Zwang zu Überregionalen Bewerbungen/ Zwangsumzug

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Shiori

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Hallo,
vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. Ich wurde betriebsbedingt gekündigt und werde ab dem 01.10.09 arbeitslos sein und ALG erhalten.
Mir wurde direkt beim ersten Gespräch bei der Arbeitsvermittlerin angedroht ich müsse mich auf Grund der Arbeitslage auch überregional bewerben und einen Umzug in Kauf nehmen. Kann man mich wirklich dazu zwingen? Ich bewerbe mich ja schon im Umkreis vom 80 km, obwohl ich kein Auto habe. Ich habe auch gesagt dass ich nicht zwingend in meinem Beruf bleiben muss. Ich möchte auf keinen Fall gezwungen werden hier weg zu ziehen, schließlich habe ich hier meine Beziehung, Familie (die tlw. auf meine Hilfe angewiesen ist) und Freunde.
Was kann ich tun?
 

Paolo_Pinkel

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Hallo,
vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. Ich wurde betriebsbedingt gekündigt und werde ab dem 01.10.09 arbeitslos sein und ALG erhalten.
Mir wurde direkt beim ersten Gespräch bei der Arbeitsvermittlerin angedroht ich müsse mich auf Grund der Arbeitslage auch überregional bewerben und einen Umzug in Kauf nehmen.

Hunde die bellen die beißen nicht! Das mal vorweg. Natürlich bist du verpflichtet dich auch überregional zu bewerben. Und ja. Es kann auch sein, dass du dafür umziehen kannst bzw. mußt.

Kann man mich wirklich dazu zwingen?

Zunächst einmal muß der Vermittler dir ein passendes Stellenangebot vorlegen. Dann muß der AG an dir Interesse haben. Falls es so weit kommt, dass man dich zu einem Vorstellungsgespräch einlädt solltest du dir VERBINDLICH die Zusage deines Arbeitsvermittler einholen, dass man dir alle anfallenden Kosten (Fahrtkosten zum AG) erstattet. Wichtig hierbei ist, dass nur Kosten erstattet werden die IM VORFELD, also bevor sie entstehen, auch erstattet werden können. Machst du das nicht dann bleibst du u. U. darauf sitzen!

Des weiteren solltest du dir auch die VERBINDLICHE Zusage deines Arbeitsvermittlers einholen, dass im Falle eines geplantes Umzuges eben dieser auch von der BA getragen wird. Mit allem was dazu gehört.

- Umzugskosten
- Kaution für neue Wohnung
- ...

Erst wenn das alles geklärt ist kann man diese Forderung auch erfüllen. Da die Mitarbeiter der Agenturen aber ungern solche Zusagen schiftlich geben wird sich da ein Problem auftun. Denn immerhin bist du ja willens. Aber der SB nicht. Was du auf keinen Fall machen solltest ist in Vorkasse zu gehen. Wer die Musik bestellt muß sie auch bezahlen! Mal sehen ob der Arbeitsvermittler dann noch immer so scharf darauf ist.

Ich bewerbe mich ja schon im Umkreis vom 80 km, obwohl ich kein Auto habe.

Soweit mir bekannt, sind sogar Pendelzeiten von 2 1/2 Stunden zumutbar.

Ich habe auch gesagt dass ich nicht zwingend in meinem Beruf bleiben muss. Ich möchte auf keinen Fall gezwungen werden hier weg zu ziehen, schließlich habe ich hier meine Beziehung, Familie (die tlw. auf meine Hilfe angewiesen ist) und Freunde.
Was kann ich tun?

Das ersprochene deines SB nicht zu ernst zu nehmen.

Gruss

Paolo
 

Kerstin_K

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Wenn Du z. B. pflegebedürftige Angehörige hast, kann Dich niemand zwingen, umzuziehen.
 
L

lupe

Gast
@ Shiori

Mir wurde direkt beim ersten Gespräch bei der Arbeitsvermittlerin angedroht ich müsse mich auf Grund der Arbeitslage auch überregional bewerben und einen Umzug in Kauf nehmen.

Nein. Der SB ist ein Schwachmat. Das brauchst Du nicht.

@ Paolo_Pinkel
Soweit mir bekannt, sind sogar Pendelzeiten von 2 1/2 Stunden

Nein. Ca 1 1/2 Std. Pendelzeit.
 

physicus

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- Umzugskosten
- Kaution für neue Wohnung

das kann man noch erweitern, denn auch übernachtungskosten im hotel müssen getragen werden, wenn der vorstellungstermin in der früh ist, man aber zu der firma mehrere stunden anfahrt hat.
 

stummelbeinchen

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Sie kann. Im §121 Abs. 4 Sozialgesetzbuch 3 steht die rechtliche Grundlage. Ich übersetze mal :icon_smile:

Wenn der Arbeitsmarkt sehr schlecht ist und die Wahrscheinlichkeit, dass du innerhalb der ersten 3 Monate der Arbeitslosigkeit keine Job kriegst, sehr groß ist, dann musst du ab dem 1. Tag der Alo (bei Dir 1.10.?) bundesweit nach Stellen suchen.

