
Das ist alles vollkommen egal -weil unerheblich, wenn der AG schon solche Endziele verfolgt, wie sie vormals bei solch einer Förderart dann erfolgte:

Mehr als 90 Prozent der geprüften Fälle (
339 von 370 Fälle, 91,6 Prozent) waren befristete Arbeitsverhältnisse, die in der Regel mit der Förderung en-
deten, so dass die Arbeitnehmer wieder arbeitslos wurden.
In weniger als 4 Prozent der geprüften Fälle (13 von 370) gelang es, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
während oder unmittelbar nach der Förderung in eine unbefristete sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern.
Stellungnahme des Bunderechnungshofes aus 2016
Quelle: https://www.bundesrechnungshof.de/d...von-arbeitsverhaeltnissen-nach-16e-sgb-ii-pdf

Warum soll das jemals anders sein. Denn die meisten der damals schon umsonst geförderten Elo werden auch die aktuellen sein. Lock in Effekt vom Feinsten -und weiterhin. Hatte der IAB erst kürzlich in einer Studie wieder erneut davor gewarnt. Verfängt aber offensichtlich -wieder - nicht.
 

hansklein

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#87
Wer dort vorrangig ausgewöählt werden soll -darüber gibt -leider -völlig verschiedene Ansätze und Vorschläge , innerhalb diverser Studien. das einzige , was alle kennzeichen soll ist: Schwerste Vermittlungshemmnisse UND Langzeitarbeitslosigkeit.
Ich lasse mich Überraschen, welche (seriöse!) Unternehmen da mitspielen. Ich kann mir nicht vorstellen, das dort anständige, größere Unternehmen das Spiel mitspielen, das Risiko für die Unternehmen, das es Probleme gibt, sehe ich schon als groß an. Da ändert auch eine Förderung nichts dran.
 
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#89
Zeit, sich einen Gewerbeschein zu besorgen und in diesem Bereich tätig zu werden. :idea:

Das klingt nach einem guten Geschäft.
Soll wohl ironisch gemeint sein. Um ein Gewerbe aufzubauen muss man zuerst mal investieren. Kein Besitz - kein Kredit von der Bank. Und Hartz4 Bezieher haben grundsätzlich nichts was als Sicherheit dienen könnte.

Bisher sind noch alle vorherigen Versuche kläglich gescheitert, die die Regierung und die Jobcenter unsetzen wollten.
Das wird ja auch Leuten beschlossen, die von Hemmnissen und sozialen Belangen keine Ahnung haben, da sie in einer ganz anderen Welt gross geworden sind, in der sie keinerlei Armutsentbehrungen erfahren durften.
 
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Realist2

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#90
Wenns denn soviel Arbeit gibt?
Wo soll denn diese zusätzliche Arbeit herkommen?
Und totmachen muss man sich dann dort wohl auch nicht - immer langsam - schließlich bekommt man nicht von ungefähr keine Arbeit auf dem regulären Arbeitsmarkt.
Wenn die Arbeit nichts kostet, ist auf einmal genug davon da - und auf einmal tun weder Alter & Geschlecht etwas zur Sache...ein Schelm wer Böses dabei denkt.
 

Surfing

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#91
Wobei "schwerste Vermittlungshemmnisse" auslegungsfähig sind. Was genau zählt alles dazu und wer bestimmt das?
 
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#92
Wobei "schwerste Vermittlungshemmnisse" auslegungsfähig sind. Was genau zählt alles dazu und wer bestimmt das?
"Ein Arbeitgeber stellt nur Leute ein, die in das Team passen und nicht nach Qualifikation!" Die Qualifikation spielt nur zu 5% eine Rolle.
Wie wäre es denn mit dieser Auslegung?
 
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Dagegen72

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#93
gestern wurde im Bundestag zum Thema Teilhabechancengestz debattiert. Sorry, die widerlichsten Argumente kommen von der CDU. Heil ist für den sozialen Arbeitsmarkt. Schaut es mal nach, wenn möglich. Lief auf phoenix.

wie die groko Langzeitarbeitslosen helfen will:
https://www.tagesspiegel.de/wirtsch...angzeitarbeitslosen-helfen-will/20948862.html

ich bin DAGEGEN. ich fordere: weg mit den sanktionen und ausgebildete SozialpädagogInnen in die Jobcenter als MitarbeiterInnen.

hier die bisherigen und nächsten Bundestagsdebatten. https://www.bundestag.de/arbeit
 
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Onkel Tom

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#94
...

Gemäß § 18d Satz 2 SGB II werden insbesondere Stellungnahmen der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berücksichtigt
...
So wie ich das verstehe, kümmert sich der sogenannte "Beirat" um diese Angelegenheiten..

Deshalb halte ich das rot eingefärbte als erstunken und gelogen.. Warum ??

