Zurück ins Elternhaus während des ALG 2 Bezugs (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Catgirl

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Hallo,
ich bin 33 Jahre alt und habe erfahren, dass meine Eltern sich trennen wollen. Ich wohne in einer WG. In 2 Wochen zieht meine Mutter aus dem Haus meiner Eltern aus. Mein Vater möchte in dem Haus wohnen bleiben. Er ist Renter.

Weil die Trennung meinen Vater sehr mitnimmt, möchte ich nun meinem Vater unterstützen. Da ich 200 KM von meinen Eltern entfernt wohne, ist es am günstigsten, wenn ich bei meinem Vater mit einziehe. Das halbe Haus wird ja auch leer stehen. Das Haus gehört meinen Eltern, es ist kein Mietshaus.
Ich wohne auch in einem anderem Bundesland als mein Vater.

Kann ich mich einfach von dem alten Jobcenter abmelden und bei dem neuen Jobcenter anmelden?
Bekomme ich dann auch noch ALG2?
Steht mir Wohngeld im Haus meiner Eltern zu?

Wie gehe ich am besten vor?
 

Seepferdchen 2010

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Hallo @Catgirl,:welcome:

Kann ich mich einfach von dem alten Jobcenter abmelden und bei dem neuen Jobcenter anmelden?
Natürlich kannst du dich vom alten JC abmelden und dann beim neu JC anmelden.

Beachte beim neuen Jobcnter mußt du einen neuen Antrag auf ALG II beantragen und dazu brauchst du auch den Aufhebungsbescheid vom alten JC, das zusammen reichst du mit deinem Antrag beim neuen JC ein, beachte den Aufhebungsbescheid bitte nur in Kopie beilegen.

Ob ein Umzug erforderlich ist, bestimmt sich danach, ob für ihn ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Grund vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger leiten lassen würde (SG Lüneburg 19.8.2005 - S 24 AS 472/05 ER; OVG HB 24.11.2008 - S2 B 558/08). Dies ist in Fallkonstellationen der Fall (s.a. Frank in GK-SGB II § 22 Rn 58), in denen der Umzug
Text hervorgehoben

Quelle:
https://www.elo-forum.org/kosten-unterkunft/44577-umzug-gruende.html

Hier noch die Frage nach den Umzugskosten, weil du schreibst:

Ich wohne in einer WG.
werden die Kosten von dir selbst getragen?

Steht mir Wohngeld im Haus meiner Eltern zu?
Nein, Wohngeld mit ALG II ist hier ausgeschlossen oder meinst du mit Wohngeld
die Kosten der Unterkunft, also nicht Wohngeld von der Wohngeldstelle.
 

Catgirl

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Danke schonmal für die Antwort.
In der WG wurde mir anteilig Kosten der Unterkunft vom Jobcenter bezahlt.
Ja statt Wohngeld meine ich Kosten der Unterkunft.

Im Haus entstehen ja Kosten für z.B. Wasser und Gas.
Oder muss mein Vater die Kosten alleine tragen?
 

hans wurst

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Grundsätzlich kannst du ins Haus deines Vaters einziehen, hier steht dir dann ebenfalls anteilig KDU zu. Bei der Antragstellung solltest du darauf achten, das du bei den Fragen nach weiteren Personen in deiner Bedarfsgemeinschaft bzw. Haushaltsgemeinschaft "keine" angibst. Angaben und Unterlagen über deinen Vater, sind, soweit sie nicht die KDU betreffen, nicht erforderlich.
 

Catgirl

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Also müsste ich die Verträge/Abrechnungen für Wasser und Gas mit abgeben und bei Kosten der Unterkunft eintragen? Brauchen die sonst noch weitere Unterlagen von meinem Vater?

Geht ja um dieses Wohnen bei Familienangehörige, da soll es ja Probleme geben habe ich hier gelesen!
 

ZynHH

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Ich würde einen Mietvertrag mit dem Vater machen und eine Pauschalmiete in Höhe der hälftigen Nebenkosten vereinbaren. Nicht einzeln aufdröseln und nicht erwähnen ob auch Strom mit enthalten ist.
 

Catgirl

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Hallo,
danke für den Tip!

Mein Vater und ich haben keine Ahnung wie so ein Mietvertrag auszusehen hat.
Es ist nur das Haus, da sind keine Wohnungen drin. Was soll er mir genau Vermieten?
Mein altes Zimmer?

