Zahltag: Schluss mit den ARGE(n)-Schikanen! (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
Überregionales Aktionskamp 1. und 2. Oktober ARGE Köln

Köln - Auf den Fluren der ARGEN brodelt es immer lauter. Immer wieder sind lautstarke Auseinandersetzungen zwischen Angestellten der ARGE und Erwerbslosen zu hören. Schon wieder fehlt das Arbeitslosengeld auf dem Konto, schon wieder fühlt sich niemand dafür verantwortlich und schon wieder sind Folgeanträge angeblich nicht bei der ARGE angekommen. Stattdessen lange Wartezeiten, keine telefonische Erreichbarkeit und überfallartige Besuche von Sozialschnüfflern bei Hartz-IV-Empfängern zu Hause. Während Erwerbslose laut schimpfend durch die ARGE laufen, guckt der Sicherheitsdienst etwas verunsichert um die Ecke. "Wenn das hier mal hoch kocht, dann ist der Schuppen hier in 10 Minuten zu Kleinholz", sagt ein älterer Arbeitsloser. Anfang Februar randalierten in der Arbeitsagentur Herne 100 Hartz-IV-Empfänger solange, bis ihnen das fehlende Geld ausgezahlt wurde. Die Polizei sprach angesichts der Menge von einem "Massenüberfall in noch nicht da gewesener Dimension".
Weiterlesen...

Das Erwerbslosen Forum Deutschland beteiligt sich aktiv an dem AktionsCamp mit und ruft schon jetzt zur Beteiligung auf. Ein Aufruf und viele Infos dazu werden Anfang nächster herauskommen.
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
also, es soll Druck erzeugt werden. Der hat ja nun in Köln schon eine gewisse Tradition. Dieser Druck soll in den zwei Tagen erheblich verstärkt werden. Es handelt sich immerhin um die Zweit größte ARGE in Deutschland, von der aus fast alle neunen Modelle ausgehen.

Ein Ziel der Aktion ist z.B. eine Beschwerdestelle in der ARGE einzurichten. Eine weitere: jeden 1. u. 2 im Monat werden ca. 40-50 Leute die ÖMenschen in die ARGE begleiten, wenn es wieder mal kein Geld gegeben hat.
Es wir z.B. der Bedarfsermittlungsdienst bloß gesytellt.
Dazu kommen öffentliche Vorträge der rechtlichen Gegenwehr.
Was bisher in Köln passiert ist, hast Du ja nun mitbekommen. Von daher wird das ganze eine spannende Sache mit Vollversammlung, Kultur und Druck und wahrscheinlich auch viel Spass.
Das habe ich und trotz allem stelle ich diese Frage, da es aus dem Text nicht hervorgeht. Vielleicht kann mir jemand anders meine Frage beantworten? Wenn möglich in ganzen Sätzen. Dankeschön...

Chèvre
 

Erntehelfer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
20 Februar 2007
Beiträge
551
Bewertungen
2
Hm, was genau soll damit bewirkt werden?

Chèvre
Ich halte das für eine super Alternative zum randalieren. Damit soll natürlich Aufmerksamkeit erzeugt werden. Es dreht sich thematisch laut Artikel um die Machenschaften und illegalen Praktiken der ARGE, um Tipps und Tricks gegen die ARGE und eine eigene Beschwerdestelle sowie Begleitung.
So gelingt es eventuell die Wut der Kunden zu kanalisieren und zwischen den Kunden eine Solidarität zu erzeugen, die mehr nützt wie nur im Büro rumbrüllen.
 
E

ExitUser

Gast
Danke Martin und Erntehelfen, so gesehen finde ich die Aktion auch sehr gut, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt für mich leider nicht erreichbar ist.
Aber das könnte man ggf auch hier umsetzen, mal schauen was sich machen lässt. Ich muss sagen, dass ich beim ersten Lesen des Textes davon ausging, dass es alleinig nur darauf ankommt dort stunk zu machen und den Mitarbeitern Angst einzuflössen, so wie ihr das nun schildert ist dies mehr als nützlich und gibt den dortigen Arbeitslosen auch eine gewisse Portion Würde wieder zurück.

Hm, die Beschwerdestelle wird dann vor den Türen angelegt?

Chèvre
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
Danke Martin und Erntehelfen, so gesehen finde ich die Aktion auch sehr gut, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt für mich leider nicht erreichbar ist.
Aber das könnte man ggf auch hier umsetzen, mal schauen was sich machen lässt. Ich muss sagen, dass ich beim ersten Lesen des Textes davon ausging, dass es alleinig nur darauf ankommt dort stunk zu machen und den Mitarbeitern Angst einzuflössen, so wie ihr das nun schildert ist dies mehr als nützlich und gibt den dortigen Arbeitslosen auch eine gewisse Portion Würde wieder zurück.

Hm, die Beschwerdestelle wird dann vor den Türen angelegt?

