Zumutbarkeit von Stellenangeboten in Hinblick auf den Berufs- bzw. Qualifikationsschutz - "Qualifikationsstufen" gem. AFG

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Claus.

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.295
Bewertungen
1.270
Hay Forum,
ich überlege gerade ob nicht evtl. in unserem Arbeitslosenverwaltungssystem eine gedankliche und rechtliche Fehlleistung vorhanden ist - die letztendlich die derzeitigen Zumutbarkeits-"Empfindungen" aufs Glatteis führt.

Auf deutsch, warum ist -angeblich- selbst der hinterletzte /voraussetzungsloseste /minderbemitteltste Helferjob zumutbar, wenn doch eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung vorhanden ist?

Weil jeglicher Qualifikationsschutz oder/und Berufsschutz verneint wird?. Weil anderes nicht in den Kram der SB´s ("und gewisser anderer Leute") passen würde?. Weil es so im Gesetz steht?. ... Aber, stimmt das überhaupt so? Oder haperts vielmehr (auch) an der Stelle ganz gewaltig?


Im übrigen Recht ist ansonsten der ´Bestandsschutz´ ein sehr hohes Gut.
Der Häuslebesitzer dem der EnEV -Wärmedämmblödsinn aber sowas von komplett am Hintern vorbei gehen kann. Oder der Autofahrer der in seinem (vor 1976 gebauten) Gefährt auch weiterhin keinen Sicherheitsgurt braucht.
Da gäbe es noch dutzende, wenn nicht gar hunderte, weitere Beispiele ...

Herleitung: beim durchlesen des Fragenkatalogs zur mündlichen Verhandlung des BVerfG vom 15.01.2019 bin ich über Punkt 1. c) gestolpert "[Sind die Mitwirkungsanforderungen zumutbar?] Besteht insbesondere ausreichender Schutz vor Dequalifizierung?".
Die Hervorhebungen sind Original. Die Suche nach einer (vernünftigen) Begriffsbestimmung für das Wörtchen "Dequalifizierung" führte nun in ganz ungewohnte Gefilde^^.

Kritik von einem Eloforum aus dem Neolithikum, und ein irgendwie akademisch anmutendes Gockel -Suchergebnis.
Demnach war noch zu den Zeiten des alten Arbeitsförderungsgesetzes, und wohl auch eine gewaltig lange Zeit davor, eine Klassifikation in 5 Qualifikationsstufen verbindlich festgelegt. Fragt sich jetzt nur ob das aus Menschenliebe oder aus verfassungsrechtlichen Gründen heraus geschehen ist.
Die Qualifikationsstufen sind auch beileibe nicht tot. Die werden immerhin (weiterhin) genutzt bei der Einteilung im öD in einfacher - mittlerer - gehobener - höherer Dienst. Bei der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen ect. wird das m.W.n. ebenso regelmäßig durchgezogen.

Meine, bei längerer Arbeitslosigkeit eine Herabstufung um eine (1) "Qualifikationsstufe" aufs Auge gedrückt bekommen würde ich ja eventuell noch verstehen. Aber, gleich ausnahmslos sämtliche Qualifikationen abgesprochen bekommen?
Wenn jemand beispw. in der Vergangenheit aufgrund seiner Ausbildung eine ganze Fachgruppe leiten "musste", dürfte er wohl herbe Probleme bekommen wenn er sich neu bedingungslos in einen völlig anspruchslosen Hiwijob unterordnen sollte. Umgekehrt dürfte derjenige mit einem Gesellenbrief als Elektroinstallateur wohl ziemlich arg in die Nähe der Strafbarkeit kommen, wenn er sich auf eine Anstellung als meinetwegen Gynäkologe bewerben sollte. ...

Kann sich noch jemand daran erinnern, wie das unter Alhi gehandhabt wurde? Könnte es sich lohnen das wieder aus der Versenkung hervorzuholen (ich bin ja grad selber krampfhaft^^ auf der Suche nach einem Ausweg aus einem "Dilemma"). Hat schonmal jemand aus dem Forum gegenüber AfA /JC /SG mit ´Bestandsschutz´ vonwegen ´bisheriger beruflicher Werdegang´ argumentiert?
...?
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.043
Auf deutsch, warum ist -angeblich- selbst der hinterletzte /voraussetzungsloseste /minderbemitteltste Helferjob zumutbar, wenn doch eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung vorhanden ist?

Was hindert einen Elo daran, sich trotz VV und möglicher Arbeit, auf einen Job seiner Wahl zu bewerben? Das SGB II sieht nunmal nicht vor, dass einem Elo bedingungslos eine "unendliche" Zeit ALG 2 gezahlt werden soll, bis er seinen "Traumjob" gefunden hat. Bevor man seinen Traumjob gefunden hat, soll man lt. SGB II eben in einem anderen Job arbeiten, um sich selbst zu finanzieren. Was spricht aus deiner Sicht dagegen? Es wird ja keinem Elo verwehrt, sich weiterhin auf einen Job zu bewerben, der ihm besser liegt. So dürfte es zumindest der Gesetzgeber sehen.
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.459
Bewertungen
2.835
Auf deutsch, warum ist -angeblich- selbst der hinterletzte /voraussetzungsloseste /minderbemitteltste Helferjob zumutbar, wenn doch eine abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung vorhanden ist?

