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Zeitarbeit, Leiharbeit, Sklavenarbeit

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Paolo_Pinkel

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#1
Zeitarbeit, Leiharbeit, Sklavenarbeit

Zeitarbeit war eines der ersten Prunkstücke der neoliberalen Religion der Menschenverachtung. Die Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern aufzubrechen - und vor allem die Bindung der Mitarbeiter untereinander und jede Form von Organisation. Das ist hervorragend gelungen. Das DIW, das so tut, als sei es ein wissenschaftliches Institut, aber in Wirklichkeit nur eine der vielen Propagandaschleudern der INSM und des unsäglichen Herrn Kannegiesser ist, berichtet stolz von den triumphalen Erfolgen.

2007 waren 700.000 Menschen darauf angewiesen, sich zu miesesten Löhnen bei den Sklavenhändlern der Zeitarbeitsbuden zu verdingen. Heute dürften es schon wieder erheblich weniger sein, weil die Firmen natürlich als erstes die rechtlosen Zeitarbeitssklaven gefeuert haben. Als Beschäftigte der Zeitarbeitsfirmen waren sie ja nie Bestandteil der eigenen Arbeitnehmerschaft, und kein Kollege und keine Gewerkschaft kämpft für sie.

In Hannover, auf dem Parkplatz vor dem Werkstor 3 von VW, sind ein paar der Rechtlosen in einen Hungerstreik getreten. Es wird ihnen nichts nützen. Es wird aber auch den Kollegen, die jetzt verschämt an ihnen vorbeidrängeln, nichts nutzen. Denn bei VW, wie bei Daimler oder BMW, wird man zuerst ihre Löhne drücken, die Tariferhöhungen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben und sie dann doch entlassen. Dann sind sie beim Arbeitslosengeld I wenigstens schon billiger, bevor sie bei Hartz IV enden.

Einen Streik kann sich die Gewerkschaft nicht leisten. Denn die offene Drohung ist da. Dann wird ausgesperrt und mit den Leiharbeitern produziert, die man ja schnell für ein paar Tage heuern kann. Die Arbeiter haben sich in Gruppen teilen lassen, und das rächt sich jetzt. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn und gleiche Behandlung hätte schon seit langem auf der Agenda der Gewerkschaften stehen müssen. Aber die Bosse der Gewerkschaften kuscheln ja lieber in den Aufsichtsräten mit dem Großkapital.

Die größte Gemeinheit an dem miesen Geschäft mit der Zeitarbeit ist allerdings, dass frecherweise damit geworben wird, dass diese ein Einstieg in einen festen Arbeitsplatz sein könne. Das Gegenteil ist der Fall. Die Unternehmen ersetzen immer mehr Festangestellte durch Leiharbeiter oder operieren selbst mit befristeten Arbeitsverträgen.

Darauf kann natürlich niemand eine Zukunft aufbauen. Egal, ob befristet oder in einem Zeitarbeitsverhältnis, so ist kein normales Leben mehr möglich. Es gibt keine Hoffnung mehr. Nur noch die ständige Angst vor dem, was morgen kommen mag. Und es wird knüppeldick kommen. Die armen Menschen, die sich bei den Sklavenhändlern verdingen mussten, verlieren jetzt ihre Jobs. Sie werden nie wieder in ihre Ausbildungsberufe zurückkehren können, sondern müssen Sklaven bleiben.

Dagegen gibt es nur ein Mittel. Ein absolutes Verbot der Sklaverei, die Schließung aller Zeitarbeitsfirmen und ein striktes Verbot der Arbeitnehmerüberlassung. Mindestlöhne oder Mindeststandards nützen überhaupt nichts. Nur ein totales Verbot kann wieder für normale Märkte sorgen. Gleichzeitig sollten alle befristeten Arbeitsverträge in unbefristete umgewandelt werden und ein Verbot von Befristungen ausgesprochen werden.

Wer sich als Arbeitgeber nicht auf eine gemeinsame Zukunft mit seinen Mitarbeiter einlassen will, ist ein Ausbeuter, der keinen Schutz, sondern harte Strafen braucht. Allerdings sollten die sogenannten Lohnnebenkosten auf alle Einkommen gleichermaßen verteilt werden. Es sind nämlich bis auf die Arbeitslosen- und Unfallversicherung keine Kosten der Arbeit sondern Kosten des gesellschaftlichen Lebens, an denen sich alle Einkommen auf der Basis des EBITDA mit einem gleichen Prozentsatz beteiligen müssen. Lediglich Einkommen unter 24.000 Euro per anno sollten vollständig befreit sein...
Zeitarbeit, Leiharbeit, Sklavenarbeit

Gruss

Paolo
 

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#2
Ganz hervorragend beschrieben und auf den Punkt gebracht. :icon_klatsch:

Die Gewerkschaftsbosse verspielen die Zukunft der Arbeitnehmer.
Flotte Sprüche zum 1.Mai und dann kochen sie die Gewerkschaften ihr eigenes Süppchen. Die Gewerkschaftsvorsitzenden SOMMER und BIRSKI sieht man meistens/sehr oft im Dunstkreis der "DreiknöpfeJackenFrau" und ..... eben, es kommt nichts.

