Zusammenziehen

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Daniel4u

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Hallo liebe Forumsgemeinde,

aus aktuellem Anlaß habe ich mich im weltweiten Netz auf die Suche nach Antworten gemacht und bin dabei auf dieses Forum gestoßen.

Ich möchte mich in kurzen Zügen kurz vorstellen:

Ich heiße Daniel und wohne in Sachsen-Anhalt.
Ich bin 27 Jahre alt und beziehe nun seit geraumer Zeit ALGII.

Nun ist folgendes mein Problem:

Ich möchte mit meiner Freundin zusammenziehen, die 60 KM weit von mir weg wohnt. Auch sie bezieht ALGII. Weiter hat Sie ein Kind welches 7 Jahre alt ist, sie selbst ist auch 27 Jahre alt.

Nun wissen wir beide aber nicht wirklich was zu tun ist. Bevor wir unsere Sachbearbeiter einbeziehen, wollten wir uns erstmal hier im Weltnetz kundig machen was da auf uns zu kommt.

Momentan verhält es sich so, das sie einen 1Euro Job macht, dadurch etwa 120 Euro hat, sie bekommt dann noch Kindergeld für ihr Kind und eben ALGII. Und die Wohnung wird bezahlt. Ich selbst bekomme wie schon erwähnt auch ALGII und meine Wohnung wird ebenfalls getragen.

Was uns nun interessiert, wie wir vorgehen sollen, also beim Amt, da wir das ganze offiziell machen wollen. Ich habe gelesen, das dann vom Regelsatz 90% gezahlt werden. Kommen da noch weitere "Einbußen" finanzieller Art auf uns zu?

Wie sieht es dort mit einer Wohnung aus? Ich habe gelesen, das bei 3 Personen 75m² für angemessen gehalten werden. Inwieweit ist das richtig? Wie hoch dürfen die Maximalkosten für solch eine Wohnung sein?

Was müssen/sollten wir noch beachten, wenn wir unser Vorhaben in die Tat umsetzten?

Für Tipps, Ratschläge und weitere Gedankengänge sind wir durchaus dankbar.

Schöne Grüße wünscht Daniel
 

Mario Nette

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Ihr solltet euch sehr genau überlegen, ob ihr wirklich zusammen in eine Wohnung ziehen wollt. Wird eine Bedarfsgemeinschaft angenommen - ich persönlich habe da keine Zweifel - heißt das in der Zukunft: Wenn einer von euch einen Job findet, dann wird das Gehalt auf den Bedarf aller drei Personen angerechnet. Ihr drei seid also so lange in den Ämtermühlen, solange das Gehalt nicht ausreicht, den Bedarf von euch zu decken.

Ihr könnt eigentlich aus freien Stücken umziehen, wenn ihr alle Umzugskosten und die Kaution für die neue Wohnung tragen könnt. Dabei sollte man vielleicht beachten, dass beim Umzug deiner Freundin darauf geachtet werden sollte, dass die anteiligen Kosten der Unterkunft der neuen Wohnung für zwei Personen nicht höher ist als das, was das Amt momentan trägt. Einfach zur Sicherheit.

Wenn ihr Hilfe beim Umzug benötigt, z. B. für die Renovierung der alten/neuen Wohnung, dann müsst ihr jeweils bei eurer ARGE nachfragen, ob sie dem Umzug zustimmen.

Mario Nette

P.S.: "Weltnetz" - das Wort wird im rechten Milieu verwendet. Nicht sehr angenehm ...
 

Daniel4u

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Wird eine Bedarfsgemeinschaft angenommen - ich persönlich habe da keine Zweifel

Hallo Mario Nette (in der heutigen Zeit, wohl ein sehr treffender Name, wie ich finde), die Bedarfsgemeinschaft soll dann schon bestehen, diese Zweifel wären somit ausgeräumt :icon_smile:

heißt das in der Zukunft: Wenn einer von euch einen Job findet, dann wird das Gehalt auf den Bedarf aller drei Personen angerechnet. Ihr drei seid also so lange in den Ämtermühlen, solange das Gehalt nicht ausreicht, den Bedarf von euch zu decken.