Mietvertrag oder Untermietvertrag? Muss man da ein Gewerbe anmelden?
Muss man sich an den Mietspiegel halten? Was ist mit dem Finanzamt?
Muss die Vermietung irgendwo gemeldet werden?

Mein Vater ist 70 Jahre alt, da sollte es nicht zu kompliziert werden.
 

ZynHH

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nenne es Kostenbeteiligungsvereinbarung statt Mietvertrag.....

Zwischen Papa
name, adresse
und mir
name adresse

wird vereinbart, das gegen eine Kostenbeteiligung an den Haus-nebenkosten
Wohnraum zur verfügung gestellt wird. Ein Zimmer zur alleinigen Nutzung und Mitbenutzung von Küche und Bad.

Die Höhe der anteiligen Kosten beträgt summe X.

Eine aufschlüsselung der einzelnen Posten ist in ermangelung separater Zähler nicht möglich.
 

Ozymandias1

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Ich würde an deiner Stelle einen Mietvertrag mit Betriebskostenpauschale machen.

Im Internet gibt es genügend Vorlagen für Mietverträge, nur bei den Nebenkosten schreibst du dann halt "Es wird eine Betriebskostenpauschale in Höhe von xx Euro vereinbart".

Die Mieteinnahmen ohne die Nebenkosten muss dein Vater dann in der Steuererklärung angeben, mehr nicht.

So wie es ZynHH schreibt sollte es eventuell auch gehen, aber da kann sich das Amt auch mal quer stellen. Mietvertrag mit Betriebskostenpauschale ist wasserdicht.
 

ZynHH

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Eine Kostenbeteiligungsvereinbarung ist keine Mieteinnahme, daher auch neutral fürs Finanzamt. :wink:
 
E

ExitUser

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Nicht einzeln aufdröseln und nicht erwähnen ob auch Strom mit enthalten ist.
Warum? Meinst du, weil die den sonst von der KdU abziehen?
Wenn Strom in der Miete enthalten ist und die Gesamtmiete noch angemessen ist, muss der Strom mitbezahlt werden und darf nicht aus dem RS herausgerechnet werden.
Also die KdU darf nicht um den im RS enthaltenen Stromanteil gekürzt werden.

Dazu gibt es mehrere (ältere und neuere) BSG Urteile eines davon:
sozialrechtsexperte: Stromkosten dürfen nicht vom Hartz-IV-Satz abgezogen werden - Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts stärkt Rechte von Hartz - IV - Empfängern
 
E

ExitUser

Gast
Benötigt das Jobcenter dann die Abrechnungen der jeweiligen Versorger wie Gas und Wasser?
Zur Bestätigung das jeweils die Hälte verlangt wird? (Da 2 Personen!)
Nicht, wenn ihr eine NK-Pauschale vereinbart. (fixer, monatlicher Betrag)
Bei einer festen NK-Pauschale gibt es keine Abrechnung, der Betrag bleibt immer gleich. Sind die NK geringer gibt es keine Erstattung, sind sie höher als die Pauschale, gibt es keine Nachzahlung.

Wenn ihr aber so formuliert, dass du jeweils jedes Jahr die Hälfte von den NK trägst, dann ja. (NK-Vorauszahlung)
Nur wenn jährlich abgerechnet wird, werden die bereits bezahlten pauschalen NK-Vorauszahlungen mit den tatsächlichen Kosten gegengerechnet und es erfolgt ein Ausgleich.

https://ratgeber.immowelt.de/a/betriebskostenpauschale-als-alternative-zur-vorauszahlung.html
 

ZynHH

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Warum? Meinst du, weil die den sonst von der KdU abziehen?
Wenn ein Pauschalbetrag für Strom in der Vereinbarung genannt wird, darf das JC den selbstverständlich herausrechnen.

Das was du meinst, betrifft den Fall, den ich selbst mit dem BSG Urteil hatte.

Die JC waren hergegangen, und haben den Anteil für Strom des Regelsatzes, der in einer Pauschale NICHT explizit genannt war, einfach abgezogen. DAS dürfen sie nicht.
 

Catgirl

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Ich habe oft gelesen, dass eine Pauschale nicht akzeptiert wird und etwas scheu davor.
Wäre es nicht besser, die Gas und Wasser Abrechnungen abzugeben und Anteilig zu beantragen?
So wie bei einer WG?