Keine Solidarität der Arbeitnehmer = Zeitarbeit, Leiharbeit, Sklavenarbeit

Hier sind die Gewerkschaften und alle Arbeitnehmer gefordert, gemeinsam die Zeitarbeit zu ächten.
 

Irisanna

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#3
Toller Eröffnungsthread! :icon_daumen:

Ich wünsche mir von Herzen, dass von den über 60 ZAF, die hier bei uns in den letzten Jahren wie Pilze aus dem feuchten Boden geschossen sind, nur die seriösen überleben- das sind max. 2!

Die anderen sollen verrotten- und mit ihnen die menschenverachtenden Disponenten!
 

B. Trueger

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#4
Alles richtig, was in diesem Eingangs-Posting steht. Aber, und ich finde ja immer was, ist da eines aber entscheidendes Kriterium nicht angesprochen worden. Nämlich jene, die mit Kusshand sich von einer ZAF zur nächsten weiterreichen lassen, um so den Schein wahren zu können, man stehe in Lohn und Brot, damit es der Nachbar nicht merkt und man weiter seinen überteuerten, auf Pump gekauften Familien-Blechkasten halbwegs und mit Mühe und Not finanzieren kann, den man sich durch den übermäßigen Dumm-TV-Konsum hat aufschwatzen lassen, weil denen damit suggeriert wurde, etwas besseres zu sein, als der Nachbar.

Und das sind nicht wenige Mädels und Buben :icon_smile:
 

mercator

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#5
Also wer auf den Hungerlohn angewiesen ist, den die Leiharbeitsbranche zu bieten hat, der wird selten eine Blechkiste abzahlen können. Nichtmal mehr mit Mühe und Not geht das. Von mir aus sollen diese asozialen Menschenhändler verrecken.
 

druide65

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#6
Alles richtig, was in diesem Eingangs-Posting steht. Aber, und ich finde ja immer was, ist da eines aber entscheidendes Kriterium nicht angesprochen worden. Nämlich jene, die mit Kusshand sich von einer ZAF zur nächsten weiterreichen lassen, um so den Schein wahren zu können, man stehe in Lohn und Brot, damit es der Nachbar nicht merkt und man weiter seinen überteuerten, auf Pump gekauften Familien-Blechkasten halbwegs und mit Mühe und Not finanzieren kann, den man sich durch den übermäßigen Dumm-TV-Konsum hat aufschwatzen lassen, weil denen damit suggeriert wurde, etwas besseres zu sein, als der Nachbar.

Und das sind nicht wenige Mädels und Buben :icon_smile:
Es gibt eben Menschen die definieren sich durch Arbeit.
Jut...sollte man respektieren.Wer sich ausbeuten lässt....keiner wird dumm geboren.

Die Psychologischen Fallen gehen aber noch tiefer....oft ist es der Lebenspartner der dann "nervt" warum hast du keinen Job?Nun mach doch mal wat...wie sieht das denn vor den Nachbarn aus?usw....

Letzer Ausweg ZAF....
 

B. Trueger

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#7
Die Psychologischen Fallen gehen aber noch tiefer....oft ist es der Lebenspartner der dann "nervt" warum hast du keinen Job?Nun mach doch mal wat...wie sieht das denn vor den Nachbarn aus?usw....

Letzer Ausweg ZAF....
Vollkommen richtig. Bin ich sofort bei dir. Und, das muss auch erwähnt werden, auch wenn jetzt hier wieder der geschlechtsspezifische Atomkrieg ausbricht: Meist sind es die Frauen, die treiben, die ihren Sommerurlaub in Gefahr sehen oder das Tratschen mit Freundin Bärbel: na, was hast du dir denn schönes gekauft..., die ihrer Bestellsucht nicht mehr fröhnen können.
Und selbstverständlich, wie du bereits sagtest, wegen der Nachbarn.

Ich habe eine Bekannte, welche in MG wohnt und dort bei QVC arbeitet. Ja, und was sie da manchmal so verlauten lässt, was so manche Hausfrau für einen abstrusen, überteuerten Mist kauft, da fällt einem nichts mehr ein.


Aber der entscheidendste Faktor ist wohl der, nehme ich zumindest an, dass die meisten Frauen es gar nicht ertragen können, wenn der Mann daheim ist. Aus welchen Gründen auch immer, da lässt die Spekulation sehr, sehr viel Raum für.
 

druide65

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#8
auch wenn jetzt hier wieder der geschlechtsspezifische Atomkrieg ausbricht: Meist sind es die Frauen, die treiben, die ihren Sommerurlaub in Gefahr sehen oder das Tratschen mit Freundin Bärbel
Nein warum sollte deswegen der "geschlechtsspezifische Atomkrieg" ausbrechen?
Nun ich bin hier auf dem "platten land" aber es ist so wie du es beschreibst.
Das sind nun mal Fakten die ich mitbekomme.....das ist ja jetzt nicht frauenfeindlich.
In einer Großstadt ist das oft anders ...bestimmt.

Wie oft habe ich das hier miterlebt das "Mann" zähneknirschend einen Ausbeuterjob angenommen hat weil ihm seine Partnerin das Gefühl gegeben hat ein Versager zu sein weil er "In Huus " ist.

Man muss ja was darstellen...obwohl die Nachbarn oft auch nur Show betreiben..sprich alles auf Pump finanziert haben.

Ich möchte diese Menschen auch nicht verurteilen die so einen Ausbeuterjob annehmen....die meisten gehen halt zähneknirschend und frustiert und wohl wissend das sie die Arschkarte gezogen haben ....dahin.


Sind halt in der Falle.....
 

druide65

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#9
Aber der entscheidendste Faktor ist wohl der, nehme ich zumindest an, dass die meisten Frauen es gar nicht ertragen können, wenn der Mann daheim ist

Man kann zusammen so viele schön Sachen machen...und man hat Zeit:icon_wink:

Und wir sind doch alle Emanzipiert gelle?

Wenn z.b Frau den besseren Job haben kann....wo ist das Problem?

Und wenn beide aus Arbeitsmarkttechnischen Gründen zuhause sind...wo ist das Problem?

Und Nachbarn oder wer auch immer mit dem man soziale Kontakte hat...die meinen eine Show abzuliefern....wo ist das Problem?
Immer lächeln....ist doch besser als Olli Geissen...das ist Real TV:icon_mrgreen:

Und aus meiner Erfahrung.....die meisten kommen irgendwann an"Sag mal du hast doch Ahnung von ALG I/II usw...kannste mir helfen?":icon_wink:


Und...ich fühle mich persönlich nicht "minderwertig" weil ich keinen Job habe.
Ich bin halt zu alt für den Arbeitsmarkt:icon_mrgreen:

Würde mir im Traum nicht einfallen für irgendwelche ZAF´s die Scheisse weg zu räumen
 

Bambi_69

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#10
Bevor hier ein Geschlechterkrieg ausbricht bitte an dieser Stelle Folgendes nicht aus den Augen lassen: Gerade auf gesellschaftliche Zwänge oder noch besser "familiären Druck" baut ein Teil der Hartz IV Gesetzgebung doch auch auf. Was denkt Ihr denn, warum man in Bedarfsgemeinschaften mit den unter 25 Jährigen/den Eltern, mit dem Freund, der Freundin oder WG-Mitglied gesteckt wird? Selbiges natürlich geltend auch für Verlobte/Verheiratete. Das liegt nicht nur einzig allein daran, weil sich damit prima Kosten sparen lassen. Man erhoffte sich dadurch, dass die Angehörigen (oder die "Zwangsangehörigen") dem bösen faulen Arbeitslosen gehörig Dampf unterm Kessel machen, damit der ja nicht erst auf die Idee kommt, sich "in der sozialen Hängematte auszuruhen". Und natürlich wußte man auch bei der Hartz-Kommission um etwaige persönliche "Eitelkeiten", wie in Gefahr gesehene Gewohnheiten, Besitzstände (Auto, Urlaub) und Ansehen bei einem großen Teil der Bevölkerung.
Druck allein von Behörden bzw. Sachbearbeitern, von ungeliebten Maßnahmen und AGHs hat ihnen von Anfang an gar nicht ausgereicht, nein auch die Familie und der Bekanntenkreis sollte als Komplize mit eingespannt werden (wenn in vielen Fällen dies nicht einmal freiwillig geschieht).
Ist es also ein Wunder, dass sich immer noch viele Menschen lieber in einen komplett unterbezahlten Job flüchten, als DAS Theater noch weiter mitzumachen?

Dass es momentan weniger Arbeitsplätze als Suchende gibt, dass ZAF, PDAs und was nicht noch alles doch im Großen und Ganzen versagt haben, ist dann halt einfach Pech bzw. wird vom Gesetzgeber nicht wirklich in Erwägung gezogen. Und dass Beziehungen, familiäre Bande zerstört und Freundschaften gekündigt werden/wurden scheint ihm ebenfalls egal (oder sogar nicht unrecht zu sein).

Liebe Grüße
Bambi_69
 

druide65

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#11
Gerade auf gesellschaftliche Zwänge oder noch besser "familiären Druck" baut ein Teil der Hartz IV Gesetzgebung doch auch auf.
Gab es unter der Alhi auch schon....ist an sich nichts neues.


Ist es also ein Wunder, dass sich immer noch viele Menschen lieber in einen komplett unterbezahlten Job flüchten, als DAS Theater noch weiter mitzumachen?
Kein Wunder....eine Falle...in die man nicht fallen sollte....ist aber schwer hast du recht.
Wenn ich Familie habe und Kiddys....dann wirds schwer....dann kann man schnell einknicken....keine Frage


Und dass Beziehungen, familiäre Bande zerstört und Freundschaften gekündigt werden/wurden scheint ihm ebenfalls egal (oder sogar nicht unrecht zu sein).

Wo sich diese Menschen die das propagieren....auf ein ganz gefährliches sozialpolitisches Glatteis bewegen...der Mensch an sich neigt zu politischen Extremen wenn er mit dem Rücken an der Wand steht.....
 
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