Zeitarbeit für Hochqualifizierte (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Dagegen72

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aus dem Artikel / Doku von Dlf:

"In die Leiharbeitsfalle geraten nicht nur gering qualifizierte Arbeitskräfte - betroffen sind auch gut ausgebildete und berufserfahrene Akademiker. So wie eine studierte Kommunikationswissenschaftlerin, die seit vier Jahren keinen regulären Job findet."

Zeitarbeit fur Hochqualifizierte - Viersprachig, berufserfahren, Magister und in Leiharbeit

wie ich es im Radio hörte mit eigenen Worten:
die Frau meldete sich per email beim Dlf weil sie es leid war zu hören, LeiharbeiterInnen seien ungebildet, seien selbst schuld an ihrer Situation (neoliberaler Spruch), hätten nicht frühzeitig für ihre Situation gesorgt usw. Das stimmt nicht und sie ist der beste Beweis dafür und deshalb berichtete der Dlf dafür.

Die Frau (Miriam) meinte dann, dass der Bildungsbereich chronisch unterfinanziert sei, wenn man nicht noch Computer und Bildschirm selbst mitbringen muss, das sei dann auch schon alles, so schlimm sei es.

äh, wie war das mit Fachkräftemangel? Man, was soll die Verar**e mit Fachkräftemangel?? Ist doch so - auf der einen Seite fehlen Leute, Bauingenieure und so, auf der anderen Seite gibt es nicht genügend Studienplätze.
Der Numerus Clausus für Ärzte landete jetzt vor dem Verfassungsgericht, damit nicht nur 1,0 Abiturienten berücksichtigt werden, während andere bis zu sieben Jahre auf einen Studienplatz warten können!!
 
Zuletzt bearbeitet:
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Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Grundsätzlich mag das stimmen, die Dame ist aber ein schlechtes Beispiel.

Ihre Studienrichtung ist schlichtweg nicht gefragt.
 

Dagegen72

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Was alles beruflich gewünscht wird, entscheidet doch immer der Markt, dann kann man das sich ausbilden lassen auch ganz sein lassen. Und jetzt, wo alles digitalisiert werden soll, da muss Mensch wohl nur noch lernen, die richtige Knöpfe zu drücken oder was?

Die Frau, Miriam war es, kann auch mehrere Sprachen fließend, hat Führungserfahrung .. ich denke nicht, dass sie auf was ganz Bestimmtes wartet. In der Radio-Doku sagte sie nämlich auch, dass ihre Kenntnisse und Qualifikationen alle gerne genommen werden, nur eben nicht bezahlt!

Und so ist es bei jedem Bundesfreiwilligen der älter ist. Seine Qualis nimmt man, aber man zahlt ihr nur ein Taschengeld.

Ich bspw. leistete Ein-Euro-Jobarbeit. Das war akzeptiert auf reguliere Bewerbungen für diesen Arbeitsplatz oder einen anderen in der Firma oder in der selben oder ähnlichen Branche bekam ich Absagen, das ist nichts anderes. Das nennt man Ausbeutung.

Und ihre Berufsquli ließe ihr doch viele Möglichkeiten.
 

Andrew Sarchus

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Keine Frage, auch bei den Akademikern ist Langzeit-Präkarität ala ZAF mit Sicherheit keine Seltenheit.

ABER, die hier interviewte Kommunikationswissenschaftlerin ist für jeden Personalvermittler/ZAF bzw jeden Personaler in einem Unternehmen eine unlösbare Aufgabe in puncto Profilmatching.

Vom Studium her kann sie in verschiedenen Sprachen labern und hat einige Kenntnisse im Bereich Kultur. Sonst nix! Schwervermittelbar! Sie hat keine Erfahrungen/Kenntnisse mit denen man in Industrie oder Handel punkten kann, also keine BWL-, EDV- oder Technik-Kenntnisse. Sie kann zwar in mehreren Sprachen labern hat aber auch keine Vertriebskenntnisse. Was soll ein normales Unternehmen mit so einem Bewerber? Zu mal sie auch noch ein Kind im U3-Bereich hat, dass auch noch berücksichtig werden will.

Mal ganz ehrlich, ohne konsequent Weiterbildung in den Bereichen BWL-, EDV-, Vertrieb und/oder Technik wird das nix mit einer Festanstellung.

Hier ist meiner Meinung nach mal ein wirklich guter Arbeitsvermittler beim AfA oder JC gefragt, der im Bereich beruflicher Umorientierung (raus aus der Kultur-Beruf-Falle) wirklich fachkompetent und zukunftsoreintiert berät um diese Präkaritätskette zu knacken.
 

Zerberus X

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42 Jahre,Kleinkind,nur Magister,und vielleicht noch nicht beruflich flexibel,das wird nix.
 
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ExitUser

Gast
Ich hatte letztes Jahr so eine Bewerbungsmaßnahme bei der unter anderem eine Tierärztin, ein Anwalt und ein Investmentbanker dabei waren. Alle mit Berufserfahrung aber durch irgendwelche Umstände im Hartz 4 gelandet.
Die müssen sich alle um jede Helferstelle bewerben.