Ich bilde dann ja trotzdem meine eigene BG!
 

arbeitsloskr

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Wäre es nicht besser, die Gas und Wasser Abrechnungen abzugeben und Anteilig zu beantragen?
Hallo Catgirl,

dafür bedarf es dann aber auch einer vertraglich vereinbarten Verrechnungsgrundlage, entweder wird der Verbrauch mittels Messeinrichtungen für jeden einzeln ermittelt, was aber schwierig ist, wenn ihr beide das gleiche Bad und die gleiche Küche nutzt, oder es wird eine Verrechnung proportional im Vergleich eigene Wohnfläche zur Gesamtwohnfläche vereinbart.

Da beide Varianten in deinem Fall relativ schwierig umzusetzen sind, wäre eine Pauschale, wie hier von den beteiligten User/innen empfohlen, der einfachere Weg.
 

axellino

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Hallo Catgirl,

Gebe dann auch mal meinen Senf dazu :peace:

@Ozymandias1 hat hier schon die richtige Richtung gezeigt, so wird es eigentlich auch empfohlen, ALG 2 Bezieher wohnhaft in Wohneigentum der Eltern.

Mietvertrag wo eine Pauschalmiete vereinbart wird, womit keine jährlichen Betriebskostenabrechnungen erstellt werden muss, allerdings auch keine Betriebskostennachzahlung gefordert werden kann.

Aus steuerrechtlichen Gründen und zum besseren Vergleich gegenüber den angemessenen KDU, sind Kaltmiete und Betriebskosten separat anzugeben.

Z.B. (Vorschlag)

Mietvertrag

Zwischen

Catgirl
(Mieter)

und

Paps
(Vermieter)

wird für die Dauer, die der Mieter im Haushalt bzw. Eigentum des Vermieters wohnt, Nachfolgendes vereinbart.

1. Vermietet werden folgende Räume an den Mieter zur alleinigen Nutzung, ..........
1.1 Gestattet wird die Mitnutzung folgender Räume des Vermieters, .......

2. Für die Nutzung zahlt der Mieter monatlich die hiermit vereinbarte Miete als Pauschale.
Mit dieser Pauschale sind alle Mietzins- und Betriebskostenforderungen abgegolten. Eine Betriebskostenabrechnung erfolgt nicht.

2.1. Die Miete beträgt:

Kaltmiete: ... Euro
Nebenkosten: ... Euro
Heizkosten: ... Euro
gesamt: ... Euro

2.2. Die Zahlung erfolgt monatlich bis zum 3. des Monats in Bar gegen Quittung oder per Überweisung auf das Konto des Vermieters.

3. Es gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen.

4. Der Vertrag gilt ab/von............. bis........../auf unbestimmte Zeit.
Änderungen und Ergänzungen bedürfen der Schriftform.

Ort, Datum


Unterschrift Catgirl


Unterschrift Paps

Quelle
axellino und Goockle :bigsmile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Ozymandias1

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Catgirl,

ich hatte in meiner alten Studentenwohnung eine Betriebskostenpauschale und habe so eine auch mit Mietvertrag vereinbart als ich zu meinen Eltern zurückgezogen bin. Beide Male wurde es ohne große Probleme akzeptiert.


"(2) Die Vertragsparteien können vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften vereinbaren, dass Betriebskosten als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesen werden. Vorauszahlungen für Betriebskosten dürfen nur in angemessener Höhe vereinbart werden."

https://dejure.org/gesetze/BGB/556.html

Die müssen es grundsätzlich akzeptieren. Das einzige was du tun musst, ist realistische Werte für die Kaltmiete und Betriebskostenpauschale festzulegen.

Für 1 Zimmer kann man in der Regel 200-300 Kaltmiete und 50-80 Euro Betriebskostenpauschale angeben. Hängt natürlich vom Wohnort und der Größe ab.
 

Catgirl

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Vielen Dank!
Dann werde ich versuchen einen passenden Mietvertrag zu basteln.

Soll ich damit dann zum Jobcenter und eine Miet-Zustimmung holen?
Bevor ich den Mietvertrag Unterschreibe?

Oder einfach einziehen beim Amt anmelden und dann alles beantragen?
 
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