Diese sogenannten "Beiräte", früher zur Blütezeit der Ein Euro Jobs auch als "Arge-Beirat" bekannt, waren
uns Erwerbslose schon damals ein Dorn im Auge, was bezüglich Zusätzlichkeit, Wettbewerbsverzerrungen
und Mitsprachmöglichkeiten anbelangt.

2006-2009 versuchten wir Erwerbsloseninis in HH mehrfach ein sogenannten "Teilnehmer (Vertreter)
im Beirat durch zu setzen, da ein Vertreter für die Interessen von Erwerbslosen nicht vorgesehen war.

Wir waren kurz davor, dies durch zu drücken, wurden jedoch vom DGB derartig ausgetrixt, das klar wurde
"Ihr Erwerbslosen habt in der Kuschelrunde des Beirates nix zu suchen !!"

Dies war nicht nur schmerzhaft, wegen des fehlenden Mitspracherechts, sondern auch Anlass innerhalb von
Gewerkschaftsstrukturen keine Aktivitäten mehr zu investieren.. Kurz dannach starb der ELO-RAT in HH aus.

Soso, wer vertritt nun anbei die Arbeitnehmer-Interessen ?

Die Gewerkschaft, die dann nur darauf achten will, das der Mindestlohn nicht unterschritten wird ?

Ansonsten bleibt der "geförderte (zwangsbetreute) Erwerbslose" seiner Möglichkeit auf Mitsprache
ausgeschlossen.

Yupp, wenn der Schraubenschlüssel so fällt, das es richtig knirscht und kracht, kann es für die Solidarität
unter der Arbeiterklasse nur gut sein :biggrin:
 

Kampfmops

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#95
Den Artikel (Beitrag von Dagegen72, erster Link) finde ich ja mal "nett". Mal wieder wurde ein Arbeitsloser ausgesucht, der irgendwie das Geld hat, den ganzen Tag im Cafee zu hocken und dazu Alkoliker ist (gestellt oder nicht, kann ich nicht sagen). Die Kommentare darunter waren auch zu erwarten...ich sag dazu nichts weiter, sonnst würde ich die erlaubte Beitragslänge sprengen. :icon_mrgreen:

Zum Thema selbst: Wie immer kommt es nicht nur auf die Idee an, sondern auch auf die Umsetzung.

Die Idee ist ja nicht neu. Sowas wie 1-Euro-Job 2.0. halt. Heisst nur anders und wird anders vergütet.

Was mir am meisten Sorgen macht, ist die künftige Umsetzung. Es wird gesagt, das es freiwillig ist. Allerdings wissen wir ja schon zu gut, was "Freiwillig" beim JC dann bedeutet. :censored:

Besonders dieser Satz, aus dem Artikel, macht mir Sorgen:
Sie sollten zwei Jahre lang gefördert werden. Danach müsse man sich genau anschauen, ob sich etwas bei ihnen geändert hat. Falls nicht, müssten sie weiter gefördert werden.
Was "für mich" übersetzt bedeutet: Sie sollen 2 Jahre gezwungen werden. Wenn sie den Job (für den sie sich evtl. nicht interessieren) danach nicht mögen, zwingen wir sie so lang weiter, bis sie ihn mögen. (ist aber nur meine Interpreatation) :popcorn:

Am ende nutzt es wohl eher wieder den Arbeitgebern. Tauschen sie ständig die Arbeitslosen aus, um eine Gratis-Arbeitskraft zu haben, ist es oki. Aber wehe Elo sagt irgendwas.


Bin auch dagegen, solange es nicht wirklich freiwillig ist!
 
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#96
Yupp, wenn der Schraubenschlüssel so fällt, das es richtig knirscht und kracht, kann es für die Solidarität
unter der Arbeiterklasse nur gut sein :biggrin:
Ihr träumt immer von Widerstand durch Sabotage, um dieses Dreckssystem zu Fall zu bringen.
Dies ist aber in den seltensten Fällen überhaupt möglich. Wo ist z.B. dieser "Schraubenschlüsssel" beim Wachmann im Sicherheitsgewerbe? - Es gibt viele Bereiche, da ist so ein "passiver Widerstand" allein aufgrund der Art der Tätigkeit gar nicht möglich.
 

Onkel Tom

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#97
Na, ich wollte hier doch niemand gleich die Revolution an die Backe heften :icon_mrgreen:

Mann nuss ja auch nicht gleich in seiner ersten Arbeitstunde "kling klong" machen.. Etwas zitrige Pfoten
würde ich nach ein parr Tagen bekommen, wenn ich bemerken würde, das sich die hier aufgeführten
Glaskugelblicke bewahrheiten würden..
Dem Schließer könnte anbei auch mal der Schlüsselbart abbrechen. Muss also nicht immer ein Schrauben-
schlüssel sein.

Und wenn Scheele laut DTZ-online so fett seine Fuchteln im Spiel hat, ist die Wahrscheinlichkeit auf
ein Tadder höher..
 

