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Zumutbarkeit kontra erlernter Beruf

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muffin

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#1
Hallo und Guten Tag,

als ALG-Frischling möchte ich ein, zwei Fragen los werden an denen ich doch ganz schön zu knabbern habe.

Seit 01.02.07 beziehe ich ALG 1. 1996 habe ich meinen Abschluß als Steuerfachangestellte gemacht und bis März 2003 gearbeitet. Allerdings auch in Büro und Verwaltung, nicht ausschliesslich in diesem erlernten Beruf.In den neuen Bundesländern war ich froh überhaupt etwas machen zu können. Dann Mutterschutz, Baby, Mutterschutz, Umzug nach Bonn und und im August 2003 wieder angefangen zu arbeiten. Seinerzeit ergab es sich halt das im Handel etwas frei war und so habe ich die letzen Jahre bei dem blauen Drogeriediscounter geschafft. Dann Eigenkündigung nach Absprache mit AfA ohne Sperrzeit. Soweit sogut die Vorgeschichte.

Meine Fallmanagerin vermittelt mir ausschliesslich Helfertätigkeiten und in der Eingliederungsvereinbarung die ich heute unterschrieben habe (musste) soll ich mich um Stellen im Einzelhandel und Helfertätigkeiten bewerben.

Auf meine Rückfrage warum Sie so sehr den Handel fokussiert war sie ziemlich patzig und meinte ich hätte schliesslich keinen Arbeitsvertrag in dem Bereich vorzuweisen und das SGB sieht vor, wenn man länger als 4 Jahre nicht im erlernten Beruf tätig war, ist die Ausbildung hinfällig und und man gilt als ungelernt. Stimmt das so? Ich wollte, jetzt wo ich Luft geholt habe, sie auffordern mir diese Auskunft schriftlich geben zu lassen. Macht das Sinn?
Das sie so patzig war ist natürlich vorausgegangen, daß wir wegen eines Jobangebotes uneins waren. Ich bekam von ihr ein Angebot ZA. Also angerufen und Sachbearbeiter dort teilte mir mit es wäre so eine Art Mac Job (also Helfertätigkeit) und mit 6€ irgendwas entlohnt. Bei meiner Qualifikation wär das bestimmt nichts. Und ich fand es auch nicht so prickelnd, wollte erst mal weitersuchen und kann ja immer noch darauf zurückkommen. War ja erst in Woche 2 meiner Arbeitslosigkeit.

Soweit der AfA mitgeteilt. Von Seiten der ZA allerdings so: Ich würde die Stelle nicht antreten wollen, da ich mich nur für qualifizierte Angebote interressieren würde. Nich ganz richtig formuliert aber egal.

Meine SB nun meint es wäre letztendlich egal, ich muss jeden Job annehmen. Mein Argument des Stundenlohnes (die letzten 3 Jahre habe ich 13,50 verdient) liess sie auch nicht gelten. Eben mit Hinweis aus §§ SGB Und auch da bin ich wieder unsicher, bei der Zumutbarkeit sagt doch besagtes SGB etwas anderes, zumindest in den ersten Monaten des ALG1 Bezuges.

Ich finde es einfach idiotisch, schliesslich habe ich von der AfA keine Sperrzeit bekommen um im Handel kündigen zu können und diese SB will mich unbedingt dahin beamen.
Leider gehöre ich zu den Kanditaten die dann erst mal sprachlos das Weite suchen. Kann mir jemand Mut machen Danke!

LG
Muffin
 
E

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#2
.....wenn man länger als 4 Jahre nicht im erlernten Beruf tätig war, ist die Ausbildung hinfällig und und man gilt als ungelernt...
hä? wo steht das? Auf jeden Fall nachfragen und das schriftlich geben lassen, denn DAS würde auch viele andere interessieren. (so ein Blödsinn)

Also grundsätzlich sind alle arbeiten "zumutbar" die nicht "rechtswidrig" o. a. sind und zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt führen sollen..

Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat (§ 121 SGB 3)
http://www.lumrix.de/gesetze/sgb3/121.php

Einen Berufsschutz gibt es nicht mehr.

Aber wenn Du nachweisen kannst, das der Lohn "erheblich" unter Deinem letzten Lohn liegt (steht auch in diesem §§) dann kannste es ja mal versuchen.
 

