Zulaessige Frage oder Bewerbungsvereitelung?

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ArNoN

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Moin,

man darf ja nicht (s)eine Bewerbung vereiteln, indem man sich bewusst schlecht darstellt.

Aber ist/waere es auch eine solche "Schlechtdarstellung" (und damit Bewerbungsvereitelung), wenn man in einer Bewerbung explizit nach der Barrierefreiheit im Unternehmen fragt ("Ich wuerde mich ueber Ihre Rueckmeldung freuen, ob ihr [bzw. der des Kunden bei ZAF] Betrieb barrierefrei ist, da ich als Schwerbehinderter hierauf angewiesen bin.") - natuerlich nur, wenn so eine Behinderung auch nachweislich vorliegt.

Der zweite Satz waere die Anweisung an den Betrieb, dass man der Datenweitergabe widerspricht und auch einer Speicherung fuer evtl. zukuenftige Jobs nicht zustimmt - kann aus so einem Bestehen auf seine Rechte (Datenschutz) eine Bewerbungsvereitelung rechtssicher konstruiert werden? Erste Sanktion waere 'egal', solangew das Gericht die dann ggf. im Eilverfahren kassieren wuerde :)

Gespannt,

A.
 

Fritz Fleißig

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Eine Bewerbung muß vor allen Dingen ehrlich sein. Niemand darf also wider besseres Wissen eine Leistung versprechen, die er gar nicht erbringen kann. Das ist niemals eine vorwerfbare Negativbewerbung. Lügen oder auch nur Übertreibungen nach Art der Waschmittelreklame können von niemandem verlangt werden.

1. Wenn jemand schwerbehindert ist, darf er sich selbstverständlich danach erkundigen, ob der vorgesehene Arbeitsplatz leidensgerecht sein wird. Dasselbe würde sinngemäß gelten, wenn jemand sonstwie, ohne schwerbehindert zu sein, unter gesundheitlichen Problemen leidet und deshalb auf eine bestimmte Arbeitsumgebung angewiesen ist.

2. Eine Datenweitergabe an Dritte ist sowieso nur unter den Bedingungen des BDSG zulässig. Deswegen lassen sich ja manche Arbeitgeber extra Erklärungen unterzeichnen, daß jemand mit einer darüber hinausgehenden Datenweitergabe oder Datenspeicherung einverstanden sei. Eine solche muß man freilich nicht abgeben.

Ich würde sicherheitshalber in einer Bewerbung gar nichts Diesbezügliches erwähnen, um jeden Angriffspunkt auszuschließen. An das Gesetz halten muß sich ein Arbeitgeber schließlich auch so. Ob er es tut oder nicht, ist eine andere Frage, aber das könnte man auch durch eine explizite eigene Erklärung nicht verhindern. Eine Datenlöschung kann man (ohne Risiko) immer noch verlangen, sobald die eigene Bewerbung ohne Erfolg beendet ist.

Auf Gerichte oder Eilverfahren würde ich mich lieber nicht verlassen wollen.
 
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