Zum ersten Mal Hartz IV - Verwirrung herrscht

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QueenieTashina

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Hallo! Ich hoffe, das ich hier im richtigen Unterforum mit meinem Anliegen bin. Ich bin 25 Jahre alt, im Moment noch Studentin (bis Ende August) und bin ab 01.September arbeitslos gemeldet und somit in der Notlage, Hartz IV beantragen zu müssen. Vielen Dank an dieser Stelle an all die Arbeitgeber, die angeblich Leute suchen und sich nach aufwändigem Bewerben niemals wieder melden :(

Kommende Woche werde ich nun zur ARGE gehen und den Antrag stellen, aber ich bin ehrlich gesagt, komplett verwirrt. Das Internet sagt mir zum Thema alleinstehend, angemessene Wohnung, Kostenübernahme etc. soviel, das ich mich nun mit ein paar Fragen an euch wende. Vielleicht könnt ihr mir sie so gut es geht beantworten. Ich danke euch schon tausendmal im Voraus :)

- da ich Ende August aus meinem Wohnheim raus muss, brauche ich eine angemessene Wohnung. Ich las nun von 45 - 50 qm, die angemessen sein sollen. Gibt es eine Art "Festbetrag" zwecks angemessener Miete, Nebenkosten... etc? Oder könnte ich zum Amt gehen, Wohnungsangebote mitnehmen und vorlegen, um eine Antwort zu erhalten, ob diese bewilligt werden können?
- wie sieht es mit Versicherungen aus? Krankenkasse, Hausratversicherung... wird dies zumindest zu Teilen übernommen?
- hat man Anspruch auf eine Wohnungseinrichtung und wenn ja, gibt es da einen Festbetrag?
- werde ich gleich von Anfang an in eine der Maßnahmen oä. gesteckt?

Ich hab ehrlich gesagt Angst vor dem Schicksal H4, aber da bin ich sicher nicht die einzige Person damit. Wer stellt schon eine 25jährige mit abgebrochenem Studium ein? Alles ist irgendwie gerade ziemlich hoffnungslos. Sorry fürs Jammern.

Auch wenn es sicher schon hundert derartige Threads gibt, sehe ich einfach nicht mehr durch. Ich möchte so gut vorbereitet, wie nur irgendwie geht, auf der ARGE erscheinen, damit ich in keinen der ausgelegten Fallstricke tappen kann. Gibt es Tipps, die man unbedingt beherzigen sollte? Ich danke euch vielmals für eure Hilfe.

Lieben Gruß
QueenieTashina
 
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Hallo Tashina,

Hallo! Ich hoffe, das ich hier im richtigen Unterforum mit meinem Anliegen bin. Ich bin 25 Jahre alt, im Moment noch Studentin (bis Ende August) und bin ab 01.September arbeitslos gemeldet und somit in der Notlage, Hartz IV beantragen zu müssen. Vielen Dank an dieser Stelle an all die Arbeitgeber, die angeblich Leute suchen und sich nach aufwändigem Bewerben niemals wieder melden :(

Kommende Woche werde ich nun zur ARGE gehen und den Antrag stellen, aber ich bin ehrlich gesagt, komplett verwirrt. Das Internet sagt mir zum Thema alleinstehend, angemessene Wohnung, Kostenübernahme etc. soviel, das ich mich nun mit ein paar Fragen an euch wende. Vielleicht könnt ihr mir sie so gut es geht beantworten. Ich danke euch schon tausendmal im Voraus :)

- da ich Ende August aus meinem Wohnheim raus muss, brauche ich eine angemessene Wohnung. Ich las nun von 45 - 50 qm, die angemessen sein sollen. Gibt es eine Art "Festbetrag" zwecks angemessener Miete, Nebenkosten... etc? Oder könnte ich zum Amt gehen, Wohnungsangebote mitnehmen und vorlegen, um eine Antwort zu erhalten, ob diese bewilligt werden können?
- wie sieht es mit Versicherungen aus? Krankenkasse, Hausratversicherung... wird dies zumindest zu Teilen übernommen?
- hat man Anspruch auf eine Wohnungseinrichtung und wenn ja, gibt es da einen Festbetrag?
- werde ich gleich von Anfang an in eine der Maßnahmen oä. gesteckt?