Das ist auch so ein Problem, welches nach einer Lösung schreit. Ich möchte nicht auf die Tränendrüse drücken, aber einen kurzen Auszug meiner Lebenssituation geben: Ich meinem Leben ist viel schief gelaufen. Unter anderem habe ich meinen Schulabschluß gerade erst an einer VHS nachgeholt und bin nun auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, mit 27 Jahren reichlich spät. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, so schlimm wie es klingt, werde ich den steuerzahlern noch eine ganzen Weile auf der Tasche liegen, so oder so ...

Ihr könnt eigentlich aus freien Stücken umziehen, wenn ihr alle Umzugskosten und die Kaution für die neue Wohnung tragen könnt. Dabei sollte man vielleicht beachten, dass beim Umzug deiner Freundin darauf geachtet werden sollte, dass die anteiligen Kosten der Unterkunft der neuen Wohnung für zwei Personen nicht höher ist als das, was das Amt momentan trägt. Einfach zur Sicherheit.

Das heißt, wenn ich dich jetzt richtig interpretiere, das die zukünftige gemeinsame Wohnung nicht teurer sein soll, als die die sie jetzt gerade bewohnt?


Wenn ihr Hilfe beim Umzug benötigt, z. B. für die Renovierung der alten/neuen Wohnung, dann müsst ihr jeweils bei eurer ARGE nachfragen, ob sie dem Umzug zustimmen.

Also, wenn wir die Renovierungen in Eigenregie durchführen, also die Kosten auch selbst dafür tragen, so verstehe ich dich, können unsere Argen auch nichts gegen einen Zusammenzug sagen. Davon mal abgesehen, spart die Arge durch unseren Zusammenzug ja auch eine Menge Geld, vielleicht zählt das ja als "Argument"?!!?

P.S.: "Weltnetz" - das Wort wird im rechten Milieu verwendet. Nicht sehr angenehm ...

Ich will das jetzt hier nicht auseinanderbauen. Aber ich Stufe mich nichts als Nazi oder sowas ein. Es ist halt mein allgemeiner Sprachgebrauch, weil ich englisch nicht wirklich mag. Ich sage zum Beispiel auch Mobiltelefon statt Handy (wobei das ja nicht mal wirklich englisch ist). Bitte drückt mich jetzt nicht in eine Ecke in die ich nicht hineingehöre. Danke.

lG Daniel

Edit: Andiane hat gerade geschrieben, wo ich auch geschrieben habe, deshalb füge ich es hier mal noch mit ein

Ja, der Alleinerziehendenzuschlag fällt weg.

Das heißt jetzt für mich, das sie ja jetzt 351 Euro bekommt. wäre das denn der Zuschlag, also diese 6 Euro mehr, das sie dann auf 345 zurückfällt udn davon dann 90% bekommt? Oder ist mit dem Alleinerziehendenzuschlag was anderes gemeint? Ich kann sie gerade nicht fragen, weil sie sich noch bei ihrem 1 Euro Kram befindet.
 

Mario Nette

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Bedarfsgemeinschaft (BG): Ich wollte damit sagen: Man kann die Annahme dieser durchaus widerlegen. Nach einem Jahr Zusammenleben nimmt die ARGE jedoch an, dass es sich dann um eine BG handeln wird. Je nach Ausgangssituation nimmt sie dies schon vorher an - also etwa beim Zusammenziehen.

Wohnung zu dritt: Also die Stadt, in der ihr zusammenziehen wollt, hat gewisse Richt- bzw. Maximalwerte für die KdU für einen Drei-Personen-Haushalt. Diese müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Hinzu kommt eben meine Befürchtung, dass, wenn die aktuelle Wohnung deiner Freundin sehr günstig ist, die ARGE durch einen Umzug eine Mehrbelastung hätte. Beispiel: Die KdU deiner Freundin sei jetzt 150 €. Die Maixmalgrenze für drei Personen sei 300 €. Dann wäre der Anteil für zwei Personen von den 300 € also 200 €. Diese zukünftigen 200 € wären aber mehr als die jetztigen 150 €, es würde für die ARGE teurer werden. - Ich denke aber, dass die ARGE Menschen nicht verbieten kann, zusammen zu ziehen. Daher sollte auf jeden Fall eine Zusicherung der ARGE für die zukünftige Wohnung eingeholt werden, schriftlich(!).

