Zuschuss zur Krankenversicherung nach § 26 SGB II zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit - was ist das?

Eselsbacher

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Hallo zusammen. Erst einmal sorry falls das in der falschen Kategorie steht, ich weiß nicht was es ist und daher auch nicht wo es genau hinkommt.

Zur Vorgeschichte: Ich bin auf Jobsuche, 450€ Minijob und Unterstützung durch die Eltern, ALG 2 kam nicht in Frage wegen zu viel Vermögen. Wegen Corona wurde die Arbeitszeit vom Nebenjob reduziert und die Zugangsbedingungen vereinfacht, dadurch konnte ich ALG 2 beantragen. Wurde auch vorläufig bewilligt, mit Abzügen wegen Verdienst.

Jetzt hat sich auf der Arbeit alles wieder gefangen und ich verdiene wieder die 450€ im Monat. Das habe ich gemeldet und am Wochenende einen Bescheid bekommen, dass der ALG 2 Bescheid aufgehoben wird und ich jetzt einen "Zuschuss zu den Beiträgen zur freiwilligen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung nach § 26 SGB II zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit" bekomme. Anscheinend liege ich über meinem Bedarf, würde aber wieder darunter fallen, wenn ich alleine die Krankenkasse zahlen müsste.

Was bedeutet das jetzt für mich? Leistungsabteilung konnte oder wollte mir am Telefon nicht wirklich weiterhelfen und hier im Forum habe ich auch nichts eindeutiges gefunden. Insbesondere interessiert mich natürlich was das genau ist und wie sich das Ganze auf EGV, VV, etc. auswirkt, also ob ich trotzdem noch in dieser ALG 2-Schiene bin, oder ob das was ganz anderes ist.
 

quinky1950

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Durch Unterstützung durch die Eltern und dem anrechenbaren Einkommen aus Deinem Minijob bist Du nicht hilfebedürftig. Jedoch wenn Du die Krankenkasse selber zahlst, wärest Du wieder hilfebedürftig.
Der § 26 ist für solche Fälle da, die Differenz als Unterstützung zu zahlen.
Beispiel zum Verständnis:
Regelsatz 432€ plus Mietanteil den Du zahlst von 150€ = 582€ Bedarf
Kosten für Krankenversicherung 185€
Unterstützung durch die Eltern 350€
Anrechenbares Einkommen 280€ (450€ - Freibetrag nach § 11 SGBII von 170€)
Gesamtes theoretisches Einkommen = 630€
somit ist Dein Bedarf um 48€ überdeckt.
Jetzt kommt jedoch die KV von 185€, somit besteht eine Unterdeckung von 137€
Nach § 26 würde jetzt das Jobcenter diesen Differenzbetrag von 137€ übernehmen.
Meine Zahlen sind natürlich durch die echten Zahlen zu ersetzen, lediglich die Berechnung ist so durchzuführen.

Da Du durch die KV weiter hilfebedürftig bist, bleibst Du in der normalen ALGII-Schiene, jedoch mehr als den Differenzbetrag kann Dir nichts passieren. Insbesondere gehen die Jobcenter hin, solche Fälle nicht so zu berücksichtigen in den Forderungen, wie Personen ohne Unterstützung/vorhandenen Job. Rein rechtlich besteht natürlich die SGBII-Schiene.

Gruß
Ernie
 

Eselsbacher

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Durch Unterstützung durch die Eltern und dem anrechenbaren Einkommen aus Deinem Minijob bist Du nicht hilfebedürftig. Jedoch wenn Du die Krankenkasse selber zahlst, wärest Du wieder hilfebedürftig.
Der § 26 ist für solche Fälle da, die Differenz als Unterstützung zu zahlen.
Beispiel zum Verständnis:
Regelsatz 432€ plus Mietanteil den Du zahlst von 150€ = 582€ Bedarf
Kosten für Krankenversicherung 185€
Unterstützung durch die Eltern 350€
Anrechenbares Einkommen 280€ (450€ - Freibetrag nach § 11 SGBII von 170€)
Gesamtes theoretisches Einkommen = 630€
somit ist Dein Bedarf um 48€ überdeckt.
Jetzt kommt jedoch die KV von 185€, somit besteht eine Unterdeckung von 137€
Nach § 26 würde jetzt das Jobcenter diesen Differenzbetrag von 137€ übernehmen.
Meine Zahlen sind natürlich durch die echten Zahlen zu ersetzen, lediglich die Berechnung ist so durchzuführen.
Alles klar, dafür ist der § 26 also da. Stimmt schon, nach der Überlegung würde ich ja ständig Hin- und Herpendeln da ich nach Zahlung der Krankenkasse zu wenig habe, aber wenn im ALG 2 die Krankenkasse übernommen wird habe ich zu viel.

Da Du durch die KV weiter hilfebedürftig bist, bleibst Du in der normalen ALGII-Schiene, jedoch mehr als den Differenzbetrag kann Dir nichts passieren. Insbesondere gehen die Jobcenter hin, solche Fälle nicht so zu berücksichtigen in den Forderungen, wie Personen ohne Unterstützung/vorhandenen Job. Rein rechtlich besteht natürlich die SGBII-Schiene.
Okay, dann warte ich mal der Dinge die da kommen mögen.

Auf jeden Fall vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.
 

Eselsbacher

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Ja, schon klar. Auf dem Berechnungsblatt steht "Zuschuss Krankenversicherung - Vermeidung Hilfebedürftigkeit". Also der Differenzbetrag zum vollen Bedarf.
 

Eselsbacher

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Kleine Ergänzung. Ich habe einen Termin zum Probearbeiten bekommen und wollte das entsprechend dem SB melden.

Da kam dann die Antwort, dass ich kein ALG II mehr beziehe, sondern "nur" noch diese Leistungen nach §26 und daher auch nicht mehr in der Arbeitsvermittlung gemeldet bin. Das hat zur Folge dass ich keinen SB mehr zugeteilt habe und sich das mit der EGV auch erledigt hat.

Das erklärt auch warum es die letzten beiden Wochen so ruhig gewesen ist; VVs kommen auch keine mehr. Ortsabwesenheit und Probearbeiten muss ich auch nicht beantragen/melden.

Äußerst interessant... Eine wirkliche Information zu dem ganzen Gedöns habe ich leider immer noch nicht gefunden.
 
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