Zuweisung AGH MAE ab 01.03.16 - bitte mitprüfen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

pajoju

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Hallo Mitstreiter,

gestern erreichte mich angehängte liebevolle "Einladung". Schaut mit mir bitte drüber. Ich möchte dieses Angebot ungern annehmen. Gründe:

- Ich bin Industriemechaniker, Feinwerkmechanikmeister und CNC-Operator, aber kein Gärtner
- Es liegt derzeit keine EGV vor (schon gar nicht mit Maßnahme)
- Allergie gegen alle Gräser und verschiedene Bäume sowie daraus resutlierendem Asthma bronchiale (wurde beim Amt sogar ins Profil aufgenommen)
- Ich durfte den Laden und die dortigen Arbeitsbedingungen bereits negativ kennenlernen
- die Maßnahme ist wohl kaum zusätzlich, hier soll beim Bauamt/Gemeinde eingespart werden
- Interessenkonflikt, da Anleiter ehemaliger Arbeitskollege ist

Ich weiß, dass da keine Unterschrift verlangt wird, keine Verträge unterzeichnet werden. Man kommt hin und bewirtschaftet dann für den ansässigen Gartenbauverein dieses Kulturgut. Wenn da nichts zu tun ist, werden die drei umliegenden großen Wanderwege ausgebessert, umgebaut, etc. Im Wesentlichen wird man irgendwo im Wald abgesetzt und der Anleiter verdrückt sich dann wieder zu Kaffee und Bildzeitung.
 

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G

Gast1

Gast
Hi pajoju,

erster Hinweis: ist mit Dir ein so genanntes Profiling durchgeführt worden? Ich zitiere mal aus den Fachlichen Hinweisen der Bundesagentur für Arbeit zum § 16d SGB II ("Arbeitsgelegenheiten"). Die Fachlichen Hinweise sind Verwaltungsvorschriften für die Mitarbeiter der Jobcenter, die in gemeinsamer Trägerschaft betrieben werden. Sie sind für diese Mitarbeiter bindend, die Leistungsbezieher können daraus aber keine rechtlichen Ansprüche ableiten.

Hier das Zitat:

4. Produkteinsatz im Kontext des 4-Phasen-Modells und des Förderchecks

Weisungen

Im Rahmen des Eingliederungsprozesses ist ein Profiling (Potentialanalyse i.S.d. § 37 SGB III) im Rahmen des 4PM zu erstellen. Auf Basis des Stärken- und Schwächenprofils können sich konkrete Hinweise für die Notwendigkeit einer Förderung durch AGH ergeben. Die Integrationsfachkraft legt fest, ob eine AGH für die weitere Eingliederungsstrategie notwendig und zielführend ist.

Zur Sicherstellung eines wirkungsvollen Instrumenteneinsatzes müssen vor dem Angebot
einer AGH die Kriterien des Förder-Checks erfüllt sein.
Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mje3/~edisp/l6019022dstbai626714.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI626717

Schau Dir bitte diese Quelle in ihrer Gesamtheit mal an. Vielleicht findest Du dort noch andere Angriffspunkte, was die Abwehr der AGH betrifft.

Schau Dir bitte auch den § 37 SGB III an, dort Abs. 1. Da geht es um die Potentialanalyse.

Andere Frage: Seit wann bist Du aus den Berufen als Industriemechaniker, Feinwerkmechanikmeister und CNC-Operator raus? Ich meine zu wissen, dass nach 4 Jahren der Nichtbeschäftigung im alten Beruf das Jobcenter einem unterstellt, dass der alte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, weil die entsprechende Ausbildung nicht mehr verwertbar sei.

Bist Du mindestens 50 Jahre alt?

Hast Du noch andere gesundheitliche Einschränkungen als das Asthma bronchiale?
 
E

ExitUser

Gast
Das Prädikat "substanzerhaltend" halte ich für zynisch. Wenn man einen Profil-bekannten Allergiker im Gartenbau beschäftigen möchte.

Dies in einem einmaligen Gespräch erklären (Fahrtkostenantrag nicht vergessen.)

Nebenbei: Wie hast Du diesen Job mit Deiner Allergie damals durchgehalten? Trat die erst später auf?
 

0zymandias

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[...]
- Allergie gegen alle Gräser und verschiedene Bäume sowie daraus resutlierendem Asthma bronchiale (wurde beim Amt sogar ins Profil aufgenommen)
[...]
Okay, das sollte reichen. :biggrin:

Widerspruch ans JC, der VA enthält Inhalte, die nicht rechtskonform sind. Ergänzen um etwas in der Art von:
"Ohne Anspruch auf Vollständigkeit ist auch höflich darauf hinzuweisen, dass eine Tätigkeit als "Helfer/Gartenbau" aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, geschweige denn zumutbar, ist.
Dieser Umstand ist Ihnen seit dem xx.yy.zzzz bekannt, da Ihnen während des Gesprächs/vermittels Briefwegs das Attest über [Weißt Du besser als ich] zukam."

Solltest Du das Datum nicht nachhalten können, wäre eine Kopie oder ein neues Attest idealer Weise dem Widerspruch beizulegen.