Hallo Claus,

die Diskussion ist so alt, wie es Hartz4 gibt. Berufsschutz gibt es in ALG1 nur noch beschränkt und in ALG2 überhaupt nicht mehr. Für die Jobcenter geht es nur noch darum, die Kunden schnellstmöglichst aus dem Bezug zu ekeln, egal ob die Qualifikation passt oder nicht. Von Nachhaltigkeit (insbesondere bei Vermittlung in ZAF) brauchen wir gar nicht erst reden.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Das SGB II sieht nunmal nicht vor, dass einem Elo bedingungslos eine "unendliche" Zeit ALG 2 gezahlt werden soll, bis er seinen "Traumjob" gefunden hat.
Das SGB II sieht aber auch vor, dass mit dem Erwerbslosen ein Eingliederungskonzept auf Basis eines Ermessenspielraums ausgearbeit wird, um ihn schnellstmöglich wieder in Arbeit zu bringen (noch bevor die Dequalifizierung stattfindet)...

Findet aber meistens ja nicht statt (das mit dem Eingliederungskonzept).
Daher kann ich die Argumentation des TE durchaus nachvollziehen.

Es geht weniger darum, den "Traumjob" zu finden, sondern wieder zurück in seine ehemalige Arbeitswelt. Sprich: Wenn ich als IT-Projektleiter gekündigt wurde, dann schnell wieder in den Bereich des IT-Projektleiters einfinden. Alternativ kann es gerne eine Position daneben sein (Teamleiter oder Abteilungsleiter). Es muss halt nur mit der Qualifikation stimmig sein. Sprich: Ressourcenplanung, Budgetverantwortlung, Personalverantwortung und Co.

Was nicht gehen sollte wäre: IT-Projektleiter zum Bauhelfer zu motivieren. Aber dafür war ALG II ja nie ausgelegt. Denn ALG II betrifft in erster Linie ja nur Menschen mit erheblichen Defiziten und mutliplen Vermittlungshemmnissen, fehlender Qualifikation und fehlender Bildung.

Da die Praxis aber ein anderes Bild prägt, wird schnell mal die multiple Vermittlungshemmnisse erweitert oder man hat beim Amt absolut keine Idee, wie man mit diesen Haufen Leuten umgehen soll und scheisst und schreit die gelegentlich mal zusammen, damit die halt selber wieder aktiv werden. Oder man versucht auf eklatante Weise eine Nichtqualifikation herbeizuzaubern, um der Statisik wieder gerecht zu werden.

ALG II ist nicht nur krank, was Sanktionen betrifft. Es ist auch im allgemeinen Umgang mit Arbeitssuchenden und Qualifikationsständen überfordert.

Ich frage mich ernsthaft, wie die Politik die im Ausland erworbenen Abschlüsse hier in der BRD "vereinfacht" anerkennen lassen will, wenn selbst Arbeitsämter und Jobcenter (also die, die es besser wissen sollte), die deutschen (einheimischen) Abschlüsse nicht richtig zuordnen kann. Da wird dann gerne mal ein Dipl. Wirtschaftsinformatiker (FH) als Elektroinstallateur im System geführt, da man irgendwann im Leben eine Ausbildung vor dem Studium absolviert hatte. Man wundert sich dann beim MT, wieso man Job-Angebote als Monteur für elektrische Schaltschränke aufs Auge gedrückt bekommt.
 

Matt45

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2016
Beiträge
970
Bewertungen
1.994
Eine "Hoffnung" gibt es manchmal. Wer Kinder ernähren muss, kommt mit VZ bei ZAF nicht weiter(mit Mindestlohn nicht möglich). Dann muss/kann ein JC auch mal anders denken, sonst bleibt er ein Lebenlang ein Aufstocker. Ist aber auch Glücksache bei einem SB.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
26.166
Bewertungen
28.601
Es geht weniger darum, den "Traumjob" zu finden, sondern wieder zurück in seine ehemalige Arbeitswelt. Sprich: Wenn ich als IT-Projektleiter gekündigt wurde, dann schnell wieder in den Bereich des IT-Projektleiters einfinden. Alternativ kann es gerne eine Position daneben sein (Teamleiter oder Abteilungsleiter). Es muss halt nur mit der Qualifikation stimmig sein. Sprich: Ressourcenplanung, Budgetverantwortlung, Personalverantwortung und Co.

