Zeit für eine Offensive / Kampf für Arbeitszeitverkürzung jetzt

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dr.byrd

Gast
Neben dem Kampf für eine auskömmliche Grundsicherung und einen Mindestlohn, ist gerade jetzt in der Krise des Kapitalismus, die Zeit gekommen, auch den Kampf für eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wieder aufzunehmen.
Der real existierende Kapitalismus schwächelt, es gibt jetzt ein Zeitfenster für Veränderungen, lasst es uns nutzen!

Zeit für eine Offensive
Appell von ver.di-Mitgliedern


Arbeiten bis zum Umfallen – diese Marschrichtung geben Arbeitgeber und Regierung vor. Rente mit 67, mehr Arbeitsdruck sowie die Verlängerung der tariflichen und tatsächlichen Arbeitszeiten stehen auf ihrer Agenda. Die Folgen: Immer mehr Ältere scheiden frühzeitig – und mit gekürzter Rente – aus dem Arbeitsleben aus. Jugendlichen wird die Beschäftigungsperspektive genommen. Unsere gewerkschaftliche Antwort lautet: Nein zu jeglicher Arbeitszeitverlängerung. Statt dessen: Arbeit umverteilen – durch eine deutliche Reduzierung der Wochen- und Lebensarbeitszeiten.

Raus aus der Defensive. Es reicht nicht, Arbeitgeber-Forderungen nach unbezahlter Mehrarbeit zurückzuweisen oder einzugrenzen. Die mehrwöchigen Streiks 2006 in den Bundesländern haben gezeigt, daß die Beschäftigten in der Arbeitszeitfrage mobilisierbar sind. Eine kampflose Ausweitung der Arbeitszeiten oder als Verhandlungsmasse bei Tarifrunden dürfen wir nicht mehr akzeptieren. (...)

Arbeitszeitverkürzung muß auf die Tagesordnung. Die Vernichtung Tausender Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst und in weiten Teilen der Privatwirtschaft setzt sich fort. Darauf ist eine zentrale Antwort der Gewerkschaften: Arbeitsumverteilung. Die Bedeutung dieser Forderung wird in der anstehenden Rezession noch wachsen. Die Erfahrung aus den 80er Jahren hat gezeigt, daß die Verkürzung der Arbeitszeiten Stellen schaffen oder sichern kann. Sie ist von den Arbeitgebern allerdings vielfach auch zur Flexibilisierung und Arbeitsintensivierung genutzt worden. In den 90ern ging in einer Reihe von Betrieben die Reduzierung der Arbeitszeiten mit Lohnverlusten einher. Wir treten für eine Verkürzung in großen Schritten – zunächst für die 35-Stunden-Woche – sowie für vollen Lohn- und Personalausgleich ein.

Das wird nur in harten Konflikten durchsetzbar sein. (...) Der Kampf um Arbeitszeitverkürzung muß zentrales Element in Programm und Praxis von ver.di sein.

Unterschreiben im Internet: www.arbeitszeitappell.de
 
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