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Zuzahlung für Hörgeräte

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judith11

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#1
So nun mal auch eine Frage !

Ich habe einen Hörverlust von ca. 30 % und beidseitig Tinnitus und benötige für beide Öhrchen Hörgeräte.

Nun sind die zuzahlungsfreien Geräte lt. Arzt und Akustiker nicht ausreichend, auch wegen dem beruflichen Umfeld (Erzieherin wenn wieder ausreichend Arbeit) und ich muß ca. 1.200 Euro zusätzlich blechen.

Nicht gerade wenig und da reicht das Alg2 nicht gerade aus.

Die Krankenkasse hat eine vollständige Übernahme abegelehnt, Widerspruch ist selbstverständlich raus.

Nun aber lese ich das Hilfsmittel (dazu gehören ja auch Hörgeräte) zu den zuzahlungspflichtigen Sachen gehören und im Rahmen der Zuzahlungsgrenzen ( 1 % oder 2 % ) fallen.

:icon_hmm: sehe ich das jetzt irgendwie falsch das hier diese 1.200 Euro Zuzahlung darunter fallen müßten und damit angerechnet ????

Al2-Haushalt + Chroniker in der Familie = Höchstgrenze der Zuzahlung 41,40 Euro !!!

Schön wenn hier mal mitgedacht würde - Danke :icon_hug:
 

MissMarple

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#2
Hallo Judith

auch wenn es sich nun wieder krass anhört, aber du hörst noch zu viel, um Zuschüsse zu bekommen.
zuschüsse bekommen - soweit mein Stand der Dinge ist - nur Betroffene, welche ohne HG nahezu ertaubt ( an Taubheit grenzend ) hören.

Ähnlich ist es auch bei Brillen und starker Sehbehinderung.

Selbst ganz taube Menschen, die ein CI von der Krankenkasse bekommen, bekommen bisher immer nur eines bezahlt, weil "ein Ohr zum Hören ja ausreichend ist".

Vielleicht haben andere aber noch positive Infos für dich.

MissM.
 

judith11

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#3
Danke für die Antwort, aber mir ging es mit der Frage mehr um die Thematik " ist diese Zuzahlung eine Zuzahlung oder nicht" !!

Wegen der anderen Sache bin ich ja im Widerspruch und werde auch eine Klage eineichen denn es gibt in dieser Richtung schon mehrere positiven Urteile.
 

judith11

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#5
http://www.hoeren-heute.de/kosten.htm

schau doch mal hier hinein

http://www.aok.de/bra/rd/123688.htm

und hier

Diese Zuzahlung ist eine Zuzahlung, geht aus den Artikeln deutlich hervor, wirst Du aber einklagen müssen
Danke Arania :biggrin:

genauso sehe ich das ja auch ...... denn

Neue Regelung ab 01.01.04
Für alle Hilfsmittel (dazu gehören auch Hörgeräte) ist nach Vollendung des 18. Lebensjahrs eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises zu entrichten, mindestens jedoch 5 EUR und höchstens 10 EUR. Bei Reparaturen und Wartungen ist keine Zuzahlung zu leisten. Bei Erreichen der Belastungsgrenze erfolgt für den Rest des Jahres eine Befreiung von der Zuzahlung
und

Zuzahlung zu Hilfsmitteln wie Hörgeräte, Krankenfahrstühle
10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro
sagen es eigentlich aus !!!

Klagen, kein Problem ;) aber evtl. geht es ja schneller
 

kalle

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#6
Auch ich bin der Meinung, das die Zuzahlungen unter die Zuzahlungen fällt.;)

Nur wird hier eine sehr gute Argumentation von Nöten sein um zum gewünschten Erfolg zu führen.