Was nicht gehen sollte wäre: IT-Projektleiter zum Bauhelfer zu motivieren. Aber dafür war ALG II ja nie ausgelegt. Denn ALG II betrifft in erster Linie ja nur Menschen mit erheblichen Defiziten und mutliplen Vermittlungshemmnissen, fehlender Qualifikation und fehlender Bildung.
Du hast recht aber ich denke, dass Problem ist die Langzeitarbeitslosigkeit. Der IT Projektleiter, der im SGB II landet, hat ja dann in den meisten Fällen schon mindetens ein Jahr erfolglose Stellensuche hinter sich gebracht. Da muss an sich dann ernsthaft die Frage stellen, woran das liegt. Gibt es schlicht keinen passenden Arbeitsplatz? Dann wäre eine Weiterbildung ode berufliche Neuorientierung angesagt. Oder gibt es wirklich Vermittlungshemmnisse? Dann uss man daschauen, was geht. Gegen fortgeschrittenes Alter oder Gesundheitliche Einschränkungn kann man nichts tun, aber vielleiht heisst ja fortgeschrittenes Alter auch fortgeschrittene Erfahrung?

Das was die AfA und noch veil mehr die Jibcenter treiben, das kann man ja wohl nicht als Ernsthafte Vermittlung bezeichnen. Dazu brauct es Vermittler mit Kontakten zu Arbeitgebern in der Region, Kenttnisse von Berufsfeldern und Branchen und vor allem kleiner Verteilungsschlüssel.

Ich meine, dass alles wäre finanzierbar, wenn man erstmal die ganzen Sinnlosmassnahmen abschaffen würde. Statt dessen müssen passgenaue sinnvolle Weiterbildungen unterstützt werden.

Und wir brauchen eben nachhaltige Arbeitsvermittlung und kein nur irhgendwo hinschieben, weil es der Statistik guttut.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.354
Bewertungen
4.173
Da muss an sich dann ernsthaft die Frage stellen, woran das liegt. Gibt es schlicht keinen passenden Arbeitsplatz? Dann wäre eine Weiterbildung oder berufliche Neuorientierung angesagt. Oder gibt es wirklich Vermittlungshemmnisse?
Es könnte aber auch daran liegen:

Hohe Fluktuationen und schlechte Ausbildung seitens der Mitarbeiter im Jobcenter bzw. keine wirkliche Motivation bzw. Desinteresse den Erwerbslosen wirklich zu helfen.

Der Erwerbslose, der vorher einer guten Tätigkeit nachging, sich durch ALG1 demoralisieren lässt und hinterher durch ALG2 vollkommen die Bodenhaftung verliert und in ein tiefes Loch fällt.

Der Arbeitsmarkt fällt und steigt mit der wirtschaftlichen Situation eines Landes. Diese Primärfaktoren lassen sich anhand von öffentlichen Wirtschaftszahlen schnell nachvollziehen. Privater Wohnungsbau in Deutschland, Umfragen bzgl. Kaufkraft, Konsumkraft und Dienstleistungen usw.

Wenn es dem Land schlecht geht, kommen keine Aufträge rein. Demnach gibt es auch keine Projekte die man leiten kann bzw. wofür man kurzfristig Mitarbeiter braucht. Wenn es dem Land gut geht, dann kommen auch wieder Aufträge, wo man kurzfristig wieder neue Mitarbeiter braucht. Es hat auch viel mit regionaler Infrastruktur zu tun, wie z.B. Attraktivität der Örtlichkeiten. Fluktuationen im Unternehmen (wo gegengesteuert werden muss). Demographischer Wandel im Unternehmen, wo neue junge Fachkräfte nachrücken und auch erstmal auf Position gebracht werden usw.

Es ist immer furchtbar einfach seitens der Jobcenter und Arbeitsämter, alles auf den Erwerbslosen abzuladen.
 

Spiegelsaal

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Juli 2017
Beiträge
251
Bewertungen
391
Es gibt auch Menschen mit Abitur/Studium und/oder mehreren Ausbildungen im ALG-2 Bezug. Das diese Menschen gewisse Ansprüche haben, um in einem Helfer-Job nicht viel zu unterfordert zu sein, ist verständlich. Dazu kommen Firmen, welche gar nicht erst einstellen, wenn ein gewisses Alter erreicht ist, oder man Angst hat, dass Bewerber am eigenen Stuhl sägen könnte, wenn er mit zu viel Intelligenz ausgestattet ist. Sowas wird dann auch gern als Vermittlungshemmnis abgetan.
Man kann nicht alle in einen Topf werfen, aber leider sieht das die SGB II Gesetzgebung so vor und daher arbeitet man stur die Gesetze ab, anstatt sich mit dem Mensch zu beschäftigen.
 

Claus.

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.295
Bewertungen
1.270
Was hindert einen Elo daran, sich trotz VV und möglicher Arbeit, auf einen Job seiner Wahl zu bewerben?
Ich wollte zuerst schimpfen, aber dann kam mir daß die Frage ggf. auch recht gut als Anreiz zum Nachdenken taugt.