Mario Nette

P.S.: War keine Ecke, nur eine Anmerkung hinsichtlich der Wirkung :icon_smile:
 

Daniel4u

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Das ist schon mal schön, das sich wer unseres Problemes annimmt.

Macdhen wir mal der reihe nach, denn sie sitzt jetzt neben mir.

Als erstes habe ich mich im Alter des Kindes vertan, es ist nämlich 5. Sie ist NICHT meine leibliche Tochter.

Gilt dann immer noch, das der Alleinerziehendenzuschlag wegfällt?

Weiter bekommt sie noch Unterhaltsgeld, vom Kindesvater, das hatte ich oben auch vergessen zu erwähnen.

@Mario Nette

Ich soll frgaen, da sie schon eine Drei Zimmer Wohnung hat (54,20m²), ob das Amt verlagen kann, das ich zu ihr ziehe? Drei Zimmer, so habe ich gelesen sollen für drei Personen reichen. Wir wollten aber gerne Vier Zimmer, damit ich einen Raum habe, in dem ich mich zurück ziehen kann. Angemessen wären ja bei drei Personen bis zu 75m². Wenn der Quadratmeterpreis mit ihrer jetzigen Wohnung übereinstimmt, oder niedrieger wäre, kann die Arge dies trotzdem noch verweigern? Ich muß dazuschreiben, das wir aus verschiedenen Landkreisen kommen. Ich möchte hierher ziehen. Somit fällt ja logischerweise meine jetzige Wohnung flach, das wären Summasummarum 310 Euro, die ja wegfallen. Nehmen wir eine größere Wohnung, so würden die Argen/die Arge ja immer noch spraren. Wenn ich kein Denkfehler habe, sieht meine Rechnung so aus., Ihre Wohnung Warm 368,11 Euro. Meine Wohnung Warm 310 Euro. Macht 678,11 Euro, Eine Wohnung würde uns hier im Schnitt mit den besagten 75m² ca 460 Euro Warm kosten.
 
E

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Das heißt jetzt für mich, das sie ja jetzt 351 Euro bekommt. wäre das denn der Zuschlag, also diese 6 Euro mehr, das sie dann auf 345 zurückfällt udn davon dann 90% bekommt? Oder ist mit dem Alleinerziehendenzuschlag was anderes gemeint? Ich kann sie gerade nicht fragen, weil sie sich noch bei ihrem 1 Euro Kram befindet.

Den Alleinerziehendenzuschlag bekommt sie normalerweise extra zum Regelsatz von 351€. Bitte frage sie, ob sie das je bekommen hat. Sind bis 7 Jahre des Kindes monatlich 125-126€ gewesen. Da kommt einiges zusammen. Falls sie das nie bekam, würde ich einen Überprüfungsantrag stellen. Sie bekommt das dann nachträglich zurück. Wie lange bekommt sie schon ALG2?

Wenn ihr eine BG seid, bekommt ihr beide einen Regelsatz von 316€, nicht 351€.

Was sollen die 6 Euro sein?
 
G

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Der Alleinerziehendenzuschlag bleibt erhalten, oder ist es auch Dein Kind?
Bitte den Zuschlag nicht nach den Kriterien der Steuerklassen verteilen.
 
E

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Nein, bleibt er nicht.

Verwechsle das nicht mit dem Unterhaltsvorschuss!

(3) Für Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen leben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen, ist ein Mehrbedarf anzuerkennen
Leistungen für Mehrbedarfe beim Lebensunterhalt - SGB II

Wenn beide zusammen wohnen, wird es schwer nachzuweisen, dass er nicht mit für die Pflege und Erziehung des Kindes sorgt.
Probieren können sie es, aber das wird sicher nicht von Erfolg gekrönt sein. Dann könnten auch alle, die verheiratet sind, einen Zuschlag bekommen.

Hier geht es nicht darum, ob er der Vater ist. Das wäre nur beim UVG der Fall.
 