Ausnahme 1: Du hast betreuungsbedürftige Kinder.
Ausnahme 2: Du bist als Betreuungsperson für einen pflegebedürftigen Angehörigen eingetragen.

Hast du einen Ehepartner, dann musst du nicht umziehen, jedoch eine vorübergehende getrennte Haushaltsführung in Anspruch nehmen.

Trifft nichts auf Dich zu: Dann ist ein Umzug zumutbar.


Wenn Du allerdings in einem Beruf suchst, wo in Deinem Bezirk freie Stellen sind, dann brauchst Du nicht bundesweit, zumindest nicht in den ersten 3 Monaten.
 

Philas

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Gehe davon aus, dass Du ALG I erhalten wirst, richtig?
Dann würde ich mir da noch keine allzu großen Gedanken machen.

Es muss schließlich erstmal ein konkretes Angebot eines Arbeitgebers vorliegen, dass er Dich einstellen will. Dann muss natürlich auch noch geprüft werden, ob dass Angebot zumutbar nach § 121 SGB III ist.

Und wenn zu erwarten ist, dass Du in nächster Zeit im näheren Umkreis eine Stelle finden kannst, ist es Dir auch nicht zumutbar,
umzuziehen.

Was sollte es denn für einen Sinn machen, einen Arbeitslosen aus München nach Berlin zu vermitteln, wenn es in Berlin 200 Arbeitslose mit der gleichen Qualifikation gibt?

Denke, Dein SB wollte nur mal Deine "Bereitschaft" zur Aufnahme jedweger Arbeit testen.

@Stummelbeinchen: Gibt es nicht auch eine Regelung, dass ein Umzug nicht verlangt werden kann, wenn es sich nur um eine befristete Tätigkeit handelt? Meine das mal gelesen zu haben.
 
L

lupe

Gast
Sie kann. Im §121 Abs. 4 Sozialgesetzbuch 3 steht die rechtliche Grundlage.
Habe ich gelesen, den §. Nur das ist Theorie (wie so viele Gesetze) und in der Praxis stelle ich mir da echte Fragen...Schildbürga läßst grüßen.
Das Nomadentum hat der "Homo Sapiens" lange abgelegt. "Wir" sind seßhaft geworden.
 

stummelbeinchen

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Hi Philas,

einen Umzug verlangen, kann der Vermittler nicht. Er ist zwar zumutbar und bedeutet bundesweite Bemühungen, aber er/sie kann Dich nicht zu einem Umzug zwingen. Es ist dann Dir überlassen, ob Du umziehst oder eine getrennte Haushaltsführung hast. Wenn Du also in Hamburg wohnst und in München eine Stelle findest (weil Du bundesweit gehen musst nach §121 SGB III), kannst Du trotzdem Deine Wohnung in Hamburg behalten und in München eine 2. Wohnung nehmen.

Einen Umzug verlangen kann der Vermittler auch nicht, wenn Du verheiratet bist oder in eheähnlicher Lebensgemeinschaft lebst; wohl aber bundesweite Bemühungen und eine vorübergehende getrennte Haushaltsführung.

Auswirkungen hat dieser Unterschied, wenn Du unterstützend zur Arbeitsaufnahme Vermittlungsbudget haben möchtest. Im Beispiel 1 wird der Vermittler mit Sicherheit prüfen, ob ein Umzug billiger wäre als eine getrennte Haushaltsführung und seine Entscheidung in die Höhe der Bewilligung einfließen lassen. Im Beispiel 2 spielt dieser Aspekt keine Rolle.

Hoffe, ich konnte mich klar ausdrücken, ist etwas kompliziert.
 

Erolena

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Auch bei einer festen Stelle, würde man aus Vernunftgründen erst abwarten, bis die Probezeit vorbei ist, ehe eine Familie umzieht.
Das habe ich einmal von einem wirklich guten Berater für jemand anders gehört. Und tatsächlich. Der Betroffene kehrte später zurück, weil es ihm absolut nicht gefiel. Da war der Rat goldrichtig, die Familie erst einmal "daheim" zu lassen. Er hatte dann am Heimatort eine feste Stelle gefunden.

Für eine befristete Stelle gilt das ja erst recht.
 

Kerstin_K

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Esw gibt ganz sicher auch Konstellationen, wo ein Umzug oder getrennte Haushaltsführung schlicht nicht verlangt werden kann. Z. B. wenn man behinderte Kinder oder Pflegebedürftige Angehörige hat. Alte Menschen kann man nicht mehr infach s mitnehmen uns verpflanzen und ich kenne eine Familie, die haben ein schwerbehindertes Kind mit einer sehr seltenen Erkrankung. Die sind extra wegen dem Kind umgezogen in die Nähe einer Klinik, wo ein Arzt arbeitet, der Erfahrung´damit hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da ein Vrmitler getrennte Haushaltsführung verlangen dürfte, denn alleine wäre einer der Eltern mit der Pflege des Kindes überfordert. Und in so einem Fall machen dan wohl auch bunseweite Bewerbungen keien Sinn.
 

Arania

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das hat Stummelbeinchen aber doch schon sehr gut ausgeführt, da ist so ein Fall auch berücksichtigt
 

Kerstin_K

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Arania, mir geht es aber auch darum, dass man sich mit dem Vermittler auseinandersetzen sollte und Sinnlosbewrbungen nicht schreiben sollte, wenn man vrhr weiss, dass man die Stelle niemals antreten kann.
 
L

lupe

Gast
@ stummelbein...

Dazu muß ich mal meinen "Verstand" einschalten. Im Volksmund "Hirn" genannt. Geht aber nicht gegen Dich, sondern allgemein.

Du widersprichst Dich da ein wenig.

1.Zitat aus Deinem ersten Post...
Sie kann. Im §121 Abs. 4 Sozialgesetzbuch 3 steht die rechtliche Grundlage. Ich übersetze mal :icon_smile:
2. Zitat aus Deinem ersten Post...
Trifft nichts auf Dich zu: Dann ist ein Umzug zumutbar.
Weiter gehts...
einen Umzug verlangen, kann der Vermittler nicht. Er ist zwar zumutbar und bedeutet bundesweite Bemühungen, aber er/sie kann Dich nicht zu einem Umzug zwingen.
Na ja, zwingen kann einen keiner zu etwas. Außer mit dem "Druckmittel" Geld (Sanktionen/Sperren).

Es ist dann Dir überlassen, ob Du umziehst oder eine getrennte Haushaltsführung hast. Wenn Du also in Hamburg wohnst und in München eine Stelle findest (weil Du bundesweit gehen musst nach §121 SGB III), kannst Du trotzdem Deine Wohnung in Hamburg behalten und in München eine 2. Wohnung nehmen.
Stimmt. Mich würde nur mal interessieren, wie man z.B. von einem ZA Gehalt/Lohn sich eine zweit Wohnung finanzieren soll/kann.

Ich stelle aber mal den Link zu diesem fragwürdigen §en ein. Wer an solchen Gesetztestexten mitarbeitet, ist in meinen Augen "realitätsfremd".

Man nehme da doch nur mal die "Zumutbarkeiten" der Pendelzeit. Soweit ich weiß, war damals die Aussage meiner SB in ALG I muß ich nur eine Pendelzeit von ca. 1 1/2 Std. in Kauf nehmen.

Ich zitiere aber mal aus diesem "tollen" §...
Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist,
Ist das, was ich mit Nomadentum meinte, oder wie Erolena auch schon sagte. Dann kann man ja unter den heutigen Gegebenheiten (z.B.ZA) andauernd umziehen. Das kann's ja wohl nicht sein...

Noch was zu dem Text in diesem §...
Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.
Eine schwammige Ausage. Das kann man auslegen wie man will.
 
D

Die Antwort

Gast
Sie kann. Im §121 Abs. 4 Sozialgesetzbuch 3 steht die rechtliche Grundlage. Ich übersetze mal :icon_smile:

Wenn der Arbeitsmarkt sehr schlecht ist und die Wahrscheinlichkeit, dass du innerhalb der ersten 3 Monate der Arbeitslosigkeit keine Job kriegst, sehr groß ist, dann musst du ab dem 1. Tag der Alo (bei Dir 1.10.?) bundesweit nach Stellen suchen.

Ausnahme 1: Du hast betreuungsbedürftige Kinder.
Ausnahme 2: Du bist als Betreuungsperson für einen pflegebedürftigen Angehörigen eingetragen.

Hast du einen Ehepartner, dann musst du nicht umziehen, jedoch eine vorübergehende getrennte Haushaltsführung in Anspruch nehmen.

Trifft nichts auf Dich zu: Dann ist ein Umzug zumutbar.


Wenn Du allerdings in einem Beruf suchst, wo in Deinem Bezirk freie Stellen sind, dann brauchst Du nicht bundesweit, zumindest nicht in den ersten 3 Monaten.

Drei Ausschlußgründe hast Du noch vergessen.

1.) Eigene Erkrankungen z.B. Depressionen etc. Dann ist ein Umzug nicht zumutbar.

2.) Hält es selbst das BSG für nicht zumutbar sein soziales Umfeld zwangsweise zu verlassen. Und das gilt schon für einen Umzug in der selben Stadt.