Arania

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#3
Ich finde es jetzt nicht auf Anhieb meine es aber auch schon gelesen zu haben, das wenn man lange raus aus dem Beruf ist erst eine Weiterbildung machen muss um in dem gelernten Beruf noch vermittelt zu werden
 
E

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Gast
#4
Ich finde es jetzt nicht auf Anhieb meine es aber auch schon gelesen zu haben, das wenn man lange raus aus dem Beruf ist erst eine Weiterbildung machen muss um in dem gelernten Beruf noch vermittelt zu werden
Das kann durchaus stimmen, z. B. bei einigen handwerklichen Berufen, aber eine pauschalierte Aussage, das alle plötzlich wieder "ungelernt" sind, trifft nicht auf alle Berufe zu, zumindest kann man sich auch privat noch auf dem laufenden halten (EDV usw).
 

larifari33

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#5
:icon_motz: Aber das bedeutet doch letztendlich das ein Hartz4ler alles annehmen muss ?! kÖNNTE MAN JETZT AUCH EINEN EHEMALIGEN BÜROMENSCHEN ZU EINEM JOB AUF DEN BAU ZWINGEN ????
Wäre doch nichts anderes als zwangsarbeit .... die wiederum gegen das Grundgesetz verstoßen würde --- oder liege ich damit komplett falsch ??:icon_cry:

Gruß aus München
 

muffin

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#7
Hallo,

nun, ich will ja gar nicht auf Berufsschutz beharren.
Ich habe die Umschulung damals gemacht, als ich nach 15 Jahren Op-Schwester den Beruf nicht mehr ausüben konnte. Bezahlt hat das übrigens z.T. die BG aber auch das Arbeitsamt. Seinerzeit habe ich den Beruf als Alternative gewählt und die Ausbildung mit 5 Sternchen :) abgeschlossen und auch Berufserfahrung sammeln können. Aber eben auch in Büroberufen. Lediglich die letzten 3 Jahre habe ich im Handel gearbeitet und das als Filialleiterin, also auch mit administrativen Aufgaben. Hier war meine FM unmissverständlich, ich gelte im Sinne des SGB als ungelernt.

Gut, wir haben auch noch 4 Kinder bekommen und jeweils 1-2 Jahre Familienpause gemacht, wirkt das gar disqualifizierend?

Kündigen konnte ich nach Absprache mit der Leistungsabteilung, weil die Kinderbetreuung durch die erweiterten Öffnungszeiten und das plötzliche Eintreten der Plegebedürftigkeit meiner Mutter nicht gewährleistet ist und ich jetzt auch noch Alleinerziehend bin.

Ich hab jetzt schon sehr weit ausgeholt sorry. Nun steht eben in der EGV ausdrücklich, daß ich mich im Handel und auf Helferstellen mit Nachweis bewerben soll. Natürlich steht es mir frei mich auf andere Stellen zu bewerben, das tu ich auch. Mich ärgert zum einen die Art und Weise, aber ich wunder mich auch das ich nicht ein klein wenig Anspruch darauf habe da gefordert und gefördert werde, wo ich auch evtl. eine Chance habe mich die nächsten 20 Jahre weiter zu entwickeln.

Ausserdem denke ich, ihre Aussage jeden gezahlten Lohn annehmen zu müssen ist einfach falsch. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Danke für Eure Antworten!
Muffin
 

Haubold

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#8
Ausserdem denke ich, ihre Aussage jeden gezahlten Lohn annehmen zu müssen ist einfach falsch. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Leider hat deine AV Recht, alles ist zumutbar wenn nicht rechtswidrig.

Ich bekomme ständig Vermittlungsvorschläge, wo der Lohn 50% unter Tarif
liegt. Als ich meine AV darauf ansprach, sagte sie mir erst bei weniger als 3€/h
würde sie mich nicht sanktionieren.
Seitdem schreibe ich meine Bewerbungen auf solche Stellen passent!
Ich hoffe du kannst zwischen meinen Zeilen lesen. :icon_evil:
 
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#9
Hallo und Guten Tag,

als ALG-Frischling möchte ich ein, zwei Fragen los werden an denen ich doch ganz schön zu knabbern habe.