Also ... was hindert :unsure:
- das liebe Geld; es gibt ein paar Berechnungen (m.M.n. sogar 1-2 von SG-Richtern) nach denen eine "richtige" schriftliche Bewerbung um die 7,50€ /Stück kostet; der Elo mit ggf. eh schon jeder Menge an unsinnigen VV´s bei höchstens 5€ Kostenerstattungsanspruch vonseitens der Behörde hat damit dauerhaft ein finanzielles "Problemchen"; der auf MiLo-Basis oder nur etwas darüber Arbeitende hat dazu keinen Kostenerstattungsanspruch (der Verweis aufs Finanzamt ist m.M.n. auch untauglich) - hat dafür aber nach Abzug von Essen, KdU und arbeitsplatznotwendiger Ausgaben ebenso dauerhaft Geldmangel;
- der Zeitaufwand ist auch so etwas für sich; der Arbeitende mit ggf. 44h-Woche einschließlich Überstunden plus täglichen 2,5h Pendelzeit hat dummerweise auch noch einen Haushalt - Küche, Bad, Waschmaschine stichwortartig gesagt; der Elo hat vermeintlich mehr Zeit - allerdings dauert eine wirklich ernstgemeinte Bewerbung regelmäßig(er) um die 1,5h /Stk., nix vonwegen 3-5-7 Minuten, und dummerweise kann Otto-Normal-Elo keine 8h täglich mit ihm betreffenden (JC-) Zeug zubringen weil es dafür viel zu sehr "an die Nieren geht";
- ...?

Weiterer Haken: der Manager im Vorstand eines Konzerns beispielsweise ist wohl ganz sicher nicht auf diesen Posten gekommen weil er nach dem Studium schleunigst bei einer ZAF als Lagerhelfer angeheuert, und sich von da weg hochgearbeitet hat. Dafür ist dann doch das Leben mit seinen grad mal ~80 Jahren Dauer zu kurz; und desweiteren die Ansprüche der AG´s bezüglich "geradliniger" Lebensläufe zu hoch. Klappt entsprechend nur mit einem gleich hochgradigen Einstieg.

Der IT Projektleiter, der im SGB II landet, hat ja dann in den meisten Fällen schon mindetens ein Jahr erfolglose Stellensuche hinter sich gebracht. Da muss an sich dann ernsthaft die Frage stellen, woran das liegt.
Könnte das ganz eventuell auch weniger am IT-Projektleiter liegen, und stattdessen vielmehr an den AG´s -und- an irgendwelchen zufällig aufgetretenen Zufällen?.

Ich stell´ mir grad vor wie der (dazu noch auf seine eigene Kosten) frisch zum Projektleiter qualifizierte IT-ler keinen Job bekommt weil er für eine Beschäftigung als IT-Schimpanse zu hoch qualifiziert ist, und für eine (erstmalige) Anstellung als IT-Projektleiter keine Berufserfahrung als IT-Projektleiter vorweisen kann. Vier Monate später würde eine Firma händeringend einen IT-Projektleiter für ein kurzfristig eingetrudeltes neues Projekt suchen, und ist bereit jeden einzustellen - außer den einen frischgebackenen IT-Projektleiter; an dem kann schließlich nur was faul sein wenn er schon sooo lange arbeitslos ist. Hat der stattdessen "übergangsweise" als Putzhilfe angeheuert - wird er entweder nicht eingestellt weil sein Lebenslauf damit nicht mehr schön geradlinig ist, oder er wird es nicht weil er nicht mehr jederzeit zu einem Vorstellungsgespräch rumpeln kann. Und wieder etliche Zeit später legt man ihm nahe, die Schuld bei sich zu suchen, und er solle sich doch umorientieren ...

Wollen wir wirklich den 60-jährigen mit ~10 Stück 3-jährigen abgeschlossenen Berufsausbildungen? Und der bringts dann aus Steuerzahlersicht?

Könnte es ein Recht auf einen "sauberen" Lebenslauf geben? Wie könnte man das "herbeiargumentieren"?

Mir kommt grad^^ : müsste man nicht gleichfalls von gescheiterten Vermittlungsbemühungen sprechen, wenn hundert(e) VV´s auf im allgemeinen regelrecht unterirdisch niedrigem Qualifikationsniveau erfolglos geblieben sind?

Uiii ... und ein Rechenspiel :p das Jahr AlgII-Bezug kostet den "unfaulen" Steuerzahler etwa 4800€ plus KdU-Kosten. Steigt der bisher glücklose IT-Projektleiter stattdessen als Bäckereiaushilfe auf 30h pro Woche zum Mindestlohn ein und bleibt dort kleben - revanchiert^^ er sich doch glatt mit satten 202,00€ Lohnsteuer -im Jahr- plus 0,00€ Solidaritätszuschlag. Findet er stattdessen eine neue Anstellung als IT-ler (2,8k€ monatlich plus 13tes Gehalt angenommen) - revanchiert er sich mit lächerlichen^^ 5089,00€ Lohnsteuer -im Jahr- plus 279,90€ Solidaritätszuschlag.
 