Seekuh

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#98
@Kampfmops

Woher hast du denn die Info, dass das "freiwillig" sein soll? Meines Wissens stimmt das nicht.
 
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#99
@Kampfmops

Woher hast du denn die Info, dass das "freiwillig" sein soll? Meines Wissens stimmt das nicht.
Das soll nicht zynisch klingen, aber du weißt sicher auch, dass der Bezug von ALG II an sich nicht verpflichtend ist, in dem Fall dann aber sowieso und auch nicht erst seit gestern mit einer Vielzahl von Verpflichtungen einhergeht. Dazu zählt das Erbringen von Nachweisen wie regelmäßige Meldungen, aber m.W. prinzipiell auch das Bemühen um, wenn nicht wo angeboten die Annahme machbarer Arbeit. Kann man schon mal vergesseen, geht mir nicht anders und liegt u.U. auch daran, dass zwischen Theorie und Praxis (zum Glück) immer noch mal'n Unterschied besteht. Auch hier läuft es letztlich darauf hinaus, die Frage ist, wie das (wo) genau umgesetzt und gehandhabt wird. Nicht anders als etwa bei den sog. 1-Euro-Jobs wird u.a. Geografie ne gehörige Rolle spielen. Möglw. auch, ob du in einer Großstadt wohnst oder auf'm Dorf. Hier bei uns etwa gab es sowas in nennenswertem Umfang nie. Nie. Noch würde ich jemanden kennen, der auf solcher Grundlage sanktioniert worden ist.

Um's klar zu sagen, auch ich bin mit dem Entwurf mitnichten zufrieden, es ist typischer Kompromist, durchzogen von - allerdings erwartbarer - genauso typischer, musealer SPD-Arbeiterlogik. Ich hätte die auch explizite Abgrenzung zum Sanktionswesen erwartet, nicht nur aus sozialwiss. und psychol. Sicht oder weil ich grundsätzlich gegen Sanktionen bin, sondern schon auch rein geschmacklich und stilistisch. Es ist einfach unangemessen, abschreckend, geht nicht zusammen mit den Vorsätzen und wo immer man diese Register zöge, wär's gleich kontraproduktiv. Aber das ist erst mal Politik und andererseits könnte man mit sowas wie Einheitlichkeit, Linie oder Konsistenz gegenargumentieren; auch mir fällt auf, dass x vergleichbare, genauso sanktionierbare Maßnahmenpakete in der Vergangenheit nicht mit solchem Protest einhergingen. Und dabei ist das jetzt ein Fliegenschiss.

Auf der positiven Seite kann man immer noch auf einen Fortschritt hoffen, insb. wenn das, wovon ich ausgehe, keine Grundlage für Abstrafungen sein wird. Dass es jedenfalls mehr ist, als irgendwas 2.0 bzw. andere (im pos. Sinne) Geschütze aufgefahren werden (sollen), erkennt man allein an der Zahl der zu schaffenden Plätze. Von denen mutmaßlich nur ein Bruchteil überhaupt zustande kommt. Auch ist es direkt befristet, glaube bis 2024, dann wird evaluiert - d.h. wenn's das dann noch gibt.

Sorgen brauchst du dir m.E. keine machen, falls dem so ist. Im Zweifelsfall und sollte man mit etwas konfrontiert werden, das überhaupt nicht passt, bleibt immer die Möglichkeit, eigene Alternativen vorzuschlagen. Und davon gibt's hoffentlich ne Menge.
 

Kampfmops

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@Kampfmops

Woher hast du denn die Info, dass das "freiwillig" sein soll? Meines Wissens stimmt das nicht.
Es ist meist so, das bei Maßnahmen aller Art gesagt wird, das es "natürlich" total freiwillig ist. Denke damit will erreichen, das nicht der Eindruck von Zwangarbeit erweckt wird (andere Menschen, die nicht betroffen sind, hetzen ja lieber, wenn es freiwillig ist und Elo nur zu "faul").

Rein Mündlich "scheinen" alle Maßnahmen auch freiwillig zu sein. In allen wurde zumindest gelabert, ist freiwillig, wer mag kann gehen. ABER, die können das auch sagen. MT sind nicht an Sanktionen gebunden, wenn sie einen Elo nicht haben wollen. Für uns Elos schaut es aber anders aus, da wir oft eine EGV oder EGVA im Nacken hängen haben.

Und bei diesem Projekt, wird es nicht anders sein. SB werden nun die "Freiwilligen" für die 1 Euro-Job 2.0. Maßnahmen aussuchen und ihnen bei der nächsten Einladung die EGV auf den Tisch schieben. Wird diese nicht unterschrieben, kommt die EGVA. Da es hier nicht um ein halbes Jahr geht, sondern um eine längere Zeit, habe ich bedenken, wie es mit weiterer Schikane ausschaut, wenn man kein Verträge unterschreibt und gegen die EGVA vor geht. Zudem wir ja noch nicht wissen, was da genau an Verträgen kommen wird.
 
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