Mario Nette

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Das kommt jetzt auf eure Wohnregelungen an. Manche ARGEN sind der Meinung, dass die Maximalwohnfläche nicht zwangsweise anzustreben ist. Die würden dann sagen, 54 m² seien genug. Andere ARGEN interessieren sich überhaupt nicht für die Wohnfläche, sondern nur für die Mietkosten. Rein rechnerisch hast du sicherlich Recht: 460 / 2 = 230, 230 < 368. Nur musst du bedenken, dass die aktuelle ARGE deiner Freundin hier entscheiden darf. Die wird vielleicht sagen: Sie haben drei Räume und gut ist. Andererseits würde ich da schon sagen, dass 54 m² zu dritt zu wenig sind. Diese Größe wird mitunter ja sogar nur einer Person schon zugestanden.

Daher wie gesagt mein Tipp: Sprecht das Wohungsangebot mit der aktuellen ARGE ab. Wenn die prinzipiell bestätigen, dass es möglich und nötig ist, umzuziehen, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Dann ist nur noch zu klären, ob du von deiner aktuellen ARGE Hilfe beim Umzug erwartest.

Mario Nette
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

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Zitat:
(3) Für Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen leben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen, ist ein Mehrbedarf anzuerkennen

Da bleibt der Zuschlag ja doch erhalten.
Der Neumitbewohner sorgt ja nicht für die Kinder der Mitbewohnerin. Sorge, elterliche Sorge, Sorgerecht. Haftung für die Taten der Kids? Damit hat der Neue nix am Hut. Der Neue ist nicht zu Erziehung berechtigt oder zu verpflichten.
Der neue sorgt also nicht. Der Zuschlag bleibt.
Ist nur meine Meinung.
Könnte aber auch einen Richter überzeugen.

Für die Bemessung der Wohnfläche ist sie aber nicht alleinerziehend.
Macht also ca. 75m² bei drei Zimmern.
 
E

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Gast
Zitat:
(3) Für Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen leben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen, ist ein Mehrbedarf anzuerkennen

Da bleibt der Zuschlag ja doch erhalten.
Der Neumitbewohner sorgt ja nicht für die Kinder der Mitbewohnerin. Sorge, elterliche Sorge, Sorgerecht. Haftung für die Taten der Kids? Damit hat der Neue nix am Hut. Der Neue ist nicht zu Erziehung berechtigt oder zu verpflichten.
Der neue sorgt also nicht. Der Zuschlag bleibt.
Ist nur meine Meinung.
Könnte aber auch einen Richter überzeugen.

Für die Bemessung der Wohnfläche ist sie aber nicht alleinerziehend.
Macht also ca. 75m² bei drei Zimmern.

Je nach Ort geht man für eine Person von bis zu 50 qm aus. Je weiterer Person sind dann 15 qm zusätzlich zu addieren. Also derzeit maximal (Abweichungen in Sonderfällen unberücksichtigt) 80 qm bei 3 Personen.
 
E

ExitUser

Gast
Zitat:
(3) Für Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen leben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen, ist ein Mehrbedarf anzuerkennen

Da bleibt der Zuschlag ja doch erhalten.
Der Neumitbewohner sorgt ja nicht für die Kinder der Mitbewohnerin. Sorge, elterliche Sorge, Sorgerecht. Haftung für die Taten der Kids? Damit hat der Neue nix am Hut. Der Neue ist nicht zu Erziehung berechtigt oder zu verpflichten.
Der neue sorgt also nicht. Der Zuschlag bleibt.
Ist nur meine Meinung.
Könnte aber auch einen Richter überzeugen.
Vergiss es ...Es geht nicht ums Sorgerecht. Es geht darum, dass sie nicht ALLEIN ist und lebt. In der Regel wird angenommen, dass er ihr hilft, auch wenn er nicht der Vater ist und praktisch ist das auch so. Er wird sie kaum hängen lassen, wenn sie zusammen leben und aus dem Grund ist sie auch nicht alleinerziehend.
Es gibt nicht ein bischen alleinerziehend. Bei der Steuerklasse 2 wird es genauso gemacht, die bekommt man auch nur, wenn man WIRKLICH alleinerziehend ist. Das bedeutet auch, dass man alleine mit den Kindern wohnt.

Sorgen hat viele Bedeutungen. Es ist etwas weltfremd, dass nur auf das Sorgerecht im Unterhaltsrecht zu reduzieren. Wir leben nicht im Gerichtssaal.
 
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