Und Miß Marble, das Argument mit nur einem Gerät mag bei nur Schwerhörigkeit zutreffen.
Hier geht es ja auch um den beidseitigen Tinitus. Diese speziellen Geräte strahlen ja ein weißes Rauschen aus, das den Tinitus übertönen soll. Da muss es denn schon 2 Geräte sein. Das wäre denn mal der Vorteil bei einem beidseitigen Tinitus.:icon_hihi:

 

MissMarple

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#7
Das mit den Geräuschen sind "NOISER" oder "MASKER"- keine Hörgeräte :icon_idea:
Hier ist es mit der Kostenerstattung der KV noch schwerer, da viele erst einmal nur wenig oder gar nicht zahlen wollen.
Bei Hörgeräten ist es dann schon etwas anders, wobei mein letzter Stand so um die 300 Euro pro Ohr liegt und viele gute Geräte weit darüber liegen vom Preis.

MissM.
 

kalle

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#8
Schwerhörig und Tinitus= Hörgeräte mit integriertem Noiser :-??

 

MissMarple

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#9
mmmhh
habe ich so noch nicht gehört, allerdings wird ein Tinnitus umso lauter, desto weniger man von aussen hört ( logischerweise ).
Ein HG verbessert das Hören und somit KÖNNTEN die Einflüsse von aussen den TT in den Hintergrund drücken.

Einige Betroffene werden wiederum aber durch ein HG verrückt, was bisweilen noch eigene Störgeräusche erzeugen kann wie Pfeifen, Piepen usw.

Das A und O beim Tinnitus ist aber das "Retrainig", um erst einmal ein richtiges Verhältnis zum TT zu bekommen, die Angst zu verlieren usw usw.
Naja, das würde zu weit fühlen ;)

Da mein persönlicher Krankheitsverlauf beinhalten KANN, dass ich in einigen Jahren auch plötzlich schwerhörig bis hin zu taub werden kann, habe auch ich Angst, dass ich mir eine angemessene Hörversorgung nicht leisten kann, wenn man nur wenig Geld zur Verfügung hat. Traurig aber wahr.

MissM.
 

judith11

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#10
So Sachstandsbericht auf meine Frage ....

eben Anruf der Krankenkasse bekommen das mein Widerspruch auf Kostenübernahme (sind ja fast 1.400 Euro) der Zuzahlung für die Hörgeräte nunmehr vom MDK POSITIV beschieden ist ! ! ! :icon_party:

Auf welcher Grundlage muß ich mal den schriftlichen Bescheid abwarten und dann melde ich mich wenn gewünscht :biggrin:

:icon_stern: :icon_stern:
 

Mausi

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#12
Hmm mich sollte es wundern wenn sie Dir nicht die vollen Kosten bezahlen, ich selbst hör auch fast alles, ausser die hohen pieptöne nicht, habe aber auch Sprachfehler. Vor 5 Jahren sollte ich auch für Hörgeräte zuzahlen von 1400 Euro war aber da in der Lehre, da ich in Sachsen Anhalt wohnte aber in Thüringen meine Lehre machte meinten sie das ich 1% zuzahlen müsste auch wegen meiner Behinderung doch da ich in Sachsen Anhalt gemeldet war trotz das ich im Internat in Thüringen war bezahlte die Krankenkasse in Sachsen Anhalt den vollen Preis der Hörgeräte, öfters ist es auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich wieviel die Krankenkassen bezahlen.

Drück Dir die Daumen das du sie bezahlst bekommst, da du als Arbeitsloser auch noch nicht mal 1% zahlen könntest.

LG Mausi
 

kalle

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#13
Liebe Mausi !
Auch in Sachsen-Anhalt gilt das Bundesrecht. Die 1 % beziehen sich auf das Einkommen. Nicht auf den Preis der Geräte oder Medikamente.

Und im Falle eines H4- Empfängers sind dies eben nur ca. 40.00€.

(Ja ich weiß, 41,schießmichtot€)
:icon_mrgreen:
 

Mausi

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#14
Schmatz Kalle so mag ich dich.hihi. Ok für ein Arbeitslosen sind 41 Euro immer noch viel.motz. Doch ich musste diese Hörgeräte nicht bezahlen und es war mal eine Rede da ich ja in Thüringen zur Lehre ging das ich die Hälfte zuzahlen müsste, aber da ich in Sachsen Anhalt wohnhaft war musste ich doch nix zahlen. Ja für Medikamente usw. muss ich ja auch 1% zahlen, da ich aber schon zuviele Medikamente diesen Monat bezahlt habe bin ich nu befreit wurden und habe einen Befreiungsschein von der Krankenkasse. Naja aber nu muss ic h für Inkontinenzartikel selbst a u ch n och zuzahlen da mal wieder ne neue Verordnung rausgekommen ist von der AOK das sie im Monat nur noch 35 Euro zahlen. Muss mich da wohl auch noch auseinandersetzen.