3.) Schwierig wird es auch bei befristeten Jobs. Oder Jobs mit Probezeiten. Dann ist fraglich ob man für eine extrem unsichere Zukunft einen Umzug durchführen muß. Für solche Fälle könnte man eine doppelte Haushaltsführung versuchen durchzusetzen. Dann wäre eine Umzugsforderung für das Amt nicht gerade billig. Übrigens muß das Amt auch die Fahrtkosten zu Wohnungsbesichtigungsterminen zahlen. Das kann auch ganz heftig ins Geld gehen.

Außerdem bist Du erst so kurz arbeitslos, daß eine Aussage darüber , wie Deine Chancen sind bald Arbeit zu finden, nur bedingt möglich ist.
 
L

lupe

Gast
@ gar nicht gut,

totale Scheisse, was Du da schreibst.

Klar kann nach dem § Gesetztlich verfahren werden. Dafür wurde er ja geschaffen. Lese Dir das doch bitte mal durch.

Ich habe gegen den § nur "Moralische" Aspekte verlauten lassen, die auch mit dem gesunden Menschenverstand vereinbar sind.

Krakelerei bringt auch keinen wirklich weiter.
 

stummelbeinchen

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Liebe Leute, bitte erst lesen und dann schreiben. Ich habe extra geschrieben, dass man niemanden zu einem Umzug zwingen kann, sondern lediglich zu bundesweiten Bewerbungen. Inwieweit die Tätigkeit mit Umzug oder 2.Wohnsitz ausgeübt wird, kann jeder Arbeitsuchende für sich selber entscheiden. Ich beziehe mich auch auf den §121/4 SGB III, inwieweit das in der Arbeitsgemeinschaft geregelt ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dort gilt das SGB II.

"Eigene Erkrankungen z.B. Depressionen etc." werden im Rahmen eines Ärztlichen Gutachtens geprüft. Wird festgestellt, dass bundesweite Bewerbungen nicht möglich sind, dann ist das so. Krankheit, Schwerbehinderung etc. werden berücksichtigt. "Schwerbehinderte Kinder, pflegebedürftige Angehörige" habe ich bereits in meinem vorherigen Posting erwähnt.

"Hält es selbst das BSG für nicht zumutbar sein soziales Umfeld zwangsweise zu verlassen. Und das gilt schon für einen Umzug in der selben Stadt."
Keine Ahnung was das BSG ist. Ich kenne nur das SGB und da ist dieser Fall nicht berücksichtigt. Zumindest nicht in dem Exemplar, was ich zur Lektüre heranziehe.

"Schwierig wird es auch bei befristeten Jobs. Oder Jobs mit Probezeiten. Dann ist fraglich ob man für eine extrem unsichere Zukunft einen Umzug durchführen muß."
Siehe oben. Getrennte Haushaltsführung oder Umzug ist jedem freigestellt. Es gibt auch keine Vorschriften oder gesetzlichen Richtlinien wann der Umzugs stattfinden muss. Es ist sicherlich vernünftig die Probezeit abzuwarten. Das ist aber die Entscheidung des Arbeitsuchenden und die trifft nur er/sie (AGG läßt grüßen) allein.

"Für solche Fälle könnte man eine doppelte Haushaltsführung versuchen durchzusetzen. Dann wäre eine Umzugsforderung für das Amt nicht gerade billig. Übrigens muß das Amt auch die Fahrtkosten zu Wohnungsbesichtigungsterminen zahlen. Das kann auch ganz heftig ins Geld gehen."
Das ist nicht richtig. "Müssen" tun sie gar nichts. Das Vermittlungsbudget ist eine Ermessensleistung. Einen Anspruch auf Umzugsunterstützung, Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen etc. gibt es nicht. Man kann alles beantragen, inwieweit dies bewilligt wird, hängte von der Begründung des Arbeitsuchenden ab und inwieweit die Voraussetzungen nach §45 SGB III erfüllt werden. Dieser Paragraph gilt mal ausnahmsweise für Agentur und Arge.
 

Arania

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:icon_daumen: vollkommen richtig erklärt

BSG soll das Bundessozialgericht sein
 
L

lupe

Gast
Du Stummel..
lies mal den §en, den Du angeführt hast. Da steht nichts drin von Bundesweiten Bewerbungen. Nur zum Umzug...Ich stelle das aber mal hier ein, da wohl keiner meinen Link las.

@ Arania, ist ein "Geschleime" deinerseits um mal wieder zu symbolisieren...Seht her, ich Arania, Großfürstin zu ELO weiß alles...Rutsch bitte auf Deinen Schleim nicht aus :biggrin:
§ 121 Zumutbare Beschäftigungen

(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.
(2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.
(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.
(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.
 
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