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Zeitarbeit?

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Nicht offen für weitere Antworten.

Marco*

Elo-User/in

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3 Dez 2006
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#1
Ich sammle ein paar (positive und negative) Erfahrungsberichte mit Zeitarbeitsfirmen, insbesondere was die Arbeitsanbahnung betrifft.
Wie bewirbt man sich da am besten. Am besten gar nicht, vermutlich :-D
aber wenn man dazu gezwungen ist?
 

wolliohne

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#2
Marco

die meisten und vor allem die größten sind im Netz mit eigener HP vertreten.

Vielleicht gibts in Deiner Region ein paar kleinere ZAF.

Auch hier sehr interessantes dazu:www.igmetall.de
 

Erntehelfer

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#3
Ausser Dir selbst kann dich niemand dazu zwingen, denn es handelt sich bei der Arbeitnehmerüberlassung um den kostenlosen Verleih deiner Person an dritte, während der Verleiher am Arbeitslohn mitprofitiert. Guggst Du z.B. im BGB nach Leihe, dann stellst Du fest, daß in §§ 598-606 nur von Sachen und Tieren die Rede ist. Deshalb apelliere ich an alle die von ARGEn dazu gezwungen werden sollen sich bei Zeitarbeitsfirmen zu bewerben, dies zu verweigern. Dabei kann auch eine Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts hilfreich sein, in der durchweg von Ver- und Entleihern die Rede ist und aus der deshalb auch eindeutig zu schließen ist, daß auch dieses Gericht davon ausgeht, daß es sich um den Verleih von Personen handelt. (http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg05-002.html ) Seit ich Zeitarbeit mit dieser Argumentation verweigere, bekam ich deshalb keine Sanktionen. Es erfordert allerdings Mut, denn man bewegt sich dabei in einer juristischen Grauzone.


Dieses Verhalten wurde bei mir dadurch ausgelöst, daß auch ich bei einer kleinen Leihfirma einen Arbeitsvertrag hatte. Ich wurde dann in der Produktion von Elektrowerkzeugen an Fließbändern und Produktionslinien eingesetzt. Exakt zu jenem Zeitpunkt wurde dort der RefA Accord abgeschafft, die Produktionsfrequenz erhöht, und die Pausen gekürzt. Meine Anwesenheit sollte dem Stammpersonal zu verstehen geben; "seht her wir brauchen euch nicht". In einer anderen Halle wo ich arbeitete war kein Verbandskasten, und als ich dies zur Sprache brachte, fing die Schichtleitung mich an zu mobben. Das Mobbing eskalierte innerhalb weniger Tage, weil es warscheinlich von oben her, möglicherweise auch in Absprache mit meinem Arbeitgeber organisiert war. 4 Tage später war ich rechtswiedrig gekündigt. Wärend ich 11,80 Eur verdiente, bezahlte das Produktionsunternehmen für mich 42,- Eur pro Stunde an den Verleiher, der mir das trotz seiner Verpflichtung nach AÜG nie gesagt hatte. Ich erfuhr das dann vom Entleiher.

Wer von mir genaueres über die Abwehr von Zeitarbeitsangeboten vom Arbeitsamt wissen möchte, bekommt gerne auch alles per PN beantwortet.

Gruß Erntehelfer
 

Borgi

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#4
Ausser Dir selbst kann dich niemand dazu zwingen, denn es handelt sich bei der Arbeitnehmerüberlassung um den kostenlosen Verleih deiner Person an dritte, während der Verleiher am Arbeitslohn mitprofitiert. Guggst Du z.B. im BGB nach Leihe, dann stellst Du fest, daß in §§ 598-606 nur von Sachen und Tieren die Rede ist. Deshalb apelliere ich an alle die von ARGEn dazu gezwungen werden sollen sich bei Zeitarbeitsfirmen zu bewerben, dies zu verweigern. Dabei kann auch eine Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts hilfreich sein, in der durchweg von Ver- und Entleihern die Rede ist und aus der deshalb auch eindeutig zu schließen ist, daß auch dieses Gericht davon ausgeht, daß es sich um den Verleih von Personen handelt. (http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg05-002.html ) Seit ich Zeitarbeit mit dieser Argumentation verweigere, bekam ich deshalb keine Sanktionen. Es erfordert allerdings Mut, denn man bewegt sich dabei in einer juristischen Grauzone.


Gruß Erntehelfer
§ 598 Vertragstypische Pflichten bei der Leihe. Durch den Leihvertrag wird der Verleiher einer Sache verpflichtet, dem Entleiher den Gebrauch der Sache unentgeltlich zu gestatten.

§599 Haftung des Verleihers. Der Verleiher hat nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu vertreten.

§600 Mängelhaftung. Verschweigt der Verleiher arglistig einen Mangel im Recht oder einen Fehler der verliehenen Sache, so ist er verpflichtet, dem Entleiher den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

§ 601 Verwendungsersatz. (1) der Entleiher hat die gewöhnlichen Kosten der Erhaltung der geliehenen Sache, bei der Leihe eines Tieres insbesondere die Fütterungskosten zu tragen.
(2) ²Die Verpflichtung des Verleihers zum Ersatz anderer Verwendungen bestimmt sich nach den Vorschriften über die Geschäftsführung ohne Auftrag. Der Entleiher ist berechtigt, eine Einrichtung, mit der er die Sache versehen hat, wegzunehmen.

§ 602 Abnutzung der Sache. Veränderungen oder Verschlechterungen der geliehenen Sache, die durch den vertragsmäßigen Gebrauch herbeigeführt werden, hat der Entleiher nicht zu vertreten.

§ 603 Vertragsmäßiger Gebrauch. Der Entleiher darf von der geliehenen Sache keinen anderen als den vertragsmäßigen Gebrauch machen. ²Er ist ohne die Erlaubnis des Verleihers nicht berechtigt, den Gebrauch der Sache einen dritten zu überlassen.

§ 604 Rückgabepflicht. (1) der Entleiher ist verpflichtet, die geliehene Sache nach dem Ablauf der für die Leihe bestimmten Zeit zurückzugeben.
(2) Ist eine Zeit nicht bestimmt, so ist die Sache zurückzugeben, nachdem der Entleiher den sich aus dem Zweck der Leihe ergebenden gebrauch gemacht hat. ²Der Verleiher kann die Sache schon vorher zurückfordern, wenn so viel Zeit verstrichen ist, dass der Entleiher den Gebrauch hätte machen können.
(3) Ist die Dauer der Leihe weder bestimmt noch aus dem Zweck zu entnehmen, so kann der Verleiher die Sache jederzeit zurückfordern.
(4) Überlässt der Entleiher den Gebrauch der Sache einem Dritten, so kann der Verleiher sie nach der Beendigung der Leihe auch von dem Dritten zurückfordern.
(5) Die Verjährung des Anspruchs auf Rückgabe der Sache beginnt mit der Beendigung der Leihe.

§605 Kündigungsrecht. Der Verleiher kann die Sache kündigen:
1. wenn er infolge eines nicht vorhergesehenen Umstandes der verliehenen Sache bedarf.
2. wenn der Entleiher einen vertragswidrigen Gebrauch von der Sache macht, insbesondere unbefugt den Gebrauch einen Dritten überlässt, oder die Sache durch Vernachlässigung der ihm obliegenden Sorgfalt erheblich gefährdet.
3. wenn der Entleiher stirbt.

§ 606 Kurze Verjährung. Die Ersatzansprüche des Verleihers wegen Veränderungen oder Verschlechterungen der verliehenen Sache sowie die Ansprüche des Entleihers auf Ersatz von Verwendungen oder auf Gestattung der Wegnahme einer Einrichtung verjähren in sechs Monaten. ²Die Vorschriften des § 548 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 finden entsprechende Anwendung.

Ersetzt man jetzt Verleiher durch Zuhälter, Sache durch Prostituierte und Entleiher durch Freier, dann versteht man auch, warum so viel Theater wegen der Leihgesetze gemacht wird. Der Gesetzgeber wird sich dabei etwas gedacht haben. :icon_biggrin:
 
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