Matt45

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2016
Beiträge
970
Bewertungen
1.994
Einige Anmerkungen von mir.

Beim Punkt Einkommen bzw. Steuern zahlen gebe ich dir Recht. Mindestlohn reicht für viele nicht und kann auch nicht auf Dauer Sinn machen. Allerdings dein Beispiel(Bäckerei;30 Stunden Mindestlohn), macht bei mir knapp 1100.- Brutto bzw. Netto 870,- bei Klasse 1. Dann ist es alleine schon schwer bzw. mit Partnerin nicht möglich davon zu leben. Mit Kindern noch ein anderes Thema.

Bei der Bewerbung sehe ich einiges anders, man kann auch mal durchaus ein paar Stunden Bewerbungen schreiben. Jetzt bekomme ich "Haue". > Lach.
Allerdings sollte die Bewerbung auch zum Ziel führen und keine Zeitverschwendung sein. Für eine Bewerbung würde ich auch bis zu 7,50 investieren wenn ich vielleicht später dann 3000,- verdienen kann.

Hocharbeiten bei einer ZAF: Gibt es dieses überhaupt? Kann ich mir schwer vorstellen.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.043
- das liebe Geld; es gibt ein paar Berechnungen (m.M.n. sogar 1-2 von SG-Richtern) nach denen eine "richtige" schriftliche Bewerbung um die 7,50€ /Stück kostet

Warum sollte man sich bei Stellen, die man unbedingt haben möchte, ausschließlich postalisch bewerben, wenn dort meistens auch eine Bewerbung per E-Mail oder Online-Portal möglich ist? Warum sollte man bei Wunschbewerbungen, die Bearbeitungsdauer unnötig in die Länge ziehen, die bei postalischen Bewerbungen deutlich höher ist?

- der Zeitaufwand ist auch so etwas für sich

Es gibt bei vielen Stellenportalen die Möglichkeit, sich passende Stellenvorschläge per E-Mail zuschicken zu lassen. Je genauer man dies einstellt, bekommt man für einen passende Stellenvorschläge. Man muss also nicht unbedingt nur händisch suchen und jede einzelne Stellenanzeige manuell lesen.

allerdings dauert eine wirklich ernstgemeinte Bewerbung regelmäßig(er) um die 1,5h /Stk., nix vonwegen 3-5-7 Minuten

Wie kommst du auf diese Zeitangabe? Selbst wenn man eine individualisierte und extra auf die Stellenanzeige angepasste Bewerbung schreibt, ist damit noch lange nicht garantiert, dass man damit aus der Unzahl an Bewerbungen beim AG hervorsticht. Je nachdem wie lange ein Unternehmen existiert und wieviele Bewerbungen dort seit dem Bestehen gelesen wurden, hat ein solcher AG bereits alle möglichen Formulierungen und Formatierungen gelesen und gesehen. Spätestens im VG wird man auf die Frage, warum man unbedingt bei diesem AG arbeiten möchte, immer wieder die gleichen Aussagen bringen. Letzten Endes sagt aber kaum jemand, den wahren Grund, warum er einer Erwerbsarbeit nachgeht, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Alle anderen Gründe sind einfach nur Speichelleckerei, meiner Meinung nach.

Weiterer Haken: der Manager im Vorstand eines Konzerns beispielsweise ist wohl ganz sicher nicht auf diesen Posten gekommen weil er nach dem Studium schleunigst bei einer ZAF als Lagerhelfer angeheuert, und sich von da weg hochgearbeitet hat. Dafür ist dann doch das Leben mit seinen grad mal ~80 Jahren Dauer zu kurz; und desweiteren die Ansprüche der AG´s bezüglich "geradliniger" Lebensläufe zu hoch. Klappt entsprechend nur mit einem gleich hochgradigen Einstieg.

Bist du dir da sicher? Wie sind, u.a. die Herren Gates, Jobs, Zuckerberg, Buffet und Co. zu ihren Posten gekommen? Es gibt sicherlich auch vergleichbare Namen in deutschen Unternehmen.

Warum wird einem immer eingeredet, er müsse unbedingt Karriere machen, möglichst hohe Posten anstreben? Was soll das bringen, wenn man dann zwar mehr Geld verdient, aber dafür auch die entsprechende Anzahl an Stunden arbeiten darf und Verantwortung trägt, die eigentlich kaum zu bezahlen ist. Was spricht dagegen, einen einfachen Job zu nehmen und dabei ein entspannteres Leben zu haben? Mehr Verantwortung und Einkommen sind nicht immer erstrebenswert, vorallem, wenn man eine Familie möchte.
 

