Zumutbarkeit - Unklarheiten

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Hemdale

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
9 September 2012
Beiträge
101
Bewertungen
7
Hallo,

ich habe mir jetzt die Sache mit der Zumutbarkeit (20% usw...) schon oft durchgelesen und auch früher schon wenn mal was war, aber ich weiß bis heute nicht, wie das genau gemeint ist. Im Grunde schon, aber ...

1. Wie ist die ganze Sache zu rechnen? Mit den Netto- oder Bruttolöhnen?

2. Wie ist das zu berechnen, wenn Ein Grundlohn vorhanden ist und Zuschlage dazukommen. Wird dann nur mit dem Grundlohn gerechnet oder alles zusammen?

Zwei Beispielfragen ...

1. Alte Firma Bruttolohn 2400 Euro - neue Firma 2050 Euro ...
2. Alte Firma 13,50 Stundenlohn 40 Stunden-Woche- neue Firma 11 Euro Grundlohn - 37,5 Stunden-Woche

Ist man nun bei beiden noch innerhalb der 20 Prozent oder schon drüber?

Danke.
 

Fritz Fleißig

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 März 2013
Beiträge
3.322
Bewertungen
3.759
Das ist doch eigentlich ganz einfach. Während der ersten sechs Monate der Arbeitslosigkeit ist immer der bezogene Brutto-Arbeitslohn aus der alten Beschäftigung der Vergleichsmaßstab. Zumutbar ist ein neuer Brutto-Arbeitslohn, der um nicht mehr als 20/30 % darunter liegt.

Es ist der tatsächlich bezogene Bruttolohn in der alten Beschäftigung, wie er auch aus der Arbeitsbescheinigung hervorgeht, zu berücksichtigen, also einschließlich irgendwelcher Zuschläge.

Bei der neuen Beschäftigung kann man natürlich nur Zuschläge mitrechnen, die mit Sicherheit anfallen werden, aber keine ungewissen Leistungszuschläge oder ähnliches.

Falls die neue Arbeitszeit höher ist als die alte, muß die Zumutbarkeitsprüfung nicht nur hinsichtlich der absoluten Höhe, sondern auch bezüglich des Stundenlohnes durchgeführt werden. Die Zumutbarkeit darf also nicht durch eine längere Arbeitszeit hergestellt werden.

In den beiden Beispielen wäre das Angebot, jedenfalls auf den ersten Blick, finanziell noch zumutbar. Das müßte man freilich mal genau nachrechnen, denn auf einen "Grundlohn" allein kommt es nicht an.
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.203
Bewertungen
3.451
2. Wie ist das zu berechnen, wenn Ein Grundlohn vorhanden ist und Zuschlage dazukommen. Wird dann nur mit dem Grundlohn gerechnet oder alles zusammen?

Zwei Beispielfragen ...

1. Alte Firma Bruttolohn 2400 Euro - neue Firma 2050 Euro ...
2. Alte Firma 13,50 Stundenlohn 40 Stunden-Woche- neue Firma 11 Euro Grundlohn - 37,5 Stunden-Woche

Ist man nun bei beiden noch innerhalb der 20 Prozent oder schon drüber?

Danke.

Wenn Du von einer Firma zu der anderen wechselst-ohne ALG I Bezug dazwischen-ist das Deine persönliche Sache.

Wenn Du ALG I beziehst wird bei Zumutbarkeitregeln das Bemessungsentgelt für ALG I zugrunde gelegt.

§140 SGB III
3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
151 - Bemessungsentgelt

Stand: Aktualisierung 04/2012
https://www.arbeitsagentur.de/zentr...beitslosigkeit/Publikation/pdf/GA-Alg-151.pdf
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.203
Bewertungen
3.451
Die Sanktionen bei ALG1 heißen Sperrzeit. SGB III ist das für ALG1 zuständige Gesetz.

§ 121 Zumutbare Beschäftigungen (1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen. (2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.

§121 SGB III ist das seit 01.04.2012 nicht mehr, jetzt §140 SGB III
 

Hemdale

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
9 September 2012
Beiträge
101
Bewertungen
7
Das ist doch eigentlich ganz einfach. Während der ersten sechs Monate der Arbeitslosigkeit ist immer der bezogene Brutto-Arbeitslohn aus der alten Beschäftigung der Vergleichsmaßstab. Zumutbar ist ein neuer Brutto-Arbeitslohn, der um nicht mehr als 20/30 % darunter liegt.

Es ist der tatsächlich bezogene Bruttolohn in der alten Beschäftigung, wie er auch aus der Arbeitsbescheinigung hervorgeht, zu berücksichtigen, also einschließlich irgendwelcher Zuschläge.

Bei der neuen Beschäftigung kann man natürlich nur Zuschläge mitrechnen, die mit Sicherheit anfallen werden, aber keine ungewissen Leistungszuschläge oder ähnliches.

Falls die neue Arbeitszeit höher ist als die alte, muß die Zumutbarkeitsprüfung nicht nur hinsichtlich der absoluten Höhe, sondern auch bezüglich des Stundenlohnes durchgeführt werden. Die Zumutbarkeit darf also nicht durch eine längere Arbeitszeit hergestellt werden.

In den beiden Beispielen wäre das Angebot, jedenfalls auf den ersten Blick, finanziell noch zumutbar. Das müßte man freilich mal genau nachrechnen, denn auf einen "Grundlohn" allein kommt es nicht an.

Danke, daß hilft mir am meisten weiter :icon_daumen: ...

Auch danke für die anderen Antworten, aber das wusste ich schon vorher. Hatte ja geschrieben, daß das mit den 20 Prozent usw. schon klar ist, aber nirgends genau, WAS als Grundlage dafür verwendet werden soll ... Brutto, Netto, Stundenlohn mit oder ohne Zuschläge usw ...

§140 SGB III wusste ich ja, aber hier steht nichts darüber, nur aber dem 7. Monat ...

Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Aber bei den Monaten davor steht halt nichts von Brutto oder Nette und deshalb ja die Frage ...

Ok, damit dürfte es wohl endlich geklärt sein.

Thanks again.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten