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Zehn Ein-Euro-Jobs, auf die man verzichten kann

wolliohne

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Puzzler, Katzen-Krauler

Viele Ein-Euro-Jobs haben keinen nachhaltigen Sinn. In einer Spielzeugfirma mussten Langzeitarbeitslose komplette Puzzles zusammensetzen. So sollten sie prüfen ob alle Teile da sind, bevor das Puzzle an Bedürftige weitergegeben wurde. (Symbolfoto) Foto: dpa/dpaweb

Socken für Frühgeburten stricken, Teppichfetzen zerkleinern, Vogeleier tauschen: Viele Langzeitarbeitslose müssen Ein-Euro-Jobs annehmen, die sinnlos sind oder sogar reguläre Stellen ersetzen. Das sind schrägsten Arbeitsgelegenheiten.



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Dem Hausmeister helfen, im Recyclinghof arbeiten, in der Kleiderkammer jobben - viele Langzeitarbeitslose verrichten gemeinnützige Arbeit, um sich wieder an den Arbeitsmarkt heranzutasten. Sie beziehen weiterhin Arbeitslosengeld und bekommen für die Extra-Arbeit eine Aufwandsentschädigung zwischen 1,50 Euro und 2 Euro pro Stunde. Das ist die Idee der sogenannten „Ein-Euro-Jobs“.


Doch in der Realität geht der Plan oft nicht auf. Seit sie in großem Stil vergeben werden, werden die Zusatz-Jobs kritisiert. Ein häufiger Vorwurf lautet: Damit nimmt man regulär Beschäftigten die Arbeit weg. Nicht nur Arbeitslosen-Initiativen, auch Kleinunternehmer und das Handwerk fordern deswegen immer wieder die Abschaffung der Arbeitsgelegenheiten.
Nicht selten müssen Langzeitarbeitslose zudem sinnlose Aufgaben erledigen, die nichts mit einem normalen Berufsalltag zu tun haben. Wir haben zehn solcher Beispiele gesammelt.
1. Profi-PuzzlerPuzzler, Katzen-Krauler: Zehn Ein-Euro-Jobs, auf die man verzichten kann | Geld und Verbraucher*- Frankfurter Rundschau
 

XxMikexX

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Das Problem ist das den Betroffenen das Recht genommen wurde darüber zu entscheiden!


Man darf nicht mehr Nein sagen, auch zu dem übelsten Auswurf nicht!


Sonst kommt die Keule!


Das ist Hartz und hat System!
 

gelibeh

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Man darf nicht mehr Nein sagen, auch zu dem übelsten Auswurf nicht!


Sonst kommt die Keule!
Natürlich darf man. Und wer seine Rechte kennt, wird das auch tun. Dazu braucht es eventuell aber "cojones" und die haben die Wenigsten.
 
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Gast
Natürlich darf man. Und wer seine Rechte kennt, wird das auch tun. Dazu braucht es eventuell aber "cojones" und die haben die Wenigsten.
Es liegt sicher nicht nur an mangelnder Wehrhaftigkeit oder an Informationsdefiziten, dass es noch immer solche "Jobs" gibt. Es liegt schlicht und einfach auch daran, dass Politiker (nicht hingegen unbedingt BA-Mitarbeiter) solche Jobs verlangen. Es liegt des Weiteren daran, dass längst nicht jeder ALG II Leitungsempfänger Ein-Euro-Jobs kritisch oder ablehnend gegenüber steht.

Dafür finden sich mindestens vier Gründe, nämlich (1) finanzielle Aspekte (100-150 € mehr im Monat), (2) sozialen Kontakte (man kommt unter Menschen), (3) einfach das "Zeit-Totschlagen" (Motto: Was soll ich sonst machen?) oder (4) das unbedingt-irgendwas-arbeiten-wollen (verinnerlichtes Arbeitsdogma). Es gibt Jobcenter, dort existieren sogar Wartelisten, auf die sich die "Kunden" für solche Jobs eintragen lassen können. Die werden dann kontaktiert, wenn wieder ein solcher "Job" frei ist.

In anderen Jobcenter müssen sich die "Kunden" für einen Ein-Euro-Job richtig bewerben. Und dass die Ein-Euro-Jobs verpflichtend sind, trifft auch nicht immer zu. Das kommt auf die jeweiligen Anweisungen vor Ort und auch auf das Kontingent an Stellen an. In manchen Jobcentern ist das "Angebot" verpflichtend, in anderen nicht. Manchmal ist der Ein-Euro-Job sogar eine "Belohnung" bzw. ein Zugeständnis an "Kunden". Das geschieht oft im Fallmanagement-Prozess (Motto: Sie erledigen X,Y,Z bis dann und dann, dann bekommen Sie von mir den Ein-Euro-Job!).

Insgesamt ist das Angebot an Ein-Euro-Jobs übrigens seit Jahren deutlich rückläufig. Von über 300.000 im Jahr 2005 auf weniger als 120.000 im Jahr 2014. Ich selbst kann von "Kunden" berichten, die geweint haben, also sie ihren Ein-Euro-Job verloren. Begründet wurde das in erster Linie mit den dortigen sozialen Kontakten, aber auch das Bisschen Extra an Geld fanden viele nützlich.

Und mir kann keiner erzählen, dass der promovierte Historiker/Archäologe, der im FR-Beitrag erwähnt wird, seinen Ein-Euro-Job nicht freiwillig geleistet hat. Der hätte mit Sicherheit das nötige Wissen, um sich zu wehren. Ich behaupte: Er wollte diesen Job aber ganz bewusst machen, weil sich (1) eine Forschungsarbeit im CV immer besser macht als Arbeitslosigkeit und weil er über diesen Weg (2) eine Chance gesehen hat, bei der Uni ein Gehalt einzuklagen.

Ich selbst stehe Ein-Euro-Jobs eher kritisch gegenüber und würde sie gänzlich abschaffen. Ich kann die Argumente, die für solche Jobs sprechen, aber dennoch nachvollziehen und im Einzelfall anerkennen, dass so ein Ein-Euro-Job einem Menschen auch guttun kann, wenn er sonst keine Chance mehr auf einen regulären Job hat. Solange diese Jobs freiwillig sind - und das sind viele davon durchaus -, denke ich: Das muss jeder selbst entscheiden.
 

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und im Einzelfall anerkennen, dass so ein Ein-Euro-Job einem Menschen auch guttun kann, wenn er sonst keine Chance mehr auf einen regulären Job hat. Solange diese Jobs freiwillig sind - und das sind viele davon durchaus -, denke ich: Das muss jeder selbst entscheiden.
Aber hier wird doch oft mit dem (Weg zum) ersten Arbeitsmarkt argumentiert ?

Das wirkt dann widersprüchlich....

Warum ist man nicht ehrlich und sagt den Leuten: Für euch gibt es keine Arbeit mehr und (er-)spart sich das Verwaltungs-und Gerichtskostenmonster dazu? Das Geld könnte man sicher sinnvoller verwenden.
 

Laa Luna

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Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung werden auch ganz gerne als Mittel zur: Abschreckung, Disziplinierung und Sanktionierung angewendet.
 

Julchen68

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Warum ist man nicht ehrlich und sagt den Leuten: Für euch gibt es keine Arbeit mehr und (er-)spart sich das Verwaltungs-und Gerichtskostenmonster dazu? Das Geld könnte man sicher sinnvoller verwenden.
Weil Aktionismus sich weit besser vermarktet - sowohl im direkten (Mitläufer, die alle ihr Schärflein abzugreifen wissen) sowie übertragenen Sinne (guck mal was wir alles tun).