Spiegelsaal

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Juli 2017
Beiträge
251
Bewertungen
391
Bei der Bewerbung sehe ich einiges anders, man kann auch mal durchaus ein paar Stunden Bewerbungen schreiben. Jetzt bekomme ich "Haue". > Lach.
Allerdings sollte die Bewerbung auch zum Ziel führen und keine Zeitverschwendung sein. Für eine Bewerbung würde ich auch bis zu 7,50 investieren wenn ich vielleicht später dann 3000,- verdienen kann.
Das ist ja der Haken an der Sache, es gibt keine (richtige) Bewerbung, die zum Ziel führt. Du kannst mit einer 08/15 Bewerbung genauso ans Ziel kommen, wie mit einer, die in Gold badet. Wichtig ist, den AG auf dem richtigen Fuß zu treffen, aber auch da ist vieles Tagesform und Zeitabhängig. Im Endeffekt ein Glücksspiel. Das die Behörden es gern auf die Bewerbungen schieben, wenn ein ELO längerfristig keinen Erfolg hat, ist nichts Neues, daher schaffen die ganzen Bewerbungstrainings da auch sichere Abhilfe und man hat danach ganz schnell einen gutbezahlten Job in der Tasche.:icon_hihi:
 

Katzenstube

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 Februar 2017
Beiträge
815
Bewertungen
723
Na ja ihr lieben so geht es auch normal arbeitenden.

Auch wenn ich mich aus einem Job heraus bewerbe und ursprünglich mal super qualifiziert war heißt dieses nicht dass ich wieder eine solche qualifizierte Tätigkeit erhalte.
Der Arbeitgeber hat die Auswahl und diese wird bestimmt durch Alter oder ob derjenige gerade in das Profil passt. Das ist einfach eine Frage egal ob Elo oder nicht, was der Markt bietet oder der Arbeitgeber zahlen möchte.

Das gilt zumindest dann, wenn ich nicht von Jobcenter oder Agentur für Arbeit abhängig sein möchte.

Gruß von Katzenstube
 

Claus.

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.295
Bewertungen
1.270
Dann ist es alleine schon schwer bzw. mit Partnerin nicht möglich davon zu leben. Mit Kindern noch ein anderes Thema.
Mit dem Satz erscheinst du mir als wärst du noch ´vom alten Schlag´; nicht zwingend altersmäßig, sondern "gefühlsmäßig".

Zu meiner Schulzeit (und neeeeeiiiiiinnn, ich werd´ nicht allmählich alt^^), also bis mind. Mitte der neunziger Jahre hieß es gegenüber Schulkameraden noch eher "Waaas, deine Mutter geht arbeiten??? {was für eine asoziale Familie ist das denn?!}".
Ich hab so gesehen keine Ahnung wie das "früher" finanziell gelaufen ist; aber es scheint regelmäßig möglich gewesen sein, daß nur der Mann arbeitet. Ich hab zufälligerweise erst heute nachmittag zu dem in meinem Gehirnkastl rumgekramt ... die "Ergebnisse" sind etwas erschreckend. Wir waren "damals" 28 Kinder in der Klasse, und davon sind eines -allerhöchstens zwei, bin mir nicht sicher- in einer nur aus einem Elternteil bestehenden Familie aufgewachsen. Dazu gab´s noch ein -höchstens zwei- "Schlüsselkinder". Der Rest hatte seine Mum daheim. Mag mit mittlerweile etwas mehr Lebenserfahrung rückblickend schon sein, daß da noch ein paar Mamis in Teilzeit gearbeitet haben, aber es ist "geheim" gehalten worden.
... "heutzutage" lässt sich das in 3 Gruppen einteilen ala ´Hausfrau und Mutter und über 60´, ´Hausfrau und Mutter und (meist Vollzeit-) arbeitend´, ´Hausfrau und Mutter (und regelmäßig "nicht nachvollziehbarerweise" nach dem 3.ten Satz über "das Amt" schimpfend)´.

Er Mindestlohn, sie Mindestlohn, Kind Kindergeld u. ggf. Kinderzuschlag u. ggf. Wohngeld = ungef. 2000 = 3x der AlgII-RL-"Bedarf" gedeckt = glückliche deutsche Familie. ... die Feststellung schockt mich selber.

Warum sollte man bei Wunschbewerbungen, die Bearbeitungsdauer unnötig in die Länge ziehen, die bei postalischen Bewerbungen deutlich höher ist?
Interessante Frage; und das ist ernst gemeint.

Ich kann nur von mir berichten: ich bewerbe mich zugegeben nicht oft per Email bzw. Online. Ich empfinde Email schlicht als "Laber-Laber-bla-Laber" mit einer 90%-tigen Trefferquote vonwegen ´da war sicher kein Hirn eingeschaltet´; und Online-"Bewerbungen" unterstelle ich entsprechend ähnliches. Wenn mehr Leute so darüber denken sollten, dann dürften elektronische Bewerbungen wohl regelmäßig schneller im Papierkorb landen wie du /ich /sonstwer Luft holen kann.
Und sei es meinetwegen nur wegen der falschen Schriftgröße - was ist denn Standart ... Arial 10, Arial 10.5, Arial 11 ... oder gar noch nix vonwegen Arial sondern Times New Roman?