Ich hab ehrlich gesagt Angst vor dem Schicksal H4, aber da bin ich sicher nicht die einzige Person damit. Wer stellt schon eine 25jährige mit abgebrochenem Studium ein? Alles ist irgendwie gerade ziemlich hoffnungslos. Sorry fürs Jammern.

Auch wenn es sicher schon hundert derartige Threads gibt, sehe ich einfach nicht mehr durch. Ich möchte so gut vorbereitet, wie nur irgendwie geht, auf der ARGE erscheinen, damit ich in keinen der ausgelegten Fallstricke tappen kann. Gibt es Tipps, die man unbedingt beherzigen sollte? Ich danke euch vielmals für eure Hilfe.

Lieben Gruß
QueenieTashina

Angemessene Wohnung:
Ja, da gibt es je nach Wohnort schon Richtlinien.
https://www.ak-sozialpolitik.de/doku/05_soziales/sgb_ii/2006_02_00_bruhn_tripp.pdf

Du hast ein Recht auf sog. Erstausstattung.
Hausratversicherung mußt Du selbst übernehmen.

Krankenversichert wirst Du vom JC.

Ob man gleich versucht, Dich in eine Maßnahme zu stecken? Bei Deinem Alter könnte das durchaus passieren.
Nur keine EGV sofort unterschreiben, sondern "zur Prüfung" mitnehmen u. hier einstellen.

Wenn Du da hingehst, bestehe auf die Annahme des Hauptantrages u. laß Dich nicht damit abwimmeln, den Antrag Wochen später zu einem Termin abzugeben.
 
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ExitUser

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Sorry fürs Jammern


warum ?
völlig normal wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat ^^

das solltest du lesen wichtig
das könnte auf dich zu kommen in der zukunft


https://www.elo-forum.org/eingliede...einbarung-egv-man-darueber-wissen-sollte.html


dann vorweg
bei antrag stellung
mach nicht den fehler und geb denen deine tele nummer oder mail daten an im antrag
das sind erstmals freiwillige angaben
und zweitens
wenn du diese daten im antrag der behörde gibst
je nach sachbearbeiter
kann man dir damit parr probleme bereiten
 

Scarred Surface

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Antrag gegen Empfangsbestätigiung abgeben. Die Annahme darf nicht, aus keinem Grund, verweigert werden. Sollte man Dich gleich zu einem "Sachbearbeiter" lotsen wollen, was durchaus passieren kann, solltest Du eine Person Deines Vertrauens als Beistand dabeihaben. Dann sind die argen Herrschaften gleich etwas freundlicher und ein klein wenig vorsichtiger mit Falschaussagen und Einschüchterungen.

Und man kann es nicht oft genug betonen: Nie etwas sofort und direkt vor Ort unterschreiben. Immer zur Prüfung mitnehmen.
 

Erolena

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Hier ist die Richtlinie für die Kosten der Unterkunft Chemnitz

https://www.harald-thome.de/media/files/KdU/KdU-Chemnitz-Stadt---04.-2008.pdf


Ergänzend dazu gibt es hier eine Meldung, dass diese Chemnitzer Richtlinie nicht stimmt.
An deiner Stelle würde ich bei dem Verein Gegenwind (im Link) anfragen.
Sicher wissen sie über die Chemnitzer Kosten der Unterkunft noch mehr als in dem Beitrag steht.

Kosten der Unterkunft im Einzugsgebiet des Sozialgerichtes Chemnitz - Gegenwind e.V. Arbeitsloseninitiative Glauchau-Zwickau
 

jimmy

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Hallo Tashina,

Das allerwichtigste ist, dass du dort nicht ohne einen Beistand aufkreuzt. Auf diesen hast du nach § 13 Abs. 4 SGB X ein Anrecht.

Desweiteren solltest du - egal was man dir erzählt - keine Telefonnummer angeben, und keine Eingliederungsvereinbarung vor Ort unterzeichnen. Eine Eingliederungsvereinbarung stellt einen Vertrag dar, und dieser muss gründlichst und von unabhängigen- und in deinem Sinne handelnden Organisationen/ Einrichtungen etc. geprüft werden.


Viel Glück!

jimmy
 

Mario Nette

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Anträge und Anlagen findest du auf der Seite der Agentur für Arbeit, und zwar hier: Arbeitslosengeld II - www.arbeitsagentur.de

Relevant dürfte sein:
- Hauptantrag
- Anlage KdU
- Anlage EK
- Anlage VM
- Anlage SV
- vielleicht Anlage MEB oder/und BEBE

Außerdem brauchst du diverse Beweismittel, die sich aus deinen persönlichen Verhältnissen ergeben, wie:
- Kontoauszüge
- Mietvertrag
- Sozialversicherungsausweis
- ggf. Nachweise über Versicherungen, Erspartes, ...

Wenn du vorab deinen Antrag nebst Beweisstücken komplett hast, könnte es sein, dass die Bearbeitung nicht so lange dauert und du dir ggf. auch einen Termin ersparst.

Hinsichtlich der Wohnung gilt dies: Du könntest dir bereits jetzt eine Wohnung entsprechend den Angemessenheitskriterien für deine Stadt suchen und sogar dort fristgerecht einziehen. Problematisch könnte ggf. die Finanzierung dessen sein, also z. B. Kaution aufbringen usw. Dazu wissen wir aber momentan noch zu wenig von dir. Zur Erstausstattung (nebenbei: Wozu eine Hausratversicherung, wenn du nix hast? Ist doch nur rausgeschmissenes Geld momentan.) ist zu wissen, dass das Jobcenter dafür dich in deiner Wohnung aufsuchen wird, um zu kontrollieren, dass du auch wirklich ehrlich bist und nicht etwa ein Bett beantragst, wo du schon eins hast. ^^

Hinsichtlich deiner Befürchtung, sofort irgendwohin vermittelt zu werden: Kann sein, ja, siehe § 15a SGB II.

Mario Nette
 
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gast_

Gast
Wenn du einen Beistand mitnimmst, sollte der Protokoll schreiben - auch das kann helfen, falls man dir Falschauskünfte gibt. Dann könnte man überprüfen lassen...

Ein Beistand darf normalerweise nicht abgelehnt werden... lies auch mal zu dem Thema hier im Forum, Link folgt
 

QueenieTashina

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Hallo,

vielen lieben Dank für all eure Kommentare. Hatte jetzt eine Zeitlang keinen PC, aber jetzt kann ich endlich mal antworten. Ich habe mir jetzt eine Wohnung gesucht und vom Jobcenter auch eine entsprechende Bescheinigung bekommen, in der sie mir bestätigen, das die Unterkunfts- und Heizkosten für meine gesuchte Wohnung angemessen sind. Es gibt da jetzt nur zwei Sätze auf dem Papier, die mich etwas nachdenklich werden lassen:

1. An dieser Stelle weise ich Sie darauf hin, dass das JC C... in Ihrem Fall die Erforderlichkeit eines Umzuges hierdurch NICHT bestätigt.

und

2. Dieses Schreiben stellt ausdrücklich keine Zusicherung zum Umzug nach (...) dar. Es dient lediglich zur Bestätigung der Angemessenheit von (...)

Kann mir das noch zum Verhängns werden, das ein Umzug sozusagen NICHT erforderlich ist? Und könnte das JC einfach sagen "Ja, Sie müssen ja nicht umziehen, daher bezahlen wir es dann einfach nicht ..."? Ich kann den Mietvertrag diese Woche unterschreiben, aber ich wollte vorher nochmal bei euch hier nachfragen :) mit dem eigentlichen Mietvertrag in der Hand kann ich ja dann erst den eigentlichen Antrag stellen. Da ich ja ab September die Stütze benötige, gibt es da eine Art "Notfallkredit", falls der Antrag bis September nicht bearbeitet ist? :/ Sonst sitze ich ja auf dem Trockenen.

