Zuweisung in AGH, wird die Aufwandsentschädigung plus Nebenjob angerechnet?

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Nala87

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Hallo, liebe Forianer!

Heute flatterte mir eine Maßnahmezuweisung ins Haus. Meine neue SB hatte mir beim letzten Termin schon angedeutet, dass sie eine tolle AGH/1,50€-Job für mich im Angebot hätte. Die Maßnahme beträgt 20h die Woche von Mo bis Fr, u.U. sogar am Wochenende. Die ganze AGH dauert ein halbes Jahr. Das Ganze soll nächsten Donnerstag starten und geht dann halt bis September.

Da ich ja einen kleinen Nebenjob habe (Samstags Zeitung verteilen) verdiene ich mir ja bereits knapp 100€ im Monat zum AlgII dazu. Wenn nun noch die Aufwandsentschädigung der AGH hinzukommt, wird das irgendwie gegengerechnet? Ich hab total Schiss, dass da irgendwie was angerechnet wird. Oder könnte ich meinen Zeitunglohn plus das Zusatzgeld der AGH anrechnungsfrei behalten? Kann mich da jemand aufklären?

Danke schonmal.
 
G

Gelöschtes Mitglied 54151

Gast
Die Maßnahme beträgt 20h die Woche von Mo bis Fr, u.U. sogar am Wochenende.
AGH am Wochenende? Höchst verdächtig.

Wenn nun noch die Aufwandsentschädigung der AGH hinzukommt, wird das irgendwie gegengerechnet?
Die Aufwandsentschädigung aus der AGH ist anrechnungsfrei.
Achte auf Kosten, die dir durch die AGH entstehen (z.B. Fahrtkosten), die Aufwandsentschädigung muss dafür ausreichen.
 

Merse

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Wie, Nebenjob? Eine AGH ist für Leute, die keinerlei Aussicht mehr auf eine Arbeit jedweder Art haben, als allerletzter Strohhalm für die hoffnungslosesten der aussichtlosen Fälle.
§2 SGB II meinte:
Wenn eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit nicht möglich ist, hat die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person eine ihr angebotene zumutbare Arbeitsgelegenheit zu übernehmen.

Was heißt "unter Umständen" am Wochenende? Heißt also, wenn Bedarf besteht? Bei einer AGH kann niemals Bedarf bestehen, da alle Arbeiten zusätzlich sein müssen, und es kann nichts "unter Umständen" stattfinden, da alles ausnahmslos vorher vom JC bis ins Detail festgelegt zu sein hat.

Stell die Zuweisung mal ein, das wird wieder der übliche staatlich-verordnete-Schwarzarbeit-Kram sein.
 

vidar

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Moin @Nala87,

Deine Aufwandsentschädigung wird nicht auf dein H4-Leistungsbetrag angerechnet. Falls erforderlich, kannst du zusätzlich auch noch die hierfür erforderlichen Fahrtkosten beantragen. Dein ausgeübter Nebenjob ist bei einem Lohn von unter 100 € sowieso schon durch den Freibetrag anrechnungsfrei. Ich gehe davon aus, dass dieser Job dem JC bekannt ist.

BTW. Was ist das denn überhaupt für eine Arbeitsangelegenheit, die auch an einem Wochenende verrichtet werden soll?
.
 

Nala87

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Es handelt sich bei dieser AGH um einen sogenannten "Tafelgarten", soll heißen, für die örtliche Tafel werden auf diesem Areal Gurken, Kartoffeln etc. angebaut, alles im Rahmen von 1,50€-Jobs. Ich habe diesen Acker auch schon gesehen, wo Arbeitslose Feldfrüchte anbauen, welche dann in der Essensausgabe der Tafel verteilt werden, um zusätzlich frisches Obst und Gemüse anbieten zu können. Ein Bekannter von mir hat da auch schonmal mitgemacht, er fand es ganz toll. Ich bin da aber natürlich zwiegespalten...

Also regulär beläuft sich die tägliche Arbeitszeit auf vier Stunden täglich, zwischen 7 und 16 Uhr, die scheinen da also in Schichten einzuteilen. Die Wochenendarbeit soll wohl nur gelegentlich stattfinden, etwa wenn bei Hitzeperioden täglich gewässert werden soll. Die Stunden werden dann ja bestimmt gegengerechnet.

Ja, natürlich weiß das JC davon, dass ich Zeitungen austrage.
 

vidar

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Wegen dem Kriterium der Zusätzlichkeit, § 16d SGB II.
Die zugewiesene AGH beträgt laut TE hier nur 6 Monate.
Die ganze AGH dauert ein halbes Jahr. Das Ganze soll nächsten Donnerstag starten und geht dann halt bis September.
@Wampel, wo ergibt sich denn hier für dich ein Bezug zum § 16d SGB II (24 Monate innerhalb von 5 Jahren)

Auszug § 16d SGB II
(6) 1Erwerbsfähige Leistungsberechtigte dürfen innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nicht länger als insgesamt 24 Monate in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden.
2Der Zeitraum beginnt mit Eintritt in die erste Arbeitsgelegenheit.
3Abweichend von Satz 1 können erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Ablauf der 24 Monate bis zu zwölf weitere Monate in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden, wenn die Voraussetzungen der Absätze 1 und 5 weiterhin vorliegen.
 

Merse

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Es spielt keine Rolle, wie lange die AGH dauert oder wer wie lange innerhalb von 5 Jahren zugewiesen werden darf. Wenn die Tätigkeiten nicht zwei Jahre aufschiebbar sind, und das sind sie hier nicht, dann sind sie nicht zusätzlich und die AGH somit rechtswidrig.
 

Merse

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Das Bewässern von irgendwelchen Gemüsebeeten ist nicht beliebig aufschiebbar, das Zeug vertrocknet sonst. Wenn man unbedingt jemanden braucht(!), der das in Hitzeperioden sofort selbst am Wochenende bewässert, dann kann man jemanden dafür einstellen und regulären Lohn zahlen. Bei einer zusätzlichen Tätigkeit stellt sich die Frage nach einem "brauchen" nie, da alles jederzeit in die Ecke geschmissen und auf Jahre aufgeschoben werden kann.
Man kann alterrnativ das Gemüse auch kaufen, von Händlern und Gemüsebauern, die ihre Angestellten regulär bezahlen statt sich kostenlose Arbeitskräfte vom Staat stellen zu lassen. Das ist weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral.
 

Nala87

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Danke für eure Antworten. Da bin ich ja erleichtert, dass da nix angerechnet wird. Allerdings wird sich, wie der Zufall will, mein Beginn dieser AGH wohl verschieben: ich liege heute mit einer netten Erkältung flach und werde morgen früh erstmal zum Arzt gehen. Das fängt ja gut an...
 
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