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Zu geringe (Erwerbsminderungs-) Rente - ist Auswandern eine sinnvolle Option?

G

Gast1

Gast
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#1
Armutsflüchtlinge in Südosteuropa

Bulgarien, ihr Paradies

Mit 771 Euro Rente lebt es sich nicht gut in Hamburg, dachte Gerlinde Weißach. Sie packte die Koffer und zog ans Schwarze Meer.
Armutsflüchtlinge in Südosteuropa: Bulgarien, ihr Paradies - taz.de

Hätte Gerlinde Weißach nicht besser in Deutschland bleiben und aufstockende Grundsicherung nach dem SGB XII beantragen sollen? Nun ja, im Artikel steht "771 Euro Rente und 491 Euro kostete die Dreizimmerwohnung in St. Pauli" - das Sozialamt hätte sie wahrscheinlich aufgefordert in eine günstigere (kleinere) Wohnung umzuziehen, unter der Androhung, dass nicht mehr ihre komplette Miete übernommen wird nach einer gewissen Zeit - so eine günstigere Wohnung findet man aber nur selten in Hamburg.

Wahrscheinlich ist so ein Exildasein als (Früh-) Rentner in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten nur so lange erstrebenswert wie man dort kein Pflegefall ist oder ins Krankenhaus muss - in so einem Fall ist dann die medizinische Versorgung über die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland besser als in diesen anderen Ländern.
 

XxMikexX

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#2
Als größtes Hindernis stelle ich mir Sprachschwierigkeiten vor.

Lerne mal als Rentner Bulgarisch.


Und wenn man dort keine Kontakte hat, ist es sowieso aussichtslos.
 

Berenike1810

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#3

Naja.....:icon_pause:

Mein (langjähriger) Ex-Hausnachbar ist 2011 an den Balaton gezogen.

Das Ehepaar (zweite Ehe des Nachbarn) hatte zusammen eine Rente von 2.040 €; keine unterhaltspflichtigen Kinder zu versorgen und Netto-Abzahlung, an Bank, für Eigentumswohnung; in Höhe von 1080, €. Eigentumswohnung;>> im Abzahlungsstatus gewinnbringend verkauft und:

Für 45.000 € haben sie am Balaton ein (marodes...) Haus gekauft und zwei Jahre gebraucht, bis es in einem ordentlichen Zustand war.

Mit 2040 € Rente und einem abgezahltem Haus, leben sie dort, jedenfalls im Moment, sehr glücklich und gut !

Hier: könnten sie ihre Miete nicht mehr zahlen, bzw. die Raten !!!!!

Krankenversicherungsmäßig sind sie abgesichert, nach unserem Standart.



Berenike
.
 
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#4

Naja.....:icon_pause:

Mein (langjähriger) Ex-Hausnachbar ist 2011 an den Balaton gezogen.
...
Ich kann mich an einen Beitrag (TV oder Zeitung, weis ich nicht mehr), da gab es schon in den 90er Jahren Deutsche, die kurz nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" Eigentum in Ungarn erworben haben: Kleines Häuschen mit Weinberg, das von ungarischen Arbeitern zu günstigem Stundenlohn bewirtschaftet wurde. Kostete so 30.000 DM damals, ein Schnäppchen. Für die dort eingesessene Bevölkerung unbezahlbar.... .

Es geht natürlich auch andersrum: mittlerweile kaufen sich auch Griechen, Italiener ( Irgendwo muss auch das Kreditkapital ja hin, dem Rettungsschirmen sei auch Dank) und andere auch kräftig in Berlin ein, weil so "schön günstig". Vielleicht sind mitterweile auch ein paar Ungarn dabei. Hat für die halt nur etwas länger gedauert.

Nachtrag: Auf Ibiza setzt auch die Armut ein und nicht nur für die Alten (Hippies). Auch aus der TAZ:

Alt-Hippies auf Ibiza: In die Jahre gekommen - taz.de
 

AsbachUralt

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#5
Zu Bulgarien gibt es im Netz viele auch eher unschöne Erfahrungen.
Grundsätzlich sollte man bedenken, dass die größte Hürde erstmal die fremde Sprache und Schrift ist. Dadurch ist man gezwungen für viele Dinge des täglichen Lebens fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei setzt man sich dem Helfenden dann ziemlich aus und muß sich darauf verlassen, dass man nicht über den Tisch gezogen wird. Da Bulgarien ein sehr armes Land ist, dürfte die Wahrscheinlichkeit über den Tisch gezogen zu werden, recht groß sein.

Und man sollte gesund sein, als Bezieher einer EM-Rente ist wohl nicht davon auszugehen. Somit fällt man dem bulgarischen Gesundheitssystem in die Hände, ohne teure Zusatzversicherung nicht zu empfehlen, die nützt aber auch nur, wenn es sich nicht um eine schon vorhandene Erkrankung handelt.
Es ist also nicht unbedingt schön, in einer fremden Umgebung, mit fremder Sprache und fremder Schrift zu leben. Wer ein gutes Sprachtalent hat, der könnte das überwinden, aber in der Regel fällt das erlernen eine neuen Sprache mit zunehmendem Alter immer schwerer.
Und letztendlich sind 771 € auch in Bulgarien kein Vermögen, wenn man nicht unter den selben Lebensunständen, ohne jeden Komfort, wie die Bulgaren leben möchte. Im Winter übrigens eiskalt und schlecht beheizt.