Zurück zur eigentlichen Frage: ich bin mir nicht sicher ob ich einen Computer hätte, wenn ich ihn nicht "beruflich" bräuchte. Meine Mühle ist ein reiner Office-PC - den Rest der technischen Daten sag´ ich mal nicht, denn da kämen den meisten wohl allerhöchstens noch Tränen. Internet :icon_lol: mir, und auch meinen Nachbarn, sind satte 220 kbit vergönnt.
Entsprechend häufig frage ich 15x pro Tag meine Emails ab weil der PC eh schon wegen Youtube und Spotify läuft - nie.
Der ´Laptop-mit-Lederhosen-Heiispiid´ -Stilbruch ist spätestens dann wieder da wenn man xx Tage später in einem der seltenen Vorstellungsgespräche sitzen, und dabei eine ausgedruckte "elektronische" Bewerbung erblicken darf.

Wie kommst du auf diese Zeitangabe? [...] ist damit noch lange nicht garantiert, dass man damit aus der Unzahl an Bewerbungen beim AG hervorsticht.
Jaa ... und mich hat es mal geschockt, von einem potentiellen AG gefragt zu werden "Was wissen Sie schon alles von diesem Unternehmen?". Hat sich, auch zu meiner Überraschung, recht schnell herausgestellt daß ich die Firmenwebseite zwar vielleicht mal angeklickt, aber niemals großartig durchgelesen habe.
Heute weiß ich daß die Seite von vorn bis hinten kompletter Müll war, aber die war wohl trotzdem teuer, und so hätte es wohl "jemand" gerne gesehen wenn ihm dafür oder deswegen der Hintern gepudert worden wäre.

Im Endeffekt: warum sollte eigentlich eine Bewerbung mehr als 160 Zeichen erfordern?
Sms ... piieep ... "eingestellt" ... "bin im Anflug Cheffe" ... piieep ... "Gib Gas Mann" ... "ok Cheffe, bin in 10min da" ... piieep ... "warum nicht schon in 5min???" ...

Wie sind, u.a. die Herren Gates, Jobs, Zuckerberg, Buffet und Co. zu ihren Posten gekommen? Es gibt sicherlich auch vergleichbare Namen in deutschen Unternehmen.
Das hat mich jetzt doch glatt interessiert^^; m.W.n. haben die alle studiert - kann höchstens sein daß 1-2-3 von denen dann -warum-auch-immer- letztendlich halt nicht zur Abschlußprüfung angetreten sind. Aus zumindest dieser Liste hat sich kein einziger vom Tellerwäscher zum Milliardär hochgearbeitet ... und ich mag Steve Jobs ... aber auch er war nie Tellerwäscher.

Also: Gates - Havard (wenn auch 2 Jahre Jura), Jobs - Reed College in Portland (?, möglw. 1 Semester Physik und Literatur - allerdings ein Ausnahmetalent plus im Silicon Valley aufgewachsen), Zuckerberg - Havard (Informatik und Psychologie), Buffett - University of Pennsylvania u. University of Nebraska u. Columbia University (Economics, übersetzt VWL und/oder BWL).
Und Co. nette Aufzählung.
(Bevor sich jetzt jemand mit abgeschlossenem Studium als minderwertig fühlt .. riecht überwiegendst nach a) die Eltern hatten auch schon ordentlich Kohle, und b) 90% "der Fälle" scheinen sich selbständig gemacht -und- zufällig das Haifischbecken der Selbstständigkeit überlebt zu haben)
 
Zuletzt bearbeitet:

Matt45

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2016
Beiträge
970
Bewertungen
1.994
Hallo Claus.

Ich bin wirklich eher vom "alten Schlag" und sehe einiges vielleicht auch anders als jüngere(bin aber auch kein Rentner).
Es gab früher einen Spruch: Arbeiten und Geld verdienen, allerdings ist der Satz im Jahre 2019 nur noch bedingt richtig. Sehe ich alles sehr problematisch, wenn Einkommen für manche kaum für Miete reicht. Arbeiten ist in Ordnung, allerdings sollte man davon auch normal leben können(Kein Luxus aber NORMAL).
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.043
Und sei es meinetwegen nur wegen der falschen Schriftgröße - was ist denn Standart ... Arial 10, Arial 10.5, Arial 11 ... oder gar noch nix vonwegen Arial sondern Times New Roman?

Das siehst du wirklich als Problem bei einer Bewerbung per E-Mail oder Online-Portal an? Das gleiche Problem hast du doch auch, wenn du deine Bewerbung am Rechner erstellst, ausdruckst, per Schreibmaschine schreibst und dann per Post verschickst.