Lg Mausi
 

judith11

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#15
@ Mausi :)

siehe mal mein Beitrag # 10 - dort hatte ich schon geschrieben das ich keine Zuzahlung leisten muß GARKEINE ZUZAHLUNG ! ! :) null Euronen
 

kalle

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#16
Ach Mäuschen, Du weißt ja schon , das Du da eine Antrag bei der Arge stellst, oder?

Kosten die nicht von einer KK oder anderen Stelle übernommen werden, sollten zu einer Erhöhung der Regelleistung führen.

Kreatives Denken ist angesagt.:icon_mrgreen:
 

Mausi

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#17
Ok da ich noch immer in Trainingsmaßnahme mich befinde und ab Ende Juli erst richtig anfange zu arbeiten werde ich dieses tun mich mit den Arbeitsamt für sowas auseinanderzusetzen. Ja habe es gelesen das du 0 Euronen zahlen musst liebe Judith u ich freue mich dafür. Wenn ich d ich nicht hätte lieber Kalle wär ich dumm wie ne graue Maus.gg. Aber zum Glück kennst du dich da besser aus wie ich und somit weiss ich auch immer wen ich fragen kann.lach. Schöne Pfingsten an Euch alle und passt auf Euch auf.

Lg Mausi
 

judith11

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#18
Positives Problem

So, habe ja diesen Thread eröffnet weil ich die Frage hatte ob Zuzahlungen für Hörgeräte (hier für 2 Stück 1.400 Euro) nicht von der Krankenkasse voll übernommen werden müßten.

Unabhängig der Alg2-Problematik, allein nur wegen der Zuzahlungsregelung der Gesundheitsreform 2004 (bitte evtl. Thread nochmals lesen).

Hatte mitgeteilt das von der Krankenkasse der Antrag abgelehnt wurde - bin aber selbstverständlich in Widerspruch gegangen.

Gleichzeitig mit dem Widerspruch an die KK habe ich aber auch bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (BfA-Berlin) einen Antrag auf >>Bewilligung von Hilfsmittel zur Teilhabe am Arbeitsleben<< gestellt ! !

Zwischenzeitlich, hatte ja berichtet Beitrag # 10, ist dem Widerspruch bei der Krankenkasse widererwartend stattgegeben worden und mir wird die Zuzahlung von 1.400 Euro für die Hörgeräte voll und ganz bezahlt :icon_exclaim:

Jetzt zu meinem "Problem" ;) Heute in der Post der Bescheid von der deutschen Rentenversicherung Bund das dem Antrag auf Übernahme der Kosten für die Hörgeräte übernommen werden - ohne jeglichen Schnickschnack und ohne sich zu WEHREN ! ! !


..............................

Also was möchte ich hiermit mitteilen; nicht AUFGEBEN, sich überall ERKUNDIGEN was machbar ist und zu Not bis vor Gericht gehen ! ! !

Also es geht - und wohl nicht nur bei Hörgeräten sondern bestimmt bei vielen Zuzahlungsproblemen die es so gibt.........


:icon_rolleyes: aber was mache ich jetzt mit 2 x Zahlungsübernahme - werde wohl nicht das Geld doppelt bekommen :biggrin:
 

Raphael

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#19
Was war dein Grund?

Hallo Judith,
bin mit fast gleichem Problem auf deinen Thread gestossen.
Gratuliere zum doppeltem Erfolg.


Auf der http://www.behindertenbeauftragter.de/index.php5?nid=31&Action=home Seite (wohlgemerkt eine Regierungsseite), steht:
"...Die Kassen und der Gesetzgeber gehen davon aus, dass eine ausreichende Versorgung zum Festbetrag möglich ist. Die vom Patienten gezahlten Differenzbeträge gelten nicht als „Zuzahlung im Sinne des Gesetzes“. ...."​
Mich interessiert also vorallem wie du denn "Sinn des Gesetzes" ausgehebelt hast? Wenn ich es richtig verstanden habe hast du dich in deinem Einspruch auf die max. Zuzahlung und die Belastungsgrenze bezogen.

Bei mir hat der Einspruch nur bewirkt das der Regelsatz übernommen wird, und ich den Rest selber blechen muss. Zudem bleib ich nach Ausschöpfen der Reperaturpauschale (194€) auf sämtlichen Folgekosten sitzen, und das für die nächsten 6 Jahre. Grumpf !!!

Irgendeinen Tip ?

Gruss Raphael
 

judith11

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#20
Hallo Judith,
bin mit fast gleichem Problem auf deinen Thread gestossen.
Gratuliere zum doppeltem Erfolg.




Auf der http://www.behindertenbeauftragter.de/index.php5?nid=31&Action=home Seite (wohlgemerkt eine Regierungsseite), steht:
"...Die Kassen und der Gesetzgeber gehen davon aus, dass eine ausreichende Versorgung zum Festbetrag möglich ist. Die vom Patienten gezahlten Differenzbeträge gelten nicht als „Zuzahlung im Sinne des Gesetzes“. ...."​
Mich interessiert also vorallem wie du denn "Sinn des Gesetzes" ausgehebelt hast? Wenn ich es richtig verstanden habe hast du dich in deinem Einspruch auf die max. Zuzahlung und die Belastungsgrenze bezogen.

Bei mir hat der Einspruch nur bewirkt das der Regelsatz übernommen wird, und ich den Rest selber blechen muss. Zudem bleib ich nach Ausschöpfen der Reperaturpauschale (194€) auf sämtlichen Folgekosten sitzen, und das für die nächsten 6 Jahre. Grumpf !!!

Irgendeinen Tip ?

Gruss Raphael
Etwas spät meine Reaktion auf die Frage, aber evtl. nicht zu spät :icon_smile:

Also lese doch noch mal den Beitrag # 05 durch wegen der Zuzahlungsgrenzen !!!

Außerdem habe ich Widerspruch auch auf Grundlage dieses Urteiles eingelegt
Festbetrag für Hörgerät dann nicht begrenzt, wenn er für die Behebung des Hörverlusts nicht ausreichend ist.Eine Versorgung mit einem bestimmten Hörgerät kann ohne Eigenleistungen beansprucht werden, wenn die zum Festbetrag zu habenden Geräte offenkundig nicht ausreichen, um einen Hörverlust auszugleichen, denn der für ein Hilfsmittel festgesetzte Festbetrag ist dann nicht begrenzt, wenn er für den Ausgleich der konkreten Behinderung objektiv nicht ausreicht. Sind Hilfsmittel medizinisch notwendig, muss sich der Versicherte nicht mit einer Teilkostenerstattung zufrieden geben. SGB-V § 13 Abs. 1, SGB-V § 33 Abs. 1, SGB-V § 33 Abs. 2, SGG § 143 LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 24.06.2005, Az. L 4 KR 147/03
oder

Kostenübernahme: Hörhilfen

Leitsätze: 1. Für die Versorgung mit Hörhilfen gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung das Sachleistungsprinzip (Anschluss an Bundesverfassungsgericht [BverfG], Urteil vom 17.12.2002 – 1 BvL 28/95, 29/95 und 30/95).
2. Ist eine bestimmte Hörhilfe notwendig, so hat die Krankenkasse diese Hörhilfe in vollem Umfang und ohne Eigenleistung der Versicherten zu gewähren (Anschluss an BVerfG, Urteil vom 17.12.2002 – 1 BvL 28/95, 29/95, 30/95).
3. Hat eine gesetzliche Krankenkasse den Anspruch auf Versorgung mit einer notwendigen Hörhilfe zu Unrecht abgelehnt und hat sich die Versicherte das Hörgerät selbst beschafft, so muss sie sich nicht mit einer Teilkostenerstattung zufrieden geben.
LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 15.6.2005 - L 4 KR 147/03 (rechtskräftig) - in br 3/2006, S. 86ff.

