Zu: Kein Anrecht auf ALG I für (EU)Rückkehrer (1 Betrachter)

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arbeitslos in holland

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leider versteht keiner, was für gravierende Folgen dieser erneute deutsche sonderweg hat.

ist auch wenig hilfreich das auf den EuGH zu verweisen, wobei da nicht einmal der dt. Rechtsweg vollständig beschritten wurde.
da man ja in D die PKH drastisch eingeschränkt hat, wird das EuGH da nicht mehr erreichbar sein, weil eben anwälte nicht für lau arbeiten.

aber jetzt mal zu einem praktischen beispiel, nämlich meinem eigenen.

zur einschätzung muß ich ein paap parameter benennen, die maßgeblich sind für anspruchserwerbung im in- oder ausland.

die erwerbsbiographie in deutschland beginnt mit dem ende der hauptschule im jahre des herrn 1989.
üblicherweise im september aufnahme der ausbildung in der gastronomie.
im jahre 1991 wurde mein lehrverhältnis durch mich nach drei lehrstellen-ohne berufsabschluß-endgültig beendet. im jahre 1991 war ich dann noch ein paar monate als pizzabäcker in meinem beruf tätig.
bis einschließlich 1999 war ich größtenteils berufstätig, nicht mehr in meinem beruf, sondern in der logistik.

im mai 2000, war nach längerer arbeitslosigkeit das ende der fahnenstange in D für mich erreicht. an einem WE bin ich mit meiner habe in NL aufgeschlagen, wo ich drei tage später einen gutbezahlten job inne hatte.

bis ende 2012 war ich dauerhaft berufstätig, in der logistik/technik. ende 2012 wurde mir meine wohnung gekündigt und wurde meine sofortige räuming von einem richter verfügt. zu diesem zeitpunkt war ich schon 2-3 monate arbeitslos(restanspruch mehr als ein jahr!).

im anschluß an meinen wegzug habe ich im februar 2013 einen ALG1 antrag gestellt, weil ich davon ausging, dass entsprechende rechte nach D übertragbar wären. da ich davon ausging, dass das "einfache" arbeitsamt in den NL von den eu-regelungen nichts weiss, wendete ich mich schriftlich an eine speziell für eu-angelegenheiten zuständige stelle in den NL.

meine damalige KK in den NL bezahlte ich vorläufig weiter, nicht der einzige weise entschluß..........
da über meinen anspruch auf ALG1 nicht entschieden werden konnte, beantragte ich überbrückendes ALGII, immer noch im glaube, dass meine ansprüche geklärt werden würden.

nach 2 monaten erhielt ich eine wenig erhellende schriftliche antwort der "euregelungs-spezialisten" mit der lappidaren mitteilung, dass ich ja noch laufende leistungen aus den NL erhalten würde und man bis zur beendigung meiner leistung das sog. E 301-formular nicht ausfüllen könne.
Arbeitslosengeld International - www.arbeitsagentur.de

man sehe sich auch ausserstande, meine ummeldung nach D umzusetzen, noch könne man meine leistungen beenden. dieses "sahnestück" niedl. bürokratie habe ich nebst einer eigenen übersetzung dieser bürokratenposse bei der zuständigen afa, sowie bei meinem JC zu den akten nehmen lassen.

hätte ich aber selber mein ALG1 in den NL beendet, dann wäre ich der angeschmierte gewesen, weil mich nämlich dann die regelungen des LSG-urteils voll getroffen hätten.

mein, über lange jahre, aufgebauter rechtsanspruch auf ALGI, wäre atomisiert worden, weil ich nämlich vor der arbeitslosenmeldung-keinen tag-in D tätig war und es weder vorher noch hinterher sein wollte. nicht nur das. mein, durch meine lange berufstätigkeit in den NL, 1 1/2 jahre langer ALGIanspruch zur höchstdauer in D auf 1 jahr geschrumpt wäre, nein.
auch wäre ich dauerhaft in ALGII gelandet, nicht wie es mir durch meinen weiteren leistungsbezug aus NL möglich war, ALGII nach 2 monaten wieder zu verlassen.
bei dieser eigenen version habe ich dann in kauf genommen, während meines ALGII-bezuges, sowohl in D als auch in NL krankenversichert zu sein.
 
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