Jaa ... und mich hat es mal geschockt, von einem potentiellen AG gefragt zu werden "Was wissen Sie schon alles von diesem Unternehmen?". Hat sich, auch zu meiner Überraschung, recht schnell herausgestellt daß ich die Firmenwebseite zwar vielleicht mal angeklickt, aber niemals großartig durchgelesen habe.
Heute weiß ich daß die Seite von vorn bis hinten kompletter Müll war, aber die war wohl trotzdem teuer, und so hätte es wohl "jemand" gerne gesehen wenn ihm dafür oder deswegen der Hintern gepudert worden wäre.

Ich sehe das etwas anders. Ein Vorstellungsgespräch bedeutet für mich, dass sich auch das Unternehmen als AG beim Bewerber bewirbt und sich dem entsprechend präsentieren sollte. Nach meiner Erfahrung stellen sich die meisten Unternehmen sowieso im VG selbst vor. Wieviele Informationen willst du denn sonst über ein Unternehmen sammeln, die über die Unternehmenswebsite hinausgehen? Soviel Zeit hat man nicht. Zudem ist es doch in den meisten VG so, dass man sich als Bewerber komplett "neu" vorstellen soll, so, als hätte der AG die eingereichten Bewerbungsunterlagen nicht erhalten. Sorry, aber dann "bestehe" ich schon auf einer kompletten Vorstellung des Unternehmens als AG, so, als hätte ich keine Informationen über dieses Unternehmen gesammelt. Es kommt dabei natürlich darauf an, wie man das sprachlich rüberbringt ;)
 

tomk

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2015
Beiträge
116
Bewertungen
111
Zu meiner Schulzeit (und neeeeeiiiiiinnn, ich werd´ nicht allmählich alt^^), also bis mind. Mitte der neunziger Jahre hieß es gegenüber Schulkameraden noch eher "Waaas, deine Mutter geht arbeiten??? {was für eine asoziale Familie ist das denn?!}".
Das ist wohl eine Frage der Sozialisierung. Ich nehme an du kommst aus den alten Bundesländern?

Ich hab so gesehen keine Ahnung wie das "früher" finanziell gelaufen ist; aber es scheint regelmäßig möglich gewesen sein, daß nur der Mann arbeitet. Ich hab zufälligerweise erst heute nachmittag zu dem in meinem Gehirnkastl rumgekramt ... die "Ergebnisse" sind etwas erschreckend. Wir waren "damals" 28 Kinder in der Klasse, und davon sind eines -allerhöchstens zwei, bin mir nicht sicher- in einer nur aus einem Elternteil bestehenden Familie aufgewachsen. Dazu gab´s noch ein -höchstens zwei- "Schlüsselkinder". Der Rest hatte seine Mum daheim. Mag mit mittlerweile etwas mehr Lebenserfahrung rückblickend schon sein, daß da noch ein paar Mamis in Teilzeit gearbeitet haben, aber es ist "geheim" gehalten worden.
Ich hatte in meiner Klasse genau einen wo die Mutter Hausfrau war, finanzielle Gründe hatte das nicht.
 

Claus.

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.295
Bewertungen
1.270
Das ist wohl eine Frage der Sozialisierung. Ich nehme an du kommst aus den alten Bundesländern?
Ja, tiefstes Bayern. Daß es jenseits des Weißwurstäquators regelmäßig anderst läuft, gerät da schon immer wieder in Vergessenheit ...

Zudem ist es doch in den meisten VG so, dass man sich als Bewerber komplett "neu" vorstellen soll, so, als hätte der AG die eingereichten Bewerbungsunterlagen nicht erhalten.
Dann geht das also nicht nur mir so. Welche Logik könnte denn da dahinter stecken?

Wollen die damit abfragen, ob man ´seinen´ Lebenslauf kennt? Das fällt zugegebenermaßen mit jedem absolvierten Bewerbungstraining schwerer ...
Oder ist es etwa tatsächlich so, daß die Bewerbungsunterlagen reel von gar niemandem gelesen werden?

Dann sehe ich keinen "Sinn" darin, sich mit einer über "hiermit bewerbe ich mich -Punkt-" hinausgehenden Anschreiben-Lebenslauf-Zeugnisse-Unterlagenorgie zum Deppen machen zu "dürfen".? Ein Katzenbildchen aufs erste und einzigste Blatt draufpappen und die Einladung zum VG ist einem sicherer wie mit einer "normalen" "langweiligen" Bewerbungsmappe?
Das würde dann allerdings an der Zumutbarkeit kratzen vonwegen warum "darf" der Elo so dermaßen freizügigst seine höchstpersönlichen (und nicht selten für das konkrete "Stellenangebot" völlig irrelevanten) Daten in der Gegend umherwerfen.?

Soviel Zeit hat man nicht.
Wer ist "man"? Ich mach immer wieder die Erfahrung, daß Elos kontinuierlich unbegrenzt Zeit unterstellt wird. Und gleichzeitig gibts dann in der Realität eigentlich nur 2 Zustände - entweder ist tatsächlich mal kurz etwas Zeit da, oder aber es artet plötzlich wieder richtiggehend in Stress aus weil alles immer nur gesammelt einläuft.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten