zumutbare (Fahr)zeiten zum Job/Vollzeit (1 Betrachter)

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busfahrer

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Was zählt eigentlich zu von zumutbaren Zeiten vom Verlassen der Wohnung/Dienststelle bis zum Eintreffen am Arbeitsplatz/Wohnung und umgekehrt?
Wenn ich um Zeitpunkt x den Arbeitsplatz verlasse, weil dienstschluss, dann aber noch sagen wir mal insgeamt 50 minuten gehzeit bis bahnhof und wartezeit am bahnhof habe, weil der zug erst später kommt - anschliessend ab Zugfahrt/ 3xUmsteigen in Öffis - wenn alles klappt 1 Stunde und 10 Minuten unterwegs bin bis ich wieder zu Hause bin - zählt das Warten nach Dienstschluss am Bahnhof mit als Wegezeit? Bzw. wenn nur ein verkehrsmittel auf der Strecke Verspätung hat, muss ich am letzten Umsteigepunkt eine Stunde (spätabends) warten, um nach Hause zu kommen.

Hin zur Dienststelle das gleiche Prob - fahre ich pünklich muss ich vom Bahnhof zum Job quasi rennen um dort pünklich zu erscheinen, fahre ich eher würde ich dort 1 Stunde und 15 Minuten vor verschlossener Tür stehen bis Arbeitsbeginn. Bzw. sind die Umsteigezeiten so getaktet, das wirklich nicht eine Minute Verspätung dazwischen kommen darf.

Also sind Wartezeiten vor Dienstbeginn und nach Dienstschluss mit inbegriffen in der Zumutbarkeit des Weges?
 

AnonNemo

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ALGler meinte:
das ist nicht so ganz einfach zu beantworten,
... doch, es ist sogar ganz einfach zu beantworten.
Es gibt nur zwei Arten der Zeit: Arbeitszeit und Freizeit.
Bei der Arbeitszeit gibt es noch eine Unterart; die Pendelzeit.

Die Definition von Arbeitszeit und Freizeit dürfte klar sein;
Arbeitszeit wird vom Arbeitgeber bezahlt ... der gesamte Rest ist Freizeit, welche DU gestaltest.

So, und jetzt zur Pendelzeit ... diese wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt und DU kannst sie nicht gestalten (aufstehen, frühstücken und herrichten gehört zum Alltag) ~> d. h., die Zeit, welche du zwischen deiner Haus-/Wohnungstüre und der bezahlten Arbeitszeit brauchst ... nennt sich Pendelzeit :wink:

[Btw] Da ich mich während der Pendelzeit nicht vom Amt (AfA/JC) hetzen lasse ... aka vom Bus zur Firma rennen damit ich pünktlich erscheine ... muss ich, notgedrungen, einen Bus vorher nehmen ~> wenn dadurch die zumutbare tägliche Pendelzeit überschritten wird ... bei Schrott-VV :icon_party: [/Btw]
 
A

ALGler

Gast
Noch einmal hallo,

wenn man sich den von mir eingefügten Link im Detail (insbesondere das Urteil LAG Hessen, v. 1.12.2011, 5 Sa 993/11) durchliest - finde ich die Frage nach der Zumutbarkeit nun doch nicht ganz so einfach. :sorry:

Die im Gesetz festgelegten Pendelzeiten bieten durchaus Spielraum aufgrund der "Verhältnismäßigkeit" im Rahmen regionaler Erreichbarkeit durch vorhandene Verkehrsmittel als auch aufgrund persönlicher Umstände.

Nehmen wir als Beispiel eine leichte Gehbehinderung, das Nichtvorhandensein eines PKWs und eine weiter entfernte Bushaltestelle. Die Kombination beeinflusst definitiv die Pendelzeiten.

Ergo können zwei Personen (einer mit der erwähnten Gehbehinderung, der andere topfit mit PKW) im gleichen Haus mit der gleichen Arbeitsstelle zwei unterschiedlich zu bewertende Pendelzeiten haben.

Gruß vom ALGler
 

AnonNemo

Super-Moderation
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ALGler meinte:
Ergo können zwei Personen [...] zwei unterschiedlich zu bewertende Pendelzeiten haben.
Korrekt ... aber, was geht mich die Pendelzeit von meinem (bereits arbeitendem) Nachbarn an? ~> Bei mir handelt es sich um einen möglichen Arbeitsplatz, welcher vom Amt vorgeschlagen wird.

Mir muss das Amt die zumutbare Pendelzeit nennen und dabei alle meine Fakten berücksichtigen.

Gem. der §§ 13 bis 15 SGB I ist SB verpflichtet mir diese Information ... beim ersten ALG-Termin und am besten schriftlich ... zu geben.
~> Wer von uns beiden (SB oder ich) ist die SGB-Fachkraft?

Ebenso sollte es - bei ALG1 - bzgl. dem zumutbaren Einkommen gehen.

Ich bin der Meinung, dass SBs diese Auskünfte gerne vergessen, weil die eLB aus Angst vor einer Sperre/Sanktion auch grenzwertige Angebote annehmen, weil der eLB sich über die (Un)Zumutbarkeit unsicher ist.
 
A

ALGler

Gast
Hallo AnonNemo,

da gebe ich dir volkommen recht. :icon_klatsch:

Wie du schon richtig festgestellt hast muss der SB die Umstände der Zumutbarkeit prüfen. Daher konnte ich busfahrer auch keine konkrete Antwort auf sein Frage geben.

Daher meine Anmerkung "das ist nicht so ganz einfach zu beantworten".

Gruß vom ALGler
 
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