Grundsätzlich sollte man sich nicht vorschnell für eine Auswanderung aus finanziellen Gründen in ein vermeintlich günstiges Land entscheiden, geschenkt bekommt man nirgendwo etwas und soetwas wie unsere Sozialhilfe gibt es im Notfall auch nicht in den "billigen" Ländern.

Auch im billigen Ausland sollte man um einigermaßen über die Runden zu kommen, minimum 1000 € auf der Hand haben.
Außerhalb der EU werden meist mindestens 1200 - 1500 € als Grundlage für ein Dauervisum verlangt.
Und Thailand z.B. hat neue Gesetze, die das Border Running verhindern. Wer trotzdem illegal bleibt, macht schnell Bekanntschaft mit dem thailändischen Knast, ganz gewiss nicht empfehlenswert.

Das Gras ist hinter dem Zaun eben nicht grüner.
 
G

Gast1

Gast
  Th.Starter/in  
#8
Nach Wohngeld-Rechner sind grob gerechnet 200 € drin.:wink:
Falls Du den Wohngeldrechner auf wohngeld.org meinst: Der spuckte ca. 100 € für mich aus, das Wohngeldamt bewilligte mir aber weitaus mehr als das Doppelte. Dennoch bekomme ich insgesamt weniger als wenn ich ALG II oder Grusi nach dem SGB XII bekommen würde.
 

AsbachUralt

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#9
Kostete so 30.000 DM damals, ein Schnäppchen. Für die dort eingesessene Bevölkerung unbezahlbar.... .

Du kannst Dir aktuell in Ungarn immer noch Haus mit Grundstück um 10 000 € aufwärts kaufen. Ist natürlich sehr primitiv für unserer Verhältnisse.

Immobilien Häuser in Ungarn - Balaton

Allerdings ist Ungarisch eine der schwersten Sprachen überhaupt, man wird also eine Gegend aussuchen müssen, wo die deutschstämmigen Ungarn zuhause sind.
 

Fraggle

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#10
Derzeitige angemessene Miete für eine Person laut JC unter 300 Euro in D.
Ist natürlich auch keine Luxusaustattung möglich.
 
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#11
Du kannst Dir aktuell in Ungarn immer noch Haus mit Grundstück um 10 000 € aufwärts kaufen.
Also ICH kann mir das auf jeden Fall NICHT leisten;-)


... Ist natürlich sehr primitiv für unserer Verhältnisse.
Also teilweise gibts hier in DE viel primitivere Wohnverhältnisse, zumindest vom Platz her.
Aber ich versteh schon was du meinst.


...Allerdings ist Ungarisch eine der schwersten Sprachen ...
Absolut, obwohl polnisch wohl noch schwieriger ist Mit Sprachen lernen hab ich tendenziell aber nicht so Probleme, das wäre eines der wenigen "Pfände", die ich für ein Leben im Ausland mitbringen könnte. Ich habe mittleweile auch immer weniger Bock auf Deutschland. Allerdings liegt mir Süd-Westeuropa näher als Osteuropa, schon allein klimatisch. Jedoch schätze ich die Perspektiven dort als schlechter ein. Viele der Länder sind am Boden: Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, die Stimmung dort teilweise miserabel.... .
 

Tricia

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#14
Da Bulgarien ein sehr armes Land ist, dürfte die Wahrscheinlichkeit über den Tisch gezogen zu werden, recht groß sein.
In den reichen Ländern diese Wahrscheinlichkeit viel größer. Meiner Lebenserfahrung nach ziehen einen eher gutsituierte Mitmenschen über den Tisch, aber solche gibt es natürlich auch in Bulgarien...
 

AsbachUralt

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#15
In den reichen Ländern diese Wahrscheinlichkeit viel größer. Meiner Lebenserfahrung nach ziehen einen eher gutsituierte Mitmenschen über den Tisch, aber solche gibt es natürlich auch in Bulgarien...

Keine Ahnung, welche Lebenserfahrungen Du in armen Länder erworben hast.

Ich habe, da ich beruflich einige Zeit in solchen Ländern leben durfte, folgende Erfahrung gemacht. Wenn Du Deutscher bist (oder auch Österreicher, Amerikaner, Schweizer usw.) hast Du immer das Schild "Reich" um den Hals hängen und jeder wird versuchen, etwas von diesem Reichtum abzubekommen.
Viele Dinge werden dann automatisch teurer und es ist grundsätzlich gesundes Misstrauen angbracht.
 

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#16
In den reichen Ländern diese Wahrscheinlichkeit viel größer. Meiner Lebenserfahrung nach ziehen einen eher gutsituierte Mitmenschen über den Tisch, aber solche gibt es natürlich auch in Bulgarien...
Man lasse sich niemals mit Unternehmern ein.
 
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#17
Viele der Länder sind am Boden: Italien, Spanien, Portugal, Frankreich, die Stimmung dort teilweise miserabel.... .
IRONIE AN

Da sieht man mal wieder, was Arbeitsmarktreformen doch so alles Positives bewirken.

Ohne die Agenda 2010 und einem der besten Niedriglohnsektoren in Europa stünde Deutschland heute ebenso schlecht (wenn nicht sogar noch schlechter) da wie/als diese Staaten.

IRONIE OFF
 
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