Und wer will schon einen Rechtsanwalt in einer Zeitarbeitsfirma einstellen. :)

Murphy
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich hatte letztes Jahr so eine Bewerbungsmaßnahme bei der unter anderem eine Tierärztin, ein Anwalt und ein Investmentbanker dabei waren. Alle mit Berufserfahrung aber durch irgendwelche Umstände im Hartz 4 gelandet.
Die müssen sich alle um jede Helferstelle bewerben.
Und dann immer über den Fachkräftemangel jammern ... :censored:
 
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Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Und dann immer über den Fachkräftemangel jammern ... :censored:
Wieso?

Was sagt das denn aus?
Ich kenne genug schlechte Anwälte und Tierärzte, Investmentbanker soll es auch schlechte geben, wie in jedem Beruf.

Ich kenne auch gute Helfer und faule Helfer.

Zusätzlich wissen wir nicht, welche sonstigen Hemmnisse der Anwalt oder die Ärztin hat.

Mangel an Anwälten oder (Investment)-Bankern ist mir auch neu.
In der Regel landen die nicht im SGB II aus anderen Gründen und die Anzahl ist naturgemäß auch geringer.
 

Linuxfan

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Drei Jahre in Paris gelebt, das hat mich sehr beeindruckt. Sie wird sicherlich Französisch mindestens auf C1-Niveau beherrschen und dazu gehört mehr als das reine "Labern".

Ich denke mal, die Dame wäre gut beraten, sich in der deutsch-französischen Szene zu etablieren, Unternehmen beim Eintritt in den Markt des jeweiligen Partnerlandes zu beraten etc. Frankreich bleibt in der EU Deutschlands wichtigster Partner: Politisch und wirtschaftlich.

Die französische Sprache wirklich zu beherrschen kann nicht jeder: Die meisten Abiturienten wählen Spanisch und es ist eher selten, dass man die Sprache auf so einem hohen Niveau beherrscht. Das nötige "Francais d'affaires" lernt sie sicherlich im Handumdrehen.

Sie wäre gut beraten, Jobmessen wie die Connecti in Paris und Köln zu besuchen, Jobvermittler wie Euroconsulting oder Connexion Emploi zu nutzen. Da kann sie mit ihrem Profil sehr stark punkten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Sprachen sind immer hilfreich, Englisch ein Muß im heutigen Berufsleben, abseits von Hilfsjobs.

Allerdings reicht nur eine andere Sprache zu beherrschen nicht aus.
Der Dame fehlt es schlichtweg an brauchbarer Qualifikation abseits der Sprachen.

Sowas sucht kein Unternehmen, allenfalls Nischen.

Das „Labern“ bezieht sich auf nicht hilfreiches Wissen, man kann perfekt lavieren und SmallTalk halten, es ist aber nutzlos für das Unternehmen.

— Fachkompetenzen fehlen —
 

Linuxfan

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Das „Labern“ bezieht sich auf nicht hilfreiches Wissen, man kann perfekt lavieren und SmallTalk halten, es ist aber nutzlos für das Unternehmen.
Der Aussage, dass Small Talk für ein Unternehmen nutzlos wäre, kann ich nicht zustimmen.

Gerade die Franzosen sind dafür bekannt, dass sie sehr stolz auf ihre Sprache sind und sie sehr pflegen (z.B. Gesetzlich vorgeschriebener Prozentsatz auf "chansons" im französischen Radio).

Wenn sie da eine gute Geschäftsbeziehung mit Abnehmern aufbauen und Aufträge aufgrund ihrer sozialen Kompetenzen an Land ziehen kann ist das für ein Unternehmen goldwert.

Leider haben aber viele Unternehmen Themen wie Globalisierung etc. verschlafen, konzentrieren sich dann rein auf nationale Märkte oder stellen Ingenieure für den Vertrieb ein.

Diese haben zwar die technischen Aspekte eines Produkts drauf aber scheitern einfach von der Denkweise daran wo denn jetzt genau der Nutzen für den Konsumenten liegt. Bzw. können dies nicht klar vermitteln.
 

Dagegen72

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@#9 totale Zustimmung :)

statt sich an irgendeinem Coach oder Vermittler oder sonst wer oder was zu wenden - also, ich kann mir nicht vorstellen, dass die was bringen - würde ich halt irgendwie was versuchen. Vitamin B zu knüpfen. oder die Elternzeit nutzen, um eine Quali zu erwerben, die eben auch ok ist und gleichzeitig noch sinnvoll beruflich gesehen. Gut, kostet halt, wie ihr Budget aussieht, weiß ich nicht.

Der Einwurf EDV, Vertrieb, Handel usw. - dann möchte man doch bitte alles gleich abschaffen und dass es auf der Welt nur noch um kaufen kaufen kaufen bzw. verkaufen geht grummel (könnte auch eine Herausforderung sein im Zeitalter wo es Minimalisten und sogar Extrem-Minimalisten gibt siehe Internet grins )
 
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