Lieben Gruß
Queenie Tashina
 
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gast_

Gast
Solange die Miete angemessen ist, ist alles ok. Nur Umzugskosten will man natürlich nicht übernehmen... deshalb die Formulierung

Stell den Alg II Antrag so schell wie möglich, schreib als Anlage das du ihn erst ab ...... stellst. Dann haben sie genug Zeit ihn zu bearbeiten und du müßtest dein erstes ALG II pünktlich erhalten.
 

Mario Nette

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Das Schreiben des JC ist dann Murks, wenn du denen klar gemacht hast, dass mit Ende des Studiums du deine Unterkunft verlieren wirst, weil du dann mangels entsprechendem Status nicht berechtigt bist, dort noch wohnen zu können. Sprich: Ab spätestens 01.09.2011, 00:00 Uhr und mit Anbrechen deines SGB-II-Leistungsanspruchs wärst du obdachlos. Die Erforderlichkeit des Umzugs ist schon jetzt gegeben und dürfte nicht strittig sein - dein Studium ist beendet und du schließt kein weiteres an, um dort länger wohnen bleiben zu können. Dass dir die Angemessenheit der Unterkunft bestätigt wurde, ist gut.

Die Zustimmung zum Umzug durch das Jobcenter ist bisweilen noch nicht notwendig, weil du momentan noch nicht im Leistungsbezug bist. Das Jobcenter versucht, sich dagegen abzusichern, dass es Kosten für den Umzug übernehmen muss. Das ist aber nicht notwendig, weil du eh noch nicht im Leistungsbezug bist. Dazu siehe § 22 Abs. 4 SGB II und § 22 Abs. 6 SGB II und auch § 27 SGB II.

Dein ALG-Antrag kannst du auch ohne Mietvertrag stellen mit Wirkung ab 01.09.2011. Du musst nicht warten bis Anfang September, um ihn stellen zu können. Die Änderung ab dem 01.09.2011 in deinen persönlichen Verhältnissen durch Abschluss eines Mietvertrages kannst bzw. musst du dann nachmelden.

Wie schaut es aus - willst du vom Jobcenter die Kaution für die neue Wohnung erstreiten oder bringst du sie selbst auf? Im Falle dass du sie erstreiten willst: Du musst sie später eh zurückzahlen.

Falls am 01.09.2011 noch keine Leistungen nach SGB II auf dem Konto sind, kannst du einen angemessenen Vorschuss beantragen. Geh dafür persönlich hin und nimm bitte einen Beistand (Beistand, nicht Zeuge) mit. Außerdem deine Kontoauszüge, die bestätigen, dass du mittellos bist. Bestehe dann bitte darauf, sofort Bargeld zu bekommen.

Mario Nette
 

alexander29

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Und natürlich gegen das Schreiben Widerspruch einlegen, mit den Gründen, die mein Vorposter genannt hat.
Sozusagen nur damit du nichts akzeptierst, was evtl. später einmal gegen dich ausgelegt werden könnte.
 

Mario Nette

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Der Widerspruch ist nur dann möglich, wenn es sich um einen Verwaltungsakt (einen Bescheid) handelt. Dazu ist u. a. der Betreff des Schreibens zu prüfen und ob ggf. eine Rechtsbehelfsbelehrung beilag. Gegen reine Informationsschreiben ist der Widerspruch zwar möglich, aber nicht zielführend, weil - wie es so schön heißt: unbegründet.

Ob ein Widerspruch auch im Fall, dass es sich tatsächlich um einen Verwaltungsakt handelt, sinnvoll ist, muss noch geklärt werden. Die Frage ist ja, was man mit dem Widerspruch erreichen möchte. In dem vorliegenden Fall kann es dann nur noch darum gehen, ob die mit dem Umzug anfallenden Kosten übernahmefähig sind oder nicht.

Mario Nette
 
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