Seit 01.02.07 beziehe ich ALG 1. 1996 habe ich meinen Abschluß als Steuerfachangestellte gemacht und bis März 2003 gearbeitet. Allerdings auch in Büro und Verwaltung, nicht ausschliesslich in diesem erlernten Beruf.In den neuen Bundesländern war ich froh überhaupt etwas machen zu können. Dann Mutterschutz, Baby, Mutterschutz, Umzug nach Bonn und und im August 2003 wieder angefangen zu arbeiten. Seinerzeit ergab es sich halt das im Handel etwas frei war und so habe ich die letzen Jahre bei dem blauen Drogeriediscounter geschafft. Dann Eigenkündigung nach Absprache mit AfA ohne Sperrzeit. Soweit sogut die Vorgeschichte.

Meine Fallmanagerin vermittelt mir ausschliesslich Helfertätigkeiten und in der Eingliederungsvereinbarung die ich heute unterschrieben habe (musste) soll ich mich um Stellen im Einzelhandel und Helfertätigkeiten bewerben.

Auf meine Rückfrage warum Sie so sehr den Handel fokussiert war sie ziemlich patzig und meinte ich hätte schliesslich keinen Arbeitsvertrag in dem Bereich vorzuweisen und das SGB sieht vor, wenn man länger als 4 Jahre nicht im erlernten Beruf tätig war, ist die Ausbildung hinfällig und und man gilt als ungelernt. Stimmt das so? Ich wollte, jetzt wo ich Luft geholt habe, sie auffordern mir diese Auskunft schriftlich geben zu lassen. Macht das Sinn?
Das sie so patzig war ist natürlich vorausgegangen, daß wir wegen eines Jobangebotes uneins waren. Ich bekam von ihr ein Angebot ZA. Also angerufen und Sachbearbeiter dort teilte mir mit es wäre so eine Art Mac Job (also Helfertätigkeit) und mit 6€ irgendwas entlohnt. Bei meiner Qualifikation wär das bestimmt nichts. Und ich fand es auch nicht so prickelnd, wollte erst mal weitersuchen und kann ja immer noch darauf zurückkommen. War ja erst in Woche 2 meiner Arbeitslosigkeit.

Soweit der AfA mitgeteilt. Von Seiten der ZA allerdings so: Ich würde die Stelle nicht antreten wollen, da ich mich nur für qualifizierte Angebote interressieren würde. Nich ganz richtig formuliert aber egal.

Meine SB nun meint es wäre letztendlich egal, ich muss jeden Job annehmen. Mein Argument des Stundenlohnes (die letzten 3 Jahre habe ich 13,50 verdient) liess sie auch nicht gelten. Eben mit Hinweis aus §§ SGB Und auch da bin ich wieder unsicher, bei der Zumutbarkeit sagt doch besagtes SGB etwas anderes, zumindest in den ersten Monaten des ALG1 Bezuges.

Ich finde es einfach idiotisch, schliesslich habe ich von der AfA keine Sperrzeit bekommen um im Handel kündigen zu können und diese SB will mich unbedingt dahin beamen.
Leider gehöre ich zu den Kanditaten die dann erst mal sprachlos das Weite suchen. Kann mir jemand Mut machen Danke!

LG
Muffin
Hallo Muffin,

vielleicht hilft Dir ja dies
http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/03/index.php?norm_ID=0312100
 

kohlhaas

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#10
Das kann durchaus stimmen, z. B. bei einigen handwerklichen Berufen, aber eine pauschalierte Aussage, das alle plötzlich wieder "ungelernt" sind, trifft nicht auf alle Berufe zu, zumindest kann man sich auch privat noch auf dem laufenden halten (EDV usw).
Ein Handwerker etwa, mit Ausbildung und 10, 20 Jahren Berufserfahrung, wird auch nach einigen jahren Erwerbslosigkeit nach wie vor seinen Beruf (nicht tschopp ! ;)) ausüben könnne. Er muß halt nur die Möglichkeit dazu haben. Und eine Probezeit braucht jeder ...

P.S.Schwimmen und Radfahrn "verlernt" man auch nicht.
 
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#11
Ein Handwerker etwa, mit Ausbildung und 10, 20 Jahren Berufserfahrung, wird auch nach einigen jahren Erwerbslosigkeit nach wie vor seinen Beruf (nicht tschopp ! ;)) ausüben könnne. Er muß halt nur die Möglichkeit dazu haben. Und eine Probezeit braucht jeder ...

P.S.Schwimmen und Radfahrn "verlernt" man auch nicht.

Genau :icon_daumen:

das kam aber von eine(r) AV, der/die es aus einer "Internen Richtlinie" hat, oder vom Bundesministerium und die "haben immer Recht" (§ 1).

