Zeitarbeitsfirma zieht unverschuldete Minusstunden vom letzten Gehalt ab

Schwarzbunt

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Hallo zusammen,

ich war bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt und wurde innerhalb der Probezeit ohne Angabe von Gründen gekündigt (ordentliche Kündigung mit Einhaltung der Kündigungsfrist). Mir wurde telefonisch mitgeteilt, dass das daran liege, dass es keine Einsätze für mich gebe. Das war keine große Überraschung, weil ich fast einen Monat keinen Einsatz hatte.

Ich habe jetzt vor ein paar Tagen mein letztes Gehalt bekommen, das deutlich geringer als erwartet ausgefallen ist. Auf die Abrechnung warte ich noch, allerdings kommt es rechnerisch hin, dass mir 35 Minusstunden abgezogen wurden. Laut dem angewendeten Tarifvertrag, MTV BAP, dürfen bis zu 35 Minusstunden vom Gehalt abgezogen, sofern der Arbeitnehmer selber kündigt oder die Kündigung außerordentlich ist und es keine Möglichkeit zur Nacharbeit gibt. Im Arbeitsvertrag selbst steht nichts dazu.

In meinen Augen ist das eine klare Sache, oder? Der Tarifvertrag ist diesbezüglich ja ziemlich deutlich. Ich habe weder selber gekündigt noch wurde mir außerordentlich gekündigt.

Hat hier jemand Erfahrungen damit, in so einem Fall rechtliche Schritte einzuleiten? Ich will mir das auf gar keinen Fall gefallen lassen, hoffe aber natürlich auf eine schnelle Klärung.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63552

Gast
Hast du die Kündigung schriftlich? Falls es nur eine Telefonische Kündigung war ist sie nichtig. Arbeitgeber müssen immer schriftlich kündigen, alles andere zählt nicht.
Steht in der Kündigung drin, dass es eine ausserordentliche Kündigung ist ? Was für ein Kündigungsgrund wird angegeben ?

Präventiv rate ich dir auf jeden Fall erstmal Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einzureichen. Dazu hast du aber nur 2 Wochen Zeit!
Dazu reicht erstmal die Klage fristwahrend innerhalb der zwei Wochen einzureichen. Den genauen Wortlaut und den Grund der Klage kannst du danach noch nachreichen.

Alternativ, ab zum Anwalt damit!

Und wichtig, biete der Zeitarbeitsfirma weiterhin deine Arbeitsleistung an. Dies ist wichtig falls die Kündigung nichtig ist und kann sich auf die Höhe einer Abfindung auswirken.
 

serg

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Also die ZAF ist verpflichtet den Leiher voll zu bezahlen, wenn sie kein Job für ihn findet. Das ist das Problem der ZAF, nicht des Leihers.

Auf Zeitkonto dürfen max.10-20 Std. geben. Die meisten Leiher wissen es nicht und die ZAFs verschweigen es gern bzw. erwähnen es ungern. Man muss bei jeder ZAF, am Anfang der Beschäftigung immer schriftlich mittleilen, dass man seine Überstunden ausbezahlt bekommen möchte. Die ZAFs müssen es tun. Es gibt hierfür keine Ausreden.

Und bloß nie was unterschreiben wenn es zu Schwierigkeiten kommt. Wie Ausgleich vom Zeitkonto oder Aufhebungsvertrag. Oder irgendwelche Zusatzverträge die rückwirkend wirken.

Leute, lasst euch nichts Gefallen! Das Geld auf Zeitkonto ist euer Geld! Euer Eigentum! Wenn ZAF keinen Job findet, einfach zurücklehnen und entspannen und das ganze Geld (Monatslohn+Zeitkonto) zurückzahlen lassen.
 

Sodele

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Schade dass der Themenstarter auf die Fragen nicht reagiert hat!
 

serg

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Das Anbieten der Arbeitskraft muss auch nicht jeden Tag sein. Reicht vollkommen am ersten der Tag der Unbeschäftigung. Ich habe übrigens gerade so ein Fall. Ich habe mich nicht am ersten Tag der Freistellung bei der ZAF gemeldet. Weil ich davon ausging, dass sie es sowieso wissen. Denn ich habe jeden Freitag eine SMS von ZAF bekommen, dass ich ab nächste Woche da und da eingestellt bin. Als mich das Unternehmen freigestellt hat, habe ich keine SMS mehr bekommen. Ich habe mich zurückgelehnt. Nach 2 Wochen meldete sich die ZAF mit der Verwunderung, sie wusste nichts von meiner Freistellung und ich soll ins Büro kommen und ein Aufhebungsvertrag unterschreiben. Sie meinten ich war verpflichtet mich zu melden und ich soll ein Aufhebungsvertrag unterschreiben, sonst bekomme ich eine außerordentliche Kündigung. Dann hat sich noch so nebenbei herausgestellt, dass die ZAF doch einige Tage zuvor von meiner Freistellung gehört haben...:DIch habe mich geweigert den Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Dann meinte die Dame, sie hat auch kein Bock weiter mit mir zu diskutieren und geht jetzt und ruft bei AA an um zu erzählen was ich für schlimme Junge bin. Zurück kam sie aber mit einer ordentlichen Kündigung:LOL:
Und mit einer Abmahnung, die rückwirkend wirken sollte, wegen diesen 2 Wochen. Die ich auch unterschreiben sollte. Ich habe aber nur die ordentliche Kündigung unterschrieben, die Abmahnung habe ich mir in die Hosentasche gesteckt und bin gegangen:D
Ich habe dann Gehalt bekommen, aber diese 2 WoChen haben sie nicht ausbezahlt. Habe dann eine Email geschrieben mit der Aufforderung es zu zahlen. Sie wollten mich wieder ins Büro haben um mir zu erklären, dass ich kein Anspruch darauf habe. Ich habe darauf eine Mahnung und Aufforderung bis Freitag versendet, bis zum nächsten Freitag. Wenn das Geld nicht da ist, gehe ich zum Arbeitsgericht.

PS: das Geld auf Zeitkonto kann man immer zurückverlangen. Die ZAF hat aber das Recht 10-20 Std. davon auf Zeitkonto beizubehalten bis zu der Kündigung. Auszahlen wenn man die ZAF wieder verlässt, muss sie es dennoch.
 

Kerstin_K

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Woraus ergivt sich das Recht der ZAF, 10-20 Stunden auf dem Zeitarbeitskonto zurückzubehalten?
 

serg

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Kann ich dir nicht sagen. Ich habe es von einem Bekannten gehört, der bezüglich dem Thema beim Anwalt war. Sein Anwalt hat es ihm so gesagt. Und noch einer meiner Bekannten hat es mir so gesagt. Auch wenn ich der ZAF mitteile, die sollen meine Überstunden auszubezahlen, weisen sie mich darauf hin, dass 10-20 Std. sie trotzdem behalten können.

In einem der Verträge einer ZAF stand auch so, kleingedruckt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 70018

Gast
Fordere die von dir genannten Stunden schriftlich ein. Zumindest müssen die reagieren und ein kurzes Statement dazu abgeben bzw. erklären auf welcher Grundlage dir diese Stunden abgezogen wurden. Jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, dass viele Leihbuden dies so handhaben, um das sog. Zeitkonto abzuwickeln. In der Regel behalten die dann 10-20 Stunden ein. Jedoch wird normalerweise vor Abschluß des Vertrages schriftlich darauf hingewiesen. Die meißten bauen sich das in deren Geschäftsbedingungen ein. So kenne ich das zumindest.
 
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