Chèvre
Bitte um Verständnis, dass wir über die Beschwerdestelle im Moment noch nicht alles sagen können, da wir noch in den Planungen und vorbereitungen stecken. Dies trifft auch für einige andere Sachen zu. Diese werden aber rechtzeitig bekannt gegeben. Es muss auch nicht jeder Übernacht bleiben. Aber wenn über Tag viele da sind, wird es bestimmt gut. Zumal ein wirklich abwechslungsreiches Programm stattfinden soll.
 

hartzhasser

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2006
Beiträge
649
Bewertungen
28
solche aktionen müssten in jeder Arge stattfinden, da ja nicht jeder in Köln wohnt, und die schikanen ja in jeder Arge vorkommen.


lg hartzhasser
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
solche aktionen müssten in jeder Arge stattfinden, da ja nicht jeder in Köln wohnt, und die schikanen ja in jeder Arge vorkommen.


lg hartzhasser
nun findet in Oldenburg ja jede Menge statt. den brauchst Du dich ja nur anzuschließen. (z.B. ALZO)
Für alle anderen gilt: Man muss halt selbst anfangen. Sicher ist so etwas in kleinen Städten sehr schwierig. Aber da kann man sich ja größeren Städten anschließen und sie dann um solidarische Hilfe für nächste Aktionen bitten. In Köln wird das ganze auch nur funktionieren, wenn auch Inis aus anderen Städten und Überregionale mitmachen. Aber das wird schon
 
E

ExitUser

Gast
Was soll so etwas?

Die gewollte Isolation durchbrechen? Durchbrechen, dass sich von Muttchen bis hin zu Opachen allein in der kargen Wohnung, sich aus der Lage des erzwungenen Stillstands selbst zerfressend, umbringen oder dem in Alkoholismus resp. anderen Suchten Auswege suchen (falls es nicht schon zu spät ist)?
Erwirken, dass Menschen in gleicher hoffnunsgloser Lage auch mal "Luft machen dürfen", um dieses ganze krankmachende Potential aus sich heraus zu befreien? Wer hats denn verursacht? Wie kann man was wirklich ändern, wenn an den Symptomen herumdoktern und den "Patienten" schuldig sprechen logischerweise nicht weiterbringen kann? Vielleicht mal den Verursacher angehen - den Virus himself? Als stets belasteter "Esel" auch mal bocken dürfen - wieso nicht? Wieviel braucht es denn, bis jemand der sich beständig nicht gegen Unrecht wehren "darf", irgendwann einmal die Anklagen an die richtigen (rechten?) Stellen bringt?

Irgendwann kommt dieser Punkt sowieso, bei jedem der sich nicht der Lethargie ergeben hat, und dann ist es auf jeden Fall konstruktiver, es zum Verursacher, der Arbeitsverhinderungsagentur, "zurückzutragen" als die zwangsläufig entstehenden und unterdrückten Aggressionen an noch Schwächeren oder Hilfloseren oder an sich selbst auszulassen.

"Aggredi" bedeutet "an etwas herangehen". Ist ein Teil unseres hiesigen Seins, das ist nun einmal so, und wird nur destruktiv, wenn nicht an die richtigen "Adressaten" "herangegangen" wird.

An die richtigen Adressaten, die Verursacher eines oder vieler krankmachender Symptome heranzugehen, ist aber der einzige sinnvolle Weg, um "die Krankheit" zu verändern.



Gruss

Emily
 

Nimschö

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 August 2007
Beiträge
2.070
Bewertungen
833
Ich finde die Einrichtung von Informations- und Beratungsstellen sehr gut. Wie des häufigeren erwähnt wissen viel zu viele von Hartz Betroffene garnicht, was die ARGEn können/sollen und vor allem DÜRFEN.

Um die Krankheitsmetapher weiterzuverwenden:
"Information ist eine der wichtigsten Vorsorgeimpfungen gegen Hartz-IV/ARGE"
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
Ich finde die Einrichtung von Informations- und Beratungsstellen sehr gut. Wie des häufigeren erwähnt wissen viel zu viele von Hartz Betroffene garnicht, was die ARGEn können/sollen und vor allem DÜRFEN.

Um die Krankheitsmetapher weiterzuverwenden:
"Information ist eine der wichtigsten Vorsorgeimpfungen gegen Hartz-IV/ARGE"
Ein Zeil könnte sein, dass die ARGE kein Bescheid mehr rausschicken darf, indem nicht vermerkt ist, dass man sich jemanden mitbringen kann und falls man keinen findet, dass eine Beratungsstelle von Erwerbslosen dies macht. Dies sind öffentliche Gebäude und zur Öffentlichkeit gehören auch Initiaitven, die bei der Rechtsdurchsetzung helfen. Damit könnten auch solche Behörden nicht mehr machen, was sie wollen. Aber das sind noch ferne Wünsche. Im Moment geht es um die Schickanen der ARGE Köln und ihren immer neuen Methoden der Ausgrenzung, die durch die Unternehmensberatung Roland Berger da ja direkt entwickelt werden und dann an alle anderen ARGEN weitergegeben werden. Wenn Berger dort Büroräume haben kann, dann erst recht eine kritische Öffentlichkeit.
 