Soviel zu den Grundrechten von einem selbstbestimmten Leben, das Recht auf freie Berufswahl und auf freie Persönlichkeitsentfaltung das im (nicht mehr existiereden?) Grundgesetz ja so schön beschrieben wird.
 

RobertKS

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#12
Hallo zusammen,

also soweit ich das weiß, muss der Vermittlerer im 1.Jahr der Arbeitslosigkeit - indem ich ALG I beziehe - berufsbezogen vermitteln, also Stellenangebote dem erlernten Beruf entsprechend.Nach einem Jahr kann er das tun, wird aber auch andere Stellen z.B. im Helferbereich anbieten.Ist man noch länger arbeitslos muss man jede zumutbare Arbeit annehmen, sofern sich nicht gegen gute Sitten oder geltendes recht verstößt.

Im übrigen ist es wirklich so, das man nach einigen Jahren Arbeitslosigkeit - in manchen Berufen - nicht mehr "Up to Date" ist, weil sich stets etwas ändert, z.B. im Steuerfachbereich, sodass man da - mit dem einst erlernten - nicht mehr viel anfangen kann.

Gruß Robert ;)
 

isabel

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#13
Hallo, zusammen,
ich habe da einige Fragen:
Kann man einen überzeugten Vegetarier zwingen, in einer Fleischerei zu arbeiten?
Kann man einenm Arzt Putzarbeiten zumuten?
Kann man einen Lehrer als Parkranger zwanghaft beschäftigen?
Ein junges Mädchen nach der Abi hat noch keinen Lehrplatz gefunden, oder sie kann nicht die 500,00 E pro Semester für ihr beliebtes Studium aufbringen – kann, darf man ihm ALLES zumuten?

Grüße
Isabell
 

Arania

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#14
Isabel, ganz ehrlich, können kann man alles, ob man darf muss immer einzeln im Widerspruch festgestellt werden. Leider
 

isabel

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#15
Isabel, ganz ehrlich, können kann man alles, ob man darf muss immer einzeln im Widerspruch festgestellt werden. Leider
Wiederspruch und Klage - da gehen Monate, wenn nicht Jahre verloren.
Gruß
Isabell
 

RobertKS

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#16
Hallo Isabel,

Kann man einen überzeugten Vegetarier zwingen, in einer Fleischerei zu arbeiten?
Aus welchem Grund soll das nicht möglich sein?? Wenn man Vegetarier ist - und das bin ich auch zu 80% - dann kann man doch in einer Metzgerei arbeiten, denn man muss ja dort kein Fleisch essen, wenn mans nicht mag, oder?

Kann man einem Arzt Putzarbeiten zumuten?
Kann man einen Lehrer als Parkranger zwanghaft beschäftigen?
Also das ist zwar sehr extrem, und kommt vermutlich so auch nicht vor, denn Ärzte werden immer benötigt, und Lehrer können auch Nachhilfe geben.Aber warum sollte es ihnen nicht zumutbar sein, wenn sie in ihren Berufen nichts finden würden?

Ein junges Mädchen, nach dem Abi, hat noch keinen Lehrplatz gefunden, oder sie kann nicht die 500,00 € pro Semester für ihr beliebtes Studium aufbringen, darf man ihm ALLES zumuten?
Klare Antwort: Man muss als Arbeitssuchender jede Zumutbare Arbeit annehmen, sofern die Tätigkeit nicht gegen geltendes recht oder die guten Sitten verstößt.Im §10 Abs. 1 Nr.: 1-5 SGB II stehen einige Gründe für Unzumutbarkeit.Nachzulesen hier: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__10.html

Gruß Robert ;)
 
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#17
Äh, ja wieso soll Parkreinigung der Person x, die zufällig aus einer sozial benachteiligten Schicht stammt und deshalb keine höhere Schulbildung und wegen frühem Kind keine abgeschlossene Ausbildung erreichen konnte zuzumuten sein und der sagen wir mal gleich intelligenten Person y die von den Eltern mit Nachhilfe und finanzieller Unterstüztung durch Abi und Studium gebracht worden ist nicht?????
 

Rounddancer

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#18
Hallo, zusammen,
ich habe da einige Fragen:
Kann man einen überzeugten Vegetarier zwingen, in einer Fleischerei zu arbeiten?
natürlich. Er braucht sie ja nicht zu essen und tot sind sie am Wareneingang da ja schon. Eine Arbeit als Werker am Schlachthof halten nicht nur Vegetarier hingegen nicht einfach durch. Zudem essen Metzgereimitarbeiter liebend gerne Süßes.

Kann man einenm Arzt Putzarbeiten zumuten?
dazu gibt es ja Regelungen in den zuständigen Zumutbarkeitsvorschriften, die es ermöglichen, daß Menschen, die im eigenen Beruf feines Gefühl brauchen (Pianisten, Chirurgen, Goldschmiede, etc.), nicht grobe handwerkliche Arbeit zumutbar ist, die z.B. Schwielen, etc. versursacht.
Aber warum sollte ein Orthopäde oder ein praktischer Arzt nicht putzen oder Wände streichen?

Kann man einen Lehrer als Parkranger zwanghaft beschäftigen?
wäre endlich mal eine sinnvolle Beschäftigung für manchen Lehrer. Nein, im Ernst, Ordnung halten in der Natur, Parkbesucher (jung und alt) dazu anhalten, mit Park und Natur vernünftig umzugehen, bewußter mit der Natur umzugehen, das können auch Lehrer.

Ein junges Mädchen nach der Abi hat noch keinen Lehrplatz gefunden, oder sie kann nicht die 500,00 E pro Semester für ihr beliebtes Studium aufbringen – kann, darf man ihm ALLES zumuten?
nun, sie muß ja, wenn sie noch nicht 18 ist, in jedem Fall zu den Untersuchungen gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz,- und die dort vom Arzt ggf. gemachten Einschränkungen, was körperliche Belastbarkeit, etc. angeht, müssen bei der zugewiesenen Arbeit berücksichtigt werden.
Ist sie schon 18 oder älter, dann empfiehlt sich auch hier ein Arztbesuch und die Weitergebe etwaiger ärztlicher Einschränkungen an den Arbeitsvermittler.

Nicht machen braucht sie hingegen z.B. eine Arbeit als Prostituierte.
 
E

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Gast
#19
natürlich. Er braucht sie ja nicht zu essen und tot sind sie am Wareneingang da ja schon.
...
Das ist aber jetzt schon ein wenig zu "einfach".
Wenn sie in einer Schlachterei seelische Probleme hat, weil sie auf Fleisch verzichtet um z. B. Tiere zu schützen, ist der Job sehr wohl unzumutbar.

Gruß, Anselm
 

justina

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#20
Das ist aber jetzt schon ein wenig zu "einfach".
Wenn sie in einer Schlachterei seelische Probleme hat, weil sie auf Fleisch verzichtet um z. B. Tiere zu schützen, ist der Job sehr wohl unzumutbar.

Gruß, Anselm
Das kann tatsächlich ein wichtiger Grund sein, allerdings müsste sie aufgrund der Beweislastumkehr das Bestehen der seelischen Probleme auch belegen können. Ohne ein entsprechendes ärztliches Attest bliebe es bei der bloßen Behauptung.
 

Arania

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#22
Und warum sollte eine Verkäuferin das tun müssen? Entweder können es alle, wenn sie es müssen, oder keiner, es sei denn es liegen gesundheitliche Einschränkungen vor die dagegen sprechen
 

Robinson

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#24
Muffin, komm endlich mal von deinem akademischen Pferd runter.

Was dir der Fallmanager anweist, das hast du zu tun. Einem HartzIV-Empfänger ist so gut wie alles zumutbar.
Ansonsten hast du ja die Möglichkeit eine Arbeit nach deinem Geschmack zu suchen, und wenn du das nicht tust oder es dir nicht gelingt, musst du das machen, was dir angewiesen wird oder eine Kürzung der Hartz4-Bezüge in Kauf nehmen.
 

muffin

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#25
Muffin, komm endlich mal von deinem akademischen Pferd runter.

???????????????????????????????

Was dir der Fallmanager anweist, das hast du zu tun. Einem HartzIV-Empfänger ist so gut wie alles zumutbar.

Wieso Hartz4? ich bin seit 9 Wochen im ALG1 Bezug

Ansonsten hast du ja die Möglichkeit eine Arbeit nach deinem Geschmack zu suchen, und wenn du das nicht tust oder es dir nicht gelingt, musst du das machen, was dir angewiesen wird oder eine Kürzung der Hartz4-Bezüge in Kauf nehmen.
Wirklich?

Wäre ich arrogant hätte ich auch eine Empfehlung

Muffin
 
E

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#26
Das kann tatsächlich ein wichtiger Grund sein, allerdings müsste sie aufgrund der Beweislastumkehr das Bestehen der seelischen Probleme auch belegen können. Ohne ein entsprechendes ärztliches Attest bliebe es bei der bloßen Behauptung.
Hallo Justina,

das Attest sollte ja wohl kein wirkliches Problem sein - den echten Vegetarier immer vorausgesetzt.

Gruß, Anselm
 

kohlhaas

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#27
Was dir der Fallmanager anweist, das hast du zu tun. Einem HartzIV-Empfänger ist so gut wie alles zumutbar.
Auch ich verkneife mir hier einen Kommentar. Würde eher unsachlich sein. Da leg ich mich doch lieber in die Sonne .... :icon_cool:
 

sun2007

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#28
Mut und Kopf hoch

Hallo,

nun, ich will ja gar nicht auf Berufsschutz beharren.
Ich habe die Umschulung damals gemacht, als ich nach 15 Jahren Op-Schwester den Beruf nicht mehr ausüben konnte. Bezahlt hat das übrigens z.T. die BG aber auch das Arbeitsamt. Seinerzeit habe ich den Beruf als Alternative gewählt und die Ausbildung mit 5 Sternchen :) abgeschlossen und auch Berufserfahrung sammeln können. Aber eben auch in Büroberufen. Lediglich die letzten 3 Jahre habe ich im Handel gearbeitet und das als Filialleiterin, also auch mit administrativen Aufgaben. Hier war meine FM unmissverständlich, ich gelte im Sinne des SGB als ungelernt.

Gut, wir haben auch noch 4 Kinder bekommen und jeweils 1-2 Jahre Familienpause gemacht, wirkt das gar disqualifizierend?

Kündigen konnte ich nach Absprache mit der Leistungsabteilung, weil die Kinderbetreuung durch die erweiterten Öffnungszeiten und das plötzliche Eintreten der Plegebedürftigkeit meiner Mutter nicht gewährleistet ist und ich jetzt auch noch Alleinerziehend bin.

Ich hab jetzt schon sehr weit ausgeholt sorry. Nun steht eben in der EGV ausdrücklich, daß ich mich im Handel und auf Helferstellen mit Nachweis bewerben soll. Natürlich steht es mir frei mich auf andere Stellen zu bewerben, das tu ich auch. Mich ärgert zum einen die Art und Weise, aber ich wunder mich auch das ich nicht ein klein wenig Anspruch darauf habe da gefordert und gefördert werde, wo ich auch evtl. eine Chance habe mich die nächsten 20 Jahre weiter zu entwickeln.

Ausserdem denke ich, ihre Aussage jeden gezahlten Lohn annehmen zu müssen ist einfach falsch. Zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Danke für Eure Antworten!
Muffin
Hallo Muffin,

hast Du die EGV schon unterschrieben? Ich würde die nicht unkommentiert unterschreiben, zu EGVs gibt es hier im Forum viele Hinweise.
Mit ALG 1 kenne ich mich nicht sooo gut aus, meine aber auch, schon gelesen zu haben, dass Du da erst einmal einen Schutz hast mit dem Lohn, dass der nicht soweit unter Deinem letzten Lohn liegen darf. Das Problem aber ist: wenn Du die EGV schon unterschrieben hast, gilt eben das, was Du da unterschrieben hast und wenn im Helferbereich die Löhne nun mal üblicherweise bei 6,50€ sind, hast Du Dich implizit damit einverstanden erklärt. Deshalb EGVs immer erst mal mit nach Hause nehmen und sachkundig erklären lassen, was dmait alles impliziert ist.

Dass man nach 4 Jahren als ungelernt gilt kann ich mir nicht vorstellen. Selbst wenn das so im Gesetz steht, kann es sein, dass dieses Gesetz nach Maßgabe ienes höherrangigen Rechts rechtswidrig wäre - ja, es gibt Gesetze, die rechtswidirg sind. Überleg doch mal, was das bedeuten würde: Dann wäre ja jede einzelne Frau, die wegen mehrere Kinder im Beruf pausiert hat, auf einmal wieder ungelernt. Wenn das so wäre, müsste man das unbedignt öffentlich machen, denn gerade läuft in Deutschland ja diese Diskussion: Warum Frauen mit höherer Ausbildung keine Kinder kriegen, weil die Rückkehr in den Beruf dann so schwierig wird - und wenn jetzt der Gesetzgeber auch noch sowas veranschlagen würde, wäre das ja völlig daneben. Was die Sachbearbeiterin betrifft: NIE diskutieren und NIE, NIE zu erkennen geben, dass Du einen Job nicht willst, weil Du Dich für überqulifiziert hältst. Auch wenn der potenzielle Arbeitgeber das genauso sieht - ihn darfst Du zitieren aber NIE, NIE sagen, dass Du das auch so siehst. Sonst sagen die sofort, dass Du den Job nicht wolltest und es daran gescheitert ist. Vergiss nie: die haben die Anweisung, die Leute aus dem Bezug zu drängen. Das sind nicht Deine Freude und schon gar nicht haben sie Verständnis für Deine Situation. Auch nicht, wenn sie mittlerweile besser geschult sind als früher und verständnisvoll rüberkommen - NIE etwas in die Hand geben, das sie später als Munition benutzen könnten.
Wenn Du die EGV unterschrieben hast, ist es ein bisschen spät, daran etwas zu ändern. Du hast das Pech, tatsächlich in so einem Beruf gearbeitet zu haben und das gehört jetzt auch zu Deinem Profil. So macht es aus deren Sicht Sinn, dass sie Dich auch wieder in diese Ecke stopfen. Vielleicht ist es das beste, Du bewirbst Dich weiter auf Stellen, die Du eigentlich willst und wenn Du eine Stelle bekommst von wegen Drogerie und Helfer, gehste hin, am Besten im Anzug (overdressed) mit schwarzer Aktentasche, sagst, Du bist Steuer... und das Arbeitsamt hätte Dir jetzt eine Stelle bei denen vermittelt. Du kannst auch dazusagen, dass Du schon mal in leitender Position und unter Nennugn Deiner genauen Position ind so einem Laden gearbeitet hast und gerne bereit bist, wieder diese Verantwortung zu übernehmen. Dann wartest Du ab was passiert. Dass Du überqualifiziert bist, darf NIE, NIE aus Deinem Munde kommen, da muss der potentielle Arbeitgeber selbst drauf kommen. Und schon gar nicht beim AA zu erkennen geben - das kann ja nur nach hinten losgehen. Am Besten mit Zeugen zum Vorstellungsgespräch, denn jetzt hat das AA Dich in dieser Sache schon auf dem Radar, einmal hast Du's zugegeben, beim nächsten Mal unterstellen sie es Dir einfach. Nie vergessen, wie diese Leute ticken und was deren Ziel ist.
Viele Grüße
sun2007
 

Arania

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#29
Am Besten mit Zeugen zum Vorstellungsgespräch
:confused:

Wie sieht das denn aus? Als Erwachsener nicht in der Lage alleine ein Vorstellungsgespräch zu führen? Das dürfte bereits bei vielen reichen um Dich nicht einzustellen, das käme doch wohl eher bei Jugendlichen oder Betreuungsbedürftigen in Frage
 

sun2007

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#30
@Arania

:confused:

Wie sieht das denn aus? Als Erwachsener nicht in der Lage alleine ein Vorstellungsgespräch zu führen? Das dürfte bereits bei vielen reichen um Dich nicht einzustellen, das käme doch wohl eher bei Jugendlichen oder Betreuungsbedürftigen in Frage
Es ist egal, wie das vor dem potenziellen Arbeitgeber in der Drogerie aussieht, wenn muffin als Steuer.... qualifiziert ist und das AA ihr sowieso schon unterstellt, den Drogeriejob nicht zu wollen. In diesem Fall kommt es darauf an, dass sie jemanden hat, der bezeugen kann, dass sie sich im Vorstellungsgespräch nichts hat zuschulden kommen lassen, das so ausgelegt werden könnte, als würde sie die Stelle nicht wollen - und dafür braucht sie eben einen Zeugen.
Da muffin eine Stelle als Steuer... bevorzugt, das AA dies aber sowieso nicht unterstützt, wird sie zu solchen Vorstellungsgesprächen auch keinen Zeugen brauchen und deshalb da auch schön alleine hingehen.
 

Arania

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#33
Überlass das einfach mir wie ich mich "anstelle", ich bin eben einen anderen Umgangston gewohnt als Du
 
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