Mir (und das sage ich als langjähriger Steuerzahler) würde es jedenfalls weit besser gefallen, wenn Geld nicht zu reinen Makulaturzwecken verpulvert würde.
Ich könnt mich z.B. schwarz ärgern, wenn man Mütter (meinetwegen auch Väter) regelrecht in Jobs/Maßnahmen getreten werden, demzufolge dann kostenintensive Kita und andere Betreuungsoptionen anfallen, die (zumindest nach viel Ärger und Beantragung blabla) auch wieder die Staatskassen übernehmen.
Genau dasselbe Geld kann man den Eltern auch direkt geben, so daß sie ihre Kinder ohne Druck einfach selbst betreuen können.
Vor allem unter dem Gesichtspunkt , daß inzwischen auch schon jenen, die private Kinderbetreuung anbieten, massive Knüppel zwischen die Beine geschmissen werden.

Und dabei habe ich nicht einmal Kinder und will auch gar keine haben. Aber diesen Unfug halte ich für Schildbürgerstreiche allerhöchster Güte.

Die Maschinerie ist zum Selbstzweck verkommen. Selbst die Telefondesinfizierer haben (sorry: hatten) einen sinnvolleren Job :icon_mrgreen:
 
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Gast
Aber genau das hält den Laden am Laufen. Jeder hat zu tun, alle sind beschäftigt. Und für den Frust gibt es die, die gar nix machen. Sozial ist, was Arbeit schafft. Ein tller Satz. Passt immer.
 

0zymandias

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Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung werden auch ganz gerne als Mittel zur: Abschreckung, Disziplinierung und Sanktionierung angewendet.
Nur so für den Fall des Falles:


Ein-Euro-Jobs nicht zur Disziplinierung
Rechtmäßig vergebene Ein-Euro-Jobs haben der Vorbereitung einer Integration in den Arbeitsmarkt zu dienen und nicht der Disziplinierung. Sie dürfen lediglich nachrangig gegenüber Eingliederungsleistungen auf dem ersten Arbeitsmarkt vergeben werden.
Sozialgericht Berlin, 27.06.05, S 37 AS 4507/05 ER. Tacheles EV - Entscheidungsdatenbank
 

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Nur so für den Fall des Falles:


Ein-Euro-Jobs nicht zur Disziplinierung
Rechtmäßig vergebene Ein-Euro-Jobs haben der Vorbereitung einer Integration in den Arbeitsmarkt zu dienen und nicht der Disziplinierung. Sie dürfen lediglich nachrangig gegenüber Eingliederungsleistungen auf dem ersten Arbeitsmarkt vergeben werden.
Sozialgericht Berlin, 27.06.05, S 37 AS 4507/05 ER. Tacheles EV - Entscheidungsdatenbank

So ein Wissen kann nicht schaden, ABER welche Mittel der "Gegenwehr" stehen für die langfristigen Folgen von "Hartz-IV" zur Verfügung ?

Pffffffffft..... meist ist da ganz schnell die wenige Luft raus!

Eine "Hartz-IV-Karriere" ist sicher kein Zuckerschlecken, aber was im Anschluss kommt, ist wohl weitaus mehr als ein wuchtiger Tritt in die existenziellen Weichteile.

Es erstaunt mich immer wieder von Neuem, dass viele Betroffene solche Klopper wie massive Altersarmut (bei einem schrumpfenden Sozialstatt, Stichwort: race to the bottom) nicht auf dem Zähler haben!
 

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Weil Aktionismus sich weit besser vermarktet - sowohl im direkten (Mitläufer, die alle ihr Schärflein abzugreifen wissen) sowie übertragenen Sinne (guck mal was wir alles tun).
Du hast das subtil schon angekratzt (fett), aber mein Eindruck ist eher:

Im Kern geht es um die Umverteilung (von Lasten und Nutzen / oben-unten)
 

0zymandias

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So ein Wissen kann nicht schaden, ABER welche Mittel der "Gegenwehr" stehen für die langfristigen Folgen von "Hartz-IV" zur Verfügung ?
[...]
Ich versuche, mich vor jedem Tag einzeln zu fürchten.

Jetzt en passant alles bis zur Rente zu befürchten, wäre mir momentan zu ambitiös. :biggrin:
 
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