Anmerkung: Die Klägerin ist hörbehindert und Schülerin einer Gymnasialen Oberstufenschule. Sie beantragte bei der zuständigen Krankenversicherung die Kostenübernahme für ein Hörgerät. Hierbei legte sie dar, dass aufgrund ihrer Behinderung ein eher kostspieliges Gerät notwendig sei, weil nur dieses ihr ein optimales Hören gerade im Unterricht ermögliche. Entsprechende Gutachten für den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) stützten diese Einschätzung.

Gleichwohl bewilligte die Krankenkasse der Klägerin nur die Übernahme eines Teils der Kosten für das teuere Hörgerät. Das erstinstanzlich angegangene Sozialgericht gab der Klägerin Recht und verurteilte die Krankenkasse zur Übernahme der vollen Kosten für das Hörgerät. Hiergegen legte die Beklagte Rechtsmittel ein.

In seiner Entscheidung stellt das Landessozialgericht (LSG) fest, dass die Krankenkasse die volle Übernahme zu Unrecht abgelehnt hatte. Die von der Kasse vorgenommene Festbetragsregelung greife hier nicht. Der Senat ist im Verfahren zu der Überzeugung gelangt, dass – auch aufgrund der ärztlichen Gutachten für den MDK - die Klägerin nach dem Sachleistungsprinzip eine Versorgung mit dem teueren Gerät von der Beklagten beanspruchen kann. Sie hat hierbei keine Eigenleistungen zu erbringen.


………………………………………….

Hörhilfe ohne Eigenleistung der Versicherten
Was die Versorgung mit Hörhilfen anbelangt, so gilt dafür das Sachleistungsprinzip innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Bereits im Jahre 2003 hat das Bundessozialgericht ausgeurteilt, dass der für ein Hilfsmittel beschlossene Festbetrag die Leistungspflicht dann nicht begrenzt, wenn dieser Festbetrag für den Ausgleich der konkret vorliegenden Behinderung objektiv nicht ausreicht (BSG, Urt. v. 23.01.2003, Az.: B 3 KR 7/02 R). Eine notwendige bestimmte Hörhilfe muss daher von der Krankenkasse ohne Eigenleistung der Versicherten in vollem Umfang getragen werden (LSG Niedersachsen-Bremen, Urt. v. 15.06.2005, Az.: L 4 KR 147/03).
Meine positive Entscheidung für die komplette Zahlung war mehr das Urteil - aber so genau weiss ich es nicht da ich nur die Zusage erhielte ohne Bescheid. Und es war mir dann eigentlich egal damals warum :biggrin:

Die Rentenanstalt hat die positiver Zusage gegeben als med. Rehamaßnahme um meine Arbeitskraft zu erhalten - habe aber dann dankend nicht angenommen da die Rentenanstalt 2 x 10 Euro haben wollte - die KK hatt ALLES übernommen :icon_party:
 

betina

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#21
Hallo Juditt, es würde mich interessieren, was beim widerspruch herausgekommen ist. Hat man die die teueren Hörgeräte bewilligt.

ich weiss, es gibt ein Gesetz dass - wenn es erforderlich ist und die Ärzte bzw. Akustiker das bescheinigen - die Kasse eine höhere Zuzahlung zahlen muß. Leider muß man schon vor dem Kauf der neuen Geräte bei der Kasse einen Antrag stellen, der meistens abgelehnt wird. Legt man Widerspruch ein bzw. man kündigt eine Klage an, so ist es meistens so, daß die Kassen dann bezahlen. Wie war es bei Dir??

ich selber habe auf beiden Ohren eine Hörminderung, Hyperakusis und 60 & GdB. Ich kann mir die für mich in Frage kommenden Hörgeräte auch nicht leisten.

betina
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betina

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#22
Wo finde ich den Artikel /Gesetz bezüglich der Zuzahlungen für Hörgeräte . Auf der Seite behindertenbeauftragter komme ich nicht weiter. betina
 
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