Sollte es trotzdem zu einer Sanktion kommen, kannst Du das SG, nicht das JC, zusätzlich zum Jagen tragen:

- Kein Ermessensgebrauch, wie diese Maßnahme in Arbeit führen soll
- Keine Zusätzlichkeit, denn die Verkehrssicherungspflicht der Kommunen (Wanderwege) darf nicht mit Mitteln des BMAS finanziert werden
- Eine Arbeit wird nicht zugewiesen, "Reparaturen" gibt es nicht: Eigentlich Kleinkram, zeigt aber ein Gesamtbild verwaltungsunklugen Handeln mit deutlicher Tendenz zu fortgesetzter Schludrigkeit (Eat this, Zuweiser! :biggrin:)
- Interessenskonflikt: § 10 SGB II bitte lesen, eventuell auch die fachliche Hinweise dazu googeln. Bei Arbeitgebern, mit denen es eine gemeinsame Vorgeschichte voller Zerwürfnisse gibt (hat nicht gezahlt und die Frau geklaut), wäre eine Stellenannahme unzumutbar. Der genannte Paragraf gilt auch für Maßnahmen (steht am Schluss).

Solltest Du wider Erwarten doch hingehen, wäre es in Deinem Interesse alles zu protokollieren (Tagebuch, Fotos, wenn möglich Mitmenschen zu Zeugnisbereitschaft überzeugen, ...) und z.B. an das Kundenreaktionsmanagement in Nürnberg, dem SB, dem Geschäftsführer des JCs, der lokalen Presse, etc. pp. zukommen lassen.
Die Tätigkeiten müssen sich mindestens zwei Jahre aufschieben lassen. Kürzere Zeiträume würden für mich bedeuten, dass ich die Aufträge leider nicht ausführen könnte, da ich sonst Gefahr liefe, wegen Schwarzarbeit Ärger mit Zoll und Krankenkasse zu bekommen.
Leider müsste ich dann mindestens eine Selbstanzeige zur Sicherheit durchführen. :biggrin:
Arbeitskleidung ist vom Arbeitgeber zu stellen, hier also vom MT. Und zwar in hygienisch einwandfreien Zustand.
Wie schaut es denn mit einer Zeckenimpfung aus? Muss man haben, kann man aber nicht bezahlen.

Auch noch interessant könnte sein, ob denn der Mehraufwand wirklich durch die Entschädigung abgegolten wird.
Treten z.B. Fahrtkosten auf, die oberhalb der 8 € liegen (pro gefahrenem Kilometer bitte 20 Euro-Tsents ansetzen), muss das JC zahlen, auch wenn die sich dann sehr gerne sehr doof stellen wollen.

Nachtrag, da Du Erfahrung mit dem MT erwähntest: Innerhalb von fünf Jahren sind "nur" zwei Jahre AGH zulässig.
 

pajoju

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Ich arbeite alles durch und melde mich wieder. Hier übrigens der Link zum ersten Einsatz:

https://www.elo-forum.org/euro-job-mini-job/114474-agh-16-egv-va.html

Ich hatte die Maßnahme angetreten, protokolliert, den Zoll eingeschaltet, die BG eingeschaltet... hatte keiner Interesse. Letztlich musste ich aber aufgeben, da ich der Pollenübermacht nicht mehr Herr wurde. Der Träger meldete mich dann ab. Immerhin steht da mittlerweile ein von mir errichteter Zaun von 30m. :icon_hihi:
 

SanIker

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Sowas wird im hiesigen JC seit Jahren praktiziert, jedes Jahr im April bis September, werden sämtliche umliegende Bauhöfe mit mind. 8 AGHs vollgestopft. Straße kehren, Rasen mähen, Bäume stutzen. Die Blumenflächen von Unkraut befreien ect. Alles was halt im "öffentlichen Interesse" der umliegenden Gemeinden ist.
Und merkwürdig ist, das immer die gleichen ALG 2 Bezieher dabei sind, ist ja in so kurzer Zeit auch nicht zulässig. Unterschreiben muss man hier auch nix und es gibt nagelneue Arbeitsschuhe.:icon_hihi:
Einige darauf angesprochen warum sie diese Shice nicht beenden, sich wehren, bekommt man immer die gleiche Antwort. "Es gibt 80€ mehr." Es ist hoffnungslos, jedenfalls hier. :icon_evil:
 

AnonNemo

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Aha, seit wann sind "substanzerhaltende Maßnahmen" zusätzlich und wettbewerbsneutral?

Und ich Dummkopf dachte immer, die müssten zeitnah erledigt sein, weil sonst die Substanz wegbricht bzw. die Kosten ins uferlose steigen.
Wenn ich mir die Tätigkeiten so durchlese ... die wiedersprechen komplett dem https://dejure.org/gesetze/SGB_II/16d.html!

Bist du eigentlich schon so ein (arbeitsmarkttechnisch gesehener) hoffnungsloser Fall, dass für dich nur noch Arbeitsgelegenheiten übrig bleiben?

Mir fehlt im Anschreiben der Hinweis, dass da Rechtsfolgen bei Nichtantritt angedroht werden.

Sach‘ ma ... ist die RFB auf der Rückseite vom Anschreiben oder als separates Blatt dabei gewesen?
Ich vermute mal als separates Blatt, sonst würde die Blätteraufteilung nicht stimmen.
 

pajoju

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RFB war ein gesondertes Blatt.


Ich habe also widersprochen und ihr mitgeteilt, dass ich ihrer Zuweisung leider gesundheutlich nicht entsprechen kann, wie man meinem Profil entnehmen kann. Ebenso habe ich darauf hingewiesen, dass die Allergie schon seit Profilerstellung bekannt ist.

Da dachte ich doch glatt, da kommt nichts mehr. Jetzt fordert sie mich auf, ein ärztliches Attest vorzulegen. Die hat nichts verstanden. :icon_hihi:

Ich überlege echt, meine Anwältin zu konsultieren und da mal richtig aufzuräumen in dem Laden.
 
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