Rio

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Juni 2006
Beiträge
79
Bewertungen
11
Hallo,
ich denke, dass Emilys Überlegungen schon in die richtige Richtung gehen.

<Vielleicht mal den Verursacher angehen - den Virus himself? Als stets belasteter "Esel" auch mal bocken dürfen - wieso nicht?>

... und in diesem Zusammenhang GEMEINSAM - das meint m.E. nach auch der Begriff "Vollversammlung" - über das WIE nachdenken, sich verbünden, sich organisieren, sich und "seine" (respektive "unsere") Interessen zu artikulieren und verdammt nochmal dafür einstehen. Das läuft dann auf "Handeln" hinaus!

Ein bloße Werbeveranstaltung für (bereits vorhandene) Strukturen aus dem Selbsthilfebereich wäre mir zu wenig, zumal dies auch mal schnell von ARGE selbst missbraucht werden kann. Die PAPs und Fallmanager empfehlen ja jetzt schon ihren "KundInnen" im Falle von Sanktionen den Gang zur Tafel oder aber auch zu unabhängigen Beratungsstellen. Dabei ist HartzIV vorgeblich AUCH dafür da, ein existenzielles "Leben" just OHNE derlei Selbsthilfestrukturen zu sichern. ... Was natürlich nicht funzt und ARGE weiß das, weshalb man ihr getrost ein systematisches, unterdrückendes und somit menschenverachtendes Verhalten vorwerfen darf.

Immerhin könnte die Aktion ein sichtbares und mutmachendes Zeichen dafür sein, dass das, was einst unter dem Kampfbegriff 'Agentur-Schluss' begann, noch lange nicht vorbei ist. (Die Agentur ist ja schließlich noch nicht schluss! ... oder kennt jemand andere Infos?)

Also: Ich komme und bringe Freunde mit!
 

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
Hallo,

Also: Ich komme und bringe Freunde mit!
Prima und denke daran, es geht um etwas kämpferisches und es sind nicht nur Erwerbslose die sich beteiligen. Aber hier geht es um kämpferische Demonstration bei der ARGE. Dies sollen wissen, dass zumindest in Köln ein anderer Wind weht. Auch die einzelnen SBs sollen das wissen. Denn nicht jeder SB benimmt sich so unmöglich, wie das einige tun.
 
E

ExitUser

Gast
hey, unterschätz die Vorteile des Randalierens nicht

Ich halte das für eine super Alternative zum randalieren. Damit soll natürlich Aufmerksamkeit erzeugt werden. Es dreht sich thematisch laut Artikel um die Machenschaften und illegalen Praktiken der ARGE, um Tipps und Tricks gegen die ARGE und eine eigene Beschwerdestelle sowie Begleitung.
So gelingt es eventuell die Wut der Kunden zu kanalisieren und zwischen den Kunden eine Solidarität zu erzeugen, die mehr nützt wie nur im Büro rumbrüllen.
... Randalieren, gewaltsame Proteste, haben den Vorteil in den Medien gewürdigt zu werden. Während friedliche Proteste totgeschwiegen werden, allerhöchstens bei Fanatikern und Weltverschwörern im Netz beachtung finden.
Außerdem gibt meine Festplatte seit Wochen so komische kratzende Geräusche von sich... entweder ich kauf mir eine neue oder ich lasse im Zuge von Randalen eine mitgehen. :smile:
 

Rio

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Juni 2006
Beiträge
79
Bewertungen
11
Hallo Thomas,
lach: (Wie krieg ich den Smili an die richtige Stelle?)

Aber dieses:

<So gelingt es eventuell die Wut der Kunden zu kanalisieren ...>

... entspricht so ziemlich exakt dem Anliegen der ARGE selbst. Insofern müssen die Selbsthilfeprojekte tatsächlich darauf aufpassen, sich nicht versehentlich als Handlanger von HartzIV (i.S. dessen, HartzIV erträglicher zu gestalten) zu reduzieren. Das ist genau die Rolle, die ARGE den organisierten Widerstand gern aufbürden will. (Die Gewerkschaften haben diesen Auftrag schon lange verstanden.) "Widerstand" aber kommt von widerstehen!
 

Kaleika

Redaktion
Redaktion
Mitglied seit
20 August 2006
Beiträge
4.132
Bewertungen
367
Ach, so etwas ist immer wieder gut zu lesen.
Es ist eine unglaubliche Sauerei, wie die argen ARGEN meinen, uns schikanieren zu dürfen, soviel Existenzangst auszulösen, wenn das ohnehin zu wenige Geld einfach "noch nicht" ausgezahlt oder "nur" verspätet überwiesen wird.
Auf diese Weise sollen Erwerbslose mürbe gemacht werden!
Ich begrüße solche Aktionen seehhr!!!
Kaleika
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten